Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. Februar 2020 bis Samstag 29. Februar 2020

Siebente Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Freigebig liebenSonntag
Wer ist wie du, Gott?Montag
Adel im Reich GottesDienstag
Frei fĂŒr den GeliebtenMittwoch
Das höhere Level der Beziehung zu JesusDonnerstag
Gott will sich mit mir vermÀhlenFreitag
Ein Fest fĂŒr JesusSamstag


Freigebig lieben

23. Februar 2020

Siebenter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Polykarp, Bischof und MĂ€rtyrer

P. Leonhard Maier LC

Mt 5,38-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge fĂŒr Auge und Zahn fĂŒr Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlĂ€gt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet fĂŒr die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und er lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nĂ€mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafĂŒr erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure BrĂŒder grĂŒĂŸt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, ĂŒberschatte mich in dieser Gebetszeit! Du bist willkommen und ich strecke mich aus nach dir! Ich ersehne dich und deine Gaben.

Bitte: Beschenke mich mit deiner unendlichen FĂŒlle, dreifaltiger Gott!

1. Freigebig leben. Der MĂ€rtyrerbischof Polykarp schien sein Leben einfach so weggeworfen zu haben; auf die Aufforderung des Prokonsuls Quadratus hin, das Christentum zu verleugnen, bot er diesem sogar noch einen Termin zur Unterweisung im christlichen Glauben an – falls er Interesse daran habe. Der Prokonsul lehnte ab und ĂŒbergab ihn den Menschen, die ihn verbrennen sollten. Als sein Leib nicht verbrannte, sondern einen angenehmen Duft verströmte, wurde er erdolcht. Dieser Heilige lebte in einer solchen geistlichen FĂŒlle, dass ihm niemand mit der Drohung, ihm etwas wegzunehmen, Furcht einjagen konnte. Wenn das Leben der Gnade mich erfĂŒllt, kann mich kein Geschöpf mehr von Christus trennen: nicht die undankbaren Kinder, nicht die ĂŒbergriffigen Eltern und nicht der mobbende Arbeitskollege. Gott allein genĂŒgt. Mit ihm habe ich die Kraft, ein siegreiches Opfer zu sein und nicht aufzuhören, die Menschen zu lieben.

2. Dir zuhören. Vater, obwohl ich gewiss schon eine echte Beziehung zu dir habe, sind noch viele Fragen offen: Könnte ich vielleicht meine Aufgaben noch viel fruchtbarer fĂŒr dein Reich erfĂŒllen? Gebe ich dir schon den ersten Platz oder könnte unsere Beziehung nicht noch viel entschiedener von meiner Seite gelebt werden? Werde ich gerade kalt in der Liebe zu dir? – Wegen dieser Fragen genieße ich diese Gebetszeit mit dir. Ich kenne die Antwort noch nicht und höre jetzt gerne in die Stille hinein, um deine Antwort aufzunehmen. Bin ich schon so frei, dass ich dir das Steuerrad meines Lebens ĂŒberlasse?

3. Was habe ich der Welt zu bieten? Die Welt mit all ihrem Pomp kann mir eigentlich nichts geben. Nur Christus macht glĂŒcklich. Ja, wir veranstalten mit großer Begeisterung Events, halten mit Elan an unserer Sendung fest. Doch haben wir wirklich ein tiefes inneres Leben? Sind wir MĂ€nner und Frauen des Gebets? Haben wir wirklich der Welt etwas zu bieten, oder sind das einfach nur leere Worte? Im Gebet erkĂ€mpfe ich mir das, was ich dann freigiebig austeilen kann. Deshalb ist diese tĂ€gliche Zeit fĂŒr das Zusammensein mit Gott heilig.

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, wie schön sind diese großzĂŒgigen Menschen, die sich verschenken! Solche Menschen geben mir das GefĂŒhl, dass ich wertvoll bin. Solche Menschen sind wie du geworden, Jesus. Gib mir fĂŒr den heutigen Tag ein Herz, das sich wie das deine verschenkt!

Vorsatz: Heute will ich jemandem ein extra großzĂŒgiges Trinkgeld oder auch mehr Zeit schenken, als er/sie sich erwartet hĂ€tte.


Wer ist wie du, Gott?

