Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. Oktober 2019 bis Samstag 12. Oktober 2019

Siebenundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

StÀrkung des GlaubensSonntag
Fiat – mir geschehe nach deinem WortMontag
Marta und MariaDienstag
Beten lernenMittwoch
Die Gabe des Vaters im HimmelDonnerstag
Jesus, ein Komplize des Teufels?Freitag
Selig seinSamstag


StÀrkung des Glaubens

6. Oktober 2019

Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Erntedank
Hl. Bruno, Mönch, Einsiedler, OrdensgrĂŒnder

Ilka Haiberger

Lk 17,5-10
In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: StĂ€rke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn ihr Glauben hĂ€ttet wie ein Senfkorn, wĂŒrdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanz dich ins Meer! und er wĂŒrde euch gehorchen. Wenn einer von euch einen Knecht hat, der pflĂŒgt oder das Vieh hĂŒtet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Komm gleich her und begib dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gĂŒrte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe; danach kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Knecht, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnĂŒtze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist mein Herr und Gott. Doch deine Worte verwundern mich. Obwohl ich dir seit Jahren folge, ist mein Herz oft weit weg. Heute am Sonntag, der Tag, der dir geweiht sein soll, möchte ich mich neu auf dich ausrichten. Deine Worte sind hart und unbequem. Deine Worte sind Wahrheit und geben Leben.

Bitte: Ă–ffne jetzt mein Herz, damit ich mich an dir und auf dich hin ausrichte. Herr sprich, denn ich höre auf dich.

1. Ein schwacher Glaube. Die JĂŒnger bemerken, dass ihr Glaube schwach ist. In ihrer BedĂŒrftigkeit wenden sie sich an Jesus. Wie vorbildlich von ihnen. So möchte ich mich auch an Jesus wenden und ihn bitten: StĂ€rke meinen Glauben!

2. Jesu Antwort eckt bei mir an. Doch Jesu Antwort erscheint mir unpassend. Die JĂŒnger baten doch darum, dass er ihren Glauben stĂ€rkt! Stattdessen belehrt Jesu sie ĂŒber die Arbeit eines Knechtes, der seinen Dienst zu versehen hat. Und dann vergleicht er uns gar mit diesem Knecht und verlangt, dass wir uns nach getaner Arbeit nicht rĂŒhmen sollen. Was hat diese Lehre mit dem Wachstum im Glauben zu tun? Jesus bestĂ€tigte ja zunĂ€chst sogar, wie klein der Glaube der JĂŒnger sei, sonst wĂŒrde auf ihr Wort hin ein Maulbeerbaum sich ins Meer verpflanzen.

3. Wichtiger als der Glaube ist
 Ist es fĂŒr Jesus also nicht wichtig, dass der Glaube der JĂŒnger gestĂ€rkt wird? Warum geht er nicht auf ihre Bitte ein? - Doch, der Glaube ist ihm wichtig, sehr wichtig sogar. Viele Male spricht er im Evangelium ĂŒber den Glauben. Doch das Dienen der JĂŒnger, der in die Praxis der Liebe umgesetzte Glaube, ist ihm noch viel wichtiger! Ihm sollen wir dienen und uns dessen nicht rĂŒhmen, wenn wir seinen Auftrag und seine Anweisungen erfĂŒllt haben. Das ist wichtiger als Wunder aus dem Glauben heraus zu vollbringen. Der JĂŒnger Jesu zeichnet sich durch Gehorsam aus Liebe ihm gegenĂŒber aus.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, reinige mein Herz. Du hast mich gelehrt, dass ich nicht so sehr nach Wundern suchen soll. Sondern dass es mein Wunsch sein soll, dir zu dienen und dir aus Liebe zu gehorchen. StĂ€rke mein Herz, damit ich dir folgen kann, damit ich deine Gebote erfĂŒllen kann, ohne hochmĂŒtig zu werden und mich dessen zu rĂŒhmen. Mach mein Herz an dir fest, dass ich nur nach deinem Willen frage und mich nicht nach dem Ansehen in der Welt sehne.

