Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. Juli 2020 bis Samstag 11. Juli 2020

Vierzehnte Woche im Jahreskreis

Svenja Nonnenmacher

Gott kennen lernen durch JesusSonntag
„Wenn ich auch nur sein Gewand berühre…“Montag
Heilung und HilfeDienstag
Die ZwölfMittwoch
Klare AnweisungenDonnerstag
Die Zeiten ändern sichFreitag
Was werde ich erhalten, wenn ich alles verlasse?Samstag


Gott kennen lernen durch Jesus

5. Juli 2020

Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Antonius Maria Zacharia, Priester, OrdensgrĂĽnder

Svenja Nonnenmacher

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂĽndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂĽbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂĽr eure Seele. Denn mein Joch drĂĽckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, auch heute komme ich zu dir und möchte dich besser kennen lernen. Ă–ffne mein Herz und meine Sinne, und hilf mir, dich in der Schrift besser zu begreifen und ständig in der Liebe zu dir zu wachsen.

Bitte: Auch wenn ich diese Stelle schon öfter gelesen habe, fĂĽhre mich heute tiefer in deine Geheimnisse ein!

1. Den UnmĂĽndigen offenbart… Mich tröstet diese Stelle in der Heiligen Schrift immer, denn wenn Jesus sagt, dass Gott das den UnmĂĽndigen offenbart, dann fĂĽhle auch ich mich angesprochen. Wie oft denkt man von sich selbst, dass man vieles nicht kann, versteht oder andere besser sind? Aber Gott möchte jedem die Möglichkeit geben, zu ihm zu kommen und ihn zu verstehen. So bin ich auch dabei.

2. Niemand kennt den Vater. Das ist etwas, worĂĽber man erst im Nachsatz mehr erfährt. Was bedeutet es, jemanden zu kennen? Reicht es, dass ich weiĂź, wie er aussieht, wo er wohnt, wie er heiĂźt? Hier geht es viel tiefer. Gott, den Vater, wirklich kennen, kann man nur durch Jesus. Er weiĂź, wie der Vater ist, und nur durch ihn lernen wir Gott wirklich in aller Tiefe kennen und verstehen. Ohne Jesus, bleiben wir nur an der Oberfläche. Lernen wir von ihm.

3. â€žKommt alle, die ihr euch plagt…“ Wie oft wollen wir alles alleine lösen? Unsere Nöte, Sorgen, Ă„ngste, Unsicherheiten. Wir drehen uns im Kreis und plagen uns ab. Aber da ist Jesus. Er möchte, dass wir zu ihm kommen, ihm vertrauen und von ihm lernen. Sein Joch ist leicht im Gegensatz zu dem Joch, das uns die Welt auflegt. Gehen wir zu ihm und erzählen ihm von unseren Dingen. Er verschafft unserer Seele Ruhe.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft bin ich von vielen Dingen in Beschlag genommen und weit weg von dir? Bitte hilf mir, mein ganzes Leben unter deinen Blick zu stellen, dir zu vertrauen und meinen Lebensweg mit dir zu gehen.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich eine schwierige Situation vor Jesus bringen und ihn um seine Hilfe bitten.


„Wenn ich auch nur sein Gewand berühre…“

6. Juli 2020

Montag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Maria Goretti, Jungfrau, Märtyrin

Svenja Nonnenmacher

Mt 9,18-26
In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig. Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt. Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf. Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, häufig ist mein Glaube leider auch sehr klein. Ich weiĂź aber, dass du mich viel weiter fĂĽhren möchtest. Lass mich in dieser Meditationszeit dir ganz nahe sein und dein Wort verstehen.

Bitte: Hilf mir, dass ich im Glauben weiter wachse!

