Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 15. Dezember 2019 bis Samstag 21. Dezember 2019

Dritte Woche in der Adventszeit

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Die Erwartungen des Johannes des TĂ€ufersSonntag
Die Angst vor der WahlMontag
Die Bedeutung des NamensDienstag
Die Krise der Heiligen FamilieMittwoch
Gottes MedizinDonnerstag
Wer ist dieses Kind?Freitag
Besuche auch mein Haus, Maria!Samstag


Die Erwartungen des Johannes des TĂ€ufers

15. Dezember 2019

Dritter Adventssonntag „Gaudete“

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 11,2-11
In jener Zeit hörte Johannes im GefĂ€ngnis von den Taten Christi. Da schickte er seine JĂŒnger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder mĂŒssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; AussĂ€tzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkĂŒndet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge ĂŒber Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die WĂŒste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den PalĂ€sten der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg fĂŒr dich bahnen. Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen grĂ¶ĂŸeren gegeben als Johannes den TĂ€ufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein geliebter Vater, mein Herr und mein Gott, lass mir in diesem Augenblick bewusst werden, mit welch liebevollem Blick du auf mich schaust. Ich möchte mich ganz einhĂŒllen in diesen Blick der Freude, des Wohlwollens und der GĂŒte.Ich danke dir, dass du deinen Sohn auf diese Erde gesandt hast, damit ich in FĂŒlle lebe und mich in ihm ganz als dein geliebtes Kind annehme.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Erleuchte meine Seele, bring Licht in die Dunkelheit meiner Ängste und SehnsĂŒchte!

1. Die Zweifel Johannes des TĂ€ufers. Wie hart muss dieser Augenblick gewesen sein, als Johannes der TĂ€ufer im Verlies auf MachĂ€rus, der Burg des Herodes auf der Ostseite des Toten Meeres, festsaß. Sein ganzes Leben hatte er in den Dienst Gottes gestellt mit dem klaren Bewusstsein, den Weg fĂŒr den Messias vorzubereiten. Furchtlos hatte er es mit PharisĂ€ern, Soldaten und selbst Königen aufgenommen. Doch in der Finsternis seiner modrigen Zelle ĂŒberkamen ihn plötzlich bohrende Zweifel, die seine Sendung und den Sinn seines ganzen Lebens in Frage stellten. Daher seine Frage an Christus: „Bist du der, der kommen soll, oder mĂŒssen wir auf einen andern warten?“Seine Erwartungen waren ganz andere gewesen. Er hatte einen mĂ€chtigen König verkĂŒndet, der mit eiserner Hand regieren, die Spreu vom Weizen trennen und der Ungerechtigkeit dieser Welt ein Ende bereiten wĂŒrde. Wer war dieser Wanderprediger, der scheinbar keiner Fliege etwas zuleide tat? Konnte er der verheißene Messias sein?

2. Die Antwort Jesu. â€žSelig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ Ja, Gottes Wege sind wirklich nicht die der Menschen. Wenn es in unserer Macht stĂŒnde, die Probleme dieser Welt zu lösen, wĂŒrden wir sicherlich ganz anders durchgreifen – vielleicht auch oft Feuer vom Himmel rufen, wie die zwei Donnersöhne, oder wir wĂŒrden eine Medizin gegen alle Krankheiten erfinden. Dahingegen scheint uns der Weg der Demut und der scheinbaren Ohnmacht, den Jesus beschritten hat, vollkommen unverstĂ€ndlich.Und doch: „Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; AussĂ€tzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkĂŒndet.“ Jesus hat die Macht ĂŒber Leben und Tod. Er hat die FĂ€higkeit, uns zu heilen – sowohl physisch als auch geistig und psychisch. Doch glaube ich das ĂŒberhaupt?

