Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. Mai 2020 bis Samstag 9. Mai 2020

Vierte Woche der Osterzeit

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Jesus ruft mich zum Leben in FĂŒlleSonntag
Jesus kennt michMontag
Auf Jesu Stimme hörenDienstag
Jesus, mein LichtMittwoch
Die Kraft der Liebe JesuDonnerstag
Jesus, in dir kommt mein Herz zur RuheFreitag
Jesus, zeig mir den VaterSamstag


Jesus ruft mich zum Leben in FĂŒlle

3. Mai 2020

Vierter Sonntag der Osterzeit (Pastor Bonus)
Hll. Philippus und Jakobus der JĂŒngere, Apostel
Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Br. Ignacio Maria Rubio, LC

Joh 10,27-30
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die TĂŒr hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein RĂ€uber. Wer aber durch die TĂŒr hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der TĂŒrhĂŒter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und fĂŒhrt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzĂ€hlte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die TĂŒr zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und RĂ€uber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die TĂŒr; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in FĂŒlle haben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme zu dir und will bei dir bleiben. Lass mich dir, dem guten Hirten, immer folgen, und nur auf deine Stimme hören: Du rufst mich beim Namen und ich will auf dich hören; ich brauche dich, und ich vertraue dir! Getrennt von dir bin ich verloren. Deshalb möchte ich bei dir sein und in dir bleiben.

Bitte: Jesus, gibt mir das Leben in FĂŒlle, das man erhĂ€lt, wenn man dir nachfolgt und bei dir bleibt.

1. Er ruft die Schafe einzeln beim Namen. Jesus erzĂ€hlt von Schafen, die er in ihrem Gehege aufsuchen und durch die TĂŒr herausfĂŒhren muss. Das sind wir in unserer Not. Der Hirt muss zu uns hereinkommen und uns rufen. Er nennt jeden beim Namen. Er ruft jeden von uns auf, weil er uns alle sehr gut kennt. Und er will uns herausholen aus unserer Gefangenschaft. Das ist eines der grĂ¶ĂŸten Geschenke unseres Lebens: dass Jesus uns besser kennt als jeder andere und dass er uns retten will.

2. â€žâ€Šund er fĂŒhrt sie hinaus“. Wir leben unseren Glauben oft, als befĂ€nden wir uns in ihm wie in einem Gehege, das noch nicht fĂŒr die Gnade ganz aufgeschlossen ist. Wir leben ihn wie jemand, der an das Gesetz gefesselt ist: Wir brauchen die Freiheit Jesu. Er kommt als unser Hirte und ist selbst auch die TĂŒr. Er will uns aus jenen bloßen Strukturen herausholen, die uns Sicherheit geben, unsere Freiheit aber ersticken und uns nicht retten. Jesus ist die TĂŒr, und wenn wir durch ihn hindurch gehen, mĂŒssen wir etwas zurĂŒcklassen: unseren alten Menschen. Er möchte, dass wir unser altes Ego zurĂŒcklassen.

3. â€žâ€Šdamit sie das Leben in FĂŒlle haben.“ Der neue Mensch, der sich selbst und seine Götzen loslĂ€sst, kann Weide finden. Er lĂ€sst sich nicht von Dieben tĂ€uschen. Er kommt aus sich heraus, aus seinen alten, fest abgesteckten Gehegen, und findet die Freiheit, in der der Herr uns Ruhe und Frieden erfahren lĂ€sst. Jesus selbst lĂ€dt uns ein, durch die TĂŒr ins neue Leben, das Er selber ist, einzugehen. Er bittet uns, unsere Ängste, MittelmĂ€ĂŸigkeit, Laster usw. aufzugeben und mit ihm in die Freiheit aufzubrechen, mit ihm auf die Weiden des neuen Lebens, des Lebens in FĂŒlle, zu kommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, deine Stimme in meinem Leben zu vernehmen. Hilf mir, immer durch Dich (die TĂŒr) einzugehen, um gerettet und vom Schmutz befreit zu werden. Lass mich deine Weide finden, und von dir, meinem guten Hirten, Leben in FĂŒlle empfangen. Amen.

