Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. Januar 2020 bis Samstag 11. Januar 2020

Zweite Woche nach Weihnachten

P. Joachim Richter LC

G├Âttliches LichtSonntag
Mein LeitsternMontag
Licht in meiner DunkelheitDienstag
Aus deinem ├ťberfluss lebenMittwoch
Sicherer Halt in den St├╝rmen meines LebensDonnerstag
Du f├╝hrst mich hinaus ins WeiteFreitag
Du bist mein HeilSamstag


G├Âttliches Licht

5. Januar 2020

Zweiter Sonntag nach Weihnachten
Hl. Johann Nepomuk Neumann, Bischof

P. Joachim Richter LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legt Zeugnis f├╝r ihn ab und ruft: Dieser war es, ├╝ber den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner F├╝lle haben wir alle empfangen, Gnade ├╝ber Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Einf├╝hrendes Gebet: O Jesus, wie sehr sehnst du dich nach uns. Du m├Âchtest in unsere Welt kommen und uns ganz nahe sein. Aber wie oft erkennen wir dich nicht. Wie oft nehmen wir dich nicht auf. Unser Denken ist in Finsternis. Komm, du wahres Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Strahle Licht in unsere Welt und in unser Leben. Wo du bist, empf├Ąngt alles Sinn und Klarheit und Liebe.

Bitte: Sende deinen Geist aus, damit es hell wird in meinem Herzen. Durchdringe die Finsternis in mir, sei mir nahe.

1. Die Welt erkannte ihn nicht. 30 bis 70 % (je nach Studie) der Bev├Âlkerung in den deutschsprachigen L├Ąndern glauben nicht, dass Jesus vor 2.000 Jahren ├╝berhaupt gelebt hat, etwa 45 % der Katholiken glauben nicht, dass Jesus als Sohn Gottes zur Welt gekommen ist. Dabei gibt die Bibel ein klares Zeugnis davon, wer Jesus ist und welche Botschaft er verk├╝ndet hat. Die J├╝nger, die Augenzeugen waren und unz├Ąhlige Menschen geben Zeugnis davon, dass sich ihr Leben durch Jesus v├Âllig ver├Ąndert hat, dass sie durch ihn Gott erkannt haben und dass sie ÔÇ×aus seiner F├╝lle Gnade ├╝ber Gnade empfangen habenÔÇť. Viele Menschen haben erlebt: Ja, in Jesus ist das Leben, und durch Jesus kommt Licht und Klarheit in mein Leben.

2. Wer Jesus aufnimmt, wird ein neuer Mensch. Kennst du das Gef├╝hl, nicht erf├╝llt zu sein? Irgendwie fehlt etwas. Wer Jesus in sein Leben aufnimmt, macht die Erfahrung, dass das Leben mehr ist als das Fristen eines faden Daseins. Vor kurzem hat mir ein Steuerberater erz├Ąhlt, dass es in ihm hell geworden ist, seit er sich von esoterischen Praktiken abgewandt und Jesus in sein Leben aufgenommen hat. Nun ist er voll Freude dar├╝ber, ein geliebter Sohn Gottes zu sein.

3. Aus seiner F├╝lle haben wir alle empfangen. Jesus hat immer etwas zu bieten, f├╝r Anf├Ąnger auf dem Weg in seiner Nachfolge als auch f├╝r Fortgeschrittene. Er wei├č am besten, was jeder braucht. Allerdings k├Ânnen wir die Wahrheit, dass er die unersch├Âpfliche F├╝lle ist, nur dann erfahren, wenn wir Oberfl├Ąchlichkeit beim Beten vermeiden und alles von ihm erwarten.Ein Kaminfeuer, gerade jetzt im Winter, spendet W├Ąrme und schenkt uns das Gef├╝hl eines wohligen Zuhauses. Aber das Feuer bleibt nur dann eine lebendige W├Ąrmequelle, wenn man immer wieder ein Holzscheit nachlegt. Ebenso erhalten wir nur dann Gnade ├╝ber Gnade aus der F├╝lle Jesu, wenn wir st├Ąndig etwas nachlegen: Geben mit dem Herzen, hie und da ein Verzicht, t├Ągliche Akte der N├Ąchstenliebe usw. So ├╝berwinden wir die l├Ąhmende Gleichg├╝ltigkeit, stattdessen bleibt die Sehnsucht nach Gott in uns lebendig. Wir werden bereit, von Jesus zum Herzen des Vaters gef├╝hrt zu werden.

