Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 22. März 2020 bis Samstag 28. März 2020

Vierte Woche in der Fastenzeit

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Sehen und doch nicht sehen Sonntag
Unsere Wege sind nicht seine WegeMontag
Jesus und der „Hoffnungslose“ Dienstag
Der Werdegang der Königin des UniversumsMittwoch
Suchen wir denn Jesus?Donnerstag
Wenn es dem lebendigen Gott ans Leben gehtFreitag
Wer ist Jesus?Samstag


Sehen und doch nicht sehen

22. März 2020

Vierter Sonntag der Fastenzeit „Laetare“
Sel. Clemens August von Galen, Kardinal

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Joh 9,1.6-9.13-17.34-38
In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Jesus, ich möchte bei dir sein. Bitte kehre in mein Herz ein.

1. Ich sende dich. Jesus sendet einen Blinden, dessen Augenlider mit diesem Teig bedeckt waren, zum Teich Schiloach, um sich zu waschen. Was dachte der Blinde währenddessen wohl bei sich? Wie es bei Jesus häufiger vorkommt, hatte er ihm vorher wahrscheinlich nicht alles bis ins Detail erklärt. Vielleicht hat er sich auf dem Weg zum Teich gefragt, was das alles bedeuten solle. Vor allem aber trug er wohl die Hoffnung in sich, dass er vielleicht geheilt wĂĽrde.

2. Er konnte sehen. Nachdem der Blinde sich in die Zone des Unerforschten gewagt hatte, konnte er sehen. Eine ganz neue Welt war ihm zugänglich geworden. Versuchen wir uns vorzustellen, was ein Mensch, der noch nie etwas gesehen hat, erlebt, wenn er plötzlich sehen kann. Werden wir nicht alle die gleiche Erfahrung im Himmel machen?

3. Er warf sich vor ihm nieder. Als der Blinde sehend geworden war, fand er Jesus im Tempel, erkannte ihn, und warf sich vor ihm nieder. Die Pharisäer hingegen haben dies nicht gemacht. Obwohl sie Jesus gesehen haben, lehnten sie ihn ab. Warum? Warum können wir Menschen so steinerne Herzen haben?

Gespräch mit Christus: Jesus, bitte hilf uns, dich zu sehen, zu erkennen aber auch anzunehmen. Du nimmst uns so an, wie wir sind, bitte gib uns die Gnade, dich anzunehmen, wie du bist.

Vorsatz: Heute mir bewusst werden, zu wem oder zu was mich Jesus gesandt hat und einen bewussten Schritt in diese Richtung tun.


Unsere Wege sind nicht seine Wege

23. März 2020

Montag der vierten Woche der Fastenzeit
Hl. Turibio von Mogrovejo, Bischof

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Joh 4,43-54
In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Bitte, stärke mein Vertrauen auf dich.

1. Sich auf den Weg machen. Der königliche Beamte musste sich auf einen langen Weg machen, um Jesus die Bitte vortragen zu können. Er wurde ihm aber nicht lang, weil er es aus Liebe zu seinem Sohn tat, der sich in Lebensgefahr befand. Jesus war fĂĽr ihn die letzte Hoffnung gewesen. Obwohl er ein wichtiger Mann war, der viel Geld und viele Diener besaĂź, musste er persönlich vor Gott hintreten.

2. Jesus kam nicht mit. Im Johannesevangelium endet fast jedes Wunder mit der Glaubensaussage, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Wir wĂĽrden es vielleicht fĂĽr angemessen halten, dass Jesus alles stehen und liegen lässt und mitkommt, um diesem Jungen aus seiner Not zu helfen. Das geschieht aber nicht. Es scheint, dass Jesus den Beamten etwas gefĂĽhllos behandelt. Geh, dein Kind lebt! Keine Ermutigung, kein Mitleid… aber eine klare Aussage.

3. Happy End. Die Diener eilten dem Beamten entgegen, um ihm zu sagen, dass sein Kind lebt. Die Reise hatte sich damit schon einmal gelohnt, aber das Evangelium spricht auch noch davon, dass er selber und sein ganzes Haus den Glauben angenommen haben. Jesus hatte ihn nicht im Stich gelassen, und er hatte nun erfahren, was er vorher nur erahnen konnte.

Gespräch mit Christus: Jesus, es gibt viele Sorgen, mit denen wir nicht umzugehen wissen. Der Beamte wusste, dass er sich an dich wenden kann. Ich komme heute auch zu dir. Jesus, ich möchte, dass du weiĂźt, dass ich ganz fest mit dir rechne.

Vorsatz: Einen neuen Akt des Vertrauens auf Gott wagen.


Jesus und der „Hoffnungslose“

24. März 2020

Dienstag der vierten Woche der Fastenzeit
Hl. Katharina von Schweden

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Joh 5,1-16
Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch Bethesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh. Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesundgemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Herr, bitte schau in mein Herz, und lies, was dort geschrieben steht. Sieh und höre auch auf das, was ich nicht aussprechen kann und will.

