Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Mai 2020 bis Samstag 30. Mai 2020

Siebte Woche in der Osterzeit

P. Joachim Richter LC

Das Verm├ĄchtnisSonntag
Zuversicht in Bedr├ĄngnisMontag
Der Schleier wird gel├╝ftetDienstag
Freude in F├╝lleMittwoch
├ťbernat├╝rliche EinheitDonnerstag
Liebe auf h├Âchstem NiveauFreitag
Lebenslange J├╝ngerschaftSamstag


Das Verm├Ąchtnis

24. Mai 2020

Siebter Sonntag der Osterzeit (ÔÇ×ExaudiÔÇť)

P. Joachim Richter LC

Joh 17,1-11a
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht ├╝ber alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende gef├╝hrt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie geh├Ârten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. F├╝r sie bitte ich; nicht f├╝r die Welt bitte ich, sondern f├╝r alle, die du mir gegeben hast; denn sie geh├Âren dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, danke, dass ich dich kennen darf. Danke, dass ich durch dich einen direkten Zugang zum Vater habe. Danke, dass ich ahnen darf, wie gro├č das ist, dass ich mit Gott in Freundschaft leben kann.

Bitte: Jesus, zeig mir noch mehr, wer du bist und wer der Vater ist. Lass mich Gott erkennen, denn ich ahne, dass nur er meinen Durst nach Leben in F├╝lle stillen kann.

1. Das Erbe ist unvorstellbar gro├č. Jeder freut sich, wenn er eine Erbschaft bekommt; besonders dann, wenn er nicht damit gerechnet hat. Heute spricht Jesus von dem Erbe, das er uns schenken will. Dieses Erbe ├╝bertrifft alles bei weitem, was wir Menschen uns jemals ertr├Ąumen k├Ânnen: Jesus will uns ewiges Leben schenken. Kein Mensch w├Ąre f├Ąhig, einem anderen Menschen ewiges Leben zu geben. Es geht um ewiges Gl├╝ck, um eine Freude, die nie aufh├Ârt, um ein Leben ohne Leid, Schmerz, Streit, Einsamkeit. Es geht um ein Leben in totaler F├╝lle. Jetzt schon, in diesem Leben, d├╝rfen wir uns dar├╝ber freuen, dass Jesus uns an diesem Erbe teilhaben lassen wird.

2. Wer sind die Erben? Ein Erblasser entscheidet vor seinem Tod, welche Personen welchen Anteil am Erbe erhalten sollen. Im Film ÔÇ×Das ultimative GeschenkÔÇť hinterl├Ąsst ein Milliard├Ąr den gr├Â├čten Anteil seines Erbes seinem Enkelsohn, unter der Bedingung, dass er gewisse Aufgaben erf├╝llt. Denn er will sicherstellen, dass der Enkel sich des riesigen Erbes als w├╝rdig erweist und als f├Ąhig, gut damit umzugehen. Wenn wir die Evangeliumsstelle genau lesen, sehen wir, dass Jesus nicht jedem Menschen das ewige Leben vererbt, sondern denen, die an ihn glauben und an seinem Wort, welches von Gott Vater kommt, festhalten. Das soll unsere oberste Priorit├Ąt im t├Ąglichen Leben und in all unseren Lebensbereichen (inklusive Sport, Freizeit, Familie, Freundschaft, Arbeit usw.) sein: dass wir das Wort Gottes, das Jesus seine J├╝nger gelehrt hat, annehmen und daran festhalten.

3. Wie entwickle ich eine Einstellung, die zum Erbe passt? Wie kann es im Alltag gelingen, das Wort Gottes anzunehmen und daran festzuhalten? Die innere Bereitschaft dazu kann einem durch den Heiligen Geist geschenkt werden: bei Exerzitien, bei einem Gebetsabend, bei einem Heilig-Geist-Seminar u.├Ą.Um diese Einstellung im Alltag zu bewahren, ist der beste Weg der, dass man t├Ąglich in der Heiligen Schrift das Wort Gottes, liest und ├╝ber ausgew├Ąhlte Abschnitte betet. Da kann das Wort mich pers├Ânlich ansprechen und ganz konkret mein Leben pr├Ągen. Es kann zur Nahrung werden. Denn nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern auch von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

Gespr├Ąch mit Christus: Du willst mir ewiges Leben vererben, Herr? Ich bin doch gar nicht w├╝rdig, ein so unglaubliches Geschenk zu empfangen.