3. Und was erwarte ich? Jesus wusste, dass er Johannes nicht mehr zu sagen brauchte. Diese Antwort half ihm, die Situation von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen, die Zeichen der Liebe Gottes zu entdecken, und von seinen falschen Erwartungen, die nicht von Gott stammten, abzulassen.Und was sind meine Erwartungen? Bin ich manchmal frustriert oder enttĂ€uscht? Versuche ich manchmal die Menschen zu Ă€ndern, damit sie meinen Erwartungen entsprechen? Was erwarte ich von Gott? WĂ€re das wirklich das Beste? Und was erwarte ich von meinen Mitmenschen? Können sie das ĂŒberhaupt erfĂŒllen? Und ist es das, was Gott will?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, zeig mir welche falschen Erwartungen ich in meinem Herzen trage, hilf mir, sie in Worte zu fassen damit ich mir ihrer bewusst werde und die Ängste, LĂŒgen und Frustrationen entlarven kann, die sich auf diese Weise eingeschlichen haben. Vor allem bitte ich dich, dass du mir hilfst, all die Zeichen deiner Liebe und der Liebe meiner Mitmenschen zu entdecken, fĂŒr die ich blind geworden bin.

Vorsatz: Heute wĂ€re es gut, mir Zeit zu nehmen und zu ĂŒberprĂŒfen, wo es in meinem Alltag zu Konflikten kommt, und zu sehen, ob diese nicht aus Erwartungshaltungen entstehen, um die meine Mitmenschen gar nicht wissen. So wie Johannes Jesus fragen ließ und durch seine Klarstellung neuen Frieden fand, könnte es mir helfen, diese Themen zu klĂ€ren und einen neuen Blickwinkel zu erlangen.


Die Angst vor der Wahl

16. Dezember 2019

Montag der dritten Woche im Advent

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 21,23-27
In jener Zeit, als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da ĂŒberlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann mĂŒssen wir uns vor den Leuten fĂŒrchten; denn alle halten Johannes fĂŒr einen Propheten. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, ich komme in deine Gegenwart. Du freust dich so sehr, dass ich mir diese Zeit nehme, denn du möchtest mich mit deinen Gnaden ĂŒberhĂ€ufen und stĂ€rken.

Bitte: Sende mir bitte jetzt deinen Geist, damit er mich in diesem Gebet leiten möge. Komm, Heiliger Geist!

1. Wer ist dieser Jesus? Als Jesus im Tempel lehrte, merkten die Priester und Schriftgelehrten, dass seine Art zu lehren vollkommen anders war als die ihre. Sie lehrten Gesetze und tausende von Vorschriften fĂŒr jede mögliche Lebenslage, um sich letztendlich mit ihrer eigenen Gerechtigkeit den Himmel zu erkaufen. Doch Jesus sprach mit der AutoritĂ€t des geliebten Sohnes. Bei ihm ging es nicht um Regeln, sondern um Liebe, um eine Liebe, die befreit.

2. Wer hat dir das Recht gegeben? Was suchten die Hohepriester und Ältesten, als sie Jesus die Frage nach seiner Vollmacht stellten? Sicherlich nicht die Wahrheit. Eigentlich wollten sie mit ihrer Frage sagen: „Du hast keine AutoritĂ€t – denn wir haben sie dir nicht gegeben.“ Sie waren Ă€rgerlich und in ihrem Stolz verletzt, weil sie nicht gefragt worden waren.

3. Die Angst vor der Wahl. Da sie nicht nach der Wahrheit suchten, konnten sie auch keine ehrliche Antwort geben. Beide Entscheidungen erschienen ihnen bedrohlich: Einmal sahen sie sich bedroht durch das Volk, das Johannes fĂŒr einen Propheten hielt – das andere Mal dadurch, dass ihnen die Macht entrissen werden könnte, wenn sie Jesu göttliche AutoritĂ€t anerkennen wĂŒrden. Und so entsprang ihre Antwort letztendlich der Angst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hattest keine Angst. Du hast dich so von deinem Vater geliebt und beschĂŒtzt gefĂŒhlt, dass du nicht nur der Wahrheit, sondern auch all ihren Konsequenzen mit Ruhe ins Auge schauen konntest.Hilf mir, meine Ängste zu erkennen, um mich ihnen stellen zu können, damit du mich von ihnen befreien kannst.

