Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. August 2020 bis Samstag 22. August 2020

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

Sarah Briemle, Patricia Klein und Br. Jonathan Fuhr LC

Der Glaube lÀsst uns niemals im StichSonntag
Ein Ruf zur Liebe ohne GrenzenMontag
„Christus nimmt nichts. Er gibt alles!“Dienstag
Gott Vater, der gerechte GutsbesitzerMittwoch
Mein Gott ist großzĂŒgigDonnerstag
Was wirklich zÀhltFreitag
Wie Gott denkt und fĂŒhltSamstag


Der Glaube lÀsst uns niemals im Stich

16. August 2020

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Stephan I. von Ungarn, König

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 15,21-28
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurĂŒck. Und siehe, eine kanaanĂ€ische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem DĂ€mon gequĂ€lt. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine JĂŒnger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her! Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr ich danke dir, dass ich jetzt bei dir sein darf. Die nĂ€chsten Momente möchte ich ganz dir widmen. Komm du jetzt in mein Herz, und forme es nach deinem Willen. Heute lĂ€dst du mich ein, meinen Glauben zu erneuern. Hilf mir, fest auf dich zu vertrauen, damit du in meinem Leben wirken kannst.

Bitte: Herr, schenk mir einen tiefen Glauben.

1. Die Kanaaniterin glaubt und lĂ€sst sich nicht beirren. Diese Frau ist uns ein Vorbild im Vertrauen und im Glauben an die GrĂ¶ĂŸe und Kraft Gottes. Denn obwohl sie keine JĂŒdin ist und Gott wahrscheinlich noch nie in Jerusalem angerufen hat, setzt sie ihre ganze Hoffnung auf Jesus. Sie glaubt an seine GrĂ¶ĂŸe. Wenn jemand ihrer Tochter helfen kann, dann ist es Jesus. Sie kennt die wahre Religion noch nicht, doch sie kennt das Herz Christi und weiß, dass er ihr nichts vorenthalten wird, wenn sie ihn voll Vertrauen darum bittet. Deshalb bleibt sie beharrlich, auch wenn Jesus sie zuerst zurĂŒckweist.

2. Der Glaube baut die BrĂŒcke fĂŒr die Liebe Christi. Wir wollen nun unseren Blick auf Jesus richten. Was passiert in seinem Herzen? Eine Frau kommt, die ihn um einen Gefallen bittet. Wie so viele andere Menschen. Doch es gibt eine Barriere: Sie ist eine Heidin. Deshalb scheint Christus sein Herz zunĂ€chst fĂŒr diese Bittstellerin zu verschließen. Doch der große Glaube nimmt die Barriere weg, sodass ein Brotkrumen der Liebe Gottes bis zu dieser Frau gelangen kann. Ihr entschiedener Glaube ist das Jawort, das ihr Herz fĂŒr die Liebe Gottes öffnet und sie herbeiruft. Auch wir mĂŒssen immer wieder lernen, uns Christus zu nĂ€hern und ihn durch unseren Glauben herbeizurufen, damit er in uns wirken kann. Christus möchte in unserm Herzen wirken, doch wir mĂŒssen die BrĂŒcke des Glaubens zu ihm aufrichten.

3. Christus wirkt in unserm Leben, wenn wir an seine lebendige Gegenwart glauben. Der Glaube schlĂ€gt die BrĂŒcke zu Christus. Mit dem Glauben an seine Gegenwart und seine Macht kann sein Wirken in uns beginnen. Das zeigt uns diese Kanaaniterin: Ihr Glaube an Jesus und ihre BestĂ€ndigkeit darin fĂŒhren zur Erhörung ihrer Bitte. Wie kann man diese BrĂŒcke des Glaubens zu Christus schlagen? Durch den bewussten Akt des Glaubens, durch die Bitte in einem besonderen Anliegen, durch das Vertrauen, dass Christus das Steuer in der Hand hĂ€lt, auch wenn wir meinen, allein zu sein. Christus hört uns und sieht uns. Er ist immer bei uns. Er verlĂ€sst uns niemals.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr diese Zeit mit dir. FĂŒr das Wort, dass du mir heute an diesem Sonntag geschenkt hast. Ich lege jetzt alle meine Sorgen und Ängste in deine HĂ€nde, du weißt was mich in meinem Herzen bewegt. Hilf mir, dir BrĂŒcken zu meinem Herzen zu schlagen, damit deine Gnade wirklich bis zu mir gelangen kann.