1. â€žNur den Saum seines Gewandes…“ Was fĂĽr eine Geschichte! – Eine Frau, die 12 Jahre an einer Krankheit litt, die sie aus der ganzen Gesellschaft ausgegrenzt hat, sie traut sich und glaubt, dass Jesus sie heilen kann. Nur in die BerĂĽhrung seines Gewandes legt sie ihre ganze Hoffnung und nimmt allen Mut zusammen, sich diesem Mann zu nähern. Und das Unglaubliche geschieht. Eine Kraft geht von Jesus aus und heilt diese Frau. Ihr Glaube hat sie gerettet. Zu dieser Bibelstelle wäre noch so unendlich viel zu sagen. Ich erinnere mich dabei gerne an ein Bild, das in Magdala (am See Genesaret) in der Kirche „duc in altum“ hängt, ganz genau in der encounter chapel = Kapelle der Begegnung. Hier findet wirklich eine Begegnung statt.

2. Geht hinaus! Jesus hat vom Tod der Tochter des Synagogenvorstehers gehört. Und dieser Mensch glaubt, dass Jesus selbst bei seiner toten Tochter noch etwas ausrichten kann und bittet ihn, sie wieder zum Leben zu erwecken. Jesus geht mit ihm, schickt aber alle anderen hinaus. Er möchte das „Erwecken“ nicht unter Applaus, Bewunderung und Aufsehen vollziehen. Er hilft einfach.

3. Er fasste das Mädchen an der Hand. Jesus berĂĽhrt, er fasst an. Er ist einer, der sich berĂĽhren lässt. Es sind nicht nur Worte, die er spricht, sondern er zeigt den Menschen auch sein Menschsein, seine Menschlichkeit. Durch Anfassen und BerĂĽhren wird er nahbar. Er, der Gott und Mensch zugleich ist, schafft ein Band zwischen ihm und uns.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie schön zu lesen, wie du dich um die Belange der Menschen kĂĽmmerst, wie sie dich berĂĽhren und wie du hilfst. Manchmal ist mein Glaube ganz klein, dabei möchtest du nur, dass wir zu dir kommen und dich um deine Hilfe bitten.

Möglicher Vorsatz: Heute stelle ich mir vor, wie ich den Saum von Christi Gewand berĂĽhre, wie ich Jesus berĂĽhre und welche Kraft daraus fĂĽr mein Leben hervorgeht.


Heilung und Hilfe

7. Juli 2020

Dienstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Willibald OSB, Bischof, Glaubensbote

Svenja Nonnenmacher

Mt 9,32-38
In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem Dämon besessen war. Er trieb den Dämon aus, und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie geschehen. Die Pharisäer aber sagten: Mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Vater, ich danke dir von Herzen fĂĽr deine Liebe zu mir, deinem Kind. DafĂĽr, dass du mich bedingungslos liebst, ich hingegen nichts tun oder leisten muss. Dass ich einfach sein darf und dass du mich so erschaffen hast. Hilf mir, dich auch zu den anderen Menschen zu bringen, damit jeder Mensch auf dieser Welt, ob Frau oder Mann, dich als Vater kennen lernen darf.

Bitte: Lass mich das Evangelium nicht nur einfach lesen, sondern bitte lass es fĂĽr mich lebendig werden.

1. Er kann nicht sprechen, und trotzdem weiĂź Jesus wie er ihm helfen kann. Sind nicht auch wir manchmal stumm und können unsere Nöte, Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten nicht in Worte fassen? Wir leiden und suchen Hilfe. Und was macht Jesus? Er sieht unsere Not, unser Leid, unsere Probleme und er heilt uns. Wir mĂĽssen nur vertrauen und zu ihm kommen. Er schafft es, unsere „Dämonen“ zu vertreiben und uns wieder gesund zu machen.