Vorsatz: Heute kann ich versuchen, meine Ängste im Licht der Liebe Gottes zu betrachten, um zu erkennen, dass ein Großteil auf LĂŒgen basiert, die zerfallen, sobald ich mir der großen Liebe Gottes bewusst werde.


Die Bedeutung des Namens

17. Dezember 2019

Erster Tag in der Oktav vor Weihnachten

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 1,1-17
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen BrĂŒdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa. Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen BrĂŒdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von SchealtiĂ«l, SchealtiĂ«l von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ewiger Vater, ich komme in deine Gegenwart. Du blickst in diesem Augenblick mit so viel Freude und Liebe auf mich, auf dein geliebtes Kind. Lass mich fĂŒr einen Augenblick den Balsam deiner Liebe und GĂŒte, deines Vaterstolzes in meinem Herzen spĂŒren.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Nimm mich an der Hand, und erschließe mir heute meinen Namen.

1. Aus dem Stamme Davids. Das heutige Evangelium scheint nur aus einer langen Litanei von Namen zu bestehen, die uns einer ungewöhnlicher als der andere erscheinen. Welchen Sinn hat das ĂŒberhaupt? MatthĂ€us hat dabei sicher nicht einfach nur unnötig Tinte verschwendet. FĂŒr ihn und seine Zuhörer war es wichtig, zu bekennen und zu begreifen, dass Jesus keine mythische Figur war, nach dem Motto „Es war einmal in einem weit entfernten Land
“. Gottes Eintritt in die Geschichte ist real, geschah in einer konkreten Zeit, in einem konkreten Land. Er wurde in eine konkrete Familie geboren, wie vorhergesagt, als Nachkomme König Davids.

2. Die Bedeutung der Namen. Im Deutschen sind wir nicht gewohnt, dass unsere Namen eine konkrete, fĂŒr uns verstĂ€ndliche Bedeutung haben – denn ihre Herkunft ist meist in Vergessenheit geraten oder sie sind anderen Sprachen entliehen. Im HebrĂ€ischen haben so gut wie alle Namen eine Bedeutung. Joschafat bedeutet z.B. „J(eh)o(va) hat gerichtet“; Joram „J(eh)o(va) hat erhöht“ usw. Die Silbe „Je“ oder „Jo“ bezieht sich meistens auf den Namen Gottes (JHWE), wĂ€hrend „El“ Gott bedeutet. Es ist beeindruckend zu sehen, dass im Stammbaum Jesu, vor allem ab den Nachkommen Davids, viele Namen Gott sozusagen in sich tragen.

3. Und mein Name? In der MentalitĂ€t der Bibel ist der Name nicht etwas ZufĂ€lliges, sondern er drĂŒckt in gewisser Weise die Berufung der Person aus, oder ihre tiefste IdentitĂ€t. Manchmal Ă€ndert Gott sogar den Namen im Augenblick der Berufung – wie von Abram zu Abraham, oder von Simon zu Petrus.Auch wir haben in den Augen Gottes einen besonderen Namen. Zuweilen können wir entdecken, dass unser Taufname eine viel tiefere Bedeutung hat, als wir ahnten. Oder vielleicht spĂŒren wir, dass Gott uns mit einem besonderen Namen anspricht – mit einem Kosenamen, oder mit einem neuen Namen, der unsere Berufung, Sendung oder IdentitĂ€t ausdrĂŒckt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch dein Name hat eine Bedeutung „Jeschuah“ – Retter, denn du bist in diese Welt gekommen, um uns von der SĂŒnde und all ihren Folgen zu erlösen und zu befreien.Wie sehr sehnst du dich danach, auch mein Retter zu sein, mir zu verstehen zu geben, dass ich mich nicht selbst retten kann, aber dass du ja genau dazu in die Welt gekommen bist.Auch ich sehne mich danach, meinen Namen, meine Mission in dieser Welt tiefer zu erkennen und sie mit Gottes Gnade zur FĂŒlle bringen zu können. Herr, wie lautet mein Name in deinem Herzen? Wie und zu was rufst du mich?