Vorsatz: Heute werde ich dem Herrn ein Anliegen ĂŒbergeben, das ich schon lange auf dem Herzen habe (es aufschreiben; es bei einem Besuch in einer Kirche benennen; Jesus in diesem Anliegen bitten).


Ein Ruf zur Liebe ohne Grenzen

17. August 2020

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass ich dir jetzt in dieser Zeit des Gebets begegnen darf. In den nĂ€chsten Momenten gibt es nichts anderes, was ich tun möchte. Ich glaube fest daran, dass du jetzt hier gegenwĂ€rtig bist und dass du zu meinem Herzen sprechen möchtest. Dir öffne ich mein Herz, damit du in mir wirken kannst. Ich komme zu dir mit meiner Freude und meinen Erfolgen, mit der Sehnsucht, die ich im Herzen trage, und auch mit meinen Sorgen und Ängsten. Nimm mich an der Hand und fĂŒhre mich dorthin, wo du mich haben möchtest.

Bitte: Jesus, ich möchte mich fĂŒr deine Liebe entscheiden!

1. Gebote zeichnen die unterste Grenze vor. Betrachten wir den reichen JĂŒngling: Der JĂŒngling ist ein glĂ€ubiger Jude, der all das tut, was das Gesetz vorschreibt. Er ist ein treuer Jude und niemand kann ihm vorwerfen, etwas zu tun, was Anstoß erregt. Was also bewegt diesen JĂŒngling, den Herrn zu fragen, was er darĂŒber hinaus noch tun kann? Er hat eine tiefe Sehnsucht, die ĂŒber die ErfĂŒllung der Gebote hinausgeht, er spĂŒrt in seinem Inneren, dass sich da grĂ¶ĂŸere Horizonte auftun, auf die sein Herz reagiert.Wo beginnen diese Horizonte sich aufzutun? Jenseits der Mindestanforderungen. PflichterfĂŒllung allein kann dem Herzen die FĂŒlle nicht geben, wonach es verlangt. - Wo versuche ich nur, meine Pflicht zu tun und damit Grenzen zu setzen, die meine LiebesfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigen?

2. Suche nach Vollkommenheit! Kenne keinen Grenzen! â€žEines fehlt dir noch
“ Jesus lĂ€dt dich und mich zu einer radikalen Entscheidung ein, die das Herz freimacht. Sein Ruf, unsere Komfortzone zu verlassen, ermöglicht es ihm, uns etwas zu schenken: Jesus möchte seine Liebe in unsere Herzen gießen.Hier kann jeder darĂŒber nachdenken, was es fĂŒr ihn heißt, fĂŒr Christus alles zu verkaufen und ihm nachzufolgen. Es kann bedeuten, Gott sein ganzes Leben zu schenken, jeden Tag aufs Neue etwas von uns herzugeben, damit unser Herz weit wird. Es kann bedeuten, dass wir etwas, woran wir festhalten, hergeben oder revidieren: unsere Meinung, unser Urteil, unseren Egoismus. Jeder kennt einen Bereich, in dem er dem Herrn sein Herz ein StĂŒck weiter öffnen kann. Legen wir ihm diese Dinge nun in die HĂ€nde.