Vorsatz: Ich gehe in eine Kirche und bete vor dem Tabernakel. Hier ist Er wirklich und wesenhaft gegenw├Ąrtig. Hier ist ein perfekter Ort, wo ich mit Ihm ├╝ber das ewige Leben sprechen kann: Ich dr├╝cke meine Dankbarkeit aus und bitte ihn, mir die Bereitschaft zu schenken, an seinen Worten unersch├╝tterlich festzuhalten und ├╝ber sie nachzudenken.


Zuversicht in Bedr├Ąngnis

25. Mai 2020

Montag der siebten Woche der Osterzeit
Hl. Gregor VII., Papst
Hl. Maria Magdalena von Pazzi, Ordensfrau (OCarm)
Hl. Beda der Ehrw├╝rdige, Ordenspriester Kirchenlehrer

P. Joachim Richter LC

Joh 16,29-33
In jener Zeit sagten die J├╝nger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. Jetzt wissen wir, dass du alles wei├čt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedr├Ąngnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, immer wieder werde ich von Sorgen und Angst ├╝berflutet: neue unbekannte Krankheiten, die rasante technische Entwicklung, die sich rasch ausbreitende S├Ąkularisierung, die Spannungen in der Kirche, so viele Scheidungen...

Bitte: Bleibe bei uns, Herr. Jesus, ich vertraue auf dich!

1. Ich bin nicht allein. Bedr├Ąngnisse sind Teil dieser Welt. Kein Mensch ist frei davon. Die Beziehung zum Ehepartner kann ├╝ber einen k├╝rzeren oder l├Ąngeren Zeitraum sehr schwer sein. Die Arbeitssituation kann zu einer unertr├Ąglichen Belastung werden. Die Situation in der Kirche vor Ort oder im Gro├čen kann sich derart entwickeln, dass man sich h├Âchst unwohl f├╝hlt.Vielleicht f├╝hlst du dich auf Grund einer solchen Situation allein gelassen und dadurch entmutigt und hoffnungslos. Auch Jesus hat sich so gef├╝hlt. Er hat solche unangenehmen Momente nicht aus seinem Leben ausgeblendet, hat nicht einfach mit dem Finger geschnippt und alles war gut. ÔÇô Nein, Jesus hat zugelassen, dass er von Erfahrungen wie Einsamkeit, Angst und ├Ąu├čerster Bedr├Ąngnis durch und durch erfasst wurde. Diesem Leiden hat er sich nicht verschlossen, er hat es angenommen. Aber er hat nicht tatenlos bzw. passiv zugeschaut und sich durch die Dunkelheit vom Gebet abbringen lassen. Ganz im Gegenteil, er hat sich umso intensiver an seinen Vater gewandt. Und genau an diesem Punkt, selbst in gr├Â├čter Not, hat Jesus die Erfahrung machen k├Ânnen: Ich bin nicht allein.

2. Der Vater ist bei mir. Welch gewaltigen Unterschied macht es doch, ob jemand dieses klare Bewusstsein hat oder nicht: Der Vater ist bei mir. Kann jemand eine gr├Â├čere Sicherheit haben als die: Der Vater IST bei mir? An dieser Stelle k├Ânnen wir dar├╝ber nachdenken, wie lebendig wir im ganz normalen Alltagsleben tats├Ąchlich damit rechnen, dass Gott pr├Ąsent ist und in unser Leben eingreift. Glaubst du, dass der Vater dich sieht? Dass Er bei dir ist und mit der g├Âttlichen Vorsehung f├╝r dich sorgt? Denn es macht tats├Ąchlich einen gewaltigen Unterschied, ob jemand ÔÇ×nurÔÇť am Sonntag brav zur Messe geht und vielleicht hie und da ein Gebet spricht, oder Tag f├╝r Tag fest damit rechnet, dass Gott ihn h├Ârt und sieht und in sein Leben eingreift; und dann entsprechend betet und sein Leben ernsthaft an den fordernden Ma├čst├Ąben des Evangeliums ausrichtet, wie z.B.: Sorgt euch nicht um morgen. Jedes Haar auf eurem Haupt ist gez├Ąhlt. Richtet nicht. Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Wer dich bittet, dem gib. Lade nicht nur deine Freunde ein, wenn du ein Fest feierst.

