Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 8. Dezember 2019 bis Samstag 14. Dezember 2019

Zweite Woche in der Adventszeit

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Bereitet dem Herrn den Weg!Sonntag
Fiat mihiMontag
Wie erfreuen wir Gott?Dienstag
GotterfĂŒllte RuheMittwoch
Ganz klein und doch so großDonnerstag
Die PrioritĂ€t des ÜbernatĂŒrlichenFreitag
Staunen vor dem GeheimnisSamstag


Bereitet dem Herrn den Weg!

8. Dezember 2019

Zweiter Adventssonntag
Die Feier vom Hochfest der Gottesmutter wird verlegt auf den 9. Dezember.

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 3,1-12
In jenen Tagen trat Johannes der TĂ€ufer auf und verkĂŒndete in der WĂŒste von JudĂ€a: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft in der WĂŒste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen GĂŒrtel um seine HĂŒften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz JudĂ€a und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre SĂŒnden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Als Johannes sah, dass viele PharisĂ€er und SadduzĂ€er zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der BĂ€ume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stĂ€rker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hĂ€lt er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, zu Beginn dieser zweiten Woche des Advents bringe ich dir mein Herz, meine Seele, mich selber ganz dar. Ich möchte dir nun in dieser Zeit des Gebets alle meine inneren Wege und Straßen ebnen, nichts soll mich von dir trennen.

Bitte: Ich bitte dich, lehre mich und zeige mir, wie ich mich auf deine baldige Ankunft besser vorbereiten kann.

1. Kehrt um! Die Adventszeit (gleiche liturgische Farbe wie in der Fastenzeit) ist eigentlich eine Bußzeit, die uns zu Besinnung und Umkehr einlĂ€dt. Auf die großen Feste unseres Glaubens dĂŒrfen wir uns innerlich gut vorbereiten, deshalb bietet uns die Liturgie im Jahresrhythmus diese besonders geprĂ€gten Zeiten zur Hilfe an. Doch scheint es nicht gerade in der Adventszeit (bei allen sozialen Verpflichtungen und weihnachtlichen Besorgungen) eine ganz besondere Herausforderung zu sein? Das heutige Wort des Herrn ist eine Aufforderung: „Kehrt um!“ Da fragt man sich: Wohin? Was habe ich zu wenden? Was wĂŒrde dem Herrn mehr entsprechen? Habe ich mir eigentlich zu Beginn dieser vier Wochen etwas vorgenommen, um mein Herz auf SEIN Kommen einzustimmen? Wenn nicht, dann ist das jetzt ein guter Moment.

2. Bereitet dem Herrn den Weg! Ein weiterer Aufruf wird an uns gerichtet. Der Herr möchte kommen, aber er sehnt sich danach, dass ich ihm den Weg vorbereite. Darin darf ich - wĂ€hrend dieser Adventszeit - tĂ€glich ein wenig weiter voranschreiten. In welchem Zustand befindet sich mein Weg? Ist er fĂŒr den Herrn begehbar? Wie steht es um mein Herz, mein inneres Leben, mein Gebetsleben, mein Leben der Tugenden, vor allem der NĂ€chstenliebe? Was muss ich evtl. ausrĂ€umen, umgestalten, begradigen? Was kann ich tun? Was sollte ich erbitten und mir demĂŒtig vom Herrn aufzeigen und schenken lassen?

3. Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt! Der Herr erwartet meine Mitarbeit. Er möchte in mir Frucht bringen. Er möchte, dass ich Zeugnis gebe von der Freundschaft zu ihm, von meiner Beziehung zu ihm. Wo lĂ€dt er mich zu mehr AuthentizitĂ€t in der Liebe ein? Dabei brauche ich nicht an außerordentliche Dinge zu denken, sondern vielleicht versuche ich es wie Mutter Theresa von Kalkutta, indem ich die ordentlichen Dinge auf außerordentliche Weise vollbringe. Wo kann ich ihm wohlgefĂ€lliger werden?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, du möchtest in meinem Herzen neu geboren werden. Ich möchte es dir in diesen verbleibenden Tagen vor Weihnachten immer wohlgefĂ€lliger bereiten. Ich möchte umkehren, wo ich mich von dir abgekehrt habe. Ich bitte dich zu ebnen, was einer Ebnung bedarf, bringe du die Frucht hervor, die du ersehnst.