1. Krank sein ein Leben lang. Dieser Mann war so gut wie sein ganzes Leben krank gewesen, 38 Jahre. Es war nicht immer so gewesen, aber er konnte sich bestimmt nicht mehr erinnern, wie es vorher war. Und er konnte sich nicht vorstellen, wie es anders sein sollte.

2. Kann es denn anders sein? Jesus spricht ihn an und fragt: Möchtest du, dass es anders ist? Möchtest du gesund werden? Der Mann sagt, er habe keinen Menschen, der ihm helfen wĂĽrde. Er will es nicht mehr, weil er es fĂĽr unmöglich hält. Er ist mĂĽde geworden, auf das zu hoffen, was nie geschehen wird und kann.

3. In Jesus hast du einen Menschen. Jesus muss seine Resignation verstanden haben. Er fragt nicht mehr weiter nach. Er versucht es nicht mit tröstenden Worten, sondern er sagt: Steh auf, nimm deine Bahre und geh. In Jesus hat dieser Kranke „seinen Menschen“ gefunden. Vorher konnte er sagen, dass er keinen habe, aber seit Jesus ihn gesund gemacht hatte, nicht mehr.

Gespräch mit Christus: Jesus, der Kranke hat um nichts gebeten. Er hat nicht mehr daran geglaubt, dass sich etwas ändern kann, und du hast auf ihn geschaut. Mach es bitte auch so in meinem Leben, nicht wegen meiner Verdienste, sondern wegen meiner groĂźen Not, komm zu mir. Nicht wegen meiner starken Hoffnung, sondern gerade wegen meiner Hoffnungslosigkeit, eile, mir zu helfen.

Vorsatz: Ich werde dem Herrn zeigen, dass ich ihm vertraue.


Der Werdegang der Königin des Universums

25. März 2020

VerkĂĽndigung des Herrn
Hochfest

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: â€žDein Wille geschehe“ in meinem Leben.

1. Gott wirkt im Stillen. Maria hatte diesen hohen Besuch nicht erwartet, der Erzengel selbst kam zu ihr. Sie empfing dabei einen Sohn, auf einzigartige Weise. Wie war es fĂĽr Maria? Hatte sie nach der VerkĂĽndigung noch ein Zeichen erwartet? Nach einer gewissen Zeit merkte sie auf ganz natĂĽrliche Weise an den Veränderungen an ihrem Leib, dass sie schwanger war. Dadurch hatte sie eine Bestätigung der Echtheit ihrer Erfahrung bekommen.

2. Ich bin die Magd des Herrn. Sie hat Ja gesagt. Es gab keine vorherigen Erfahrungen mit jungfräulichen Geburten und das brauchte es auch nicht. Wenn man dem Herrn nachfolgt, braucht man, viel mehr noch als Kompetenz und Strategie, groĂźes Vertrauen.

3. In Ewigkeit herrschen. Einer der GrĂĽnde fĂĽr die Notwendigkeit des Vertrauens besteht darin, dass unsere Möglichkeiten ĂĽberhaupt nicht im Verhältnis zu dem stehen, was der Herr durch uns bewirken möchte. Wenn wir nur mit unseren Möglichkeiten rechnen, dann sind unsere Grenzen ziemlich definiert. Wenn wir aber im Vertrauen seinem Wort nachfolgen, werden wir staunen.

Gespräch mit Christus: Mutter Maria, du hast keine Ambitionen gehabt, die Königin des Universums zu werden, und nun bist du es doch. Bitte hilf uns, im Vertrauen zu sagen: „Dein Wille geschehe“.

Vorsatz: Am heutigen Hochfest werde ich versuchen, auch äuĂźerlich den Tag zu heiligen. (Gebet, Zeit fĂĽr den Nächsten, gutes Essen…)


Suchen wir denn Jesus?

26. März 2020

Donnerstag der vierten Woche der Fastenzeit
Hl. Liudger von MĂĽnster, Bischof

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Lk 5,31-47
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Bitte, öffne unsere Herzen, damit wir dich in den Schriften erkennen.

1. Wie ist das mit Jesus? Die Pharisäer hatten ein Problem. An sich war das Problem ein gutes. Sie haben sich mit der Herkunft Jesu auseinandergesetzt. Sie waren sich nämlich der Folgen bewusst, wenn sie ihn als Gott annehmen wĂĽrden. Wie ist es bei uns? Haben wir uns an Jesus gewöhnt oder bleiben wir „am Ball“, um ihn immer tiefer kennenzulernen und die Folgen zu akzeptieren?

2. Die Schriften und die Werke. In den Schriften hatten die Pharisäer keine Bestätigung dafĂĽr gefunden, dass Jesus der Messias ist, aber immerhin haben sie danach gesucht. Wie oft suche ich das wahre Antlitz Gottes in den Schriften?Die Werke, die Jesus vollbracht hatte, waren auĂźerordentlich und fĂĽhrten oft dazu, dass er als der Herr gelobt wurde, aber sie haben die Pharisäer nicht ĂĽberzeugen können.

