Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. Dezember 2019 bis Samstag 7. Dezember 2019

Erste Woche in der Advendszeit

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Das InnereSonntag
Der HauptmannMontag
OffenbarungDienstag
Gottes GeschenkMittwoch
BeziehungDonnerstag
GlaubenFreitag
Mitleid und Leidenschaft fĂŒr das Reich ChristiSamstag


Das Innere

1. Dezember 2019

Erster Adventssonntag
Sel. Charles de Foucauld

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 24,37-44
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei MĂ€nnern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurĂŒckgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben MĂŒhle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurĂŒckgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wĂŒsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, wĂŒrde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Es ist Advent, das heißt Ankunft. Wir ersehnen deine Ankunft. Jesus, mein Heiland, mein Erlöser und Retter. Auf dich warte ich.

Bitte: Jesus, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Innere Stille. â€žWie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.“Spricht Jesus hier nicht auch passend fĂŒr unsere Zeit? Wie einfach ist es heutzutage, sich berieseln zu lassen und Tag fĂŒr Tag einfach „dahinzuleben“? HĂ€ufig leben wir von Wochenende zu Wochenende, oder von einer Serienfolge zur anderen. Es fĂ€llt uns immer schwerer, Ruhe und Stille auszuhalten. Denn sobald ich alleine bin, kommt vielleicht eine Traurigkeit hoch - vielleicht aus Einsamkeit, oder aus Verletztheit. Oder ich fĂŒhle mich leer, ausgelaugt und nutzlos. Vielleicht drĂ€ngelt mich aber auch mein Aktivismus, der mich unfrei macht. Es ist hilfreich, die Dinge beim Namen zu nennen, die mich davon abhalten, in die Stille zu gehen. Die Wahrheit macht mich frei (vgl. Joh 8,23).

2. Innere Haltung. Vielleicht gehe ich schon regelmĂ€ĂŸig in die Stille. So folge ich Jesu Wort: „Seid wachsam,“Was möchte Jesus damit sagen? Er meint weder, dass wir unseren Schlaf aufgeben, noch dass wir keinen Urlaub mehr machen sollten. Wenn Jesus spricht, spricht er hĂ€ufig ĂŒber das Herz des Menschen. Er möchte, dass ich mein Herz wachsam halte. Wie schaffe ich das? Vielleicht einmal in unsere Zeit ausgedrĂŒckt: indem ich mich von Jesus berieseln lasse. Jesus ist fĂŒr unser Herz und unsere Seele so etwas wie das Sonnenlicht fĂŒr die Pflanzen. Wird einer Pflanze das Sonnenlicht komplett entzogen, wenn man sie z.B. in einen dunklen Keller stellt, wird sie eingehen. Sich von Jesus berieseln zu lassen, heißt, sich immer wieder in sein Licht zu stellen.

3. Inneres Licht. Und wie geht das jetzt, sich in Jesu Licht zu stellen? Es ist in vielen Formen möglich. Eine der wichtigsten Formen ist die der Sakramente, insbesondere der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistiefeier. Sakramente sind ein sichtbares Zeichen, durch welche Jesus handelt (vgl. KKK 1076). Sobald wir durch sie mit Gott in BerĂŒhrung kommen, kommt Gottes Licht in unsere Seele und unser Herz. Auch mein ZwiegesprĂ€ch mit Jesus, mein tĂ€gliches Gebet, ist eine Form, sich in Jesu Licht zu stellen. Das Lesen in der Bibel, das Bibelteilen, Lobpreis, und vieles mehr, sind Arten und Weisen, sich in sein Licht zu stellen, um seiner Ermahnung, wachsam zu sein, nachzukommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mich in dein Licht stellen. Ich möchte, dass mein Herz ganz von deinem Licht durchdrungen wird. Komm, Herr Jesus! Maranatha!

