Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. April 2020 bis Samstag 18. April 2020

Osteroktav

Anton Stehmer

Christus ist wahrhaft auferstandenSonntag
Begreift ihr denn nicht?Montag
Echte und falsche Zeugen der AuferstehungDienstag
Warum weinst du?Mittwoch
Zeugen der AuferstehungDonnerstag
Ohne Worte ├╝berzeugenFreitag
Verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!Samstag


Christus ist wahrhaft auferstanden

12. April 2020

Ostersonntag

Anton Stehmer

Joh 20,1-9
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr├╝hmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem J├╝nger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere J├╝nger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere J├╝nger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schwei├čtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere J├╝nger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Am ersten Tag der Woche ist Christus auferstanden. Heute feiern wir das gr├Â├čte Fest in dieser Welt, die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Eine Feier voller Dankbarkeit und Lobpreis. Der Beginn einer neuen Zeit. Die Texte dieser Woche zeigen uns jedoch, wie schwer die J├╝nger sich taten, an die Auferstehung Jesu zu glauben. Wir k├Ânnen viel davon lernen.Der erste Tag der Woche, ist bei den Juden, der erste Arbeitstag. F├╝r uns Christen beginnt die Woche aber am Sonntag, obwohl viele meinen, es w├Ąre der Montag. Wir beginnen die Woche mit dem Sonntag, weil es der Tag der Auferstehung Jesu Christi ist. Der Tag, an dem Jesus S├╝nde und Tod ├╝berwand und in Herrlichkeit auferstand. Durch die Auferstehung hat uns Jesus schon jetzt eine neue Qualit├Ąt des Lebens gebracht. Ungerechtigkeit, S├╝nde und Tod existieren weiter, aber sie haben nicht mehr das letzte Wort. Schicksalsschl├Ąge verlieren an Macht. Sie werden alle durch den Auferstehungsglauben ├╝berwunden. Durch den Glauben an die Auferstehung Jesu k├Ânnen wir jubeln und uns freuen ÔÇô und das in einer verwirrten und finsteren Welt. Durch den Glauben an die Auferstehung Jesu k├Ânnen wir mutig die Herausforderungen der neuen Woche angehen. Leben wir jeden Tag aus der Kraft der Auferstehung. So kann jeder Tag ein Sonntag werden.

2. Maria von Magdala schlussfolgerte gef├╝hlsm├Ą├čig. Die J├╝nger und J├╝ngerinnen Jesu hatten dramatische Tage erlebt. Maria von Magdala hatte solch eine Sehnsucht nach Jesus, dass sie noch vor Tagesanbruch, als es noch dunkel war, zum Grab kam. Sie sah den von der Grabkammer wegger├╝ckten Stein. Vielleicht schaute sie auch gar nicht in das Grab hinein, sondern schlussfolgerte, dass jemand Jesu Leichnam weggenommen haben m├╝sse. Jedenfalls kam sie v├Âllig aufgel├Âst bei den J├╝ngern an und versetzte diese in gro├če Aufregung. Wir k├Ânnen Maria gut verstehen. Eine dramatische Lage setzt uns starken Gef├╝hlswallungen aus. Trotzdem m├╝ssen wir lernen, dramatische Situationen mit dem Auferstehungsglauben zu betrachten.

3. Johannes sieht und glaubt. Auf die Botschaft Marias hin st├╝rmten Petrus und Johannes zum Grab. Johannes war schneller als Petrus dort, schaute in das Grab hinein und sah die Leinenbinden. Als Petrus kam, gingen sie hinein. Johannes sah alles genau an und bemerkte, dass das Schwei├čtuch Jesu zusammengebunden an einem besonderen Ort lag. Wir wissen nicht, was Petrus dachte, aber Johannes sagt ├╝ber sich: Er sah und glaubte. Johannes hatte alles miterlebt und war als einziger J├╝nger bei der Kreuzigung Jesu dabei gewesen. Johannes sah die Ereignisse aus dem Glauben an Jesus, darum konnte das, was er sah, nur bedeuten, dass Jesus auferstanden war. Die Auferstehung Jesu ist keine Gef├╝hlsduselei, es ist eine Tatsache, die nur durch den Glauben erfassbar wird.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du bist auferstanden. Doch wie schwer tun wir uns, es zu glauben, wenn schwierige oder dramatische Ereignisse uns begegnen. Hilf uns, alles mit dem Auferstehungsglauben zu betrachten.