24. Februar 2020

Hl. Matthias, Apostel
Fest

P. Leonhard Maier LC

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern. Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine grĂ¶ĂŸere Liebe, als wenn einer sein Leben fĂŒr seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwĂ€hlt, sondern ich habe euch erwĂ€hlt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, wer bist du? Und wer bin ich? Ja, mein Bruder bist du, doch ich traue es mir fast nicht, das auszusprechen! Du hast mich als deinen Freund bezeichnet: Danke, Herr, fĂŒr dieses Privileg! Du machst mich groß!

Bitte: Meine Bitte an dich: lass mich dich besser kennenlernen. Ich will jetzt dem Ziel meines Lebens einen Schritt nĂ€herkommen, das da ist: dich kennen und dich lieben.

1. Braut Gottes sein. Christus, du bist der BrĂ€utigam meiner Seele, sie deine Braut. Ich will mich von dir fĂŒhren und lieben lassen. Ich schließe meine Augen und bin in deinen starken Armen sicher, ich höre deine Stimme: „Bleibt in meiner Liebe!“ Nicht ich muss etwas darstellen, sondern du sollst der Hauptakteur sein. Gar nicht so einfach! Als Braut will ich dich bestĂ€rken in deiner Liebe und will mit dir zusammen Großes vollbringen. Ich erneuere heute mein Ja-Wort. Ich gebe deinem brĂ€utlichen Werben keinen „Korb“, sondern lege mein Leben in deine HĂ€nde.

2. Dreifaltiger Freudentaumel. Unser Gott ist nicht einsam, so dass er sich Menschen schaffen mĂŒsste, um endlich Gesellschaft zu haben. Unser Gott ist Liebe, ist dreifaltig einer, und er erlebt in dieser gegenseitigen Hingabe der drei göttlichen Personen eine solche Freude und solches VergnĂŒgen, dass es ihn drĂ€ngt, so viele Wesen wie möglich daran teilhaben zu lassen. Ich, Mensch, muss mit meinem Leben die Entscheidung treffen, ob ich in vollkommener Weise so ein Leben in Freude möchte. Christus lĂ€dt mich dazu ein und erklĂ€rt mir, dass der Weg dorthin ĂŒber die Gebote geht, ĂŒber die Liebe, ĂŒber die Hingabe. Bin ich schon in dieser „Ekstase“ göttlichen Lebens angekommen?

3. Wahre Liebe und wahre Fruchtbarkeit. Wer in Einheit mit der echten göttlichen Liebe lebt, wird ĂŒberschwĂ€nglich fruchtbar sein: Sei es in der Ehe oder im Zölibat – der Ganzhingabe an Gott und sein Volk. Ja, ich sehne mich danach, dass mein kurzes Leben auf der Welt etwas bewegt und die Ewigkeit beeinflusst. Doch Gott sehnt sich noch viel mehr danach! Er nimmt mich hinein in sein Schöpferwirken und bei der Erneuerung der ganzen Schöpfung darf ich sein Mitarbeiter sein. Im Plan Gottes bin ich wichtig und entscheidend. Werde ich mit ihm zusammenarbeiten?

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, jeden Tag hĂŒpft mein Herz vor Jubel, wenn ich mir bewusstwerde, wie groß und wer du bist. Jede Begegnung mit dir ist neu und spannend. Es gibt fĂŒr mich keine bessere Zeitinvestition, als dich ein klein wenig besser kennenzulernen!

Vorsatz: Heute will ich entschieden eine Sache anpacken, die ich gerne vor mir herschiebe, die aber erledigt werden muss. Das soll ein konkreter Liebesbeweis an Gott sein: seine Gebote liebevoll einhalten.


Adel im Reich Gottes

25. Februar 2020

Dienstag der siebenten Woche im Jahreskreis
Hl. Walburga OSB, Äbtissin

P. Leonhard Maier LC

Mk 9,30-37
In jener Zeit zogen Jesus und seine JĂŒnger durch GalilĂ€a. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine JĂŒnger ĂŒber etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: WorĂŒber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darĂŒber gesprochen, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich kann dir nur fĂŒr alles danken, auch fĂŒr das, was ich nicht verstehe! Mein Gebet ist nie umsonst!