Vorsatz: Die Kirche feiert mit dem Beginn von Advent das neue Kirchenjahr. Vielleicht kann ich heute aus diesem Anlass mir etwas vornehmen, wozu Gott mich besonders ruft.Oder aber ich nehme mir bewusst etwas Konkretes fĂŒr diese erste Adventswoche vor. Ich wĂŒrde jeden einladen, der Hektik des Alltags zu entschwinden, und so zu versuchen, jeden Tag sein Gebet mit Stille anzufangen und mit Stille zu beenden; sich wirklich vorzunehmen, das Gebet an die erste Stelle seines Tages zu stellen.


Der Hauptmann

2. Dezember 2019

Montag der ersten Woche im Advent
Hl. Luzius von Chur, Bischof, MĂ€rtyrer

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 8,5-11
Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelĂ€hmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme mit allem, was ich bin und habe zu dir. Die Woche hat begonnen. Vielleicht bin ich deprimiert oder ein wenig aufgewĂŒhlt. Ich möchte all das, was an negativen GefĂŒhlen gerade prĂ€sent ist, an dich abgeben.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Der Hauptmann. Vielleicht habe ich diese Bibelstelle schon sehr oft betrachtet. Versuchen wir es, sie zunĂ€chst mit dem Fokus auf den Hauptmann zu lesen: Er kommt als Römer zu Jesus, also als Heide, mit dieser Aussage: „Herr, mein Diener liegt gelĂ€hmt zu Hause und hat große Schmerzen.“ Er bittet Jesus in diesem Satz nicht um Heilung. Er schildert lediglich die Lage. Was auffĂ€llt, ist, dass er von „großen Schmerzen“ spricht. Es mĂŒssen wirklich starke und unertrĂ€gliche Schmerzen gewesen sein. Er ist Hauptmann, ein Soldat, der im Kampf schon viele schlimme Verletzungen gesehen hat, oder Menschen, die der Qual ihrer Verletzungen ausgeliefert waren. Doch die Schmerzen seines Dieners scheinen alles zu ĂŒbertreffen. Er hĂ€lt es nicht aus, seinen Diener gelĂ€hmt und in Schmerzen zu sehen, möchte ihm helfen und ihn davon befreien. Er hat sich bestimmt an Ärzte gewendet, die ihm aber wohl nicht weiterhelfen konnten. Aus dieser Verzweiflung heraus kommt er zu Jesus.

2. Jesus. Jesus hört seine Aussage. Er wartet nicht auf das „Bitte, heile ihn“. Er entgegnet sofort: „Ich will kommen und ihn gesund machen.“ Er will es. Er will heilen. Vielleicht war es der Ausdruck in den Augen des Hauptmanns, der die Sorge ĂŒber die großen Schmerzen seines Dieners Ă€ußerte, oder aber auch der Blick, den Jesus in die Seele des Hauptmannes geworfen hatte, der ihn bewegte, den Diener heilen zu wollen. Was hatte er in dieser Seele gesehen? Es kann sein, dass er darin die große Liebe sah, die er zu seinem Diener empfand. Ihn leiden zu sehen, ihm etwas so Schweres nicht abnehmen zu können, aber zu wollen, diese Verzweiflung, jemandem helfen zu wollen, aber nicht zu können, zeigte, wie sehr der Hauptmann sein Diener liebte.

3. â€žSprich nur ein Wort.“ Eigentlich sollte sich der Hauptmann jetzt glĂŒcklich schĂ€tzen, dass Jesus zu seinem Haus kommt. Was bewegte ihn so tief, dass er sich nicht als „wĂŒrdig“ empfand? Vielleicht spĂŒrte er den Blick Jesu in seiner Seele. Irgendetwas ist in dem Moment geschehen, als Jesus ihn anschaute und mitkommen wollte. Wenn Gott einen anschaut, dann ist es genau wie wenn das Licht selbst in die Seele eindringt. Es durchdringt die Seele, und lĂ€sst die Wahrheit scheinen. Der Hauptmann erkannte, wer er vor Gott ist: geliebt, angenommen und wertgeschĂ€tzt. Er erkannte wohl aber auch, dass er nichts getan hatte, um diese Liebe zu verdienen und empfand sich ihrer so nicht wĂŒrdig. Durch den Glaube, den er in seinem Herzen trug, wusste er, dass Jesus nur ein Wort aussprechen brauchte, damit es wahr wĂŒrde: das Wort Gottes.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch ich bitte dich jetzt, dass du nur ein Wort zu mir sprichst. Ich höre.

