Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. MĂ€rz 2020 bis Samstag 4. April 2020

FĂŒnfte Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Eine innige BeziehungSonntag
Jesus schenkt WĂŒrdeMontag
Jesus, wer bist du?Dienstag
Echte Freiheit auf dem Weg ins VaterhausMittwoch
Ich bin, der ich binDonnerstag
Jesus – nur ein Mensch?Freitag
Einer fĂŒr alleSamstag


Eine innige Beziehung

29. MĂ€rz 2020

FĂŒnfter Sonntag der Fastenzeit („Judica“)

P. Thomas Fox LC und Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 11,1-45
In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine FĂŒĂŸe mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod fĂŒhren, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den JĂŒngern: Lasst uns wieder nach JudĂ€a gehen. Die JĂŒnger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stĂ¶ĂŸt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stĂ¶ĂŸt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schlĂ€ft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die JĂŒnger zu ihm: Herr, wenn er schlĂ€ft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, wĂ€hrend sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhĂŒllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich fĂŒr euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, zu den anderen JĂŒngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fĂŒnfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lĂ€sst dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu FĂŒĂŸen und sagte zu ihm: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschĂŒttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hĂ€tte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine FĂŒĂŸe und HĂ€nde waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhĂŒllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Weite mein Herz. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart zu besinnen, so wie Jesus es vor dem Grab des Lazarus tat. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Jesus, vermehre meinen Glauben!

1. Innige Beziehungen. Kein Zweifel, die Menschen, die sich ganz auf Jesus einließen, unterhielten innige Beziehungen mit ihm, menschlich und im Glauben. Ein reger Austausch fand unter ihnen statt. Nicht immer konnten sie sich sehen, nicht immer Worte miteinander wechseln. Aber im Geiste waren sie sich gegenseitig gegenwĂ€rtig. Man erkennt es an der Botschaft, die die Schwestern des Lazarus Jesus ausrichten ließen: „Herr sieh: Der, den du liebst, er ist krank.“ Und es steht geschrieben, das heißt, es ist Wort Gottes: „Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.“

2. â€žIch will, dass ihr glaubt.“ Herr, die Freundschaft mit dir erspart uns nicht die schwierigen Momente des Lebens und des Sterbens. Dem Anschein nach hast du deine Freunde in höchster Not im Stich gelassen. Doch du sagst uns auch, warum du das alles tust: „Ich will das ihr glaubt.“ Glaube ist eine göttliche Tugend und Tugend muss geĂŒbt, muss „tĂŒchtig“ werden. Tugend, die nicht erprobt ist und sich nicht in der PrĂŒfung bewĂ€hrt, ist keine Tugend. Es ist ein seltsames Ding mit uns. Solange wir unerprobt sind, glauben wir oft nur zu glauben. Widrige UmstĂ€nde fördern dann zutage, was in unseren Tiefen liegt: Unsicherheit. Jesus möchte uns durch sie hindurch zur Gewissheit des Glaubens fĂŒhren. Er möchte, dass wir auf ihn vertrauen. Er sucht eine innige Beziehung, die in der PrĂŒfung standhĂ€lt.

3. â€žDamit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ In seiner Menschheit war Jesus ganz auf sich gestellt. Er war zwar Gott, besaß aber die göttlichen Eigenschaften nur in dem Maße, in dem er sie vom Vater jeweils erbat und der Vater sie ihm fĂŒr das Erlösungswerk zur VerfĂŒgung stellte. All das kann man dem kurzen GesprĂ€ch entnehmen, das Jesus vor dem Grab des Lazarus mit seinem Vater fĂŒhrte: „Jesus erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“Man muss ĂŒbrigens achtsam sein und verstehen, dass das einzelne Wunder Jesu in sich keinen besonderen Wert hat. Es besitzt diesen Wert nur in Bezug auf die Gesamtgestalt Christi, wenn es zum Glauben an ihn, an seine Person und Sendung fĂŒhrt. Wie der aussĂ€tzige Samariter, der nach seiner Heilung als Einziger zu Jesus zurĂŒckkam und ihm dankte, sollen wir sein. Nicht das Wunder, sondern die Person soll im Zentrum stehen. Unsere innige Beziehung zu ihm.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Jesus, dass ich an dich glaube. SelbstverstĂ€ndlich ist es nicht. Auch mein Glaube hat in meinem Leben schon einige PrĂŒfungen ĂŒberstehen mĂŒssen. Danke, dass du mir mehr zumutest, als ich von mir aus zu ertragen bereit wĂ€re. Das gibt mir die Chance, mein Herz zu öffnen, mich dir zuzukehren und noch inniger mit dir zu verkehren.

