Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Juli 2020 bis Samstag 25. Juli 2020

Sechzehnte Woche im Jahreskreis

Gerhard Reimer, Mathias Reimer

Gott zÀhlt auf unsSonntag
Das Wagnis des GlaubensMontag
Jesus hat Zeit fĂŒr ein GesprĂ€ch mit mirDienstag
Zeugen der AuferstehungMittwoch
Gelebte JĂŒngerschaftDonnerstag
Das lebendige Wort in meinem LebenFreitag
Der rĂŒhmenswerte DienstSamstag


Gott zÀhlt auf uns

19. Juli 2020

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

Gerhard Reimer

Mt 13,24-43
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker sĂ€te. WĂ€hrend nun die Leute schliefen, kam sein Feind, sĂ€te Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesĂ€t? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in BĂŒndeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzĂ€hlte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker sĂ€te. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es grĂ¶ĂŸer als die anderen GewĂ€chse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzĂ€hlte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsĂ€uert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkĂŒnde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine JĂŒnger kamen zu ihm und sagten: ErklĂ€re uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sĂ€t, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesĂ€t hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt wird und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verfĂŒhrt und Gottes Gesetz ĂŒbertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, Du sendest Regen und Sonnenschein fĂŒr die guten FrĂŒchte, aber auch fĂŒr das Unkraut. Hilf mir, dass ich genĂŒgend Kraft und Ausdauer habe, mich auch in einem schwierigen Umfeld gut zu entwickeln, und so zu einer guten Ernte beitrage.

Bitte: Herr, lass dein Wort in mir fruchtbar werden.

1. Gott glaubt an uns! Sogar ein Biobauer wĂŒrde versuchen, das Unkraut auf seinen Feldern in Schach zu halten. Nicht so Gott. Obwohl ihm sein Feind, der Teufel, ĂŒbel mitgespielt hat, lĂ€sst er beides bis zur Ernte wachsen. Gott vertraut darauf, dass sich der gute Weizen auch im widrigen Umfeld durchsetzen und gute Ernte liefern wird. Ist es nicht phantastisch, dass Gott an uns glaubt?

2. Aus kleinen AnfĂ€ngen kann ganz Großes werden. Vor einigen Jahren gab es in unserer Pfarrei eine kleine, eher unscheinbare Jugendgruppe. Unter der Leitung des damaligen Diakons wurde eine sehr authentisch christliche Jugendarbeit geleistet. Der letzte Priester, der aus unserer Pfarrei hervorging, war Mitglied dieser Jugendgruppe. Die Jugendgruppe hieß „Senfkorn“.

3. â€Š eine permanente Wirkung. In Zeiten der Coronakrise stellt sich die Kirche die selbstkritische Frage, wie weit es mit ihrer gesellschaftlichen Relevanz noch her ist. So wie Sauerteig notwendig ist fĂŒr ein saftiges und aromatisches Brot, ist die Kirche auch notwendig fĂŒr eine lebens- und liebenswerte Gesellschaft. Genauso wie die Pflege von Sauerteig eine nie enden wollende Aufgabe ist, bleibt auch die Aufgabe der Kirche unaufhörlich bestehen. Jeder Christ muss sich dieser Aufgabe stellen. Sauerteig muss nicht sichtbar sein, Sauerteig muss wirken.

GesprĂ€ch mit Christus: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht Ă€ndern kann. Gib mir den Mut, Dinge zu Ă€ndern, die ich Ă€ndern kann. Gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Vorsatz: Diese Woche möchte ich versuchen, meine eigenen GebetsvorsĂ€tze treu zu erfĂŒllen.


Das Wagnis des Glaubens

20. Juli 2020

Montag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Margareta von Antiochia, Jungfrau und MĂ€rtyrin

Mathias Reimer

Mt 12,38-42
In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und PharisĂ€er zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei NĂ€chte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei NĂ€chte im Innern der Erde sein. Die MĂ€nner von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. Die Königin des SĂŒdens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte den Glauben an deine Gegenwart hier und jetzt erneuern. Ich glaube daran, dass es dich gibt. Ich glaube daran, dass du mich liebst und dich fĂŒr mich interessierst. Ich glaube daran, dass du allmĂ€chtig bist und auch in meinem Leben wirken kannst.