Gespr├Ąch mit Christus: O Jesu, all mein Leben bist du. Ohne dich nur Tod. Meine Hoffnung bist du, Trost und Seligkeit. Meine Liebe bist du, Herr der Herrlichkeit, o Jesu (Kirchenlied GL 377).

Vorsatz: Ich nehme mir vor, heute etwas ganz bewusst f├╝r Jesus zu tun. Das kann eine Gebetszeit sein, etwas aus dem Alltag/Beruf; oder etwas, was mir besonders schwerf├Ąllt. Dabei sage ich: Jesus, das tue ich jetzt aus Liebe zu dir.


Mein Leitstern

6. Januar 2020

Erscheinung des Herrn, Epiphanie
Hochfest

Hll. Drei K├Ânige, Kasper, Melchior und Balthasar

P. Joachim Richter LC

Mt 2,1-12
Als Jesus zur Zeit des K├Ânigs Herodes in Betlehem in Jud├Ąa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene K├Ânig der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als K├Ânig Herodes das h├Ârte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er lie├č alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Jud├Ąa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den f├╝hrenden St├Ądten von Juda; denn aus dir wird ein F├╝rst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und lie├č sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgf├Ąltig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des K├Ânigs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr gro├čer Freude erf├╝llt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Sch├Ątze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zur├╝ckzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, mein Gott, in unserer Zeit hat sich eine Kultur ausgebreitet, in der es ÔÇ×inÔÇť ist, selbst im Mittelpunkt zu stehen: Selfies, Selbstverwirklichung, das eigene Potential entfalten. In dieser egozentrischen Kultur hast du es schwer, Herr, als der anerkannt zu werden, der die Ma├čst├Ąbe f├╝r unser Leben setzt. Nicht ich oder irgend ein Mensch ist der Ma├čstab der Dinge, sondern du.

Bitte: Erf├╝lle mich mit deinem Heiligen Geist, damit ich tiefer erkenne, wer du bist: der, der mich erschaffen hat und in jedem Moment im Dasein erh├Ąlt; der mich mit allem versorgt; und der einzige, durch den ich zum ewigen Gl├╝ck im Himmel gelangen kann.

1. Erschrocken wie Herodes? Wie reagiere ich auf das Kommen Jesu? ÔÇô Herodes erschrak, als er h├Ârte, dass Jesus geboren wurde. Denn er wollte keinen anderen als K├Ânig ├╝ber sich anerkennen. Sein Stolz trieb ihn sogar so weit, dass er alles daransetzte, Jesus umzubringen. Niemals w├╝rde er sich einem fremden Plan, und sei es der Gottes, unterordnen. Erschreckt es mich, wenn ich sp├╝re, dass Gott von mir erwartet, dass ich ihn als K├Ânig meines Lebens anerkenne und meine Vorstellungen und meinen Willen ihm unterordne?Ist Gott denn nicht der, der alles wunderbar erschaffen hat? Dem ich also meine Existenz verdanke? Hat nicht er mich von den S├╝nden erl├Âst? Und wer bereitet einen Platz im Himmel f├╝r mich vor, weil seine Liebe zu mir so stark und z├Ąrtlich ist und er sich unaufh├Ârlich nach mir sehnt? Es gibt keinen Grund, Angst vor Gott zu haben, in der Meinung, er w├╝rde mir etwas wegnehmen oder von mir etwas verlangen, was mir schaden k├Ânnte. Ich will ihn heute von neuem als meinen Sch├Âpfer und Erl├Âser anerkennen und ja zu seinem Willen sagen.

2. Distanziert wie die Schriftgelehrten? Die Hohepriester und Schriftgelehrten wussten zwar mit dem Verstand, dass jetzt der lang erwartete Hirte des Volkes Israel geboren werden sollte. Aber sie gingen nicht hinaus nach Bethlehem, um ihn zu suchen, anzubeten und ihm Geschenke zu geben. Sie blieben gleichg├╝ltig distanziert. Wie leicht ist es, dass wir einer ├Ąhnlichen Einstellung zum Opfer fallen: dass wir meinen, wir w├╝ssten ja schon viel ├╝ber den christlichen Glauben, aber uns nicht auf den Weg nach Bethlehem machen, um Jesus anzubeten. Herr, erbarme dich unser, und schenke uns Umkehr und Glauben.