Bitte: Bitte, kĂŒmmere dich heute um die Angelegenheiten, die mir am meisten Sorgen bereiten: Ich gebe diese Dinge bei dir ab, um jetzt den Kopf frei zu haben fĂŒr die Begegnung mit dir!

1. Dich, Jesus, verstehen. Du hast deinen JĂŒngern alles sehr deutlich erklĂ€rt. Auch mir hast du alles offenbart. Doch ich habe den Sinn deiner Worte noch nicht verstanden. Du redest von Auferstehung und ewigem Leben: Doch ich kann mir darunter kaum etwas vorstellen. Und das macht meine Gebetszeit so spannend: Denn ich habe so vieles, was ich dich fragen möchte: ĂŒber die Lage unserer Kirche; ĂŒber die einst so eifrigen, die von dir abgefallen sind; ĂŒber den Sinn der Krankheit in meinem Leben. Es ist sehr befreiend, mit dir das einmal besprechen zu können.

2. Du zeigst mir den Weg zu echter GrĂ¶ĂŸe. Wir lachen gerne ĂŒber diese JĂŒnger, die die GrĂ¶ĂŸten sein wollten. Doch ist das nicht eine normale menschliche Sehnsucht, dass man der Beste und GrĂ¶ĂŸte sein will? Keiner ist doch damit zufrieden, mittelmĂ€ĂŸig zu leben. Und Jesus bestĂ€tigt uns sogar in diesem Streben, weist uns jedoch darauf hin, dass wir Menschen gerne nach einer Schein-GrĂ¶ĂŸe streben. Der Letzte und der Diener aller ist nicht das, was wir im ersten Moment erstreben. Doch es macht Sinn: Wahre GrĂ¶ĂŸe hat den anderen etwas anzubieten: Sie kann dienen. Und wahre GrĂ¶ĂŸe ist nicht abhĂ€ngig von menschlicher Anerkennung: In aller Demut kann sie den letzten Platz einnehmen.

3. Jesus ist der GrĂ¶ĂŸte. Wer ist Diener wie du, Jesus? Wer ist der Letzte gewesen wie du, Jesus? Und doch hast du bewirkt, was wir heute den Urknall nennen, dieser erste Moment der Geschichte des Universums, in dem die vorher unendlich konzentrierte Energie mit einem Mal auseinanderstrebte. Je mehr die Wissenschaft darĂŒber sagen kann, desto grĂ¶ĂŸer strahlt deine Kraft! Wie faszinierend ist deine Macht, die sich hinkniet und die FĂŒĂŸe der Apostel wĂ€scht; deine Macht, die mir die SĂŒnden immer und immer wieder in jeder Beichte vergibt; deine Macht, die mich gesund macht und mir meine Komplexe nimmt; deine Macht, die sich in Bethlehem klein wie ein Baby gemacht hat.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist mein Gott. Ich bete dich an und möchte immer mehr werden wie du. Ich möchte verstehen, wie mein Leben dauerhaft Frucht bringen kann. Und du antwortest mir, dass mein Leben dann groß und wichtig wird, wenn ich diene und den Platz einnehme, den hier auf Erden keiner haben will. Ich sehe dich am Kreuz und sehe deinen Dienst an uns allen. Das soll mich fĂŒr den heutigen Tag inspirieren!

Vorsatz: Ich packe das Gebet oder die Sache an, die mir schwerfĂ€llt, die ich aber eigentlich schon lange hĂ€tte erledigen sollen.


Frei fĂŒr den Geliebten

26. Februar 2020

Aschermittwoch

P. Leonhard Maier LC

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: HĂŒtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die TĂŒr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trĂŒbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Unter deinem Blick, Vater, gewinnt der heutige Tag etwas Feierliches und Frisches. Ich will dir gefallen, möchte dich verherrlichen. Es spornt mich an, dich an meiner Seite zu wissen. Du holst das Beste aus mir heraus und bringst mich dazu, meine SchwĂ€che zu ĂŒberwinden.

Bitte: Gib mir die Entschlossenheit, jetzt und hier heilig leben zu wollen!