Bitte: Herr, erfĂŒlle mich mit dem Licht, der Freude und der Gewissheit des Glaubens.

1. Ein Vertrauensvorschuss, der die Augen öffnet. Jesus macht den Gelehrten seiner Zeit einen Vorwurf, er nennt sie böse und treulos und spricht von ihrer Verurteilung. Mit ihrer kritisch rationalistischen Haltung wollen sie gar nicht davon ĂŒberzeugt werden, dass Jesus Gott ist. Vielmehr sehen sie sich in ihrer ablehnenden Haltung gegenĂŒber ihm bestĂ€tigt, solange er sie nicht vom Gegenteil ĂŒberzeugt. Was in der empirischen Wissenschaft ganz vernĂŒnftig scheint, ist in einer Beziehung, wie auch der Glaube sie ist – eine Beziehung zu dem sich mir offenbarenden Gott, völlig fehl am Platz. Glauben ist sicherlich nicht unvernĂŒnftig, aber es braucht Offenheit und einen Vertrauensvorschuss, um auf die persönliche Einladung Gottes zu antworten.

2. Gottes Zeichen. Jesus sagt nicht, dass den Menschen gar kein Zeichen gegeben wird. Ganz im Gegenteil! Er weist auf das grĂ¶ĂŸte und authentischste Zeichen hin, das man sich nur vorstellen kann: einen Gott, der die Menschen so sehr liebt, dass er sich fĂŒr sie hingibt, und der so mĂ€chtig ist, dass er sogar den Tod besiegt. Interessanterweise erkannten die Gelehrten nicht einmal das Zeichen, als es so weit war. Erkenne ich Gottes Gegenwart und seine Zeichen in meinem Leben? Vertraue ich auf seine bedingungslose Liebe und Macht?

3. Gott kann auch mit unvollkommenen Menschen arbeiten. Jesus bringt zwei Vergleiche mit dem Alten Testament, von zwei Menschen, in deren Leben Gott gewirkt hat und aufgrund derer sich andere Menschen bekehrt haben. Die Beispiele, die Jesus heranzieht, waren weit davon entfernt, perfekt zu sein. Jona hatte Angst und hat sich vor seiner Mission gedrĂŒckt. Salomo war sicherlich sehr weise, aber auch, gelinde gesagt, sehr unbeherrscht. Dennoch waren beide Werkzeuge Gottes und haben andere Menschen zu Gott gefĂŒhrt. Auch wir können das tun, obwohl wir in unserem (Glaubens-)Leben bei weitem nicht in allem perfekt sind. „Schau nicht auf unsere SĂŒnden, sondern auf den Glauben deiner Kirche!“

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich glaube. Herr, ich möchte glauben. Hilf meinem Unglauben!

Vorsatz: Heute werde ich das Glaubensbekenntnis beten und bewusst jeden Glaubenssatz bejahen.


Jesus hat Zeit fĂŒr ein GesprĂ€ch mit mir

21. Juli 2020

Dienstag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Laurentius von Brindisi, Ordenspriester (OFMCap), Kirchenlehrer

Gerhard Reimer

Mt 12,46-50
In jener Zeit, als Jesus mit den Leuten redete, standen seine Mutter und seine BrĂŒder vor dem Haus und wollten mit ihm sprechen. Da sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂŒder stehen draußen und wollen mit dir sprechen. Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂŒder? Und er streckte die Hand ĂŒber seine JĂŒnger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater unser im Himmel, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden und auch in mir.

Bitte: Schenke mir Zeit und Ruhe, um ein gutes GesprĂ€ch mit Dir zu fĂŒhren.