3. Anbeten wie die Sterndeuter. Nur die Sterndeuter, die von weither angereist waren, lie├čen zu, dass Jesus ihr Herz mit gro├čer Freude erf├╝llte. Nur sie hatten eine lange, m├╝hsame Suche auf sich genommen, um Jesus zu finden. Nur sie fielen vor ihm nieder, beteten ihn an und machten ihm gro├čz├╝gige Geschenke. Sie nahmen Jesus an als Erf├╝llung des Planes Gottes.Zur Anbetung geh├Ârt das Aus-sich-selbst-herausgehen, Sich-auf-die-Suche-machen und das Niederfallen vor dem Herrn. Auch das Geschenke-bringen ist ein klares Zeichen f├╝r Wertsch├Ątzung. Bringe ich Jesus Geschenke, wenn ich zu einer Zeit der Anbetung gehe? Geschenke, die Jesus mag, sind z.B. kleine Akte der N├Ąchstenliebe, ein freiwilliger Verzicht auf meinen eigenen Willen und auf mein Urteil ├╝ber andere, Gesten der Liebe durch eine g├╝tige Weise des Redens, wohlwollendes Zuh├Âren oder anderen eine Freude machen.

Gespr├Ąch mit Christus: Vater, ich habe gesehen, welch unterschiedliche Haltungen Menschen zu dir einnehmen. Gib mir deinen Geist, damit ich nicht vor dir erschrecke wie Herodes und nicht gleichg├╝ltig distanziert bleibe wie die Schriftgelehrten. Vielmehr will ich dich wie die Sterndeuter suchen mit all meiner Kraft. Ich will dich tiefer erkennen, damit sich die Freude ├╝ber deine Gegenwart in mir ausbreiten kann. Schenke mir dazu die Gnade der Umkehr, des Glaubens und der Anbetung.

Vorsatz: Ich beobachte, wie ich im Alltag auf Gott und seinen Anruf reagiere. ├ťberall, wo ich in mir eine ablehnende oder gleichg├╝ltige Haltung gegen├╝ber dem Ruf Gottes feststelle, wende ich mich von dieser Haltung bewusst ab und erneuere meine Hingabe an Gott. Denn ich will mich vom Heiligen Geist f├╝hren lassen.


Licht in meiner Dunkelheit

7. Januar 2020

Wochentag der Weihnachtszeit
Hl. Raimund von Pe├▒afort, Ordensgr├╝nder
Hl. Valentin, Bischof

P. Joachim Richter LC

Mt 4,12-17.23-25
In jener Zeit, als Jesus h├Ârte, dass man Johannes ins Gef├Ąngnis geworfen hatte, zog er sich nach Galil├Ąa zur├╝ck. Er verlie├č Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erf├╝llen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Stra├če am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galil├Ąa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verk├╝nden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er zog in ganz Galil├Ąa umher, lehrte in den Synagogen, verk├╝ndete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Monds├╝chtige und Gel├Ąhmte, und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus Galil├Ąa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Jud├Ąa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, wenn du da bist, dann ist es licht und klar. In mir ist es oft finster, mein Herz neigt dazu, sich in sich selbst zu verschlie├čen und fast nur noch die eigenen Bed├╝rfnisse zu sehen. Ich brauche dein g├Âttliches Licht.

Bitte: Herr, lass dein Licht in unseren Herzen aufstrahlen, dann werden wir heil.

1. Eine neue Sichtweise. Wenn wir ausdr├╝cken wollen, dass wir in einem bestimmten Bereich eine v├Âllig neue Sichtweise brauchen, dann sagen wir: Wir brauchen einen Paradigmenwechsel. Wenn Jesus von ÔÇ×UmkehrÔÇť spricht, im Griechischen met├ínoia, dann meint er einen solchen Paradigmenwechsel. Denn das Reich Gottes ist anders, als wir es uns vorstellen, es ├╝bersteigt unser gewohntes Denken bei weitem. Jesus l├Ądt uns ein, ihm nachzufolgen, er verk├╝ndet uns das Evangelium und ruft uns so auf, an seiner Hand einen Lernprozess zu durchschreiten, bei dem wir uns die Ma├čst├Ąbe Seines Reiches, des Reiches Gottes, aneignen.Wie sehr brauchen wir dieses neue Denken, damit wir erahnen und wertsch├Ątzen, wie herrlich das Reich Gottes ist, das er uns schenken m├Âchte. Und damit unser Lebensstil wirklich einen Unterschied macht. Jesus, mehre meinen Glauben!

