Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. September 2019 bis Samstag 5. Oktober 2019

Sechsundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Michael Hemm LC

Auf der Suche nach GottSonntag
RangstreitigkeitenMontag
EntschlossenheitDienstag
Unsere Schwachheit – Gottes Kraft Mittwoch
Gesandte GottesDonnerstag
Entweder – oder Freitag
Freut euch!Samstag


Auf der Suche nach Gott

29. September 2019

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hll. Erzengel Michael, Gabriel, Rafael
Erzengel Michael, Patron der katholischen Kirche und der Deutschen (Michaelistag)

Br. Michael Hemm LC

Lk 16,19,31
In jener Zeit sprach Jesus zu den PharisĂ€ern: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag fĂŒr Tag glanzvolle Feste feierte. Vor der TĂŒr des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller GeschwĂŒre war. Er hĂ€tte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen GeschwĂŒren. Es geschah aber: Der Arme starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kĂŒhlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, erinnere dich daran, dass du schon zu Lebzeiten deine Wohltaten erhalten hast, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest große Qual. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unĂŒberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fĂŒnf BrĂŒder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht ĂŒberzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dĂŒrstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie dĂŒrres, lechzendes Land ohne Wasser. (Ps 63,2)

Bitte: Jesus, ich bitte dich um Glauben, um zu sehen, wie du siehst, und um die geistliche Wirklichkeit wahrzunehmen.

1. Der Frevler und der Gerechte. Im Alten Testament begegnet uns an verschiedenen Stellen der Gedanke vom UnglĂŒck des Gerechten und vom Erfolg des Frevlers (vgl. Ps 44). Das Thema ist hochaktuell: Bei all dem Leid, all der Bosheit, Ungerechtigkeit und KriminalitĂ€t in unserer Welt fĂ€llt es vielen Menschen verstĂ€ndlicherweise schwer, an einen guten und allmĂ€chtigen Gott zu glauben, der sich persönlich fĂŒr jeden einzelnen von uns interessiert. Im Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus spricht Jesus wohl auch dieses ungleiche Los an, das den Frevler und den Gerechten hier auf Erden trifft, und gibt uns eine Antwort auf die Frage, die es aufwirft. Mehr als uns nur auf das Jenseits zu vertrösten, lĂ€dt er uns ein, den Blick zu weiten, weg vom rein Materiellen, und auf Gott zu schauen. In seinem Buch „Jesus von Nazareth“ beschreibt Papst Benedikt diese Änderung des Blickwinkels als ein „Wachwerden“, in dem man wie aus einem Traum, einer Welt des Unwirklichen, des nur Materiellen, aufwacht und die eigentliche Wirklichkeit wahrnimmt, die Wirklichkeit Gottes.

2. Das Schweigen Gottes aushalten. Dieser Schritt ist jedoch nicht mit einem Mal vollzogen. Es ist ein langer Erziehungsprozess, der unser ganzes Leben andauert. Dabei hat Gott viel Zeit und lĂ€sst uns manchmal fĂŒr unser Befinden zu lange warten, zum Beispiel wenn es uns schwer fĂ€llt zu glauben oder zu beten, wenn er in unserem Leben abwesend scheint oder wenn alles schieflĂ€uft. Gott lĂ€sst uns diese Leere spĂŒren, damit wir unsere Hoffnung nicht auf die Geschöpfe setzen, damit unsere Sehnsucht nach ihm wĂ€chst und damit unsere Entscheidung fĂŒr ihn immer bedingungsloser wird. Der Reiche aus unserem Gleichnis hat dieses Schweigen Gottes (der angeblich in seinen Propheten keine klaren Anweisungen gibt) nicht ernst genommen und seine innere Leere mit Materiellem ausgefĂŒllt. Doch er musste erfahren, dass all das ein Trugbild war, wie eine Fata Morgana, die uns in der WĂŒste erfrischendes Wasser vorgaukelt. Die Antwort auf unsere SehnsĂŒchte liegt aber tiefer. Wir mĂŒssen sie suchen.