Vorsatz: Ich werde darĂŒber nachdenken, was mir persönlich hilft, um bei Jesus zu bleiben und ihm nachzufolgen (zum Beispiel tĂ€gliches Gebet/ein konkreter Dienst am NĂ€chsten/Beichte/Besuch der hl. Messe), und mir dies zum ersten Mal oder erneut zum Vorsatz nehmen.


Jesus kennt mich

4. Mai 2020

Montag der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Florian, MĂ€rtyrer
Hl. MĂ€rtyrer von Lorch

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 10,11-18
In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin fĂŒr die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lĂ€sst die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin fĂŒr die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich fĂŒhren, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe die Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, nimm alles von mir, was mich bedrĂŒckt und erdrĂŒckt. Lehre mich, meine Sorgen auf dich zu werfen; sie dir anzuvertrauen. Lass mich die Ruhe und den inneren Frieden finden, nach dem ich mich sehne, weil ich bei dir bin und du mein Hirte bist.

Bitte: Lass mich deine Stimme hören, und lass sie bis in die tiefste Tiefe meines Herzens dringen.

1. Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt sucht nicht Gewinn, wie der bezahlte Knecht, sondern zeichnet sich dadurch aus, dass er sein Leben hingibt. Wann erkennen wir, ob ein Hirte gut ist? – Wenn der Wolf kommt: Der Mietling lĂ€uft nĂ€mlich davon. Der gute Hirt bleibt, um sein Leben fĂŒr die Schafe zu geben. In diesem Leben tun wir viele Dinge „gegen Bezahlung“: Wir wollen Anerkennung, und arbeiten, um etwas zu verdienen. Die Überraschung ist, dass dieser gute Hirt sein Leben gratis, kostenlos, gibt. Er gibt es, weil er will, nicht weil wir uns gut benommen hĂ€tten oder es verdienten. Denn er kĂŒmmert sich um seine Schafe. Weil er dich liebt. Es gibt so viele Dinge, die wir tun, weil wir unter dem Gesetz der Bezahlung stehen, aus Verpflichtung und ohne Liebe. Aber wir fliehen vor der PrĂŒfung. Andererseits mĂŒssen wir als Schafe dieses guten Hirten nichts verdienen, sondern das Werk Gottes in uns annehmen, uns lieben lassen und mit dem Vertrauen derer leben, die wissen, dass sie geliebt und beschĂŒtzt sind.

2. Ich kenne die Meinen. Sobald du entdeckst, dass Gott dich liebt, und dass es so ist, einfach weil er es will, weil du eine schöne und geliebte Kreatur bist, Ă€ndert sich dein Leben. Der Herr ist dein guter Hirt, der dich verteidigt und dir Sicherheit gibt. Der gute Hirt verlangt nichts von dir: Du darfst einfach an ihn glauben. Deine grĂ¶ĂŸte StĂ€rke ist es, an diesen Hirten zu glauben, ihm zu vertrauen und ihn zu lieben, ihn, der dich zuerst geliebt hat und der von dir fĂŒr seine Liebe nichts als Gegenleistung verlangt. Unser Leben beginnt mit seiner Liebe.