2. Jesus, unser Arzt. ÔÇ×Er heilte sie alle.ÔÇť Damals wie heute gibt es viele kranke Menschen. Heute haben wir ein gro├č entwickeltes Medizinwesen. Aber viele haben vergessen, dass Jesus w├Ąhrend seines Lebens auf der Erde viele Menschen geheilt hat. Es gab keine Krankheit, die er nicht heilen konnte. Und auch heute noch werden Menschen im Namen Jesu geheilt. Als ein junger Mann in Wien zuf├Ąllig erfuhr, dass die Frau, von der er gerade ein Kinderbett gekauft hatte, Krebs hatte und die ├ärzte keine Hoffnung mehr f├╝r sie sahen, bot er ihr an, f├╝r sie zu beten. Bei der n├Ąchsten ├Ąrztlichen Kontrolle konnten die ├ärzte keinen Krebs mehr feststellen.Der Nobelpreistr├Ąger f├╝r Medizin und Physiologie (1912), der ber├╝hmte Autor des Buches "Der Mensch, das unbekannte Wesen", Dr. Alexis Carrel (1873-1944), schrieb hierzu von seinem Standpunkt als Physiker aus: ÔÇ×Das Gebet ist (...) die m├Ąchtigste Form von Energie... . Es handelt sich um eine genauso reelle Kraft, wie die Erdanziehungskraft...ÔÇť. Wenn wir beten, merken wir, dass die Worte Jesu wahr sind: Das Himmelreich ist nahe.

3. Warum folge ich Jesus nach? Scharen von Menschen folgten Jesus nach. Es sei die Frage gestattet: Warum folgten sie ihm? Viele folgten ihm wahrscheinlich haupts├Ąchlich deshalb, weil er so viele Menschen geheilt hatte. Sie wollten etwas erleben mit dem gro├čen Wunderheiler. Warum folge ich Jesus nach? Dienen mir die Wunder, die Jesus getan hat und auch heute noch vollbringt, dazu, dass ich mehr an Jesus glaube und bereit bin, mein Denken gem├Ą├č den Ma├čst├Ąben des Himmelreichs zu ├Ąndern? Halte ich an Jesus fest, auch wenn er meinen Vorstellungen nicht immer entspricht?

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, danke f├╝r deine Liebe und Treue. Ich will dir nachfolgen. Dazu brauche ich Bekehrung, besonders im Bereich (......., pers├Ânlichen Schwerpunkt nennen) brauche ich Umkehr. Denn ich will in ├ťbereinstimmung mit den Ma├čst├Ąben des Reiches Gottes leben, weil ich eins sein will mit dir.

Vorsatz: Heute will ich mich bei allem, was ich denke, rede und tue fragen: Lebe ich in ├ťbereinstimmung mit den Ma├čst├Ąben des Himmelreichs?


Aus deinem ├ťberfluss leben

8. Januar 2020

Wochentag der Weihnachtszeit
Hl. Severin, M├Ânch

P. Joachim Richter LC

Mk 6,34-44
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. Gegen Abend kamen seine J├╝nger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon sp├Ąt. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Geh├Âfte und D├Ârfer gehen und sich etwas zu essen kaufen k├Ânnen. Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, f├╝r zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben? Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: F├╝nf Brote, und au├čerdem zwei Fische. Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins gr├╝ne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu f├╝nfzig. Darauf nahm er die f├╝nf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den J├╝ngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische lie├č er unter allen verteilen. Und alle a├čen und wurden satt. Als die J├╝nger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zw├Âlf K├Ârbe voll. Es waren f├╝nftausend M├Ąnner, die von den Broten gegessen hatten.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist das Leben in F├╝lle, denn in dir wohnt wirklich die ganze F├╝lle Gottes. Danke, dass du uns an den g├Âttlichen Gnaden vielfachen Anteil schenkst. Danke, dass du uns so viele Zeichen deiner Liebe erweist.

Bitte: Dankbar und vertrauensvoll komme ich zu dir und bitte dich f├╝r die vielen Menschen um mich herum, die danach hungern und d├╝rsten, geliebt und angenommen zu werden: f├╝r die Kinder, f├╝r die Jugendlichen, f├╝r die Frauen und M├Ąnner.