3. Ich habe die Welt besiegt. Wenn ich mir bewusstmache, wer das gesprochen hat ÔÇ×Habt Mut, ich habe die Welt besiegtÔÇť, wird alles anders. Denn wenn der Sohn Gottes, der mir zuliebe Mensch geworden ist, sein Leben f├╝r mich hingegeben hat und von den Toten auferstanden ist, so in mein Leben hineinspricht, vor wem oder was sollte ich mich dann noch f├╝rchten? Wird dann nicht jegliche Sorge relativ? Ja, Jesus hat die Welt besiegt und tritt jetzt beim Vater f├╝r uns ein.

Gespr├Ąch mit Christus: Wir k├Ânnen uns in ein v├Âlliges Vertrauen auf Gott ein├╝ben, mit einem sch├Ânen Gebet von Charles de Foucauld, dessen Gottvertrauen nicht ersch├╝ttert wurde, obwohl er in den ersten 10 Jahren in der W├╝ste niemanden f├╝r den Glauben gewinnen konnte: Mein Vater,ich ├╝berlasse mich dir,mach mit mir, was dir gef├Ąllt.Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.Zu allem bin ich bereit,alles nehme ich an.Wenn nur dein Wille sich an mir erf├╝lltund an allen deinen Gesch├Âpfen,so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.In deine H├Ąnde lege ich meine Seele;ich gebe sie dir, mein Gott,mit der ganzen Liebe meines Herzens,weil ich dich liebe,und weil diese Liebe mich treibt,mich dir hinzugeben,mich in deine H├Ąnde zu legen, ohne Ma├č,mit einem grenzenlosen Vertrauen;denn du bist mein Vater.

Vorsatz: Einige Tage lang will ich tags├╝ber den Satz ÔÇ×Unser t├Ągliches Brot gib uns heuteÔÇť stark pr├Ąsent haben. Abends will ich mit dem Herzen erw├Ągen, was Gott, der Vater, heute in meinem Leben und dem meiner Familie und der Kirche getan hat.


Der Schleier wird gel├╝ftet

26. Mai 2020

Hl. Philipp Neri, Priester, Ordensgr├╝nder, Mystiker
Gedenktag

P. Joachim Richter LC

Joh 17,1-11a
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht ├╝ber alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende gef├╝hrt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie geh├Ârten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. F├╝r sie bitte ich; nicht f├╝r die Welt bitte ich, sondern f├╝r alle, die du mir gegeben hast; denn sie geh├Âren dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, wohin sollten wir gehen? Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen: Du bist der Sohn Gottes. Durch dich haben wir Zugang zum Vater und Anteil am ewigen Leben.

Bitte: Bitte f├╝r uns beim Vater, Herr. Unser Glaube ist oft klein. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit unser Glaube fest und stark wird und wir unbeirrt an deinen Worten festhalten.

1. Das Tor zum ewigen Leben. Forever young, I wanna be forever young; dieser Refrain eines Liedes dr├╝ckt die Sehnsucht nach Leben in F├╝lle aus. Das Neue Testament ist das gro├čes Zeugnis daf├╝r, dass Jesus uns den Zugang zu einem solchen Leben in F├╝lle erm├Âglichen kann, zum ewigen Leben. Der Glaube schenkt uns die ├╝bernat├╝rliche F├Ąhigkeit zu erkennen, wer Jesus und wer der Vater ist. Das ist ein spezielles Licht, das mehr als eine rein verstandesm├Ą├čige Erkenntnis schenkt: Mit Verstand, Herz und Sinn sage ich voller ├ťberzeugung von diesem Licht hingerissen: Ja, ich glaube, dass du der wahre Gott bist. Oder zumindest: Ja, Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben bzw. Kleinglauben.

