Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. MĂ€rz 2020 bis Samstag 7. MĂ€rz 2020

Erste Woche in der Fastenzeit

P. Raphael von Ballestrem LC

Die Versuchungen JesuSonntag
Wann haben wir Dich gesehen?Montag
Beten lernenDienstag
Es ist Zeit umzukehren!Mittwoch
Gott ist gut!Donnerstag
Es geht um Dein Herz!Freitag
Der Lohn der LiebeSamstag


Die Versuchungen Jesu

1. MĂ€rz 2020

Erster Sonntag in der Fastenzeit „Invocabit“

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 4,1-11
In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die WĂŒste gefĂŒhrt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung gefĂŒhrt werden. Als er vierzig Tage und vierzig NĂ€chte gefastet hatte, bekam er Hunger. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stĂŒrz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren HĂ€nden zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stĂ¶ĂŸt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und fĂŒhrte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Mein Jesus, ich bitte dich um ein feinfĂŒhliges Gewissen, das mir in den Versuchungen den wahren Weg zeigt, und um einen starken Willen, der mich stets zu dir fĂŒhrt.

1. Du bist nie allein in den Versuchungen. Oft fĂŒhlen wir uns in unseren Versuchungen alleingelassen. Niemand scheint zu verstehen, was wir durchmachen und wie es uns eigentlich geht. In Wahrheit ist es anders: Jesus hat am eigenen Leib die Versuchungen verspĂŒrt, Versuchungen der Bequemlichkeit, des Stolzes und der Macht. Wenn uns jemand in unseren Versuchungen versteht, dann ist es Jesus. Und wenn uns jemand in diesen Momenten helfen kann, dann ist er es. In welchen Bereichen wirst Du am hĂ€ufigsten versucht? Bitte Jesus um StĂ€rke und Beistand.

2. Die Schrift. Wir lassen uns in unseren Versuchungen oft von menschlichen MaßstĂ€ben leiten, von unseren GefĂŒhlen und Leidenschaften. Und dann stellen wir fest, dass sie keine guten Berater sind. Jesus beruft sich in den Versuchungen immer wieder auf die Schrift. Das Wort Gottes, sowohl das in der Schrift hinterlassene als auch das in unserem Gewissen lebendige, hilft uns, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Wer die Schrift gut kennt, kennt das Herz Gottes und wird immer fĂ€higer, Gott mit aller Kraft zu lieben.

3. Entschiedenheit. Jesus sagt: „Weg mit dir, Satan!“. Wer mit der Versuchung spielt, ist wie jemand, der ein paar Schritt in den Sumpf gehen möchte. „Man will ja mal sehen, wie das so ist.“ Schmutzig werden ist einem gewiss, und die Gefahr, dort nicht mehr herauszukommen, ist sehr groß. Wer gegen die Versuchung gewinnen will, muss entschieden sein und schon im ersten Moment sagen: „Weg mit dir, Satan!“. Wer so bestimmt gegen das Böse im eigenen Leben ankĂ€mpft und dabei immer auf Gottes Hilfe und Gnade vertraut, wĂ€chst in eine immer tiefere Liebe und Freundschaft mit Gott hinein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich sehe dich nicht, aber ich glaube fest, dass du da bist. Ich danke dir fĂŒr meine Freiheit. Steh mir in den Versuchungen bei, und hilf mir, mich immer fĂŒr dich zu entscheiden. Schenke mir einen klaren Geist, um die Verlockungen des Versuchers zu durchschauen. Schenke mir Entschiedenheit und WillensstĂ€rke, um den Versuchungen zu widerstehen und dich mit aller Kraft zu lieben.

Vorsatz: Ich suche mir ein Buch aus der Bibel aus, das ich in dieser Fastenzeit nach und nach lese.


Wann haben wir dich gesehen?

2. MĂ€rz 2020

Montag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 25,31-46
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt fĂŒr euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im GefĂ€ngnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im GefĂ€ngnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr fĂŒr einen meiner geringsten BrĂŒder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das fĂŒr den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im GefĂ€ngnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im GefĂ€ngnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr fĂŒr einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Jesus, lehre mich, worauf es im Leben wirklich ankommt!