Vorsatz: Heute kann ich versuchen, die Bedeutung meines Namens herauszufinden, und kann dann den Heiligen Geist fragen, ob dieser Name wirklich einen Bezug zu meinem Leben und Auftrag hat, oder ob er fĂŒr mich einen anderen, einen besonderen Namen hat.


Die Krise der Heiligen Familie

18. Dezember 2019

Zweiter Tag in der Oktav vor Weihnachten

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 1,18-24
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. WĂ€hrend er noch darĂŒber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fĂŒrchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebĂ€ren; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen SĂŒnden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfĂŒllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebĂ€ren, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt ĂŒbersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Geliebter Vater, dein liebender und schĂŒtzender Blick begleitet mich mein ganzes Leben lang. In diesem Augenblick möchte ich mir seiner wieder bewusst werden und deine Gegenwart in mein Herz eindringen lassen.

Bitte: Heiliger Geist, atme du in mir, denke du in mir, nimm meine Vorstellungskraft und entfĂŒhre mich in die Welt des Geistes, die viel realer ist als die physische Welt, die mich umgibt.Maria, fĂŒhre mich auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

1. Josefs Krise. Hl. Josef, was ging in deinem Herzen vor, als du merktest, dass deine Verlobte schwanger war? Was fĂŒr ein Schmerz! Was fĂŒr eine EnttĂ€uschung! Wie sehr musstest du dich gedemĂŒtigt fĂŒhlen, hintergangen, betrogen von den lieblichen Worten ihres scheinbaren KeuschheitsgelĂŒbdes! ‚Wer war es? Wie konnte sie nur? Und wenn sie unschuldig war, warum hat sie mir nichts gesagt?‘ Wahrscheinlich mischten sich solche Gedanken mit GefĂŒhlen der Wut, des Frusts, des Aufbegehrens, gepaart mit Machtlosigkeit, SelbstvorwĂŒrfen und vielem anderen. Wie viele schlaflose NĂ€chte hattest du hinter dir, bis du dich mit Hilfe eines flehentlichen Gebets beruhigt hattest und, bewegt von deiner aufrechten Liebe zu Maria, den Plan fasstest, sie im Stillen zu verlassen, um sie vor der Steinigung zu schĂŒtzen!

2. Marias Vertrauen. Maria, und wie lebtest du diesen Augenblick? Musstest du nicht auch eine Krise durchstehen? Trat nicht auch der Versucher an dich heran, um dich mit Angst und Horrorszenen zu zermĂŒrben, wenn möglich in Verzweiflung zu stĂŒrzen und zum Selbstmord anzustiften? Wie sehr spĂŒrte deine feinfĂŒhlige Seele die anklagenden, spottenden, verachtenden Blicke deiner Umgebung? Du wusstest genau, dass auf dein „Vergehen“ einer Schwangerschaft außerhalb der Ehe nach dem Gesetz der Tod durch Steinigung stand, dass deine ganze Familie dadurch entehrt wĂŒrde. Nur Josef, dein Verlobter, konnte dich davor bewahren, wenn er sich zu dem Kind bekennen wĂŒrde. Doch wie hĂ€ttest du ihm die Situation erklĂ€ren können, die den Gesetzen der Natur scheinbar widersprach? HĂ€tte ihm nicht alles vollstĂ€ndig erlogen erscheinen mĂŒssen, wenn du versucht hĂ€ttest, dich vor ihm zu verteidigen?Welch unglaubliches Gottvertrauen du doch hattest, Maria! Ja, er, der dich in diese Situation gebracht hatte, war der einzige, der sie wieder ins rechte Lot bringen konnte. Du selbst warst vollkommen machtlos, und konntest deine Angst nur immer wieder im Gebet mit einem Akt der vollkommenen Selbsthingabe und des restlosen Vertrauens ĂŒberwinden. Und die Zeit schien sich ins Ewige hinzuziehen