3. Nur wenn einer von den Toten aufersteht
 Jesus erzĂ€hlt dieses Gleichnis den PharisĂ€ern, die an anderen Stellen im Evangelium ein Zeichen von Jesus fordern (vgl. Mt 12,38; Mk 8,11). Auch der Reiche im Gleichnis fordert ein Zeichen fĂŒr seine BrĂŒder: dass Lazarus von den Toten zu ihnen kommt. Doch auch dann wĂŒrden sie nicht glauben. Die Stelle erinnert uns zum einen an den Lazarus, den Jesus von den Toten auferweckt hat, was aber nur dazu fĂŒhrte, dass die PharisĂ€er ihr Herz noch mehr verhĂ€rteten (vgl. Joh 11). Zum anderen scheint hier die Figur Jesu durch. Seine Auferstehung ist das Ereignis, das Zeichen, durch das die erste Christengemeinde an ihn glaubt – und dieser lebendige Glaube ist ĂŒber die Jahrhunderte auch bis zu uns gekommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache (Ps 17,15). Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe (Ps 62,2).

Vorsatz: Ich werde heute in einem Moment der Stille erforschen, wo ich in meinem Leben Trugbildern hinterherlaufe und mein Leben neu an der Wahrheit ausrichten.


Rangstreitigkeiten

30. September 2019

Hl. Hieronymus, Priester, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Michael Hemm LC

Lk 9,46-50
In jener Zeit kam unter den JĂŒngern die Frage auf, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist fĂŒr euch.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme heute zu dir mit allem, was in meinem Herzen vorgeht. Du kennst mich und weißt alles. Dir vertraue ich mein Herz und mein ganzes Leben an.

Bitte: Jesus, ich bitte dich heute um die Einstellung, zu dienen und andere wertschĂ€tzen und loben zu wollen.

1. Jesus kennt unser Herz. â€žJesus wusste, was in ihrem Herzen vorging“, berichtet uns das Evangelium. Er kennt auch unser Herz und unsere SehnsĂŒchte. Wie die JĂŒnger, wollen auch wir groß sein, besser als die anderen. Wir wollen in den Augen anderer wichtig sein und suchen ihre Anerkennung. Wir wollen, dass unser Leben gelingt und dass es bedeutsam wird; dass etwas Dauerhaftes von unserem Leben bleibt, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Diese SehnsĂŒchte in unserem Herzen haben meistens eine gute Wurzel. Denn fĂŒr Gott sind wir bedeutsam und wichtig. Auch er möchte, dass wir Frucht in unserem Leben bringen. Er möchte uns zeigen, dass er uns wertschĂ€tzt und er möchte uns durch seine Hilfe groß machen. Unsere WĂŒnsche sind allerdings manchmal nicht ganz selbstlos und bedĂŒrfen der Reinigung von allem, was von unserem Egoismus kommt. Machen wir uns auf die Suche und finden wir heraus, was in unserem Herzen vorgeht, welche SehnsĂŒchte von Gott kommen, und was Gottes Plan damit ist!

2. Der Erfolg der anderen. Den Mann, der nicht mit ihnen zusammen Jesus nachfolgt, versuchen die JĂŒnger daran zu hindern, Menschen zu heilen. Wir können uns vorstellen, dass der ein oder andere Apostel auf den Erfolg dieses Wunderheilers neidisch war. Neid macht krank. Er bohrt im Herzen und schafft unnĂŒtzes Leid. Der andere bekommt davon manchmal gar nichts mit und genießt weiterhin seinen Erfolg. Wie oft versuchen wir, auf Kosten anderer groß zu sein: indem wir den anderen klein machen oder klein reden, damit wir selbst grĂ¶ĂŸer aussehen. Jesus hingegen liegt die Einheit und das Dienen am Herzen. Statt unsere Energie im Konkurrenzdenken gegeneinander einzusetzen, lĂ€dt uns Jesus ein, unsere KrĂ€fte fĂŒr die Einheit zu gebrauchen.

