Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. Juli 2020 bis Samstag 1. August 2020

Siebzehnte Woche im Jahreskreis

Eric Briemle

Frei werden fĂŒr GottSonntag
Der Baum, der wÀchstMontag
Erwachsen werden im GlaubenDienstag
Jesus zum Freund habenMittwoch
Altes und NeuesDonnerstag
Ohne Glaube wenige WunderFreitag
Keine Angst vor der WahrheitSamstag


Frei werden fĂŒr Gott

26. Juli 2020

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Joachim und Anna, Eltern der Gottesmutter

Eric Briemle

Mt 13,44-52
In jener Zeit sprach Jesus zu den JĂŒngern:Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und ZĂ€hneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden. Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein JĂŒnger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben.

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. In seiner Freude verkaufte er alles. Schon bei der ersten Versuchung im Garten Eden ist die Strategie des Bösen, sich auf das Zu-kurz-kommen, auf Misstrauen und Angst zu fokussieren und die Augen fĂŒr das große Schöne zu verschließen. So kann es uns auch heute gehen. In der Handlungsweise des Kaufmanns möchte Jesus uns zeigen, wie wir stattdessen den Glauben leben sollten. Sein Gleichnis vom Kaufmann steht im Gegensatz zu den Versuchungen im Garten Eden: Er fokussiert sich auf das Kostbare und ist voll Freude, hat keine Angst davor, Dinge von niedrigerem Wert aufzugeben oder zu ignorieren, er ist nicht halbherzig.

2. Ein guter Fisch sein. Gott möchte, dass wir gute Fische sind und deshalb motiviert er uns dazu. Er möchte, dass wir wirklich an Leib und Seele heil werden, nicht einfach nur maximal kompetent oder gut abgesichert sind oder ein anderes falsches Ideal an Zufriedenheit verfolgen, was uns vielleicht unsere Gesellschaft vorgaukelt.

3. Gott lĂ€sst das Schlechte und Böse zu. Im Gleichnis gibt es gute und schlechte Fische. In einer naiven Vorstellung von Gott verhindert Gott alles, was er selbst nicht gut findet. Doch so handeln nicht einmal menschliche Eltern: Ein Kind kann seine Freiheit nur ausleben, hat nur Freiheit, wenn nicht jede kleine Entscheidung direkt mit einer externen Strafe oder mit einem Veto versehen wird. Die Freiheit, die Gott uns geschenkt hat, ist eine echte Freiheit. Unsere Einstellung, „Gott wĂŒrde schon eingreifen, wenn er das nicht gut fĂ€nde“, kann eine Ausrede sein, um selbst keine Verantwortung fĂŒr unser Handeln zu ĂŒbernehmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist die wertvolle Perle in meinem Leben. FĂŒr dich möchte ich alles andere hintanstellen.

Vorsatz: Ich will mich heute bewusst nicht von VerlustĂ€ngsten und Sorgen in Beschlag nehmen lassen, sondern den Blick auf Jesus richten.


Der Baum, der wÀchst

27. Juli 2020

Montag der siebzehnten Woche im Jahreskreis

Eric Briemle

Mt 13,31-35
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker sĂ€te. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es grĂ¶ĂŸer als die anderen GewĂ€chse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzĂ€hlte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsĂ€uert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkĂŒnde, was seit der Schöpfung verborgen war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. Wie ein Baum. In unserer modernen Welt geht vieles laut und schnell vonstatten. Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem Baum. BĂ€ume wachsen langsam und unscheinbar, Tag fĂŒr Tag, und gehören doch am Ende zu den grĂ¶ĂŸten Lebewesen in der Welt. Das Wachstum unserer Seele geschieht auch nicht durch schnelles Umbauen, sondern durch kleine Schritte, die sich, Tag fĂŒr Tag, ĂŒber die Jahre aufsummieren. Jesus selbst verbrachte fast 30 Jahre in Nazaret, um in Weisheit zu wachsen.

2. Wie ein Baum an der Quelle. Ein Baum wĂ€chst nicht bloß aus eigener Spannkraft, sondern wenn er einen Platz an der Sonne hat und an der Quelle liegt. An welcher Quelle sollte meine Seele liegen? An der Quelle der Gnade und des tĂ€glichen Wortes Gottes. Wenn ich nicht genug und regelmĂ€ĂŸig Verbindung dazu habe, wird meine Seele nicht mehr wachsen, sondern trocken werden und zu verkĂŒmmern beginnen.