1. Das Brot der Zuwendung. Jesus sah, dass die vielen Menschen orientierungslos sind, dass sie den richtigen Weg nicht alleine finden. Das war ihm keineswegs gleichg├╝ltig. Er dachte nicht: Na ja, die m├╝ssen eben selber nach der Wahrheit suchen. Jeder ist doch f├╝r sich selber verantwortlich. Nein, Jesus hat ein Herz f├╝r die Menschen und wei├č, dass er zu ihnen gesandt ist. Er selber nahm sich Zeit f├╝r die Suchenden und Verirrten, ohne ├╝ber sie zu schimpfen. Vielmehr nahm er sich ihrer g├╝tig an und ÔÇ×lehrte sie langeÔÇť, teilte reichlich das Brot des Wortes an sie aus. Papst Franziskus erinnert alle Getauften an ihre Verantwortung: ÔÇ×Ich bin eine Mission!ÔÇť Nehme ich mit dem Herzen wahr, wie es meinen Nachbarn geht? Sind meine Worte f├╝r meine Mitmenschen aufbauend, gleichsam wie Nahrung?

2. Geben, was man hat. Nach einem langen Tag w├╝rden die J├╝nger gerne die Last loswerden, sich um so viele Menschen k├╝mmern zu m├╝ssen: ÔÇ×Schick sie weg.ÔÇť Doch Jesus macht deutlich, dass die Verantwortung f├╝r das Wohl der Menschen zum Teil bei den J├╝ngern liegt: ÔÇ×Gebt ihr ihnen zu essen.ÔÇť Die J├╝nger haben nicht viel, doch Jesus m├Âchte ausdr├╝cklich, dass sie alles geben, was sie haben.Gott erwartet nicht, dass wir etwas geben, was wir gar nicht haben. Aber er erwartet, dass wir alles geben, was wir haben. Pokerspieler setzen manchmal alles auf eine Karte, alles, was sie besitzen. Haben wir nicht allen Grund, mehr auf Jesus zu vertrauen, als ein Pokerspieler auf das Gl├╝ck? Ja, Herr, ich gebe alles, was ich habe, f├╝r dich. Nichts will ich zur├╝ckhalten. Und auch wenn es nur wenig ist, was ich geben kann, nur f├╝nf Brote und zwei Fische, so will ich doch fest darauf vertrauen, dass du damit Tausende von Menschen ern├Ąhren kannst.

3. Alle wurden satt. Manchmal vergesse ich, dass Jesus der ist, der mich satt macht. Mit ihm kommt die F├╝lle und das Leben im ├ťberfluss. Je mehr ich mich ihm vertrauensvoll ├Âffne, desto mehr kann sich dieses Leben in F├╝lle in meinem Leben tats├Ąchlich ausbreiten.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, erf├╝lle mich immer mehr mit dir. ├ťbernimm mein Denken, mein F├╝hlen, mein Herz. Du wei├čt, was in jedem menschlichen Herzen vor sich geht. Nur du hast eine erf├╝llende Antwort auf unsere Sehns├╝chte. Mehre meinen Glauben, dass mit dir, Jesus, die F├╝lle kommt.

Vorsatz: Ich gebe alles, was ich habe, auch wenn es nur so wenig ist wie f├╝nf Brote und zwei Fische. Ich gebe alles. Aber gleichzeitig will ich fest darauf vertrauen, dass es reichen wird, weil von dir, Herr, die F├╝lle kommt.


Sicherer Halt in den St├╝rmen meines Lebens

9. Januar 2020

Wochentag der Weihnachtszeit

P. Joachim Richter LC

Mk 6,45-52
Nachdem Jesus die f├╝nftausend M├Ąnner gespeist hatte, forderte er seine J├╝nger auf, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Sp├Ąt am Abend war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land. Und er sah, wie sie sich beim Rudern abm├╝hten, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache ging er auf dem See zu ihnen hin, wollte aber an ihnen vor├╝bergehen. Als sie ihn ├╝ber den See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; f├╝rchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Sie aber waren best├╝rzt und au├čer sich. Denn sie waren nicht zur Einsicht gekommen, als das mit den Broten geschah; ihr Herz war verstockt.

Einf├╝hrendes Gebet: Hilf mir, mein Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals. Verschiedene Umst├Ąnde machen mir Angst. Es sieht d├╝ster aus, und mein Glaube ist klein.

Bitte: Komm in das Boot meines Lebens, und der Gegenwind wird sich legen! Komm mit mir, denn wenn du bei mir bist, werde ich nicht untergehen. Komm, Herr Jesus, komm!

