Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Januar 2020 bis Samstag 25. Januar 2020

Zweite Woche im Jahreskreis

Dorit Wilke-Lopez

ProphetenschuleSonntag
Hochzeit mit JesusMontag
Jesus ist der SchlĂĽsselDienstag
Verstockte HerzenMittwoch
BegegnungsortDonnerstag
Meine Berufung im Leben: HEUTEFreitag
Rettender GlaubeSamstag


Prophetenschule

19. Januar 2020

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

Dorit Wilke-Lopez

Joh 1,29-34
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah. dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, danke fĂĽr dein Wort. Danke fĂĽr die Zeit, die du mir jetzt gibst, um dein Wort zu hören. Ich möchte dein Evangelium ganz neu hören, Herr. Ich möchte dich neu kennenlernen und fĂĽr dich meine Ohren öffnen. Ich möchte dich neu sehen lernen. Schenke mir dazu innere Bilder.

Bitte: Heiliger Geist, komm jetzt in die Tiefe meines Wesens, damit Christus, der Sohn Gottes, mir begegnen kann.

1. Zu Propheten gesalbt. Jesus bezeichnet Johannes als den größten Propheten des Alten Testamentes. Auch wir sind als getaufte Christen zu Königen, Priestern und Propheten gesalbt. Wir haben von Jesus einen Auftrag bekommen: „Geht hin in alle Welt, und verkĂĽndet das Evangelium allen Geschöpfen!“. Wie soll das gehen? Lernen wir von Johannes. Heiliger Johannes, bitte jetzt fĂĽr uns um den Heiligen Geist.

2. FĂĽnf Prinzipien der Effektivität im Prophetentum. Dieses kurze Evangelium zeigt uns präzise, was einen guten Propheten ausmacht: NICHT KENNEN: Zweimal sagt Johannes: Ich kannte ihn nicht. Er verkĂĽndet Jesus in Demut, nicht etwa in der Meinung, alles zu wissen. Er tritt an Jesus nicht heran, als ob er alles schon kennen wĂĽrde. Man hat den Eindruck, er staunt. HĂ–REN: Er hört gut zu, hört auf die Stimme Gottes, die ihm sagt, dass er taufen soll, dass der Sohn Gottes derjenige sein werde, auf den der Geist herabsteigt. Immerhin war Jesus ja sein Cousin – um zu erkennen, dass dieser ihm aus seinem Alltag bekannte Mensch der Sohn Gottes war, war genaues Hinhören auf Gott notwendig. SEHEN: Viermal sagt Johannes hier, dass er gesehen hat. Er schaut auf Jesus, sieht ihn auf sich zukommen. Er sieht die göttliche Dimension vor seinem inneren Auge: Jesus als das Lamm Gottes, die Taube als Heiligen Geist. BEZEUGEN: Johannes gibt weder seine eigene Meinung kund, noch spricht er von Gesetzen und Dogmen, sondern er bezeugt, was er mit Jesus erlebt hat. IN GOTT FEST VERANKERT: Johannes bezeugt ohne Angst. Der Bericht von der Taube und die Rede vom Lamm Gottes waren fĂĽr die Ohren seiner Zuhörer sperrige Themen. Seine Offenheit hat Johannes später das Leben gekostet. Dennoch hat er eine groĂźe Sicherheit, denn er steht in enger Verbindung mit Gott, er ist in viel größerem MaĂźe auf Gott bezogen als auf sich selbst oder die Menschen: „Er muss wachsen, ich aber geringer werden“.

3. Ich auch? Kann ich mich von Jesus immer neu ĂĽberraschen lassen? Kann ich staunen ĂĽber die Begegnungen mit ihm? Bin ich ein hörender Mensch? Erzähle ich anderen von meinen persönlichen Erlebnissen mit Gott? Bin ich so sehr auf Gott bezogen, dass ich das ohne Angst tun kann?

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, ich merke, da ist bei mir noch Luft nach oben. Ă–ffne alle meine Sinne fĂĽr dich. Ă–ffne alle meine Sinne fĂĽr meinen Nächsten, damit ich dich in ihm erkenne. Sei du um mich, damit du meine Welt bist. Sei du in mir, damit du mein Leben bist, und lass mein Ego geringer werden. Lass mich in Demut davon Zeugnis geben. Dein Reich komme!

Vorsatz: Augen und Ohren aufsperren fĂĽr alle Begegnungen mit Gott im Alltäglichen und im Heiligen! Und das, was ich erfahre, nicht fĂĽr mich behalten.