Vorsatz: Ich möchte meine apostolischen AktivitĂ€ten und Gebete auf ihre Absicht ĂŒberprĂŒfen. Habe ich vor dem Herrn und der Kirche die rechte Absicht? Möchte ich meine Pflicht erfĂŒllen und dem Herrn dienen? Oder gefiele es mir, durch spektakulĂ€re Gebetserhörungen zu glĂ€nzen oder durch effektive apostolische AktivitĂ€ten „fĂŒr den Friedensnobelpreis“ vorgeschlagen zu werden?


Fiat – mir geschehe nach deinem Wort

7. Oktober 2019

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz
Gedenktag

Ilka Haiberger

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich will dich besser kennen lernen und deinen Willen tun. Heute gibt uns die Kirche ein großes Geheimnis zur Meditation vor: die Menschwerdung Gottes. Staunend nur kann ich immer wieder aufs Neue dieses Geschehen betrachten. Es ist so groß und wunderbar. Es ist unfassbar.

Bitte: Herr, lass mich das Fiat, das schrankenlose und aktive Ja deiner Mutter Maria in meinem Leben nachahmen!

1. Als das Himmlische auf das Irdische traf. Der Engel Gabriel wird von Gott zu Maria gesandt. Der Legende nach war Maria im Gebet, als der Engel bei ihr eintrat. Maria war auf Gott ausgerichtet. Ihr Herz und ihr Ohr waren fĂŒr Gott offen. Ihr Gebet, ihr Denken, ihr Sprechen, ihr Tun, ja ihr gesamtes Leben war Gott gefĂ€llig. Sie hatte bei Gott Gnade gefunden. Genau zu dieser einen Frau wird der Engel Gabriel von Gott gesandt.

2. Marias Reinheit. Maria war mit Josef verlobt, doch sie verkehrten sexuell nicht miteinander. Selbst als der Engel ihr ankĂŒndigte, dass sie ein Kind empfangen wird, kommt sie nicht auf den Gedanken, nun ein geschlechtliches VerhĂ€ltnis mit Josef zu beginnen. Ich bin beeindruckt. Was fĂŒr ein enormer Gegensatz zu dem, was heute Lifestyle ist! Und genau in diese Reinheit hinein wirkt Gottes Kraft.

3. Und das Wort wurde Fleisch. Der Heilige Geist kommt ĂŒber Maria und die Kraft des Höchsten ĂŒberschattet sie. So empfĂ€ngt sie Jesus als menschliches Kind, als Baby. So passiert die Menschwerdung Gottes. Das schrankenlose Ja zu Gott dieser jungen glĂ€ubigen Frau ermöglicht das grĂ¶ĂŸte Wunder unserer Weltgeschichte. Maria öffnet sich ganz und gar fĂŒr das Wirken Gottes in ihr und in ihrem Leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich bin beeindruckt von der Liebe, die deine Mutter Maria dir, ihrem Gott, entgegenbringt. Sie hatte dich noch nicht gesehen und stand dir doch schon mit ihrem Leib und Leben ganz und gar zur VerfĂŒgung. Sie hatte nicht wissen können, was alles auf sie zukommen wĂŒrde. Doch sie vertraute ganz auf dich. Sie scheute sich nicht vor Risiken. Sie fragte nicht nach der Meinung der Leute.

Vorsatz: Herr, ich nehme mir ein Beispiel an Maria und sage heute zu dir und allen deinen PlĂ€nen in meinem Leben vorbehaltlos Ja. Dein Reich komme!


Marta und Maria

8. Oktober 2019

Dienstag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Ilka Haiberger

Lk 10,38-42
In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu FĂŒĂŸen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, fĂŒr ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kĂŒmmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein ĂŒberlĂ€sst? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und MĂŒhen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt, das soll ihr nicht genommen werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, inmitten des Alltags möchte ich mich an dich wenden. Das Leben ist laut und voll. Ich weiß gar nicht, wann ich wirklich in Ruhe beten kann. Und doch ist nun Zeit, mich dir zuzuwenden. Nimm meine Gedanken und meine Unruhe. Lass mich bei dir weilen und mit dir sprechen.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir zu beten. Herr, lehre mich beten.

