Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. Juli 2020 bis Samstag 18. Juli 2020

FĂĽnfzehnte Woche im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Tief grabenSonntag
Der LohnMontag
BekehrungDienstag
Wer ist Gott?Mittwoch
Jesus trägt michDonnerstag
Wo ist mein Herz?Freitag
Heilung, Heiliger Geist und FreiheitSamstag


Tief graben

12. Juli 2020

FĂĽnfzehnter Sonntag im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,1-23
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre! Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen und danach zu handeln zu können.

1. Gleichnisse. Jesus spricht gerne in Gleichnissen. Das zeigt sich schon in der Anzahl der Gleichnisse, die im Evangelium zu finden sind: ungefähr 40 sind uns ĂĽberliefert. – Kein Wunder, dass sich die JĂĽnger gefragt haben, warum er so zu der Menge spricht. Seine Antwort ist nicht gerade einfach zu verstehen: „... Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Ăśberfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat.“ Vielleicht kann es so verstanden werden: Durch die Taufe hat Gott uns alles gegeben, um teilzuhaben am göttlichen Leben. Der Katechismus nennt die Taufe das „Eingangstor zum Leben im Geiste“ (KKK 1213). Je mehr wir uns den Glauben zu eigen machen, desto mehr beschenkt uns Gott. Es ist ein Leben in FĂĽlle (vgl. Joh 10,10). VerschlieĂźe ich aber Gott in Freiheit mein Herz, kann ich seine Lehre nicht verstehen, und es wird mir so auch das genommen, was ich umsonst empfangen habe, nämlich Glaube, Hoffnung und die Liebe. Diese göttlichen Tugenden habe ich in der Taufe empfangen. „Sie werden von Gott in die Seele der Gläubigen eingegossen, um sie fähig zu machen, als seine Kinder zu handeln und das ewige Leben zu verdienen.“ (KKK 1813)

2. Durch das Herz. â€žDenn das Herz dieses Volkes ist hart geworden (…)“ – Das ist vielleicht ein weiterer Grund, weswegen Jesus in Gleichnissen spricht. Auch wenn wir durch die Taufe im Geiste neugeboren sind, mĂĽssen wir uns in diesem Leben auf die Gegenwart des Geistes einstimmen und Gott zu unserem Herzen sprechen lassen. Denn das ist Gottes Wille: „Ich gebe euch ein neues Herz, und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Ez 36,26) Hier ist von einem Herzen die Rede, in dem Christus herrscht. Es kann aber auchanders geschehen: „Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; (…).“

3. Fruchtbare Erde. â€žAuf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreiĂźigfach.“ – Wie bereitet man einen guten Boden vor? Wer einmal in der Landwirtschaft oder auch im eigenen Garten gearbeitet hat, kann ein Lied davon singen, welche Arbeit es mit sich bringt, einen Boden zu bewirtschaften und fruchtbar zu machen. Es muss umgegraben werden, Felsbrocken mĂĽssen entfernt und der Boden eventuell gedĂĽngt und bewässert werden. Auch im geistlichen Leben muss ich manchmal tief in meinem Herzen graben, um Felsbrocken herauszuholen oder Unkraut zu jäten. Ich kann mir folgende Fragen stellen: Wo nehme ich meine Nährstoffe her? Wo ist mein Herz gerade? Brauch ich einmal Zeit, tiefer zu graben, um die Quelle wiederzufinden?

Gespräch mit Christus: Jesus, hilf mir, mir die Zeit zu nehmen, um in mein Herz hineinzuschauen. Schenke mir Frieden und Ruhe, und lass dein Wort in meinem Herzen aufgehen, damit dein Reich verwirklicht wird.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht möchte ich mir heute die Zeit nehmen, um ein wenig tiefer zu graben. Welche Regungen spĂĽre ich in meinem Herzen? Was fĂĽhle ich? Gibt es Verwundungen, die Versöhnung brauchen? Oder bin ich dankbar fĂĽr Gottes Gegenwart in meinem Leben?


