Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. Januar 2020 bis Samstag 1. Februar 2020

Dritte Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Jesus geht auf den Menschen zuSonntag
Eine empfindliche StelleMontag
Wo bist du zu Hause?Dienstag
Ein SämannMittwoch
Ein Licht fĂĽr diese WeltDonnerstag
Warten, wachsen lassen und erntenFreitag
Sturm und StilleSamstag


Jesus geht auf den Menschen zu

26. Januar 2020

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Hll. Timotheus und Titus, Bischöfe, Apostelschüler

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 4,12-23
Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Jesus, heute ist Sonntag, dein Tag, ein Ruhetag. Ich möchte bei dir Ruhe suchen, bei dir still werden, innehalten. In der Stille kann ich deine Stimme am deutlichsten vernehmen. Hilf mir, zur Ruhe zu kommen und mich mit dir ganz persönlich zu treffen.

Bitte: Ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, Herr, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Ein Umzug. Nach seiner Taufe und nach der Vorbereitungszeit in der WĂĽste, kommt Jesus in seine Heimatstadt zurĂĽck und zieht sogleich um. „Er verlieĂź Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen…“ In wenigen Worten wird hier der Ăśbergang zu einer ganz neuen Lebensphase beschrieben. Jesus beginnt sein öffentliches Leben. Kafarnaum lag an der Via Maris, einem der wichtigsten Handelswege. Man konnte dort vielen unterschiedlichen Menschen begegnen, ganz im Gegenteil zu dem ruhigen und abgelegenen Nazaret. Ich kann Jesus fragen: warum machst du diesen Schritt? Was bewegt dich dazu? Was bedeutet es fĂĽr dich? Möchtest du dich dem Volk sichtbar machen und fĂĽr es zugänglich sein?

2. Eine Einladung. Jesus ruft zur Umkehr auf. Er tut es nicht nur allgemein, sondern geht auch auf konkrete Menschen zu. Petrus und Andreas, Johannes und Jakobus bekommen eine persönliche Einladung: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Ich versuche mir vorzustellen, wie Jesus sie anschaut, wie er diese Worte ausspricht. Was spĂĽren diese Männer? Was bewegt sie, ihre Netze zurĂĽckzulassen und sich auf den Weg der Jesusnachfolge zu begeben? Es ist ein Abenteuer, aber Jesus lädt sie persönlich ein und traut ihnen GroĂźes zu.

3. Gemeinsam zu den Menschen. Von seinen ersten JĂĽngern begleitet, zieht Jesus in ganz Galiläa umher. Es ist zu wenig fĂĽr ihn, sich auf Kafarnaum zu beschränken. Er besucht alle Synagogen, alle Dörfer und Ortschaften, begegnet hunderten von Menschen, lehrt und heilt sie. Zu ihnen wurde er von Gott Vater gesandt. In Jesus macht sich Gott immer auf den Weg zu uns Menschen. Was bewegt ihn dazu? Er liebt uns und will uns retten (vgl. Joh 3,16-17.)

Gespräch mit Christus: Herr, ich staune ĂĽber deine groĂźe Liebe zu uns. FĂĽr mich bist du Mensch geworden. FĂĽr mich hast du deine Heimat verlassen, um mir zu begegnen und mich nach Hause zum Vater zu bringen. Ich danke dir. Gib mir den Mut, dir nachzufolgen, vielleicht, indem ich mich auch auf den Weg zu meinem Nächsten mache.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich jemanden anrufen, besuchen oder einfach ansprechen, um ihm oder ihr eine Freude zu machen.


Eine empfindliche Stelle

27. Januar 2020

Montag der dritten Woche im JahreskreisHl. Angela Merici, Jungfrau, OrdensgrĂĽnderin (OSU)
Hl. Julius von Le Mans, Bischof
Sel. Paul Josef Nardini, OrdensgrĂĽnder

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 3,22-30
In jener Zeit sagten die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂĽlle die Herzen deinen Gläubigen und entzĂĽnde in ihnen das Feuer deiner Liebe! Komm, sammle mein Herz in Ruhe. Komm, lass mich sehen, wie du siehst. Komm, verwandle mein Herz, so dass es mehr und mehr dem Herzen Jesu ähnlich wird!