Vorsatz: Ich prĂŒfe mich heute: Habe ich mir die Zeit genommen, in die Stille zu gehen? Was hat mich davon abgehalten? Kann ich da etwas Ă€ndern?


Offenbarung

3. Dezember 2019

Hl. Franz Xaver, Ordenspriester, Glaubensbote
Gedenktag

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 10,21-24
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfĂŒllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die JĂŒnger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich preise dich Jesus, fĂŒr diesen neuen Tag. Ich preise dich fĂŒr alles, was du schon in meinem Leben bewirkt hast. Ich bete dich an.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Offenbarung Gottes. UnmĂŒndig wird eine Person genannt, wenn sie ihre menschliche Reife noch nicht erreicht hat, oder wenn sie aufgrund von Gewalt keine Rechte besitzt, gebunden und unfrei ist. Menschlich gesehen wirkt so eine Person erst einmal hilfsbedĂŒrftig und bemitleidenswert. Manchmal auch abstoßend. Jesus preist seinen Vater dafĂŒr, dass er sich genau diesen Menschen offenbart hat. Er zeigt sich diesen Menschen. Er zeigt seine StĂ€rke in den Schwachen; er sprengt die Ketten der Unfreien und er erlöst die Gebundenen. Wo offenbart sich Gott in meinem Leben? Kann ich meine eigene Schwachheit annehmen? Sehe ich mich eher in den Weisen und Klugen, so dass sich Gott mir gar nicht offenbaren kann? Habe ich ihn erfahren, preise ich Ihn, wie Jesus?

2. Der Vater hat Jesus alles ĂŒbergeben. Gott hat ein Gesicht. Es ist das Antlitz Jesu. In Jesus wirkt der Heilige Geist. In Jesus sehen wir den Gesandten des Vaters. Jesus hat alle Macht von seinem Vater erhalten. Durch die Taufe wurde ich in den Leib Jesu hineingenommen, so habe ich kraft des Sakraments ebenso eine Macht, die mir der Vater ĂŒbergibt. Im Namen Jesu darf ich den Vater um alles bitten, er wird es mir geben (vgl. Joh 14:13). Bin ich mir dieser Macht bewusst? Bitte ich den Vater mit dieser Macht um Hilfe? Bin ich vielleicht zu schnell enttĂ€uscht, wenn er mir nicht antwortet? Welche Beziehung habe ich zu meinem himmlischen Vater?

3. Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. â€žWer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14,9). Jesus erklĂ€rt den Aposteln, dass sie begnadet sind, weil sie das ‚menschliche‘ Gesicht Gottes sehen dĂŒrfen. In ihm können sie den Vater erkennen. Ihm ist es wichtig, dass ich durch ihn den Vater sehe. Wenn meine Beziehung zum himmlischen Vater durch Verletzungen oder Ängste belastet ist, kann ich auf Jesus schauen. Dort kann ich meine Beziehung zu meinem Gott leben, der mich erlöst, befreit und liebt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich preise mit dir unseren Vater, der sich mir offenbart hat. Befreie mich von Ängsten und lass mich den Vater mehr und mehr erkennen.

Vorsatz: Vielleicht kann ich heute meinen Vorsatz fĂŒr die Adventszeit erneuern. Wo brauche ich Gottes Gnade, um ihn zu erfĂŒllen?