2. Den wahren Gott erkennen. Das Wort ÔÇ×erkennenÔÇť meint in der Sprache der Bibel etwas sehr Tiefes. Gott erkennen meint: mit meinem Verstand und mit meinem Herzen ÔÇ×begreifenÔÇť, dass Gott da ist, dass Er heilig ist und zugleich voller Liebe; dass ich vor ihm ein S├╝nder bin und Ihm alles verdanke. Wie es bei Matth├Ąus hei├čt, ÔÇ×erkannteÔÇť Josef seine Frau Maria nicht, bis Jesus geboren wurde. Dieses ÔÇ×ErkennenÔÇť meint das Einswerden von Mann und Frau in der Ehe. Im Griechischen steht in beiden F├Ąllen (beim Erkennen Gottes und beim gegenseitigen Erkennen von Mann und Frau) dasselbe Wort.Jesus weist uns auf ein solches ganz tiefes ÔÇ×ErkennenÔÇť hin, bei dem wir wirklich mit Gott eins werden, uns ihm verm├Ąhlen, eins mit ihm werden in der hl. Kommunion, in unserem Denken, in unserem Wollen, in unserem Handeln ÔÇô wovon die eheliche Einheit ein sichtbarer Ausdruck ist. Die Kommunion empfangen hei├čt, sowohl k├Ârperlich als auch geistig-seelisch eins werden, mit dem ganzen Sein: im Wahrnehmen, Wollen und Handeln. Selbst von Freundschaften sagten die R├Âmer: ÔÇ×idem velle et idem nolleÔÇť, dasselbe wollen und dasselbe nicht wollenÔÇŽ

3. Wie kann ich Gott mehr erkennen? Wie kann ich in einem solch tiefen ÔÇ×ErkennenÔÇť wachsen? Die Kirche bietet bew├Ąhrte Wege dazu an:- Die Sakramente mitfeiern. Mich vielleicht schon zu Hause auf die Messe vorbereiten: durch Gebet und durch das Vorauslesen des Evangeliums. - Jeden Tag die Person Jesus Christus anhand von Schriftstellen der Bibel betend betrachten: Denn wer ihn sieht und immer tiefer erkennt, erkennt auch den Vater. - Regelm├Ą├čig ein Kruzifix betrachten, die totale Hingabe Jesu Christi aus Liebe zu mir und allen Menschen. - Auch au├čerhalb der heiligen Messe in eine Kirche gehen, mich vor dem Tabernakel hinknien und Ihn mit dem Herzen anschauen und mich von ihm anschauen lassen. - Die Weisungen aus dem Evangelium, die ich verstanden habe, in die Tat umsetzen. Und zwar nicht nur, wenn ich gerade einmal Lust dazu habe, sondern als Priorit├Ąt.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich m├Âchte dich immer tiefer erkennen. Offenbare dich mir, wie du bist. Schenke mir die Gnade, an deinen Worten festzuhalten. Lass mich zum ewigen Leben gelangen.

Vorsatz: Ich w├Ąhle eines der Mittel von Punkt drei ÔÇ×Wie kann ich Gott mehr erkennen?ÔÇť aus und fokussiere meinen Willen in den n├Ąchsten Tagen darauf.


Freude in F├╝lle

27. Mai 2020

Mittwoch der siebten Woche der Osterzeit
Hl. Augustinus von Canterbury OSB, Bischof, Glaubensbote

P. Joachim Richter LC

Joh 17,6a.11b-19
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie beh├╝tet, und keiner von ihnen ging verloren, au├čer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erf├╝llt. Aber jetzt gehe ich zu dir.Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in F├╝lle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem B├Âsen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich f├╝r sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr Jesus, in der Welt ist es nicht so einfach, den Glauben zu bewahren. Ganz schnell kann sich weltliches Denken in meine Sicht der Dinge einschleichen und mich von deinem Weg abbringen.

Bitte: Besch├╝tze uns, Herr, damit wir an deinem Wort festhalten und deinem Weg folgen.

1. Erw├Ąhlt. Wenn ein Mann einer Frau einen Heiratsantrag macht und sie ja sagt, kommt eine unsichtbare Realit├Ąt ans Licht: das Geheimnis einer Erw├Ąhlung. Sie haben sich gegenseitig erw├Ąhlt. Nun geh├Ârt er zu ihr und sie zu ihm - exklusiv. Sie sind nicht mehr f├╝r m├Âgliche andere Bindungen verf├╝gbar. Die gegenseitige Erw├Ąhlung ist ein notwendiger Schritt zu einer exklusiven Beziehung und zur wahren Liebe. Sehr ├Ąhnlich verh├Ąlt es sich mit der Beziehung zu Jesus Christus: Er hat uns erw├Ąhlt. Wenn wir zu ihm ja sagen, geh├Âren wir ab sofort zu ihm. Wir geh├Âren nicht mehr der Welt! Die Entscheidung, an Jesus zu glauben, erfordert immer wieder neu, dass man sich bewusstmacht: He, Jesus hat mich f├╝r eine tiefe Liebesbeziehung zu Gott erw├Ąhlt, eine Beziehung, die tiefer und umfassender ist als jede Ehe. Und deshalb sage ich jetzt ade zu allem, was die Welt (hier wie im Evangelium verstanden als Raum der S├╝nde und eines Lebens getrennt von Gott) mir anbietet! Wenn ich von Christus erw├Ąhlt bin, bin ich nicht (mehr) von der Welt.

