Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. April 2020 bis Samstag 2. Mai 2020

Dritte Woche der Osterzeit

Br. Benedikt Mohr LC

Alle guten Dinge sind dreiSonntag
ÜbernatĂŒrlich denken!Montag
Das Brot des LebensDienstag
Gott öffnet sichMittwoch
Was ist Leben?Donnerstag
Es liegt ihm wohl wirklich am HerzenFreitag
Der Lebensgeist JesuSamstag


Alle guten Dinge sind drei

26. April 2020

Dritter Sonntag der Osterzeit (Jubilate)

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 21,1-14
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den JĂŒngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, NatanaĂ«l aus Kana in GalilĂ€a, die Söhne des ZebedĂ€us und zwei andere von seinen JĂŒngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die JĂŒnger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der JĂŒnger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gĂŒrtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen JĂŒnger mit dem Boot - sie waren nĂ€mlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfĂŒnfzig großen Fischen gefĂŒllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den JĂŒngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den JĂŒngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du von den Toten auferstanden bist, um mich zu erlösen und bei mir zu bleiben. Auch ich möchte dir begegnen, besonders jetzt in der gemeinsamen Zeit des Gebets.

Bitte: Jesus, lass mich bitte tiefer erkennen, was deine Auferstehung fĂŒr uns bedeutet.

1. Ein Bild: Christus ist die aufgehende Sonne. â€žAls es schon Morgen wurde...“ – Stell dir einen Sonnenaufgang vor. Er beginnt mit der DĂ€mmerung. Es ist schon etwas hell, aber die Sonne ist noch nicht sichtbar. Vereinzelt kommt ein Strahl nach dem anderen hinter dem BergrĂŒcken hervor. Es ist ein Moment des Wartens. Das ganze Alte Testament kann mit diesem Warten und den aufeinanderfolgenden Strahlen verglichen werden. Mit der Auferstehung hat Jesus viele Prophezeiungen des Alten Testaments erfĂŒllt. Nun ist die Sonne voll und ganz sichtbar. Nun ist es alles erleuchtet und von Licht erfĂŒllt. Jesus ist das Licht der Welt. So wie die Sonne fĂŒr alle scheint, so will auch Jesus fĂŒr alle Licht sein und jedes Herz zum Leuchten bringen. Lass dich von der WĂ€rme seiner Strahlen berĂŒhren!

2. Die FĂŒrsorge Christi. Jesus gibt den JĂŒngern wie schon bei ihrer Berufung einen Auftrag. „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus...“ Jedoch gibt er ihnen diesmal nicht nur Arbeit, sondern auch Nahrung, als sie ans Ufer kommen. Jesus hat fĂŒr die JĂŒnger ein Kohlenfeuer mit Fisch und Brot vorbereitet. Wenn wir gehorsam sind und die AuftrĂ€ge Jesu erfĂŒllen, dann können wir erst recht sicher sein, dass Jesus sich um uns sorgt und uns immer beisteht.

3. Gott streckt sich nach uns aus. â€žAls Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei...“ – Es ist schon unglaublich, dass Petrus nach drei Jahren des „Mit-Jesus-Unterwegs-Seins“ seinen Meister nicht erkennt. NatĂŒrlich gab es eine gewisse Distanz zum Ufer, aber trotzdem kann man einen guten Freund auch von der Ferne ausmachen, oder? Auch uns geht es oft wie Petrus. Oft erkennen wir den Herrn in unserem Leben nicht. Auch wir brauchen die Hilfe von Mitmenschen, um Jesus zu erkennen. Dass Petrus durch einen anderen JĂŒnger den Herrn erkennt, zeigt uns, dass Gott weiß, wie er zu uns sprechen muss, damit wir ihn in unserem Leben wahrnehmen können.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist das Licht der Welt. Du bist die strahlende Sonne des Morgens. Bringe bitte einen neuen Morgen in mein Leben und in deine Kirche. Denn ich glaube, dass du fĂŒr uns sorgst und dich sehr nach uns sehnst. Gleichzeitig möchte ich dir danken und dich fĂŒr all die Gnaden preisen, die du uns im Lauf der Geschichte erwiesen hast.

Vorsatz: Ich werde die nĂ€chste geistliche Leitung vereinbaren oder um einen geistlichen Leiter bitten, damit ich dadurch den Herrn und sein Wirken in meinem Leben besser erkennen kann.


ÜbernatĂŒrlich denken!