1. Worum es wirklich geht
 Jesus erinnert uns heute daran, worum es in unserem Leben eigentlich geht. Das Wesentliche sind eben nicht unsere alltĂ€glichen Sorgen, unsere Aufgaben, unser Erfolg oder Ansehen. Und auch nicht die Fehler der anderen, ĂŒber die wir uns stunden- und tagelang aufregen können: der Autofahrer, der vor uns bummelt, die Mitbewohner, die das Treppenhaus nicht gefegt haben oder der Postbote, der so unzuverlĂ€ssig ist. Jesus sagt uns, dass unsere Zeit auf der Erde dafĂŒr da ist, dass wir lernen, Gott und den NĂ€chsten zu lieben. Wenn wir das tun, werden wir uns wirklich entfalten. Dann werden wir erfĂŒllte und gesegnete Menschen sein. Alles andere ist Nebensache.

2. Sehen Sie schon? Vermutlich haben die Menschen in keiner Epoche der Geschichte je so viele Bilder gesehen, wie wir heute jeden Tag. In den Medien baden wir tĂ€glich in unzĂ€hligen Titelfotos, grenzenlosen Fotostrecken und Bildarchiven. Da mĂŒssen wir immer bewusster unser Auge schulen, um das Wesentliche zu sehen: nĂ€mlich die Nöte unseres NĂ€chsten. Und Jesus in unserem NĂ€chsten. Das verlangt Ruhe und MĂ€ĂŸigung und ein liebendes Herz. Nur wer sieht und wahrnimmt, ist fĂ€hig zu sĂ€ttigen, aufzunehmen, zu bekleiden, zu besuchen.

3. Ein neues Herz. Selbst wenn wir die Nöte des anderen wahrnehmen, fehlt uns oft der Ansporn zum Anpacken. Da spĂŒren wir in uns immer wieder unseren Egoismus. Wenn wir unseren Egoismus klein halten und besiegen wollen, mĂŒssen wir uns ganz bewusst dafĂŒr entscheiden. Und wir mĂŒssen den Herrn um seine Gnade bitten, um ein neues Herz. Gott möchte uns ein Herz aus Fleisch geben und er will das Herz aus Stein aus unserer Brust nehmen (vgl. Ez 36,26). Wenn Jesus so viele Kranke geheilt, Brot vermehrt und Toten das Leben zurĂŒckgeschenkt hat, dann kann er auch mir und dir ein liebendes Herz geben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du weißt, wie oft ich das Wesentliche aus den Augen verliere. Du weißt, wie schwer es mir fĂ€llt, mich selber nicht so wichtig zu nehmen. Ich brauche dich. Gib mir ein neues Herz, ein liebendes Herz, ein aufmerksames Herz, ein großzĂŒgiges Herz, ein selbstloses Herz, ein Herz wie das deine.

Vorsatz: Ich ĂŒberlege mir jetzt schon, wem ich heute begegnen werde und was diese Person vermutlich braucht, wie ich ihr dienen kann.


Beten lernen

3. MĂ€rz 2020

Dienstag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Ich möchte dich Vater nennen, deinen Willen wollen und mir von dir vergeben lassen.

1. â€žVater“. Beten fĂ€llt uns oft schwer. Wir sehen Gott nicht, es fĂ€llt uns schwer, ihm zu vertrauen und wir sehen nicht die FrĂŒchte unseres Gebets. Jesus nimmt uns heute mit in die Schule des Gebets. Das erste, was er uns zeigen möchte, ist, dass wir einen liebenden Vater im Himmel haben. Er ist ein Vater, der jeden von uns ganz innig kennt („denn euer Vater weiß, was ihr braucht“). Er ist ein Vater, dem Ehre und Lob gebĂŒhrt, einfach um seiner selbst willen. Das meinen wir, wenn wir beten: geheiligt werde dein Name. Er ist ein Vater, der dir und mir unsere Fehler und SĂŒnden vergeben möchte, wenn wir mit Reue zu ihm kommen. Er ist ein Vater, der jedes seiner Kinder unendlich liebt.

2. Dein Wille. Gott hat uns mit einem freien Willen geschaffen. Dieser freie Wille macht uns Gott sehr Ă€hnlich. Unser Leben findet dann seine FĂŒlle, wenn unser Wille in Harmonie mit Gottes Wille steht. Und genau das fĂ€llt uns oft so schwer, denn unsere Leidenschaften ziehen in eine andere Richtung, wir haben unseren eigenen DickschĂ€del. Jesus weiß um dieses Dilemma. Deswegen legt er uns diese Bitte in den Mund: Vater, dein Wille geschehe.

