Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21. Juni 2020 bis Samstag 27. Juni 2020

Zwölfte Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Furchtloses Bekenntnis gefragtSonntag
Falsche SichtweiseMontag
Drei EmpfehlungenDienstag
Gott ist gnÀdigMittwoch
Von Stein und SandDonnerstag
Rein werdenFreitag
Sprich nur ein Wort!Samstag


Furchtloses Bekenntnis gefragt

21. Juni 2020

Zwölfter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Aloisius Gonzaga, Ordensmann (SJ)

Ellen Charlotte Petermann

Mt 10,26-33
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: FĂŒrchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhĂŒllt, was nicht enthĂŒllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flĂŒstert, das verkĂŒndet von den DĂ€chern. FĂŒrchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fĂŒrchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stĂŒrzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen fĂŒr ein paar Pfennig? Und doch fĂ€llt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezĂ€hlt. FĂŒrchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du da bist und mir zu Seite stehst. Ich weiß, dass du mich von aller Angst und Enge befreien kannst, damit ich mutig die Frohe Botschaft bekenne.

Bitte: Jesus, schenke mir Mut, um fĂŒr meinen Glauben zu kĂ€mpfen.

1. FĂŒrchtet euch nicht! Gleich dreimal sagt Jesus „FĂŒrchtet euch nicht.“ Man muss sich die Situation der ersten Christen vorstellen: Sie wurden verfolgt, konnten sich nur im Verborgenen, im Dunkeln treffen und heimlich, von Ohr zu Ohr, die Botschaft Jesu weiter flĂŒstern. Ein öffentliches Bekenntnis konnte den Tod bedeuten. Ihnen sagt Jesus: FĂŒrchtet euch nicht! Sie können zwar den Leib töten, aber nicht eure Seele. Gott, der Vater, wacht ĂŒber euch.

2. Christenverfolgung, eine RealitĂ€t der Gegenwart. Auch wenn wir hier in Europa fast wie im Paradies leben, Religionsfreiheit genießen, dĂŒrfen wir nicht meinen, dass Christenverfolgung der Vergangenheit angehört. In vielen LĂ€ndern werden auch heute noch, oder wieder, Christen verfolgt und ihres Glaubens wegen getötet. Denke ich eigentlich an diese Menschen, schließe ich sie in meine Gebete ein? Bin ich mit ihnen solidarisch?

3. Mit der Wahrheit des Glaubens betraut. Eine weitere Frage lautet: Bekenne ich mich in meinem Umfeld, an meinem Arbeitsplatz, im Freundeskreis offen zu meinem Glauben, oder habe ich Angst, dass ich ausgelacht und verspottet werde? NĂŒtze ich meine Glaubensfreiheit wirklich, um eine intensive Beziehung mit Gott zu pflegen? Und schließlich: Bin ich wirklich davon ĂŒberzeugt, dass Gott mich beschĂŒtzt?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin sehr dankbar, dass ich meinen Glauben leben kann, ohne verfolgt zu werden und Angst haben zu mĂŒssen.

Vorsatz: Bei nĂ€chster Gelegenheit werde ich ein Zeugnis meines Glaubens geben.


Falsche Sichtweise

22. Juni 2020

Montag der zwölften Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas Morus, MĂ€rtyrer
Hl. John Fischer, Bischof, MĂ€rtyrer
Hl. Paulinus von Nola, Bischof

Ellen Charlotte Petermann

Mt 7,1-5
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, schenke mir dein Herz, dein sehendes Herz, damit ich gegenĂŒber dem Bösen in mir nicht so ohnmĂ€chtig bin, sondern frei werde, wirklich zu lieben!

Bitte: Jesus, hilf mir, meinen NĂ€chsten mit deinen Augen zu sehen.

1. Ins Schwarze getroffen. Und dann kommt es ganz unverhofft: Der Priester liest genau diese Bibelstelle vor, und man fĂŒhlt sich ertappt, ja fast ist man beschĂ€mt. Warum? – Weil es so realistisch beschreibt, was oft in uns vorgeht. Und wir fragen uns: Haben wir nur einen Splitter im Auge, oder einen Balken? Uns fallen Fehler doch viel schneller auf, wenn wir sie bei anderen Menschen entdecken. Dann beginnen wir mit Leidenschaft und EntrĂŒstung zu korrigieren, zu urteilen und zu verurteilen.

2. Wer bin ich, dass ich richte? Ich bin der Bessere oder die Bessere! Diese Einstellung ist gefĂ€hrlich. Sie wird uns dazu fĂŒhren, ĂŒber andere zu urteilen oder sie zu ver-urteilen. Jesus weiß: Es ist so leicht, die (kleinen) Fehler der anderen zu sehen und blind zu sein gegenĂŒber den eigenen. „Wer bin ich, dass ich richte“, sagte einmal Papst Franziskus. Wenn wir aber urteilen, wissen wir dann auch und haben wir uns eingehend informiert, warum der andere so oder so handelt?

