Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. September 2020 bis Samstag 12. September 2020

Dreiundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Die Freiheit der Kinder GottesSonntag
Ein Wesensmerkmal JesuMontag
Der Sohn wird MenschDienstag
Der Sinn des LebensMittwoch
Die Liebe, mit der Jesus uns liebtDonnerstag
Von Leitung und MeisterschaftFreitag
In Jesus verankertSamstag


Die Freiheit der Kinder Gottes

6. September 2020

Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Mt 18,15-20
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn dein Bruder gegen dich s├╝ndigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! H├Ârt er auf dich, so hast du deinen Bruder zur├╝ckgewonnen. H├Ârt er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde. H├Ârt er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! H├Ârt er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er f├╝r dich wie ein Heide oder ein Z├Âllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden l├Âsen werdet, das wird auch im Himmel gel├Âst sein. Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einm├╝tig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich m├Âchte ganz bei dir sein. Ich will ein Gef├Ą├č sein f├╝r deine Liebe, f├╝r deine G├╝te und f├╝r deine Wahrheit. Ich m├Âchte dein Zeuge sein in dieser Welt.

Bitte: ├ľffne mein Herz, erleuchte meinen Verstand und gib mir Klugheit. Gie├če deinen Geist ├╝ber mich und ├╝ber alle, die an dich glauben.

1. ÔÇ×Wenn einer s├╝ndigtÔÇŽÔÇť Jesus spricht zu seinen J├╝ngern. Er gibt Anweisungen dar├╝ber, wie die J├╝nger miteinander umgehen sollen und welche Kompetenzen sie haben. Er beginnt mit dem Beispiel, dass einer s├╝ndigt. Dann soll ich zu ihm gehen und mit ihm sprechen, um sein Herz zur├╝ck zu gewinnen. Das erfordert Mut. Und St├Ąrke. Viel lieber w├╝rde ich dar├╝ber schweigen ÔÇô oder mich an dritter Stelle ├╝ber den s├╝ndigen Bruder beschweren. Aber Jesu Auftrag lautet anders.

2. Die Freiheit zu s├╝ndigen. Wenn mein s├╝ndiger Bruder trotz Zurechtweisung nicht h├Âren m├Âchte, dann soll er wie ein Ungl├Ąubiger (also wie ein Heide) f├╝r uns sein. Das klingt hart. Kann das wahr sein? K├Ânnen das Worte Jesu sein? Jesus ist da kurz angebunden. Er spricht auch jenem s├╝ndigen Bruder die Freiheit und Verantwortung f├╝r sein Tun, ja auch f├╝r seine S├╝nde zu.

3. Die Kirche Jesu Christi ist gegenw├Ąrtig. Jesus sagt uns zu, immer unter uns zu sein, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Kirche, Gemeinschaft Jesu Christi, gibt es bei jedem noch so kleinen Treffen, wo zwei oder drei im Namen Jesu versammelt sind. Das ist eine unglaublich ermutigende Zusage f├╝r uns, wenn wir uns als Christen vielleicht einsam f├╝hlen oder uns nach mehr Teilnehmern am Leben der Kirche sehnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du definierst, was Kirche ist. Schon wenn zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, bist du gegenw├Ąrtig. Du bist unter uns und lebst mit uns. Herr, lass uns auch immer mehr mit dir leben. Lass mich jedes Treffen, jedes Gespr├Ąch, ja auch jeden Kontakt ├╝ber die digitalen Medien mit einem Bruder oder einer Schwester im Glauben in deinem Namen beginnen, damit du stets unter uns bist.

Vorsatz: Ich m├Âchte jedes Treffen, jedes Gespr├Ąch, jedes Telefonat, jede Mail, jeden menschlichen Kontakt, den ich zu anderen Christen habe, mit einem kurzen ÔÇ×AnrufÔÇť zu Christus beginnen.


Ein Wesensmerkmal Jesu

7. September 2020

Montag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Lk 6,6-11
An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort sa├č ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharis├Ąer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten n├Ąmlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder B├Âses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund. Da wurden sie von sinnloser Wut erf├╝llt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen k├Ânnten.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Jesus, diese Zeit jetzt geh├Ârt dir und mir. Diese Zeit soll der Vertiefung unserer Beziehung dienen. Ich m├Âchte einfach da sein, in deiner Gegenwart.

Bitte: ├ľffne mein Herz, erleuchte meinen Verstand und gib mir Klugheit. Segne mich und alle, die an dich glauben. Schenk uns allen deinen heiligen Geist.