1. Weil es uns nicht berĂŒhren darf, was die Leute sagen
 König David war es einerlei, was die anderen dachten, als er um die Bundeslade tanzte. Gott lobpreisen sieht rein Ă€ußerlich lĂ€cherlich aus. Aber lĂ€cherlich erscheint das nur fĂŒr die, die keine Beziehung zum Herrn haben. Wenn ich einen Dienst fĂŒr dich, Christus, verrichte, dann tu ich das fĂŒr dich und nicht, um von den Leuten gesehen zu werden. Wenn ich sichtbar als gottgeweihter Mensch gekleidet durch die Straßen gehe, dann um die Menschen an dich zu erinnern. Wenn ich vor dem Essen mein Kreuzzeichen mache, dann tu ich das deswegen, weil ich mehr unter dem Blick Gottes als unter dem Blick der Menschen lebe und leben will.

2. Liebesdetails fĂŒr meinen Gott. Heute will ich in die besondere vierzigtĂ€gige Liebeszeit mit Gott starten. Das GrĂ¶ĂŸte, was ich im Leben erreichen kann, ist eine innige Liebesbeziehung mit dir, Christus. Unser VerhĂ€ltnis soll jetzt tiefer werden. Ich will beim Essen aus Liebe zu dir auf einiges verzichten. Bei der zuverlĂ€ssigeren ErfĂŒllung meiner Aufgaben will ich wachsen. Meine Gebetszeiten will ich schöner gestalten und konzentrierter leben. Meine Umgangsformen mit den mir anvertrauten Menschen sollen feinfĂŒhliger und warmherziger werden.

3. Meine Sorgen „schmelzen“ lassen. Jetzt gerade „schwirren“ mir im Hinterkopf einige Sorgen herum. Ich nehme sie wahr und ĂŒbergebe sie dir: „Jesus, sorge Du!“ Du, Herr, bist ein guter FĂŒrsorger. Ich vertraue dir und sehe meine Sorgen als Thermometer fĂŒr meinen Hochmut, denn ich sehe mich selbst als Lösung fĂŒr die Probleme. Dabei ist doch Christus der Erlöser! Sorgen entstehen da, wo ich nur meine eigenen begrenzten KrĂ€fte sehe und nicht die Macht Gottes im Blick habe.

GesprĂ€ch mit Christus: Du, Herr, fĂŒhrst mich jetzt in die Freiheit. Doch es geht durch die „WĂŒste“ der Fastenzeit. Der Blick soll klar werden, der Fokus richtet sich auf unsere Beziehung. Ich sehne mich danach, von unnötigem „Ballast“ befreit zu werden. Ich lasse dir „freie Hand“ und bitte dich, mein steinhartes Herz auszutauschen gegen dein Herz: Lebe du in mir!

Vorsatz: Mit liebevoller Überzeugung faste ich heute, indem ich beim Essen so Verzicht ĂŒbe, wie es meiner Situation angemessen ist.


Das höhere Level der Beziehung zu Jesus

27. Februar 2020

Donnerstag nach Aschermittwoch

P. Leonhard Maier LC

Lk 9,22-25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme tĂ€glich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nĂŒtzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich bin glĂŒcklich, dass du dich fĂŒr mich interessierst, Vater. Du umwirbst mich und lĂ€sst mich nicht fallen. Ich will das Leben genießen, so, wie ich es aus deiner Hand geschenkt bekomme.

Bitte: Schenke mir Offenheit fĂŒr deine Wege!

1. Du siehst die ganze RealitĂ€t. Ich sehe nicht alles. Nur StĂŒckwerk ist mein Erkennen. Wann ist das Ende der Zeit? Du, Gott, siehst es schon. Ich brauche mich nicht stressen. Stattdessen will ich dir vertrauen und mein Leben in deine HĂ€nde legen. Ich will bereit sein fĂŒr die Überraschungen, die du fĂŒr mich vorbereitet hast.

2. Fokus auf Jesus. Es geht nicht um das Kreuz und auch nicht um das Verleugnen. Es geht darum, bei Christus zu sein. Dir, Jesus, folge ich, weil ich da sein will, wo du bist. Ich kann nicht irgendeinen Weg gehen, weil ich so nicht zu dir gelange. Du bist das Ziel meines Lebens! Die Beziehung zu dir soll immer besser und immer tiefer werden. Ich will in das nĂ€chste Level der IntimitĂ€t mit dir kommen! Ich will deine GefĂŒhle und deine SehnsĂŒchte zu den meinen machen.