Gottes Geschenk

4. Dezember 2019

Mittwoch der ersten Woche im Advent
Hl. Barbara, MĂ€rtyrin
Hl. Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer
Sel. Adolph Kolping, Priester

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 15,29-37
Jesus zog weiter und kam an den See von GalilĂ€a. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, KrĂŒppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, KrĂŒppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine JĂŒnger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die JĂŒnger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den JĂŒngern, und die JĂŒnger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke ein, sieben Körbe voll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Beim Warten auf dich, Jesus, ist es gut, darĂŒber nachzusinnen, wo Menschen, die ich dir bringen kann, Wunden haben, damit sie Heilung erlangen. Jesus, ich ersehne dich.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Gottes Geschenk der Heilung. â€žEr stieg auf einen Berg und setzte sich.“ Jetzt ist Jesus da, er weilt mitten unter den Menschen. So viele kommen jetzt zu ihm und wollen Heilung. Jedoch heißt es an dieser Stelle nicht, dass die Kranken selber zu ihm kamen, vielmehr brachten viele Menschen die Lahmen, Blinden und KrĂŒppel zu ihm. Diese Kranken haben Heilung finden dĂŒrfen. Jesus kam zu uns, um Heil zu bringen, und das „gratis“, d.h. ohne es an Bedingungen zu knĂŒpfen. Er kann nichts anders, er muss Heil und Heilung spenden, weil Gott vollkommen ist. Wenn ich mit Gott in BerĂŒhrung komme, wirkt seine heilende Kraft in mir, auch wenn ich nichts spĂŒre.

2. Gottes Geschenk der Brotvermehrung. Viele Menschen brachten diese Kranken. Wahrscheinlich taten sie es aus Liebe zu ihren Freunden oder Angehörigen. Vielleicht war es aber auch die Neugier, oder die tiefe Sehnsucht, Jesus selber zu begegnen. Was auch immer diese Menschen bewegt hat, sie gingen nicht leer aus. Sie waren nicht nur Zeugen von der heilenden Kraft Gottes, sondern durften an der FĂŒlle seiner Liebe teilhaben. Auch sie wurden beschenkt. Drei Tage waren sie bei Jesus. Er lehrte sie und sprach mit jedem einzelnen. Er hatte Mitleid mit ihnen und beschenkte sie mit der Brotvermehrung. Er berĂŒhrte jeden kraft seiner Macht, mit der er die Menschen geistlich, wie menschlich ernĂ€hrt. Bei Gott finde ich immer alles, was ich brauche.

3. Die JĂŒnger + ich. Auch die JĂŒnger wurden von Jesu Macht beschenkt. Sie durften all das aufsammeln, was ĂŒbrig geblieben war: Sieben Körbe voll. Letztendlich hat Gott in dieser Bibelstelle gezeigt, dass er aus tiefer Liebe alle beschenkt.Wo spricht Gott an dieser Bibelstelle zu mir? Hat er auch mich beschenkt? Bin ich mir dessen bewusst? Oder nörgele ich gerne herum und Ă€rgere mich ĂŒber das, was ich nicht habe. Bin ich vielleicht eifersĂŒchtig auf die Geschenke, die andere von Gott erhalten? Ruft mich Gott vielleicht nicht genau dazu auf: ein Instrument fĂŒr andere zu sein?, andere zu Gott zu bringen, mit der Hoffnung, dass er auch mich beschenkt, in der Art und Weise, wie er es möchte?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir dafĂŒr, dass du dich in unserem Leben durch deine Allmacht so prĂ€sent machst, dass du mir das Heil schenkst.

Vorsatz: Ich ĂŒberlege: Wo hat Gott heute zu mir gesprochen? Hab ich ihm diese Zeit geschenkt? FĂŒhrt mich das zu einem Vorsatz?


Beziehung

5. Dezember 2019

Donnerstag der ersten Woche im Advent
Hl. Anno von Köln, Erzbischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 7,21.24-27
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfĂŒllt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die StĂŒrme tobten und an dem Haus rĂŒttelten, da stĂŒrzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernĂŒnftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die StĂŒrme tobten und an dem Haus rĂŒttelten, da stĂŒrzte es ein und wurde völlig zerstört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, komm in meine Gedanken, in meine Worten und in meine Taten. Lebe du in mir.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Beziehung. Diese Stelle drĂŒckt vielleicht etwas aus, was fĂŒr unser Charisma im Regnum Christi sehr bedeutsam ist. Es geht um die Echtheit von Beziehung. Eine Beziehung ist nie statisch und ist immer geprĂ€gt von einem Vertrauen zueinander. Wenn ich Gott kenne, glaube ich, dass er die Liebe ist. Aus diesem Glauben heraus, lebe ich nach seinem Willen und vertraue darauf, dass Gott auch die schwierigsten Momente in meinem Leben um des Guten willen zulĂ€sst. Wenn ich aber diese Beziehung nicht lebe, dann bricht alles zusammen, wie das Haus vom unvernĂŒnftigen Mann. Er baute nicht auf diese Beziehung.