1. Mein Vorbild. Marta ist die perfekte Gastgeberin. Sie sorgte fĂŒr ihre GĂ€ste. Sie ließ sich ganz davon in Anspruch nehmen. Genauso stelle ich mir eine Gastgeberin vor. RĂŒhrig, emsig, tĂŒchtig, fleißig und von den Dingen um sie herum ganz in Beschlag genommen.

2. Aber das macht nicht glĂŒcklich. Leider macht das ganze „Um-andere-sich-kĂŒmmern“ nicht allein glĂŒcklich. Marta wendet sich an Jesus und beklagt sich, dass ihre Schwester nicht mithilft. Das sagt viel ĂŒber ihr Herz aus. Sie ist nicht zufrieden mit ihrem Tun. Wie oft beklage ich mich ĂŒber andere? Über Menschen, die nicht so viel arbeiten wie ich? Die nicht so viel leisten wie ich? Oder beschwere ich mich sogar ĂŒber andere, die nicht so viel beten wie ich?

3. Jesus sagt, wo es langgeht. Die lakonische Antwort Jesu auf dieses Dilemma lautete: „Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt.“ Nur eines ist notwendig! All das MĂŒhen in meinem Leben ist unnötig? All die Sorgen, die ich mir mache im Beruf? All die MĂŒhe mit den Kindern? Der Aufwand, den ich treibe fĂŒr GĂ€ste? Oder die Vorbereitungen fĂŒr grĂ¶ĂŸere Feste? Wenn ich nur allein an den Stress vor Weihnachten denke
 Das ist schwer anzunehmen. Marta hatte sich sicherlich etwas Mitleid oder etwas Lob erhofft. Oder wenigstens Anerkennung fĂŒr ihre Arbeit. Aber im Gegenteil, Jesus gibt auf die Befindlichkeit von Marta keine Antwort. Nein, er sagt sogar, dass all die MĂŒhe nicht notwendig sei!

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, es ist schwierig, dir zu glauben. So viele Pflichten und Nöte prasseln auf mich nieder. Ich versuche immer besser im Hamsterrad zu laufen. Und dazwischen höre ich dein Wort: „Nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt“. Lass mich auch das Bessere wĂ€hlen!

Vorsatz: Ich möchte mir immer wieder Zeit nehmen, die Pflichten und Arbeiten meines Lebens beiseite zu lassen und mich zum Herrn zu setzen und seinen Worten zuzuhören. Nicht nur heute, sondern auch „wenn es brennt“, wenn „Eiliges“ und „Wichtiges“ mich ganz in Beschlag nimmt.


Beten lernen

9. Oktober 2019

Mittwoch der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Dionysius, Bischof von Paris, und GefÀhrten MÀrtyrer
Hl. Johannes Leonardi, Priester, OrdensgrĂŒnder

Ilka Haiberger

Lk 11,1-4
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner JĂŒnger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine JĂŒnger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns tĂ€glich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere SĂŒnden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, diese Minuten sind fĂŒr dich. FĂŒr dich und fĂŒr mich, fĂŒr unsere Beziehung. Den LĂ€rm um mich herum lasse ich hinter mir, und ich schaue nun ganz auf dich und was du mir sagst.

Bitte: Lass mich immer wieder zu dir zurĂŒckkommen und mich dir anvertrauen.

1. Wie Jesus betete. â€žJesus betete einmal an einem Ort.“ Diesen Ort stelle ich mir abgeschieden vor. Seine JĂŒnger wussten wohl, dass er jetzt betet, aber dabei war niemand. Zumindest nicht so nah, dass sie gehört hĂ€tten, wie er betet. Sonst hĂ€tten die JĂŒnger davon berichtet. Jesus wurde beim Beten von den JĂŒngern in Ruhe gelassen. Es war eine heilige Handlung, die von den JĂŒngern nicht gestört wurde. Erst als er das Gebet beendet hatte, sprach ihn ein JĂŒnger an.