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Jesus hat sich aufgeregt? So deutlich steht das zwar nicht im Evangelium, aber der ernste Ton und die harten Worte, die Jesus benutzt, könnten darauf hinweisen, dass Jesus sich geärgert hat. Was ist passiert? Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch, reagiert hier sofort und kräftig auf die Anklage der Schriftgelehrten. Es geht um etwas sehr Wichtiges fĂĽr ihn und fĂĽr uns. Er kann nicht schweigen. Es gibt fĂĽr ihn berechtigte GrĂĽnde, heftig zur reagieren und sich zu verteidigen.

2. Was tut so weh? Wenn ich darĂĽber nachdenke und zu verstehen versuche, was Jesus so weh tut, merke ich, dass es ihm wahrscheinlich nicht so sehr darum geht, dass die Schriftgelehrten ihn, sondern dass sie den Heiligen Geist beleidigen. Wie wĂĽrde ich mich fĂĽhlen, wenn mein Bruder oder meine Schwester von einer Amtsperson öffentlich als Schurke bezeichnet wĂĽrde? Oder wenn jemand, der Leben rettet, als Mörder bezeichnet wĂĽrde? Es macht keinen Sinn. Es kann sein, dass die Schriftgelehrten Jesus so sehr hassten und ablehnten, dass sie seine Zeichen und Wunder, die eigentlich seine Gottheit bewiesen, in radikalster Weise angriffen. Aber wer Gott als Feind der Menschen bezeichnet, stellt sich selbst auf die Seite des Bösen. Und Satan hat sich selbst von der Vergebung und Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen.

3. Gott ist stärker als das Böse. Ich kann noch einmal die beiden Gleichnisse betrachten. Sie sind eine inhaltliche Antwort auf die VorwĂĽrfe der Schriftgelehrten. Ein böser Geist wĂĽrde keinen anderen austreiben, sondern gemeinsame Sache mit ihm machen. Austreiben kann ihn darum nur Gott. Und er kann einen Besessenen nur deshalb befreien, weil er den Bösen schon besiegt hat und Macht ĂĽber ihn hat. Diese Welt ist weiterhin umkämpft, bis zum JĂĽngsten Tag. Es ist ein Geheimnis, aber auch unsere tägliche Erfahrung. Wie wichtig ist es, unsere Augen auf Jesus zu heften, unsere Hoffnung auf ihn zu setzen. Mit diesen Zeichen möchte er uns seine Macht beweisen. Es ist unsere Aufgabe, uns jeden Tag neu auf die Seite Jesu zu stellen, unter seiner Fahne und seinem Schutz zu kämpfen.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du fĂĽr mich kämpfst. Ich bitte dich, beschĂĽtze mich vor allem Bösen. Stärke meine Hoffnung und mein Vertrauen auf dich, besonders, wenn ich mich allein und schwach fĂĽhle.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich eine Versuchung spĂĽre, möchte ich sofort Jesus um Hilfe bitten und der Verlockung zum Bösen widersagen.


Wo bist du zu Hause?

28. Januar 2020

Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine BrĂĽder; sie blieben vor dem Haus stehen und lieĂźen Jesus herausrufen. Es saĂźen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂĽder stehen drauĂźen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂĽder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaĂźen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂĽder. Wer den Willen Gottes erfĂĽllt, der ist fĂĽr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich möchte mich einen Moment vom Lärm des Alltags zurĂĽckziehen und bei dir sein. Du wartest bereits auf mich. Ich setze mich wie die JĂĽnger dir zu FĂĽĂźen oder stehe einfach an deiner Seite, neben dir. Lass mich dein Wort hören und verstehen. Ich vertraue dir!

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, dich besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Deine BrĂĽder stehen drauĂźen. Der Anfang des öffentlichen Lebens Jesu brachte groĂźe Veränderungen mit sich, nicht nur fĂĽr ihn selbst, sondern auch fĂĽr seine Verwandtschaft. Manche meinten, er sei verrĂĽckt geworden und wollten ihn mit Gewalt zurĂĽckholen (vgl. Mk 3,21). Diesmal blieben sie „vor dem Haus stehen und lieĂźen ihn herausrufen.“ Aber auch das ist eine ausdrucksvolle Geste: Sie schlieĂźen sich den Zuhörern Jesu nicht an, sie kommen nicht mit hinein, sie wollen drauĂźen bleiben. Die TĂĽr steht offen. Haben sie vielleicht Angst, dass diese Begegnung auch ihr Leben verändern könnte?