27. April 2020

Montag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Petrus Kanisius, Ordenspriester, Kirchenlehrer

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 6,22-29
In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen JĂŒngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die JĂŒnger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die NĂ€he des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine JĂŒnger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. MĂŒht euch nicht ab fĂŒr die Speise, die verdirbt, sondern fĂŒr die Speise, die fĂŒr das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was mĂŒssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist. Komm herab, und erfĂŒlle mein Herz. EntzĂŒnde in meiner Seele die Sehnsucht nach Gott und den himmlischen Dingen.

Bitte: Jesus, bitte schenk mir die Gnade, ĂŒbernatĂŒrlich zu denken.

1. Jesus gibt geistliche Antworten. Die Leute fragen, wann Jesus nach Kafarnaum gekommen ist. Doch Jesus scheint etwas Wichtigeres als ein bisschen Smalltalk im Sinn zu haben. Er will ĂŒber das Brot sprechen, dass wirklich satt macht und ewiges Leben gibt. Er will den Austausch auf etwas Wesentliches, nĂ€mlich auf den Himmel ausrichten. Wie oft versuche ich, meinen GesprĂ€chen einen geistlichen Charakter zu geben, um so Jesus nachzuahmen und auch andere auf den Weg zu Gott zu bringen?

2. Die Speise fĂŒr das ewige Leben. Viele von uns wĂŒnschen sich mehr Wunder fĂŒr unsere Zeit, denn solche Zeichen wĂŒrden unseren Glauben stĂ€rken und seine Richtigkeit bestĂ€tigen. Jesus kommentiert, dass die Leute ihn aber nicht wegen seiner Zeichen suchen, sondern wegen der Brote, die sĂ€ttigen. Jesus scheint das aber auch zu befĂŒrworten. Es liegt ihm also mehr an diesen Broten. Und was ist das? Es sind zwei Dinge. Einerseits ist das Brot, die Eucharistie, fĂŒr Jesus so wertvoll, weil er sich selbst darin hingibt („[Speise,] die der Menschensohn euch geben wird“) und andererseits, weil sie uns die Vereinigung mit Gott ermöglicht („die Speise, die fĂŒr das ewige Leben bleibt“).

3. Der Glaube ist eine Gabe Gottes. Der Glaube ist eine Tugend und ein Geschenk Gottes. Als Tugend erfordert Glaube unsere Mitarbeit. „Werk“ soll verdeutlichen, dass wirklich Arbeit dahintersteckt, unsere Mit-arbeit, unser Nachdenken, unser Zustimmen etc. Gott lĂ€sst uns mit dieser Arbeit aber nicht allein. Vielmehr ist der Glaube Werk „Gottes“. Er arbeitet also auch selbst daran und sein Beitrag geht dem unseren voraus. Denn zuerst steht, dass es das „Werk Gottes“ ist und erst im zweiten Teil kommt „dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr dein Vorbild, deine Eucharistie und die Gabe des Glaubens. Damit hast du mich wirklich reich beschenkt. Ich will dir sagen, dass deine Geschenke mein grĂ¶ĂŸter Reichtum sind. Ich will sie immer in Ehren halten und immer als kostbar und wertvoll ansehen.

Vorsatz: Heute will ich zumindest einem meiner GesprĂ€che einen geistlichen Charakter verleihen.


Das Brot des Lebens

28. April 2020

Dienstag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Peter Chanel, Priester, MĂ€rtyrer
Hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort, GrĂŒnder dreier Ordensgemeinschaften

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 6,30-35
In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere VĂ€ter haben das Manna in der WĂŒste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme jetzt zu dir, so wie ich bin. Danke, dass du mich annimmst und liebst. DemĂŒtig will ich die Wahrheit suchen und aussprechen - die Wahrheit, dass du Gott bist und ich ein Mensch. Ich brauche dich, mein Gott!

Bitte: Jesus, bitte lass mich tiefer erkennen, wie viel Gutes du fĂŒr mich tust und wer du wirklich bist.