3. Die GrĂ¶ĂŸe der Apostel. Die Apostel, die so sehr darauf aus waren, die GrĂ¶ĂŸten zu sein, sind am Ende auch wirklich groß geworden. Allerdings anders, als sie es ich vorgestellt hatten. In der Szene, die unserer Stelle vorausgeht, kĂŒndigt Jesus sein Leiden an, „doch die JĂŒnger verstanden den Sinn seiner Worte nicht“ (Lk 9,45). Die JĂŒnger mussten lernen, was es heißt, wirklich groß zu werden, diesen Weg zu gehen. Und sie sind den Weg des Kreuzes gegangen, bis zum Martyrium. Es ist der Weg des Dienens und der Demut. Gott hat sie groß gemacht, und deshalb sind sie auch heute nach fast 2000 Jahren noch ein leuchtendes Vorbild fĂŒr uns und werden auf der ganzen Welt verehrt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich staune darĂŒber, wie gut du mich kennst. Du weißt um alles, was in meinem Herzen vorgeht. Zeige mir, welche SehnsĂŒchte DU in mein Herz gelegt hast. Lass diese SehnsĂŒchte mich zu dir fĂŒhren, damit dein Wille sich an mir erfĂŒllt. Mach mich rein von allem, was von meinem Egoismus ausgeht, besonders von meinem Neid, und hilf mir, dass es mir ein Anliegen wird, die anderen groß zu machen!

Vorsatz: Ich werde mich heute darum bemĂŒhen, Einheit zu schaffen: durch ein gutes Wort, durch Versöhnung, durch eine gute Tat in der Familie, auf der Arbeit, im Studium



Entschlossenheit

1. Oktober 2019

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (von Lisieux), Ordensfrau, Kirchenlehrerin
Gedenktag

Br. Michael Hemm LC

Lk 9,51-56
Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft fĂŒr ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die JĂŒnger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fĂ€llt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich möchte dir heute mein Herz öffnen, Jesus, damit du zu mir kommst. Lass mich heute dein Herz betrachten: deine Einstellungen, deine Tugenden, deine SehnsĂŒchte. Hilf mir, dass ich von dir lerne, dich nachahme und dir nachfolge.

Bitte: Jesus, lass mich dir mit Entschlossenheit nachfolgen!

1. Die Entschlossenheit Jesu. Jesus entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen, um dort den Tod zu erleiden. Es ist die Entschlossenheit dessen, der ein Ziel vor Augen hat, das er – aus Liebe – erreichen will, koste es, was es wolle. Auf unserem Weg zur Heiligkeit ist diese Entschlossenheit unentbehrlich, um Versuchungen und Hindernisse zu ĂŒberwinden.Wörtlich heißt es im Text: „Er verhĂ€rtete sein Gesicht, um nach Jerusalem zu gehen.“ Der Ausdruck erinnert an Jes 50,7: „Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate“. Diese Stelle ist eine Prophezeiung, das dritte Lied vom Gottesknecht, das hindeutet auf das Leiden des Messias. Hier wird deutlich, dass der Gottesknecht die Verfolgungen durch seinen Starkmut, aber auch durch die Hilfe Gottes, auf die er sich verlĂ€sst, ertragen kann.

2. Widerstand. Die Samariter wollen Jesus nicht in ihrem Dorf aufnehmen. TatsĂ€chlich kommt Jesus nicht bei allen Menschen gut an. Nicht alle verstehen ihn, nicht alle lassen sich in ihrer Antwort auf die Gnade immer vom guten Geist leiten. Bei allen nur gut anzukommen, ist allerdings auch nicht Jesu Ziel. Sein Ziel ist Jerusalem, das heißt er will fĂŒr alle Menschen sterben und auferstehen. Das Leben Jesu beinhaltet UnverstĂ€ndnis, Widerspruch, Ausgrenzung, Widerstand, Verurteilung, Kreuz. Warum sollte es im Leben seiner JĂŒnger, in unserem Leben, anders sein?