3. Der gute Hirt gibt sein Leben hin fĂŒr die Schafe. Sich dem guten Hirten zu öffnen, ist gar nicht so einfach. Wenn ich mich dem öffne, der bereit ist zu lieben und sein Leben zu geben, dem, der aus Liebe zu meiner Seele verbluten wird, dann konfrontiert mich das mit dieser GroßzĂŒgigkeit und fordert eine Antwort. Ich muss auch ein guter Hirt und darf kein Söldner sein (in meiner Ehe, im geweihten Leben, in meiner Arbeit). Wir alle wollen diese echten, unauflöslichen Beziehungen. Es gibt einen, der nicht flieht, wenn der Wolf kommt: Er setzt sein Leben aufs Spiel. Das ist Liebe: ohne Hingabe des Lebens gibt es keine Liebe. In unserer Gesellschaft und in unseren HĂ€usern herrscht oft Traurigkeit und Angst..., weil wir wissen, dass es niemanden gibt, der uns verteidigt, wenn der Wolf kommt. Wir können nicht leben, ohne fĂŒreinander gute Hirten zu sein, so wie Jesus unser guter Hirt ist. So wird sich in uns die Freude der Liebe einstellen und wir werden den Entschluss fassen, unser Leben hinzugeben und HĂŒter des Lebens unserer BrĂŒder zu sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mich, meine Freude und meinen Schmerz; meine SehnsĂŒchte und meine innere Dunkelheit. Hilf mir, dass ich nie aufhöre, nach dir zu suchen. Lass mich in meinem Leben deine Gegenwart erfahren. Lass mich dich in meinem Herzen finden.

Vorsatz: Ich möchte in der Mitte des Tages bewusst innehalten und die Momente erkennen, in denen mein Hirt zu mir gesprochen und mich gerufen hat: in meinem Gewissen, in der Heiligen Schrift oder in den Sakramenten.


Auf Jesu Stimme hören

5. Mai 2020

Dienstag der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Godehard, Bischof

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 10,22-30
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis fĂŒr mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke, dass du erneut so fĂŒr mich da bist und mich in dieser Zeit des Gebets an dein Herz ziehen möchtest. Ich möchte mich jetzt ganz fĂŒr dich und deinen Willen öffnen und auf deine Stimme hören.

Bitte: Heiliger Geist, stĂ€rke mein Inneres durch deine Gnade und hilf mir, die Stimme meines Hirten zu erkennen.

1. â€žMeine Schafe hören auf meine Stimme.“ Die Schafe mĂŒssen gefĂŒhrt werden, sie brauchen die Stimme des Hirten! Um gut zu leben, mĂŒssen wir die Stimme des Hirten hören und erkennen! Wir können Gott nicht sehen, aber wir können seine Stimme erkennen! Wenn wir eine Person sehen, die mit uns spricht, sie aber nicht genau hören und verstehen können, wird die Kommunikation schwierig. Aber wenn wir sie stattdessen gut hören, ohne sie zu sehen, ist Kommunikation möglich. Wir können Gott nicht sehen, aber Jesus sagt uns, dass wir seine Stimme erkennen können. Wir wollen Gott so oft sehen, und wir sind eigentlich gerufen, seine Stimme zu hören. Was wir sehen, bleibt außerhalb von uns, aber sein Wort dringt durch uns hindurch bis ins Innerste des Herzens. Ich muss mein inneres Ohr trainieren, um auf die Worte Jesu, des Guten Hirten, zu hören, damit sie in mein Herz eindringen.

2. â€žIch kenne sie.“ Wahres Zuhören setzt völlige Offenheit fĂŒr das Wort, das der andere sagt, voraus und hat eine wunderbare Konsequenz: dass wir einander erkennen. Erkennen auf HebrĂ€isch hat eine sehr tiefe Bedeutung: Ich weiß nicht nur, wie du heißt, oder wie du lebst... Es ist das Verb der IntimitĂ€t, der intimen Beziehung. Es ist nicht etwas Intellektuelles, sondern eher etwas, was man erlebt. Von Christus erkannt zu werden, bedeutet, eins mit ihm zu sein, von ihm eine intime Erfahrung zu machen. Unsere Beziehung zu Jesus beginnt damit, dass wir ihn erkennen. Sie beginnt mit seiner Vertrautheit mit uns. Wie sehr hilft es und tröstet es uns, dass uns jemand grĂŒndlich und gut kennt, uns versteht und Mitleid mit uns hat. Liebe beinhaltet all das: Liebe ist keine Frage der Befriedigung, sondern der Beziehung. Sie ist eine Beziehung mit jemandem, der bis in die Tiefe deines Herzens hinabreicht und dich kennt. Du kennst dich nicht so gut, wie er dich kennt. Deshalb folgen wir ihm, deshalb sind wir Christen: weil er uns kennt!