Der Lohn

13. Juli 2020

Montag der fĂĽnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Heinrich II. und Kunigunde, Kaiserpaar

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 10,34-11,1
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Menschliche Grenzen. â€žIch bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ Jesus spricht hier harte Worte. Vielleicht geht es euch so wie mir, dass ihr an eure Grenzen kommt, wenn ihr die Nächstenliebe einem Menschen zeigen möchtet, der euch verletzt hat. Möglicherweise können wir das Bild des Schwertes auch so interpretieren. Durch Jesu Beispiel und seine bedingungslose Liebe werden wir uns unserer Schwachheit bewusst. Vielleicht spricht Jesus deshalb davon, dass die Liebe zu ihm ĂĽber die Liebe zu Vater und Mutter hinausgeht. FĂĽr ihn ist unsere Liebesfähigkeit nicht begrenzt. Im Gegenteil, er wandelt unser Herz in dieser Liebe soweit, dass wir andere Menschen annehmen und lieben können, die uns nicht nur verletzt haben, sondern Böses tun wollen. „Liebet eure Feinde, tut Gutes denen die euch hassen.“ (Mt 5,44)

2. Demut. Was kann ich jetzt aber tun, um Jesus zu lieben? – Vor allem wohl annehmen, dass ich schwach bin. Dazu braucht es Demut. Demut wird oft als die Wahrheit ĂĽber sich selbst bezeichnet. „Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein JĂĽnger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.“ Auch wenn ich jemandem nur einen Becher frischen Wassers reiche, genĂĽgt das Jesus. Es mĂĽssen nicht heroische Liebesbeweise sein, sondern die kleinen alltäglichen Handlungen. Ich kann nicht mehr, weil ich schwach bin, und es ist ok. Jesus kann durch diese Handlungen viel in anderen Menschen bewirken.

3. Der Lohn ist ein ĂĽbernatĂĽrlicher. â€žEr wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.“ Im Himmel wird mit einem anderen MaĂźstab gemessen als hier in unserem Leben. Hier scheint es oft so, als ob ich mir die Liebe anderer verdienen mĂĽsse. Leiste ich etwas, dann bin ich etwas wert! Es ist ein gesellschaftliches Problem, das so viele nach wahrer, bedingungsloser Liebe dĂĽrsten lässt. Auch wir tappen oft geistlich in diese Falle. Versuchen wir nicht oft Gottes Liebe zu verdienen? Es kann einen schon sehr erschĂĽttern, in Demut anerkennen zu mĂĽssen, dass man sich die Liebe Gottes niemals verdienen kann. Umso schöner ist die Kehrseite der Medaille, also sich bewusst zu werden, dass ich schon geliebt bin. Der Lohn liegt schon in dieser Liebe. Meine Aufgabe besteht darin, in dieser Liebe zu bleiben. „Bleibt in meiner Liebe.“ (Joh 15,9). – „Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Mt 6,21)

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass ich mir deine Liebe nicht verdienen muss. Auch wenn ich vielleicht immer wieder dazu neige, sie mir verdienen zu wollen. Ich vertraue auf deine barmherzige Liebe!

Möglicher Vorsatz: Heute kann ein guter Tag sein, um mein Gewissen zu erforschen und zu sehen, wo ich nicht in seiner mir geschenkten Liebe geblieben bin.


Bekehrung

14. Juli 2020

Dienstag der fĂĽnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Kamillus von Lellis, Priester, OrdensgrĂĽnder

Ilona Kies, Gottgeweihte Frauen des Regnum Christi

Mt 11,20-24
In jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Sich immer wieder bekehren. â€žIn jener Zeit begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, VorwĂĽrfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten (…)“ – Sehr selten hören wir in den Evangelien, dass Jesus Menschen VorwĂĽrfe macht. Normalerweise streckt Jesus immer die Hand aus, heilt, lehrt und verkĂĽndet. Hier wirft er den Gebieten Chorazin und Batsaida, und somit den Menschen dort vor, trotz all der Wunder sich nicht bekehrt zu haben. Es zeigt doch ein wenig, dass unsere Kenntnisse im Glauben und Wundererlebnisse nicht ausreichen. Dadurch sind wir nicht gerettet. Wir mĂĽssen uns immer neu bekehren. Sich von neuem bekehren, heiĂźt, sich immer wieder einzugestehen, dass wir SĂĽnder sind und damit den Blick unseres Herzens wieder auf Jesus zu richten. „… man hätte dort in Sack und Asche BuĂźe getan.“ Ich will annehmen, dass ich schwach bin, es allein nicht schaffe und will Gott mein Herz hinhalten, denn „ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen!“ (vgl. Psalm 51)

2. Verhärtetes Herz. Wenn man das Evangelium heute liest, dann fragt man sich natĂĽrlich auch, warum Jesus hier so harsch spricht. Es kommen die Worte des Psalms in Erinnerung: „(…)verhärtet eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung an dem Tage der Versuchung in der WĂĽste.“ In allen Evangelien können wir auf harsche Worte Jesu stoĂźen, wenn er auf verstockte Herzen trifft. Manchmal kann nur noch das Hören der reinen Wahrheit helfen, auch wenn es einem schwer fällt. Sie macht frei und trifft den Menschen tief ins Herz. So haben Jesu Worte Macht und Kraft, das Herz zu bekehren. Es hängt dann von uns ab, ob wir es hören und danach handeln oder uns eher verschlieĂźen. Gott lässt uns immer frei.