Vorsatz: Ich werde heute im Laufe des Abends eine 10-15-minĂŒtige Gewissenserforschung machen, um vor Gottes Angesicht zu reflektieren, wo ich einer konkreten Umkehr bedarf.


Fiat mihi

9. Dezember 2019

Hochfest der ohne ErbsĂŒnde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird ĂŒber dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: An diesem Hochfest möchte ich mich ganz besonders dir anvertrauen, Maria, Mutter des Herrn und meine Mutter. Du bist mir so ein großes Vorbild auf dem Weg mit und zu Gott.

Bitte: Maria, ich bitte dich, lehre mich, dem Herrn so verfĂŒgbar und ergeben zu antworten wie du.

1. â€žFĂŒrchte dich nicht, Maria.“ Wenn wir uns den Moment der VerkĂŒndigung vorstellen, dann kann man durchaus verstehen, dass die Erscheinung des Engels etwas Furcht mit sich brachte. Eventuell dadurch entstehende Angst soll Maria durch die Eröffnungsworte des Engels genommen werden. Manchmal fĂŒhlen auch wir Angst, Sorgen und ein Unbehagen aufkommen, wenn uns Gottes Wege ungewöhnlich erscheinen, wenn sie uns herausfordern, unklar sind und uns ĂŒbersteigen. Lassen wir dann dieses: „FĂŒrchte Dich nicht, N. (mein Name)!“ in unsere Seele als Gottes Botschaft eindringen. Der Herr möchte uns Frieden schenken.

2. Die Kraft des Höchsten wird dich â€žĂŒberschatten“. Wenn man von jemand „in den Schatten“ gestellt wird, ist das fĂŒr gewöhnlich unangenehm. Man wirkt unspektakulĂ€r, klein, nichtssagend, es kann eine DemĂŒtigung sein
 Bei Maria scheint sich das anders zu verhalten. Nur wenige kennen zu diesem Zeitpunkt die kĂŒnftige Mutter des Herrn. Doch Gott hat auf sie geschaut. Der Engel des Herrn verkĂŒndigte ihr diese Botschaft: Gott hat an dir Gefallen gefunden. Wen Gott ĂŒberschattet -„mit der Kraft des Höchsten“ -, den macht er nicht klein, sondern groß.

3. Mir geschehe. Dieses so ergebene, aus der Tiefe ihres Seins gesprochene „fiat mihi“, macht Maria zur Mutter des Herrn. Sie stimmt zu, sodass der Wille des Herrn an ihr vollzogen werden kann. Ihr „Ja“ ist das Vorbild fĂŒr alle weiteren „Jaworte“ gegenĂŒber Gott. Wenn es uns schwerfĂ€llt, den Plan Gottes an uns geschehen zu lassen, bedenken wir doch, welch makelloses Vorbild uns in Maria geschenkt ist!

GesprĂ€ch mit Christus: O Maria, Mutter des Herrn und meine Mutter, du hast „Ja“ gesagt und „Mir geschehe nach deinem Wort“. So hast du dich dem Herrn ganz ĂŒberlassen. Ich möchte deinem Vorbild folgen. Nimm mich an deine mĂŒtterliche Hand, gerade auch dann, wenn es mir schwerfĂ€llt, zu vertrauen und großzĂŒgig zu sein.

Vorsatz: Ich werde heute den freudenreichen Rosenkranz betrachtend beten und Maria um ihre FĂŒrsprache fĂŒr meinen Lebensweg und fĂŒr die mir nahestehenden und liebgewonnenen Personen bitten.


