Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Mai 2020 bis Samstag 16. Mai 2020

Fünfte Woche der Osterzeit

Br. Mario Ciaston LC

Glaube an JesusSonntag
Die Liebe GottesMontag
Vertrauen auf JesusDienstag
Der Weinstock und die RebenMittwoch
Bleibt in mir!Donnerstag
Liebt einander!Freitag
Nachfolge ChristiSamstag


Glaube an Jesus

10. Mai 2020

Fünfter Sonntag der Osterzeit (Cantate)
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann

Br. Mario Ciaston LC

Joh 14,1-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Einführendes Gebet: Jesus, ich komme jetzt zu dir an diesem Sonntag, um ganz mit dir zu sein. Ich will heute am Tag des Herrn ganz besonders Zeit mit dir verbringen und auf dein Wort hören. Lass mich ruhig werden und mit dir sein.

Bitte: Herr, wie Thomas will ich bitten: Zeige du mir den Vater, sein Herz und seine Liebe zu mir.

1. Furchtlos. Jesus will, dass unser Herz ruhig ist, voll Frieden, nicht verwirrt und verängstigt, wie wir es oft in unserer Welt erfahren. Er hat einen Plan für uns trotz aller Schwierigkeiten, die auftauchen können und die uns Sorgen bereiten; zu Hause, im Beruf, in der Familie. Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an mich. Gott mit mir. Für immer.

2. Ein Platz für mich. Der Weg, die Wahrheit, das Leben. Wer sonst kann das von sich behaupten, wenn nicht alleine Jesus Christus, mein bester Freund und mein Gott? Nur Er ist der Herr, auch über meine Zukunft. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten. Wenn ich ihm auf seinem Weg folge, in seiner Wahrheit lebe und sein Leben einatme und in mir aufnehme, dann komme ich sicher zu meinem Platz im Himmel. Darauf darf ich vollkommen vertrauen.

3. Berufen. Für den Himmel sind wir geschaffen. Zum ewigen Leben berufen. Und für dieses Leben in die Welt gebracht. Bauend auf seine Barmherzigkeit und Liebe, weiß ich, dass ich Werke wie Jesus vollbringen werde. Schon hier möchte er mich als Zeugen, als Apostel aussenden, damit ich jedem Menschen durch mein Leben diese Liebe, diese Hoffnung und diesen Glauben mitteile.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass ich hier mit dir sein durfte. Danke für deine Worte der Hoffnung, der Kraft und des Friedens. Ich weiß, dass ich dir vertrauen darf, dass ich ein klares Ziel habe und in Ewigkeit mit dir sein werde; sogar jetzt schon mit dir sein darf. Lass mich heute nicht verwirrt sein, sondern dir, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, nachfolgen. Ich gebe dir mein unruhiges Herz inmitten von allem, was draußen passiert, – mache du es ruhig.

Vorsatz: Wie der hl. Damian de Veuster heute jemanden besuchen, der krank, alleine oder einfach traurig ist und mit ihm Zeit verbringen, ihm den Frieden Gottes bringen.


Die Liebe Gottes

11. Mai 2020

Montag der fünften Woche der Osterzeit

Br. Mario Ciaston LC

Joh 14,21-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Einführendes Gebet: Mein bester Freund, ich komme am Anfang der Arbeitswoche zu dir, um ganz mit dir zu sein und von dir Kraft zu schöpfen. Du weißt, wie sehr mich nach dir verlangt, obwohl ich es schnell im Alltag vergessen kann. Erfülle du mein Herz mit deiner Stärke, um diese Woche in Einheit mit deinem Herzen zu leben.

Bitte: Herr, gib mir deinen Heiligen Geist, der mich an deine Worte, deine Gegenwart und deine Liebe erinnert.

1. Die Liebe des Vaters. Oft glauben wir, wir müssten die Liebe Gottes durch unsere Taten verdienen, als ob erst unsere Tat kämen und dann seine Liebe. Nein, mein Vater im Himmel liebt mich, wie ich bin, wo ich bin und in allem, was ich gerade erlebe! Das soll meine erste Überzeugung sein, meine ganze Sicherheit. Nur auf seine sich nie ändernde Liebe zu mir ist meine Würde gegründet.

