Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. Juni 2020 bis Samstag 20. Juni 2020

11. Woche im Jahreskreis

Br. Pedro Cadena LC und Br. Nils SchÀfer LC

Gottes NĂ€heSonntag
Neuer MindsetMontag
Habe ich das richtig gehört?Dienstag
Worum gehtÂŽs?Mittwoch
Vor Jesus stehenDonnerstag
Das Herz GottesFreitag
Auf der Suche nach ChristusSamstag


Gottes NĂ€he

14. Juni 2020

11. Sonntag im Jahreskreis

Br. Nils SchÀfer LC

Mt 9,36-10,8
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren mĂŒde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen JĂŒngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf JĂŒnger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des ZebedĂ€us, und sein Bruder Johannes, Philippus und BartholomĂ€us, Thomas und MatthĂ€us, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des AlphĂ€us, und ThaddĂ€us, Simon KananĂ€us und Judas Iskariot, der ihn spĂ€ter verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. geht und verkĂŒndet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht AussĂ€tzige rein, treibt DĂ€monen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Vater, danke fĂŒr diesen Tag und deine NĂ€he zu mir! Ich möchte diese Zeit ganz fĂŒr dich und dein Wort da sein. ErfĂŒlle mich mit deiner Gnade, damit ich dich zu meinen Mitmenschen tragen kann.

Bitte: Herr, lass mich deine NĂ€he zu mir neu entdecken!

1. Gottes Mitleid. Wie schaut Gott, der Schöpfer aller Dinge, auf mich? Wie schaut er auf mich, besonders in meiner Unvollkommenheit, meinem Scheitern und meiner Zerbrechlichkeit? Wir haben uns vielleicht schon so an Jesus gewöhnt, dass uns die Antwort gar nicht mehr ĂŒberrascht. Gott hat Mitleid mit uns. Wir sind ihm nicht gleichgĂŒltig. Er hat Mitleid mit unserer MĂŒdigkeit, unserer Erschöpfung und Verlorenheit, die wir oft im Alltag oder im Gebet erfahren. Christus will uns nahe sein. Er versteht uns zutiefst und fordert nicht andauernd mehr und immer mehr, sondern macht sich selbst auf die Suche nach uns. Was halte ich von Gott? Glaube ich, dass er Mitleid mit mir hat, oder sehe ich ihn oft als gleichgĂŒltigen, fernen Gesetzgeber?

2. Christus sucht die Begegnung. Gott sucht die Begegnung mit uns, und letztendlich kann uns nur die persönliche Erfahrung, die wir von ihm haben, wirklich verĂ€ndern. Doch an dieser Stelle zeigt uns Jesus, wie er uns begegnen will. Er beruft einige Wenige, die er aussendet, um die Menschen mit seiner Gnade in BerĂŒhrung zu bringen. Das sind in besonderer Weise die Priester. Christus hat jeden Priester auserwĂ€hlt, um in ihm und durch ihn den Menschen zu begegnen – in den Sakramenten. Gott kennt auch andere Wege, aber wer ihn erfahren will, braucht fĂŒr gewöhnlich die NĂ€he zu den Sakramenten, die er aus der Hand der Priester empfĂ€ngt. Suche ich die Sakramente und schĂ€tze ich sie? Christus will mir in ihnen und durch sie begegnen und mich so berĂŒhren. Auch in diesen Zeiten.