Wie erfreuen wir Gott?

10. Dezember 2019

Dienstag der zweiten Woche im Advent

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 18,12-14
In jener Zeit fragte Jesus seine JĂŒnger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lĂ€sst er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurĂŒck und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich ĂŒber dieses eine mehr als ĂŒber die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du willst uns nicht verlieren. Vielmehr bist du der Erste, der daran interessiert ist, dass wir den Weg mit und zu dir gut beschreiten. Danke, dass du mir diese Zeit der Begegnung mit dir schenkst.

Bitte: Hilf mir, mich in diesen Tagen des Advents auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zeige mir, was wesentlich in meiner Beziehung zu dir ist!

1. â€žIrren ist menschlich“. Ja, es ist doch ganz normal, dass wir uns vertun: Man verfĂ€hrt sich, weil man sich nicht mehr erinnert, man tippt den falschen Pin ein, weil man ihn zu selten nutzt und dann nicht mehr parat hat, man geht von irgendetwas aus, was aber genau das Gegenteil von dem bewirkt, was man eigentlich wollte
 - Kommt uns das nicht bekannt vor? Irren ist menschlich. Wir sind eben nicht perfekt, sondern haben Fehler und begehen IrrtĂŒmer.

2. Die Freude des Wiederfindens. Gott weiß um unsere Schwachheit. Er weiß, wann wir auf Ab- und Irrwege geraten, wenn wir ihn aus den Augen und dem Sinn verlieren, wenn wir uns von anderen Lichtern blenden und anziehen lassen. Er kĂ€mpft um uns. Wir sind ihm nicht gleichgĂŒltig, er respektiert unsere Freiheit, wenn wir ihn bewusst ablehnen, aber er stellt auch immer wieder die Weichen, damit wir zu ihm zurĂŒckfinden, wenn wir es nur wollen. In seiner ĂŒbergroßen Liebe macht er sich auf den Weg, um uns aus unserer Verirrung zu befreien.

3. Gottes Freude. Gottes Freude ist groß, wenn er uns findet, wenn er etwas fĂŒr uns tun kann, wenn er uns ganz uneingeschrĂ€nkt lieben darf. Wie kann ich ihm mehr Freude bereiten? Lasse ich mich eigentlich von ihm auffinden? Gebe ich meine Verirrungen zu oder verbleibe ich darin, weil ich uneinsichtig, berechnend und vielleicht rebellisch bin? Es ist keine Schande, sich zu verirren, schlimm ist es, wenn ich in meinem Irrtum verbleiben will. Zusammenfassend: Wie sehr lasse ich mich eigentlich von Gott lieben?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich möchte meine Beziehung zu dir vertiefen. Ich möchte lieben, entdecke jedoch, dass ich mich an erster Stelle von dir lieben lassen sollte und darf. Dem möchte ich mehr Aufmerksamkeit schenken, dafĂŒr möchte ich mir Zeit nehmen.

Vorsatz: Ich werde mir heute 15 Minuten Zeit nehmen, um zur Ruhe zu kommen, um einfach fĂŒr den Herrn (mit einem ganz bewusst liebenden Herzen) da zu sein, ohne Bitten und vielfĂ€ltige Gedanken, mich in seiner Liebe geborgen erfahren.


GotterfĂŒllte Ruhe

11. Dezember 2019

Mittwoch der zweiten Woche im Advent
Hl. Damasus I., Papst

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ja, Herr, ich komme zu dir, weil mich gewisse Dinge und Lasten plagen. Ich komme, um deine Ruhe zu erfahren. Ich komme, um auf dich zu schauen, auf dich zu hören, von dir zu lernen, um einfach bei dir zu sein.

Bitte: Ich bitte dich, lehre mich, Ruhe fĂŒr meine Seele zu finden.