2. Maria ist da. Unter den Verwandten ist Maria. Vielleicht haben sie sie mitgebracht, um Jesus zu ĂĽberzeugen. Vielleicht ist sie mitgekommen, um als Vermittlerin zu wirken. Sie versteht beide Seiten, ist voll MitgefĂĽhl und liebt sie alle. Sie leidet mit ihnen, wie jede Mutter, deren Kinder im Streit liegen oder sich gegenseitig missverstehen. Ich versuche mir vorzustellen, wie sie diese Situation lebt: hoffnungsvoll, behutsam, geduldig, wĂĽrdevoll…

3. Wer ist meine Mutter, wer sind meine BrĂĽder? Jesus sagt nicht: Ich brauche keine Familie. Er gibt eine tiefe Antwort: „Wer den Willen Gottes erfĂĽllt, der ist fĂĽr mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Wer Gott wirklich ehrt und sein Leben nach seinen Geboten gestaltet, ist mit Jesus innig verbunden. Deshalb entwĂĽrdigen Jesu Worte Maria ĂĽberhaupt nicht. Mitten in ihrem Alltag in Nazaret, blieb sie in ihrem Herzen bei Jesus. AuĂźerdem ist das auch eine gute Nachricht fĂĽr mich. Jesus schaut mich an und sagt zu mir: Du bist wichtig fĂĽr mich. Ich freue mich ĂĽber dein christliches Leben! Du bist mein geliebter Bruder, meine geliebte Schwester!

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich so liebevoll anschaust. Danke fĂĽr dein Vertrauen! Ich möchte so wie Maria bei dir im Herzen bleiben, dir zuhören und vielleicht anderen helfen, den Weg zu dir zu finden.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute in einer Kirche oder in meiner Gebetsecke zu Hause ein Gebet fĂĽr die Versöhnung in Familien sprechen.


Ein Sämann

29. Januar 2020

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 4,1-20
In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich ziehe mich aus meinem Alltag zu dir zurĂĽck. Du wartest auf mich in der Eucharistie, in deinem Wort und auch in meinem Herzen. Ich möchte still werden, aufmerksam auf dich und auf das, was du in meiner Seele heute säen möchtest. Heiliger Geist, komm mir zu Hilfe und leite mich in diesem Gebet!

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, Herr, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Das in uns gesäte Wort. Welche Auswirkung haben Worte in meinem Leben? Wir sind von Information so ĂĽberflutet, dass es sich lohnt, ein Moment darĂĽber nachzudenken. Ja, sie können aufbauen oder zerstören, können auch ignoriert werden. Jesus lehrt, und diesmal spricht er ĂĽber seine Tätigkeit. Er ist der Sämann, aber auch das Wort. Er erklärt uns den Weg zu Gott und gleichzeitig schenkt uns sich selbst, weil er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Was bedeuten die Worte Jesu fĂĽr mich? WeiĂź ich sie zu schätzen? Habe ich schon einmal erfahren, wie ein Vers der Bibel mir geholfen, mich getröstet oder ermutigt hat?

2. Das Wort fällt auf einen Boden. Ein Wort wird ausgesprochen, um gehört und verstanden zu werden und um etwas zu bewirken. Aber viel hängt von der Einstellung dessen ab, an den man das Wort richtet. Auch das Wort Gottes legt sich in meine Hände, so dass ich es in Liebe annehmen kann. Wie möchte ich darauf reagieren? Ich kann mir mit Jesus nacheinander jeden Boden anschauen und mich fragen, in welcher Situation ich dem Wort Gottes gegenĂĽber so ein Boden gewesen bin? Vielleicht kann ich auch Jesus fragen, was in dieser Situation auf dem Spiel stand, was er durch das Wort in mir bewirkt hätte oder hätte bewirken können.

3. Der Sämann. Ich betrachte auch die Gestalt des Sämanns. Was fĂĽr eine GroĂźzĂĽgigkeit, seine Saat ĂĽberall auszustreuen, auch dort, wo sie wahrscheinlich nicht aufgeht. Was fĂĽr eine Demut, sich in Bezug auf die Menschen als Sämann zu bezeichnen. Was lerne ich dadurch ĂĽber Gott? Vielleicht kann ich so etwas mehr von seiner Liebe, seinem Eifer und Respekt fĂĽr die Menschen erahnen.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich jeden Tag mit deinem Wort beschenkst. Ich möchte ein guter Boden sein, auf dem es Frucht bringen kann, dir zu Ehre. Und vielleicht möchte ich von dir weiter lernen, wie auch ich ein Sämann deines Wortes sein kann. Danke fĂĽr dein Beispiel! Hilf mir, wie du auszusäen: mit Liebe, GroĂźzĂĽgigkeit und Respekt.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich heute die Gelegenheit habe, das Wort Gottes zu hören, beim Wortgottesdienst oder beim Gebet, versuche ich, aufmerksam zuzuhören und es anzunehmen.


