Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. November 2019 bis Samstag 9. November 2019

Einunddrei├čigste Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Radikale BekehrungSonntag
Die G├Ąsteliste JesuMontag
In meinem Himmel...ist noch PlatzDienstag
Was ist mir der Glaube wert?Mittwoch
Lass dich finden!Donnerstag
Zielstrebig und klug handelnFreitag
Das Haus des Vaters ist kein KaufhausSamstag


Radikale Bekehrung

3. November 2019

Einunddrei├čigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Hubertus, Bischof
Hl. Martin von Porres, Ordensbruder
Hl. Pirmin, Abtbischof, Glaubensbote

Ellen Charlotte Petermann

Lk 19,1-10
In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Und siehe, da war ein Mann namens Zach├Ąus; er war der oberste Zollp├Ąchter und war reich. Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zach├Ąus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Und alle, die das sahen, emp├Ârten sich und sagten: Er ist bei einem S├╝nder eingekehrt. Zach├Ąus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die H├Ąlfte meines Verm├Âgens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zur├╝ck. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, in dieser kostbaren Zeit des Gebetes m├Âchte ich dir ganz nahe sein und aufmerksam zuh├Âren, was du mit mir sprichst. Deine Worte sind das Licht im Dunkel meiner Seele. Du bist mein Herr.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, schenke mir wahre Erkenntnis meiner selbst, damit ich Fortschritte machen kann auf dem Weg der Heiligkeit.

1. Das Suchen eines Neugierigen. Zach├Ąus, ein Oberz├Âllner, genie├čt kein gutes Ansehen in der Bev├Âlkerung. Er wird gemieden und lebt somit isoliert. Er geh├Ârt nicht dazu. Als er h├Ârt, Jesus sei in der Stadt, ergreift ihn eine Sehnsucht, ein Begehren, Jesus zu sehen. Da er von Gestalt klein ist, klettert er auf einen Baum. Das muss l├Ącherlich und auch bemitleidenswert auf die umstehenden Menschen gewirkt haben, aber Zach├Ąus ├╝berwindet seinen Stolz und gibt so in Demut ein Glaubenszeugnis.

2. Nicht Habgier, sondern Liebe. Jesus wei├č um die Sehnsucht des Zach├Ąus und m├Âchte in dessen Hause zu Gast sein. Den Kritikern des Erl├Âsers gef├Ąllt das gar nicht, denn Zach├Ąus ist ja bekannterma├čen ein S├╝nder. Die Emp├Ârung ist gro├č: Wie kann Jesus nur das Haus eines Betr├╝gers betreten! Zach├Ąus aber m├Âchte ein neues Leben in Christus beginnen, er m├Âchte Entsch├Ądigung leisten f├╝r vergangene Betr├╝gereien. Seine Reue ist gro├č. Er tauscht seine Habgier gegen die Liebe ein. Gottes Gnade schenkt Zach├Ąus die Erkenntnis, dass er f├╝r die Taten vor seiner Bekehrung verantwortlich ist, noch mehr aber f├╝r die Zukunft, die er jetzt Christus ├╝bergeben m├Âchte.

3. Es ist niemals zu sp├Ąt. Was passiert: Zach├Ąus sehnt sich danach, Jesus zu sehen, mit ihm zu sprechen. Er erkennt seine S├╝nden, bietet Wiedergutmachung an, zeigt Reue, m├Âchte sein Leben neu beginnen. Jesus wartet auf Menschen wie Zach├Ąus. Dazu ist er gekommen: diese Menschen zu suchen und zu retten. Wir brauchen nicht auf einen Baum zu klettern, um Jesus nahe zu sein. Wir wissen, wo er zu finden ist: In der Eucharistie, in der Beichte. Es ist eine gro├če Gnade, sich seiner S├╝nden bewusst zu werden, Reue zu f├╝hlen und sich nach einer Beichte regelrecht zu sehnen, um mit Jesus wieder ganz eins zu sein.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich m├Âchte dir vertrauen. Ich wei├č, dass ich immer zu dir kommen kann ÔÇô mit all meinen Schw├Ąchen.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, bei n├Ąchster Gelegenheit eine gute Beichte abzulegen und um den Geist der Reue, der Zach├Ąus erf├╝llt hat, zu bitten.