2. Er heilte alle Krankheiten und Leiden. Jesus heilte „alle“ Krankheiten und Leiden der Menschen, die zu ihm kamen. Er macht keine Unterschiede. Ob reich oder arm, Mann oder Frau, alt oder jung, er heilte sie „alle“. Ist das nicht wundervoll? Jesus will uns alle heilen, und wir mĂĽssen nicht mehr dafĂĽr tun, als zu ihm zu kommen. Bin ich mir dessen bewusst, oder ĂĽberlege ich, ob ich es wert bin, geheilt zu werden? Ob Jesus mich so liebt, wie ich bin, und mich einfach um meiner selbst willen gesund machen will? Vertrauen wir auf seine Liebe zu uns allen, und gehen wir auf ihn zu mit der Bitte: „Jesus, bitte mach mich heil!“

3. Die Ernte ist groĂź, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Die Menschen sind mĂĽde und erschöpft. Es gibt so viele, die Hilfe brauchen und gekommen sind. Jesus schickt keinen weg, aber auch er hätte gerne Helfer fĂĽr seine Arbeit. Habe ich mich einmal gefragt, ob auch ich ein Arbeiter im Weinberg des Herrn sein kann? Was kann ich fĂĽr Gott tun? Was wĂĽnscht er sich von mir? Wir haben auch die Priester und Gottgeweihten, die fĂĽr ihn arbeiten. Bete ich fĂĽr und um Berufungen? Habe ich vielleicht selber eine? Wie schön zu sehen, dass es groĂźzĂĽgige Menschen gibt, die Jesus helfen wollen. Der Herr braucht Arbeiter!

Gespräch mit Christus: Vater, ich danke dir fĂĽr diese Betrachtung. Auch ich brauche dich so sehr. Bitte, hilf mir, groĂźzĂĽgig zu sein und zu sehen, wo auch ich gebraucht werde, helfen und dein Wort verkĂĽnden kann.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich meine Berufung betrachten. Wann war ich mir dieser bewusst? Kenne ich Menschen die eine Berufung zum Priestertum oder gottgeweihten Leben haben? Dann möchte ich heute ganz speziell fĂĽr sie beten.


Die Zwölf

8. Juli 2020

Mittwoch der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Kilian, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer

Svenja Nonnenmacher

Mt 10,1-7
In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, ich bitte dich, sei mir in dieser Meditation nahe. Ich möchte begreifen und nicht nur lesen, was in der Schrift heute speziell fĂĽr mich geschrieben steht. Hilf mir, dies zu erkennen und in meinem Leben umzusetzen.

Bitte: Lass das Evangelium lebendig werden!

1. Jesus rief seine zwölf JĂĽnger. Jesus kennt die Seinen und vertraut ihnen. Er ruft sie zusammen, um ihnen einen Auftrag zu geben. Jeder einzelne dieser JĂĽnger hat eine eigene Persönlichkeit. Jeder ist einzigartig in seinem Charakter, in seinem Wesen und in der Beziehung, in der er zu Jesus steht. Wie stehe ich in meiner Beziehung zu Jesus? Habe ich auch schon einmal vernommen, dass er mich gerufen hat? Wie habe ich darauf geantwortet? Auch heute ruft Jesus noch die Menschen in seine Nachfolge und beruft Apostel fĂĽr die Welt. Bin ich mir dessen bewusst?

2. Die Namen der zwölf Apostel. Bis heute kennen wir diese Namen. Hier werden sie in besonderer Weise vorgestellt. Es heiĂźt nicht einfach nur Simon. Nein, es ist der Simon, der Petrus genannt wird. Auch die anderen werden genauer beschrieben, als Bruder von, Sohn von oder sogar mit ihrer Berufsbezeichnung. Es sind nicht irgendwelche Personen, die zufälligerweise da sind. Jesus hat sie beim Namen genannt. Jeder Einzelne ist ganz genau bestimmt und berufen; nicht einfach austauschbar, sondern einzigartig, mit seinem Namen, seiner Familiengeschichte und seinem Beruf. Jesus hat sie ausgewählt, beziehungsweise erwählt.