2. Einer der JĂŒnger möchte von Jesus Beten lernen. Der JĂŒnger bat Jesus, sie beten zu lehren, wie schon Johannes seine JĂŒnger beten gelehrt hatte. Es scheint eine Tradition gegeben zu haben, wonach JĂŒnger von ihrem Meister im Gebet unterwiesen wurden. Das Spezifische an JĂŒngern Jesu ist also nicht, dass sie beten, sondern wie sie beten. Mit welchen Worten, mit welcher inneren Einstellung. Heute gibt es AnhĂ€nger von verschiedenen „Meistern“ oder Lehren. Es gibt viele, die Jesus nicht kennen, aber zu Engeln beten. Oder zum Universum. Oder zu anderen KrĂ€ften


3. Das Gebet unseres Herrn. Wir kennen alle das Vater unser. Es sind genau die Worte, die Jesus uns empfahl zu sprechen, wenn wir beten. Es sind tiefe Worte. Dieses Gebet formt uns. Es lehrt uns, dass Gott unser Vater ist. Er ist nicht fern von uns, sondern so nah und so liebend wie ein perfekter Vater. Er war nie fern, doch die Menschheit wusste es noch nicht. Erst Jesus lehrte uns, dass Gott unser Vater ist. Es ist ein Privileg derer, die Jesus glauben, dass wir wissen, dass Gott unser liebender Vater ist. Aber das Wort „Vater“ beim Beten auszusprechen, bedeutet auch, dass ich bestĂ€tige, dass Gott mein Vater ist. Ich bin vor ihm ein Kind. Ich bin nicht mit ihm auf Augenhöhe, aber doch werde ich von ihm respektiert und geliebt. Ich bin ihm Ă€hnlich, denn ich bin sein Kind.Wir beten „Dein Reich komme.“ Das ist sowohl eine Bitte, als auch eine Erwartung auf den Himmel und gleichzeitig eine Zusage von uns. Und zwar die Zusage, dass wir daran arbeiten, dass sein Reich kommen kann, dass wir uns nicht der Gnade verschließen und unser Herz und Leben fĂŒr sein Reich öffnen.So spricht aus jedem Wort des „Vater unsers“ Glaubenswissen und Glaubensbekenntnis. Es geht auch darum, wo ich mich im großen Ganzen einzuordnen habe. Ich bin ein sĂŒndiger Mensch, der der Vergebung bedarf. Und ich bin ein Mensch, an dem andere schuldig werden, denen ich vergebe, weil Gott mir vergeben hat. Ich bin ein schwacher Mensch, der in Versuchung geraten kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, diese Stelle des Evangeliums ist uns wohlbekannt. Es gĂ€be noch viel mehr zu reflektieren. Und obwohl ich das Vater unser bereits unzĂ€hlige Male gesprochen habe und schon viele ErklĂ€rungen darĂŒber gehört oder gelesen habe, gibt es doch immer wieder zu denken auf. Ich möchte dieses Gebet gerne tiefer verstehen. Hilf mir dabei.

Vorsatz: Ich will das Vater unser heute einmal ganz anders beten. Zum Beispiel will ich es singen oder ganz langsam sprechen oder malen oder gar dazu tanzen? Oder beim Beten die Augen schließen. Dabei lasse ich meinem Herzen Raum, sich an dem Gebet zu beteiligen.


Die Gabe des Vaters im Himmel

10. Oktober 2019

Donnerstag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Viktor von Xanten, MĂ€rtyrer
Hl. Gereon und GefÀhrten, MÀrtyrer

Ilka Haiberger

Lk 11,5-13
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die TĂŒr ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfĂŒllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfĂ€ngt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus Christus, mit dir möchte ich sein. Kehr bei mir ein und sprich mit mir. Du bist mein Herr und mein Gott, niemand kennt mich besser als du. Niemand ist mir nĂ€her als du. Und doch bist du mir fremd. Ich weiß, du möchtest mein Freund sein. Lass mich auch dein Freund sein!

Bitte: Lieber Jesus, lass mich dich recht viel bitten, damit mir auch viel gegeben wird.

1. Bittet, dann wird euch gegeben werden. Jesus sagt ganz eindeutig: Bittet, dann wird euch gegeben werden. Es ist eine Aufforderung, dass wir bitten sollen. Er bittet uns nicht, uns mit wenig zu begnĂŒgen. Er erwartet keine Askese oder ZurĂŒckhaltung. Nein, im Gegenteil. Wir sollen bitten, damit uns gegeben wird, damit wir empfangen. Jesus hatte einmal Schwester Faustyna anvertraut, wie er traurig darĂŒber sei, um wie wenig er gebeten wird. Dabei wĂ€re es ihm eine große Freude, wenn er uns viel geben könnte, weil wir ihn um viel bitten!