3. Sie konnten nicht anders. Die Pharisäer „mussten“ wegen ihrer ĂĽberkommenen MaĂźstäbe Jesus falsch verstehen und als Gotteslästerer betrachten, weil es unerhört war, zu behaupten, dass es neben JHWH noch einen Gott geben könne. Das Geheimnis der Dreifaltigkeit war ihnen noch nicht zugänglich. Das wollte Gott gerade offenbaren, aber er war dabei nicht auf offene Herzen gestoĂźen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bist ganz anders als wir. Oft verstehen wir nicht, warum du uns auf den Weg des Leides oder der Einsamkeit fĂĽhrst. Heute möchten wir dich nicht um Einsicht bitten, sondern um ein offenes Herz, damit wir bereit sind, dich anzunehmen.

Vorsatz: Jemandem eine Bibel schenken und erklären, warum man darin lesen sollte.


Wenn es dem lebendigen Gott ans Leben geht

27. März 2020

Freitag der vierten Woche der Fastenzeit

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Joh 7,1-2.10.25-30
In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Als seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Bitte kehre in mein Herz ein.

1. Ich kenne ihn. Jesus kennt den Schöpfer der Welt. Halten wir bei diese Aussage kurz an. Er kennt den Gott, dessen Existenz oder GĂĽte oder Macht oft infrage gestellt wird. Sind wir bereit, uns von Jesus – durch seine Worte und Werke – darĂĽber belehren zu lassen, wie Gott wirklich ist?

2. â€žSie waren darauf aus, ihn zu töten.“ In diesem Abschnitt ist dreimal die Rede davon, dass Jesus getötet werden soll. Der Grund dafĂĽr ist gerade seine Behauptung, dass er den Vater kennt. Und obwohl Jesus wusste, dass die Aussage ĂĽber seine Herkunft und Sendung ihn viel kosten wĂĽrde, blieb er der Wahrheit treu.

3. Keiner wagte, ihn anzufassen. Hier geht es fĂĽr Jesus noch gut aus, aber wir wissen, dass viele kurze Zeit später den Mut finden werden und Jesus anfassen. Wie kommt es zu diesem Prozess der immer größeren Distanzierung? Das Herz wird kälter, die Auseinandersetzungen häufiger, man redet sich ein, dass der andere einen zerstören wird… Diese inneren Prozesse stärken den falschen „Mut“ zuzuschlagen.

Gespräch mit Christus: Jesus, einer von deinen Auserwählten hat den traurigen „Mut“ gehabt, dich zu verraten. Es geschieht immer noch. Hab Erbarmen mit uns Menschen, lass nicht zu, dass mein Herz zu einem Stein wird.

Vorsatz: Ich sage dem Herrn, dass ich ihn liebe und bringe es mit einer Tat zum Ausdruck.


Wer ist Jesus?

28. März 2020

Samstag der vierten Woche der Fastenzeit

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Joh 7,40-53
In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen. Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, bitte erlaube mir, in deine Gegenwart einzutreten. Nimm alles von mir, was mich von dir trennen könnte: Ablenkungen, Unwille, Unruhe… Bitte, reinige mein Herz.

Bitte: Bitte erneuere und stärke in mir die Erfahrung deine Liebe.

1. Worum geht´s? Die Versammlung des Hohen Rates wird unruhig. Es wird mit der Bibel argumentiert, debattiert, ermahnt und diskutiert. Sogar ein negatives Urteil ĂĽber die eigene Nation ist gefallen: Verflucht sei das Volk! Geht es hier wirklich um die Ehre Gottes? Um die ErfĂĽllung der Schriften oder um die Verteidigung der eigenen Positionen?

2. Der Hohe Rat und das Volk. Die Spaltung zwischen der Meinung der Amtsträger im Tempel und jener des Volks könnte auch in unserer Zeit gewisse Parallelen finden. Wenn aufrichtig gelebt und Gott gesucht wird, kann dieser Unterschied zur gegenseitigen Bereicherung fĂĽhren. Wenn beide Parteien aber nur hartnäckig das Eigene wiederholen, wird es kein Vorankommen geben.

3. Messias, Prophet oder Verbrecher? Das Volk sieht die Zeichen, die Jesus gewirkt hat, und nimmt ihn als Prophet an. Der Hohe Rat sieht in ihm einen Verbrecher. Wen sehe ich in Jesus Christus und warum? Wo habe ich ihn gesehen oder gehört?

Gespräch mit Christus: Jesus, es ist so einfach, sich in Diskussionen ĂĽber dich zu verfangen, wenn man dich nicht erfahren hat. Hilf uns, damit wir dir mit offenem Ohr und Herzen begegnen können.

Vorsatz: Ich werde heute Gott fĂĽr 10 Gnaden danken, die ich von ihm empfangen habe.