3. Augen-OP. Wer kennt es nicht: Man hat etwas im Auge. Vielleicht einen kleinen Fremdkörper. Das Auge schmerzt, es trĂ€nt, ein unangenehmes GefĂŒhl. Mit etwas Geduld und sanftem Vorgehen bekommt man den Fremdkörper oder Splitter wieder aus dem Auge entfernt.Bei einem „Balken“ im Auge sieht die Sache schon anders aus. Da bleibt nur der Gang zum Fachmann, zum Arzt. Der Arzt ist in diesem Fall der gerechte und barmherzige Gott: In einer aufrichtigen Beichte wird er den „Balken“ entfernen, und wir haben wieder freie Sicht.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schenk mir deine Augen, deinen gĂŒtigen Blick voller Liebe, mit dem du auf die Menschen schaust. Nimm die Blicke der Verurteilung von mir!

Vorsatz: In einer guten Gewissenserforschung werde ich nach den „Balken“ in meinem Auge suchen.


Drei Empfehlungen

23. Juni 2020

Dienstag der zwölften Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Mt 7,6.12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren FĂŒĂŸen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben fĂŒhrt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben fĂŒhrt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich habe mich entschieden, den Weg meines Lebens mit dir zu gehen, an deiner Hand. Du gibst mir Sicherheit, und wenn ich deine Hand ganz fest halte, fĂŒhrt mein Weg geradewegs in den Himmel.

Bitte: Jesus, ich vertraue dir. Lass mich darin wachsen.

1. Aus dem Blickwinkel des Glaubens. Es fĂ€llt zu Anfang direkt der Kontrast auf: Das Gute ist „heilig“ und wird mit „Perlen“ verglichen; Hunde und Schweine sind unrein und dieser Gaben nicht wĂŒrdig. Was hat das mit uns Menschen zu tun? Alle Menschen besitzen die gleiche WĂŒrde und irdische Gaben werden Guten, wie auch Unguten zuteil. Aus dem Blickwinkel des Glaubens aber sieht das anders aus: Bleibende Gnadengaben werden nur denen zuteil, die authentisch mit Gott verbunden sind und sich darum bemĂŒhen.

2. Die goldene Regel. Jesu zweite Empfehlung wird auch die goldene Regel genannt. Wir alle möchten fĂŒr uns die guten GĂŒter, die Gnadengaben, und streben danach. Nur wenn ich im NĂ€chsten das Ebenbild Gottes erkenne, wenn ich Jesus in meinem NĂ€chsten liebe, ihm alles gönne, was ich auch fĂŒr mich selber wĂŒnsche, dann lebe ich eine gelungene Beziehung mit Gott. Gott wohnt in jedem Menschen. Das dĂŒrfen wir niemals vergessen.

3. Das „enge Tor“. Was bedeutet es, dass das Tor eng ist? Kommen nicht alle hindurch? Vielleicht nur wenige AuserwĂ€hlte? – Das Tor ist eng, aber offen fĂŒr alle! Eng wird es genannt, weil es schwierig ist, hindurch zu gelangen, und weil das gewisse AnsprĂŒche an uns stellt. Wenn wir angefĂŒllt sind mit Egoismus, Stolz und Habgier, dann ist das Tor fĂŒr uns zu eng, dann passen wir nicht hindurch.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es gibt viele Wege und Tore. Nicht alle fĂŒhren zu dir, nicht alle öffnen eine Zukunft mit dir. Aber allein mit dir an meiner Seite fĂŒhle ich mich sicher. Lass nicht zu, dass ich in die Irre gehe!

Vorsatz: Heute werde ich mir Zeit nehmen und mir ins GedĂ€chtnis rufen, wie viele Gnaden Gott mir schon geschenkt hat, seit ich am Morgen aufgewacht bin.


Gott ist gnÀdig

24. Juni 2020

Geburt Johannes des TĂ€ufers
Hochfest

Ellen Charlotte Petermann

Lk 1,57-66.80
FĂŒr Elisabet erfĂŒllte sich die Zeit, dass sie gebĂ€ren sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters ZacharĂ­as geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein SchreibtĂ€felchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von JudĂ€a. Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der WĂŒste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag fĂŒr Israel erhielt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du kennst mich von Ewigkeit her, und oft rufst du mich beim Namen. So auch jetzt. Ich möchte dir zuhören. Was hast du mir zu sagen?

Bitte: Jesus, lass mich dir aufmerksam zuhören und halte alle Zerstreuungen von mir fern.