Hochzeit mit Jesus

20. Januar 2020

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian, Papst und Märtyrer
Hl. Sebastian, Märtyrer

Dorit Wilke-Lopez

Mk 2,18-22
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.

EinfĂĽhrendes Gebet: Heiliger Geist, du machst alles neu. Zu Beginn der Schöpfung hast du aus dem Chaos die Welt gestaltet, du hast Jesus als den Sohn Gottes bezeugt, und du wirst alles neu machen.

Bitte: Ă–ffne mich fĂĽr dich. Nimm mir die Angst vor dem Neuen. Gib mir Mut, mich immer wieder in dir zu freuen!

1. Das alte Gesetz. Die Juden waren lediglich verpflichtet, am Versöhnungstag zu fasten. In Notzeiten wurden eigene Fasttage ausgerufen. Insbesondere die Pharisäer fasteten darĂĽber hinaus, stellvertretend fĂĽr die SĂĽnden anderer, zweimal in der Woche, montags und donnerstags. Das Fasten bestand in völliger Enthaltung von Speise und Trank zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Jesus fastete mit seinen JĂĽngern nicht.

2. Jesus ist der Bräutigam. WĂĽrden Sie fasten, wenn Sie auf einer Hochzeit eingeladen sind? Als Gast ja vielleicht noch, aber wenn Sie die Braut sind? Und wir sind die Braut! Jesus ist unser Bräutigam! Ein strahlender, glĂĽcklicher, glĂĽhend liebender Bräutigam, der stolz auf seine Braut ist und alles fĂĽr sie tut. Der mich auf Händen ĂĽber die Schwelle des Hauses trägt. Dessen Augen mich verliebt anschauen, weil er mir leidenschaftlich ergeben ist. So schaut der allmächtige, dreifaltige unsterbliche Gott auf seine Kirche. Kann man da fasten? Lasst uns lieber jubeln und tanzen!

3. Rechtes Fasten. Fasten, um Gott zu versöhnen, ist etwas Gutes, doch nicht so, wie die Pharisäer das versuchten. Jesus hat fĂĽr uns die Versöhnung mit Gott erwirkt als unser Stellvertreter. Wir bekommen die Versöhnung geschenkt! Uns dient daher das Fasten dazu, uns wieder auf Christus auszurichten, wenn uns im Alltag diese Orientierung verloren zu gehen droht. Wenn wir den Bräutigam aus den Augen verloren haben. Fasten heiĂźt dann, Ballast abzuwerfen, um in unserem Inneren wieder Platz fĂĽr Christus zu schaffen. Welche Dinge könnten in meinem Leben die Sicht auf Christus verstellen? Internet? Fernsehen? Spielekonsole? Whatsapp oder andere soziale Medien? Oder Sport, Schule, Studium, Arbeit, Kleidung, Essen, Sorgen? Der Bräutigam soll an erster Stelle stehen!

Gespräch mit Christus: Jesus, du liebst mich mit strahlender, hingebungsvoller, leidenschaftlicher Liebe. Danke! Ich aber kann dir nur meine menschliche unvollkommene Liebe geben. Danke, dass du damit zufrieden bist und selber ergänzen willst, was fehlt….Danke, dass du fĂĽr mich das Beste willst: Du willst mich sättigen mit allem Guten. Danke, dass du fĂĽr mich sorgst…Jesus, danke fĂĽr das Fasten. Lass mich erkennen, was in meinem Leben nur Ballast ist und mich daran hindert, bei dir zu sein. Hilf mir, das konsequent abzuschaffen oder mindestens immer wieder darauf zu verzichten, damit ich frei bleibe, mich dir jederzeit zuzuwenden.

Vorsatz: Ich persönlich nehme mir heute vor, Sorgen zu fasten und mir stattdessen den liebevollen Blick Jesu auf mich vorzustellen. Und Sie?


Jesus ist der SchlĂĽssel

21. Januar 2020

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Agnes, Jungfrau und Märtyrin
Hl. Meinrad, Mönch, Einsiedler, Märtyrer

Dorit Wilke-Lopez

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, zeig mir jetzt, was du mir mit diesem Evangelium heute ganz persönlich sagen willst. Lass mich mit Christus in ein Gespräch kommen, bei dem ich gut zuhöre.

Bitte: Stärke mein Vertrauen!