3. â€žIch gebe ihnen ewiges Leben.“ Was ist das Wesen dieser Beziehung, was ist ihr Geheimnis? Es ist unauslöschlich: Wenn du eine tiefe Erfahrung von Christus gemacht hast, weißt du, dass sie deine tiefe Wahrheit berĂŒhrt und dass sich das nicht mehr Ă€ndern kann. Du kannst diese Schönheit, ZĂ€rtlichkeit und IntimitĂ€t, die du gekannt hast, nicht leugnen. Sie hat dich fĂŒr immer geprĂ€gt. Wir mĂŒssen uns an die Momente erinnern, in denen wir uns erkannt gefĂŒhlt haben und wussten, dass wir besucht worden sind. Erkennt die Schönheit und sĂŒĂŸe ZĂ€rtlichkeit dieses Hirten! Wir feiern diese Erfahrung in den Sakramenten und wir erkennen ihren Widerschein in allen UmstĂ€nden des Lebens. Sie ist die Quelle unserer Freude: Ich bin von meinem Hirten geliebt und erkannt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will dir gar nicht so viel sagen. Nenne du mich einfach beim Namen. Ich möchte dich schlichtweg anschauen, und mich daran erfreuen, dass ich dir nachfolgen darf, denn du bist bei mir; du bist immer mit mir.

Vorsatz: Wem könnte ich in der nĂ€chsten Zeit ein offenes Ohr schenken? Vielleicht einem kranken oder einsamen Menschen?


Jesus, mein Licht

6. Mai 2020

Mittwoch der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Dominikus Savio, SchĂŒler Don Boscos

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 12,44-50
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Danke, dass du mir die Gabe schenkst, dich zu kennen und um deine Liebe zu wissen. Lass mich immer tiefer in diese Freundschaft hineinwachsen. Schenke mir Vertrauen Herr, damit ich mich ganz und gar auf die Freundschaft mit dir einlassen kann. Ich möchte unter deinem wahren und tiefen Licht leben.

Bitte: Vater, lass mich heute deinen Sohn besser kennen lernen, ihn lieben und ihn nachahmen.

1. â€žIch bin das Licht.“ Es gibt viele Lichter und Schatten in unserem Leben. Aber welches ist das wahre Licht? Wie oft weigern wir uns, im Licht Gottes zu wandeln, und stattdessen bevorzugen wir unsere kleinen Lampen, die uns Sicherheit geben. Jesus kommt, um unserem Leben eine andere Dimension zu geben: In seinem Licht erhĂ€lt unser ganzes Dasein und alles in unserem Leben einen neuen Sinn und eine neue Farbe. Das wahre Licht ist die Erkenntnis Christi: In diesem Licht wird nicht nur unser Leben, sondern auch das der Menschen um uns herum durch seine Gegenwart geprĂ€gt und die Dunkelheit unserer MittelmĂ€ĂŸigkeit besiegt.

2. â€žJeder, der an mich glaubt, bleibt nicht in der Finsternis.“ In diesem Licht Christi verlassen wir die Dunkelheit unserer vorgefertigten Gedanken und Wege. Jeden Tag haben wir diese Herausforderung zu bestehen: indem wir uns entweder in unserer Dunkelheit einschließen, oder von seinem Licht erleuchten lassen. Er ist wie die Sommersonne, die alles mit Licht, WĂ€rme und Leben erfĂŒllt. Der Glaube an ihn, die Beziehung zu ihm, hat auf unsere Seele diese Wirkung: Er gibt WĂ€rme, reflektiert ein wunderbares Licht und gibt uns Leben.