1. Wie soll das Kind heißen? Ein Kind wird geboren und meistens kommt schon wĂ€hrend der Schwangerschaft ganz schnell die Frage auf: Wie soll das Kind denn heißen? Der Name spielte im Ritualleben der Juden eine wichtige Rolle. Der Talmud erzĂ€hlt, dass bei der Namensgebung göttliche Inspiration im Spiel ist. Der Name, den die Eltern dem Kind gaben, galt als Prophezeiung, da in ihm Wesen und Sendung des kleinen neuen Menschen zum Ausdruck kommen.

2. Gott gab den Namen. In diesem Fall war es Gott, der den Namen vorgab, nur deshalb bekam der Junge nicht den Namen des Vaters. Johannes war ein großes Geschenk Gottes, denn Elisabeth war eigentlich schon zu alt, um ein Kind zu empfangen. Hier ist Gottes Ratschluss greifbar nahe, denn Johannes war mit Jesus verwandt, er gilt als sein Wegbereiter, der im rechten Augenblick Jesus als den GrĂ¶ĂŸeren erkennen wird.

3. Mein Name ist in Gottes Herz geschrieben. Bei der Taufe haben auch wir unsere Namen bekommen. Gott kennt unser aller Namen, jeden persönlich, und er ruft uns oft bei unserem Namen. Durch die Taufe wurde ich mit meinem Namen in die Gemeinschaft der Christen, die Kirche, aufgenommen. Ich habe die Zusage Gottes, dass ich sein Kind bin und in seiner Gnade leben darf.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, gib mir den Starkmut und die Unerschrockenheit Johannes des TĂ€ufers, damit auch ich mutig fĂŒr dich einstehen kann in der Welt.

Vorsatz: Ich werde in der Hl. Schrift das 1. Kapitel des Evangeliums nach Lukas lesen und darĂŒber beten.


Von Stein und Sand

25. Juni 2020

Donnerstag der zwölften Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Mt 7,21-29
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfĂŒllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen DĂ€monen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die StĂŒrme tobten und an dem Haus rĂŒttelten, da stĂŒrzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernĂŒnftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die StĂŒrme tobten und an dem Haus rĂŒttelten, da stĂŒrzte es ein und wurde völlig zerstört. Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist gekommen, damit ich mich an dich klammern kann, wenn die StĂŒrme meines Lebens ĂŒbermĂ€chtig werden.

Bitte: Jesus, schenke mir Standhaftigkeit!

1. Starke Worte. Jesus spricht direkt am Anfang Klartext: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfĂŒllt.“ Das sind starke Worte. Was meint er damit? Damit wir verstehen, was er damit meint, erzĂ€hlt er die Geschichte der zwei Bauherren.

2. HĂ€rtetest. Zwei Bauherren bauten jeder ein Haus. Der erste suchte fĂŒr sein Haus einen stabilen, felsigen Grund aus, worauf er es stellen wollte. Der zweite wĂ€hlte einen sandigen Untergrund als sein Fundament. Das Haus des zweiten sah perfekt aus, es war aber nur scheinbar stabil, denn beim ersten Regen und Sturm stĂŒrzte es zusammen. Was bedeutet das fĂŒr unser Leben als Christen?

3. Worauf baust du? Ich baue auf meinen Glauben. Wie oft und wie schnell sagen wir das! Unser Christsein soll einem schönen Haus gleichen, unser Vertrauen soll felsenfest sein. Was passiert dann, wenn es zu einem großen Sturm kommt, wenn der HĂ€rtetest anrĂŒckt? Sind unser Glaube und Vertrauen so fest und tief im Fundament verankert, dass sie nicht zusammenbrechen? Jesus will, dass unser Bau, unser Leben stimmig ist, dass unser Reden und Tun zusammenpassen, dass wir nicht nur „Herr, Herr“ sagen, sondern auch den Willen seines Vaters im Himmel tun.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, schenke mir die Demut, weniger auf eine schöne Ă€ußere Fassade als auf ein tiefes Innenleben zu achten. Die persönliche Beziehung zu dir sei meine Burg im HĂ€rtetest. Herr, gedenke meiner, meiner Familie, ja, aller GlĂ€ubigen und segne uns!

Vorsatz: Ich werde mich wortwörtlich an ein Wort des Herrn halten, z.B. „geben ist seliger denn nehmen“ oder „wenn dich jemand zwingt, eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe mit ihm zwei.“


Rein werden

26. Juni 2020

Freitag der zwölften Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Mt 8,1-4
Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. Da kam ein AussĂ€tziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der AussĂ€tzige rein. Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis deiner Heilung sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist der Arzt. Du kannst mich rein machen und heilen. Auch ich brauche dich, deinen Segen, deine Vergebung. Deshalb komme ich zu dir.