3. Vergebung. â€žWer von euch ohne SĂŒnde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“ (Joh 8,7). Sicherlich haben viele von uns Ungerechtigkeiten erfahren, UnverstĂ€ndnis und den bösen Willen anderer. Jesus möchte, dass wir heute unseren Blick auf uns selber richten. Ja, jeder von uns hat Schuld auf sich geladen. Das einzusehen, fĂ€llt uns oft schwer. Da braucht es eine gute Portion Demut und Ehrlichkeit. Wenn wir dieses GestĂ€ndnis aufrichtig ablegen, öffnen wir uns fĂŒr die Vergebung Gottes und damit fĂŒr die wahre Freiheit.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, lehre mich beten. Offenbare meinem Herzen den himmlischen Vater. Lehre mich, einfach und ehrlich mit ihm zu sprechen. Im Vaterunser zeigst du uns, worum wir bitten sollen. Hilf, mir diese Bitten ganz zu eigen zu machen.

Vorsatz: Ich möchte heute wĂ€hrend des Tages einmal innehalten und ganz bewusst und langsam das Vaterunser beten.


Es ist Zeit umzukehren!

4. MĂ€rz 2020

Mittwoch der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Kasimir von Polen, Königssohn

P. Raphael Ballestrem LC

Lk 11,29-32
In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona fĂŒr die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn fĂŒr diese Generation sein. Die Königin des SĂŒdens wird beim Gericht gegen die MĂ€nner dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die MĂ€nner von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Jesus, lass mich deine GrĂ¶ĂŸe und Herrlichkeit immer mehr erfahren. Lass mich erkennen, wo du mich heute zur Umkehr rufst.

1. Das Zeichen. Jesus weist die Generation zurecht, die ein Zeichen fordert. NatĂŒrlich versteht er unsere Schwierigkeit zu glauben. Aber Gott hat sich ja nach der Erschaffung der Welt nicht einfach versteckt und zurĂŒckgezogen. Immer wieder sucht er den Menschen auf. Er spricht zu Abraham, Isaak, Jakob. Er fĂŒhrt das Volk aus Ägypten heraus und zeigt dabei immer wieder seine StĂ€rke und seine Liebe zu den Seinen. Er spricht durch die Propheten. Schließlich wird Gott selber Mensch, um den Menschen neu zu schaffen und ihm das ewige Leben zu schenken. Wie können wir dann die Arme verschrĂ€nken und sagen: „Ich will ein Zeichen!“?

2. Hier aber ist einer, der mehr ist
 Viele Personen, die uns im Alten Testament begegnen, haben das Kommen Jesu vorbereitet. Aber Jesus ist nicht nur ein weiser König oder ein geschulter Prediger. Er ist mehr. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Wer ihm begegnet, begegnet Gott selber, dem Schöpfer des ganzen Universums. Das Alte Testament berichtet davon, dass niemand Gott schauen kann, ohne zu sterben. Wir dĂŒrfen uns nie an die Begegnungen mit Gott gewöhnen. Jede Begegnung mit ihm ist etwas ganz Besonderes – die Begegnungen in der Eucharistie, im Gebet, im NĂ€chsten. Was beeindruckt dich an Gott am meisten?

3. Die Umkehr. Die Königin des SĂŒdens hat Salomo gehört. Die MĂ€nner Ninives haben Jonas Predigt gehört. Auch jedem von uns hat Gott Gnaden geschenkt: die Taufe, den Glauben, das Zeugnis vieler Menschen. Da stellt sich nun die Frage: Wie antworte ich darauf? Gibt es einen Bereich in meinem Leben, in dem Gott mich vielleicht heute einlĂ€dt umzukehren?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine Gegenwart in meinem Leben. Du bist immer da, Tag und Nacht. Oft vergesse ich dich und spĂŒre dich nicht. Aber du bist da, und du wirkst in meinem Leben. Jesus, ich möchte mein Leben heute mehr auf dich ausrichten. Ich möchte dich von Herzen lieben. Gib mir Kraft und StĂ€rke, um meine schlechten Gewohnheiten abzulegen und in der Tugend zu wachsen. Ich brauche dich.

Vorsatz: Ich schreibe heute auf, was mich an Gott am meisten fasziniert und wo er mich in den letzten Monaten berĂŒhrt hat.


Gott ist gut!

5. MĂ€rz 2020

Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Fridolin von SÀckingen, Mönch, Glaubensbote

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 7,7-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfĂ€ngt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Mein Herr, hilf mir, auf dich zu vertrauen. Hilf mir, deine GĂŒte in meinem Leben zu erkennen.