1. Nicht nur Tun, sondern auch Sein. â€žWas tust du?“ ist die Frage der Menge an Jesus. Doch Jesus geht es in dieser Situation nicht so sehr ums Tun. Er gibt keine direkte Antwort. Jesus geht es mehr ums Sein. Er ist das Brot des Lebens. Da dies fĂŒr die Menge und fĂŒr uns nicht so leicht zu verstehen ist, möchte er es betonen und unsere Augen darauf richten. Jesus ist das Brot des Lebens. Aber was kann diese Stelle uns sagen? Wenn wir auf uns blicken, mĂŒssen wir wahrscheinlich zugeben, dass wir uns oft in unserem Tun verlieren. Jesus will uns daran erinnern, auf unser Sein zu achten und darauf, wer wir sind: geliebte Kinder Gottes.

2. Der Vater der VĂ€ter. Dass Jesus seinen Blick auf andere und nicht primĂ€r auf sich gerichtet hat, wird auch dadurch offenbar, dass er den Vater der VĂ€ter, seinen und unseren Vater – Gott Vater –, erwĂ€hnt. Er will klarstellen, dass nicht Mose, sondern der himmlische Vater fĂŒr das Brot vom Himmel verantwortlich war. Es scheint, als hĂ€tte die Menge diese Wahrheit ein wenig aus den Augen verloren. Aber Jesus, immer mit dem Vater vereint, weiß, dass alles Gute aus der liebenden Hand seines Vaters kommt. Wissen auch wir das und betonen wir es?

3. Das Brot gibt der Welt das Leben. Ohne Nahrung gibt es keine Lebenserhaltung. Wenn Jesus das Brot des Lebens ist, bedeutet das, dass mein Leben von Jesus kommt und dass er es ist, der mein Leben erhĂ€lt. Er hat uns so viel geschenkt. Oft sehen wir es als selbstverstĂ€ndlich an, aber das ist es nicht. Danke ich Gott regelmĂ€ĂŸig fĂŒr all das Gute und besonders dafĂŒr, dass er mich mit dem Brot des Lebens ernĂ€hrt – nĂ€mlich mit seinem Sohn Jesus in der Eucharistie?

GesprĂ€ch mit Christus: Gott, du bist groß und unergrĂŒndlich. Diese Geheimnisse deines Seins und deiner Gegenwart in der Eucharistie sind fĂŒr mich manchmal schwer zu verstehen. Deswegen möchte ich dich um die Gnade bitten, dich tiefer zu erkennen. Auch ist es so erstaunlich, dass ich an dir und deiner Heilsgeschichte mit uns Menschen teilhaben darf. Werde du immer mehr zu meinem Leben!

Vorsatz: Ich werde Gott fĂŒr einen Menschen danken, mit dem ich nicht so gut klarkomme. Denn Gott ist der Vater aller. Somit sind wir alle BrĂŒder und Schwestern.


Gott öffnet sich

29. April 2020

Hl. Katharina von Siena, Ordensfrau Kirchenlehrerin
Fest

Br. Benedikt Mohr LC

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist nicht nur irgendjemand, sondern mein Herr und mein Gott. Darum ist jedes GesprĂ€ch mit dir etwas ganz Besonderes. Dessen bin ich mir bewusst und darum lasse ich mein Herz und meine Gedanken zur Ruhe kommen, um ganz bei dir zu sein.

Bitte: Jesus, nimm mein Herz aus Stein und setz mir deines ein. Denn ich will ein Herz, das sich wie das deine fĂŒr andere öffnet.

1. Offenbarung an UnmĂŒndige. Die heutige Tagesheilige, die hl. Katharina von Siena, könnte man als UnmĂŒndige einstufen. Sie war eine Frau aus dem 14. Jahrhundert, also zur Zeit der spĂ€tmitteralterlichen Kirche. Vielen Vorurteilen nach hĂ€tte sie als Frau in dieser Zeit nicht viel bewirken können und schon gar nicht in der Kirche. Doch Gott ist grĂ¶ĂŸer als unser menschliches Denken. Er hat es mit seiner Gnade so gefĂŒgt, dass Katharina sogar einen Papst, nĂ€mlich Papst Gregor XI., ĂŒberzeugen konnte, nach fast 70 Jahren Papsttum in Avignon, nach Rom zurĂŒckzukehren. Gott möchte durch uns Menschen sprechen. Bin ich offen dafĂŒr?