Die G├Ąsteliste Jesu

4. November 2019

Hl. Karl Borrom├Ąus, Bischof
Gedenktag

Ellen Charlotte Petermann

Lk 14,12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu einem der f├╝hrenden Pharis├Ąer, der ihn zum Essen eingeladen hatte: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Br├╝der, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Kr├╝ppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie k├Ânnen es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du schaust auf mich und l├Ąchelst. Du hast mich im Blick, immer. Deine G├╝te und Liebe begleiten mich den ganzen Tag. Ich freue mich, jetzt mit dir im Gebet zusammen zu sein.

Bitte: Jesus, mache mich zum Werkzeug deiner Liebe, damit ich dich in den anderen Menschen lieben kann.

1. Wer soll eine Einladung bekommen? Ein angesehener Pharis├Ąer hat Jesus zum Essen in sein Haus eingeladen. Er hat wohl zweifellos nur die ├Ârtlichen Bekannten und gut gestellten Pers├Ânlichkeiten zum Essen eingeladen. Die Minderbemittelten hatten keine Einladung bekommen. Jesus nutzt hier die Gelegenheit, um eines der gr├Â├čten Prinzipien wahren Christentums zu verk├╝ndigen, n├Ąmlich, dass wir diejenigen lieben sollen, die absto├čend sind und uns nichts zur├╝ckgeben k├Ânnen.

2. Die Provokation Jesu. Wie provozierend, ja schockierend, muss die Aufforderung Jesu auf den Pharis├Ąer gewirkt haben. Diese Anweisung steht selbsts├╝chtigen Wertma├čst├Ąben v├Âllig entgegen. Arme, Bettler und Kr├╝ppel sind absolut keine attraktiven G├Ąste. Schon ihre ├Ąu├čere Erscheinung w├Ąre unpassend und eine Gegeneinladung w├╝rde es auch nicht geben. Gesellschaftliche oder gesch├Ąftliche Interessen kann man mit ihnen auch nicht austauschen. Warum also sagt Jesus so etwas?

3. Lieben um des Reiches Gottes willen. Am Beispiel des Verhaltens dieses Gastgebers zeigt Jesus auf eine Realit├Ąt von damals und von heute. Man stellt fest, dass sich eigentlich nichts ge├Ąndert hat. Wer l├Ądt schon Bed├╝rftige, Kr├╝ppel oder Menschen, die in der Gesellschaft abgerutscht sind, zu sich ein? Was w├╝rden die anderen G├Ąste denken, etwa die Schwiegermutter oder die Gesch├Ąftsfreunde? Vermutlich m├╝sste man sich rechtfertigen f├╝r diese au├čergew├Âhnlichen G├Ąste; und was h├Ątte man pers├Ânlich f├╝r Vorteile zu erwarten? Darum geht es aber gar nicht. Wir d├╝rfen das Wichtigste niemals vergessen: dass wir mitwirken d├╝rfen an Gottes Heilsplan, am Aufbau seines Reiches, indem wir zum Beispiel bed├╝rftigen Menschen gro├čz├╝gig und mit Liebe begegnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich sehe dich oft am Tage, du begegnest mir in jedem Menschen, in jedem Drogenabh├Ąngigen oder Bettler, ja in jedem von der Gesellschaft Ausgesto├čenen begegnest du mir. Hilf mir, dass ich den Mut habe, dich in diesen Menschen zu umarmen.

Vorsatz: Ich ├╝berlege mir, welcher Person ich in den n├Ąchsten Tagen ganz konkret meine Hilfe anbieten kann.