3. Feuer. Jesus ist gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen (vgl. Lk 12,49), aber nicht wie Jakobus und Johannes es wollen. Die beiden „Donnersöhne“, wie Jesus sie wegen ihres stĂŒrmischen Temperaments nennt, wollen vernichten, bestrafen und rĂ€chen. Das Feuer Jesu aber ist das Feuer seiner Liebe, das wĂ€rmt, entzĂŒndet, reinigt, begeistert und zum Guten antreibt. Jesus zwingt sich nicht mit Gewalt auf. Er bietet seine Liebe an und kommt, um zu dienen. Die Entschlossenheit Jesu beinhaltet keine HerzenshĂ€rte und keine Gewaltherrschaft.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr deine Geduld mit mir. Selbst wenn ich dir manchmal den Zugang zu meinem Herzen und in mein Leben verschließe, lĂ€sst du mich nicht fallen und vernichtest mich nicht. Im Gegenteil: Du bemĂŒhst dich um mein Herz und lĂ€dst mich ein, dir nachzufolgen. Du möchtest, dass ich dir Ă€hnlicher werde: lieben mit der gleichen Liebe, mit der gleichen Geduld, mit der gleichen Entschlossenheit. Ich bin schwach, aber ich vertraue auf deine Hilfe.

Vorsatz: Ich ĂŒberlege mir, wo Jesus mich in meinem Leben um Entschlossenheit im Kampf gegen das Böse bittet, und ich gehe heute einen konkreten Schritt in diese Richtung.


Unsere Schwachheit – Gottes Kraft

2. Oktober 2019

Heilige Schutzengel
Gedenktag

Br. Michael Hemm LC

Mt 18,1-5.10
In jener Stunde kamen die JĂŒnger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. HĂŒtet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme zu dir, wie ich bin. Ich bringe dir alles, was ich im Herzen habe: meine Sorgen, meine Ängste, meine Freuden und alle Menschen, die mir am Herzen liegen. Mit einem bewussten Akt des Glaubens bereite ich mich auf die Begegnung mit dir vor. Der Glaube sagt mir, dass ich in der Gegenwart des dreifaltigen Gottes bin, zusammen mit allen Engeln und Heiligen des Himmels.

Bitte: Mein Gott, lass mich erkennen, dass ich in Wahrheit schwach bin. Hilf mir, dir zu vertrauen und auf deine Kraft zu bauen!

1. Wahre GrĂ¶ĂŸe. Ein kleines Kind ist die Antwort Jesu auf die Frage, wer der GrĂ¶ĂŸte im Himmelreich sei. Er stellt unsere menschlichen MaßstĂ€be auf den Kopf. Was aber macht ein Kind aus, dass Jesus es als Beispiel vorschlagen kann? Ein Kind weiß, dass es seine Eltern braucht. Es fĂŒhlt sich bei ihnen wohl. Es lĂ€sst sich helfen. Das können wir direkt auf unser geistliches Leben ĂŒbertragen. Je mehr ein Kind wĂ€chst, desto mehr lernt es, selbststĂ€ndig zu sein. Im geistlichen Leben ist es umgekehrt: Je mehr wir im geistlichen Leben voranschreiten, desto mehr merken wir, dass wir ohne Gott nichts können, dass wir ihn brauchen und dass wir ihm vertrauen können und mĂŒssen. Wahre GrĂ¶ĂŸe besteht darin, diese kindliche AbhĂ€ngigkeit anzuerkennen und zu leben.