3. Wachstum fĂŒr andere. Jesus bietet uns als Motivation fĂŒr unser Wachstum die Freude daran an, dass sich dann die Vögel des Himmels bei uns einnisten können. Ein Baum wĂ€chst nicht ausschließlich fĂŒr sich selbst, sondern er ist fĂŒr viele andere im Umfeld Zuflucht und Schattenspender. Gott lĂ€dt uns ein, mitzuwirken, Heil fĂŒr andere zu sein, insbesondere indem wir ihn zu unseren Mitmenschen bringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, Quelle meines Lebens. Bei dir will ich bleiben.

Vorsatz: Ich will mir heute die Zeit nehmen, um wĂ€hrend des Tages noch einmal die Bibel aufzuschlagen oder Jesus in der Eucharistie besuchen, um an der Quelle aufzutanken.


Erwachsen werden im Glauben

28. Juli 2020

Dienstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis

Eric Briemle

Mt 13,36-43
In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine JĂŒnger kamen zu ihm und sagten: ErklĂ€re uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sĂ€t, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesĂ€t hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verfĂŒhrt und Gottes Gesetz ĂŒbertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. Der Menschensohn ist der SĂ€mann. Im Samen steckt das volle Potential eines Baumes. Viele Bibelstellen dieser Woche enthalten diesen oder Ă€hnliche Vergleiche. Gott legt das Potential fĂŒr Großes und viel Gutes in uns an.

2. Unsere Seele ist der gute Samen. Jesus legt in uns alles Gute an, es muss sich aber noch entfalten. Somit ist das Glaubensleben nicht ein Stehenbleiben unserer Seele oder ein nostalgisches ZurĂŒckkehren zu kindlicher Unschuld und LeichtglĂ€ubigkeit (obwohl Jesus manch kindliche Tugend empfiehlt), oder einem jugendlichen, auf Emotionen basierendem Glauben, sondern ein Wachsen und Er-wachsen-werden unserer Seele, die Gott immer besser verstanden und kennen gelernt hat, Verantwortung ĂŒbernimmt und in dieser Welt sein Zeuge ist.

3. Der Same wĂ€chst heran. Viele Jahre und viel Nahrung sind notwendig, damit unsere Seele wie eine Pflanze heranwĂ€chst; StĂŒrme mĂŒssen ĂŒberstanden werden, Wunden wieder heilen. Doch das Wachstum lohnt sich: Wir dĂŒrfen Gott immer besser kennen lernen, immer nĂ€her an sein Herz heranwachsen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, sei du nicht nur der SĂ€mann, sondern auch der GĂ€rtner in meinem Leben, der fĂŒr mich sorgt und meiner Seele hilft, im Glauben heranzuwachsen.

Vorsatz: Ich will ĂŒberlegen, wo ich mich vor dem geistlichen Erwachsenwerden drĂŒcke (mangelndes Zeugnis, zu gefĂŒhlsbetonter Glaube ohne Tiefe, 
)


Jesus zum Freund haben

29. Juli 2020

Hl. Marta von Betanien
Gedenktag

Eric Briemle

Joh 11,19-27
In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. â€žHerr, wĂ€rst du hier gewesen.“ Marta hat eine tiefe Sehnsucht nach Jesus. Ihre Familie scheint viele Freunde zu haben. Aber sie weiß, dass einer dieser Freunde einen sehr großen Unterschied macht. Sie weiß, welchen Unterschied die Anwesenheit Jesu in ihrem Haus macht. Habe ich das schon erfahren? Habe ich diese Sehnsucht nach Jesu Gegenwart in meinem Leben?

2. â€žGlaubst du das?“ Die Bibel und insbesondere das Neue Testament betonen oft, wie essentiell der Glaube ist. Glaube ist hier nicht ein „das könnte sein“. Glaube an Gott ist ein gerechtfertigter Vertrauensschritt auf ihn zu, ein Akzeptieren der Wahrheit; einer Wahrheit, die nicht nur irgendeine wissenschaftliche These, sondern die befreiende Wahrheit ist, dass Gott mein Schöpfer ist, der mich und alles in den HĂ€nden hĂ€lt und in Jesus zu mir kommt, wie damals zu Marta und Maria.