3. Die Logik des Geschenks. â€žUmsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ Christus folgt einer ganz anderen Logik als wir. Wir finden unsere ErfĂŒllung nicht, indem wir uns selbst Gnaden oder Freuden „verschaffen“, sondern indem wir uns verschenken. Im Weggeben werden wir selbst glĂŒcklich. Wenn wir Gottes Gnade in unserem Leben empfangen, ist es unsere Aufgabe, sie weiterzugeben. Darin besteht die Logik des Geschenks. Oft fĂ€llt es uns schwer, weil es eine immer neue Aufgabe beinhaltet, die wir weder kontrollieren noch planen können. Gottes Gnade ist Geschenk, Aufgabe und Hingabe. Wir sind nie die Besitzer. So wie wir sie empfangen, sind wir eingeladen, sie auch weiterzugeben.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, vielen Dank fĂŒr deine NĂ€he zu mir. In mir gibt es eine so große unerfĂŒllte Sehnsucht, und ich weiß, dass letztlich nur du mich ganz erfĂŒllen kannst. Danke fĂŒr deine NĂ€he in den Priestern und in den Sakramenten! Hilf mir, dir dort noch inniger zu begegnen, und lass mich deine Gnade an die Menschen, die mir nahe sind, weitergeben.

Vorsatz: Heute will ich Gott nach dem sakramentalen Kommunionempfang besonders fĂŒr seine NĂ€he zu mir danken. Wenn ich ihn nur geistig empfangen kann, danke ich ihm fĂŒr diese Form seiner NĂ€he.


Neues Mindset

15. Juni 2020

Montag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Vitus, MĂ€rtyrer

Br. Pedro Cadena LC

Mt 5,38-42
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge fĂŒr Auge und Zahn fĂŒr Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlĂ€gt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, hier hast du mich. Du hast mich an dich gezogen, du hast mich in der Stille meines Herzens beim Namen genannt. BerĂŒhre mein Herz mit deiner Hand, lass deinen Blick auf mir ruhen. Maria, Mutter Jesu und meine Mutter, bleibe bei mir, heute und jeden Tag.

Bitte: Herr Jesus, ich möchte mich dir voll Vertrauen öffnen, in der Gewissheit, dass du mich reichlich mit dem beschenken kannst, was ich am meisten nötig habe.

1. â€žIhr habt gehört...“ Jesus, im Laufe unseres Lebens haben wir oft auf andere Stimmen als die deine gehört. Ja, wir haben gehört: Auge um Auge und Zahn um Zahn. So viele Angelegenheiten in dieser Welt erledigt man auf diese Art und Weise, das gibt es sogar vielleicht in unserem eigenen Leben. – Was hĂ€ltst du davon, Jesus? Herr, hilf uns, dass wir uns von deiner Antwort ĂŒberraschen lassen!

2. â€žIch aber sage euch
“ Wer bist du, Jesus, dass du es wagst, mich und meine MaßstĂ€be herauszufordern? Wir wissen, wer du bist, Jesus: Du bist der Sohn Gottes, unser König. Vor allem aber willst du uns Freund sein. Du nimmst uns an, auch dann, wenn wir deiner Liebe nicht entsprechend leben. Nehme ich das wahr? DarĂŒber kann ich jetzt mit dem Herrn reden.

3. Gott allein genĂŒgt. Was ist der Kern deiner Lehre, Jesus? Es geht darum, wie du zu sein. Wie bist du, Herr Jesus? Nicht ein Feigling, nicht ein Weichei. Du bist ein Mann, der immer und jeden liebt. Vor allem aber bist du ein Mensch, der weiß, dass er vom Vater unsĂ€glich geliebt ist. Jesus, berĂŒhre mein Herz. Mach mich heute dir ein wenig Ă€hnlicher.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, heute hat sich etwas in mir bewegt. Was fĂŒhle ich? Warum? Du kennst die Antwort, Herr. Du kennst mein Herz. Lass mich sehen, was ich sehen soll. Lass mich wissen, was in dieser Zeit des Gebets geschehen ist. Lass mich wissen, wonach ich mich im Tiefsten meiner Seele sehne. Schenke es mir, Herr. Wie kann ich heute dieser Sehnsucht entsprechend leben?

Vorsatz: Heute werde ich meine Standespflichten (als Ehefrau, Ehemann, Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Laie, Gottgeweihte(r), Priester) freudig erfĂŒllen.


Habe ich das richtig gehört?