1. Mut und innere St├Ąrke. Jesus ist einfach stark. Er wusste, dass die Schriftgelehrten und Pharis├Ąer darauf achteten, ob er das Sabbatgebot einhielt. Jesus versuchte nicht, die Heilung im Geheimen zu vollbringen, ganz im Gegenteil. Er demonstrierte sie vor den Augen aller. Jesus ist umwerfend direkt. Er ist mutig. Aber nicht als eine Eigenschaft unter vielen, sondern er ÔÇ×bestehtÔÇť aus Mut, ist ganz und gar voll mit Mut.

2. Unabh├Ąngig von den Menschen.  Jesus kann nur voller Mut sein, da er sich nicht ├╝ber das Ansehen definiert. F├╝r seine Existenz ist es nicht erheblich, von den Menschen geliebt und geachtet zu werden. Er ist nicht von dieser Welt. Wir wissen, er ist Gott.

3. Leben retten. Sabbat oder nicht, das ist in diesem Fall egal. Worauf es ankommt: Gutes tun und Leben retten. Und das ist immer erlaubt. Egal, ob Sonntag, Feiertag, Weihnachten oder Ostern, Tag oder Nacht. Immer sollen wir Leben retten, dem Leben dienen.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Jesus, ich bin beeindruckt von deiner St├Ąrke, von deiner Unabh├Ąngigkeit. Du warst ganz Mensch und doch waren dir kleingeistige menschliche Schw├Ąchen fern. Aber du warst nicht nur ohne Menschenfurcht, du hast auch keine Ruhepause f├╝r dich und dein Werk der Erl├Âsung proklamiert. Auch am Sabbat, der doch f├╝r die Ruhe da ist, hast du Menschen geheilt. Ich bewundere deine Gro├čz├╝gigkeit.

Vorsatz: Ich m├Âchte genauso wie Jesus Menschen helfen, auch wenn ich m├╝de bin und eine Ruhepause verdient h├Ątte. Dazu will ich mich heute aufraffen.


Der Sohn wird Mensch

8. September 2020

Mari├Ą Geburt
Fest

Ilka Haiberger

Mt 1,18-23
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht blo├čstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. W├Ąhrend er noch dar├╝ber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, f├╝rchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn geb├Ąren; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen S├╝nden erl├Âsen. Dies alles ist geschehen, damit sich erf├╝llte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie geb├Ąren, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das hei├čt ├╝bersetzt: Gott ist mit uns.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Jesus, mein Herr und mein Erl├Âser, ich m├Âchte deine N├Ąhe erfahren. Ich will eintauchen in das Geheimnis deines Lebens, ich will mehr verstehen vom Geheimnis deiner Menschwerdung.

Bitte: Lass mich h├Âren und verstehen, damit ich das Evangelium in die ganze Welt hinaustrage! Erf├╝lle mich dazu mit deinem Geist.

1. Durch das sch├Âpferische Wirken des Heiligen Geistes wurde Maria schwanger. Nachdem Maria Gott ihr Jawort gegeben hatte, war sie in Erwartung eines Babys, das durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihr Gestalt annahm. Die Mutter und der Ziehvater waren ausgesucht, und durch den Besuch des Engels im Traum war auch Josef ├╝berzeugt, sich um das Kind k├╝mmern zu m├╝ssen. Nun konnte der Blick nach vorne in die Zukunft gerichtet werden. Als n├Ąchstes ging es nun um den Namen des Kindes.

2. Der Name Jesus, gegeben durch den Engel. Josef wird nicht allein gelassen mit der Verantwortung der Namensgebung. Der Engel des Herrn gab ihm den Auftrag, dem Kind, das Maria erwartet, den Namen Jesus zu geben. Und der Engel sagte dazu: denn er wird sein Volk von seinen S├╝nden erl├Âsen. Der Name Jesus bedeutet und beinhaltet die Erl├Âsung von unseren S├╝nden. So hat es der Engel gesagt.

3. Ein weiterer Name Jesu. Jesus bekommt aber laut dem Evangelium noch einen weiteren Namen: Immanuel. Das hei├čt: Gott ist mit uns. Und das ist eine gro├če Zusage, die einzigartig ist und in diesem Sinn allein der j├╝disch-christlichen Tradition angeh├Ârt. Gott, der sich im Alten Testament schon als der ÔÇ×ich bin daÔÇť offenbart, wird hier ganz zum ÔÇ×Gott mit unsÔÇť. Schon das Alte Testament bezeugt Gottes Vaterschaft, doch die Menschwerdung des Sohnes Gottes l├Ąsst die ganze Tiefe und personale Bedeutung dieses ÔÇ×Mit-seinsÔÇť aufscheinen.