3. Die Vollkommenheit ist eine Frucht der Liebe. Der Ruf Christi ist ein Ruf zur Vollkommenheit in der Liebe. Er ergeht an uns alle, Tag fĂŒr Tag. Wenn wir uns dazu entschließen, diesen Weg einzuschlagen und unsere Bequemlichkeit zu verkaufen, also dem Herrn das Herz zu öffnen, kann der eigentliche Baumeister, Christus, sein Werk in uns beginnen. Wir geben unser „fast nichts“, und Gott gibt sein „fast alles“. Wieso ein „fast alles“? - Weil er unsere Freiheit braucht, um zu wirken. Unsere Zustimmung ermöglicht ihm, unser Herz StĂŒck fĂŒr StĂŒck mit seiner Weisheit und seiner Liebe umzuwandeln. Die Vollkommenheit ist lediglich die Frucht des Wirkens der Liebe Gottes in unserem Leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du berufst uns Menschen zur Liebe. Dein Herz quillt ĂŒber vor Liebe. Ich möchte dich am Ende dieser Gebetszeit bitten: Komm du in mein Herz, und erfĂŒlle es mit deiner Liebe. Nimm von mir alles, was mich hindert, ganz bei dir zu sein.

Vorsatz: Ich will Jesus heute in der Eucharistie besuchen und ihn fragen: Herr, welche neuen Horizonte der Hingabe willst du mir öffnen?


Christus nimmt nichts. Er gibt alles!

18. August 2020

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Helena, römische Kaiserin

Patricia Klein, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die JĂŒnger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, fĂŒr Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafĂŒr bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf StĂ€mme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen HĂ€user oder BrĂŒder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafĂŒr das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle meinen Geist und meine Seele mit deiner Weisheit. Du lebst in mir seit meiner Taufe. DafĂŒr danke ich der Dreifaltigkeit aus tiefstem Herzen, denn so bin ich nie allein.

Bitte: Hilf mir, Heiliger Geist, deine Stimme zu hören, damit ich mein Leben, meine Worte und Taten, in deinem göttlichen Sinne gestalte.

1. FĂŒr Menschen ist das unmöglich, fĂŒr Gott aber ist alles möglich. Gott sei Dank! FĂŒr dich, Herr, ist alles möglich. Selbst wenn mir die Dinge unmöglich, erschreckend, rĂ€tselhaft und aussichtslos erscheinen, gibt es Hoffnung! Möge ich wie Maria mein Fiat geben, wenn sich in meinem Leben etwas ergibt, was ich nicht ganz begreife. Möge ich wie Mose die KĂŒhnheit haben, auf meinem Weg weiterzugehen, denn du kannst das Meer vor mir teilen. Möge ich in schweren, sorgen- und angstvollen Stunden die Worte des Propheten Jesaja vor Augen behalten: „FĂŒrchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“Danke, ich bin nie allein. Dir ist nichts unmöglich! Jesus, stĂ€rke mein Vertrauen.

2. Was werden wir bekommen? Petrus stellt eine Frage, die wir manchmal nicht zu stellen wagen: Was habe ich davon, wenn ich Gott folge, wenn ich versuche, mein Leben nach ihm auszurichten? Wird Gott mich wirklich erfĂŒllen? – Jesus, deine Antwort ist klar: Wir dĂŒrfen auf das Hundertfache hoffen. Schon jetzt sind wir in der Kirche mit unzĂ€hligen BrĂŒdern und Schwestern in dir vereint. Wir teilen mit ihnen den Glauben an dich. Wir sind mit ihnen im Auftrag vereint, dich anderen vorzustellen und sie zum Glauben an dich einzuladen. Herr, du lĂ€sst dich an GroßzĂŒgigkeit nicht ĂŒbertreffen. Papst Benedikt XVI. sagte: „Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles. Wer sich ihm gibt, der erhĂ€lt alles hundertfach zurĂŒck.“ Herr, stĂ€rke meinen Glauben, damit ich mit Vertrauen all jenes aufgebe, was mich nicht zu dir fĂŒhrt, und auf das Hundertfache schaue, dass ich schon jetzt von dir erhalten habe.