3. Kooperation. Zur Bekehrung bedarf es sowohl der Gnade als auch meiner eigenen Kooperation mit dieser Gnade. Martin Nystrom hat ein schönes Lied getextet: „Allein deine Gnade genĂĽgt“. – Ja, es genĂĽgt die Gnade, die in mir wirkt, die mich immer mehr Gott zugeneigt macht. „Allein deine Gnade genĂĽgt, die mir in meiner Schwachheit Stärke gibt. Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genĂĽgt.“ Das Lied beschreibt auch, wie ich Gott mein Leben gebe und alles, was mich bewegt. Es bedarf also auch meiner Kooperation. Manchmal kann man das aber auch falsch verstehen. Es passiert oft genug, dass wir versuchen, selbst die Protagonisten unseres geistlichen Lebens zu werden. Meine Kooperation besteht nicht darin, mir die Liebe zu verdienen, sondern in seiner Liebe zu bleiben. Dazu gehört auch die fortwährende Bekehrung meines Herzens.

Gespräch mit Christus: Jesus, allein aus mir heraus kann ich nichts vollbringen. Ich brauche deine Gnade, um zu lieben und in deiner Liebe zu bleiben. Schenke sie mir, und öffne mein Herz, ich halte es dir hin.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht möchte ich heute mir vornehmen, Jesus mein Herz hinzuhalten, ihm meine SĂĽnden zu bekennen, sei es in der Beichte oder in einer guten Gewissenserforschung.


Wer ist Gott?

15. Juli 2020

Hl. Bonaventura, Ordensmann (OFM), Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Ilona Kies, Gottgeweihte Frauen des Regnum Christi

Mt 11,25-27
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂĽndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂĽbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Das Verborgene. â€žâ€¦weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂĽndigen aber offenbart hast.“ Wenn wir alles mit unserer menschlichen Vernunft verstehen und erklären wollen, bleibt dann kein Raum mehr dafĂĽr ĂĽbrig, dass Gott sich dem Herzen offenbaren kann. Ein Raum ist nur empfänglich, wenn es dort Platz und eine gewisse Leere gibt. Gott will ins Herz, ins Verborgene eintreten. Selbstgerechtigkeit und Hochmut nehmen Gott diesen Platz weg. Wenn wir ehrlich sind, möchten wir doch oft, dass Gott sich an unsere Weisheit und unsere Gerechtigkeit anpasst, oder?

2. Gott Gott sein lassen. Habe ich die Offenheit, Gott immer wieder neu kennenzulernen, wie er ist? Mir zumindest passiert es immer wieder, dass ich Gott Grenzen setze. Wie schwer fällt es mir, eine Ungerechtigkeit zu verzeihen, oder gegenĂĽber einem Menschen, der mich verletzt, barmherzig zu sein! Ja, nur Gott kann SĂĽnden vergeben. Jesus nahm aber menschliche Gestalt an, wurde Mensch und offenbarte die Barmherzigkeit, ĂĽbertrug den Aposteln das Amt, in seinem Namen SĂĽnden zu vergeben. Jesu Barmherzigkeit geht ĂĽber alle meine Grenzen hinaus; sie ĂĽbertrifft alles.

3. Gottesbilder. Durch unsere Begrenztheit und die erfahrenen Verletzungen waren falsche Gottesbilder fĂĽr uns prägend. Gott wird so zum strafenden Vater, oder zu einem Wesen, das nichts mit meinem Leben zu tun hat usw. Um Gott aber in seiner wahren Gestalt kennen zu lernen, ist Jesus der SchlĂĽssel. „Mir ist von meinem Vater alles ĂĽbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ Ich muss mich öffnen, um ihn mehr zu verstehen und kennenzulernen. Und letztendlich geht es um eine lebensverändernde Erfahrung Gottes. Lass dich heute von Gott ĂĽberraschen.

Gespräch mit Christus: Mein Gott, ich bitte dich, dich mir zu offenbaren. Ich möchte dich heute neu entdecken.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht möchte ich mich mit den verschiedenen Gottesbildern beschäftigen und mit einem Priester darĂĽber sprechen.