2. Erw├Ąhlt zur Freude. Was sind eigentlich die Absichten Gottes mit uns Menschen? Worauf zielt er letzten Endes ab? In dieser letzten Rede Jesu vor seinem Tod offenbart er seinen J├╝ngern die Absicht Gottes: Freude in F├╝lle! Kaum zu glauben, aber dennoch wahr! Freude in F├╝lle! Dazu hat Christus uns erw├Ąhlt, dass wir an seiner Freude teilhaben. Gott erw├Ąhlt uns nicht f├╝r sich, weil ER etwas davon hat, sondern damit WIR etwas davon haben, mehr und Gr├Â├čeres als wir uns je vorstellen k├Ânnen! So gut bist du, unser Gott!

3. Geheiligt. Die Worte und Gebete Jesu beim letzten Abendmahl geh├Âren gewisserma├čen zu seinem Testament. Er betet zum Vater, dass seine J├╝nger geheiligt werden. Hier geht es nicht um ein sch├Ânes frommes, aber im Grunde vielleicht hohles Tun, sondern um Heiligung in der Wahrheit. Die Wahrheit unseres Lebens muss unbedingt Teil unserer Beziehung zu Gott sein! Das beginnt damit, dass ich im Gebet zuerst meine Stimmung wahrnehme, damit ich mich vor Gott nicht verstelle, sondern ganz ehrlich werde. Es geht weiter mit der Frage: Bem├╝he ich mich ernsthaft darum, so zu leben wie ich glaube? Trachte ich danach, mich von allen ungeordneten Bindungen an irdische Dinge zu l├Âsen? Denn in der Taufe bin ich ja geheiligt worden, also von Gott f├╝r sich und sein Reich erw├Ąhlt! Lebe ich meine Beziehung zum Herrn in dem n├╝chternen Bewusstsein, dass niemand Gott ohne Heiligung schauen kann?

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, nicht immer ist mir bewusst, dass es beim Glauben um etwas so Gro├čes geht. Beim letzten Abendmahl war es dir wichtig, daf├╝r zu beten, dass deine J├╝nger geheiligt werden. ├ľffne mir die Augen f├╝r diese Realit├Ąt, damit ich immer besser begreife, wie wichtig es ist, auf dem Weg der Heiligung zu gehen. Mit dir will ich hinausfahren auf das gro├če Meer des geistlichen Lebens, denn du bist bei mir im Boot.

Vorsatz: Wenn ich das Weihwasser nehme, will ich mir kurz bewusstmachen, dass ich getauft bin, d.h. von Gott geheiligt und zur vollkommenen Freude des Himmels berufen. So kann ich froh mein Nein zu weltlichen Ablenkungen und Verf├╝hrungen sagen.


├ťbernat├╝rliche Einheit

28. Mai 2020

Donnerstag der siebten Woche der Osterzeit

P. Joachim Richter LC

Joh 17,20-26
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur f├╝r diese hier, sondern auch f├╝r alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir. Erleuchte mein Denken. ├ľffne dein Herz f├╝r mich, damit ich Heilung finde. Bei dir finde ich Ruhe und Heimat.

Bitte: Wirke du wahre Gemeinschaft und Einheit unter uns.