1. Gott ist nur gut. Immer wieder kommen Zweifel in uns auf: Sorgt sich Gott ĂŒberhaupt um mich? Meint er es wirklich gut mit mir? Ist Gott wirklich gut? Jesus möchte uns diesen Zweifel heute endgĂŒltig nehmen: „Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“. Gott ist die GĂŒte. Er kann gar nicht anders als gut sein. Die GĂŒte unserer Mitmenschen ist nur ein schwacher Abglanz der GĂŒte Gottes. Gott sehnt sich danach, dass es dir gut geht, dass du die wahre ErfĂŒllung findest. Er selber möchte deine ErfĂŒllung sein. Das geht dann, wenn wir ihm vertrauen, wenn wir uns ihm ĂŒbergeben.

2. â€žBittet“. Ein Kind ist schwach und hilfsbedĂŒrftig. Es kann nicht selber fĂŒr sich sorgen. Es braucht immer Hilfe. Ein kleines Baby muss gefĂŒttert, gekleidet und gewickelt werden. Es kann nicht selber an einen Ort gehen, der warm genug ist. Wie rĂŒhrend kann es sein, wenn ein Kind zu seiner Mutter lĂ€uft und bei ihr Schutz, Hilfe und Trost sucht! Genau so dĂŒrfen wir immer wieder zu Gott kommen und ihm unsere Herzensanliegen anvertrauen. Gott zögert nicht, uns alles zu gewĂ€hren, was im Tiefsten gut fĂŒr uns ist.

3. Gib die GĂŒte Gottes weiter! Jesus ruft uns auf, die GĂŒte des himmlischen Vaters auszustrahlen. Ja, wir sollen genauso großzĂŒgig und gĂŒtig zu unseren Mitmenschen sein, wie Gott es zu uns ist. „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ Gebe ich meinem NĂ€chsten einen Stein oder Brot? Gebe ich ihm eine Schlange oder einen Fisch? Gebe ich ihm ĂŒberhaupt etwas? Aber halten wir noch einmal inne: Ist es nicht so, dass uns Gottes Liebe oft durch andere Menschen erreicht hat? Wie schön und erhebend ist es, wenn Gott auch durch uns anderen Menschen seine GĂŒte zeigen kann!

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, so oft versuchst du, mir deine GĂŒte zu zeigen. Gib mir die nötige FeinfĂŒhligkeit und Aufmerksamkeit, um das wahrzunehmen. Öffne mir die Augen! Danke fĂŒr deine NĂ€he, fĂŒr deine FĂŒrsorge, fĂŒr deine GroßzĂŒgigkeit.

Vorsatz: Ich notiere mir heute drei Personen, fĂŒr die ich in dieser Fastenzeit ganz besonders beten will.


Es geht um Dein Herz!

6. MĂ€rz 2020

Freitag der ersten Woche der Fastenzeit
Weltgebetstag der Frauen aller Konfessionen (Simbabwe)

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit grĂ¶ĂŸer ist als die der Schriftgelehrten und der PharisĂ€er, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zĂŒrnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfĂ€llt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener ĂŒbergeben, und du wirst ins GefĂ€ngnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Jesus, in meinem Leben braucht es Umkehr. Du weißt, wie schwer mir das fĂ€llt. Lass mich erkennen, wie ich dir Ă€hnlicher werden kann und wie ich mehr lieben kann.

1. Das Himmelreich. Es ist so leicht, das zu vergessen: wir sind Pilger! Und wir pilgern unser ganzes Leben auf das große Ziel zu: den Himmel. Der Himmel ĂŒbersteigt alle unsere Vorstellungen. Dort werden wir bei unserem himmlischen Vater sein, seine Gegenwart wird uns mit unendlichem GlĂŒck erfĂŒllen, unvergleichlich besser als die schönsten Momente hier auf der Erde. Jesus ruft uns heute zu: Freu dich auf den Himmel! Es wird genial! Bereite dich schon jetzt darauf vor! Schau, dass dein Herz fĂŒr den Himmel bereit ist!

2. Die Macht des Wortes. â€žWer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann“ (Jak 3,2). Jesus erinnert uns an die Macht des Wortes. Mit so großer Leichtigkeit sagen wir, was uns gerade in den Sinn kommt. Und es entgeht uns, was fĂŒr große Verletzungen wir mit unseren Worten bei unserem NĂ€chsten verursachen können. Ja, und noch viel weniger nehmen wir wahr, dass wir mit unseren Worten auch unserer eigenen Seele Schaden zufĂŒgen können. Wenn wir uns und den anderen mit unseren Worten Gutes tun wollen, sollen wir loben, WertschĂ€tzung ausdrĂŒcken, danken und ermutigen.