3. â€žJeder, der an mich glaubt, wird leben.“ Gibt es eine hoffnungsvollere Botschaft als diese? Wir sind mit vielen Versprechungen in dieser Welt konfrontiert: „Mit diesem Produkt geht es dir besser“, „Wenn du das machst, bleibst du gesĂŒnder“ oder „ Mit dieser Einstellung fĂŒhlst du dich wohler“. Aber keine kann nur annĂ€hernd mit dem Versprechen Jesu mithalten: „Jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wenn du nicht in meinem Herzen zu Besuch bist, herrscht Leere und Sinnlosigkeit. Bitte komm bei mir zu Besuch. Bitte stĂ€rke meinen Glauben, damit ich mit dir ewig leben kann.

Vorsatz: Ich will heute dreimal mit Martas Einstellung Jesus bewusst in mein Herz einladen.


Altes und Neues

30. Juli 2020

Donnerstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Chrysologus, Bischof, Kirchenlehrer

Eric Briemle

Mt 13,47-52
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein JĂŒnger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. Altes und Neues hervorholen. Ist alt besser oder neu? Diese herausfordernde Frage war nicht nur zu Jesu Zeiten aktuell, sondern fĂŒhrt auch heute inner- und außerhalb der Kirche zu Konflikten. Und Jesus selbst erklĂ€rt nicht nur in dieser Bibelstelle, dass beides seine Daseinsberechtigung hat: Er kommt, um den alten Bund zu erfĂŒllen, und macht alles neu; er kehrt zurĂŒck zum Kern der altbekannten Gebote und macht sie gerade dadurch noch einmal neu. Er ist selbst der feste Anker in der Zeit und sendet doch auch das erneuernde Feuer des Schöpfergeistes.

2. Neues hervorholen. Gott schafft „Fische aller Art“, Jesus ruft verschiedene JĂŒnger mit unterschiedlichen Charakteren in seine Nachfolge, deren Talente sich gegenseitig ergĂ€nzen. Gott hat uns unterschiedlich geschaffen und schafft immer wieder Neues. Oft kann es uns passieren, dass, wenn wir mit Anderem und Neuem konfrontiert sind, wir mit Abneigung reagieren, weil es ungemĂŒtlich sein kann; so wie es z.B. den PharisĂ€ern geht, die zwar gerecht zu leben versuchen, aber es nicht als Bereicherung empfinden, wenn Jesus sie mit neuen Gedanken konfrontiert.

3. Altes hervorholen. Gott ist bestĂ€ndig. Oft kann es auch komfortabler sein, Dinge neu zu beginnen, als Vorhandenes weiterzufĂŒhren: Das Neue und die Abwechslung haben ihren Reiz und sind spannend. Man muss sich nicht die MĂŒhe geben, etwas bereits Vorhandenes zu verstehen und kann stattdessen seine eigenen neuen Gedanken und Ideen in den Mittelpunkt stellen. Es braucht Demut, etwas Vorhandenes zu ĂŒbernehmen und zu akzeptieren. Gott aber ist der ewig Treue, Zeitlose, der sogar auf Erden als Mensch einen Großteil seiner Zeit mit der unscheinbaren Verrichtung seiner tĂ€glichen Aufgaben verbracht hat

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du machst alles neu und bist doch bestĂ€ndig. Ich möchte mit dir mitgehen und ruhen, wo du ruhst, und neu schaffen, wo der Heilige Geist durch mich schaffen möchte.

Vorsatz: Ich will ĂŒberlegen, wo ich vielleicht zu viel Neues machen möchte, wo Gott mich zur BestĂ€ndigkeit einlĂ€dt oder wo ich zu viel Routine habe und Gott mich einlĂ€dt, etwas neu und anders zu machen.


Ohne Glaube wenige Wunder

31. Juli 2020

Freitag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Ignatius von Loyola, Priester, OrdensgrĂŒnder (SJ)

Eric Briemle

Mt 13, 54-58
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine BrĂŒder? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. Weisheit und Kraft. Die Menschen fragen: „Woher nimmt er diese Weisheit und Kraft“. Diese Tugenden tauchen öfter gemeinsam auf, um Jesus zu beschreiben, und sie sind zwei der sieben Gaben des Heiligen Geistes. Sind diese auch fĂŒr mich ein Ideal? Suche ich die Weisheit? Suche ich Kraft?