3. Geht und verkĂĽndet! Was Jesus von den Aposteln möchte, ist hier ganz klar definiert. Er gebot ihnen. Er gibt ihnen also einen ganz klaren Auftrag. Geht nicht zu den Heiden oder Samaritern. „Geht zu den verlorenen Schafen Israels und verkĂĽndet: Das Himmelreich ist nahe.“ Gott liebt sein Volk Israel und möchte, dass es umkehrt. Deshalb gibt er ihm eine weitere Chance und lässt durch Jesu Anweisung an die Apostel ganz klar hindurchklingen, was zukĂĽnftig sein wird: Das Himmelreich ist nahe. Hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, was damit gemeint ist? Wie stellst du dir das Himmelreich vor und was bedeutet es fĂĽr dich?

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast damals diese 12 Männer zu Aposteln berufen. Sie sind deinem Ruf gefolgt und haben alles verlassen, um dir zu dienen und dir nahe zu sein. Da kanntest jeden beim Namen und seine ganze Geschichte. Sie waren dir vertraut und von dir geliebt. Obwohl es keine gelehrten oder besonderen Menschen waren, hast du dich ihnen offenbart und ihnen einen groĂźen Auftrag gegeben. Diese kleine Schar hat es geschafft, das Christentum auf der ganzen Welt zu verbreiten. Mit Jesus an deiner Seite ist fĂĽr dich nichts unmöglich.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich mir einen dieser Apostel heraussuchen und sein persönliches Leben und seine Lebensumstände betrachten, inmitten derer Jesus ihn berufen hat. Was bedeutet das fĂĽr mein Leben?


Klare Anweisungen

9. Juli 2020

Donnerstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes von Köln OP, Märtyrer

Svenja Nonnenmacher

Mt 10,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren. Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen. Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich komme heute zu dir und möchte dich in dieser Meditation besser kennenlernen. Ich danke dir fĂĽr mein Leben und deine unendliche Liebe zu mir. Lass mich wachsen im Vertrauen zu dir und in der Liebe zu meinen Mitmenschen.

Bitte: Nicht mein Wille geschehe, sondern der deine.

1. Vollmachten. Wenn ich diesen Text aus der Bibel lese, dann denke ich: Das ist ja unbegreiflich, was Jesus den Aposteln ĂĽberträgt! Kranke heilen, Tote aufwecken, Dämonen austreiben. All das, was er selbst getan hat, das wĂĽnscht er sich nun von seinen Aposteln. Er erteilt ihnen Vollmachten und sendet sie aus. Das, was vorher noch nie jemand gesehen, gehört oder erlebt hat, das wird nun ein Teil der Aufgaben der Apostel. In seinem Namen fĂĽhren sie sein Werk fort.

2. Nehmt nichts mit. Jesus sendet die Apostel aus und möchte, dass sie nichts mitnehmen. Kein Essen, kein Gepäck, keine Reiseerleichterung wie einen Stab. Auch sollen sie keinen besonderen Lohn erwarten und sich beschenken lassen. Sie sollen ihn nachahmen, aus Liebe zu den Menschen. Sie sollen ihnen helfen, sie retten und nichts dafĂĽr empfangen auĂźer einer Stätte, wo sie zu dieser Zeit wohnen können. Auch sollen sie nicht die Schlafstätte wechseln, sondern dort verweilen, wo sie zuerst eingekehrt sind, bis sie die Stadt verlassen. So werden sie nicht durch gute Gaben, schöne Wohnungen, besonderes Essen oder ähnliches von ihrer Mission abgelenkt. Einfach Jesus zu den Menschen bringen. Ihn, sein Wort, sein Heil, seine Liebe.

3. SchĂĽttelt den Staub von euren FĂĽĂźen. Dieser Ausdruck klingt fĂĽr mich im ersten Moment hart. Also es kann ja sein, dass die Menschen sie nicht sofort aufnehmen und ihre Worte vom Evangelium nicht hören wollen, aber deshalb sollen sie direkt den Staub abschĂĽtteln und weiter gehen? Ja, genau das möchte er von ihnen! Nicht zu viel Zeit an dem Ort verbringen, wo man weder die Apostel, noch deren Werke, noch Gottes Wort hören will. Es gibt noch so viele Menschen, die das Wort mit Freuden aufnehmen werden. Jeder bekommt die gleiche Chance. Der eine ergreift sie, der andere nicht. Und dieser muss dann auch mit den Konsequenzen leben. Jesus ist direkt, aber gerecht. Nutze deine Chance und mach die Augen auf!