16. Juni 2020

Dienstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Benno von Meißen, Bischof

Br. Pedro Cadena LC

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet fĂŒr die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und er lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nĂ€mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafĂŒr erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure BrĂŒder grĂŒĂŸt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, hier bin ich: vor dir. Deine Worte sind die Speise meiner Seele. Sprich zu mir, Herr. Lass mich deine Worte hören und ihnen folgen. Lass mich dir heute ein Bisschen Ă€hnlicher werden. Maria, komm, begleite mich in dieser Zeit des Gebets.

Bitte: Herr Jesus, mach mich dir heute ein bisschen Ă€hnlicher.

1. Wie soll ich wie Gott sein? Herr Jesus, auf den ersten Blick scheint es völlig unmöglich, deine Worte zu befolgen. Wie sollen wir wie unser guter Vater im Himmel sein? Wir schaffen es oft nicht einmal, ein guter Mensch zu sein. Wie sollen wir wie Gott Vater werden? Und dennoch bittest du uns darum. Herr Jesus, wir vertrauen auf dich!

2. Ich sage es euch! Ja, Herr, du sagst uns: „Seid wie euer Vater im Himmel!“ Dein Wort hat Macht, Herr. Sprich nur ein Wort, so wird unsere Seele gesund. Nicht durch unsere Macht, sondern durch deine Gnade. Hilf uns, dich in unserem Herzen Gott sein zu lassen!

3. Wie sieht das konkret aus? Herr Jesus, wir glauben, dass du uns verwandeln kannst. Du kannst auch aus mir das Beste herausholen und mich vergöttlichen. Wie sieht das aber konkret aus? Bei Gott sieht es so aus: Er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und er lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte. Welche Sonne, welcher Regen kann ich heute fĂŒr meine Mitmenschen sein?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, heute hat sich etwas in mir bewegt. Was fĂŒhle ich? Warum? Du kennst die Antwort, Herr. Du kennst mein Herz. Lass mich sehen, was ich sehen soll. Lass mich wissen, was in dieser Zeit des Gebets geschehen ist. Lass mich wissen, wonach ich mich im Tiefsten meiner Seele sehne. Schenke es mir, Herr. Wie kann ich heute dieser Sehnsucht entsprechend leben?

Vorsatz: Heute werde ich zu einem Mitmenschen, den ich nur schwer ertragen kann, besonders nett sein.


Worum gehtÂŽs?

17. Juni 2020

Mittwoch der elften Woche im Jahreskreis

Br. Pedro Cadena LC

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: HĂŒtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die TĂŒr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trĂŒbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, hier bin ich: vor dir! Du kennst mich wie keiner. Du liebst mich mit einer Liebe, die kein anderer Mensch mir erweisen kann. Komm jetzt in mein Herz, und bleibe bei mir. Lass mich mich dir öffnen, damit wir immer tiefer vereinigt sind. Maria, komm, begleite uns alle in dieser Zeit des Gebets.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, so vor dich hinzutreten, wie ich eigentlich bin. Lass mich mich von dir lieben lassen.

1. Leistung und Belohnung? Es könnte so aussehen, als ob es im heutigen Evangelium um unsere Leistung und die entsprechende Belohnung von Gott ginge. „Verhaltet euch so und so, sonst gibt es keine Belohnung“. Sollte das aber der Herr, der die Liebe ist, wirklich von uns verlangen? Herr Jesus, lass mich erkennen, dass du kein „Chef“ bist, sondern ein liebender Freund.

2. Worum gehtÂŽs dann? Warum sollten wir dann aber tun, was Jesus in dieser Evangeliumsstelle befiehlt? Sollten wir es ĂŒberhaupt tun? Die Antwort liegt tief in unserem Herzen: Jesus ist das Endziel unseres Lebens. Nur in ihm sind wir ruhig, in Frieden. Er weiß das, er hat uns ja geschaffen. Er will es, er will uns ja glĂŒcklich sehen. Und so lĂ€dt er uns heute mit diesen Worten ein, uns fĂŒr die Gabe der Demut zu öffnen: Nur ein demĂŒtiges Herz kann Jesus in sich empfangen.