1. Vertrauen, ohne zu verstehen. Mose bekam von Gott genaue Vorschriften, wie er das Heiligtum Gottes herzurichten und zu gestalten hatte. Vor dem Allerheiligsten mit der Bundeslade sollte unter anderem immer ein Tisch mit Brot und Wein stehen. Das sind die Schaubrote, die nur die Priester essen durften. Mose konnte den Sinn dieser Vorschrift nicht verstehen, aber er befolgte sie im Vertrauen, dass der HERR weiĂź, was er warum anordnet. Wie steht es mit meinem Vertrauen, wenn ich nicht verstehe, was Gott von mir verlangt?

2. Der SchlĂĽssel ist Christus. Erst durch Christus und in ihm wird der Sinn der Vorschriften des alten Bundes verständlich! Das ganze Alte Testament wird in Christus erfĂĽllt und muss von ihm her gelesen werden. Christus ist das wahre Brot. Jetzt braucht es keine Schaubrote mehr, die nur ein Vorausbild fĂĽr ihn waren. Mich macht das immer ganz ehrfĂĽrchtig und lässt mich staunen, dass so viele tausend Jahre vor dem Erscheinen des Gottessohnes schon so treffende, geheimnisvolle und nur aus der RĂĽckschau nach dem Kommen des Messias verständliche Zeichen geschehen und beschrieben werden. Vielleicht kann ich mein Leben unter diesem Aspekt Revue passieren lassen. Welche Passagen meines Lebenswegs bekamen erst in der RĂĽckschau den Sinn, dass sie mich näher zu Gott gebracht haben?

3. Der Sinn. Der Sabbat ist fĂĽr den Menschen da. Die Vorschriften Gottes einzuhalten, nutzt also nicht Gott etwas, denn Gott ist in sich vollkommen. Er hat sie uns gegeben, damit es uns gut geht. Er weiĂź logischerweise besser, was fĂĽr uns als seine Geschöpfe gut ist, als wir es wissen! Weil er uns liebt, möchte er, dass es uns gut geht, und er leidet, wenn es uns schlecht geht, weil er uns liebt. Kann ich die Gebote als Geschenk annehmen, oder sind sie fĂĽr mich noch manchmal mehr eine Last?

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist die ErfĂĽllung des alten Gesetzes. Lass mich in deiner Nähe sein, damit du mir beibringst, in deiner Liebe zu leben.

Vorsatz: Heute will ich mit Jesus durch den Tag gehen, so wie die JĂĽnger mit ihm durch die Kornfelder gegangen sind.


Verstockte Herzen

22. Januar 2020

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon und Märtyrer

Dorit Wilke-Lopez

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, lass mich der Versuchung widerstehen, deine Liebe immer wieder in die Zwangsjacke meiner Vorstellungen und Pläne zu stecken.

Bitte: Stärke mein Vertrauen.

1. Abschied von der Checkliste. Jesus ist zornig und traurig ĂĽber die Haltung, aus seinem Geschenk des Sabbats ein Instrument der MaĂźregelung und Gängelung zu machen. In meinem Bibelkreis, der seit einigen Jahren besteht, kommt immer wieder die Frage auf, was denn nun die Checkliste sei, die man erfĂĽllen mĂĽsse, um in den Himmel zu kommen. Die Antwort ergibt sich aus diesem Evangelium: Es gibt sie nicht, die Checkliste! Es geht eher darum, zuzulassen, von Gott geliebt zu werden.

2. Heilung geschieht auch heute. Ich schreibe diese Meditationen auf dem Jakobsweg. Ein Pilger meinte, er gehe den Weg zum zweiten Mal. Nach dem ersten Mal habe er wegen Leberzysten fast ein Jahr im Krankenhaus verbracht. Jetzt gehe er erneut nach Santiago, um den lieben Gott zu fragen, was er sich dabei gedacht habe. Meine Antwort ist, dass Jesus bereits geheilt hat, nämlich durch das Werk der Ă„rzte, die doch Gottes Werkzeuge sind. Jesus heilt, aber wir sind blind dafĂĽr, weil unser Herz verstockt ist und wir deswegen Heilungen, die erklärbar sind, nicht als Gottes Werk akzeptieren.

3. Alles ist Geschenk. Der Jakobsweg ist ein Pilgerweg. Man könnte jetzt sagen, das ist ein Opfer, mit dem man sich Verdienste erwirbt, ich erlebe ihn aber trotz auch vorhandener Härten als groĂźes Geschenk: Der himmlische Vater versorgt mich mit wunderbarer Natur, mit Sonne, mit Regen, mit liebevoller Aufnahme durch Menschen am Weg in den Herbergen, mit schönen Begegnungen. Und selbst wenn der Rucksack drĂĽckt und schwer ist, ist auch das noch Geschenk, wenn ich mir vorstelle, dass ich Jesus dadurch ein StĂĽckchen näher bin, wenn er das schwere Kreuz getragen hat.