Gespräch mit Christus: Jesus, auch ich habe sicher schon öfter dein Wort gehört und mich in meinem Inneren verschlossen. Lass mich erkennen, dass du zu jedem kommen und ihm deine Liebe schenken willst. Lass mich offen sein und dein Wort auch an meine BrĂĽder und Schwestern weitergeben.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich Gott dafĂĽr danken, dass er den Aposteln so klare Anweisungen gegeben hat und ihn bitten, auch mir in meinem Leben zu zeigen, wo er mich haben möchte und was ich fĂĽr ihn tun kann.


Die Zeiten ändern sich

10. Juli 2020

Freitag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hll. Erich von Schweden (Märtyrer), Knud von Dänemark (Märtyrer), Olaf von Norwegen, Könige in Skandinavien

Svenja Nonnenmacher

Mt 10,16-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Vater. Die Woche neigt sich dem Ende zu. Ich möchte mir jetzt wieder Zeit fĂĽr dich und dein Wort nehmen. Lass diese Gebets-, und Meditationszeit fruchtbar fĂĽr mich werden, so dass ich dein Wort immer besser verstehe.

Bitte: Sei du mein Trost und meine Hilfe. Ich möchte den Heiligen Geist immer mehr in mein Leben und meine Seele eintreten lassen. Damit du durch ihn in mir wirken kannst.

1. â€žIch sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Langsam wird es ernst. Erst haben wir von den Schafen, der Herde und dem Hirten gehört, der auf seine Schafe aufpasst und dessen Stimme sie kennen. Aber langsam dreht sich das Bild. Es wird ernst. Jesus schickt seine Apostel wie Schafe unter die Wölfe. Doch er ist als guter Hirte auch immer bei ihnen und lässt sie nicht wehrlos zurĂĽck. Im Vertrauen auf seine Hilfe können sie ausziehen.

2. Macht euch keine Sorgen, „euch wird eingegeben, was ihr sagen sollt.“ Die Aussichten fĂĽr die Apostel sind wirklich nicht rosig. Man wird sie vor Gerichte zerren. Denkt man dann nicht zuerst: Was soll ich nur sagen? Wie mich verteidigen und trotzdem dem Herrn und seinem Wort treu bleiben? Jesus sagt es ihnen im Inneren. Er schickt den Beistand, der ihnen alles eingeben wird, Sie mĂĽssen sich nichts ĂĽberlegen, nichts vorbereiten oder sich Sorgen machen. Jesus lässt sie nicht allein. Der Hirt ist da, und der Beistand wird kommen. Wie schön, wenn man darauf vertrauen kann.

3. Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. Die Apostel brauchen keine Angst zu haben. Auch nicht vor einem möglichen Ende. Jesus sagt ihnen, dass sie gerettet werden aus aller Drangsal, den Anfeindungen, Verleumdungen, wenn sie nur treu und standhaft bleiben. Das klingt so schön, aber ist das auch so einfach? Das geht nur im groĂźen Vertrauen auf Gott, auf seine Hilfe und UnterstĂĽtzung. Alleine können wir nichts vollbringen, sondern nur mit seiner Hilfe und dem Vertrauen, dass er immer bei uns ist und das Beste fĂĽr uns will. Gott will, dass wir gerettet werden. Jeder von uns. Schauen wir so in die Zukunft und glauben daran, dass nichts uns schaden kann, wenn wir ihm allein vertrauen? Ich denke, das tun die wenigsten von uns, aber man kann es lernen. Jeden Tag ein wenig mehr und am Ende steht die Rettung.