Gespr├Ąch mit Christus: Im Namen Jesus ist Heil. Durch das Aussprechen deines heiligen Namens machst du mich heil. Durch das Aussprechen deines Namens erkenne ich die Erl├Âsungsbed├╝rftigkeit meiner selbst an. Es ist sch├Ân, deinen Namen auszusprechen. Jesus!

Vorsatz: Ich m├Âchte immer wieder im Laufe des Tages den Namen Jesus aussprechen und dabei meine Seele ihm zuwenden.


Der Sinn des Lebens

9. September 2020

Mittwoch der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Lk 6,20-26
In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine J├╝nger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch geh├Ârt das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschlie├čen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird gro├č sein. Denn ebenso haben es ihre V├Ąter mit den Propheten gemacht. Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre V├Ąter mit den falschen Propheten gemacht.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Jesus, diese Zeit ist dein. Ich lasse das Getriebe der Welt au├čen vor und schaue nur auf dich und auf das, was du uns sagst. So m├Âchte ich mich durch das Beisammensein mit dir von dir formen lassen.

Bitte: Herr lass mich auf dich h├Âren, dich verstehen und dich lieben. Sei du Ma├čstab, Mitte und Vorbild meines Lebens.

1. Wir sehnen uns nach dem Gl├╝ck. Jesus spricht ├╝bers Selig-sein. Wir sind dazu geschaffen, einst wirklich gl├╝cklich zu sein, erf├╝llt von einer nicht endenden Freude. Jesus spricht davon, dass uns das Reich Gottes geh├Âren wird, dass wir satt sein werden, dass wir lachen werden und das unser Lohn im Himmel gro├č sein wird. Meinen Kindern erkl├Ąre ich das so: Es wird eine gro├če Geburtstagsparty geben, mit einer unheimlich gro├čen Torte und egal wie viel wir davon essen, bekommen wir kein Bauchweh. Es wird Geschenke und Freude geben, Musik und Ger├╝che und alles, was gut ist!

2. Jesus beschreibt die Zukunft. Doch wir erwarten vorerst noch diesen Zustand der Seligkeit. Jesus spricht von der Zukunft. Wir sollen nicht von unserem irdischen Leben erwarten, dass es uns zuletzt und zutiefst gl├╝cklich macht, denn unser Schatz ist im Himmel. Unser Leben ist voller Schatten und Licht. Der Teufel ist gegenw├Ąrtig und verleidet uns vieles. Es gibt Hunger und Hass, Verfolgung und Trauer. Jesus wei├č das. Jesus sieht auf unsere Armut und unsere Trauer, er wei├č, wenn wir verfolgt werden oder zu leiden haben.

3. Dauerhaftes Gl├╝ck ist nur in Jesus. Jesus spricht sogar davon, dass denen, die arm sind, die jetzt weinen und um seinetwillen gehasst und verfolgt werden, der Himmel mit seiner Gl├╝ckseligkeit geh├Ârt. Er warnt uns davor, unser Gl├╝ck im Hier und Jetzt zu suchen. Wir werden durch Reichtum oder Ansehen nicht dauerhaft gl├╝cklich werden. Auch nicht durch jetzige Fr├Âhlichkeit oder S├Ąttigung. Im Gegenteil! So soll unser Herz an Jesus festgemacht sein und nicht an schneller hiesiger Gl├╝ckserf├╝llung.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du hast Worte der Wahrheit f├╝r uns. Du ordnest unser Herz, unser Verlangen, unser ganzes Sein auf dich hin. Du lehrst uns die Wahrheit ├╝ber unser Leben. So m├Âchte ich mich ganz dir schenken und mich festmachen in dir. Lass mich niemals von dir getrennt sein! Und hilf mir, mit den irdischen Dingen so umzugehen, dass ich die ewige Gl├╝ckseligkeit in deinem Angesicht erleben darf.

Vorsatz: Ich m├Âchte eine Ungerechtigkeit, die mir heute widerf├Ąhrt, einen Moment der Traurigkeit oder das Empfinden eines Bed├╝rfnisses annehmen und Jesus hinhalten.