1. Nat├╝rlich ist nur das Chaos. Wir wissen alle: Es ist viel schwieriger, etwas zusammenzubauen, als etwas kaputt zu machen. Wenn ich beispielsweise Backsteine so anordne, dass daraus ein Haus entsteht, bringe ich die Steine in eine gewisse Ordnung. Sie in Unordnung zu bringen - etwa, indem ich das Haus in die Luft sprenge - geht einfacher und auch deutlich schneller. Nichts anderes sagt das Entropiegesetz aus der Physik: Alles strebt einem h├Âheren Grad von Unordnung zu.Nicht selten erleben wir in der Familie oder in einer Gruppe, wie herausfordernd es sein kann, die Einheit (eine Form von Ordnung) zu bewahren. Wenn man die Dinge einfach so laufen l├Ąsst, entsteht keine Ordnung.Aber die Einheit ist ein sehr kostbares Gut! Alle Menschen sehnen sich nach einer Welt, in der die Menschen in br├╝derlicher Einheit miteinander verbunden sind! Trage ich durch meine Worte und Handlungen in meinem Umfeld zur Einheit bei? In der Familie, in der Kirche? Wer mit Jesus eins werden will in der Kommunion, muss auch mit anderen Menschen und der Kirche eins werden wollen, wenn er sich nicht widerspr├╝chlich verhalten will.

2. Der Preis der Einheit. Die Einheit entsteht nur durch gelebte Liebe: aus Liebe zur├╝ckhaltend sein, damit andere sich einbringen k├Ânnen; aus Liebe unangenehme Aufgaben im Haushalt ├╝bernehmen, nicht nur in besonderen Momenten und sich dabei glorreich f├╝hlen, sondern als Lebensstil; aus Liebe den ersten Schritt tun und auf den anderen zugehen; aus Liebe immer wieder verzeihen; aus Liebe an der Vision und Hoffnung festhalten, dass das Leben in der Familie / Gruppe / Kirche sch├Ân wird. Wahre Liebe verlangt mein Opfer. Doch dieser Preis ist f├╝r den Schatz der Einheit nicht zu gro├č.

3. Der Ursprung der Einheit. Die Einheit beginnt bei Gott. Gott selber ist Familie in vollkommener Einheit. Jesus und der Vater sind vollkommen eins. Jesus h├Ąlt uns die Hand entgegen und l├Ądt uns ein, Teil dieser Familie zu werden, in der die Liebe so gro├č ist, dass alle in vollkommener Einheit leben. Der Mensch kann nur in Einheit und Harmonie mit den anderen Menschen und mit der Sch├Âpfung leben, wenn er zuerst die Einheit mit seinem Sch├Âpfer erlebt. Diese wird uns in den Sakramenten geschenkt, auf die wir so sehr angewiesen sind. Dort gelange ich zur Einheit mit dem Sch├Âpfer des Universums: mit dem Gott, der auch mich erschaffen und erw├Ąhlt hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Wie sch├Ân ist es, wenn Br├╝der bzw. alle Familienmitglieder vereint zusammen sind, hei├čt es schon im Psalm (Ps 133). Jesus, wie wunderbar w├Ąre es, wenn deine Sehnsucht, dass wir Menschen alle eins seien, sich immer mehr verwirklichen w├╝rde! Herr, hilf mir, dass ich ein Werkzeug f├╝r die Einheit sein kann.

Vorsatz: Ich will sorgf├Ąltig darauf achten, dass alle meine Worte und Taten zur Einheit untereinander beitragen.


Liebe auf h├Âchstem Niveau

29. Mai 2020

Freitag der siebten Woche der Osterzeit

P. Joachim Richter LC

Joh 21,1.15-19
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine L├Ąmmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du wei├čt alles; du wei├čt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst geg├╝rtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine H├Ąnde ausstrecken, und ein anderer wird dich g├╝rten und dich f├╝hren, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen w├╝rde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Einf├╝hrendes Gebet: Du wei├čt alles, Herr. Du wei├čt, wie es um meine Liebe zu Gott steht, wie tragf├Ąhig und wie schwach sie ist. Manchmal bin ich wie ein loderndes Feuer, aber schnell geht mein Feuer aus und ich bin nur ein glimmender Holzspan. Ich brauche dich und das best├Ąndige Feuer deiner Liebe.

Bitte: Wirf dein Feuer in mich, o Herr! Gib, dass ich dauerhaft erfasst werde von den Flammen deiner Liebe. Reinige mein Herz.