1. Kommt! Inmitten dieser Adventszeit, der Zeit, in der wir seine Ankunft erwarten, spricht er durch die Worte des Evangeliums: „Kommt alle zu mir
“. Der Herr lĂ€dt uns erneut ein, zu ihm zu kommen. Es scheint ein beidseitiges Warten zu sein. Wir erwarten ihn und er erwartet uns. Wir dĂŒrfen zu ihm kommen, er möchte das und kommt uns entgegen. Wo stehe ich? Bin ich auf dem Weg zur Begegnung mit ihm?

2. Lernt von mir. Er möchte, dass wir zu ihm kommen, um von ihm zu lernen. Es geht um GĂŒte und Demut von Herzen. Das kann vielleicht zu hoch oder gar zu steil klingen und dennoch wĂŒrde man diese Tugenden gerne besitzen. Wie gelange ich dorthin? Einen grundlegenden Hinweis gibt er uns: Es ist wohl besser, ihn anzuschauen und von ihm zu lernen, als sich selbst anzuschauen.

3. Ruhe finden. Kardinal Sarah sagte einmal: „Vor Gott können wir nicht anders als still und demĂŒtig sein. Denn Er ist das große Geheimnis, das es zu betrachten gilt.“ Wenn wir auf den Wegen der Demut gehen, kann die Suche nach Stille und Ruhe gelingen. Was bedeutet das konkret fĂŒr mich? Wo lĂ€dt mich der Herr zu mehr Demut, zu grĂ¶ĂŸerer Ruhe ein?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, inmitten der Hektik und der fehlenden Stille des Alltags möchte ich immer wieder zu dir finden. Ja, manchmal scheint die Stille und Ruhe einfach nur schwierig, undenkbar, weit entfernt, und doch weiß ich, dass sie mich befĂ€higt, mich von dir fĂŒhren zu lassen. Aus der Ruhe wĂ€chst Ruhe. Durch dich, den in sich ruhenden Gott, kann ich zur Ruhe gelangen. Hilf mir, innerlich ruhiger zu werden und mich so wahrlich auf deine Ankunft vorzubereiten.

Vorsatz: Ich werde mir heute das Stoßgebet „O Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen!“ zu eigen machen und darauf achten, einen Moment der Stille zu wahren.


Ganz klein und doch so groß

12. Dezember 2019

Donnerstag der zweiten Woche im Advent

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 11,7b.11-15
In jener Zeit begann Jesus zu der Menge ĂŒber Johannes zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen grĂ¶ĂŸeren gegeben als Johannes den TĂ€ufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er. Seit den Tagen Johannes' des TĂ€ufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die GewalttĂ€tigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz ĂŒber diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Johannes der TĂ€ufer ist der Wegbereiter des Herrn. Sein Name bedeutet: „Gott ist gnĂ€dig“. Seine Geburt ist fĂŒr die Verwandten und Nachbarn Grund zur Freude und ein Anlass, Gott zu preisen. Herr, in diesem Gebet möchte ich dich preisen und dir erneut den Weg fĂŒr deine Ankunft bereiten.

Bitte: Heiliger Johannes der TĂ€ufer, ich bitte dich um deine FĂŒrsprache, dass auch ich mitwirken kann, den Herrn anzukĂŒndigen und sein Erbarmen sichtbar zu machen.

1. Keinen grĂ¶ĂŸeren als Johannes den TĂ€ufer. Die vier Evangelien messen der Gestalt Johannes des TĂ€ufers, dem Propheten, der den Alten Bund beschließt und den Neuen Bund eröffnet, große Bedeutung bei. Johannes verweist auf Jesus von Nazaret als den Messias, den Gesalbten des Herrn. Auf ihn möchte ich schauen.

2. Der Wegbereiter. Wir sehen diese große Gestalt: Johannes erwies sich mutig im Leiden und im Widerstand gegen die MĂ€chtigen. Woraus entsteht seine starke, aufrichtige und konsequente Innerlichkeit, mit der er sich so vollkommen fĂŒr Gott hingab und einsetzte, um Jesus den Weg zu bereiten? Die Antwort scheint einfach: aus der Beziehung zu Gott, aus dem Gebet, dem Leitmotiv seiner Existenz: der inneren Stimme, die er gehört hatte. Welch ein Vorbild fĂŒr meinen Weg!