3. Josefs Glaube. Wie tief hat dich, Josef, dieser Traum berĂŒhrt! Er hat dich fĂ€hig gemacht, das Unmögliche zu glauben. Aber sicherlich nur, weil du bis zum Ende die Hoffnung, dass Maria doch unschuldig war, in deinem Herzen nicht erlöschen ließest. Und so warst du offen fĂŒr die Wahrheit, die dann mit Macht die Gewitterwolken deiner Seele wegblasen konnte. - Wie war eure erste Begegnung nach diesem Traum?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, selbst deinen menschlichen Eltern hast du das Kreuz und die Krisen dieses Lebens nicht erspart. Denn jede durchgestandene Krise fĂŒhrt zu einem wunderbaren Reifeprozess und Wachstum. Doch birgt sie auch große Risiken, wenn wir das Handtuch werfen. Maria und Josef, lasst mich nicht alleine in meinen Krisenmomenten! Helft mir, von euch Gottvertrauen und Standhaftigkeit zu erlernen und bei Gott Hilfe zu suchen, denn wenn ich mich nur auf meine eigenen KrĂ€fte verlasse, dann erleide ich Schiffbruch in dem Meer von LĂŒgen, das der Versucher um mich verbreitet.

Vorsatz: Herr, ich möchte heute mein Leben, meine Familie, meine Berufung, mein ganzes Sein in deine HĂ€nde legen und dir meine Treue anvertrauen. Ich weiß, dass ich alleine nicht fĂ€hig bin, dir bis zum Tod die Treue zu halten. Nur du allein bist mein Retter. Bitte stehe mir bei in all meinen Krisen, und wenn ich falle, hilf mir, mir meiner Schuld bewusst zu werden und in Demut umzukehren.


Gottes Medizin

19. Dezember 2019

Dritter Tag in der Oktav vor Weihnachten

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,5-25
Zur Zeit des Herodes, des Königs von JudĂ€a, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabet. Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabet war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerĂŒcktem Alter. Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung ĂŒblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. WĂ€hrend er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete. Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht. Der Engel aber sagte zu ihm: FĂŒrchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfĂŒllen, und auch viele andere werden sich ĂŒber seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende GetrĂ€nke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfĂŒllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der VĂ€ter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu fĂŒhren und so das Volk fĂŒr den Herrn bereit zu machen. Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerĂŒcktem Alter. Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in ErfĂŒllung gehen, wenn die Zeit dafĂŒr da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft. Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm. Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurĂŒck. Bald darauf empfing seine Frau Elisabet einen Sohn und lebte fĂŒnf Monate lang zurĂŒckgezogen. Sie sagte: Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnĂ€dig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein geliebter und allmĂ€chtiger Herr, so wie damals im Tempel das ganze Volk betete und auf den Messias wartete, so sehnt sich auch heute die Welt, wenn auch sehr oft unbewusst, nach dir. Herr, wir brauchen dich! Komm zu uns mit deiner Kraft und Macht!

Bitte: So wie Zacharias bin auch ich manchmal unglĂ€ubig und bin mir nicht bewusst, dass fĂŒr dich nichts unmöglich ist. Öffne bitte jetzt mein Herz, damit ich dich in diesen Worten der Heiligen Schrift erkennen kann, die du heute zu mir sprichst.

1. Dein Gebet ist erhört worden. Gottes Plan, Mensch zu werden und unter uns zu wohnen, musste gut vorbereitet werden. Sonst hĂ€tte ihn niemand verstehen können. Deshalb hatte Gott die Ankunft des Messias schon seit Generationen im Voraus verkĂŒndet. Das ganze Alte Testament beinhaltet Zeichen, die erst in Jesus vollkommen verstanden werden könne – wie z.B. das Manna in der WĂŒste, die WolkensĂ€ule, die sich auf das Offenbarungszelt und spĂ€ter auf das Allerheiligste des Tempels niederließ. Zur Zeit Jesu lag eine gespannte Vorfreude in der Luft. Viele Zeichen deuteten darauf hin, dass sich die Prophezeiungen jederzeit erfĂŒllen konnten. Und viele gerechte Israeliten, wie z.B. Simeon und Hanna, aber auch Zacharias und Elisabeth, beteten instĂ€ndig, dass der Messias bald kommen möge.