1. Wer sind meine BrĂŒder und Schwestern? Jesus stellt eine rhetorische Frage und beantwortet sie selbst. Er zeigt dabei auf seine JĂŒnger. WĂŒrde er auch auf mich zeigen?

2. Der Wille Gottes. In der Bibel finden wir leider kein Kapitel, das ĂŒberschrieben ist mit dem Titel „Der Wille Gottes“. Der Katechismus beschreibt den Willen Gottes in den Randziffern 2822 bis 2827 und verweist dabei auch auf etliche Bibelstellen. Es ist nicht so ganz einfach den Willen Gottes zu beschreiben, und es ist wohl meine ureigenste Aufgabe, den Willen Gottes fĂŒr mein Leben ganz individuell zu erkunden und mit Ihm zu besprechen.

3. Zur geistlichen Familie dazugehören. Wer den Willen meines himmlischen Vaters erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter. Diese Einladung Jesu ist sehr offen. Man muss dafĂŒr nicht Jude sein – ja, dazu muss man nicht einmal unbedingt Christ sein. Das mag provokant klingen, aber kennen Sie nicht auch Menschen, die Sie nie in der Kirche sehen, von denen man aber trotzdem sagen kann, dass sie ein bemerkenswert gutes Leben fĂŒhren und sich fĂŒr andere und fĂŒr die Gemeinschaft lobenswert einsetzen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, öffne mir den Blick fĂŒr meine BrĂŒder und Schwestern, und lass mich dankbar sein und Freude haben an unserer großen Familie.

Vorsatz: Ich nehme mir 10 Minuten Zeit, um mir klar zu werden, was der Wille Gottes fĂŒr mein Leben ist.


Zeugen der Auferstehung

22. Juli 2020

Hl. Maria Magdalena
Fest

Mathias Reimer

Joh 20,1-2.11-18
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frĂŒhmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem JĂŒnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. WĂ€hrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen GewĂ€ndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die FĂŒĂŸe des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der GĂ€rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf HebrĂ€isch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen BrĂŒdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den JĂŒngern und verkĂŒndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist der Auferstandene, der mich mit Namen kennt und mit Macht in meinem Leben wirken möchte. Ich glaube an deine lebendige Gegenwart. Ich setze meine Hoffnung auf dich. Ich möchte dir begegnen.

Bitte: Jesus, schenke mir eine tiefere Erfahrung deiner persönlichen und gewaltigen Liebe fĂŒr mich!

1. Verlangen nach Gott. Gerne ĂŒberliest man die ersten Zeilen und verweilt bei den beiden JĂŒngern, den Engeln oder den Worten Jesu. Doch wie viel sagt der erste Satz ĂŒber das Verlangen und die Liebe Maria Magdalenas aus! Nach den ereignisreichen Tagen der Passion ist sie die Erste, die sich frĂŒhmorgens aufmacht, das Grab aufsucht, den Leichnam pflegen will. Wie sieht mein Verlangen nach Gott aus? Mache ich mich frĂŒhmorgens auf aus dem Bett, um den Tag mit ihm zu starten? Gibt es im Laufe meines Tages QualitĂ€tszeit fĂŒr und mit Gott?

2. Warum hat sie ihn nicht erkannt? Trotz der gemeinsamen Zeit und der innigen Freundschaft, die beide verband, erkannte Maria Magdalena Jesus nicht. Das mag zum einen daran liegen, das Jesu auferstandener Körper sicherlich eine andere Ausstrahlung hat. Zum anderen ist Maria Magdalena mit Traurigkeit beschlagen. Wie oft versinken wir in unseren Alltagsnöten? Unserem Selbstmitleid? Unseren Ängsten? Jesus nimmt uns ernst. „Warum weinst du?“ Wir dĂŒrfen mit unseren Sorgen zu ihm kommen. Das ist kein psychologischer Trick. Der Auferstandene ist eine Person, ein GegenĂŒber, das uns tatsĂ€chlich ernst nimmt, liebt und uns helfen kann.