Vorsatz: Feiern wir ganz bewusst diese Oktav. Machen wir heute ein gro├čes Fest, aus Freude ├╝ber die Auferstehung Jesu. Beginnen wir jeden Tag dieser Woche mit den Worten: Christus ist auferstanden! Ja, er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!


Begreift ihr denn nicht?

13. April 2020

Ostermontag
Hl. Martin I., Papst und M├Ąrtyrer

Anton Stehmer

Lk 24,13-35
Am ersten Tag der Woche waren zwei von den J├╝ngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander ├╝ber all das, was sich ereignet hatte. W├Ąhrend sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das f├╝r Dinge, ├╝ber die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hie├č Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht wei├čt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, m├Ąchtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und F├╝hrer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erl├Âsen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in gro├če Aufregung versetzt. Sie waren in der Fr├╝he beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zur├╝ckkamen, erz├Ąhlten sie, es seien ihnen Engel erschienen und h├Ątten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer f├Ąllt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift ├╝ber ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie dr├Ąngten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zur├╝ck, und sie fanden die Elf und die anderen J├╝nger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erz├Ąhlten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Blinde Emmausj├╝nger. Am ersten Tag der Woche ergriffen zwei J├╝nger Jesu die Flucht und waren auf dem Weg nach Emmaus. Als sie durch den Bericht der Frauen h├Ârten, dass man Jesu Leichnam weggenommen h├Ątte und sp├Ąter dann, dass Jesus auferstanden sei, war es ihnen wohl zu viel. Hatten sie doch gehofft, dass Jesus der Messias sei und Israel erl├Âsen werde. Ihre Entt├Ąuschung ├╝ber Jesus war sehr gro├č. Sie waren v├Âllig blind f├╝r Gottes Erl├Âsungsplan.

2. Bibelstudium hilft gegen geistliche Blindheit. Pl├Âtzlich gesellte sich ein Unbekannter ihnen zu. Sie klagten dem Fremden ihr ganzes Leid, ohne zu erkennen, dass sie es dem auferstandenen Jesus klagten. Da begann der Fremde mit ihnen ein Bibelstudium. Binnen weniger Stunden erkl├Ąrte er ihnen anhand des Alten Testamentes, dass der Messias dies alles erleiden musste, um in seine Herrlichkeit einzugehen. Die Schrift legt Zeugnis daf├╝r ab, dass Jesu Tod und Auferstehung kein Zufall sind, sondern in Erf├╝llung der Schrift, die den Heilsplan Gottes beschreibt, geschahen. Vom Geist Gottes geleitetes Bibelstudium hilft gegen geistliche Blindheit.

3. Den J├╝ngern gingen die Augen auf. Den J├╝ngern brannte das Herz und sie dr├Ąngten den Fremden, bei ihnen zu bleiben. Als sie nun bei Tisch waren und der Fremde das Brot brach, den Lobpreis sprach und ihnen das Brot gab, gingen ihnen die Augen auf. Sie erkannten nun, wer der war, der ihre Herzen zum Brennen gebracht hatte. Nun hinderte sie nicht einmal die Nacht, den J├╝ngern die frohe Botschaft zu bringen. Wenn wir Jesus von Herzen suchen, wird er unsere geistlichen Augen ├Âffnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Wie schwer fiel es doch den beiden J├╝ngern, den auferstanden Jesus zu erkennen, weil sie in ihren eigenen Vorstellungen gefangen waren. Aber du, Herr, hast ihnen geholfen, dich zu erkennen. Hilf auch mir, dich zu erkennen!