2. Sich-Mitteilen hat etwas Göttliches. Jesus sagt uns, dass sein Vater ihm alles ĂŒbergeben hat. Dieses Kennen des Vaters, was alles ist, kann Jesus nicht fĂŒr sich behalten. Auch er will es weitergeben und uns offenbaren. Sich-Mitteilen scheint also etwas Göttliches an sich zu haben. Darum will ich es nicht als selbstverstĂ€ndlich ansehen, wenn eine Person sich mir öffnet. Zeige ich gebĂŒhrende Ehrfurcht und Respekt, wenn ein Mensch es mir gegenĂŒber tut? Dadurch kann ich die drei Personen der Hl. Dreifaltigkeit und ihre Beziehungen untereinander nachahmen. Und dieses Nachahmen Gottes ist ja das, was unser christliches Leben ausmacht.

3. Ruhe fĂŒr die Seele. Ja, ich will Ruhe fĂŒr meine Seele. Aber wie? In Jeremia 6,16 heißt es: „Stellt euch an die Wege und haltet Ausschau, fragt nach den Pfaden der Vorzeit, fragt, wo der Weg zum Guten liegt; geht auf ihm, so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele!“ Die Suche nach dem Guten und dessen ErfĂŒllung wird unseren Seelen also Ruhe bringen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Ziemlich oft fĂŒhlt sich das Gute nĂ€mlich als schweres Joch an. Was uns da motivieren kann, ist ein Blick auf das Gewissen. Das Gute mag zwar gefĂŒhlt oft schwer sein, aber andererseits macht es unser Gewissen frei und leicht. Umgekehrt ist mit dem Joch des Bösen. Oft ist es gefĂŒhlt leichter, das Böse zu tun, aber es bringt auch eine drĂŒckende Last fĂŒr unser Gewissen mit sich. Dann wĂ€hle ich doch lieber das Gute – die Ruhe fĂŒr meine Seele.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du uns den Vater offenbart hast. Es ist umwerfend zu wissen, wie sehr sich Gott uns gegenĂŒber öffnet und wie groß und schön seine Ideen fĂŒr uns sind. Danke, dass du die Offenheit Gottes auch am Kreuz sichtbar gemacht hast. Danke, dass du fĂŒr mich deine Seite geöffnet hast und die daraus fließenden Sakramente meiner Seele Ruhe schenken.

Vorsatz: Ich will heute besonders aufmerksam zuhören und es nicht als selbstverstĂ€ndlich ansehen, wenn eine Person sich mir mitteilt.


Was ist Leben?

30. April 2020

Donnerstag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Pius V., Papst

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 6,44-51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir fĂŒhrt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden SchĂŒler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure VĂ€ter haben in der WĂŒste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin fĂŒr das Leben der Welt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist fĂŒr mich gestorben. Deswegen möchte ich fĂŒr dich leben und dich lieben. Mit dir möchte ich zum neuen Leben auferstehen. Danke, dass ich schon jetzt Gemeinschaft mit dir haben kann. Die nĂ€chsten Minuten sollen ganz dir gehören.

Bitte: Jesus, bitte werde du immer mehr zum Fundament und Grund meines Lebens.

1. Zu Jesus finden. Viele von uns sehnen sich danach, dass alle Menschen, besonders unsere Freunde und Bekannte, zum wahren Leben in Jesus finden. Jesus sagt uns, dass niemand zu ihm kommen kann, wenn nicht der Vater ihn zu ihm fĂŒhrt. Bitten wir also den Vater mit vollem Vertrauen, dass er unsere Lieben Jesus zufĂŒhrt. Den Zeitpunkt wollen wir dem Herrn ĂŒberlassen. Vielleicht lĂ€sst er es erst ganz am Ende geschehen. Wie es auch kommen mag, wir haben seine feste Zusage: „Ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“

2. Das lebendige Brot. Was macht etwas lebendig? Was ist die Definition von Leben? Das sind Fragen, auf die es keine so einfachen Antworten gibt. Biologie will diese Fragen beantworten, aber auch unser Glaube. Das Lebendige in unserem Glauben ist in erster Linie eine Person – nĂ€mlich Jesus Christus. Jesus ist das lebendige Brot, das in der Eucharistie fĂŒr uns anwesend ist. Wie genial ist es, dass Jesus 24 Stunden am Tag 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr lang mit seinem auferweckten Leib in der Eucharistie gegenwĂ€rtig ist! Er wartet immer auf uns und will uns zuhören. Wer ist so still und gesprĂ€chsbereit wie er? Oft haben wir den Drang etwas zu erzĂ€hlen. Wie oft gehen wir zu ihm, der das grĂ¶ĂŸte und beste Ohr zusammen mit dem liebendsten Blick fĂŒr uns hat?