3. Seine PlĂ€ne ĂŒber unseren PlĂ€nen. Selbst nachdem Maria Magdalena die Engel gesehen und sogar mit ihnen gesprochen hat, will sie einfach nur den Leichnam ihres Herrn zurĂŒck ins Grab bringen. Stattdessen nennt sie Jesus bei ihrem Namen und gibt sich ihr zu erkennen. So wird sie zur ersten Augenzeugin der Auferstehung, und zum Apostel der Apostel. Sie wird von Jesus zu den JĂŒngern gesandt, um ihnen die Nachricht der Auferstehung zu ĂŒberbringen. Viel GrĂ¶ĂŸeres, als sie sich jemals hĂ€tte ertrĂ€umen können, hatte Jesus mit Maria Magdalena an diesem frĂŒhen Morgen vor. Die Begegnung mit dem Auferstandenen verĂ€ndert uns und unser Leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du rufst auch mich heute bei meinem Namen. Du willst dich mir offenbaren. Du hast Großes in meinem Leben vor. Ich möchte dich erkennen, an dich glauben und dein JĂŒnger sein.

Vorsatz: Heute nehme ich mir 10 Minuten wĂ€hrend des Tages Zeit, um in die Stille und ins Gebet zu gehen. Oder/und ich werde heute mit jemandem ĂŒber Jesus sprechen.


Gelebte JĂŒngerschaft

23. Juli 2020

Hl. Birgitta von Schweden
Fest

Mathias Reimer

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JĂŒnger werdet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass ich in dir das Leben habe. Ich möchte jetzt bei dir sein und in dir bleiben. Ich möchte ein JĂŒnger sein, der in dir lebt und Frucht bringt.

Bitte: Herr, binde mich immer mehr an dich, damit ich in dir bleibe und Frucht bringe.

1. Geschenk und Auftrag. Diese Bibelstelle sowie unser ganzes christliches Leben ist durchzogen von diesen beiden Dynamiken. Auf der einen Seite sind wir beschenkt: Wir sind schon rein durch das Wort, das Jesus selber ist. Durch ihn empfangen wir Gottes Leben, Gnade und Vergebung. Auf der anderen Seite erhalten wir einen Auftrag und werden in die Verantwortung genommen: Es liegt an uns, in ihm zu bleiben. Von unserer Entscheidung hĂ€ngt es ab, ob Gott in unserem Leben Frucht bringen kann oder ob er uns abschneiden muss. Sich der GrĂ¶ĂŸe des Geschenks eines Lebens in Gott bewusster zu werden, kann uns auch helfen, die GrĂ¶ĂŸe des Auftrags mutiger anzunehmen.

2. JĂŒnger werden. Jesus strebt danach, in allem den Vater zu verherrlichen. Auch wir können und dĂŒrfen den Vater verherrlichen, indem wir Jesu JĂŒnger werden. In Jesus bleiben und Frucht bringen, das sind die beiden integralen Bausteine der gelebten JĂŒngerschaft, die Jesus uns hier vorschlĂ€gt. Vita contemplativa und vita activa. Wie lebe ich diese zwei Komponenten? Werde ich, bin ich ein JĂŒnger Jesu? Bleibe ich in ihm? Stelle ich mich unter seinen liebenden Blick? Wo gibt es FrĂŒchte in meinem Leben, die ich dankbar anerkennen darf? Wo gibt es eventuell Verbesserungspotenzial?

3. Ein Wunschkonzert. â€žBittet um alles, was ihr wollt
“ Spontan wĂŒrden einem jeden von uns tausend Dinge einfallen, die er gerne hĂ€tte. Die Bedingung vor dieser Zusage schließt mit ein, dass wir in Jesus bleiben. Dass wir seine WĂŒnsche verinnerlichen. Dass wir mit seinen Worten beten und bitten. Wer sich in die JĂŒngerschaft Jesu begibt, wird somit dem Herrn nicht nur immer Ă€hnlicher, sondern er wird auch glĂŒcklicher. Denn wir erhalten von unserem himmlischen Vater tatsĂ€chlich alles, was wir zu unserem GlĂŒck brauchen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, lass diese Zeit mit dir Frucht in meinem Herzen und in meinem Leben bringen. Lass mich dein JĂŒnger sein.