3. Auf Thronen sitzen. Jesus verspricht seinen Aposteln, auf Thronen zu sitzen. Auf Thronen sitzen nur jene, die Freunde und Berufene des Königs sind. Seit meiner Taufe bin ich Mitglied deiner Familie. Ich bin Tochter/Sohn des Königs. Was bedeutet das fĂŒr dich, Jesus? Wie siehst du mich als deine Tochter/deinen Sohn? Was bedeutet es fĂŒr mich, dass ich wahrhaftig berufen bin, ganz nah bei dir zu wohnen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist der Sohn Gottes, du bist auch mein Retter, mein Freund und mein König. Du willst, dass ich ein Leben in FĂŒlle habe, indem ich dir vertraue. Manchmal ist das nicht so einfach, vor allem wenn in meinem Leben unerwartete Ereignisse eintreten. Aber ich brauche mein Leben nicht alleine zu bewĂ€ltigen. Ich bin deine Tochter/dein Sohn, und ich darf auf die GĂŒte deines und meines Vaters hoffen und zĂ€hlen. Danke.

Vorsatz: Heute werde ich wĂ€hrend des Tages 1-2 Minuten mit der Muttergottes ĂŒber ihr Fiat sprechen. Ich kann ihr danken, und sie um einen Blick in ihr Herz wĂ€hrend der VerkĂŒndigung bitten.


Gott Vater, der gerechte Gutsbesitzer

19. August 2020

Mittwoch der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Eudes, Priester, OrdensgrĂŒnder

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der frĂŒh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter fĂŒr seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar fĂŒr den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untĂ€tig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die MĂ€nner, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, ĂŒber den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag ĂŒber die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gĂŒtig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du jetzt hier gegenwĂ€rtig bist. Ich lege meinen Tag in deine HĂ€nde und vertraue darauf, dass du mich heute auf meinem Weg begleitest. Ich lade dich ein, Teil meines Lebens zu sein, du mein Freund und Begleiter. Danke, dass du mich kennst und so liebst, wie ich bin, schenke mir die Gnade einer tiefen Erfahrung deiner Liebe zu mir. Auf dich setze ich meine Hoffnung. Denn du kennst mein Leben, du kennst die Situation, in der ich mich befinde, ich vertraue auf deine StĂ€rke, Weisheit und Liebe. Maria, du meine Mutter, nimm du mich an die Hand und fĂŒhre mich nĂ€her zu deinem Sohn.

Bitte: Jesus, gewĂ€hre mir die Gnade, deine GĂŒte und Liebe zu erfahren.

1. Gott wirbt um den Menschen. Zuerst betrachten wir den Gutsbesitzer. Er geht am Morgen auf den Markt und sucht sich einige Tagelöhner, die er anwirbt. Wahrscheinlich wĂ€hlt er die MĂ€nner, die den Anschein erregen, die Last des Tages tragen und die schweren Arbeiten in der Hitze verrichten zu können. Unser Gutsbesitzer ist aber sonderbar, denn er geht nicht nur einmal, sondern mehrere Male auf den Markt, und kurz vor Schluss der Arbeitszeit wirbt er MĂ€nner an, die wahrscheinlich nicht ohne Grund noch keinen Arbeitgeber gefunden haben: vielleicht waren sie bisher trĂ€ge, hatten einen schlechten Ruf oder eine BeeintrĂ€chtigung, die Einfluss auf die QualitĂ€t der Arbeit hat. Unser Gutsbesitzer möchte diese MĂ€nner aber doch in seinem Weinberg haben, ganz gleich, ob sie hoch qualifiziert sind oder nicht. Er ist kein GeschĂ€ftemacher. Er schaut auf den Menschen, der eine Aufgabe braucht, um seine Familie zu ernĂ€hren. Dieser Gutsbesitzer ist Gott Vater, der uns Christen dazu einlĂ€dt, in seinem Weinberg zu arbeiten. Es ist ihm gleich, ob wir schlau oder dumm, dick oder dĂŒnn, hĂŒbsch oder hĂ€sslich sind. Er schaut auf unser Herz, er sieht die Seele und möchte, dass wir fĂŒr ihn arbeiten, damit wir einen gerechten Lohn erhalten.