Ein Licht fĂĽr diese Welt

<30. Januar 2020

Donnerstag der dritten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du bist das Licht der Welt. Ich sehne mich in diesen Wintermonaten nach Licht, aber vielleicht noch mehr nach dir. Hilf mir, dir in diesem Gebet zu begegnen. EntzĂĽnde in meinem Herzen das Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Ein Licht fĂĽr das Volk im Dunkel. Letzten Sonntag zitierte der heilige Matthäus in seinem Evangelium den Propheten Jesaja. Jesus, und besonders sein Auftritt in der Ă–ffentlichkeit, wird dort als Licht bezeichnet, das dem Volk erscheint, das im Dunkeln lebt. Was bedeutet es, ein Licht fĂĽr jemanden zu sein, der im Dunkeln lebt? Wie kann ich das an Jesus erkennen? Wie ist Jesus ein Licht fĂĽr mich? Vielleicht, weil er eine Quelle der Hoffnung, des Lebens, der Klarheit, der Schönheit, der Zuversicht ist?

2. Wozu entzĂĽndet man ein Licht? Jesus spricht ĂĽber ein Licht, das mit Absicht entzĂĽndet wird. Er spricht ĂĽber seine Sendung in dieser Welt, aber möglicherweise auch ĂĽber meine Sendung. „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14) Jesus wollte die Liebe des Vaters und das ewige Leben nicht fĂĽr sich selbst behalten, sondern er ist gekommen, um sie mit uns zu teilen. Seine JĂĽnger – auch ich – dĂĽrfen an derselben Sendung teilhaben. Er schenkt mir sein Licht mit der Absicht, dass ich es weitergebe. So ist die Dynamik der Liebe: Sie verbreitet sich. Was erweckt dieser Gedanke in mir?

3. Wie kann ich mein Licht gut aufbewahren? Wie kann man auf die Idee kommen, eine brennende Kerze unter einen Topf zu stellen? Vielleicht aus Angst, dass der Wind sie auslöscht? Oder dass jemand sie stehlen könnte? Oder weil man sie nicht teilen will, denn jeder sollte doch gefälligst selbst seine eigene anzĂĽnden? Die Erfahrung zeigt, dass das Licht im Gegensatz zu vielen anderen Dingen auf diese Weise verloren geht, dass es erlischt. Der Glaube und die Liebe zu Gott können auch erlöschen, wenn man nie darĂĽber spricht, sie nie mit jemandem teilt. Was bedeutet das fĂĽr mich?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du das Licht bist, auch und gerade fĂĽr mich. Danke fĂĽr alles, was dein Licht in meinem Leben bewirkt. Ich danke dir auch dafĂĽr, dass du dein Licht durch mich in diese Welt verbreiten möchtest. Hilf mir, groĂźzĂĽgig zu sein und mit Einfachheit das weiterzugeben, was ich von dir bekommen habe.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute jemandem etwas von meinem Gebet oder von meiner Erfahrung mit Gott mitteilen.


Warten, wachsen lassen und ernten

31. Januar 2020

Hl. Johannes Bosco, Priester, OrdensgrĂĽnder
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich komme in deine Gegenwart. Ich brauche dich. Danke, dass du mich begleitest und lehrst. Auch heute möchte ich dein Wort hören, es freudig annehmen und umsetzen, damit es in meinem Leben viel Frucht bringen kann. Schenke mir deinen Heiligen Geist, damit er mich im Gebet leitet und in mir betet. Ich vertraue dir.

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Ein fruchtbares Warten. Jesus spricht wieder ĂĽber einen Sämann, aber diesmal betrachtet er die Dinge, die nach der Saat geschehen. Nach der Saat folgt ein fruchtbares Warten. – Nicht immer hat Jesus im Kontakt mit den Menschen eine schnelle Veränderung erlebt. Aber er wusste, dass das Wort, das er in den Menschenherzen gesät hatte, fruchtbar werden wĂĽrde. Vielleicht habe auch ich schon einmal erlebt, wie bei mir oder einer anderen Person ein Gespräch oder eine Begegnung erst mit der Zeit etwas bewirkt haben. Dann war es ein fruchtbares Warten.