Vorsatz: Zur Vertiefung meiner Beziehung mit Gott will ich mich wĂ€hrend des Tages immer wieder unter den Blick des himmlischen Vaters stellen oder mich im Herzen in Jesu erlösende und befreiende Liebe fallen lassen.


Jesus schenkt WĂŒrde

30. MĂ€rz 2020

Montag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 8,1-11
In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frĂŒhen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bĂŒckte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnĂ€ckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne SĂŒnde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bĂŒckte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurĂŒck mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sĂŒndige von nun an nicht mehr.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Jesus, du schenkst jedem SĂŒnder seine WĂŒrde zurĂŒck, auch mir. Lass mich erkennen, wer du fĂŒr mich bist, mit innerer, liebender Erkenntnis.

1. In der Mitte stehen. Die Morgensonne scheint in den Tempelhof. Jesus lehrt sitzend das ganze Volk. Mitten dort hinein zerren die PharisĂ€er eine Ehebrecherin und stellen sie in die Mitte. Ich höre ihre Frage: „Nach dem Gesetz des Mose sollen solche Frauen durch Steinigung getötet werden. Was sagst du dazu?“ Indem sie die Frau vorfĂŒhren, wollen sie Jesus eine Falle stellen. Jesus bĂŒckt sich und schreibt in den Sand. Er schaut nicht auf die Frau herab, sondern zu ihr auf. So verwandelt sich ihre Ausgangssituation. HĂ€ufig stellt Jesus die Kranken, die am Rand stehenden Menschen in die Mitte, um ihnen WĂŒrde zu verleihen. Der Herr stellt auch meine WĂŒrde, Gottes Kind zu sein, wieder her, wenn ich mit meinem Versagen zu ihm komme.

2. In den Sand geschrieben. Ich frage mich, was Jesus dort in den Sand schreibt. Sicher ist, dass der Wind Worte, die in den Sand geschrieben sind, verweht. Wenn der Wind der barmherzigen Liebe Gottes ĂŒber unsere SĂŒnden weht, werden sie ausgelöscht. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Das vermag Gottes Barmherzigkeit, die ich in der hl. Beichte erfahren darf. Glaube ich das?

3. Steine werfen? Ich höre die PharisĂ€er weiter mit ihren Fragen auf Jesus einstĂŒrmen. Jesus richtet sich auf und sagt: „Wer von euch ohne SĂŒnde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ Jesus wĂ€re der einzige im Geschehen, der einen Stein hĂ€tte werfen können. Doch er, „das Lamm Gottes, das die SĂŒnde der Welt hinwegnimmt“, bĂŒckt sich wieder und schreibt auf die Erde. Schon im Hinabsteigen in den Jordan, bei seiner Taufe durch Johannes, macht Jesus deutlich, „dass es seine Lebensaufgabe ist, sich mit den SĂŒndern eins zu machen. Von dort an wird er diese SolidaritĂ€t immer mehr vertiefen, bis sie sich am Kreuz offenbart als Sterben“. Denn die Folge der SĂŒnde ist der Tod. Hier demĂŒtigt sich Jesus auch vor den PharisĂ€ern; auch fĂŒr sie wird er am Kreuz sterben.

GesprĂ€ch mit Christus: Am Ende fĂŒhre ich GesprĂ€che mit denen, die gegangen sind, mit der Frau und mit Jesus. Was fĂŒhle ich jetzt fĂŒr den Herrn? Ich lege alles in ein Vaterunser hinein, das ich nun bete.

Vorsatz: Ich halte eine Gewissenserforschung und nehme mir vor, in der nĂ€chsten Zeit das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.


Jesus, wer bist du?