2. FĂŒr den Gutsbesitzer arbeiten bedeutet, sein Reich mit aufzubauen. Der Weinberg Gottes ist die Welt, in der wir leben, und die Pflanzen, die es zu setzen, kultivieren und abzuernten gilt, sind die Werke der Liebe Gottes und des NĂ€chsten. Wir sollen fĂŒr ihn arbeiten und das bedeutet, dass wir in unserem Alltag die Liebe leben sollen. Dort, wo wir sind, dĂŒrfen wir Zeugnis ablegen fĂŒr sein Wirken in der Welt. Das bedeutet ganz konkret, den NĂ€chsten mit den Augen Christi anzuschauen; denen zu vergeben, die uns Unrecht getan haben und um Verzeihung zu bitten, wenn wir gefehlt haben; den Tag mit Gott zu beginnen und zu beenden. Wir sind von Gott berufen, Arbeiter in seinem Weinberg zu sein, jeden Tag aufs Neue. So, wie wir sind, und dort, wo wir sind.

3. Der Lohn ist das ewige Leben. Am Ende des Tages und vor allem am Ende unseres Lebens, werden wir vor den Gutsbesitzer treten und er wird uns seinen Lohn geben: das ewige Leben und in dieser Welt schon einen Vorgeschmack davon. Denn worin besteht die GlĂŒckseligkeit in dieser Welt und im ewigen Leben? Im Empfangen der Liebe Gottes in unserem Herzen. Wenn wir mit ihm in Kontakt sind, wenn wir unser Leben in seinen Dienst stellen, dann sind wir dafĂŒr offen, seine Liebe zu empfangen. Jeder in dem Maße, in dem er dazu fĂ€hig ist und sein Herz bereitet hat. Machen wir unser Herz weit fĂŒr die Liebe des Herrn, der uns heute und jeden Tag unseres Lebens mit seiner Liebe erfĂŒllen möchte.

GesprĂ€ch mit Christus: Gott Vater, du lĂ€dst mich ein, in deinem Weinberg zu arbeiten. Danke, dass du mich liebst und annimmst, wie ich bin, dass du mich als dein Werkzeug gebrauchen möchtest, auch wenn ich durch meine SĂŒnden und SchwĂ€chen eingeschrĂ€nkt bin. Hilf mir, meine Schwierigkeiten zu ĂŒberwinden, damit ich in deinen HĂ€nden ein besseres Werkzeug sein kann – dass alle Menschen, denen ich begegne, durch dein Wirken in mir ein wenig nĂ€her zu dir kommen.

Vorsatz: Heute will ich auf meine Mitmenschen aufmerksam sein und jemandem in einem Detail in der Liebe dienen.


Mein Gott ist großzĂŒgig

20. August 2020

Hl. Bernhard von Clairvaux (OCist), Abt, Kirchenlehrer
Gedenktag

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen GĂ€ste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kĂŒmmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen ĂŒber seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die GĂ€ste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal fĂŒllte sich mit GĂ€sten. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die GĂ€ste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm HĂ€nde und FĂŒĂŸe, und werft ihn hinaus in die Ă€ußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwĂ€hlt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich bin hier, um jetzt ganz bei dir zu sein. Ich lege alle meine Sorgen, meine GeschĂ€ftigkeit und innere Zerstreutheit hier bei dir ab. Ich brauche deine Gegenwart und bitte dich, mir zu helfen, zu dir zu kommen.

Bitte: Jesus, offenbare mir immer mehr das Herz des Vaters. Ich bitte dich darum, tiefe Freude mit dir teilen zu dĂŒrfen, denn ich glaube daran, dass der Weg mit dir ein Weg der Freude und FĂŒlle ist.