Vorsatz: Feiere heute aus Dankbarkeit ein Fest, da Jesus dir die Augen deines Geistes ge├Âffnet hat.


Echte und falsche Zeugen

14. April 2020

Dienstag der Osteroktav

Anton Stehmer

Mt 28,8-15
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verlie├čen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und gro├čer Freude zu seinen J├╝ngern, um ihnen die Botschaft zu verk├╝nden. Pl├Âtzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegr├╝├čt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine F├╝├če. Da sagte Jesus zu ihnen: F├╝rchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Br├╝dern, sie sollen nach Galil├Ąa gehen, und dort werden sie mich sehen. Noch w├Ąhrend die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den W├Ąchtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den ├ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erz├Ąhlt den Leuten: Seine J├╝nger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w├Ąhrend wir schliefen. Falls der Statthalter davon h├Ârt, werden wir ihn beschwichtigen und daf├╝r sorgen, dass ihr nichts zu bef├╝rchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Ger├╝cht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Echte Zeuginnen der Auferstehung. Die Sehnsucht nach Jesus trieb die beiden Frauen mit Namen Maria zum Grab ÔÇô noch vor der Morgend├Ąmmerung. Als sie ankamen, ersch├╝tterte den Ort ein gewaltiges Erbeben und ein Engel w├Ąlzte den schweren Stein vom Zugang des Grabes weg. Die W├Ąchter fielen vor Angst wie tot zu Boden. Der Engel sprach die Frauen an: F├╝rchtet euch nicht! Ich wei├č, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann sandte er sie aus, den J├╝ngern die frohe Botschaft zu bringen. Voll Furcht und Freude eilten sie zu den J├╝ngern als erste Zeugen der Auferstehung Jesu.

2. Der auferstandene Jesus festigte ihren Glauben an die Auferstehung. Auf dem Weg zu den J├╝ngern offenbarte sich ihnen der auferstandene Herr. Jesus gab ihnen eine konkrete Botschaft f├╝r die J├╝nger. Sie wollten Jesus festhalten, um bei ihm zu bleiben. Sie begriffen noch nicht, dass der auferstandene Herr immer bei ihnen sein w├╝rde. Der Herr festigte ihren Glauben an die Auferstehung.

3. Falsche Zeugen sind nicht logisch. W├Ąhrend die Frauen unterwegs waren, kamen die W├Ąchter wieder zur Besinnung, liefen zu den Hohepriestern und berichteten alles. Diese begriffen ganz klar, was f├╝r eine Wirkung diese Nachricht haben w├╝rde. Darum bestachen sie die W├Ąchter mit viel Geld und lie├čen ein Ger├╝cht verbreiten, das ganz vern├╝nftig klang, aber v├Âllig unlogisch war. Dem Zeugnis der Christen f├╝r die Auferstehung Jesu stehen immer falsche Zeugen und b├Âse Ger├╝chte gegen├╝ber. Aber die Wahrheit kommt doch ans Licht.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, wenn ich Zeugnis f├╝r dich ablege, sp├╝re ich auch Gegenwind. Doch ich will mich davon nicht abschrecken lassen. Du bist auferstanden und ich will es weiter bezeugen.

Vorsatz: Feiere heute ein Fest f├╝r alle Zeugen der Auferstehung (lies Hebr├Ąer Kapitel 11 bis 12,3).


Warum weinst du?

15. April 2020

Mittwoch der Osteroktav
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann

Anton Stehmer

Joh 20,11-18
In jener Zeit stand Maria drau├čen vor dem Grab und weinte. W├Ąhrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in wei├čen Gew├Ąndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F├╝├če des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich wei├č nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G├Ąrtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebr├Ąisch zu ihm: Rabbuni!, das hei├čt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br├╝dern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den J├╝ngern und verk├╝ndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Einf├╝hrendes Gebet:  Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Frau, warum weinst du? Der Verfasser Johannes berichtet hier besonders ├╝ber die Reaktion von Maria von Magdala. Sie ist total ersch├╝ttert davon, dass man den Leichnam Jesu weggenommen haben k├Ânnte. Sie will es nicht wahrhaben und schaut nochmals in die Grabkammer. Da sieht sie in wei├čen Gew├Ąndern zwei Engel sitzen. Sie erschrak nicht einmal vor ihnen. Die Engel sprachen sie an und sagten: Frau, warum weinst du? Diese Engel wollten Maria aus ihrer Verzweiflung heraushelfen.