Die Liebe, mit der Jesus uns liebt

10. September 2020

Donnerstag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Lk 6,27-38
Euch, die ihr mir zuh├Ârt, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet f├╝r die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schl├Ągt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zur├╝ck. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr daf├╝r? Auch die S├╝nder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr daf├╝r? Das tun auch die S├╝nder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zur├╝ckzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr daf├╝r? Auch die S├╝nder leihen S├╝ndern in der Hoffnung, alles zur├╝ckzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wenn ihr nichts daf├╝r erhoffen k├Ânnt. Dann wird euer Lohn gro├č sein, und ihr werdet S├Âhne des H├Âchsten sein; denn auch er ist g├╝tig gegen die Undankbaren und B├Âsen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, geh├Ąuftem, ├╝berflie├čendem Ma├č wird man euch beschenken; denn nach dem Ma├č, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du kennst mich innen und au├čen. Du wei├čt, was gut ist f├╝r mich. Du k├╝mmerst dich um mich, wie um das verlorene Schaf, f├╝r das du alle anderen zur├╝ckl├Ąsst. Herr, deine Liebe zu mir ist exklusiv. Sie soll mir das Wertvollste auf der Welt sein!

Bitte: Lieber Jesus, lass mich dir zu F├╝├čen sitzen und auf deine Lehre achten.

1. Liebe und nochmals Liebe. Gestern schon habe ich eine Ungerechtigkeit f├╝r Jesus aushalten wollen. Aber heute geht er noch viel weiter. Wie viel mehr mutet er uns noch zu? Jesu heutige Forderungen richten sich gegen mein kurzsichtiges Gerechtigkeitsempfinden, gegen meinen Stolz.

2. Christliche Liebe. Ich soll den segnen, der mich verflucht? Ich soll dem Vorgesetzten, der mich ungerecht herabgesetzt hat, nicht nur verzeihen, sondern ihn lieben? Ich soll mein Hab und Gut ausleihen, egal ob ich es zur├╝ckbekomme?

3. Die Liebe, die alles ├╝bersteigt. Im heutigen Evangelium sehen wir nicht nur, was Jesus uns auftr├Ągt, sondern erkennen darin auch, wie er uns liebt. Jesus verlangt nichts von uns, was er uns nicht auch tun w├╝rde. So k├Ânnen wir uns gewiss sein, dass er uns mit einer Liebe liebt, die alles Ma├č der Gerechtigkeit ├╝bersteigt, die alles verzeiht und niemanden verurteilt.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Jesus, ich danke dir f├╝r deine Liebe. Ich danke aber auch daf├╝r, dass du uns deine Liebe offenbarst, dass du auf uns Menschen, aber auch auf mich als einzelne Person zugegangen bist, dass ich deine Liebe so erfahren darf, wie du sie beschreibst.

Vorsatz: Ich will mich heute ganz bewusst von Jesus mit all meinen Fehlern und Ungerechtigkeiten, mit meinen S├╝nden und mit meinen Forderungen lieben lassen. Ich will mir heute und die n├Ąchsten Tage immer wieder in Erinnerung rufen, dass mich Jesus trotz meiner S├╝nden liebt.


Von Leitung und Meisterschaft

11. September 2020

Freitag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Lk 6,39-42
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Kann ein Blinder einen Blinden f├╝hren? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Der J├╝nger steht nicht ├╝ber seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht. Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, w├Ąhrend du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Jesus, ich komme in Stille zu dir, um von dir zu lernen. Ich m├Âchte mein Herz unvoreingenommen f├╝r das ├Âffnen, was du mir sagen m├Âchtest.

Bitte: Herr, ich bitte dich: Sprich, denn dein Diener h├Ârt!

1. Ein Anf├Ąnger hat keine Kompetenz. Manchmal meinen gerade Anf├Ąnger, andere belehren zu k├Ânnen. Doch Jesus warnt uns davor. Wir sollen uns nur von solchen f├╝hren, im ├╝bertragenen Sinn belehren lassen, die wie der Meister sind. Wobei vielleicht das Problem nicht nur einen Anf├Ąnger betrifft. Jesus spricht ja von einem Blinden. Also von jemandem, der einen blinden Fleck f├╝r den Glauben hat und den Weg, den der Glaubende gehen soll, nicht erkennt.