1. Wenn Gott uns einfach nur beschenken will. Es passiert gar so oft, dass wir unseren Gott doch als fordernden Arbeitgeber betrachten. Wir denken, dass er sich mit Sicherheit an unseren MĂŒhen erfreut und ganz genau nachkontrolliert, ob wir auch alles richtig machen. Wir könnten sogar denken, dass unser BĂŒndnis mit ihm jederzeit von ihm aufgekĂŒndigt werden könnte, wenn wir seine Standards nicht erreichen. Ausgesprochen klingt dies mit Sicherheit fĂŒr die meisten von uns falsch. Aber leben wir nicht doch manchmal so, als wĂ€re das die Wahrheit? Im heutigen Gleichnis hören wir hingegen von einem Gott, der ein Festmahl vorbereitet und das in großzĂŒgigem Maße. Es ist ein Gott, der sich danach sehnt, uns bei ihm zu haben und Freude zu teilen. Es ist ein Gott, der nicht in erster Linie fordert, sondern der uns bei ihm haben will, fĂŒr den wir Freunde sind, fĂŒr den wir wichtig sind.

2. Unsere oft so banalen Ausreden. WĂ€hrend Gott uns einfach reich beschenken will, sind wir immer wieder Experten darin, dies aus den Augen zu verlieren. Der Acker, der Laden und Streitigkeiten können auch manchmal in unserem Leben Überhand nehmen. Unsere Arbeit, unser Wirken in der Welt, unsere finanzielle Absicherung im Leben und die Unstimmigkeiten untereinander können uns schnell vereinnahmen und den Großteil unseres Lebens ausfĂŒllen. Wenn wir uns das vor Augen fĂŒhren, ist aber doch nichts vergleichbar mit der Gegenwart Gottes in unserem Leben. „Was nĂŒtzt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei sein Leben einbĂŒĂŸt?“ sagt Jesus in einem anderen Moment (Mk 8,36). Ja, so vieles in unserem Leben bringt uns wirklich wenig Nutzen! Und wie frei macht es uns doch, den Acker, den Laden und strittige Angelegenheiten immer wieder einfach loszulassen – ganz bewusst.

3. Wenn wir einfach nicht vorbereitet sind. Nach der Trauer Gottes ĂŒber die Menschen, die seine Einladung nicht annehmen wollen, ĂŒberkommt sein Herz weitere Traurigkeit, nĂ€mlich darĂŒber, dass ein Gast unvorbereitet zur Feier erscheint. Wir könnten vielleicht denken, „das ist doch nicht so wichtig, Hauptsache er ist da.“ Es ist aber doch sehr wohl von Wichtigkeit. Wer in Arbeitskleidung zu einer Hochzeit erscheint, erwartet mit Sicherheit nichts Besonderes von diesem Fest. Der Anlass kann ihm nicht viel bedeuten. Ja, vermutlich kommt er nur auf Grund des Angebots an Essen und Wein. Es schmerzt unseren Gott mit Sicherheit, wenn wir uns nicht mit ganzem Herzen auf seine Geschenke und Gegenwart einlassen wollen und uns nicht danach sehnen. Er möchte kein Gott sein, der uns einfach Dinge schenkt, sondern er möchte mit uns eine tiefe innere Freude teilen. Wie groß muss aber auch seine Dankbarkeit ĂŒber diejenigen sein, die nicht nur zu ihm kommen, wenn sie einen eigenen Vorteil suchen, sondern weil er selbst ihnen wichtig ist, ja, weil sie ihn als liebenden und großzĂŒgigen Gott erkannt haben. Vielleicht ist heute ein Tag, an dem er auch gern von dir ein „Danke“ ĂŒber dein Leben hören wĂŒrde.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir dafĂŒr, dass du mir das Herz des Vaters offenbarst. Danke, dass du großzĂŒgig bist und mich bedingungslos beschenken willst. Ich will dieses Geschenk heute von dir annehmen. Ich will dich annehmen.

Vorsatz: Ich will heute auf irgendeine konkrete Weise meinem Gott zeigen wie viel er mir wert ist.


Was wirklich zÀhlt

21. August 2020

Hl. Pius X., Papst, Patron der Katecheten
Gedenktag

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die PharisÀer hörten, dass Jesus die SadduzÀer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen NÀchsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hÀngt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich bin hier, um jetzt ganz bei dir zu sein. Ich lege alle meine Sorgen, meine GeschĂ€ftigkeit und innere Zerstreutheit hier bei dir ab. Ich brauche deine Gegenwart und bitte dich, mir zu helfen, zu dir zu kommen.