In meinem Himmel ...ist noch Platz

5. November 2019

Dienstag der einunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg, Priester

Ellen Charlotte Petermann

Lk 14,15-24
In jener Zeit sagte einer der G├Ąste, der zusammen mit Jesus eingeladen worden war, zu ihm: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf. Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein gro├čes Festmahl und lud viele dazu ein. Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und lie├č den G├Ąsten, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit! Aber einer nach dem andern lie├č sich entschuldigen. Der Erste lie├č ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: Ich habe f├╝nf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen. Der Diener kehrte zur├╝ck und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Stra├čen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Kr├╝ppel, die Blinden und die Lahmen herbei. Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgef├╝hrt; aber es ist immer noch Platz. Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstra├čen und vor die Stadt hinaus und n├Âtige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird. Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du l├Ądst mich immer wieder ein, bei dir zu sein. Du sprichst in der Stille. Ich m├Âchte dir meine ganze Aufmerksamkeit schenken.

Bitte: Jesus, halte jede Zerstreuung von mir fern, damit mein Herz ganz bei dir sein kann.

1. Stell dir vor, es ist ein Fest und niemand geht hin. Das Fest ist vorbereitet, die G├Ąste sind eingeladen. Eigentlich k├Ânnte es losgehen, aber die G├Ąste kommen nicht. Sie sagen einer nach dem anderen ab. Warum? Hat der Gastgeber etwas falsch gemacht? Eigentlich k├Ânnte das Fest ausfallen. Aber das Fest wird nicht abgesagt. Auf der einen Seite wird der Zorn des Gastgebers sichtbar, aber er zeigt auch seine Liebe, denn es werden all die ausgegrenzten Menschen eingeladen, die man sonst nicht bei einem Festmahl findet.

2. Gott l├Ądt alle ein. Eingeladen sind alle, Gott schlie├čt niemanden aus. Er will die, die immer schon dabei sind. Er will, dass die, die sich Christen nennen, ihm ganz geh├Âren. Und Gott hat ein Herz f├╝r die, die sich drau├čen sehen, die Distanzierten und die Konfessionslosen. F├╝r sie alle ist bei Gott Platz. Sie alle sollen es erfahren.

3. In meinem Himmel...ist noch Platz. Gott l├Ądt ein zu seinem Fest. Feiern ist angesagt. Freude ist angesagt. Gott sehnt sich nach Menschen, die zu ihm kommen und sich von ihm beschenken lassen. Er will jeden von uns bei sich haben. Er will die Festfreude mit uns allen teilen. Die Festfreude beim gro├čen Mahl in seinem Reich ÔÇô und auch jetzt schon, als kleinen Vorgeschmack darauf ÔÇô in jeder heiligen Messe.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, lass mich dich suchen, immer wieder. Schenke mir die Gnade, die heilige Messe noch inniger, bewusster mitzufeiern.

Vorsatz: Heute werde ich einen Menschen zur n├Ąchsten Sonntagsmesse einladen.


Was ist mir der Glaube wert?

6. November 2019

Mittwoch der einunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leonhard, Einsiedler

Ellen Charlotte Petermann

Lk 14,25-33
In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten; wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Br├╝der und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein J├╝nger sein. Wer nicht sein Kreuz tr├Ągt und mir nachfolgt, der kann nicht mein J├╝nger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel f├╝r das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst k├Ânnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, w├╝rden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende f├╝hren. Oder wenn ein K├Ânig gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und ├╝berlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anr├╝ckt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Darum kann keiner von euch mein J├╝nger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast alles gegeben, dich hingegeben, den Willen des Vaters getan. Du bist f├╝r meine S├╝nden gefoltert und umgebracht worden. Ich m├Âchte dir nachfolgen und mein kleines Kreuz auf mich nehmen.

Bitte: Jesus, hilf mir, ein mutiger Apostel zu sein.

1. Einladung zur Nachfolge. Seit 2000 Jahren l├Ądt Jesus zur Nachfolge ein. Erst taten es die Apostel, dann unz├Ąhlige M├Ąnner und Frauen, einfache Menschen, Soldaten, Priester, Missionare und auch wir. Wir sind durch unsere Taufe auch dazu bestimmt, ein Zeuge, ein Apostel zu sein. Damals zogen sehr viele Menschen hinter Jesus her und nannten sich J├╝nger. Wir alle geh├Âren auch dazu und nennen uns Christen. Wissen wir eigentlich wirklich, was Nachfolge bedeutet? Sind wir ernsthaft bereit, uns ganz darauf einzulassen?