1. In den St├╝rmen des Lebens. Nachts bei Gegenwind und schwerem Seegang in einem Boot weit drau├čen zu sein, das ist dramatisch und jagt Angst ums ├ťberleben ein. Solche Momente sind in unsrem Leben leider unvermeidbar. Die Frage ist nicht, wie man solche Situationen vermeiden kann, sondern wie wir aus der Erfahrung der J├╝nger lernen k├Ânnen. In den dunklen Augenblicken, bei gro├čer Ungewissheit und Ohnmacht gilt es den Glauben zu aktivieren: Auch jetzt hat Gott uns nicht vergessen. Er IST uns nahe, auch wenn wir ihn wie die J├╝nger zun├Ąchst nicht erkennen. H├Âre mit Hilfe des Heiligen Geistes, wie er dir, wenn du seinen Willen tust, gerade in den schwierigsten Momenten zuruft: Hab Vertrauen, f├╝rchte dich nicht! Wenn wir unersch├╝tterlich an Gott festhalten, werden wir ohne Zweifel erleben, dass sich der Gegenwind legt; dass wieder Friede einkehrt und unser Leben wieder in Ordnung kommt.

2. Glaubenswachstum. ├ťberlegen wir einmal, wie die J├╝nger in diese schwierige Situation nachts auf dem See geraten sind. Sie sind nicht einfach so aus einer Laune, aufs Geratewohl hinausgefahren. Es war Jesus, der sie gesandt hatte. Hatte er, der Sohn Gottes, ├╝bersehen, dass es gef├Ąhrlich werden kann, wenn man einen gro├čen See bei Einbruch der Nacht ├╝berqueren will? ÔÇô Unm├Âglich! Es liegt nahe, dass er seine J├╝nger absichtlich aufforderte, bei schwierigen und unsicheren Verh├Ąltnissen auf die andere Seite des Sees zu fahren: Er wollte, dass sie eine Erfahrung machen und den kl├Ąglichen Zustand ihres Glaubens erkennen. Er wollte, dass sie sich bewusst werden: Hey, unser Glaube ist noch klein und schwach; er muss noch gr├Â├čer und st├Ąrker werden. Herr, st├Ąrke unseren Glauben!

3. Geschenk und Entscheidung. Selbst nachdem Jesus in das Boot der J├╝nger gestiegen war und der Wind sich gelegt hatte, war f├╝r sie noch l├Ąngst nicht alles klar. Ihre Herzen waren widerstrebend und verstockt, noch konnten oder wollten sie nicht glauben. Was muss Gott noch alles tun, damit wir glauben? Sind nicht schon so viele Wunder und Zeichen Gottes geschehen, zur Zeit der Apostel, durch die vielen Heiligen, ja auch in unserem eigenen Leben? Dass ein Mensch einen festen und tiefen Glauben hat, dass Gott auch heute noch in unserem Leben wirkt und dass Er es ist, der Allm├Ąchtige, der die Welt und die menschlichen Geschicke lenkt, so ein Glaube ist zugleich Geschenk und Entscheidung. Der Glaube ist zuerst ein Geschenk Gottes, das er uns durch Teilhabe an seiner g├Âttlichen Gnade anbietet. Aber die Kehrseite der Medaille des Glaubens ist die freie Antwort des Menschen an Gott. Deshalb kann unser Glaube nur wachsen, wenn wir uns in den konkreten Situationen entscheiden, das Wagnis des Glaubens einzugehen. Wie sehr sehnt sich Jesus danach, dass wir diesen Schritt tun.

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, wie schwach und klein ist mein Glaube manchmal. Das tut mir leid. Ich m├Âchte so gerne lebendig glauben, ja unersch├╝tterlich und voller Hoffnung. Hilf mir. St├Ąrke mich. Wenn du in mir bist, dann wei├č ich: F├╝r Gott ist nichts unm├Âglich!

Vorsatz: Wenn ich in den Nachrichten etwas von den N├Âten der Welt erfahre, mache ich bewusst einen Akt des Glaubens. Ich bringe die Situationen vor Gott und erneuere meinen Glauben, dass Gott alle Dinge zum Besten lenken wird.