2. Er kommt, um mit mir zu sein. In dieser Liebe kommt Gott, der wahre, allmächtige und allwissende Gott, um mit mir zu sein. In meiner Schuld, in meiner Schwachheit, in meiner Kleinheit. Wie kann das sein? Verstehe ich, wie nichtig ich vor Gottes Größe bin? Aber das ist die unermessliche Liebe Gottes, er liebt mich und wird zu mir kommen, um bei mir zu wohnen. In meinem Herzen, in meiner Seele. Er ist schon da, und ich will ganz mit Ihm sein. In Dankbarkeit.

3. Meine Antwort: Sein Wille. Jesus sagt mir, wie ich auf diese Liebe antworten soll: indem ich den Willen des Vaters suche, seine Nähe, seine Gnade. Ganz wie Jesus es mir als Sohn des Vaters vorgelebt hat. Und wo finde ich seinen Willen? In seinen Geboten, die er mir aus Liebe gibt, damit ich glücklich und erfüllt bin. Aber vor allem, indem ich die Liebe, die er mir erweist, mit meinem Nächsten teile.

Gespräch mit Christus: Herr, ich sehe, wie groß deine Liebe zu mir ist, – aber wie kann ich auf so eine Größe antworten? Hilf mir, lass mich mit Liebe antworten. Ich will dich nicht durch meine Sünden verletzen, sondern dir vielmehr treu zur Seite stehen. Herr, du kennst meine Schwäche, aber ich vertraue auf deine Barmherzigkeit. In meiner Schwäche flüchte ich mich in deine Liebe. Lass mich dich lieben, Herr, wie du mich geliebt hast!

Vorsatz: Heute will ich mir ein Gebot aussuchen und es vom Herzen aus leben – in Liebe zum Vater und nicht nur als Regel.


Vertrauen auf Jesus

12. Mai 2020

Dienstag der fünften Woche der Osterzeit
Hl. Nereus und Achilleus, Märtyrer
Hl. Pankratius, Märtyrer

Br. Mario Ciaston LC

Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

Einführendes Gebet: Herr, ich komme zu dir, vielleicht mit vielen Sorgen beladen, mit unruhigem Herzen, mit schwerem Gemüt. Aber ich weiß, dass du mein Gott bist, der mich kennt und durchdringt und alles weiß. Nimm du die Sorgen (hier meine Sorgen und Gedanken nennen…) und verwandle sie in dieser Zeit, die ich jetzt mit dir verbringen will, in Frieden und Freude.

Bitte: Herr, schenke mir diesen Frieden, den mein unruhiges Herz so oft braucht.

1. Frieden. Jesus verspricht uns nicht, dass wir ohne Probleme leben werden. Stattdessen verspricht er uns seinen Frieden. Frieden in unserem Alltag, inmitten unserer Sorgen und Sehnsüchte, inmitten unserer Berufswelt und Familie. Einen Frieden, der bleibt. Einen Frieden, der tiefer geht, als jeder Friede, den die Welt uns bieten kann. Es ist der Friede Christi, der alles in mir durchdringen will, unabhängig davon, wie groß der Unfriede in meinem Herzen sein mag. Auch in der Gesundheitskrise, welche die Welt zurzeit erlebt, schenkt er uns Frieden.

2. Vertrauen. Wie erleben wir den Frieden, wie erlangen wir ihn? Indem wir sagen: Jesus, ich vertraue dir. Jesus, kümmere du dich darum. Egal, was passiert, ich weiß, dass du größer bist als all meine Sorgen und Probleme. Ich weiß, dass du über allem stehst und an meiner Seite bist, mich führen willst. Ich vertraue dir, und ich gebe dir alles hin. Hilf du mir, nimm mich an der Hand, und führe mich. Ich will meine Ängste und Sorgen beim Namen nennen und sie dir jetzt hingeben (sie nennen). Sie haben keine Macht über mich.