1. Schw├Ąche ├╝berwinden. Wie wunderbar Jesus dem Petrus geholfen hat, seine gro├če Schw├Ąche zu ├╝berwinden! Dreimal hatte Petrus den Herrn verleugnet. Eine dreimalige Bekr├Ąftigung ist schon sehr einschneidend. Aber nun bringt er ihn durch die dreimalige Frage ÔÇ×Liebst du mich?ÔÇť dazu, sich seiner Schw├Ąche bewusst zu werden, sie noch einmal zu bereuen und zu ├╝berwinden. Wie g├╝tig geht der Herr mit uns um! So erneuert Jesus die Liebe des Petrus. So erneuert Jesus auch die Liebe in jedem von uns.

2. Wie feinf├╝hlig Jesus ist. Als Jesus Petrus fragt ÔÇ×Liebst du mich?ÔÇť, verwendet er ein starkes Wort, das seither charakteristisch f├╝r das christliche Verst├Ąndnis von Liebe ist, n├Ąmlich ÔÇ×AgapeÔÇť, also ÔÇ×HingabeÔÇť. Diese h├Âchste Art von Liebe hat Jesus uns vorgelebt, bis zur v├Âlligen Hingabe seines Lebens am Kreuz. Jesus fragt Petrus also eigentlich: Liebst du mich mit der Hingabe-Liebe? Die Antwort des Petrus ├╝berrascht. Sie zeigt, dass er sich bewusstgeworden ist, dass er allein mit seiner eigenen Kraft nicht weit kommt. Petrus antwortet eher kleinm├╝tig mit: Ja, ich sch├Ątze dich. Hier verwendet Petrus ein anderes Wort f├╝r Liebe, n├Ąmlich Phil├şa, das ist die Freundesliebe. Auch bei der zweiten Frage verwenden Jesus und Petrus jeweils dasselbe Wort. Doch bei der dritten Frage verwendet Jesus nicht mehr das Wort Agape, er fragt also nicht mehr, ob Petrus ihn mit der Agape-Hingabeliebe liebt. Sondern Jesus l├Ąsst sich auf Petrus ein und verwendet dasselbe Wort, das Petrus verwendet: Sch├Ątzt du mich als Freund (Phil├şa)? Jesus ├╝berfordert also diesen kleinm├╝tig gewordenen Petrus nicht, sondern steigt in seinem Anspruch auf die Stufe der Liebe herunter, zu der Petrus jetzt im Moment f├Ąhig ist. Durch dieses Herabsteigen erm├Âglicht er dem Petrus, in der Liebe zu wachsen und seine Schw├Ąche zu ├╝berwinden.

3. Jesus vertraut dir. Obwohl Petrus Jesus verleugnet hatte, vertraut der Herr ihm jetzt Seine L├Ąmmer und Schafe an. Damit best├Ątigt und bekr├Ąftigt er, dass er Petrus zum Hirten seiner Kirche erw├Ąhlt und ihm seine Schw├Ąche verziehen hat. Jesus ist nicht nachtragend, vielmehr hilft er uns, unsere Schw├Ąchen zu erkennen und zu ├╝berwinden. Mit seinem Hirtenamt gibt Jesus dem Petrus eine gro├če Sendung. Darin hat Petrus die M├Âglichkeit, in der Liebe zu wachsen. Und schon bald nachdem er zu Pfingsten den Heiligen Geist empfangen hat, wird er zeigen, dass er Jesus mit der Hingabeliebe liebt. Tats├Ąchlich vertraut Jesus jedem Getauften einen Teil seiner Kirche an und sendet uns vom Vater den Heiligen Geist, damit wir ihn mit der Hingabeliebe leben k├Ânnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, wie wunderbar hast du die Liebe des Petrus erneuert. F├╝r dich gibt es kein ÔÇ×es ist aus und vorbeiÔÇť. Du hast den Tod ├╝berwunden. ├ťberwinde unsere Todesmomente! Lass uns auferstehen zur Liebe! St├Ąrke unsere Liebe, damit wir m├Âglichst oft das hohe Ma├č der Hingabeliebe leben, in unserem ganz normalen Alltag.

Vorsatz: Ich pr├╝fe den Grad meiner Liebe zu Christus, indem ich mich daran messe, was ich f├╝r ihn zu tun bereit bin. Dann bitte ich ihn: Herr, reinige meine Liebe, und lass sie wachsen.