Du f├╝hrst mich hinaus ins Weite

10. Januar 2020

Wochentag der Weihnachtszeit

P. Joachim Richter LC

Lk 4,14-22a
In jener Zeit kehrte Jesus, erf├╝llt von der Kraft des Geistes, nach Galil├Ąa zur├╝ck. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es hei├čt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verk├╝nde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben geh├Ârt habt, erf├╝llt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten dar├╝ber, wie begnadet er redete.

Einf├╝hrendes Gebet: Ohne dich, Herr unser Gott, k├Ânnen wir Menschen nicht gut und gerecht leben. Wir brauchen deine Unterst├╝tzung, ja, wir brauchen dich, den Retter, den Befreier.

Bitte: Herr, befreie mich von meinen Fesseln. Befreie die Menschen aus Abh├Ąngigkeiten, aus s├╝ndhafter Bequemlichkeit und aus Stolz.

1. Unfrei? Wer f├╝hlt sich nicht manchmal arm, gefangen, unfrei? Wer sehnt sich nicht nach Leben in Freiheit und F├╝lle? So wie es etwas gibt, was unseren k├Ârperlichen Hunger und Durst stillt, so gibt es auch etwas, das unseren existenziellen Durst stillen kann. Gott kennt unsere Sehns├╝chte. Er bleibt nicht gleichg├╝ltig distanziert, sondern hat in seinem geliebten Sohn an unserem Leben teilgenommen. Jesus, du bist das Brot, das unseren Hunger nach Leben stillt. Du bist der Trank, der unseren Durst nach Freiheit und F├╝lle stillt. Von dir kommt gute Nachricht, von dir kommt Licht und Leben.

2. Heute hat sich die Schrift erf├╝llt. Die Bibel enth├Ąlt viele Prophezeiungen, die sich mit Jesus Christus erf├╝llt haben. Er ist der ÔÇ×GoelÔÇť, der im AT (z.B. bildhaft in Ruth 3,9) lang angek├╝ndigte ÔÇ×Erl├ÂserÔÇť. Wie er sich in der Synagoge von Nazareth offenbart hat, so offenbart er sich auch hier und heute denen, die die Augen ihres Herzens auf ihn richten und ihn aufrichtig bitten. Niemand, der seine Hoffnung ernsthaft und ausdauernd auf ihn setzt, wird entt├Ąuscht werden. Wer t├Ąglich in der Bibel liest, findet viele Ankn├╝pfungspunkte, um Jesus besser kennen und lieben zu lernen und den Glauben daran wach zu halten, dass er im eigenen Leben und in den Mitmenschen unaufh├Ârlich Gnaden austeilt.

3. Die Kraftquelle. Von Jesus hei├čt es, dass er ÔÇ×in der Kraft des Heiligen GeistesÔÇť nach Galil├Ąa kam und dass ÔÇ×der Geist des Herrn auf ihm ruhtÔÇť. Jesus verlie├č sich bei der Verk├╝ndigung des Evangeliums also nicht auf seine eigene menschliche Kraft, sondern rechnete mit der Kraft des Heiligen Geistes und lie├č sich von ihm f├╝hren. ├ähnlich geht es gem├Ą├č dem biblischen Verst├Ąndnis von Kirche in ihr nicht um menschliches ÔÇ×MachenÔÇť, sondern darum, dem Heiligen Geist die M├Âglichkeit zu geben, uns umzuwandeln und zu heiligen. Denn der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Er bringt uns durch die Sakramente in Kontakt mit den g├Âttlichen Gnaden. Die Gnaden Gottes ver├Ąndern uns, f├╝hren uns aus der Gefangenschaft der S├╝nde in die Freiheit, ├Âffnen uns die Augen f├╝r das, was f├╝r den Himmel wirklich z├Ąhlt und lassen uns klarer erkennen, wem wir alles Gute in unserem Leben verdanken: Jesus Christus, dem menschgewordenen Gott. Er hat die Verhei├čungen der Bibel erf├╝llt und uns das Heil gebracht. Ohne ihn k├Ânnen wir nicht leben.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du bringst denen, die gefangen und zerschlagen sind, die Freiheit. Du f├╝hrst uns hinaus ins Weite. Du bist die gute Nachricht, dass Gott uns ├╝ber alles liebt. Mit dir will ich gehen, von deinem Heiligen Geist mich f├╝hren lassen. F├╝hre du die Menschen in die Freiheit.

Vorsatz: Heute sage ich jedem schlechten Gedanken den Kampf an, indem ich mich sofort an Gott wende: Jesus, ich wei├č, dass du da bist. Befreie mich.