3. Das heißt... Es ist gut und schön, dass Jesus uns heute zur Demut einlĂ€dt. Was heißt das aber im eigenen Leben? Vielleicht heißt es, jemanden um Verzeihung zu bitten, oder heimlich etwas Gutes zu tun oder einfach vor Gott so hinzutreten, wie wir sind. Herr Jesus, was willst du mir heute sagen? Was soll ich tun?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, heute hat sich etwas in mir bewegt. Was fĂŒhle ich? Warum? Du kennst die Antwort, Herr. Du kennst mein Herz. Lass mich sehen, was ich sehen soll. Lass mich wissen, was in dieser Zeit des Gebets geschehen ist. Lass mich wissen, wonach ich mich im Tiefsten meiner Seele sehne. Schenke es mir, Herr. Wie kann ich heute dieser Sehnsucht entsprechend leben?

Vorsatz: Heute werde ich mir ein paar Minuten nehmen, um vor Jesus so hinzutreten und zu sein, wie ich bin.


Vor Jesus stehen

18. Juni 2020

Donnerstag der elften Woche im Jahreskreis

Br. Pedro Cadena LC

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, hier bin ich: vor dir! Deine Worte sind das Leben meines Lebens, die Nahrung meiner Seele, das Heil meines Herzens. Lass mich heute mein Herz fĂŒr dein Wort auftun, damit es in mir reiche Frucht bringen kann. Maria, komm, begleite uns alle und hilf uns, uns Jesus zu öffnen.

Bitte: Herr Jesus, lass mich mich dir heute ein bisschen mehr öffnen.

1. Plappern, ich? Kann es sein, dass es fĂŒr uns ein wenig unangenehm ist, wenn Jesus ĂŒber das Gebet spricht? Er sagt, dass wir nicht wie die Heiden plappern sollen. Was fĂŒhlen wir, wenn wir das lesen? Warum? Es wĂ€re vielleicht gut, mit dem Herrn darĂŒber zu reden.

2. Unser Vater kennt uns. Jesus sagt, dass „euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet“. Das kann uns eigentlich Vertrauen in Gott schöpfen lassen, da wir selbst so oft nicht wissen, was fĂŒr uns eigentlich am besten ist. Was erfahre ich im Herzen, wenn ich die Worte Jesu höre? Will ich mit ihm darĂŒber reden?

3. â€žVater Unser im Himmel...“ Jesus lehrt uns, wie er betet. Im Vaterunser offenbart uns Jesus sein Herz. Ich höre langsam seinem Gebet zu. Ich bete mit ihm, vom Herzen her. Was will ich dabei betonen? Was fĂ€llt mir vielleicht schwer zu sagen? Ich kann darĂŒber mit dem Herrn sprechen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, heute hat sich etwas in mir bewegt. Was fĂŒhle ich? Warum? Du kennst die Antwort, Herr. Du kennst mein Herz. Lass mich sehen, was ich sehen soll. Lass mich wissen, was in dieser Zeit des Gebets geschehen ist. Lass mich wissen, wonach ich mich im Tiefsten meiner Seele sehne. Schenke es mir, Herr. Wie kann ich heute dieser Sehnsucht entsprechend leben?

Vorsatz: Heute werde ich mir eine Zeit nehmen, um von Herzen ein Vaterunser zu beten.


Das Herz Gottes

19. Juni 2020

Heiligstes Herz Jesu
Hochfest

Hl. Romuald, Abt, OrdensgrĂŒnder

Br. Nils SchÀfer LC

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, danke fĂŒr die Möglichkeit, mit dir zu sein am Fest deines Heiligsten Herzens. Ziehe mich in dein Herz und lass mich dort in dieser Zeit verweilen!

Bitte: Reich des Herzens Jesu, errichte dich in meinem Herzen!