31. MĂ€rz 2020

Dienstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 8,21-30
In jener Zeit sprach Jesus zu den PharisĂ€ern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer SĂŒnde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren SĂŒnden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren SĂŒnden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich ĂŒberhaupt noch mit euch? Ich hĂ€tte noch viel ĂŒber euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefĂ€llt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bin ganz in deiner Hand. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Jesus, in unvorstellbarer Demut steigst du fĂŒr mich ans Kreuz. Lass mich erkennen, wer du fĂŒr mich bist, mit innerer, liebender Erkenntnis.

1. Tod oder Leben? Ich stelle mir den Ort des Geschehens vor und ĂŒberschaue den Text. Jesus wendet sich an die PharisĂ€er. „Ich gehe fort, wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen, ich stamme von oben, ich bin nicht aus dieser Welt.“ Jesus spricht davon, wer er ist und dass er zu seinem Vater in den Himmel geht. Ziemlich direkt konfrontiert er die PharisĂ€er mit ihrem Unglauben an ihn als den Messias und dessen Folgen: „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, dann seid ihr dem Tod verfallen, weil ihr in euren SĂŒnden gefangen seid“. Jesus will, dass ich lebe, in FĂŒlle, jetzt und nach meinem Tod. Ich muss mich nicht selbst erlösen. Je mehr ich Jesus in mein Leben hineinlasse, desto mehr werde ich leben. Das hat er verheißen.

2. Blindheit oder Beziehung? Die PharisĂ€er sind blind fĂŒr Jesus und sein Lebenszeugnis. Das zeigt ihre Frage: „Wer bist du denn?“ Jesus gibt darauf keine eindeutige Antwort, vielmehr bemerkt er, dass er noch viel ĂŒber sie zu sagen und zu richten hĂ€tte. Dann aber bindet er sich an seinen Vater zurĂŒck: „Der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, sage ich der Welt.“ Alles, was Jesus lebt und spricht, fließt aus seiner innigen Beziehung zum Vater, dessen Kontakt er im Gebet immer wieder sucht. In diese Beziehung zum Vater will uns Jesus mit hineinnehmen, damit wir aus ihr Leben schöpfen.„Unser Platz ist der Platz des Sohnes. Mensch sein heißt Sohn/Tochter sein, nicht selbstherrlich, sondern alles erbittend“.

3. Am Kreuz erhöht, werde ich alle an mich ziehen. In ihrer Selbstherrlichkeit verstehen die PharisĂ€er nicht, dass Jesus von Gott Vater spricht. Dann sagt er: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin.“ Jesus spricht von seiner Erhöhung am Kreuz. Wie paradox! Seine Erhöhung zeigt sich als ein Hinabsteigen. Mit seiner Taufe im Jordan hat Jesus bereits gezeigt, dass sein ganzes Leben ein Hinabsteigen ist, um sich mit den SĂŒndern zu solidarisieren. Von dort an wird er diese SolidaritĂ€t immer mehr vertiefen, bis sie sich am Kreuz als Sterben offenbart. Die Folge der SĂŒnde ist der Tod. Weil ich sterben muss, stirbt Christus fĂŒr mich, fĂŒr meine SĂŒnden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, sei du mein Leben! Lass mich mein Leben von dir empfangen und von dir her verstehen, es dir und meinen Mitmenschen geben.

Vorsatz: Ich werde heute in der Todesstunde unseres Herrn aus Dankbarkeit fĂŒr meine Erlösung einen Barmherzigkeitsrosenkranz beten.


Echte Freiheit auf dem Weg ins Vaterhaus

1. April 2020

Mittwoch der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 8,31-42
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine JĂŒnger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die SĂŒnde tut, ist Sklave der SĂŒnde. Der Sklave aber bleibt nicht fĂŒr immer im Haus; nur der Sohn bleibt fĂŒr immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wĂ€rt, wĂŒrdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkĂŒndet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wĂ€re, wĂŒrdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bin ganz in deiner Hand. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Herr, prĂ€ge mich bis zum Grund meiner Seele durch dein Wort. FĂŒhre mich ins Vaterhaus und lass mich meine Gotteskindschaft sehr bewusst leben.