3. Glauben. Wir sollen zum Glauben kommen, wenn wir die Werke Gottes in unserem Leben sehen. Zum Glauben daran, wer Gott ist, wie groß und allmächtig er in meinem Leben wirken will, wenn ich ihn nur lasse. Zum Glauben daran, dass alle Ängste und Sorgen nichts gegen seine Liebe ausrichten können. Zum Glauben daran, wie groß meine Würde in seinen Augen ist und dass nichts, was andere sagen oder was ich tue oder erleide, auch nur ein kleines Detail daran verändern kann. Zum Glauben an seine unendliche Liebe.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft fürchte ich mich, sorge ich mich und wie oft vergesse ich, dass du bei mir bist, mich leitest und schon längst weißt, was hinter der nächsten Wegkreuzung auf mich wartet. Herr, mehre du meinen Glauben, stärke du mein Vertrauen, und schenke du mir deinen Frieden. Du weißt, wie schwach ich bin im Angesicht all der Dinge, auf die ich jeden Tag treffe, – hilf du mir und leite mich.

Vorsatz: Wenn ich heute auf eine schwierige Situation treffe, etwas unlösbar erscheint, oder mir viel Stress verursacht, will ich sogleich beten: „Jesus, nimm du dich dessen an, ich gebe dir meine Sorgen hin.“


Der Weinstock und die Reben

13. Mai 2020

Mittwoch der fünften Woche der Osterzeit
Gedächtnis Unserer Lieben Frau von Fatima

Br. Mario Ciaston LC

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Einführendes Gebet: Jesus Christus, ich komme jetzt zu dir ganz besonders an der Hand deiner und meiner Mutter, Maria. Sie bringt dir meine Gedanken und mein Herz. Sie weiß genau, was ich brauche. Ich vertraue auf ihre Fürsprache, wie ein kleines Kind seiner Mutter vertraut. Bitte lass mich jetzt ganz mit dir sein, wie Maria jeden Tag im Herzen bei dir war.

Bitte: Herr, hilf mir bitte, mit dir verbunden zu bleiben, egal, was passiert, damit ich reiche Frucht bringen kann.

1. Der Winzer, die Reben. Jeder von uns ist in Verbindung mit dem Leben, mit dem Weinstock des Lebens, aber ob wir Frucht bringen, hängt davon ab, ob wir mit Jesus, dem Weinstock, immer als Rebe verbunden bleiben. Unser Vater ist derjenige, der sich um uns kümmert, uns pflegt, bewässert und nährt. Das ist das reiche Bild für unser christliches Leben. Der Vater reinigt uns, damit wir reichere Frucht bringen. Er ist der gute Gärtner meines Lebens, der nur mein Bestes will.

2. Mit Jesus verbunden. Wie Jesus sagt, kann unser Leben nur fruchtbar sein, wenn wir am Weinstock bleiben. Je mehr wir mit Jesus verbunden sind, desto mehr Frucht bringen wir. Nicht unsere Aktivität oder unsere Taten entscheiden in erster Instanz über die Frucht unseres Lebens, sondern zuerst kommt es darauf an, wie sehr wir mit Jesus verbunden sind, ihm nahe sind. Dabei ist es nicht einfach, diese Nähe immer zu suchen, denn unser Vater reinigt uns, erlaubt verschiedene Prüfungen in unserem Leben, die uns oft viel kosten. Er poliert uns wie einen kostbaren Edelstein, aber nur damit der wahre Glanz unserer Seele hervorbricht und wir noch reichere Frucht bringen.

3. Um alles bitten. Je mehr wir in Christus bleiben, seine Nähe suchen, mit ihm in unserem Herzen verbunden bleiben, desto mehr werden wir nach seinem Wort leben, in seiner Liebe handeln. Diese Verhaltensweise wird ein Teil unserer selbst, so wie die Rebe ein Teil des Weinstocks ist und immer mehr von seinem Saft lebt. Es wird immer mehr Jesus, der durch mich und in mir lebt. Jesus sagt uns, dass wir um alles bitten dürfen, und wir werden es in seinem Namen erhalten – weil wir immer mehr das begehren, was der Winzer, unser liebender Vater, zu unserem Besten will. Wir zweifeln nicht, dass der Gärtner das Beste für seine Pflanzen will. Wie könnte ich auch nur einen Moment an der Güte meines perfekten Vaters mir gegenüber zweifeln?