2. Gefangen in der eigenen Gedankenwelt. Die Engel waren hilflos gegen├╝ber Maria von Magdala. Da trat der auferstandene Jesus in ihr Leben und sprach sie an: ÔÇ×Frau, warum weinst du? Wen suchst du?ÔÇť Sie war so sehr gefangen in ihrem Denken, dass sie Jesus nicht mehr erkannte. Sie hielt ihn f├╝r den G├Ąrtner. Jesus sprach nun ihren Namen in einer Befehlsform aus: Maria! Das befreite sie aus ihrer Fixierung in die eigene Gedankenwelt. Man kann schnell durch eine schwierige Lage fixe Gedanken bekommen. Eine geistliche Begleitung, oder ein gutes Beichtgespr├Ąch k├Ânnen uns ├Âffnen und dabei helfen, aus gedanklichen Gef├Ąngnissen befreit zu werden.

3. Wen suchst du? Die zweite Frage Jesu an sie lautete: Wen suchst du? Maria hing sehr mit ÔÇ×menschlichen FasernÔÇť an Jesus. Sie wollte ihn festhalten. Aber Jesus musste zum Vater gehen, um Gottes Erl├Âsungsplan zu erf├╝llen. Sie musste begreifen lernen, dass sie nicht mehr den irdischen, sondern den auferstandenen Jesus suchen solle. Jesus machte Maria dann zur Zeugin der Auferstehung, d.h. sie sollte den traurigen J├╝ngern zeigen, wen sie suchen sollen: den auferstandenen Herrn.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, wenn wir in unserem Herzen weinen, dann hilf uns bitte heraus. Ohne deine Hilfe schaffen wir es nicht, aber mit deiner Hilfe schon. Danke daf├╝r.

Vorsatz: Heute feiere ich ein Fest zum Dank daf├╝r, dass Jesus mich aus meiner eigenen, zu kleinen Gedankenwelt herausgeholt hat.


Zeugen der Auferstehung sollte man glauben

16. April 2020

Donnerstag der Osteroktav
Hl. Bernadette Soubirous, Seherin von Lourdes, Ordensfrau

Anton Stehmer

Lk 24,35-48
Die beiden J├╝nger, die von Emmaus zur├╝ckgekehrt waren, erz├Ąhlten den Elf und den anderen J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. W├Ąhrend sie noch dar├╝ber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten gro├če Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine H├Ąnde und meine F├╝├če an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein St├╝ck gebratenen Fisch; er nahm es und a├č es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erf├╝llung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen ├╝ber mich gesagt ist. Darauf ├Âffnete er ihnen die Augen f├╝r das Verst├Ąndnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Zweifel an der Auferstehung. Mit gro├čer Begeisterung berichteten die Emmausj├╝nger den J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie den auferstandenen Jesus erkannt hatten. W├Ąhrend sie noch ihr Zeugnis ablegten, trat Jesus selbst in ihre Mitte. Jesus gr├╝├čte sie: ÔÇ×Friede sei mit euch!ÔÇť Doch sie reagierten mit Angst und Best├╝rzung. Jesus tadelte sie: ÔÇ×Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in euren Herzen solche Zweifel aufkommen?ÔÇť Wer an der Auferstehung Jesu zweifelt, hat keinen Frieden in sich. Wer sie im Glauben annimmt, empf├Ąngt diesen Frieden. Heute sagt man, dass Zweifeln gut sei, dass eine kritische Einstellung den m├╝ndigen B├╝rger auszeichnet. Wenn wir Gott damit aber daran hindern, sich uns ganz mitzuteilen und uns vom Zweifel zu heilen? Christen, die die Auferstehung Jesu bezweifeln, k├Ânnen keine glaubw├╝rdigen Zeugen sein.