2. Der Ernst der Nachfolge. Ist es nicht ein wenig viel verlangt, wenn Jesus fordert, dass wir Vater, Mutter, Bruder, Schwester, selbst die Kinder geringsch├Ątzen sollen, wenn wir ihm ernsthaft nachfolgen wollen? Ist das nicht familienfeindlich? ÔÇô Das ist es nicht, wenn wir bedenken, dass es Gott ist, der hier um unsere ungeteilte Liebe bittet. Kein Mensch d├╝rfte das je von uns verlangen. Wohl aber Gott. Ja, wir sollen unsere Familie, unsere N├Ąchsten lieben wie uns selbst; den himmlischen Vater aber und seinen eingeborenen Sohn sollen wir vor allem lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all unseren Kr├Ąften. Gott soll immer an erster Stelle stehen, vor allen und vor allem. Nur dann kann richtige Nachfolge gelingen.

3. Keine Angst, Jesus m├Âchte uns beschenken. Jesu Worte vom Ernst der Nachfolge klingen be├Ąngstigend. Manch einer wird sich fragen, ob sich das alles ├╝berhaupt lohnt: Sich von allen Bindungen der Welt lossagen, sich auch noch selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen. Jesus mutet uns die harten Worte nicht deshalb zu, um uns das Leben schwer zu machen, sondern er m├Âchte uns zur F├╝lle des Lebens f├╝hren. Wenn wir uns von allem lossagen, dann werden wir frei, dann kann unser Vertrauen wachsen, unsere Bindung an den Herrn fester werden, denn er wird uns alles verwandelt zur├╝ckschenken.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, auch ich bin gebunden an Menschen, an Gewohnheiten, an materielle Dinge. Das alles behindert oft meine Nachfolge. Aber ich vertraue, dass ich mit deiner Hilfe in der Nachfolge wachsen werde.

Vorsatz: Heute werde ich ├╝berlegen, an welche ├╝berfl├╝ssigen Dinge ich gebunden bin.


Lass dich finden!

7. November 2019

Donnerstag der einunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl.Willibrord OSB, Bischof, Glaubensbote bei den Friesen
Hl. Engelbert, Erzbischof, M├Ąrtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Z├Âllner und S├╝nder zu Jesus, um ihn zu h├Âren. Die Pharis├Ąer und die Schriftgelehrten emp├Ârten sich dar├╝ber und sagten: Er gibt sich mit S├╝ndern ab und isst sogar mit ihnen. Da erz├Ąhlte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, l├Ąsst er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zur├╝ck und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wieder gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen ├╝ber einen einzigen S├╝nder, der umkehrt, als ├╝ber neunundneunzig Gerechte, die es nicht n├Âtig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, z├╝ndet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unerm├╝dlich, bis sie das Geldst├╝ck findet Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wieder gefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude ├╝ber einen einzigen S├╝nder, der umkehrt.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du gibst mir Orientierung, f├╝hrst mich auf dem Weg zur Heiligkeit. Oftmals ist mir dieser Weg zu anstrengend, und ich lasse deine Hand los. Dann verirre ich mich.

Bitte: Jesus, st├Ąrke mein Vertrauen in dich.

1. S├╝nder willkommen! Jesus braucht f├╝r sich keine Werbung zu machen, die Menschen, die ihn brauchen, kommen so zu ihm. Jesu Zielgruppe sind die S├╝nder; mit ihnen setzt er sich an einen Tisch und redet. Das erbost die Schriftgelehrten und Pharis├Ąer sehr. An zwei Gleichnissen versucht Jesus, ihnen eine Lehre zu erteilen.

2. Gottes gro├če Leidenschaft. Im Gleichnis vom Guten Hirten will Jesus aufzeigen, wie gro├č die Liebe seines Vaters f├╝r die S├╝nder ist. Gottes gro├če Leidenschaft ist die, uns zu suchen. Jeden von uns, besonders die S├╝nder. Egal auf welchen Abwegen, in welchen Abgr├╝nden auch immer wir uns befinden, Christus, der Gute Hirt, wird niemals aufgeben, uns zu suchen. Er wird keine Anstrengung scheuen, bis er uns gefunden hat, und sein Herz wird niemals aufh├Âren, uns zu lieben.