Vorsatz: Heute möchte ich ein bewusstes Vater Unser beten. Es sind Jesu Worte, die uns helfen, unser Verlangen auf Gott auszurichten, uns von ihm beschenken zu lassen und unseren Auftrag als Christen anzunehmen.


Das lebendige Wort in meinem Leben

24. Juli 2020

Freitag der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Christophorus, MĂ€rtyrer

Mathias Reimer

Mt 13,18-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Hört, was das Gleichnis vom SĂ€mann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesĂ€t wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbestĂ€ndig ist; sobald er um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trĂŒgerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesĂ€t, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist das Wort des Vaters, das er zu uns Menschen spricht, um uns zu erlösen, sein Leben zu schenken und uns mit Liebe zu erfĂŒllen. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich.

Bitte: Herr, schenke mir ein offenes Herz und einen klaren Verstand, um dein Wort in mir aufzunehmen.

1. Bilanz ziehen. Wir dĂŒrfen uns zu dem engen Kreis der JĂŒnger zĂ€hlen und den ErlĂ€uterungen Jesu zuhören. Gemeinsam mit ihm und mit seinem liebenden Blick können wir auch darauf schauen, wo wir gerade in unserem Leben stehen. Sicherlich durchlĂ€uft man die Stufen, die hier aufgezeigt werden, nicht einfach linear. Es gibt Fortschritte und RĂŒckschritte. Jedoch, welche Grundtendenz gibt es in meinem Leben: eher immer mehr zu Gott hin oder von ihm weg? Wo stehe ich gerade? Nehme ich mir ĂŒberhaupt die Zeit, um das Wort Gottes zu lesen?

2. Konkrete Schritte gehen. Egal auf welcher Stufe man sich gerade am ehesten sieht, kann man aus den AusfĂŒhrungen Jesu konkrete Tipps mitnehmen. Gleicht meine Seele dem Weg, sollte ich versuchen, den Glauben und das Wort Gottes besser zu verstehen, um meinen Verstand gegen Zweifel zu stĂ€rken. Dabei können Bibelkreise, GesprĂ€che mit Geistlichen oder Freunden, Podcasts, BĂŒcher helfen. Wenn mein Herz dem felsigen Boden gleicht und unbestĂ€ndig ist, dann könnte es mir helfen, feste Zeiten des Gebets in meinen Alltag einzubauen. Mit verlĂ€sslicher Treue werde ich diese Routinen durchziehen. Wenn ich vor lauter Dornen (Beruf, Erfolg, Nachrichten, Meinung anderer, etc.) das Herz und den Blick gar nicht mehr frei fĂŒr Gott bekomme, dann darf ich mich im Vertrauen ĂŒben und jeden Morgen und Abend ganz bewusst all meine Sorgen Gott ĂŒbergeben.

3. Guter Boden. Das Wort Gottes ist lebendig und kraftvoll. Gott fĂŒhrt mich und wirkt in mir. Deswegen darf ich auch voller Freude und Dankbarkeit all das Gute in meinem Leben erkennen und anerkennen. Oft fĂ€llt mir vielleicht gerade das schwer. Doch Gott will mich nicht kleinhalten. Er ist ein Gott des Lebens, der FĂŒlle, des Überflusses. Konkret hilft es vielleicht auch jetzt und am Ende eines jeden Tages, Gott fĂŒr drei Dinge zu danken.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mich durch und durch. Du weißt, wo ich stehe und was ich brauche. Sprich zu mir dein lebendiges Wort, und lass mich ein guter, fruchtbarer Boden sein.