3. â€žSein Auftrag ist ewiges Leben.“ Wenn es auch manchmal scheint, als ob Gott dich um etwas bitten wĂŒrde, in Wirklichkeit sieht es anders aus: TatsĂ€chlich gibt er dir damit etwas. In den großen Herausforderungen des Lebens, wenn wir mit unseren Schwierigkeiten und Problemen, Schmerzen und Schatten beschĂ€ftigt sind, mĂŒssen wir uns dem Herrn innerlich öffnen. Er will uns in all dem beschenken! Wenn es auch so aussieht, als wĂŒrde er uns um mehr bitten, ruft er uns in Wirklichkeit dazu auf, großzĂŒgiger zu sein, uns zu öffnen: sein Geschenk zu erkennen, das das ewige Leben ist. Wir dĂŒrfen niemals vergessen, dass Gott „Vater“ ist, der Vater, der uns nicht richten, sondern uns willkommen heißen und uns Geschenke geben will; dass wir selbst es sind, die den Stab ĂŒber ihn brechen und das Urteil fĂ€llen, das uns von ihm trennt. Was der Vater uns anvertraut, ist ein Geschenk, es ist das ewige Leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, fĂŒhre mich in das innere meines Herzens, um dort zu hören, wie du heute zu mir sprichst und mich sendest. Ich will gehen und wirken, da, wohin du mich sendest. Welchen Auftrag habe ich heute zu erfĂŒllen?

Vorsatz: Ich will mich heute konkret fragen, was ich tun kann, um mit meinem Leben ein Zeugnis des Glaubens und der Liebe zu geben.


Die Kraft der Liebe Jesu

7. Mai 2020

Donnerstag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 13,16-20
Nachdem Jesus seinen JĂŒngern die FĂŒĂŸe gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht grĂ¶ĂŸer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwĂ€hlt habe, aber das Schriftwort muss sich erfĂŒllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke dass ich in deine Gegenwart kommen darf. Ich will mich fĂŒr dein Wort öffnen; ich will auf deine Stimme hören. Lass mich innerlich still werden und aufnehmen und verstehen, was du mir heute sagen willst. Schenke mir, Herr, ein offenes und hörendes Herz.

Bitte: Herr, stĂ€rke in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe.

1. Die Kraft der Liebe Jesu. Jesus hat Judas auch die FĂŒĂŸe gewaschen und er hat es wissentlich getan. Jesus, der Judas mit Wohlwollen behandelt, zeigt seine Herrlichkeit: In dieser Geste der Liebe zum Feind zeigt sich die FĂ€higkeit Jesu zu lieben. So sollen wir lieben, so werden wir gesandt: nicht etwa, um nach unseren kleinen MaßstĂ€ben zu lieben. Wir dĂŒrfen auf göttliche Weise lieben: in unserer Kleinheit und SchwĂ€che zeigt sich die Kraft der Liebe Jesu. Und wir sollen uns auch von diesem Wort Jesu herausfordern lassen: Wir alle haben etwas von Judas in uns, und anstatt Jesu liebevolle Gegenwart weiterzugeben, können wir ihn und seine Liebe verraten.

2. â€žWenn ihr danach handelt
“ Wir besitzen nicht die Kraft zu lieben: Sie kommt vom Herrn. Jesus hat uns auf verrĂŒckte, unvorstellbare Weise geliebt. Er ist derjenige, der in uns liebt, wenn wir von seiner Liebe ergriffen werden. Wenn wir sein Handeln gesehen haben, können wir so handeln, wie er uns lehrt und uns befiehlt. Daran wird man erkennen, dass wir von ihm gesandt wurden und so wird derjenige, der seine Gesandten empfĂ€ngt, mit seiner Anwesenheit belohnt. Mögen sie in uns die StĂ€rke der Liebe Desjenigen sehen, der uns gesandt hat.