Gespräch mit Christus: Jesus, hilf mir aus meiner Checklisten- Mentalität heraus, öffne meine Augen fĂĽr deine Geschenke. Ich bitte dich um innere Umkehr, dass ich mich von der Vorstellung lösen kann, dass der himmlische Vater unangemessen fordernd und streng ist. Ă–ffne meine Augen fĂĽr die zärtliche Liebe des Vaters.

Vorsatz: Ăśberlegen, wo ich verbissen fromm bin, und ĂĽber mögliche Ă„nderungen vertrauensvoll mit Jesus sprechen.


Begegnungsort

23. Januar 2020

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse, Ordenspriester (OP), Mystiker

Dorit Wilke-Lopez

Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du bist belagert von so vielen Menschen und siehst doch jeden Einzelnen. Du heilst und befreist ohne Unterlass. Danke, dass auch ich jetzt zu dir kommen darf. Bitte befreie mich von Stress und Unruhe.

Bitte: Komm in mir zur Ruhe, Herr!

1. RĂĽckzugsort. Heute fällt mir an diesem Evangelium als Erstes auf, dass Jesus Ruhe braucht und sich zurĂĽckziehen will. Der See Gennesaret liegt ruhig zwischen den HĂĽgeln von Galiläa und spiegelt das Licht des Himmels. Ein schöner Ort. Aber wieder folgen Jesus die Menschenmengen, und wieder kĂĽmmert er sich um jeden. Da ist wieder nichts mit Ruhe finden. FrĂĽher habe ich das immer als Aufforderung gelesen, mich wie Jesus in allem fĂĽr die Menschen zu verausgaben.

2. Nicht erdrĂĽckt werden. Heute aber sehe ich, dass selbst der Sohn Gottes einen RĂĽckzugsort braucht. Er bittet die Apostel, ein Boot bereit zu halten, damit er nicht erdrĂĽckt wird. Als Christ bin ich in Christus, also brauche auch ich einen RĂĽckzugsort. Selbst der Schöpfer ruhte ja am 7. Tag.

3. Der geheime innere Garten. Das Boot auf dem ruhigen, weiten See, in dem Jesus Raum finden und zur Ruhe kommen will, ist die Tiefe meiner Seele. Tief in mir ist ein Raum, in dem der lebendige Gott ruhen möchte und wo ich in seinen Armen Ruhe finden darf. Wo jedes Wort zu viel ist. Wo stille Wasser tief sind und das Licht des Himmels spiegeln.

Gespräch mit Christus: â€žKaum war ich an den Wächtern vorĂĽber, fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich packte ihn, lieĂź ihn nicht mehr los, bis ich ihn ins Haus meiner Mutter brachte, in die Kammer derer, die mich geboren hat. Bei den Gazellen und Hirschen der Flur beschwöre ich euch, Jerusalems Töchter: Stört die Liebe nicht auf, weckt sie nicht, bis es ihr selbst gefällt

Vorsatz: Jesus einladen, in mir Ruhe zu finden.


Meine Berufung im Leben: HEUTE

24. Januar 2020

Hl. Franz von Sales, Bischof, OrdensgrĂĽnder, Kirchenlehrer
Gedenktag

Dorit Wilke-Lopez

Mk 3,13-19
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du rufst mich jetzt zu dir in diese Meditationszeit. Du willst mit mir reden. Jesus, was hat diese Berufungsgeschichte heute mit dir und mir, mit uns beiden, zu tun? Gib mir das Licht des Heiligen Geistes, damit ich erkenne, wozu du mich heute berufst.

Bitte: FĂĽhre du mich heute durch den Tag.

1. Er rief die zu sich, die er erwählt hatte. Meine Berufung ist zunächst einmal genau da, wo ich heute bin. Nur heute kann ich der Berufung dieses Tages folgen, danach ist er vorbei. Also ist er wichtig! Was stellt der Herr mir heute konkret vor die FĂĽĂźe?

2. â€žâ€¦und sie kamen zu ihm…“ Meine Berufung ist es, zu Jesus zu gehen. Wo kann ich heute nah bei ihm sein? Wo will ich ihn finden?