Jesus trägt mich

16. Juli 2020

Donnerstag der fĂĽnfzehnten Woche im Jahreskreis
Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel

Ilona Kies, Gottgeweihte Frauen des Regnum Christi

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂĽr eure Seele. Denn mein Joch drĂĽckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Jesus trägt mich. Ja, du hast deine Grenzen, und du musst es nicht allein machen. Jesus trägt dich. Kennst du das Gedicht „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers? Es beschreibt, wie im Sand FuĂźspuren zweier Menschen zu sehen sind, die nebeneinander gehen (Jesus und ich). Dann gibt es aber einen Abschnitt, in dem plötzlich nur noch eine Spur zu sehen ist. Hier trägt mich Jesus. Weil er so gĂĽtig ist, versteht er unser Leid. Oft trägt er mich unbemerkt auf seinen Armen. Meist erst rĂĽckblickend wird es mir bewusst, dass er mich getragen hat.

2. Jesu Joch. â€žNehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig (…)“ – Ich muss keine Angst davor haben, Jesu Joch auf mich zu nehmen. Es ist keine Last, die mich erdrĂĽckt. Warum? Weil er gĂĽtig ist, und niemandem etwas aufbĂĽrdet, was er nicht tragen kann. NatĂĽrlich zweifelt man daran, weil man selbst gerade eine BĂĽrde in seinem Leben trägt, die die eigenen menschlichen Kräfte ĂĽbersteigt – oder man kennt andere, denen das passiert. Vielleicht muss man sich hier fragen, ob man wirklich Jesu BĂĽrde trägt, oder doch etwas, was gar nicht von Jesus gewollt ist? Andererseits stellen wir auch im Nachhinein manchmal fest, dass wir etwas, was uns unerträglich erschien, dann tatsächlich doch ertragen haben.

3. Ruhe finden. â€žIch werde euch Ruhe verschaffen.“ – Gerade wenn ich mich entscheide, das Kreuz zu tragen, zieht Ruhe in mein Herz ein; und ein Friede, der nicht von der Welt kommt (vgl. Joh 14,27). Das ist eine Gnade und ein Geschenk. Wir können diesen Frieden nicht „machen“ oder „produzieren“. Das Einzige, was wir immer wieder selber tun können, ist, in seiner Liebe zu bleiben. Kann es nicht manchmal sein, dass ich so fokussiert bin, diesen Frieden zu erlangen, dass ich vergesse, in seiner Liebe zu bleiben?

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte in deiner Liebe bleiben. Zeige mir meinen Weg zu dir! Ich möchte dein Joch auf mich nehmen, weil ich weiĂź, dass es mich niemals ĂĽberfordern wird.

Möglicher Vorsatz: Suche dir heute einen Ort, der dich an Gott erinnert, um ihm dort wieder zu begegnen. Vielleicht schenkt er dir diese Erfahrung des Friedens.


Wo ist mein Herz?

17. Juli 2020

Freitag der fĂĽnfzehnten Woche im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frauen des Regnum Christi

Mt 12,1-8
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Gesetz vs. Herz. Jesus kontert gegen die Schriftgelehrten. Diese werfen ihm und seinen JĂĽngern vor, dass sie den Sabbat nicht einhalten. Sie setzen auf den Buchstaben des Gesetzes, und das ist ihre Sicherheit. Das Herz und der Geist des Gesetzes gehen dabei aber verloren. So nimmt bei ihnen das Gesetz immer mehr den Stellenwert ein, den Gott eigentlich hat. Es geht hier nicht um einen Kadavergehorsam gegenĂĽber dem Gesetz, sondern um die ErfĂĽllung desselben, die mit dem Herzen und von Herzen geschieht. Der Sabbat ist fĂĽr den Menschen da, nicht umgekehrt (vgl. Mk 2,27): Der Sabbat dient dazu, das eigene Herz immer wieder auf Gott auszurichten. Wo sind meine Sicherheiten? Wo ruht mein Herz?

2. Tempel. â€žHier ist einer, der größer ist als der Tempel.“ – Diese Aussage war fĂĽr die Schriftgelehrten wohl eine Gotteslästerung: Jesus offenbart sich hier als Gott. Jesus ist der Tempel, und da, wo Jesus ist, ist der Tempel. Es braucht keinen spezifischen Ort mehr, um zu Gott zu beten. Jesus hat sich in uns auch vergegenwärtigt: Wir sind Teil seines mystischen Leibes, der Kirche. Deswegen ist auch die Eucharistie, sein Fleisch und Blut, das Sakrament, in dem wir Gott am nächsten sind. Er wollte sich durch den Empfang dieses Sakramentes mit uns zutiefst vereinen.