1. In Jesu Wort bleiben. Ich fĂŒhre mir die Geschichte vor Augen. Jesus spricht zu den Juden, die an ihn glauben und um ihn herumstehen: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine JĂŒnger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ Habe ich die Sehnsucht, mich immer mehr von Jesu Wort prĂ€gen zu lassen? Je mehr ich mich mit dem Wort Gottes beschĂ€ftige, desto mehr kann es meinen Glauben vertiefen und mein Reden und Tun verwandeln. Auf diese Weise werde ich die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird mir echte Freiheit schenken. Dieser Verheißung Jesu darf ich trauen.

2. Echte Freiheit auf dem Weg ins Vaterhaus. â€žWir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen.“ Jesus geht es hier nicht um die AbhĂ€ngigkeit von oder ungute Bindung an einen Menschen. Er stellt richtig: Die SĂŒnde an sich bindet den Menschen. Gegen Gottes Willen zu handeln, versklavt. Der Blick auf die Wahrheit wird getrĂŒbt. „Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.“ Die Nachfolge Jesu und das Vertrauen auf sein Wort werden mich nach und nach von der Versklavung der SĂŒnde befreien. Der Sohn bleibt fĂŒr immer im Vaterhaus. Jesus ist im Vater. In diese Beziehung nimmt er mich mit hinein. Ich bin berufen, Gottes Kind zu sein. Als JĂŒnger Jesu bin ich mit ihm auf dem Weg ins Vaterhaus.

3. Jesus und der Vater sind eins. Jesus fĂŒhrt den Juden vor Augen, dass sie weder Abraham noch Gott selbst zum Vater haben. Er wirft ihnen vor, dass sein Wort in ihnen keine Aufnahme findet und sie ihn sogar töten wollen. „Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, verkĂŒnde die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.“ Jesus kennen heißt den Vater kennen. In seinem Wort bleiben meint, immer mehr Jesu JĂŒnger zu werden, um ewig mit ihm zu leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich fĂŒhre GesprĂ€che mit Jesus und dem Vater. Was fĂŒhle ich jetzt fĂŒr Jesus? Ich lege alles in ein Vaterunser hinein, das ich nun bete.

Vorsatz: Das Wort, das mich am meisten berĂŒhrt hat, nehme ich heute mit in den Tag. Ich möchte es fĂŒhlen und kosten von innen. Wenn es mir hilft, notiere ich es und hĂ€nge es gut sichtbar dort auf, wo ich immer wieder vorbeikomme.


Ich bin, der ich bin

2. April 2020

Donnerstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 8,51-59
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhĂ€lt, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem DĂ€mon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhĂ€lt, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa grĂ¶ĂŸer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. FĂŒr wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen wĂŒrde: Ich kenne ihn nicht, so wĂ€re ich ein LĂŒgner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fĂŒnfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bin ganz in deiner Hand. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Herr Jesus, lass mich die GrĂ¶ĂŸe der Gabe erfassen, die du mir schenkst: das ewige Leben. Bereite Herz, Willen und Verstand, damit ich mich ihrer wĂŒrdig erweise.

1. Ewiges Leben. Ich ĂŒberblicke die Geschichte. Jesus setzt sein GesprĂ€ch mit den Juden fort. „Wenn jemand an meinem Wort festhĂ€lt, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.“ Jesu Wort in sich zu bewahren und in die Tat umzusetzen, verheißt uns das ewige Leben. Diese Verheißung gilt uns Christen bereits durch die Taufgnade. „Die Taufe vereinigt uns mit Jesus Christus, nimmt uns hinein in sein erlösendes Sterben am Kreuz, befreit uns dadurch von der Macht der ErbsĂŒnde und allen persönlichen SĂŒnden und lĂ€sst uns mit ihm auferstehen zu einem Leben ohne Ende.“ Bin ich mir dieser Gnade bewusst und lebe ich aus ihr?

2. Aus der Ehre des Vaters leben. Die Juden verstehen nicht, dass Jesus hier vom ewigen Leben bei Gott und nicht vom irdischen Tod spricht. Daher fĂŒhren sie an, dass Abraham sowie sĂ€mtliche Propheten bereits gestorben sind. Ihre VorwĂŒrfe gipfeln in der Frage: „Zu wem machst du dich hier eigentlich?“ Jesus antwortet: „Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt. Ich aber kenne ihn, und halte an seinem Wort fest.“ Jesus lebt in inniger Beziehung zu seinem Vater. Viele Stunden verbringt er auf Bergen und an einsamen Orten, um allein mit seinem Vater zu sprechen. In diese Freiheit Jesu, aus der Ehre des Vaters zu leben, bin ich hineingerufen. Ich frage mich, wo ich meine eigene Ehre suche und die Sorge hierfĂŒr nicht dem Vater ĂŒberlasse.

3. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ein Gott des Bundes. â€žEuer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“ Die Juden verstanden sich als das von Gott auserwĂ€hlte Volk. Durch ihren Stammvater Abraham hatte Gott einen Bund mit ihnen geschlossen und diesen Bund immer wieder erneuert. In Jesus darf ich die Vollendung dieses Bundes sehen und denke dabei an den Abendmahlssaal. „Ebenso nahm Jesus nach dem Mahl den Kelch und sagte: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das fĂŒr euch vergossen wird.“ Wenn ich die nĂ€chste heilige Messe besuche, will ich daran denken.

GesprĂ€ch mit Christus: Am Ende fĂŒhre ich GesprĂ€che mit Jesus und dem Vater. Was fĂŒhle ich jetzt fĂŒr Jesus? Ich lege alles in ein Vaterunser hinein, das ich nun bete.

Vorsatz: Ich werde in Erinnerung an meine Taufe die Absage und das Glaubensbekenntnis beten.


Jesus – nur ein Mensch?

3. April 2020

Freitag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 10,31-42
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. FĂŒr welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen GotteslĂ€sterung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dĂŒrft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lĂ€sterst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes ĂŒber diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bin ganz in deiner Hand. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Jesus, du bist mein Hirte. Ich gehöre zu deinen Schafen und kenne deine Stimme. Lass in meinem Bekenntnis zu dir Herz, Zunge und Werke zusammenklingen.

1. Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich fĂŒhre mir das Geschehen vor Augen. Jesus hĂ€lt sich im TempelgebĂ€ude auf, in der SĂ€ulenhalle Salomos. Viele Juden umringen ihn. Die Situation ist angespannt. Was ist vorausgegangen? Jesus wird von ihnen herausgefordert zu sagen, ob er der Messias ist oder nicht. Darauf antwortet er: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht 
 weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.“ Darauf folgen Jesu Worte von den Schafen, die ihn kennen und darum von ihm das ewige Leben empfangen. „Der gute Hirte Jesus ist kein gutmĂŒtiger Hirte, der unterschiedslos alles gut findet. Er stellt (mich) vor die Wahl. Bei dieser Wahl geht es um ihn selbst.“

2. Jesus ist Gottes Sohn. Jesus fĂ€hrt fort: „Niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“ DafĂŒr wollen sie ihn steinigen und werfen ihm GotteslĂ€sterung vor: „Du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“ Doch konfrontiert Jesus sie mit einem Zitat aus Psalm 82,6, zeigt das Widersinnige ihres Vorwurfs, fĂŒhrt ihn ad absurdum: „Steht in eurem Gesetzbuch nicht geschrieben: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?... dĂŒrft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lĂ€sterst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?“ Jesu Sendungsbewusstsein ist glasklar. Ich bin erwĂ€hlt, bei ihm zu sein und ihm zu folgen. So vollzieht sich meine Erlösung.

3. Die Liebe leben. â€žWenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.“ Jesu Werke sind Werke der Liebe. Auch an unseren Werken sollen die Menschen unser Christsein ablesen können.„Die Liebe leben heißt, Christus in den anderen entdecken und ihm dort dienen. Die Liebe leben heißt, sich auf christliche Weise den anderen schenken. Aus diesem Grund ist die NĂ€chstenliebe das Echtheitssiegel des ganzen christlichen Lebens.“

GesprĂ€ch mit Christus: Am Ende fĂŒhre ich GesprĂ€che mit Jesus und dem Vater. Was fĂŒhle ich jetzt fĂŒr Jesus? Ich lasse alles in ein Vaterunser einfließen, dass ich nun bete.

Vorsatz: Heute will ich einem Menschen, der mich stört oder aufregt, bewusst mit Liebe begegnen und/oder ihm dienen.