Gespräch mit Christus: Mein Vater, Abba, ich danke dir, dass du dich so sehr um mich kümmerst, dass du mich pflegst und mich wachsen lässt, dass du immer größere Frucht aus mir hervorbringst. Ich vertraue auf dein Wohlwollen, darauf, dass du nur mein Bestes willst, und mit diesem Vertrauen will ich jetzt meine Bitten nach deinem Willen vor dich bringen. Lass mich immer mehr in dir Wurzeln schlagen und leben.

Vorsatz: Ein mir besonders teures Anliegen (auch eine Fürbitte für andere) mit ganzem Herzen dem Herrn vorbringen, im Vertrauen, dass er alles nach seiner unendlichen, väterlichen Liebe leiten wird.


Bleibt in mir!

14. Mai 2020

Donnerstag der fünften Woche der Osterzeit

Br. Mario Ciaston LC

Joh 15,9-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, mit Dankbarkeit komme ich jetzt zu dir, um eine Zeit ausschließlich mit dir zu verbringen. Du weißt, wie oft ich zerstreut bin, meinen Gedanken nachgehe, mich Sorge, schon den Tag planen will... Aber lass mich jetzt ganz mit dir sein, mich ganz auf dich konzentrieren und vor allem mein Herz ruhig werden lassen.

Bitte: Herr Jesus, gib mir diese Freude, die aus deiner Liebe entspringt und die du mir versprichst.

1. Unermessliche Liebe. Wie groß ist die Liebe Gottes zu seinem einzigen Sohn? Der Vater, der seinen Sohn seit Ewigkeiten geliebt hat und innigst mit ihm im Heiligen Geist vereint lebt. Der Vater, der immer an der Seite seines Sohnes weilt, der ihm alles gegeben hat und nichts zurückhält. Wie ein Vater hier auf Erden, der sogar sein Leben für seinen Sohn aufs Spiel setzen würde... Mit genau dieser unfassbaren Liebe hat mich Jesus geliebt, liebt er mich jeden Tag aufs Neue, wenn das Opfer seiner Liebe auf den Altären der Welt dargebracht wird. Ist diese Liebe Christi zu mir nicht viel zu groß, um sie zu begreifen?

2. Bleibt in ihr! Das einzige, worum Jesus uns bittet, ist, in seiner Liebe zu bleiben. Auf diese Liebe, die sich mir bedingungslos schenkt, mir immer wieder verzeiht und mich aufnimmt, soll ich antworten. Ich kann nicht einfach still und teilnahmslos bleiben. Nein, ich will darauf mit meinem Herzen antworten und ihn lieben, seinen Willen in meinem Leben suchen und erfüllen. Wie der Sohn, der mit einem Herzen voller Liebe zum Vater kommt und mit großer Dankbarkeit an seiner Seite weilt.

3. Erfüllung, Freude, Gnade. Diese Liebe des Vaters schenkt uns wahre Freude, Erfüllung, Gnade – tausendmal mehr als das, was die Welt uns zu bieten vermag. Und sie sind dennoch nur ein Vorgeschmack auf das, was mich einmal im Himmel erwartet. Wie oft erfahre ich das? Ich sollte um diese Erfahrung bitten. Der gute Vater ist hier und will mich beschenken, mich leiten und mit seiner Liebe erfüllen, aber es muss in meiner Erfahrung ankommen, Worte sind nicht genug. Jesus hat es uns versprochen, und er wird es uns schenken, vertrauen wir darauf, und bitten wir mit einem kindlichen Herzen darum.

Gespräch mit Christus: Herr, du weißt, wie oft mich meine Lauheit und weltliche Sorgen von der wegziehen, mich ablenken und vergessen lassen, um was es in diesem Leben wirklich geht – um deine Liebe und die Einheit mit dir. Herr, darum bitte ich dich heute, schenke mir deine Freude und tiefe Erfüllung, lass mich diese Liebe des Vaters erfahren. Ich bin vergesslich, Jesus, erneuere mein Herz und die Erfahrung deiner Liebe. Du bist für mich gestorben und auferstanden; vertiefe du das Bewusstsein dieser Wahrheit in mir!