3. Brot oder Fleisch? Entschuldigung Jesus, aber ich bin verwirrt. Ist es nun Brot oder Fleisch, von dem du sprichst und was ist die Eucharistie? Die Eucharistie sieht nach Brot aus, ist aber in Wirklichkeit Fleisch/Leib Jesu. Warum diese Wandlung von Brot zu Fleisch? Jesus wollte fĂŒr immer bei uns bleiben. DafĂŒr hat er Brot ausgewĂ€hlt, eine Speise, die wir alle kennen und schĂ€tzen, die unblutig und haltbar ist. Brot war zur damaligen Zeit und ist vielfach noch heute das billigste und verfĂŒgbarste Nahrungsmittel. Alle sollten die Möglichkeit haben, zu ihm zu kommen. NatĂŒrlich bringt das Gefahren mit sich, aber Gott setzt sich im Sakrament der Eucharistie lieber dem Missbrauch aus, als fĂŒr die Seinen nicht gegenwĂ€rtig zu sein. Und dass Jesus uns in diesem Brot sein eigenes Fleisch gibt, zeigt, dass er uns alles – sich selbst - geben will.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du denkst so groß und deine Liebe ist so tief. Ich kann es nicht fassen, dass das Kostbarste - dein Leib - die Grundlage unseres Lebens, nĂ€mlich unser tĂ€gliches Brot sein soll. Obendrauf gibst du damit Leben in Ewigkeit. Danke! Ich will dich verehren mit allem, was ich habe und mit allem was ich bin.

Vorsatz: Ich werde Christus in der Eucharistie besuchen und ihm fĂŒr dieses große Geschenk danken.


Es liegt ihm wohl wirklich am Herzen

1. Mai 2020

Freitag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Josef, der Arbeiter

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 6,52-59
In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die VĂ€ter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich liebe dich. Du hast mir nichts vorenthalten und alles fĂŒr mich gegeben. Du hast dich selbst fĂŒr mich hingegeben. Ich will dir sagen, dass ich das unendlich schĂ€tze. Deswegen will auch ich mich dir ganz hingeben.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir, so zu lieben, wie du liebst.

1. Jesus fĂŒhrt uns langsam, aber sicher heran. Jesus hat ein weises Herz, das uns Menschen geduldig, aber entschlossen schrittweise in die Wahrheit einfĂŒhrt. Denn die Lehre von seiner Anwesenheit in der Eucharistie ist nicht leicht zu verstehen und anzunehmen. Schauen wir also, wie bewundernswert Jesus es macht: In dieser seiner Rede ĂŒber das Himmelsbrot spricht er zunĂ€chst nur von „Brot“ und „Leben/lebendig.“ Diese Begriffe verwendet er insgesamt jeweils 14 Mal oder mehr. In der heutigen Stelle spricht er dreimal vom „Brot“ und fĂŒnfmal von „Leben/lebendig.“ Hier gegen Ende der Rede verbindet er diese Begriffe mit „Fleisch“ (fĂŒnfmal) und „Blut“ (viermal). Und das hat einen bedeutenden Grund: Jesu Fleisch und Blut sind uns Speise und Trank fĂŒr das ewige Leben.

2. Zwei Wunder in der hl. Messe. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, aber das Erstaunliche ist, dass wir jeden Tag einem Wunder beiwohnen können. Genauer gesagt sind es zwei Wunder – beide wĂ€hrend der hl. Messe. Das erste Wunder ist, dass Gott durch die Wandlungsworte des Priesters Brot und Wein in das Fleisch und Blut Jesu umwandelt. Das zweite ist, dass Jesu Leib und Blut weiterhin die Gestalten von Brot und Wein behalten, obwohl es in Wirklichkeit Jesu Fleisch und Blut ist. Verborgen unter diesen Gestalten ist es vielleicht schwerer, daran zu glauben, aber es ist leichter, die Eucharistie zu sich zu nehmen. Und wie Jesus lehrt, ist der Empfang wichtig, denn „wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“