2. Die Gabe Gottes ist der Heilige Geist. Um was wollen oder sollen wir bitten? Um ein Auto und viel Geld? Um Ansehen in der Welt? Um Essen? Jesus spricht nicht von irgendwelchen Dingen oder Ansehen in der Welt, sondern vom Heiligen Geist. Er ist die Gabe Gottes, die Gott denen gibt, die ihn darum bitten. Jesus zĂ€hlt analog auf, dass wir unseren Kindern Gutes geben. Umso mehr gibt uns unser Vater im Himmel den Heiligen Geist, wenn wir ihn darum bitten. Vom Essen, das wir unseren Kindern geben, wachsen und gedeihen sie. Um wie viel mehr werden wir durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist, wachsen und gedeihen?

3. Was wir zu tun haben, um zu wachsen. Alles, was wir tun mĂŒssen, ist, Gott um den Heiligen Geist zu bitten. Wir sollen suchen, anklopfen und bitten. So wird aufgetan werden, wir werden finden und empfangen. Und der Heilige Geist wird kommen und uns wachsen und gedeihen lassen.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, du sagst uns heute einmal mehr, wie gut unser Vater im Himmel ist. Dieses Wort ist nur in einem Nebensatz und doch ist es mir aufgefallen. Du weißt auch, was fĂŒr uns wichtig ist, um zu wachsen und zu gedeihen. Gib uns allen einzeln und der Kirche insgesamt den Heiligen Geist!

Vorsatz: Ich möchte tĂ€glich ein Gebet zum Heiligen Geist beten.


Jesus, ein Komplize des Teufels?

11. Oktober 2019

Freitag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes XXIII., Papst

Ilka Haiberger

Lk 11,14-26
In jener Zeit trieb Jesus einen DĂ€mon aus, der stumm war. Als der DĂ€mon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem AnfĂŒhrer der DĂ€monen, treibt er die DĂ€monen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stĂŒrzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die DĂ€monen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die DĂ€monen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure AnhĂ€nger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein StĂ€rkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der StĂ€rkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die WĂŒste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurĂŒckkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner RĂŒckkehr sauber und geschmĂŒckt antrifft, dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich suche dich. In meinem Leben ist viel los. Die Welt ist voller schrecklicher Dinge. Ich möchte bei dir Trost und Hilfe suchen. Ich möchte mich bei dir bergen.

Bitte: Herr, gib mir Weisheit, deine Worte zu verstehen. Herr, gib mir Geduld, deine Worte in meinem Herzen zu bewegen. Herr, gib mir Mut, deine Worte in meinem Leben lebendig werden zu lassen.

1. Ein Exorzismus ist etwas Unheimliches. Alle Leute staunten, dass Jesus einen DĂ€mon ausgetrieben hatte. Das muss ungeheuerlich gewesen sein. Vielleicht auch beĂ€ngstigend. Es ist verstĂ€ndlich, dass die Leute Überlegungen anstellten, wonach Jesus das nicht alleine gemacht haben konnte. Ihnen war klar, dass unsichtbare KrĂ€fte mit im Spiel waren. Doch fĂŒr uns ist ihr Ansinnen undenkbar, dass Jesus mit Beelzebul zusammenarbeiteten wĂŒrde
 Um ihn auf die Probe zu stellen, verlangten sie nach einem Zeichen vom Himmel. Doch Jesus wusste, dass auch ein Zeichen vom Himmel keine endgĂŒltige Gewissheit denen geben wĂŒrde, die zweifeln. So erklĂ€rte er mit klarer Logik, dass er mit seinem Vater im Himmel zusammenarbeitet.

2. Jesus und der Vater sind eins. â€žWenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.“ Jesus legt hier Zeugnis darĂŒber ab, dass er und Gott nicht zu trennen sind. Sie sind eine Einheit und arbeiten zusammen. Gott und der Teufel hingegen haben nichts gemein (vgl. Joh 14,30). Und dadurch, dass ein DĂ€mon aus einem Menschen ausgetrieben wurde, ist das Reich Gottes zu uns gekommen. Dieser Mensch ist nun nicht mehr in der Gewalt des Teufels, sondern er kann in der Freiheit der Kinder Gottes leben.