Vorsatz: Heute einen Besuch bei Jesus im allerheiligsten Sakrament machen (oder eine geistliche Kommunion), und ihm für seine wirkliche Gegenwart im Tabernakel danken, für die hl. Messe, die ich so oft besuchen darf und die nicht selbstverständlich ist (wie ich in diesen Wochen erfahren durfte).


Liebt einander!

15. Mai 2020

Freitag der fünften Woche der Osterzeit

Br. Mario Ciaston LC

Joh 15,12-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Einführendes Gebet: Mein Herr und Freund Jesus, danke für dieses Treffen, das ich mit dir haben darf. Ich weiß, es ist nicht selbstverständlich. Du wartest immer an meiner Seite und willst mit mir Zeit verbringen. Ich will jetzt ganz für dich da sein. Ich will mich nicht zerstreuen lassen, sondern ganz mit dir sein. Hier bin ich Herr, um deinen Willen zu tun.

Bitte: Herr, hilf mir, so zu lieben, wie du mich geliebt hast – mit ganzer Hingabe.

1. Wahre Liebe. Was für ein hohes Gebot gibt uns Jesus – zu lieben, wie er geliebt hat. Und wie sehr hat er uns geliebt? So oft höre ich die Antwort: bis zur Hingabe am Kreuz! Er ist gestorben, damit ich leben kann. Das ist wahre Liebe, nicht Gefühle allein oder schöne Gedanken, sondern die Hingabe des Lebens. Und so oft geben wir auch unser Leben im Alltag hin, wenn wir unserer Familie, unseren Freunden und unseren Nächsten dienen, ohne auf die Kosten zu schauen. „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“

2. Wahre Freunde. Jesus bietet mir das größtmögliche Geschenk an, die ewige Freundschaft mit ihm! Welch ungleiche Freundschaft, zwischen Gott und Mensch. Er, der alles weiß und alles kann, liebt mich kleinen Menschen, der so oft dieser Freundschaft untreu und unwürdig ist. Ich verdiene kaum, ein Knecht Gottes zu sein, geschweige denn ein Freund! Aber Jesus will mich als Freund an seiner Seite. Ich will auf diese Freundschaft mit Dankbarkeit antworten. Ich bin frei zu lieben, deswegen will ich in der Liebe zu ihm und meinem Nächsten verweilen und ihnen diese Freundschaft Christi erweisen, mich hingebend aus Liebe.

3. Wahre Fruchtbarkeit. Christus hat mich zuerst zum Freund erwählt, nicht ich ihn. In allem was ich tue, muss das eine tiefe Überzeugung sein, damit ich wahrhaft Frucht bringen kann. Jesus will wahre Frucht für die Ewigkeit bringen, durch mich wirken und Leben verändern, solange ich in seiner Liebe und in der Liebe zum Nächsten bleibe. Die Liebe muss das Fundament sein, die Liebe, die von Jesus ausgeht und mich befähigt, in die Welt auszuziehen und diese Liebe zu anderen zu bringen: „Dies trage ich euch auf: Liebt einander.“

Gespräch mit Christus: Mein Freund, wie kann ich dir für deine Liebe danken? Diese Freundschaft mit dir ist das, was meinem Leben Sinn gibt und mich befähigt, mit Freude und Fülle zu leben. Ohne dich schaffe ich es nicht, Herr. Bitte, lass mich in dieser Freundschaft mit dir wachsen, dich besser kennenlernen und immer mehr mit dir leben. Lass mich heute diese Freundschaft und die daraus entspringende Freude mit anderen teilen.

Vorsatz: Diese Liebe besonders mit einer mir sehr nahen Person leben (Ehepartner, Eltern, Kinder, etc.) indem ich ihr eine Qualitätszeit schenke, über die sie ganz verfügen kann.