1. Gott hat ein Herz. Heute begehen wir das Fest des Heiligsten Herzens Jesu. Ein Herz, das aus Liebe zu uns brennt. Es steht in gewisser Weise im Zentrum des ganzen Christentums, denn es steht fĂŒr die Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen. Gott ist gegenĂŒber mir und meinen Freuden und Herausforderungen nicht gleichgĂŒltig, sondern er fĂŒhlt alles mit. Er hat eine Leidenschaft fĂŒr mich. Wie oft ist unser Gottesbild in dieser Hinsicht verzerrt! Wie oft beten wir, als ob auf der anderen Seite ein emotionsloser Chef sĂ€ĂŸe, der nur mehr und mehr Leistung fordert. Das heutige Fest ist eine Einladung, unser Gottesbild neu auszurichten. Gott liebt dich leidenschaftlich, bedingungslos und ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wenn jemand auf mein Leben schauen wĂŒrde, könnte er dann erkennen, dass Gott auf diese Weise liebt, oder wĂŒrde er vielleicht vermuten, dass Gott kein Herz hat?

2. Der Wert des Kleinen und Verborgenen. Das heutige Evangelium handelt auch von Christi Freude an den UnmĂŒndigen, Kleinen und Verborgenen, denen er die Erkenntnis Gottes schenken will. Das macht Christus also eine besondere Freude: Kleine und verborgene Akte der Liebe. Warum? Weil sie reine Liebe sind. Besonders in den alltĂ€glichen Dingen, die keiner sieht, zeigt sich eine ganz selbstlose Haltung. Dort gibt es keine Ehre oder Anerkennung, die wir fĂŒr uns suchen könnten. Christi Herz schaut nicht auf die GrĂ¶ĂŸe der Werke, die wir fĂŒr ihn vollbringen, sondern auf die Liebe, die sie zum Ausdruck bringen. Diese Liebe zeigt sich besonders im Kleinen und Verborgenen. Daher rĂŒhrt Christi Vorliebe fĂŒr sie.

3. Ein Herz wie sein Herz. Wenn wir die Liebe des Herzens Jesu betrachten, fĂŒhlen wir uns eingeladen, unser Herz seinem Herzen gleich zu gestalten. Gott will an uns eine „Herz-OP“ durchfĂŒhren – auf gnadenhafte Weise. Er will unser Herz aus Stein umwandeln und uns ein Herz voller Liebe einpflanzen. Dabei ist das zuerst sein Geschenk und nicht unser Verdienst. Er will uns wahres Leben schenken, indem wir lernen, selbstlos zu lieben, wie Christus liebt. Seine Selbstlosigkeit ist das Vorbild fĂŒr unsere Leben. Seine Hingabe ist der Maßstab, mit dem wir auf unser Leben schauen wollen. Seine Liebe ist das Zentrum unseres Lebens, das mit allem in Verbindung steht. Sagen wir Christus, wie sehr wir uns wĂŒnschen, dass er in uns ein Herz nach seinem Herzen formt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich danke dir fĂŒr die Liebe, die in deinem Herzen fĂŒr mich glĂŒht. Zu wissen, wie sehr du mit mir mitfĂŒhlst, ist fast schon zu wunderbar fĂŒr mich. Schenke mir die Gnade, immer tiefer in diese Dimension einzutauchen. Lehre mich zu lieben, wie du liebst, und schenke mir Geduld mit mir selbst, wenn ich merke, wie weit ich davon noch entfernt bin.

Vorsatz: Heute will ich mir 15 Minuten fĂŒr die eucharistische Anbetung oder einfach eine Zeit der inneren Anbetung nehmen, um Christi Herz zu betrachten, anzubeten und Wiedergutmachung zu leisten.