3. Mit Jesus sammeln und nicht zerstreuen. â€žWer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Jesus möchte auch, dass wir eins sind. Er möchte, dass wir mit ihm sammeln und nicht zerstreuen. Wir sollen untereinander eins sein, die Gemeinschaft der GlĂ€ubigen nicht spalten und keine Trennung hervorrufen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hast uns deine Einheit mit dem Vater bezeugt. Du hast auch die Einheit unter uns gewollt. SpĂ€ter hast du auch fĂŒr die Einheit unter uns gebetet. Gib, dass wir alle Spaltung ĂŒberwinden und zur vollen Einheit unter allen finden, die getauft sind und glauben.

Vorsatz: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass Vorurteile zwischen Christen abgebaut werden. Ich will heute etwas Positives ĂŒber Christen einer anderen Konfession weitererzĂ€hlen.


Selig sein

12. Oktober 2019

Samstag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Maximilian, Bischof und MĂ€rtyrer

Ilka Haiberger

Lk 11,27-28
In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genÀhrt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, ich komme nun zu dir. Mach mich frei von allen Sorgen und Nöten des Alltags. Danke, dass ich all meine Sorgen in deine Hand legen darf.

Bitte: Herr, mache das Beste aus der Zeit jetzt, die wir nun zusammen verbringen. Lass mich bei dir ausruhen und von dir lernen.

1. Ein Loblied auf Maria. Eine Frau aus der Menge ist so begeistert von Jesus, dass sie ein Loblied auf die Mutter Jesu anstimmt. Sie preist Maria selig, weil sie Jesus in ihrem Schoß beherbergt und ihn die ersten Jahre ernĂ€hrt hat. Niemand ist einem Menschen nĂ€her als die eigene Mutter. Und so preist diese Frau aus der Menge Maria, weil sie der Mensch ist, der Jesus am nĂ€chsten war.

2. Seligpreisung Jesu. Die leibliche Mutterschaft ist fĂŒr Jesus nicht allein selig machend. Er schĂ€tzt Marias Dienste als leibliche Mutter sicherlich. Er war seinen Eltern gehorsam, als sie ihn im Tempel wiedergefunden haben. Er respektierte Maria und Josef. Doch selig ist niemand, nur weil er Jesus als Mutter körperlich nahe war oder ihn als Gast bediente, wie Marta. Selig preist Jesus heute im Evangelium jene, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Im Evangelium vom Dienstag betonte Jesus, dass es das eine Notwendige ist, sich ihm zu FĂŒĂŸen zu setzen und seine Worte zu hören.

3. Selig sind die, die das Wort Gottes hören und es befolgen. In dieser Woche habe ich einmal mehr gesehen, wie schwierig es ist, auf Gottes Wort zu hören. Und es zu befolgen ĂŒbersteigt meine Grenzen. Jesus preist die selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Ich habe Beispiele kennen gelernt von Leuten, die auf Jesus hören und nach seinem Wort leben. Genau das ist richtig. Genau das macht in Wahrheit selig.

GesprĂ€ch mit Christus: Selig zu sein oder selig zu werden ist ein großes Ziel. Das klingt wie glĂŒcklich sein, nur noch viel besser. Was könnte ich mir also mehr wĂŒnschen, als selig zu sein? Du weißt, Herr, wie schwierig es fĂŒr uns Menschen ist, selig zu werden. Du kennst meine Gedanken, aber auch meine Werke. Es ist noch ein weiter Weg fĂŒr mich bis zur Seligkeit. Herr, begleite mich und fĂŒhre mich, dass ich auf dem Weg zur Seligkeit voranschreite!

Vorsatz: Ich will das Wort Gottes hören, damit ich selig werden kann. Heute höre ich das Wort Gottes mir an. Zum Beispiel auf YouTube oder auf einer CD oder ich lasse mir ein Kapitel von jemanden aus meiner Familie vorlesen.