3. â€žWer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf.“ Wenn man die Liebe der Abgesandten sieht, erscheint das schöne Gesicht der Kirche. Wir können mit unseren Taten die Regeln perfekt erfĂŒllen, aber dennoch uns selbst zum Zentrum haben. Wenn unsere Taten der Liebe gehorchen, jener Liebe, die uns sendet und als JĂŒnger auszeichnet, erscheint in uns die Freude der Nachfolge Jesu, und wir geben dieses GlĂŒck an jeden weiter, der uns empfĂ€ngt. Wenn die Liebe nicht von Christus spricht, der uns sendet, wenn sie seine Herrlichkeit nicht offenbart, verraten wir ihn, der uns aus Liebe erwĂ€hlt hat, und auch diejenigen, die uns in seinem Namen aufnehmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte dir wirklich begegnen. Zeige mir immer mehr, wer du bist. Dein Name und die Erfahrung deiner Liebe machen mich fĂ€hig, dir nachzufolgen. Lass zu, dass mein Leben von dir und deinen Werken Zeugnis ablegt. Deine Gnade leite mich und stĂ€rke mich im Alltag, in der Arbeit, in meiner Familie, in meiner Gemeinschaft.

Vorsatz: Meine Mitmenschen mit einem barmherzigen Herzen sehen, so wie Gott sie sieht.


Jesus, in dir kommt mein Herz zur Ruhe

8. Mai 2020

Freitag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 14,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz fĂŒr euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz fĂŒr euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, ich möchte dir jetzt mein Herz zu FĂŒĂŸen legen und nichts anderem Aufmerksamkeit schenken als nur deiner stillen Gegenwart in meinem Herzen.

Bitte: Jesus, lass mich in dir die Ruhe meines Herzens finden.

1. â€žEuer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!“ Verwirrung und Glaube sind einander entgegengesetzt. Verwirrt sein heißt, bloße Sehnsucht im Herzen tragen, ein aufgeregtes Herz haben, das keinen Frieden oder keine Ruhe finden kann, unzufrieden und Ă€ngstlich sein, keinen Ort finden, an dem das Herz ruht. Wer bin ich vor den anderen, oder fĂŒr mich selbst? Es ist das Rollenproblem, das Sicherheitsproblem: einen Platz fĂŒr das Herz zu haben. Wir fĂŒrchten um unsere Zukunft, fĂŒrchten uns vor Unsicherheit... Was können wir tun, damit unser Herz nicht unruhig wird? Diese Verwirrung ist die Ursache unserer kleinen SchwĂ€chen und unserer MittelmĂ€ĂŸigkeit: Was immer uns das GefĂŒhl der Sicherheit verleiht, wird nach und nach zu unserem Idol, das unserem Herzen nur einen Scheinfrieden gibt. Wir klammern uns an Dinge, Menschen, Projekte... als falsche Arznei fĂŒr ein unruhiges Herz.

2. â€žâ€Šeinen Platz fĂŒr euch bereiten.“ Der Übergang von der Verwirrung zum Glauben ist ein österlicher Schritt. Unsere Unsicherheit ist da und wir können sie nicht leugnen. Aber sie kann erlöst werden: Unsere Herzen können zum Frieden auferstehen. Glaube beinhaltet eine ganz besondere Art von StabilitĂ€t, sich auf etwas stĂŒtzen zu können. Aber eben weniger auf uns, unsere Sicherheiten und Idole. Die Besonderheit besteht darin, dass ein Akt der Verlassenheit dazugehört: Der Glaube setzt unsere Basis und unser Fundament in Gott. Jesus sagt uns, dass die Heimat fĂŒr unsere unruhigen Herzen ein grĂ¶ĂŸerer Ort ist.

3. â€žIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Thomas fragt sich: Wo ist der Weg zu diesem Ort? Und Jesus antwortet, dass Er selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Um zum Frieden unserer Herzen zu gelangen, brauchen wir keine Landkarte. Dieser großartige Ort ist das Herz Jesu, er ist seine Person: wer eine Beziehung zu Jesus eingeht, begibt sich auf den Weg des Friedens. Er ist Derjenige, der dich mit seiner Wahrheit erleuchtet und dir sein Leben gibt. In Christus findet unser Herz den Frieden, wir mĂŒssen ihn um die FĂŒlle des Lebens bitten. So gelangen wir zur RuhestĂ€tte unserer Seele.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, dass ich fĂŒr einen Moment bei dir verweilen kann und deine Gegenwart genießen darf. Ich möchte dir auch von meinen Sorgen erzĂ€hlen und sie mit dir teilen: (
) Danke, dass du dich dafĂŒr interessierst und mir aufmerksam zuhörst. Danke fĂŒr das riesige Geschenk deiner Freundschaft.