2. Ich bin gesandt worden, um dir diese frohe Botschaft zu bringen! Und dann war es soweit – die letzten Vorbereitungen Gottes wurden getroffen: die Geburt des VorlĂ€ufers, der „mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen [wĂŒrde], um das Herz der VĂ€ter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu fĂŒhren und so das Volk fĂŒr den Herrn bereit zu machen.“Auch heute braucht die Welt dringend einen Retter. Klingen diese Worte nicht unglaublich passend fĂŒr unsere Zeit? Wie viel Spaltung gibt es in unseren Familien! Wie notwendig ist es, dass wir uns Gott zuwenden – denn sonst verstricken wir uns bei dem Versuch, uns selbst zu befreien, nur immer weiter.

3. Du sollst stumm sein! Es schien Zacharias sicher zuerst eine harte Strafe, als er nach den Worten des Engels kein Wort mehr herausbrachte. Und trotzdem war es wahrscheinlich die beste Medizin und Gnade fĂŒr sein Leben. Weshalb hatte er dem Engel und damit der Botschaft Gottes nicht vertrauen können? Wahrscheinlich, weil ihm Stille und Betrachtung gefehlt hatten. Obwohl er ein Priester des Herrn war, war sein Herz nicht auf der gleichen WellenlĂ€nge mit seinem Schöpfer. Und so schenkte ihm Gott eine neunmonatige Einkehr, wĂ€hrend derer er viel Zeit hatte, um die Gnaden des Herrn zu betrachten und sein Herz wirklich auf die Geburt seines Sohnes und vor allem auf die Geburt des Messias vorzubereiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr, auch ich habe viele Hoffnungen und Erwartungen. Auch ich bete oft zu dir und bitte dich um viele Gnaden. Aber bin ich darauf vorbereitet, sie so zu empfangen, wie du sie schenken möchtest? Oder brauche ich noch etwas mehr Stille und Betrachtung, damit ich die UmstĂ€nde meines Lebens mit deinen Augen sehen kann? Gibt es vielleicht Augenblicke in meinem Leben, in denen ich mich von dir bestraft gefĂŒhlt habe, und nicht merkte, dass du mir dabei eigentlich die beste Medizin gegeben hast?Herr, ich danke dir fĂŒr deine Gegenwart in meinem Leben.

Vorsatz: Herr, mit deiner Hilfe möchte ich heute versuchen, die UmstĂ€nde meines Tages und meines Lebens aus deiner Perspektive zu sehen. Hilf mir, dir zu vertrauen und zu erkennen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.


Wer ist dieses Kind?

20. Dezember 2019

Vierter Tag in der Oktav vor Weihnachten

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,26-38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mit wie viel Liebe hast du in diesem Augenblick auf Maria herabgeblickt? In dem Augenblick, als du das grĂ¶ĂŸte Wunder aller Zeiten in ihr vollbringen wolltest. Heute blickst du auch auf mich mit der gleichen unendlichen Liebe, denn deine Liebe ist immer vollkommen und ein Geschenk deiner selbst. Nur ist meine KapazitĂ€t, sie zu empfangen sehr begrenzt.

Bitte: Herr, bitte öffne mein Herz, damit ich deine Liebe ganz empfangen kann, damit du auch in mir gegenwĂ€rtig bist, und durch mich in die Welt strahlen kannst.

1. Das Erschrecken Marias. Maria, worĂŒber hast du dich am meisten erschreckt? Dass plötzliche ein Unbekannter in dein Haus eintrat? Oder war es eher die seltsame Anrede? „Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete“ – was sollte das bedeuten? Wahrscheinlich war es nicht so sehr der unerwartete Gast, denn wenn wir Personen begegnen, die ganz Gott gehören, strahlen sie meistens Frieden aus. Und trotzdem erschreckt uns Gottes Gegenwart und Gottes Eingreifen in diese Welt. Wir merken, dass unser Geist fĂŒr diese Erfahrung vollkommen unzulĂ€nglich ist, wir können es nicht begreifen, und es entzieht sich unserer Kontrolle.