3. Barmherzigkeit. â€žBarmherzigkeit will ich, nicht Opfer…“ – Wo mein Herz ist, dort kann auch die Barmherzigkeit entspringen. Eine bloĂź mechanische Befolgung der Gesetze geschieht durch die Vernunft, die ErfĂĽllung des Gesetzes jedoch braucht ein Herz. Gott will keine Opfer, er will Barmherzigkeit. Barmherzigkeit aber setzt Bekehrung und Demut voraus. Denn durch die GĂĽte, die Jesus verkörpert, kann man den Menschen sehen, wie er sein soll. GĂĽte und Barmherzigkeit lassen den Menschen aufblĂĽhen und wachsen, so dass er auch nur das Gute will.

Gespräch mit Christus: Jesus, komm mit deiner Barmherzigkeit in mein Herz, damit auch ich durch dich barmherzig sein kann. Ă–ffne die Augen meines Herzens, dass ich meine Mitmenschen so sehen darf, wie du sie siehst.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht kann ich mir einige Minuten nehmen, um das Bild des Barmherzigen Jesus (von Schwester Faustina) zu betrachten.


Heilung, Heiliger Geist und Freiheit

18. Juli 2020

Samstag der fĂĽnfzehnten Woche im Jahreskreis

Ilona Kies, Gottgeweihte Frauen des Regnum Christi

Mt 12,14-21
In jener Zeit fassten die Pharisäer den Beschluss, Jesus umzubringen. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken. Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und Gott. Mein Retter und Erlöser. Dein geliebtes Kind kommt jetzt zu dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist und darum, dein Wort tiefer verstehen zu können und danach zu handeln.

1. Heilung. Jesus heilt, wie es heiĂźt, alle Kranken. Niemand geht leer aus. Was fĂĽr ein Zeugnis muss es gewesen sein, zu sehen, wie jedes Gebrechen geheilt wurde. Gott möchte uns heil sehen. Er ruft uns auch dazu auf, vollkommen, also heilig zu sein, wie der Vater es ist (vgl. Mt 5,48).Im deutschen Wort „heilig“steckt auch das Wort „heil“. Es ist ein „Ganzwerden“. Die Krankheiten in unserer Welt bringen die Gebrochenheit der Schöpfung zum Ausdruck. Die SĂĽnde als Wurzel allen Ăśbels zieht diese Gebrochenheit des Menschen nach sich. Gott wollte niemals diesen Bruch. Auch heute macht Gott uns heil, wenn auch oft im Verborgenen. Einer der verborgensten und schönsten Momente ist die Beichte. Dort heilt Jesus die Krankheiten meiner Seele. Aber auch Heilungsgebete und andere Gottesbegegnungen können die inneren und äuĂźeren Wunden der Seele heilen.

2. Heiliger Geist.   „Der Geist selbst bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ (Röm 8,16). Es ist also der Geist, der uns erkennen lässt, wer wir wirklich sind. Welche Beziehung habe ich zum Heiligen Geist? Bitte ich ihn, um seine Gaben der Einsicht, der Frömmigkeit, der Weisheit oder des Rates und der Stärke?

3. Freiheit. â€žDas geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, (…)“ Jesaja beschreibt hier den Messias. Gott möchte sanft vorgehen. Er wird nicht Gewalt anwenden und das geknickte Rohr abbrechen. Als Menschen ist es fĂĽr uns kaum möglich, ein geknicktes Rohr dauerhaft wieder aufzurichten oder ohne eigenes Feuer einen glimmenden Docht wieder zu entfachen. Doch „was fĂĽr Menschen unmöglich ist, ist fĂĽr Gott möglich“ (Lk 18,27) Gott kann es also. Er wartet geduldig, bis die Zeit reif ist. Er respektiert unsere Freiheit. Liebe will er nicht erzwingen. Was fĂĽr einen Gott wir doch haben, einen Gott, der uns respektiert!

Gespräch mit Christus: Mein Gott, hab Dank dafĂĽr, dass du mich respektierst und mir die Freiheit gibst, dann zu dir zu kommen, wenn ich kann. Ich möchte dich lieben, jedoch brauche ich zuvor deine Liebe, mein Erlöser.

Möglicher Vorsatz: Vielleicht kann ich heute besonders um eine Gabe des Heiligen Geistes bitten.