Nachfolge Christi

16. Mai 2020

Samstag der fünften Woche der Osterzeit
Hl. Johannes Nepomuk, Priester, Märtyrer

Br. Mario Ciaston LC

Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet: Jesus, ich danke dir für deine Begleitung während der letzten Woche. Ich will dir für all die Gnaden danken, die du mir gewährt hast (kurz im Herzen aufzählen). Herr, mehre du meinen Glauben, stärke du meine Hoffnung, und entfache du meine Liebe, damit ich immer mehr dir allein gehöre und nachfolge. Alleine bin ich zu schwach, schenke mir bitte deine Gnade.

Bitte: Herr, lass mich dir auch im Leiden nachfolgen und das Kreuz auf mich nehmen, so wie du das deine auf dich nahmst.

1. Die Welt. Gestern hat Jesus uns noch gesagt, wie sehr wir seine Freunde in der tiefsten Bedeutung des Wortes sind. Heute sagt er uns, wie sehr wir deswegen oft von der Welt verfolgt, ausgelacht und kritisiert werden. Wer glaubt in unser wissenschaftsgläubigen und rationalistischen Zeit noch an diese „Märchen“ über Gott und Jesus, der für uns gestorben und auferstanden ist? Nur eine wahre Erfahrung dieser Freundschaft und der Liebe Jesu kann uns diese Gewissheit geben und uns überzeugter denn je gegen die Angriffe der Welt immun werden lassen. Nur in Jesus haben wir die Wahrheit, in seiner Freundschaft die wirkliche Quelle des Sinnes unseres Lebens. Mein Ziel ist es nicht, der Welt zu gefallen und mich ihr anzupassen, sondern vielmehr wie Jesus für die Wahrheit und die Liebe zu leben.

2. Nicht größer. Wenn die Welt Jesus verfolgt hat, um wie viel mehr wird sie dann auch mich verfolgen, wenn ich die Botschaft Jesu ernst nehme und lebe? Aber ich bin dazu da, um Jesus nachzuahmen – das will ich. Dazu habe ich mich ja entschieden, und Opfer wird notwendig sein, so wie es in jeder Beziehung aus echter Liebe ist. Und dieses Opfer will ich annehmen, es umarmen und von ganzem Herzen und mit Freude tragen. Wie die Apostel will ich auch froh sein, wenn ich für den Namen Jesu leide.

3. Von Ihm kommt die Stärke. Wenn mein Vater das alles zulässt, darf ich sicher sein, dass er mich nicht einfach alleine lässt. Er steht mir zur Seite in jedem Moment dieses Weges, dieser Hingabe. Jesus hat einen Plan und er wirkt durch mich - gerade in meiner Schwachheit! In ihm und seiner Liebe darf ich hinausgehen und sein Wort mit dem Wissen verkünden, dass andere an meinem Wort, an unserem Wort, festhalten werden, so wie sie an Jesu Wort festgehalten haben. Denn er ist mit mir, und er schickt mir den, der vom Vater und dem Sohn gesandt wurde. Ich bin nicht alleine, der Heilige Geist ist mit mir, bei mir, in mir. Ich bin nie allein – er ist immer da.

Gespräch mit Christus: Herr, ich weiß, dass ich nicht größer bin als du. Wenn du so viel gelitten hast aus Liebe zu mir, werde auch ich die mir gegebene Sendung nicht ohne Leiden, ohne Schmerz und ohne Opfer erfüllen können. Doch ich brauche keine Angst zu haben, ich habe keine Furcht, denn du bist bei mir. Du gibst mir die Stärke, all das hinzunehmen, was mich auf meinem Weg erwartet. Und nicht nur das, du gibst mir sogar noch tiefen Frieden und Freude in deiner Liebe und Güte. Ich weiß, die Ernte wird groß sein, und eines Tages werde ich all die Opfer verstehen und ihren Sinn und Wert erkennen. Hilf mir bitte auf diesem Weg, und lass mich deine Nähe jeden Tag aufs Neue erfahren. Danke, mein bester Freund.

Vorsatz: Heute will ich ein Opfer, das ich nicht ausgesucht habe, in Freude annehmen und Jesus darbringen.