2. Wer ist dieses Kind? â€žEr wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. [
] Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“

3. FĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Gottes PlĂ€ne sind viel grĂ¶ĂŸer als wir es uns je vorstellen könnten. Wie gut, dass er uns immer nur den nĂ€chsten Schritt in unserem Leben zeigt, und nicht alle Herausforderungen und Konsequenzen gleichzeitig. Denn das wĂŒrde uns vollkommen ĂŒberwĂ€ltigen und regelrecht benommen machen. Deshalb war Marias Antwort auch die allerbeste: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“ „Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich.“ Und wenn wir uns ihm tĂ€glich anvertrauen, dann kann er auch in unserem Leben Wunder vollbringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, danke, dass du uns deinen Sohn gesandt hast, den Sohn Davids und den Sohn Gottes, dessen Herrschaft kein Ende haben wird. Bereite mein Herz vor, wie Marias Herz, damit ich ihn diese Weihnachten auf eine neue Art und Weise empfangen kann.

Vorsatz: Auch ich möchte mit Maria dir sagen: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“


Besuche auch mein Haus, Maria!

21. Dezember 2019

FĂŒnfter Tag in der Oktav vor Weihnachten

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,39-45
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von JudĂ€a. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrĂŒĂŸte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hĂŒpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfĂŒllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hĂŒpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfĂŒllt, was der Herr ihr sagen ließ.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria, als du deine Cousine besuchtest, brachtest du ihr Jesus. Bitte komm jetzt auch zu mir, damit ich, wie Elisabet, die Gegenwart Gottes in meinem Herzen erfahren kann.

Bitte: Heiliger Geist, bitte erfĂŒlle auch mich so wie Elisabet, damit ich voll Freude Gottes Lob singen kann.

1. Der Weg nach Ain Karem. Maria, wie war diese Reise, die du da angetreten bist, von Nazaret bis ins Bergland JudĂ€as? Es war in etwa ein fĂŒnf bis sieben Tage langer Marsch inmitten einer Karawane. Du warst umgeben von Dromedaren, Eseln und HĂ€ndlern, doch keiner wusste von deinem Geheimnis. Die Freude der EmpfĂ€ngnis Jesu muss dein Herz fast zum Zerspringen gebracht haben. Und doch konntest du sie mit niemandem teilen.

2. Die Begegnung der zwei Cousinen. â€žAls Elisabet den Gruß Marias hörte, hĂŒpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfĂŒllt [
] Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“Elisabet, die selbst gerade ein unglaubliches Wunder erlebt hatte und in ihrem hohen Alter plötzlich ein Kind erwartete, war bereit, das besondere Geheimnis mit dir zu teilen. Wie waren diese drei Monate? Sie mĂŒssen ein riesiges Geschenk fĂŒr euch beide gewesen sein.

3. Selig, die geglaubt hat. Wenn wir beginnen, unseren Weg mit Gott zu gehen, dann erleben auch wir die unglaublichsten Dinge in unserem Leben. Wir erfahren Augenblicke, in denen uns das Herz vor Freude zu zerspringen scheint. Andere Momente, die von Kreuz und Unsicherheit gekennzeichnet sind. Aber durch den Glauben verwandeln auch diese sich in Augenblicke der Gnade und der Dankbarkeit. Durch den Glauben dĂŒrfen wir schon hier auf Erden ein StĂŒck weit den Himmel erfahren.

GesprĂ€ch mit Christus: Maria, nimm mich in diesen letzten Tagen vor Weihnachten mit auf deine Reise. Besuche auch mein Haus, meine Familie und vor allem mein Herz, damit es mit der Gegenwart Gottes erfĂŒllt wird.

Vorsatz: Heute möchte ich die Freude der Begegnung mit dem Herrn mit anderen Menschen teilen; und mich davon ĂŒberraschen lassen, wie du dabei gegenwĂ€rtig sein wirst.