2. Eine Zeit zum Ernten. Es gibt fĂĽr den Apostel auch Momente, in denen er handeln muss. Die Zeit der Ernte ist da. Man spĂĽrt eine gewisse Dringlichkeit, die zum Handeln antreibt. Jeder Bauer weiĂź, dass man mit der Ernte nicht zu lange zögern darf, sonst könnte sie zerstört oder verdorben werden. Wie wichtig es doch ist, dass man zwischen diesen beiden Zeiten – der Zeit des Wartens und der Zeit des Erntens – zu unterscheiden weiĂź. Herr, hilf mir dabei!

3. Was von klein auf wachsen kann. Die Größe der Samen steht nicht immer im Verhältnis zur Pflanze, die daraus entsteht. Aus einem winzigen Senfkorn kann ein groĂźer Baum werden. So etwas hat Jesus auch in den Begegnungen mit Menschen erlebt: Manchmal hat ein Blick, eine Frage, eine einfache Geste mehr bewirkt als eine lange Predigt.

Gespräch mit Christus: Jesus, du sprichst ĂĽber deine Erfahrung als Apostel des Vaters unter uns Menschen. Die Logik deines Reiches ist manchmal so anders. Ich möchte von dir lernen. Hilf mir, die Zeit des Wartens von der Zeit des Handelns recht zu unterscheiden und auf die Wirksamkeit kleiner Gesten zu vertrauen.

Möglicher Vorsatz: Vor einer Entscheidung, die ich heute treffen soll, möchte ich den Heiligen Geist um Hilfe bitten.


Sturm und Stille

1. Februar 2020

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 4,35-41
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir am Ende dieser Arbeitswoche. Erschöpft, freue ich mich vielleicht auf die Ruhetage. Danke, dass du mich verstehst und dass ich vor dir so sein kann, wie ich bin. Verlebendige meinen Glauben an dich, erneuere mein Vertrauen in dich, entzĂĽnde in meinem Herzen die Sehnsucht nach einer tieferen Freundschaft mit dir! Du bist mein sicherer Halt.

Bitte: Jesus, ich möchte dein öffentliches Leben betrachten. Hilf mir, dich dadurch besser kennenzulernen, damit ich dir enger nachfolgen kann.

1. Auf zum anderen Ufer! Es ist Abend, Jesus fährt mit den JĂĽngern im Boot zum anderen Ufer und schläft ein. Bald ist es dunkel und ein heftiger Wirbelsturm kommt. Hat Jesus es vorausgesehen? Wollte er sie auf die Probe stellen oder eher ihren Glauben stärken? In jedem Fall hat er die JĂĽnger aus ihrer Komfortzone herausgebracht. Erinnert mich das an etwas in meinem Leben?

2. KĂĽmmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Die Frage oder Klage der JĂĽnger zeigt, was sie von Jesus erwartet hätten: dass er sich um sie kĂĽmmert, dass er mit ihnen kämpft, dass er sich wirklich als der Emmanuel – Gott-mit-uns – erweist. Aber er war mit ihnen im Boot! Sie hätte ihn viel frĂĽher wecken können… Aber möglicherweise wollten sie zuerst alle menschlichen Mittel ausschöpfen. Traue ich mich, Gott um Hilfe zu bitten, wenn ich in Schwierigkeiten gerate?

3. Völlige Stille. Jesus sprach und plötzlich legte sich der Wind, der See und auch die JĂĽnger mitsamt ihren erschĂĽtterten Herzen wurden still. Jesus ist der Herr. Wundert es mich? Er ist der König der Schöpfung, er ist mein König, sein Vater hat ihm alle Macht gegeben. Er ist viel stärker als jede zerstörerische Macht. Er ist stärker als meine GefĂĽhle, Neigungen und Leidenschaften. Aber er respektiert meine Freiheit. Ich kann ihm voll Vertrauen und ihn um Hilfe bitten.

Gespräch mit Christus: Jesus, vielleicht gibt es auch einen Sturm in meinem Leben. Ich weiĂź, dass du da bist und mir helfen willst. Voll Vertrauen bitte ich dich: Herr, erhebe deinen Arm und rette mich! Ich weiĂź nicht, in welcher Art und Weise du es machst, vielleicht ganz anders, als ich es mir vorstelle. Aber ich vertraue vollkommen auf dich.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich in Schwierigkeiten gerate, werde ich gleich mit einem StoĂźgebet um Hilfe bitten.