2. Meisterschaft erringen. Ein J├╝nger steht nicht ├╝ber seinem Meister. Aber jeder, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Alles lernen scheint unendlich viel. Alles lernen hei├čt, von vorne bis hinten den Meister zu kennen, viel Zeit mit ihm zu verbringen, sich seine Verhaltensweisen und Denkweisen anzuschauen und sich selbst darin bis zur Gleichgestaltung einzu├╝ben.

3. Selbsterkenntnis als Weg der Reife. Den Splitter aus dem Auge ziehen verstehe ich als: die S├╝nde oder den Fehler erkennen und behandeln. Doch dazu berechtigt bin ich erst, wenn ich zun├Ąchst meine eigenen Fehler und S├╝nden entdeckt und sie behandelt habe!

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus Christus, du bist der Quell der Weisheit. Je mehr ich ├╝ber dich h├Âre, je mehr ich deine Worte betrachte, desto mehr bin ich beeindruckt von deiner Weisheit. Du hattest vor so vielen Jahrhunderten in menschlichen Worten gesprochen. Der Lebenskontext war ein anderer als heute. Und doch sind deine Worte so einleuchtend und klar f├╝r mich heute. Ich danke dir, dass du dich uns offenbarst!

Vorsatz: Ich m├Âchte heute eine ehrliche und ausf├╝hrliche Gewissenserforschung machen, um meine Hauptfehler zu finden und behandeln zu k├Ânnen.


In Jesus verankert

12. September 2020

Samstag der dreiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Mari├Ą Namen

Ilka Haiberger

Lk 6,43-49
Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Fr├╝chte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Fr├╝chte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Fr├╝chten: Von den Disteln pfl├╝ckt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein b├Âser Mensch bringt B├Âses hervor, weil in seinem Herzen B├Âses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage? Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte h├Ârt und danach handelt. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht ersch├╝ttern, weil es gut gebaut war. Wer aber h├Ârt und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus st├╝rzte sofort in sich zusammen und wurde v├Âllig zerst├Ârt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, inmitten des Alltags m├Âchte ich mich dir zuwenden. Das Leben ist hektisch. Die Aufgaben t├╝rmen sich, die Zeit scheint zu rennen. Ich bin m├╝de und wei├č nicht, wie ich recht beten kann.

Bitte: Jesus, mein Herr und mein Gott, reinige mein Herz, ber├╝hre mich ganz tief innen, dass ich wirklich anfange, dir zu dienen, dich zu ehren und dich anzubeten.

1. Die Ergebnisse unseres Daseins ÔÇô die Frucht unseres Lebens. Jeder vern├╝nftige Mensch m├Âchte gute Fr├╝chte hervorbringen. Des Menschen Herz sehnt sich nach konstruktiver Mitgestaltung der Welt. Nach dem Tod sollen gute Taten das Andenken des Verstorbenen veredeln. Wir m├Âchten tolle Spuren hinterlassen. Und genau dieses Verlangen spricht Jesus an.

2. Frucht und Wurzel geh├Âren zum gleichen Gew├Ąchs. Jesus geht an die Wurzel der Dinge. Unsere Taten spiegeln letztendlich unser Herz wider. Wenn unser Herz b├Âse ist, k├Ânnen wir uns zwar eine Zeitlang verstellen und aus Furcht oder anderen Beweggr├╝nden versuchen, gute Fr├╝chte hervorzubringen. Aber letztendlich werden unsere Taten unserem Herzen entsprechen. Und unser Mund wird sprechen, wie unser Herz beschaffen ist.

3. Wir wollen uns in Jesus Christus verwurzeln! Damit unsere Wurzeln in Jesus Christus verankert sind, m├╝ssen wir auf sein Wort h├Âren und danach leben. Das bewirkt, dass unser ÔÇ×HausÔÇť nicht auf Sand gebaut ist, sondern ein festes Fundament hat. Wenn unser Fundament Jesus ist, k├Ânnen wir gute Fr├╝chte hervorbringen. 30fach oder 60fach oder 100fach.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Jesus, alle Texte in der Bibel deuten auf dich hin. Es ist sonnenklar, dass das wahre Leben nur mit dir und in dir m├Âglich ist. Ich glaube an dich und m├Âchte immer bei dir sein. Danke, dass du mir begegnest und dass ich an dich glauben darf!

Vorsatz: Ich m├Âchte mich neu auf Jesus ausrichten, durch eine gute Beichte m├Âchte ich den Kontakt zu Jesus erneuern, damit ich tief in Jesus verwurzelt bin und gute Frucht bringen kann.