Einer fĂŒr alle

4. April 2020

Samstag der vierten Woche der Fastenzeit
Hl. Isidor von Sevilla, Erzbischof und Kirchenlehrer
Hl. Francisco Marto, Seherkind von Fatima

Marianna Rustemeier, Regnum Christi

Joh 11,45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den PharisĂ€ern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die PharisĂ€er eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewĂ€hren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige StĂ€tte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht ĂŒberhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser fĂŒr euch ist, wenn ein einziger Mensch fĂŒr das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus fĂŒr das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur fĂŒr das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der WĂŒste zurĂŒck, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen JĂŒngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, wĂ€hrend sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die PharisĂ€er hatten nĂ€mlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhĂ€lt, soll er es melden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, lass meinen Geist zur Ruhe kommen bei dir. Hilf mir, mich auf deine Gegenwart in mir zu besinnen. Weite mein Herz. Vater, du hast mich schon gesehen, bevor ich unter deinen liebenden Blick trat. Ich bin ganz in deiner Hand. Ich bitte dich um die Gnade, dass alle meine Absichten, Handlungen und BeschĂ€ftigungen rein im Dienst und in der Verherrlichung deiner göttlichen MajestĂ€t geordnet seien, damit dein Sohn dadurch verherrlicht werde.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um die besondere Gnade, dich besser kennenlernen zu dĂŒrfen mit innerer liebender Erkenntnis, mit einer Glaubenserkenntnis, die mich zu echter Nachfolge anspornt.

1. Entscheidung. Ich ĂŒberblicke den Text. Die Situation spitzt sich fĂŒr Jesus zu. Wir stehen kurz vor der Karwoche, in der wir Jesu Leiden und Kreuz gedenken. Die Auferweckung des Lazarus löst bei den Menschen unterschiedliche Reaktionen aus: Der gute Samen des Wunders fĂ€llt bei den einen in die Tiefe ihres Herzens und sie kommen so zum Glauben an Christus. Die anderen bleiben an der OberflĂ€che und berichten „nur“ den PharisĂ€ern davon; vielleicht in sensationslustiger Art und Weise. Wo stehe ich? Will ich an Jesu Seite stehen und mit ihm gehen? DafĂŒr braucht es Zeit, um ihm wirklich zu begegnen. Ich will mir diese Zeit fĂŒr ihn nehmen, vor allem in der heiligen Woche.

2. Es geht um mein Herz. â€žDer Hohe Rat, der oberste VerantwortungstrĂ€ger des Volkes ist versammelt. Jesus hat einen gewaltigen Erweis seiner Sendung gegeben; sie aber sehen darin nur die Gefahr fĂŒr ihre Sache. Kein Herz öffnet sich der Kraft, die da waltet, 
 sondern sie erwĂ€gen, was zu tun sei, um das MĂ€chtige unschĂ€dlich zu machen. Da erhebt sich der Hohepriester und sagt: ,Ihr versteht nichts und ihr bedenkt (auch) nicht, dass es fĂŒr euch gut ist, wenn ein Mensch fĂŒr das Volk stirbt, und nicht das ganze Volk zugrunde geht!‘ Johannes aber erklĂ€rt die Worte: ,Das sagte er nicht aus sich selbst, sondern als der Hohepriester jenes Jahres weissagte er
‘.“Ich will mein Herz fĂŒr Jesus öffnen und ihn bitten, es zu weiten.

3. Einer fĂŒr alle. â€žWelches Grauen! Das Haupt des Volkes redet und belehrt die Verantwortlichen ĂŒber ihre Torheit, nicht zu sehen, was hier das offenkundig ,Richtige‘ sei. Richtig aber ist, dass der Sohn Gottes sterbe. Sterbe, damit Ruhe werde
“ „Doch was Kaiphas fordert, ist ebendas, was nun der Wille des Vaters dem Sohne zugewiesen hat, und was Er selbst in der Lauterkeit seines Gehorsams will.“„Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin fĂŒr die Schafe. 
 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich fĂŒhren, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.“ Jesus hat auch mich im Blick.

GesprĂ€ch mit Christus: Am Ende fĂŒhre ich GesprĂ€che mit Jesus und dem Vater. Was fĂŒhle ich jetzt fĂŒr Jesus? Ich lasse alles in ein Vaterunser einfließen, das ich nun bete.

Vorsatz: Als Vorbereitung auf die Karwoche möchte ich Joh 18,1-19,42 lesen.