Vorsatz: Meinen Sorgen heute nicht allein, sondern mit Jesus begegnen. „Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kĂŒmmert sich um euch!“ (1 Petr 5,7)


Jesus, zeig mir den Vater

9. Mai 2020

Samstag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 14,7-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke, dass du mir den Vater offenbarst. Danke, dass ich zu denen gehören darf, die dich kennenlernen. Ich möchte dich loben fĂŒr dieses große Geschenk! Ich danke dir, Herr!

Bitte: Jesus, ich bitte dich, sprich du mich heute persönlich an. Erlaube mir, dir heute zu begegnen, und so in und mit dir dem Vater zu begegnen.

1. â€žWer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Christus zu kennen bedeutet, den Vater zu kennen, den GrĂ¶ĂŸten von allen, den niemand besiegen kann. Wir spĂŒren Bedrohungen und Ängste in unserem Leben, wir hegen Zweifel. Wenn wir Christus kennen, kennen wir den Vater, und das beseitigt alle Ängste und Unsicherheiten: Nichts kann uns mehr von der Liebe Christi trennen. Wir mĂŒssen unsere Armut und unser Elend zusammen mit Christus vor dem Vater leben. Unser Leben ist es, vor dem Vater zu stehen und seine Herrlichkeit zu sehen. Gott ist kein Gott der Verwirrung, von ihm kommt die höchste Ordnung: Gott liebt uns. Und das ist der Vater; sonst nichts.

2. â€žWer an mich glaubt, wird noch grĂ¶ĂŸere Werke vollbringen.“ Sie werden noch grĂ¶ĂŸere Dinge tun als ich. Danach sehnt sich unser Herz und das krönt meine Suche mit Erfolg: an Jesus zu glauben, ihn zu kennen, den Vater zu kennen und in ihm unseren Platz zu finden, unsere StĂ€rke. Wer weiß, wie viele außerordentliche und wunderbare Dinge wir in Gegenwart des Vaters tun können!

3. â€žâ€Šdamit der Vater im Sohn verherrlicht wird.“ Immer wenn wir im Namen des Herrn beten und handeln, sind wir in Gefahr, uns vor den Herrn zu stellen und seinen Namen als Vorwand zu benutzen, um uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Jesus sagt uns im Gegenteil: Was wirklich zĂ€hlt, ist die Herrlichkeit des Vaters, und deshalb bitten wir im Namen des Herrn, um die grĂ¶ĂŸere Herrlichkeit des Vaters. So wird alles, was wir verlangen, gewĂ€hrt und die Werke, die er durch uns tun kann, werden himmlisch sein. Aber wir sollen uns darin ĂŒben, uns selbst zurĂŒckzustellen und aus dem Zentrum zu entfernen; den Herrn immer in das Zentrum zu stellen. Was wichtig ist, ist nicht unser Ziel, unser Vorhaben, unser Ehrgeiz. Das Wichtige und Zentrale ist die Herrlichkeit Gottes und ihn durch uns handeln zu lassen. So wird Jesus in dem, was wir in seinem Namen tun, und durch das, worum wir in seinem Namen bitten, seinen Vater verherrlichen.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, lass mich heute deinen Sohn besser kennen lernen, ihn lieben, ihn nachahmen, und mit ihm und durch ihn dich verherrlichen.

Vorsatz: Ich möchte heute wĂ€hrend des Tages den Namen „Jesus“ in meinem Herzen einige Male wiederholen, und in seinem Namen den Vater um verschiedene Gnaden bitten.