Bitte: Jesus, offenbare mir immer mehr das Herz des Vaters. Ich bitte dich darum, tiefe Freude mit dir teilen zu dĂŒrfen, denn ich glaube daran, dass der Weg mit dir ein Weg der Freude und FĂŒlle ist.

1. Was wirklich zĂ€hlt. Die PharisĂ€er sind in der Bibel als Menschen erfahrbar, die ihren Glauben wirklich ernst nehmen und sich auch um diesen bemĂŒhen und fĂŒr ihn einsetzen wollen. Sie sind sogar bereit, ihren Glauben zu verteidigen. Dennoch weist Jesus wohl keine Menschen mehr zurecht als genau diese. Ihre Herzenshaltung scheint kein nebensĂ€chliches Problem zu sein. Sie wollten alles richtig machen, alles tun, was dem Gesetz entspricht, ja, vielleicht wollten sie sogar die Unterscheidung zwischen Gut und Böse an sich reißen und durch und durch kontrollieren. Aber unser Gott sucht etwas ganz anderes. Er ist kein Gesetzesliebhaber. Er liebt dich und liebt mich und sehnt sich nach unseren Herzen. Er sehnt sich nach Echtheit und einer Beziehung in Freundschaft und Hingabe, die genau daraus entspringt.

2. Gott will mich ganz. Als Erstes spricht Jesus ĂŒber eben genau diese Liebe zu Gott. Liebe ist keine reine Entscheidung, sie ist auch kein reines GefĂŒhl, sie besteht auch nicht nur aus Gedanken. Liebe bedeutet, dass ich einer Person so viel Raum in meinem Inneren gewĂ€hre, dass sie beginnen darf, mein Inneres zu verĂ€ndern und damit auch mein Tun. Wenn ich liebe, prĂ€gt diese Person mein Leben konkret und erfahrbar. Gott sehnt sich nach einer solchen Liebe. Er will in meine Gedanken kommen, in meine Entscheidungen und in meine GefĂŒhle. Egal wie es dort aussieht, genau dort will er hin und alles mit seinem Licht erfĂŒllen.

3. Echte NĂ€chstenliebe. Jesus lehrt uns im ganzen Evangelium, durch seine Worte und Taten, dass es unmöglich ist, unseren Gott zu lieben, wenn wir unsere Mitmenschen nicht lieben. Und Jesus sagt, es ist wichtig, sie zu lieben, wie wir uns selbst lieben. So wie wir vom ersten Moment des Tages bis zum letzten aufmerksam sind, fĂŒr uns zu sorgen, entspricht es ganz der Berufung jedes Einzelnen, seine Mitmenschen mit derselben Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu umgeben und „auf dem Schirm zu haben“. Wenn ich wie Jesus liebe, ist das, was die anderen fĂŒhlen, denken und brauchen, ein Teil von mir, und es bewegt mich. Ich bin geschaffen, um zu lieben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will dir heute ganz konkret meine Gedanken, GefĂŒhle und Entscheidungen ĂŒbergeben. Ich will, dass du dort Zugang haben darfst. Du darfst mich verĂ€ndern. FĂŒhre mich dann auch zu meinen Mitmenschen, da, wo sie mich brauchen.

Vorsatz: Ich will heute eine konkrete Geste der Liebe mit einem Mitmenschen haben.


Wie Gott denkt und fĂŒhlt

22. August 2020

Maria Königin
Gedenktag

Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine JĂŒnger und sagte: Die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnĂŒren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rĂŒhren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren GewĂ€ndern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und PlĂ€tzen lassen sie sich gern grĂŒĂŸen und von den Leuten Rabbi - Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid BrĂŒder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der GrĂ¶ĂŸte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich bin hier, um jetzt ganz bei dir zu sein. Ich lege alle meine Sorgen, meine GeschĂ€ftigkeit und innere Zerstreutheit hier bei dir ab. Ich brauche deine Gegenwart und bitte dich, mir zu helfen, zu dir zu kommen.