2. Der Heilige Geist schenkt Weisheit und Kraft. Wo findet man Weisheit und Kraft? Die Kirche listet sie unter den Gaben des Heiligen Geistes. Es sind also nicht Dinge, die sich einfach anlesen oder antrainieren lassen, sondern durch den Heiligen Geist wie an Pfingsten zu uns kommen, nachdem die JĂŒnger neun Tage lang in gemeinsamem Gebet verharrt hatten.

3. Wegen ihres Unglaubens tat er wenige Wunder. Wunder werden in der Bibel oft an den Glauben geknĂŒpft. Diese Bibelstelle geht sogar so weit zu sagen, dass Gott in Nazaret wegen mangelnden Glaubens wenige Wunder tut. Warum „benötigt“ Gott den Glauben, damit er Wunder tut? Vielleicht kann Glaube als ein Schritt des Menschen gesehen werden, der Beziehung schafft, der Gott bejaht, sein Vertrauen in ihn vom Menschen aus bestĂ€tigt und die Augen auf Gott richten lĂ€sst. Erst dann wird das Wunder, das Gott wirkt, nicht mehr als unpersönliches, wissenschaftliches PhĂ€nomen, sondern als Gottes Schritt (auf den Menschen zu) und als Antwort innerhalb dieser Beziehung wahrgenommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube, dass du der AllmĂ€chtige bist. Du sendest den Heiligen Geist, der Weisheit und Kraft spendet. Lehre mich, offen wie du fĂŒr den Geist zu sein.

Vorsatz: Ich will heute 3 x wĂ€hrend des Tages Gott um den Heiligen Geist bitten, um Weisheit, StĂ€rke und Glauben.


Keine Angst vor der Wahrheit

1. August 2020

Samstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Alfons Maria von Liguori, OrdensgrĂŒnder (Redemptoristen), Bischof, Kirchenlehrer

Eric Briemle

Mt 14,1-12
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzĂ€hlte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der TĂ€ufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche KrĂ€fte in ihm. Herodes hatte nĂ€mlich Johannes festnehmen und in Ketten ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fĂŒrchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes fĂŒr einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den GĂ€sten. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wĂŒnschte. Da sagte sie auf DrĂ€ngen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen GĂ€sten -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im GefĂ€ngnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem MĂ€dchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die JĂŒnger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich weihe dir heute von neuem mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, nur dazu diene, dein Heiligstes Herz zu ehren und zu lieben .

Bitte: Herr, Quelle meines Lebens, ziehe mich immer mehr zu dir.

1. Johannes sagt die Wahrheit. Johannes hat den Mut, einem MĂ€chtigen zu sagen, was er fĂŒr richtig hĂ€lt. Er weiß, dass er deswegen – nicht wie wir – vielleicht nur um seinen Ruf, sondern auch um sein Leben fĂŒrchten muss.

2. Die gute Wahrheit verkĂŒndigen. Spreche ich im Alltag die Wahrheit? Hier geht es vielleicht auch nicht nur darum, unangenehme Wahrheiten zu verkĂŒnden, wie „Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, was du da machst“, sondern auch die angenehmen, die ebenfalls gute und befreiende Wahrheiten sind: „Gott liebt dich ĂŒber alles. Er ist treu. Er hat einen Plan mit dir und deiner Familie“.

3. Er fĂŒrchtete sich vor dem Volk. Herodes, auf den ersten Blick sehr mĂ€chtig, ist scheinbar doch sehr eingeschrĂ€nkt in seiner Macht. Auch heutzutage wird uns vorgegaukelt, dass einige Wenige viel Macht besitzen, was uns auch oft als Ausrede entgegenkommt, da dann die MĂ€chtigen und nicht wir die Verantwortung fĂŒr die Dinge tragen. TatsĂ€chlich haben wir viel mehr Freiheit und Macht, als wir oft realisieren: Gott hat uns ein freies Herz gegeben, das lieben kann. Er hat uns HĂ€nde gegeben, um vielerorts einen grĂ¶ĂŸeren Unterschied zu machen, als es irgendein Staatsoberhaupt oder Konzernchef tun kann: in unserer Familie und unserem Umfeld.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist selbst die Wahrheit, die mich befreit. Ich weiß, dass du mich und meine Mitmenschen mehr liebst und besser kennst als wir uns selbst. Deswegen habe ich keine Angst vor der Wahrheit.

Vorsatz: Ich will jemandem erzĂ€hlen, wie gut Gott ist.