3. Versöhnung. Jesus gibt uns heute noch eine wichtige Lektion mit: damit unser Herz mit Gott in Einklang sein kann, muss es auch mit dem NĂ€chsten in Einklang stehen. Und dafĂŒr brauchen wir immer wieder Versöhnung. Jesus sagt uns, dass wir mit der Versöhnung nicht warten sollen. Vielmehr sollen wir unsere Gabe liegen lassen und gleich zu unserem Bruder gehen und Frieden schließen. Wie ruhig wird es in unserem Herzen, wenn wir uns mit unseren Verwandten, Freunden und Nachbarn versöhnen. Der erste Schritt ist schwierig. Aber es lohnt sich.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, die Liebe ist nicht leicht, die richtige Wortwahl ist nicht leicht und auch die Versöhnung nicht. Aber sie sind kostbar, sie sind wie Gold. Ich möchte den Preis zahlen, der nötig ist, um die anderen durch meine Worte zu ermutigen und um zur Versöhnung beizutragen.

Vorsatz: Ich spreche der Person, die ich als nĂ€chstes sehe, ein echtes, von Herzen kommendes Lob aus.


Der Lohn der Liebe

7. MĂ€rz 2020

Samstag der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Perpetua und Felizitas, MĂ€rtyrinnen

P. Raphael Ballestrem LC

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet fĂŒr die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und er lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nĂ€mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafĂŒr erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure BrĂŒder grĂŒĂŸt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Jesus, ich bin so oft in den Sachen dieser Welt verhaftet, in den materiellen Dingen, die mich umgeben. Lass mein Herz die Faszination echter Liebe verspĂŒren.

1. Der alte Trugschluss
 Scheint Ihnen Gott auch manchmal fern zu sein? Kommt es Ihnen auch so vor, als wĂ€re er nicht interessiert? Vielleicht liegt das ja gerade auch daran, dass wir uns unserer Fehler bewusst geworden sind. Und weil wir meinen, Gott nicht zufrieden gestellt zu haben, könne er uns ja auch nicht lieben. Hierin mĂŒssen wir eine radikale Kehrtwende vollziehen: Gott verabscheut die SĂŒnde. Aber er liebt den SĂŒnder. Ja, auch mit all Deinen Fehlern bist Du ein unendlich geliebtes Kind Gottes. Gott freut sich ĂŒber Dich und ĂŒber all das Gute in Deinem Leben, wahrscheinlich viel mehr, als Du Dir ĂŒberhaupt vorstellen kannst. Und dieser Gott sehnt sich danach, Dir jeden Tag auf unzĂ€hlige Weisen seine Liebe unter Beweis zu stellen. Merkst Du das?

2. Geschenk, nicht Verdienst. Warum lieben wir unsere Feinde oft nicht? Weil wir denken, dass sie es nicht verdient haben. Jesus lehrt uns heute etwas sehr Wichtiges: Keiner muss Verdienste vorweisen, um geliebt zu werden. Gott schenkt seine Liebe dem Heiligen und dem SĂŒnder, dem treuen Beter und dem unehrlichen Zöllner. Denn geliebt zu werden, ist immer ein Geschenk, nie ein Verdienst. Das fordert von uns womöglich ein Umdenken: Wenn Gott jeden liebt, egal, ob oder wie vorbildlich er ist, sollten wir es ihm gleichtun und Liebe schenken, ohne etwas dafĂŒr zu erwarten.

3. Der Lohn. â€žWenn ihr nĂ€mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafĂŒr erwarten?“ Von welchem Lohn spricht Jesus hier? Ich glaube, es geht hier nicht einfach um eine „Überweisung“ auf unser himmlisches Bankkonto, wenngleich sich das vielleicht manch einer so vorstellt. Wenn Du Liebe verschenkst, verĂ€nderst Du nicht nur das Leben der beschenkten Person. Du verschönerst auch Dein Herz. Es wird sozusagen grĂ¶ĂŸer, lichterfĂŒllter, strahlender. Und es wird vor allem fĂ€higer, Gottes Liebe aufzunehmen und zu begreifen. Gibt es einen besseren Lohn?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist allmĂ€chtig, erneuere mein Herz in dieser Fastenzeit. Lass mich deine Liebe in meinem Leben immer mehr entdecken. Und lehre mich, die anderen mit Freude und Selbstlosigkeit zu lieben.

Vorsatz: Ich werde heute eine kranke Person besuchen oder anrufen.