3. Die Eucharistie ist immer „verehrbar“. Jesus sehnt sich danach, im Sakrament der Eucharistie zu dir zu kommen. Empfangen wir die Kommunion immer demĂŒtig in dem Bewusstsein, dass es ein unfassbar großes Geschenk Gottes ist! Allerdings können wir in Zeiten des Coronavirus vielleicht nicht immer zur Kommunion gehen. Manchmal sind wir vielleicht auch nicht im Stand der Gnade. Doch auch in diesen Situationen können wir die Eucharistie verehren, indem wir Jesus nicht sakramental, sondern auf geistige Weise empfangen. Wir verehren ihn dann dadurch, dass wir ihm unseren Glauben, unseren Respekt und unsere Achtung vor solch großem Geheimnis ausdrĂŒcken. Jesus weiß um unsere Gesinnung und weiß sich auch dadurch verehrt. Gleichzeitig hört seine Sehnsucht nach dieser tiefen, sakramentalen Vereinigung mit uns nie auf und dementsprechend sollte auch unsere Sehnsucht nach ihm groß sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie zeige ich dir meine Verehrung? Wie möchtest du von mir verehrt werden? Ich frage dich das, weil ich weiß, dass du ein eifersĂŒchtiger Gott bist (Ex 20,5). Auch ich eifere nach dir und bin dir dankbar, dass du dich in der Eucharistie finden lĂ€sst.

Vorsatz: Bei meiner nĂ€chsten Teilnahme an einem Gottesdienst werde ich mir die Lehre ĂŒber die Eucharistie und die eucharistischen Wunder bewusst machen und den Herrn dafĂŒr anbeten.


Der Lebensgeist Jesu

2. Mai 2020

Hl. Athanasius, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Benedikt Mohr LC

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der JĂŒnger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unertrĂ€glich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine JĂŒnger darĂŒber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nĂŒtzt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nĂ€mlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten wĂŒrde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele JĂŒnger zurĂŒck und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich kann die Menschen dieser Evangeliumsstelle gut verstehen. Denn auch mir geht es immer wieder so, dass ich mich mit deiner Lehre schwertue. Doch ich weiß, dass du es mit mir und jedem Menschen nur gut meinst. Darum möchte ich mich jetzt im Gebet ganz auf dich und deine GĂŒte einlassen.

Bitte: Jesus, bitte gib mir die Gnade, die FĂŒlle deiner Lehre immer mehr zu erkennen und anzunehmen.

1. Wollt auch ihr gehen? In dieser Frage schwingt mit, dass Jesus uns die Freiheit lĂ€sst, ihm zu folgen oder nicht. Auch etwas Melancholie ist dabei. Jesus möchte, dass wir bei ihm bleiben. Denn seine anspruchsvolle Lehre zeigt, dass er nur das Beste fĂŒr uns will. Die Frage ist, wie sehr sich die Leute wirklich mit Jesus und seiner Lehre auseinandergesetzt haben. Diese Frage ist auch mir gestellt. Wie sehr setze ich mich mit Jesus und seiner Lehre auseinander? Wie kann ich Jesus und seine Kirche noch mehr kennenlernen?

2. Jesus nimmt uns an. Diese Stelle beschreibt den Höhepunkt der PredigttĂ€tigkeit Jesus in GalilĂ€a. Wenn wir auf das Ende sehen, erkennen wir, dass Judas Iskariot Jesus verraten wird. Jesus wusste das schon von Anbeginn an. Und trotzdem nahm er Judas in den Kreis der zwölf Apostel auf. So nimmt er jeden Menschen auf, egal in welcher Verfassung er ist. Er muss sich ihm nur nĂ€hern wollen. Bin auch ich bereit, andere bedingungslos anzunehmen? Kann ich unter denen, die bei Jesus bleiben, auch diejenigen aushalten, die Schwierigkeiten bereiten?

3. Der Geist, der lebendig macht. Dieser Satz ist natĂŒrlich in erster Linie an unser geistliches Leben adressiert. Doch diese Wahrheit hat selbst eine physische Komponente. Jeder Mensch, auch ein Baby im Mutterleib, lebt zwar aufgrund seiner funktionierenden Zellorganismen, aber zuallererst dank seiner Seele, die er von Gott bekommen hat. Denn der Mensch ist Leib und Seele. Und Gottes Geist ist es, der beides in uns lebendig macht.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich sehne mich nach einem lebendigen geistlichen Leben, das sich um dich dreht. Damit meine ich mein persönliches geistliches Leben, aber auch das deiner Kirche. Nur dein Geist kann mir und uns die Dynamik dafĂŒr geben. Herr, schenk uns deinen Geist!

Vorsatz: Ich möchte mich einem Menschen, mit dem ich Schwierigkeiten habe, annĂ€hern und das GesprĂ€ch suchen.