2. Wie baue ich diese Beziehung auf? Jesus spricht davon, wie wichtig es ist, nach seinen Worten zu handeln. Es geht darum, zu hören und zu handeln. Gottes Wort zu hören, bedeutet, in die Stille zu gehen; in sich zu gehen; Gottes Stimme inmitten aller anderen Stimmen zu finden. Gottes Worte sind die Worte im Evangelium. Gott spricht immer und stĂŒndlich. Dieses Wort, wenn ich es aufnehme, kann mein Herz verwandeln. So kann ich mehr und mehr Gottes Liebe in meinem Leben sehen, erkennen und wahrnehmen. Dieses Hören bringt mich dazu, Gott auch zu lieben. Diese gegenseitige Liebe beschreibt meine Beziehung zu Gott.

3. Gottes Wille. Gottes Wille besteht demnach in nichts anderem als darin, diese Beziehung wiederherzustellen und aufzurichten. Deswegen hat er auch Jesus geschickt. Jesus kam, um uns in seine Beziehung zum Vater mit hineinzunehmen.Welche Vorstellungen habe ich von Gottes Willen? Sehe ich mich darin in einer Beziehung oder sehe ich ihn nur als die ErfĂŒllung von Geboten? Was fehlt mir in den Augen dessen, der mich so unendlich liebt?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du gekommen bist, um mich mit dem Vater wieder zu versöhnen.

Vorsatz: Ich prĂŒfe dieses Gebet: Konnte ich mir die Zeit nehmen, mit Jesus tiefer ins GesprĂ€ch zu kommen? Kam ich in die Stille?


Glauben

6. Dezember 2019

Freitag der ersten Woche im Advent
Hl. Nikolaus von Myra, Bischof

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 9,27-31
Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berĂŒhrte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzĂ€hlten von ihm in der ganzen Gegend.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, in meinem Herzen gibt es auch dunkle Ecken. Komm in diese Ecken und lass dein Licht dort erstrahlen. Mach heil, was der Heilung bedarf und öffne, wo ich selber nicht öffnen kann.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Die Gemeinschaft des Glaubens. Es ist interessant, dass es zwei blinde Menschen sind, die Jesus um Heilung anflehen. Sie folgten ihm sogar, weil sie beide das Heil ersehnten. Beide haben nach Erbarmen gerufen, beide haben Ja gesagt, als Jesus sie fragte, ob sie glaubten, dass er ihnen helfen kann.Beide haben sich vielleicht auch gegenseitig Trost gespendet, Hoffnung gegeben, dass sie eines Tages wieder sehen könnten. Wie wichtig ist es, uns im Glauben gegenseitig zu stĂ€rken; Trost zu spenden, wenn es nötig ist und denen Hoffnung zu geben, die sie schon aufgegeben haben. Wir brauchen einander.

2. Glaube berĂŒhrt das Herz Jesu. Sie haben durch ihren Glauben Jesu Herz berĂŒhrt. Jesus konnte nicht anders, als sie zu heilen. Glaube, Hoffnung und Liebe sind die Tugenden, die Jesu Herz berĂŒhren. Wenn wir um etwas Unmögliches bitten, dann berĂŒhren wir das Herz Jesu, weil wir ihn dadurch als Erlöser und Messias bekennen. Durch diesen Glauben bekennen wir ihn als den, der er wirklich ist. Diese blinden Menschen zeigten, wer er wirklich war und ist: der Erlöser.