Lebenslange J├╝ngerschaft

30. Mai 2020

Samstag der siebten Woche der Osterzeit
Hl. Johanna von Orleans (Jeanne d'Arc), M├Ąrtyrin

P. Joachim Richter LC

Joh 21,20-25
In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der J├╝nger, den Jesus liebte, diesem folgte. Es war der J├╝nger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen J├╝nger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Da verbreitete sich unter den Br├╝dern die Meinung: Jener J├╝nger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Dieser J├╝nger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so k├Ânnte, wie ich glaube, die ganze Welt die B├╝cher nicht fassen, die man schreiben m├╝sste.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, es ist dir nicht gleichg├╝ltig, wie wir unser Leben verbringen. Du rufst uns, dir nachzufolgen. Du rufst uns, von dir zu lernen, als deine J├╝nger.

Bitte: Herr, bitte schenke allen Christen die Offenheit, von dir lernen zu wollen und dich im t├Ąglichen Leben als Meister und Lehrer anzunehmen.

1. Pers├Ânlich berufen. Jesus beruft den Petrus in die Nachfolge, ihn ganz pers├Ânlich. Aus der Antwort Jesu auf die Frage, was mit dem Johannes wird, wird deutlich, dass Jesus auch den Johannes pers├Ânlich berufen hat. Jesus beruft dich pers├Ânlich. Er meint dich. Es ist so wichtig, dass wir immer mehr begreifen, dass es f├╝r unser Leben als Christen in der Kirche wirklich darauf ankommt, dass wir Jesus nachfolgen. Damit ist gemeint, dass wir begreifen: Jesus ist der Lehrer und Meister, ich bin sein J├╝nger, sein Sch├╝ler. Das ist eine wichtige lebenslange Grundeinstellung. Unser ganzes Leben bleiben wir J├╝nger Jesu. Von der Ernsthaftigkeit meiner J├╝ngerschaft h├Ąngt viel ab: die Qualit├Ąt des kirchlichen Lebens und meine Ewigkeit. In dem Ma├če, in dem ich Jesus authentisch als J├╝nger nachfolge, in dem Ma├če hat Jesus sein Ziel mit der Kirche erreicht.

2. Fokussiert bleiben. Petrus macht sich unn├Âtige Gedanken ├╝ber Johannes. Was wird aus ihm werden? Aber die Antwort Jesu ist ein wichtiger Hinweis f├╝r uns: Was geht dich das an? Du aber folge mir nach. Bleib fokussiert darauf, Jesus nachzufolgen. Lass dich nicht ablenken. Euch aber muss es zuerst um das Reich Gottes gehen. Sehr oft ist uns Gott und sein Reich leider nicht das Erste und Wichtigste. Deshalb m├╝ssen wir t├Ąglich danach streben, unsere Besch├Ąftigungen und Ziele in die richtige Rangordnung zu bringen: zuerst Gott und was zu Gott geh├Ârt. Bekehre mich, Herr, damit ich dir und deinem Reich in meinem Leben tats├Ąchlich den ersten Platz einr├Ąume und mich nicht von meinen Launen und W├╝nschen ablenken lasse.

3. Der Reichtum der Nachfolge. Vielleicht haben wir manchmal den Eindruck: Wenn ich Jesus nachfolge, wird mein Leben ├Âde und fad. Aber Jesus ist die Quelle, die meinen Durst nach Leben stillt. Wer ihm nachfolgt, geht nicht mehr in der Finsternis umher, sondern hat das Licht des Lebens. Er ist wie ein Rebzweig am Weinstock, ein Rebzweig, der voller Trauben ist. Ein Leben in der Nachfolge Jesu ist spannend, erf├╝llend, bunt, reich. Er l├Ąsst uns so viel Gutes erleben und tun, dass es mehr ist als alles, was wir in B├╝chern aufschreiben k├Ânnten.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, st├Ąrke meine innere Bereitschaft, dir nachzufolgen, wohin du auch gehst. Von dir will ich lernen. Dich will ich mir als Ma├čstab f├╝r mein Denken und Handeln w├Ąhlen. Gib mir viel Mut, damit ich den Menschen in meiner Umgebung von dir erz├Ąhle, sie dein Evangelium lehre und das sie zu missionarischen J├╝ngern macht.

Vorsatz: In meinem Tagebuch notiere ich einige Punkte f├╝r die J├╝ngerschaft: Was m├Âchte der Herr mir sagen, damit ich sein treuer J├╝nger bin?