2. Jesus bewies den J├╝ngern seine leibliche Auferstehung. Die J├╝nger dachten, dass das, was sie sahen, ein Geist w├Ąre. Jesus zeigte ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če und sie mussten ihn anfassen. Es war f├╝r sie irgendwie so unfassbar, dass sie es noch immer nicht glauben konnten. Da a├č Jesus vor ihren Augen ein St├╝ck Fisch, um zu beweisen, dass er leiblich auferstanden war. Wie schwer taten sich diese J├╝nger, die Tatsache der Auferstehung zu akzeptieren.

3. Bibelstudium und Sendung. Jesus ├Ąrgerte sich nicht ├╝ber die J├╝nger. Er wusste, dass sie es erfassen w├╝rden. Dazu ├Âffnete er ihnen das Verst├Ąndnis f├╝r die Heilige Schrift. Alles musste in Erf├╝llung gehen, was die Schrift ├╝ber ihn sagte. Die Schrift legt f├╝r seinen Tod und seine Auferstehung Zeugnis ab. Und dass in seinem Namen allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, das Evangelium verk├╝ndet werden w├╝rde. Jesu Boten sind Zeugen seiner Auferstehung. Christ sein bedeutet, vor den Menschen Zeugnis f├╝r Jesu Tod und Auferstehung abzulegen. Und Zeugnis daf├╝r abzulegen, wie der Auferstehungsglaube im eigenen Leben gewirkt hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich habe in meinem Leben die Wirkung des Auferstehungsglaubens erfahren. Du hast mich ver├Ąndert. Ich will dein Zeuge sein.

Vorsatz: Heute feiere ich ein Fest zum Dank f├╝r Gottes Wirken in mir und in anderen.


Ohne Worte ├╝berzeugen

17. April 2020

Freitag der Osteroktav
Hl. Katharina Tekakwitha, Jungfrau

Anton Stehmer

Joh 21,1-14
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natana├źl aus Kana in Galil├Ąa, die S├Âhne des Zebed├Ąus und zwei andere von seinen J├╝ngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die J├╝nger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der J├╝nger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h├Ârte, dass es der Herr sei, g├╝rtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen J├╝nger mit dem Boot - sie waren n├Ąmlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundf├╝nfzig gro├čen Fischen gef├╝llt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den J├╝ngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den J├╝ngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, Du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Ziellose J├╝nger. Diese Szene spielt nun in Galil├Ąa, von wo die meisten J├╝nger herkamen. Jesus hatte gesagt, dass sie hierherkommen sollten und sie waren nun da. Aber sie wussten nichts mit sich anzufangen. Petri Worte zeigen dies: ÔÇ×Ich gehe fischen.ÔÇť Interessierte es ihn gar nicht, was die anderen dachten? Jesus hatte ihnen schon den Auftrag gegeben, als Zeugen der frohen Botschaft hinauszugehen in die Welt. Petrus sollte der Leiter der J├╝nger sein, der, der ihnen voranging. Etwas fehlte ihm aber noch, um sich diesem Auftrag voll zu widmen: die Erfahrung von Jesu Barmherzigkeit. Und da er unter ihnen der Bestimmer war, lie├č er die anderen J├╝nger auch vorerst ziellos erscheinen.

2. Ein Netz voller Fische. Am Morgen trat ein Fremder an das Ufer, wovon sie nicht weit weg waren. Er rief sie an: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Es kam eine kurze Antwort zur├╝ck: Nein. Die ganze Nacht hatten sie gefischt und nichts gefangen. Da sagte der Fremde zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie fingen nicht nur etwas, sondern das Netz war zum Zerrei├čen voll. Der Gehorsam der J├╝nger dem Wort Jesu gegen├╝ber, f├╝hrte zum gro├čen Erfolg. Da die J├╝nger dann den Worten Jesu gehorchten und die Frohe Botschaft in die Welt hinaustrugen, blieben die Netze f├╝r das Reich Gottes nicht leer. Es hat sich bewahrheitet, dass der Gehorsam gegen├╝ber Christus Frucht bringt.