3. Neubeginn. Geht es uns nicht auch oft so? Sind wir nicht, wie das verlorene Schaf, auf Abwegen, gefangen in mentalen Irrwegen und Verstrickungen? Wollen wir uns ├╝berhaupt vom Guten Hirten finden lassen? Es ist ein gro├čes Geschenk, wenn wir sicher wissen, dass es einen Hirten gibt, dass wir immer zur├╝ck k├Ânnen, und dass er uns voller Liebe auf seinen Schultern tr├Ągt, wenn wir zu schwach sind. Es gibt keinen Augenblick in unserem Leben, in dem wir nicht einen neuen Weg einschlagen k├Ânnen, den Weg zur├╝ck zum Hirten.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du bist der Gute Hirt. Du suchst all jene, die dich nicht suchen und du hast deine Freude daran, sie zur├╝ckzuf├╝hren.

Vorsatz: Heute werde ich mir etwas Zeit nehmen und ├╝berlegen, wann ich mich in meinem Leben auf dem falschen Weg befunden habe.


Zielstrebig und klug handeln

8. November 2019

Freitag der einunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Lk 16,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Verm├Âgen. Darauf lie├č er ihn rufen und sagte zu ihm: Was h├Âre ich ├╝ber dich? Leg Rechenschaft ab ├╝ber deine Verwaltung! Du kannst nicht l├Ąnger mein Verwalter sein. Da ├╝berlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln sch├Ąme ich mich. Doch - ich wei├č, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre H├Ąuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er lie├č die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass ├ľl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib ÔÇ×f├╝nfzigÔÇť. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib ÔÇ×achtzigÔÇť. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen kl├╝ger als die Kinder des Lichtes.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist mein Herr. Manchmal ist es schwierig f├╝r mich, zu erkennen, was du mir sagen m├Âchtest. Aber ich vertraue auf dich, weil ich wei├č, dass du es immer gut meinst.

Bitte: Jesus, sende deinen heiligen Geist, damit ich die richtigen Entscheidungen treffen kann.

1. Das richtige Erkennen. Man muss sich bei dieser schwierigen Bibelstelle ganz bewusst machen, dass es sich um ein Gleichnis handelt, nicht um ein in jedem Sinn ├╝bertragbares Beispiel. Wir sollen uns keinesfalls die Betr├╝gereien des Verwalters zum Vorbild nehmen. Das kann nicht Jesu Absicht sein. Dieses Gleichnis macht mit Gesetzm├Ą├čigkeiten, die in unserer Welt ├╝blich sind, etwas deutlich, das auf das Reich Gottes ├╝bertragen werden kann. Das bedeutet, dass wir uns nur das zielstrebige Verhalten des Verwalters zum Vorbild nehmen sollen, sonst nichts.

2. Klugheit f├╝r das Reich Gottes. Jesus lobt die Klugheit dieses Verwalters. Wohlgemerkt, nicht sein Handeln, sondern WIE er gehandelt hat, n├Ąmlich: Klug! Wenn wir die Geschichte des unehrlichen Verwalters also wirklich als Gleichnis sehen, dann kann man sagen: Wir sollen ebenso klug und zielstrebig handeln wie er ÔÇô aber eben nicht zur Erf├╝llung des weltlichen Lebensmottos: Lebe bequem auf anderer Leute Kosten!, sondern zur Erf├╝llung unseres geistlichen Lebensmottos: Setze deine Klugheit f├╝r das Reich Gottes ein!

3. Die Kinder des Lichts. Nun sagt Jesus im Anschluss an sein Gleichnis: ÔÇ×Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen kl├╝ger als die Kinder des Lichtes.ÔÇť Ja, wir m├╝ssen uns gegenseitig unterst├╝tzen und auch klug genug sein, um zu erkennen, dass wir uns den Himmel nicht verdienen k├Ânnen. Wir k├Ânnen aber aus dem gro├čen Reichtum unseres Herrn leben, denn wir k├Ânnen aus seinem Schatz von Barmherzigkeit und Liebe sch├Âpfen, und wir d├╝rfen dieses fremde Gut gerne an andere weitergeben. Daf├╝r wird uns dann unser Vater im Himmel loben.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke dass ich in deinem Licht, im Licht des Heiligen Geistes, von diesem Gleichnis lernen konnte.