Gespräch mit Christus: Vater, ich danke dir fĂĽr die gemeinsame Zeit mit dir. Lass mich dein Wort immer besser verstehen und es auch in meinem Leben in die Tat umsetzen. Ich möchte dir vertrauen und nicht alles immer aus eigener Kraft tun, sondern mein Leben in deine Hände geben.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich ganz besonders auf Gottes Stimme hören und alle meine Sorgen und Herausforderungen des Tages vertrauensvoll in seine Hände legen, mit der Bitte: Vater, hilf du mir.


Was werde ich erhalten, wenn ich alles verlasse?

11. Juli 2020

Hl. Benedikt von Nursia, Vater des abendländischen Mönchtums, Schutzpatron Europas
Fest

Svenja Nonnenmacher

Mt 19,27-29
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Vater, du kennst mich und meine Seele durch und durch und weiĂźt, wo meine Schwächen sind. Bitte hilf mir, diese Bibelstelle ganz mit deinen Augen zu betrachten und zu erkennen, was du mir damit ganz persönlich sagen möchtest.

Bitte: Zum Abschluss dieser Woche will ich noch einmal zurĂĽckblicken. Hilf mir zu erkennen, wo ich auf dem richtigen Pfad war und wie ich diesen weiter gehen kann.

1. Wir haben alles verlassen. Kann ich mir vorstellen, was das bedeutet? Wir haben alles verlassen! So sehr hat Jesus die Menschen in seinen Bann gezogen, dass nichts mehr in ihrem Leben die Priorität besaĂź, die es vorher besessen hatte: ihr Beruf, ihre Familie, Freunde… – Alles haben sie verlassen. Bin auch ich bereit, solch einen radikalen Schritt in meinem Leben zu tun, nur um Jesus nachzufolgen?

2. Wenn die Welt neu geschaffen wird. Hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, wann dies sein wird und was es bedeutet? Die JĂĽnger haben sicherlich frĂĽher gedacht, dass dies ganz bald geschehen wird. Aber unsere Zeitrechnung ist nicht Gottes Zeitrechnung. Unsere Tage, Wochen, Monate und Jahre fliegen manchmal nur so dahin, und dann stehen auch wir irgendwann am Ende unseres Lebens. Doch bis dahin haben wir noch Zeit, uns Gott zuzuwenden und ihn zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen, so dass auch wir bereit sind, wenn die Welt neu geschaffen wird.

3. Das ewige Leben gewinnen. Wer möchte das nicht, das ewige Leben gewinnen? NatĂĽrlich wollen wir das alle. Irgendwann mit Gott in Frieden und Freude vereint sein. Das sollte nicht nur ein frommer Spruch sein, sondern unser Lebensziel. Wie viel bin ich wirklich bereit, dafĂĽr zu investieren? Und das nicht erst morgen, sondern heute. Heute ist der Tag zur neuen Ausrichtung meines Lebens. Damit ist nicht gemeint, dass wir nun alle Priester werden oder in ein Kloster eintreten mĂĽssen. Aber inwiefern bin ich bereit, mein altes Leben hinter mir zu lassen, Bindungen, die mir nicht guttun, zu kappen und mein ganzes Leben auf Gott auszurichten?

Gespräch mit Christus: Vater, wir finden immer wieder Ausreden, um morgen oder ĂĽbermorgen mit unseren Vorsätzen anzufangen. Das Schöne ist, dass du meine schwache Natur kennst und mich so liebst. Du weiĂźt, dass ich das alles nicht alleine schaffe, aber ich darf mich liebevoll an dich wenden und dich um deine Hilfe bitten. Du bist immer da und wartest nur darauf, dass ich zu dir komme.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich damit beginnen, nach vorne zu schauen und Gott zu fragen, wo ich mich bemĂĽhen könnte, ihm in meinem Leben mehr zu gefallen. Was er mir sagt, will ich aufschreiben und in den nächsten Wochen speziell daran arbeiten.