3. Ohne Worte ├╝berzeugen. Einer der J├╝nger erkannte durch das Geschehene, dass dieser nicht klar zu erkennende Fremde Jesus sein m├╝sse. Als Petrus Johannes' Worte h├Ârte, st├╝rzte er sich ins Wasser und schwamm zu Jesus. Dies war Ausdruck seiner Sehnsucht, bei Jesus zu sein. Johannes berichtet uns dann, dass am Ufer ein Kohlenfeuer brannte und darauf Fisch und Brot lagen. Jesus lud sie zum Fr├╝hst├╝ck ein und diente ihnen. Keiner redete. Die Stille aber redete: Es ist der auferstandene Herr. Manchmal kann man nicht mit Worten ├╝berzeugen. Aber auch ohne Worte kann man ├╝berzeugen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, manchmal erfahre ich, dass meine Worte und Taten abgelehnt werden. Aber du zeigst mir, dass man auch ohne Worte lieben und Menschen gewinnen kann.

Vorsatz: Heute nehme ich mir eine Zeit der Stille beim Fr├╝hst├╝ck oder im Laufe des Tages, versetze mich an das Ufer des Sees und genie├če mit den J├╝ngern zusammen Jesu Liebe.


Verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!

18. April 2020

Samstag der Osteroktav

Anton Stehmer

Mk 16,9-15
Als Jesus am fr├╝hen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben D├Ąmonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie h├Ârten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Sp├Ąter erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist auferstanden! Ja, du bist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Bitte: Herr, st├Ąrke meinen Auferstehungsglauben und hilf mir, t├Ąglich aus ihm zu leben.

1. Die J├╝nger glaubten Maria von Magdala nicht. Heute berichtet uns der Evangelist Markus von den Ereignissen vom ersten Tag: Maria von Magdala war dem auferstandenen Jesus begegnet. Sie berichtete es den J├╝ngern. Die sa├čen klagend und weinend zusammen und, statt ihr zu glauben, erinnerten sie sich nur an das, was Maria ehemals gewesen war. Es ist ohne die Hilfe Gottes nicht m├Âglich, den Unglauben der Menschen zu durchbrechen.

2. An die Auferstehung zu glauben, bedarf einer Glaubensentscheidung. Auch die Emmausj├╝nger bezeugten, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben. Aber auch ihnen glaubten die J├╝nger nicht. Da griff Jesus selbst ein und trat vor sie, als die Elf gerade zu Tisch sa├čen. Er tadelte ihren Unglauben und Verstocktheit. Sie hatten keine Entschuldigung daf├╝r, an die Auferstehung nicht zu glauben. Die Zeugnisse waren eindeutig. An die Auferstehung Jesu zu glauben, fordert von jedem auch eine Glaubensentscheidung, damals wie heute.

3. Verk├╝ndet das Evangelium! Jesus lie├č sich nicht von den J├╝ngern irritieren. Er sagte zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen! Weil sie gehorchten, sollten sie sehen, wie sich die ganze Macht des Auferstehungsglaubens entfalten w├╝rde. Die Auferstehung Jesu ist eine frohe Botschaft (Evangelium) f├╝r die ganze Welt. Christus dr├Ąngt uns, sie allen Menschen zu bringen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, in dieser Woche hast du meinen Auferstehungsglauben gest├Ąrkt. Danke daf├╝r. Ich will deinem Auftrag gehorchen und diese frohe Botschaft in die Welt hinaustragen.

Vorsatz: Heute feiere ich ein Fest f├╝r alle Zeugen, die das Evangelium in die Welt hinausgetragen haben und erneuere meine Glaubensentscheidung, es auch zu tun.