3. Wer Ohren hat, der höre! Unsere Wegbereitung fĂŒr den Herrn besteht heute im aufmerksamen Hören. „Spitzen“ wir die Ohren, und richten wir unser Herz auf das innere Leben aus. Was bewegt mich innerlich? Wie nehme ich die Gegenwart des Herrn wahr? Was lĂ€sst er mich erfahren? Wie kann ich ihm heute den Weg bereiten und auch andere einladen, weiter auf ihn zuzugehen?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke fĂŒr das Vorbild des heiligen Johannes, der uns zeigt, dass die innere Beziehung zu dir, wesentlich ist. Beten ist nie verlorene Zeit. Im Gegenteil. Durch das Gebet befĂ€higst du uns, Schwierigkeiten zu ĂŒberwinden und mit Mut Zeugnis abzulegen. Hilf mir dabei!

Vorsatz: Ich werde mir heute wĂ€hrend des Tages zwei/drei kurze Momente nehmen, in denen ich meine Arbeit unterbreche, um auf Christus zu schauen, ganz bewusst, ganz schweigsam, um auf ihn zu hören.


Die PrioritĂ€t des ÜbernatĂŒrlichen

13. Dezember 2019

Freitag der zweiten Woche im Advent
Hl. Luzia, Jungfrau, MĂ€rtyrin
Hl. Odilia, Äbtissin

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 11,16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben fĂŒr euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem DĂ€mon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und SĂ€ufer, dieser Freund der Zöllner und SĂŒnder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du schenkst mir diesen neuen Tag zu deiner Ehre. Möge diese Zeit des Gebets, der Begegnung mit dir, den Grundstein fĂŒr all mein Denken, Reden und Tun am heutigen Tag legen.

Bitte: O komm, o komm, Immanuel!

1. Hochzeitslieder oder Klagelieder? Gott nimmt an unserem Leben teil, da gibt es frohe und auch traurige Momente, Freud und Leid. Er ist immer fĂŒr uns da, begleitet uns treu in jeder Lebensphase und teilt sich uns auch durch Mitmenschen mit, die er als seine lebendigen Werkzeuge in Dienst nimmt. Diese haben verschiedene Talente und Eigenschaften, einige fasten und sind streng mit sich, andere reichen dem SĂŒnder die Hand
 es gibt ganz unterschiedliche Gaben, die fĂŒr den Herrn und die Mitmenschen eingesetzt werden.

2. Siege im Hintergrund erringen. Wir Menschen sind nicht selten verschlossen fĂŒr die Botschaft des Herrn. Durch Christi Tod sind wir gerettet. Der Herr erobert uns immer wieder neu und öffnet uns fĂŒr sein Heil, wĂ€hrend die Verlockungen der Welt, unsere Laster und die KrĂ€fte des Bösen uns stets von ihm abwenden wollen. Um dieser dunklen Macht zu entfliehen, brauchen wir Gebet und Opfer (vgl. Mk 9,29). Fazit: Die wahren Siege werden im Hintergrund errungen.

3. Die PrioritĂ€t. Die wohl stĂ€rkste Form, um den Sieg im Hintergrund zu erringen, ist neben persönlichem Gebet und Opfer die Mitfeier der heiligen Messe, wo wir den Tod und die Auferstehung des Herrn begehen. Durch das heilige Messopfer erlangen wir unzĂ€hlige Gnaden fĂŒr die eigene Seele und fĂŒr all diejenigen, die wir dem Herrn anvertrauen. Von hier geht die wahre apostolische Fruchtbarkeit aus. Bin ich mir dieses Schatzes und dieser PrioritĂ€t bewusst?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, mein Gott, dir sei aller Ruhm und alle Ehre, dir vertraue ich mich mit meinen Gebeten und Opfern, mit meinen Gedanken und Taten an. Dich lobe ich, dich preise ich, jetzt und in Ewigkeit.