Bitte: Jesus, schenke mir ein unerschĂŒtterliches Vertrauen in deine Kraft!

1. Die Anziehungskraft Jesu. Obwohl die Reden Jesu sehr fordernd waren und radikale AnsprĂŒche stellten, ĂŒbte er eine große Anziehungskraft aus, und viele Menschen folgten ihm. Ein AussĂ€tziger, ein UnberĂŒhrbarer, der von der Gesellschaft ausgegrenzt wurde, hatte sich den Weg durch die Menge gebahnt und bat Jesus um Heilung. Dieser Kranke hatte den festen, wahren Glauben an die HeilungskrĂ€fte Jesu; und er wird nicht enttĂ€uscht. Jesus heilt ihn.

2. Der Aussatz der heutigen Zeit. In diesem Gleichnis geht es aber nicht nur um Ă€ußeren Aussatz, wie etwa Lepra, oder um die Ă€ußere Reinheit. Es geht vielmehr um unsere innere Reinheit. Das, was die Bibel „Aussatz“ nennt, das können wir, auf uns selbst ĂŒbertragen, „SĂŒnde“ nennen. Die SĂŒnde macht uns vor Gott und den Menschen unrein und schließt uns von der Gemeinschaft aus. Irgendwann stehen wir möglicherweise genauso miserabel da oder haben so dagestanden wie der AussĂ€tzige, denn wir konnten und können uns nicht selber reinwaschen.

3. â€žErzĂ€hl es niemandem“. Warum sollte niemand erfahren, dass Jesus einen Menschen geheilt hatte? Jesus wollte nicht, dass die Menschen zum „Wunderheiler“ Jesus kommen, sondern zu dem, der zu unserem Heil und unserer Erlösung am Kreuz die SĂŒnden der Welt auf sich genommen und getragen hat. SpĂ€ter, nach Jesu Auferstehung, dufte es dann alle Welt wissen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist fĂŒr mich, aufgrund meines Aussatzes gestorben. Du hast unbeschreibliches Leid auf dich genommen, um mich zu erlösen. DafĂŒr liebe ich dich sehr.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, bei nĂ€chster Gelegenheit eine gute Beichte abzulegen.


Sprich nur ein Wort!

27. Juni 2020

Samstag der zwölften Woche im Jahreskreis
Hl. Cyrill von Alexandria, Bischof, Kirchenlehrer
Hl. Hemma von Gurk

Ellen Charlotte Petermann

Mt 8,5-17
In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelĂ€hmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem D0iener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; die aber, fĂŒr die das Reich bestimmt war, werden hinausgeworfen in die Ă€ußerste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen. Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund. Jesus ging in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter im Bett lag und Fieber hatte. Da berĂŒhrte er ihre Hand, und das Fieber wich von ihr. Und sie stand auf und sorgte fĂŒr ihn. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken. Dadurch sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein Glaube ist klein und oft zerbrechlich. Oft suche ich nach Beweisen deiner Allmacht, deiner Liebe.

Bitte: Jesus, schenke mir einen starken Glauben.

1. Das blinde Vertrauen eines Heiden. Der Glaube des römischen Hauptmanns steht im großen Gegensatz zu der mangelnden Bereitschaft des Volkes Israel, Jesus als seinen Retter und König anzuerkennen. Auch erscheint es ungewöhnlich fĂŒr einen MilitĂ€rbeamten, so viel Mitleid und FĂŒrsorge fĂŒr einen Diener an den Tag zu legen. Dieser Hauptmann scheint ein besonderer Mensch zu sein.

2. Echtheit und Tiefe des Glaubens. Als Soldat und Vorgesetzter weiß der Hauptmann um die Wichtigkeit und den Ernst eines ausgesprochenen Wortes, ja eines Befehls. Der Hauptmann glaubt Jesus aufs Wort und dieser echte Glaube, der in einem großen Vertrauen auf die VerlĂ€sslichkeit des Herrn wurzelt, wird belohnt. Sein Diener wird geheilt.

3. Die Kraft des Wortes. Die Wirkkraft des Wortes Gottes wird heute vielfach nicht mehr erkannt. Sonst wĂŒrden die Menschen in der Bibel lesen oder Predigten hören wollen. Man will sich anderswo Hilfe holen. Zu bedenken ist, dass das Wort Gottes nicht nur den Leib, sondern auch die Seele heilt, SĂŒnden vergibt und Freude bringt. Das Wort Gottes verurteilt niemanden, sondern richtet auf. „Herr, sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hast mir immer etwas zu sagen und ganz oft bin ich abgelenkt und höre nicht zu. Ich möchte mir mehr Zeit nehmen und genau hinhören, was du zu sagen hast.

Vorsatz: Heute werde ich mir Zeit nehmen und in der Bibel lesen.