Du bist mein Heil

11. Januar 2020

Wochentag der Weihnachtszeit

P. Joachim Richter LC

Lk 5,12-16
In jener Zeit, als Jesus in einer der St├Ądte war, kam ein Mann, der am ganzen K├Ârper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, ber├╝hrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz. Jesus befahl ihm: Erz├Ąhl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, wie es Mose angeordnet hat. Das soll f├╝r sie ein Beweis deiner Heilung sein. Sein Ruf verbreitete sich immer mehr, so dass die Menschen von ├╝berall herbeistr├Âmten. Sie alle wollten ihn h├Âren und von ihren Krankheiten geheilt werden. Doch er zog sich an einen einsamen Ort zur├╝ck, um zu beten.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, zu den Folgen der Urs├╝nde geh├Âren auch die Krankheiten. Aber du hast S├╝nde, Krankheit und Tod ├╝berwunden.

Bitte: Komm, Heiliger Geist, ohne dich kann nichts heil sein noch gesund.

1. Jesus unser Arzt. Wer h├Ątte damals einen Auss├Ątzigen von seiner schrecklichen Krankheit heilen k├Ânnen? Wer k├Ânnte es heute? Damit wir aber erkennen, dass Jesus mehr ist als ein blo├čer Mensch, vollbringt er dieses Wunder. In der heutigen Welt haben wir oft eine gro├če Kluft zwischen einer hoch entwickelten Medizin und der Religion geschaffen. Man sollte die Bereiche gut unterscheiden, aber nicht k├╝nstlich trennen. Denn Jesus ist der Arzt f├╝r Leib und Seele. Wo Gott mit seiner Liebe zu uns kommt, wird alles heil. Glaubst du das? Bring deine Zweifel zu Jesus, und bitte ihn um den Heiligen Geist, damit dein Glaube w├Ąchst.

2. Er warf sich vor Jesus zu Boden. War der Mann, von dem hier berichtet wird, der einzige Auss├Ątzige in seiner Stadt? Was ist mit den anderen? Er h├Ârt von Jesus, geht zu Jesus, wirft sich vor ihm zu Boden um seine Ehrfurcht zu bezeugen, und bittet ihn. ÔÇô Wie dem├╝tig bist du vor Gott, wenn du betest? Wie gro├č ist deine Erwartung, dass der Herr dir tats├Ąchlich gibt, um was du bittest? H├Ârst du sein ÔÇ×Ich willÔÇť, das der Herr auf die dem├╝tige Bitte des Auss├Ątzigen sprach und das auch dir gilt?

3. Die Reinheit der Seele. Wenn wir unsere Seele sehen k├Ânnten, d.h. wenn wir uns so sehen k├Ânnten, wie Gott uns sieht ÔÇô er, der wei├č, was im Inneren des Menschen ist ÔÇô, dann w├╝rden wir m├Âglicherweise erschrecken. Denn dann w├╝rden wir vielleicht sehen, dass unsere Seele so h├Ąsslich ist wie der K├Ârper eines Menschen mit Aussatz. Manchen Heiligen, u.a. Don Bosco, hat Gott solch eine Schau geschenkt.Christus war sofort bereit, die Bitte um Heilung vom k├Ârperlichen Aussatz zu erf├╝llen, und noch mehr will er uns vom seelischen Aussatz befreien, d.h. von der S├╝nde. Er m├Âchte, dass unsere Seele rein wird und gesund. Und nur er kann das bewirken. Hier wird der unfassbar gro├če Wert des Sakraments der Vers├Âhnung sichtbar. Wir werden kein besseres Mittel zur Reinheit und Gesundheit unserer Seele und unseres Leibes finden als eine gr├╝ndlich vorbereitete und abgelegte Beichte.

Gespr├Ąch mit Christus: Vater, du hast deinen Sohn Jesus Christus in unsere Welt gesandt, als Arzt unsere Seele und unseres Leibes. Mach meinen Glauben lebendig und stark, dass ich mit Jesus in den Situationen des Alltags rechne und mir deutlich bewusst mache, dass f├╝r ihn kein Ding unm├Âglich ist.

Vorsatz: Bei den unterschiedlichen Situationen im Alltag will ich bewusst einen Akt des Glaubens setzen: Herr, du bist jetzt hier gegenw├Ąrtig. F├╝r dich ist nichts unm├Âglich. Dir vertraue ich. Wirke hier und heute, was zu deiner Ehre dient.