Vorsatz: Ich werde heute eine Zeit des fĂŒrbittenden Gebetes suchen und dem Herrn meine konkreten Anliegen darbringen.


Staunen vor dem Geheimnis

14. Dezember 2019

Hl. Johannes vom Kreuz, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Gedenktag

Michaela Weimann, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 17,9a.10-13
WĂ€hrend Jesus und seine JĂŒnger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die JĂŒnger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst mĂŒsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden mĂŒssen. Da verstanden die JĂŒnger, dass er von Johannes dem TĂ€ufer sprach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mit Hilfe eines Zitates des Tagesheiligen Johannes vom Kreuz beginnen wir nun dieses Gebet:„Gott wohnt in allen Seelen geheim und verborgen, sonst könnten sie nicht bestehen.“ (Lebendige Liebesflamme 4,4). Herr, ich möchte heute staunend vor dich und das große Geheimnis deiner Menschwerdung hintreten.

Bitte: Herr, verweile in mir allein, ganz nach deinem Belieben. Lass nicht zu, dass ich deine Gegenwart in mir einschrĂ€nke.

1. Erkenntnis. Durch die prophetische AnkĂŒndigung Maleachis wuchs die Erwartung der Juden auf die RĂŒckkehr Elijas. Johannes der TĂ€ufer sollte das Kommen des Messias im Geist und in der Kraft Elijas vorbereiten (vgl. Lk 1,17). Da die Juden auf einen Mann warteten, der mit großer Macht auftritt, konnten sie in Johannes dem TĂ€ufer Elija nicht klar erkennen. Denn der Geist Gottes bewegte Johannes hauptsĂ€chlich dazu, alle aufzurufen, Christus zu empfangen. Erkenne ich die Gegenwart des Herrn in meinem Leben? Bin ich vorbereitet, ihn zu empfangen?

2. Staunen. In der Krippe in Bethlehem betrachten wir den Sohn Gottes als ein kleines, hilfloses Kind, das auf andere angewiesen ist. Unser Herr und Gott macht sich demĂŒtig, klein und verwundbar. Er nimmt unsere schwache Menschennatur an. In der Konstitution Gaudium et spes (22) heißt es: „Mit MenschenhĂ€nden hat er gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen hat er gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt. Geboren aus Maria, der Jungfrau, ist er in Wahrheit einer aus uns geworden, in allem uns gleich außer der SĂŒnde.“ Wir dĂŒrfen uns von der GrĂ¶ĂŸe dieses Geheimnisses ergreifen lassen. Gott teilt sich uns mit, nicht mit der Macht eines Herrschers, der sich die Welt unterwirft, sondern mit der Demut und Einfachheit eines Kindes. Welche GrĂ¶ĂŸe! Betrachten wir!

3. Realismus des Glaubens. Gott hat nicht bei Worten haltgemacht, sondern hat uns gezeigt, wie wir leben sollen. Der Sohn Gottes ist in eine bestimmte Zeit und an einem konkreten Ort geboren worden. Gottes Vorgehen war konkret, ganz real. Wir sind eingeladen, einmal ĂŒber den Realismus unseres Glaubens nachzudenken, der nicht auf GefĂŒhle und Emotionen beschrĂ€nkt sein darf, sondern in unser konkretes Dasein eintreten will. Welche praktische Ausrichtung findet der Glaube in meinem tĂ€glichen Leben?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, staunend möchte ich vor dir auf die Knie gehen, mit der Haltung der freudigen Erwartung. Komm, Herr Jesus, komm!

Vorsatz: Ich möchte mir heute meiner FĂ€higkeit des Staunens ganz bewusst sein. Was und wen bestaune ich? Ist es eher ein weltliches oder ein geistliches Staunen? Möge es mich vertrauter mit dem Geheimnis Gottes machen.