Vorsatz: Heute ĂŒberlege ich mir konkrete Schritte fĂŒr meinen Alltag, um dem Wort Gottes mehr Raum zu geben.


Der rĂŒhmenswerte Dienst

25. Juli 2020

Hl. Jakobus der Ältere, Apostel
Fest

Mathias Reimer

Mt 20,20-28
In jener Zeit kam die Frau des ZebedĂ€us mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dĂŒrfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, fĂŒr die mein Vater diese PlĂ€tze bestimmt hat. Als die zehn anderen JĂŒnger das hörten, wurden sie sehr Ă€rgerlich ĂŒber die beiden BrĂŒder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrĂŒcken und die MĂ€chtigen ihre Macht ĂŒber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass ich jetzt mit allem, was ich bin und mich bewegt, zu dir kommen darf. Du hast ein offenes Ohr, und du sprichst Worte der Wahrheit. Ich hoffe auf deinen liebenden Blick und dein heilendes Wort.

Bitte: Herr, schau auf mein Herz, und festige es in deiner Hingabe!

1. Meine wohlverdiente Belohnung? Wie oft geht es uns wie der Frau und den Söhnen des ZebedĂ€us! Wir engagieren uns, wir versuchen die Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen zu pflegen. Doch ab einem gewissen Punkt nagen vielleicht die Erschöpfung, der Frust, die Routine an uns. Und wir fragen uns: WofĂŒr mache ich das Ganze eigentlich? Interessanterweise weist Jesus das Ansinnen der Frau nicht völlig von der Hand. „Was willst du?“ Er weiß, wie schwer es uns manchmal fĂ€llt, das Richtige zu tun. Wir dĂŒrfen mit unseren Sorgen und Problemen zu ihm kommen. Gleichzeitig ist seine einzige Zusage an uns, dass es in seiner Nachfolge um den hingebungsvollen und selbstlosen Dienst geht: darum, seinen Kelch zu trinken.

2. Jesus selbst gibt das Beispiel. Sein ganzes Leben ist ein Dienst am Vater und an den Menschen. Er speist die Hungrigen, er heilt die Kranken, er wĂ€scht den JĂŒngern die FĂŒĂŸe. Sogar sein Leben gibt er fĂŒr uns hin. Im Garten Getsemani betet Jesus: „Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ In beiden Bibelstellen wird deutlich, wie sehr Jesus dem Vater vertraut, alles aus seiner Hand annimmt und auch die endgĂŒltige „Belohnung“ ihm ĂŒberlĂ€sst. Somit gibt uns Jesus in zweifacher Hinsicht ein Beispiel: Zum einen ist er fest verwurzelt im Vertrauen auf den Vater; zum anderen schöpft er aus diesem Vertrauen Kraft, um sich selbstlos hinzugeben.

3. Die Macht des Dienstes. Den Worten Jesu kann man eine weitere Lektion entnehmen. Macht ist an sich nichts Schlechtes. Schlecht wird sie erst, wenn man sie falsch nutzt, indem man andere unterdrĂŒckt und ausnutzt. Mit „dienen“ und „Sklave sein“ meint Jesus also nicht, dass wir möglichst klein, unscheinbar und ungefĂ€hrlich sein sollten. Es geht um eine innere Haltung, mit der man die Talente, die man erhalten hat, nutzt und entfaltet, um anderen zu helfen. Wenn wir diese Einstellung des Dienstes gefestigt haben, können wir auch Verantwortung ĂŒbernehmen und zum „Lösegeld fĂŒr viele“ werden. Denn ein hingebungsvolles und in Gott verankertes Herz verĂ€ndert die Mitmenschen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich in die Freundschaft mit dir gerufen hast. Hilf mir, im Vertrauen auf den himmlischen Vater und in der Hingabe an meine Mitmenschen zu wachsen.

Vorsatz: Heute möchte ich im Haushalt oder im Kontakt mit meinen Mitmenschen eine selbstlose Tat des Dienstes vollbringen.