3. Mein Leben in Jesus investieren. Gerne setze ich alles auf eine Karte, auf den Namen Jesu: Ich weiß, dass mein Kapital hundertfach vergrĂ¶ĂŸert wird. Ein kluger Verwalter will ich sein, der sein ganzes Vermögen fĂŒr das Reich Gottes verschwendet: fĂŒr die einzige Angelegenheit, fĂŒr die sich die Ganzhingabe lohnt! Ja, manche Leute sehen das als ein „die Welt Verlieren“ an. Doch Jesus gibt mir mehr, als ich mir jemals ertrĂ€umt hĂ€tte.

GesprĂ€ch mit Christus: So leicht laufe ich weg von dir und wende mich falschen GlĂŒcksangeboten zu. Mit neuer Entschiedenheit mache ich mich in dieser Fastenzeit auf den Weg zu dir. Unsere Beziehung möge heute tiefer werden!

Vorsatz: In der Sache, die mir schwerfĂ€llt, will ich mich heute ĂŒberwinden und sie aus Liebe zu Jesus einfach anpacken. Da will ich ganz konkret einen kleinen Schritt vorwĂ€rtskommen.


Gott will sich mit mir vermÀhlen

28. Februar 2020

Freitag nach Aschermittwoch

P. Leonhard Maier LC

Mt 9,14-15
In jener Zeit kamen die JĂŒnger Johannes‘ des TĂ€ufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend wir und die PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste trauern, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; dann werden sie fasten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mit dir, Jesus, erlebe ich die ErfĂŒllung meiner grĂ¶ĂŸten SehnsĂŒchte. Niemand macht mich so glĂŒcklich wie du! Du bist der, fĂŒr den ich gemacht bin! In dieser Fastenzeit will ich das ganz bewusst tĂ€glich feiern!

Bitte: Mache du mein Leben zur Hochzeit mit dir!

1. Der SchlĂŒssel zum VerstĂ€ndnis der Botschaft Jesu. Die Bibel beginnt mit einer Hochzeit im Buch Genesis (Adam und Eva) und endet mit einer Hochzeit in der Offenbarung des Johannes (das Lamm und die Braut). Erst, wenn ich die Bibel mit diesem LeseschlĂŒssel „Gott möchte sich seine Kirche vermĂ€hlen“ verstehe, kann ich erkennen, wonach Gott sich sehnt. Er strebt die brĂ€utliche Vereinigung mit mir an, möchte ganz eins sein mit mir und mit jedem Menschen. Was fĂŒr eine Kraft hat der göttliche Eros: Es ist die Anziehung, die zwischen Gott und mir herrschen soll!

2. Christus will mich erobern. Originell ist die Weise, in der sich Jesus als Messias prĂ€sentiert, nĂ€mlich als BrĂ€utigam Israels. Demonstrativ und im Sinne einer „Zeichenhandlung“ ist Jesus ehelos gekommen, um seine Braut, das Volk Israel, zu „erobern“, ihr den Heiratsantrag zu machen und zu verkĂŒnden, dass der Zeitpunkt der Hochzeit feststeht, nĂ€mlich am Tag seiner Wiederkunft. Die AuserwĂ€hlte jedoch lehnt sein Werben ab, weswegen sich der Messias ein neues Volk zur Braut erwĂ€hlt: seine Kirche. Bis es zur Hochzeit kommt, mĂŒssen die letzten Tage vergehen, die Zeit eines besonderen, erwartungsvollen LiebesverhĂ€ltnisses zwischen Christus und Kirche. Diese Wirklichkeit findet ihren Widerhall in vielfĂ€ltigen biblischen und frĂŒhkirchlichen Bildern: Jesus wird oft feiernd und selten fastend angetroffen, weil er als zukĂŒnftiger BrĂ€utigam mit seinen JĂŒngern die typisch jĂŒdische Vorhochzeit begeht; wĂ€hrend der TĂ€ufer draußen in der WĂŒste „haust“, darf Christus als BrĂ€utigam bei seinem Volk sein.