Auf der Suche nach Christus

20. Juni 2020

Unbeflecktes Herz MariÀ
Gedenktag

Br. Nils SchÀfer LC

Lk 2,41-51
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurĂŒck und suchten ihn dort.Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt ĂŒber sein VerstĂ€ndnis und ĂŒber seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurĂŒck und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Christus, danke fĂŒr diesen neuen Tag. Heute feiert die Kirche den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens, und bei uns im RC ist es ein Fest. Danke fĂŒr Maria! – Mama, nimm mich in dieser Gebetszeit an deine Hand, und lass mich von dir lernen!

Bitte: O Maria, du ganz Reine, mach mein Herz so rein wie das deine!

1. Ein Herz auf der Suche nach Christus. Nachdem uns die Kirche gestern eingeladen hat, auf das Herz Jesu zu schauen, richten wir heute unseren Blick auf Marias Herz als die vollkommene Antwort auf die Liebe des Herzens Jesu. Was zeichnet ihr Herz aus? Ein Aspekt, den wir im heutigen Evangelium sehen, ist die Suche nach Christus. Es schien so, als ob Maria Christus verloren hĂ€tte, und wir können leicht die Verzweiflung, Angst und Sorge nachvollziehen, die sich in ihrem Herzen auszubreiten drohten. Trotzdem wurde sie nicht mĂŒde, die Suche fortzusetzen. In unserem Gebetsleben geht es uns oft genauso. Uns kommt es vor, als hĂ€tten wir Christus verloren, und mĂŒssten ihn inmitten von Dunkel- und Trockenheit suchen. Vereinigen wir unser Herz in diesen Momenten mit dem Unbefleckten Herz Mariens, damit sie uns lehrt, uns nicht von MĂŒdigkeit, Lustlosigkeit oder EnttĂ€uschung ĂŒberwĂ€ltigen zu lassen.

2. Marias Glaube. Die wahre GrĂ¶ĂŸe Mariens und ihres Unbefleckten Herzens besteht in ihrem vertrauensvollen Glauben. Auch Maria begriff viele Dinge nicht und glaubte dennoch. Wahrscheinlich kamen Maria die Worte Christi zuerst einmal verstĂ€ndnislos vor. Begriff der junge Jesus den Schmerz und die Angst, die Maria und Josef drei Tage lang durchlebt hatten? Doch Maria blieb nie bei den rein menschlichen Aspekten stehen, sondern durchdrang sie mit Vertrauen in Gott. So wurde auch aus dieser schmerzlichen Erfahrung fĂŒr sie eine Möglichkeit, in Glaube, Hoffnung und Liebe zu wachsen. Lernen wir vom Herzen Mariens, Gott in jedem Umstand zu erkennen und unser Herz von ihm formen zu lassen.

3. Die RĂŒckkehr ins eigene Herz. Am Ende des Evangeliums erhalten wir dann noch einen „Tipp“, wie wir Gott in unserem Herzen wirken lassen können. Maria kehrte immer wieder zu den Erfahrungen zurĂŒck, die sie mit Christus gemacht hatte. Sie betrachtete sie von neuem und nĂ€hrte sich daran. Ihr eigenes Leben wurde so zu einem ganz persönlichen Evangelium. Die Einkehr ins eigene Herz und zu den persönlichen Erfahrungen mit Gott vermehrt seine Gnade in uns. Oft bemerken wir erst im RĂŒckblick, mit wie viel GĂŒte Gott uns begleitet hat. Wie steht es um meine Gotteserlebnisse? Erinnere ich mich noch an sie? Was habe ich durch sie gelernt? Was wollte mir Gott damit sagen?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke, dass du mir Maria als meine Mutter anvertraut hast. Ihr Unbeflecktes Herz ist die vollkommene Antwort auf deine Liebe. Hilf mir, von ihr zu lernen! Lass mich wie sie in allem deine Liebe entdecken. Oft erkenne ich dich nĂ€mlich nicht aufgrund der Dunkelheit in meinem Herzen und merke nicht, wie du wirken willst. Schenke mir besonders die Gnade, nie mĂŒde zu werden bei der Suche nach dir und deiner Gegenwart!

Vorsatz: Heute will ich Maria einen ganzen Rosenkranz schenken.