3. Meine Geschichte des Glaubens. Vielleicht kann ich mir heute ein wenig Zeit nehmen und mit Jesus meiner Geschichte des Glaubens nachgehen. Wo habe ich im Laufe meines Lebens Jesus berĂŒhrt? Wo hat er mich erhört? Wo habe ich den Glauben verloren? Wer hat mir in solchen Momenten Mut gemacht und mich getröstet? Habe ich Menschen Hoffnung geben können, sie zu Jesus bringen können?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hab dank fĂŒr all die Menschen, die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben. Ich glaube an dich.

Vorsatz: Vielleicht kann ich mir heute die Zeit nehmen, um ĂŒber meinen Glaubensweg zu beten.


Mitleid und Leidenschaft fĂŒr das Reich Christi

7. Dezember 2019

Hl. Ambrosius, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Ilona Kies, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 9,35-10,1.6-8
In jener Zeit zog Jesus durch alle StĂ€dte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkĂŒndete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren mĂŒde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen JĂŒngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf JĂŒnger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Er gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkĂŒndet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht AussĂ€tzige rein, treibt DĂ€monen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich und hoffe auf dich. Ich liebe dich.

Bitte: Ich bitte dich, wirke so in mir, dass sich eine tiefe Sehnsucht nach dir wiederentfacht.

1. Gottes Mitleid. â€žAls er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren mĂŒde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Der Hirt ist derjenige, der fĂŒhrt, der seine Schafe kennt und der sich um seine Schafe sorgt. Ohne ihn sind die Schafe verloren, sie wissen nicht, in welche Richtung sie laufen sollen. Und Jesus, der Gute Hirt, hat Mitleid mit uns. Dieses Mitleid hat seinen Ursprung in der Liebe. In der englischen Sprache gibt es zwei Wörter, die Mitleid bedeuten: zum einen das Wort „pity“ und zum anderen das Wort „compassion“. Das erste Wort drĂŒckt ein Mitleid aus, das von oben herab auf jenen Menschen schaut. Dieses Mitleid entspringt einer Form von Stolz. Jesu Mitleid ist ein Mitleid, das aus der Liebe hervorbricht –„compassion“. Es besteht darin, dass man das Leiden des Menschen von innen heraus mittrĂ€gt; sich ganz und gar dafĂŒr hingibt, dass der andere nicht alles erleiden muss.

2. Mitarbeit bei der Ernte. Wie reagiert mein Herz gegenĂŒber Leiden, Dunkelheit, SchwĂ€che und Gebrochenheit?Habe ich eher aufgrund von Stolz Mitleid mit diesen Menschen und denke, dass es mir zum GlĂŒck nicht so geht, oder möchte ich diesen Menschen gerne helfen?Jesus sucht nach solchen Menschen, nach Menschen, die sich dazu bereit erklĂ€ren, mit unserer gefallenen Natur umzugehen und zu arbeiten. Er sucht nach Menschen, die das Licht der Welt sein können, das Salz der Erde. Bin ich bereit?

3. Reich Gottes. â€žDas Himmelreich ist nahe!“ Unser Charisma im Regnum Christi besteht darin, das Reich Gottes zu verkĂŒnden. „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht AussĂ€tzige rein, treibt DĂ€monen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ Es ist ein Auftrag, den Jesus nicht nur uns im Regnum Christi gibt, sondern allen Christen. Wir sind dazu befĂ€higt, unsere Charismen fĂŒr das Reich Christi einzusetzen. Das Reich Gottes ist nahe! Advent ist eine Zeit, in der wir aufzeigen können, dass das Reich Christi schon unter uns ist. „Christus unser König, dein Reich komme!”

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, dein Reich ist in mir, dein Reich ist unter uns. Vermehre es, offenbare mir deine Liebe, offenbare auch durch mich allen Menschen deine Liebe.

Vorsatz: Vielleicht kann ich am Schluss dieser Woche zurĂŒckblicken und die FrĂŒchte meines Vorsatzes sehen. Hat Gott in der Stille wirken können?