3. Mich als Braut der FĂŒhrung des BrĂ€utigams ĂŒberlassen. Hildegard von Bingen bezeichnet es als weibliche StĂ€rke, wenn sie sich der FĂŒhrung ihres BrĂ€utigams ĂŒberlassen kann. Nicht ich will Christus, meinem BrĂ€utigam, sagen, „wo es lang geht“. Ich lasse mich von ihm leiten. Ich vertraue ihm mein Leben an und will zusammen mit ihm etwas ganz Großes aufbauen: sein Reich! Es ist sein Plan, und ich bin voll freudiger Erwartung, wie unsere Beziehung, wie unsere „Ehe“ fruchtbar sein wird!

GesprĂ€ch mit Christus: Dich will ich verherrlichen, Vater! Ich will, dass dein Wesen sichtbar wird in der Weise, wie ich Mensch bin und wie ich handle! Die Ehe soll dieses große Geheimnis ausdrĂŒcken, das zwischen Gott und seiner Kirche besteht: Ich will dir heute eine liebevolle Braut sein!

Vorsatz: In den vielen Details des Alltags denke ich daran, wie ich dabei meinem himmlischen BrĂ€utigam gefallen kann.


Ein Fest fĂŒr Jesus

29. Februar 2020

Samstag nach Aschermittwoch

P. Leonhard Maier LC

Lk 5,27-32
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab fĂŒr Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere GĂ€ste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die PharisĂ€er und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen JĂŒngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich bin ein SĂŒnder, und vieles in meinem Leben ist krank. Ich laufe Gefahr, zu sterben. Du bist meine Hoffnung und mein Leben! Du kannst mich heilen, wenn du willst.

Bitte: Ich bitte dich, mich anzuschauen und mich in deinen Dienst zu rufen, Christus!

1. Unter dem guten Blick des Vaters. Mich einfach deinem Blick aussetzen: in der Anbetung vor dem eucharistischen Jesus, in der Stille, in einer Kirche, in der Ruhe der Natur. Schau mich an, Jesus, wie ich in der SĂŒnde feststecke: in schlechten Gedanken, in lieblosen Worten, in innerer Unruhe. Ich will dir jetzt alles zeigen, besonders das, was ich immer verstecke. Du sollst alles ĂŒber mich wissen: ich möchte dir davon erzĂ€hlen. Und ich will dir auch berichten von meiner großen Sehnsucht, dass mein Leben fruchtbar ist, von meinen schönen PlĂ€nen. Du kennst mich schon, und ich will es dir trotzdem selber nochmal erzĂ€hlen.

2. Dir folgen, so wie ich bin. Ja, ich schaffe es selbst nicht, doch ich vertraue auf deine Kraft! Deshalb stehe ich auf und gehe dorthin, wohin du mich rufst! Ich mache mir insgeheim Sorgen, ob das nicht verrĂŒckt ist und unvernĂŒnftig, doch wem sollte ich meinen Glauben schenken, wenn nicht dir? Meine Verletzungen nehme ich mit, doch darfst du sie heilen. Meine Komplexe und Ängste darfst du verwandeln in meine StĂ€rke! Ich nehme mich an, wie du mich geschaffen hast, und setze mich deiner Heilung aus.

3. Ein Fest fĂŒr Jesus. Jesus, heute will ich fĂŒr dich ein Fest veranstalten: in dieser Gebetszeit, in meinen Arbeiten und meinen GesprĂ€chen, im Straßenverkehr und im Ertragen meiner Begrenzungen. Ich will niemand anderer sein und brauche auch keine andere Umgebung: Ich feiere das, was du mir geschenkt hast!

GesprĂ€ch mit Christus: Ich salbe mein Haar, ich ziehe mich schön an und bin fröhlich: weil du ein guter Gott bist und weil du alles bist, was ich brauche. Im Frieden, den du mir gibst, kann ich alles abwehren: Ängste, Sorgen, schlechte Laune, ZermĂŒrbung, Feindschaften. In der Beziehung mit dir wird jeder Moment ein rauschendes Fest.

Vorsatz: Mit Freude packe ich jetzt genau das an, wozu ich spontan keine Lust habe und mache daraus ein Fest fĂŒr Jesus.