3. â€žâ€¦die er dann aussenden wollte.“ Aus der Nähe zu Christus ergibt sich die Sendung. Meine erste Berufung ist, in seiner Nähe zu sein. Dann wird seine Liebe durch mich nach auĂźen strahlen können und so werde ich Zeugnis geben, mit und ohne Worte.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte heute in deiner Nähe sein. Lass dich von mir finden – in meiner Seele, in jedem, der mir heute begegnet, in der Natur, in allen Kleinigkeiten, im Schmerz wie in der Freude, Herr. Sei du mein Alles.

Vorsatz: Einen Moment der besonderen Anbetung finden – sei es ein Besuch des Allerheiligsten oder in der heiligen Messe, oder in der Begegnung mit einem Mitmenschen.


Rettender Glaube

25. Januar 2020

Pauli Bekehrung
Fest

Dorit Wilke-Lopez

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, mein Freund, mein Gott, mein Retter. Deine Worte sind vertraut und fordern mich immer wieder neu heraus. Bitte erfĂĽlle mich jetzt mit deinem Heiligen Geist! Lass mich verstehen, wie du das meinst, dass die Ungläubigen verdammt werden und was es heiĂźt, dass tödliches Gift denen, die glauben, nicht schadet.

Bitte: Schenke mir Einsicht, Herr. Lass mich in Glauben, Hoffnung und Liebe wachsen.

1. Die Frohe Botschaft: Weil Christus, der Sohn Gottes, fĂĽr mich gestorben ist, als ich noch SĂĽnder war, heiĂźt das, dass ich Gott so wertvoll bin wie das Leben seines Sohnes. Er hat mich geschaffen aus Freude und als Geschenk an sich selber. Er will mich genieĂźen dĂĽrfen und alles fĂĽr mich tun, wie ein Bräutigam fĂĽr seine Braut. Diese Liebe trägt. Diese Liebe gibt Sicherheit. Diese Liebe gibt Freude. Und gilt jedem Menschen in ganz besonderer Weise, wie sie jeweils genau zu ihm oder zu ihr passt.

2. Ohne Glauben bleibt der Mensch unter seinen Möglichkeiten. Aber jeder Mensch muss das auch ganz besonders erfahren. Er muss Gelegenheit bekommen, sich mit dieser Liebe anzufĂĽllen. Wir Christen sind der Leib Christi und setzen das fort, womit er angefangen hat: die Liebe, mit der uns der himmlische Vater ĂĽberschĂĽttet, auszudrĂĽcken, ĂĽberflieĂźen und anstecken zu lassen. Wer nicht glaubt, ist dazu „verdammt“, letzte Sicherheit auf dem schwankenden Grund der vergänglichen Dinge zu suchen, und die Liebe, ohne die keiner leben kann, von den Menschen zu erbetteln, so wie Ertrinkende sich aneinander klammern. Solche Menschen sind dazu verurteilt, ihre Fehler und Schwächen voller Angst vor Ablehnung zu verbergen oder zu leugnen, und dadurch können sie sich nicht weiter entwickeln.

3. Glaube siegt. Wenn ich glaube, dass Christus stärker ist und befreien will, kann und darf ich die Dämonen der Angst, der Eifersucht, des Stolzes in Jesu Namen zurĂĽckweisen, so wie ich in der Taufe und in der Osternacht dem Satan widersage. Wenn ich glaube, dass ich von dem allmächtigen Gott unendlich geliebt und geschätzt bin, schadet meiner Seele weder das Gift der eigenen SĂĽnde, weil ich sie gläubig und vertrauend zu Christus bringen darf, noch das Gift der Verletzung durch andere, weil mein LiebesbedĂĽrfnis bei Jesus gestillt wird. Wenn ich glaube, darf ich Heilung bringen, und wenn Gott ein Wunder möchte, auch sogar auf der körperlichen Ebene. Wenn Gott das Wunder möchte, kann mir auch tödliches Gift körperlich nichts anhaben. Voraussetzung ist aber der Glaube.

Gespräch mit Christus: Jesus, du warst Menschen wie Paulus so nahe, dass ein Zwang auf ihnen lag, das Evangelium zu verkĂĽnden. Lege auch in mich die Leidenschaft, Gutes zu tun und deine befreienden Worte zu verkĂĽnden. RĂĽttle mich wach, damit ich die Gelegenheiten wahrnehme, die du mir dazu in meinem eigenen Umfeld schenkst, und sende mich, wenn du willst, auch nach auĂźen.

Vorsatz: Den Menschen das Wort Gottes nicht vorenthalten und mein Zeugnis darĂĽber, dass es wahres Heil bringt und wahrhaft glĂĽcklich macht.