Vorsatz: Heute Abend werde ich die Absichten meines Handelns w├Ąhrend des Tages ├╝berdenken.


Das Haus des Vaters ist kein Kaufhaus

9. November 2019

Weihetag der Lateranbasilika
Fest

Ellen Charlotte Petermann

Joh 2,13-22
Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verk├Ąufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort sa├čen. Er machte eine Gei├čel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler sch├╝ttete er aus, ihre Tische stie├č er um und zu den Taubenh├Ąndlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine J├╝nger erinnerten sich, dass geschrieben steht: Der Eifer f├╝r dein Haus wird mich verzehren. Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm: Welches Zeichen l├Ąsst du uns sehen, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Rei├čt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferweckt war, erinnerten sich seine J├╝nger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, oftmals herrscht Chaos in meinem Herzen, meiner Seele und meinen Gedanken. Alles scheint ungeordnet und durcheinander zu sein. Im Gebet mit dir beruhigt sich, ordnen sich die Dinge wieder. Ich bin dankbar, dass ich dir alles erz├Ąhlen darf.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir, ruhig zu werden und ├╝berlegt zu handeln.

1. Bei Gott gibt es alles gratis. Handel hat in Gottes Haus nichts zu suchen. Jesus hat nichts gegen H├Ąndler oder Geld, wie es den Anschein haben k├Ânnte. Jesus hat etwas dagegen, dass die H├Ąndler im Hause seines Vaters Gesch├Ąfte machen, statt zu beten. Jesus m├Âchte den Menschen die gute Botschaft bringen, dass der Geist der Welt bei Gott nichts zu suchen hat. Man muss f├╝r seinen Segen nichts bezahlen. Auch f├╝r seine S├╝nden muss man kein Bu├čgeld entrichten. Gott m├Âchte uns beschenken. Jedem, der seine S├╝nden bekennt, m├Âchte Gott seine Gnade schenken.

2. Ist Jesus gr├Â├čenwahnsinnig? Die Wunderank├╝ndigung Jesu, dass er den abgerissenen Tempel in drei Tagen wieder aufbauen werde, wird von den Juden nicht akzeptiert. Sie glauben ihm nicht, k├Ânnen sich das nicht vorstellen. So ein gro├čes Geb├Ąude kann niemand in drei Tagen wieder aufbauen. Jesus meinte allerdings den Tempel seines Leibes. Und er sagt so seinen gewaltsamen Tod und seine Auferstehung voraus.

3. Gott wohnt in mir. Jesu Leib ist eine Wohnst├Ątte des Heiligen Geistes, wie der Leib eines jeden Menschenkindes ein Tempel ist, auch mein Leib und dein Leib. Denn Jesus wohnt durch die Gnade in unseren Herzen. Der Tempel der Juden in Jerusalem ist nach seiner Zerst├Ârung im Jahre 70 n.Chr. niemals wieder aufgebaut worden. Alles, was ├╝brig geblieben ist, ist die Klagemauer. Auch unser Leib ist ein Tempel Gottes. Wie sieht es denn in unserem Tempel, in unserer Seele aus? Herrscht dort w├╝stes Durcheinander, ist es dort schmutzig oder kann Gott in einem reinen, lichtdurchfluteten Tempel wohnen? Und selbst wenn wir es selber nicht schaffen, in unserem Inneren aufzur├Ąumen, sollten wir Jesus erlauben, das zu tun. Er freut sich darauf, denn das ist eine seiner Lieblingsbesch├Ąftigungen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du hast mein Herz ber├╝hrt. Weil ich dich ├╝ber alles liebe, m├Âchte ich mein Herz, meine Seele, meinen Tempel zu einem Ort machen, der dir gerecht wird. Bitte hilf mir dabei.

Vorsatz: Heute werde ich herausfinden, ob es bei mir im Herzen etwas gibt, das ich von dort entfernen muss.