Bitte: Jesus, offenbare mir immer mehr das Herz des Vaters. Ich bitte dich darum, tiefe Freude mit dir teilen zu dĂŒrfen, denn ich glaube daran, dass der Weg mit dir ein Weg der Freude und FĂŒlle ist.

1. Ein entlastender Gott. Jesus spricht wenige Male so stark und leidenschaftlich wie in Momenten der Anklage gegen die PharisĂ€er oder besser gesagt gegen ihre verhĂ€rtete Denkkultur. Sie waren als Hirten der GlĂ€ubigen dazu berufen, den Menschen den wahren Gott zu verkĂŒnden. Es muss Jesus zutiefst schmerzen, wenn er sieht, wie die AnfĂŒhrer des Volkes Israel Gott nicht so verkĂŒnden, wie er wirklich ist, und die Menschen ein falsches Gottesbild lehren. Wie schĂ€dlich ist doch das Bild eines Gottes, der Lasten auferlegt, der mein Leben erschwert, der mich bedrĂŒckt und ermĂŒdet. Wie vollkommen falsch! Durch unsere Taufe haben auch wir die Aufgabe, der Welt den wahren Gott zu offenbaren – den liebenden, barmherzigen und allmĂ€chtigen Gott. Welches Gottesbild erfahren die Menschen durch mich? Wie möchte ich heute auf besondere Weise den wahren Gott verkĂŒnden?

2. Paradoxe im Leben eines JĂŒngers. Gott ist so anders als die MentalitĂ€t unserer Welt. Er bricht diese Regeln und Gesetze radikal auf. Es scheint so paradox: Letzter sein und doch gewinnen, sich klein machen und darin wirkliche GrĂ¶ĂŸe erlangen, den anderen Vorrang geben und keinen Nachteil erleiden
 all das ist „Schwachsinn“ in den Augen der Welt. Doch wer sich auf den Weg mit Jesus einlĂ€sst, erfĂ€hrt zweifellos, dass seine Worte wahr sind. Loslösung vom Zwang, der Erste sein zu mĂŒssen, ist eine unglaubliche Befreiung; wer sich aus Liebe hintanstellt, erfĂ€hrt eine Freude und einen Frieden, den die Welt niemals geben kann; andere groß sein lassen macht glĂŒcklich. Es mag sich zunĂ€chst unbehaglich anfĂŒhlen, auf diesem Weg Jesus nachzuahmen, doch das ist es allemal wert. Worin kann ich heute Jesus Ă€hnlicher sein?

3. Was Gott sieht. Jesus hat das ganze Evangelium hindurch einen besonderen Blick fĂŒr das Unscheinbare, Kleine, das DemĂŒtige und Ausgegrenzte. Ja, diese Menschen und Herzenshaltungen ziehen seine Gegenwart an. Das, was die Welt ĂŒbersieht oder verdrĂ€ngt, ist ihm wichtig. Vielleicht sind es im selben Sinne genau unsere schwachen Seiten, das Kranke oder das Unscheinbare in uns, was Gott ganz besonders mit seiner Gegenwart erfĂŒllen möchte. Er möchte erheben, wĂŒrdigen, heilen und aufrichten. Wir sollten es nur zulassen und diese Seiten an uns nicht verstecken.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, verwandle mein Herz, mein Denken und mein FĂŒhlen. Nimm, was dir nicht Ă€hnlich ist, und lehre mich. Ich will die Freiheit des Evangeliums erfahren. Ich will dieses neue Leben in FĂŒlle annehmen. Ich will alle Angst ablegen, die mich davon abhalten könnte, diesen Weg der Verwandlung mit dir zu gehen.

Vorsatz: Ich will mir heute in einem bestimmten Lebensbereich (Arbeit, Schule, Familie, Partnerschaft, Beziehungen
) vornehmen, mehr nach dem Evangelium zu leben und Gott mit meinem Leben zu verkĂŒnden.