2. DemĂŒtige Umkehr. Im christlichen Glauben und der christlichen Moral geht es also nicht um Perfektionismus, das heißt darum, fehlerlos zu sein und das auch noch aus eigener Kraft. Vielmehr geht es darum, immer wieder demĂŒtig umzukehren. Ein Kind, das laufen lernt, wird immer wieder fallen. Aber es steht immer wieder auf, lĂ€sst sich von seinen Eltern aufhelfen oder sogar tragen. Auch im geistlichen Leben geht es mehr darum, wieder aufzustehen und zu gehen, als stehen zu bleiben. Die Demut ist die Grundlage fĂŒr diesen Kampf. Sie lĂ€sst uns bei anderen Menschen und bei Gott Hilfe suchen. Demut ist das Fundament des geistlichen Lebens, weil wir uns dank dieser Tugend eingestehen, dass unsere eigenen KrĂ€fte nicht ausreichen, um das Ziel zu erreichen.

3. Engel als unsere Helfer. Eine Hilfe, die Gott uns auf unserem Weg schenkt, ist die persönliche Begleitung unseres Schutzengels. Als reines Geistwesen ist er wie dafĂŒr gemacht, uns im geistlichen Kampf unseres Lebens zur Seite zu stehen und fĂŒr uns zu kĂ€mpfen. Er erkennt mit mehr Klarheit als wir selbst, wo in unserem Leben das Gute bzw. das Böse aktiv ist. So kann er uns schĂŒtzen und fĂŒhren. Die Engel sehen stets das Angesicht Gottes. Von dort kommt ihre Kraft: von der Einheit mit Gott und mit seinem Willen. Unser Schutzengel erinnert uns daran, dass auch wir fĂŒr diese Vereinigung mit Gott gemacht sind und er möchte uns dahin fĂŒhren.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich danke dir, Jesus, dass du mir zeigst, was wahre GrĂ¶ĂŸe ist: Einfachheit und Gottvertrauen. Du weißt, wie sehr ich mein Leben selber kontrollieren möchte. Die Erfahrung meiner SchwĂ€che wirft mich manchmal aus der Bahn. Hilf mir, dir voll Vertrauen die Kontrolle ĂŒber mein Leben zu ĂŒberlassen! Ich möchte in meinem Leben deine FĂŒhrung und deine Hilfe annehmen, die du mir auf vielerlei Weise anbietest.

Vorsatz: Ich werde heute zu meinem Schutzengel beten und ihn um Hilfe, Schutz und FĂŒhrung in allen meinen Sorgen und Nöten bitten.


Gesandte Gottes

3. Oktober 2019

Donnerstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Die beiden Ewalde, Glaubensboten, MĂ€rtyrer

Br. Michael Hemm LC

Lk 10,1-12
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle StĂ€dte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! GrĂŒĂŸt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wĂŒnscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurĂŒckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren FĂŒĂŸen klebt, lassen wir euch zurĂŒck; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich bereite mich heute auf die Begegnung mit dir vor, indem ich mich bemĂŒhe, die Ohren meines Herzens zu öffnen, und meinen Glauben daran erneuere, dass du jetzt zu mir sprechen wirst. Ich will nicht nur darauf achten, was ich dir sagen will, sondern vor allem darauf, was du mir zu sagen hast. Denn du gibst mir einen Auftrag.

Bitte: Jesus, lass mich meine Sendung erkennen und mich dafĂŒr begeistern!

1. Zweiundsiebzig andere. Jesus sendet nicht nur die zwölf Apostel aus (vgl. Lk 9), sondern schickt auch noch zweiundsiebzig weitere JĂŒnger in die Dörfer, die er selbst noch besuchen möchte. Jesus beschrĂ€nkt die Sendung also nicht nur auf die Zwölf, sondern weitet sie auf uns alle aus. Wir sind alle dazu gerufen, Christus in die Welt zu tragen, an all die Orte, wohin er selbst noch gehen will. Manch einer von uns wird sich dazu nicht imstande fĂŒhlen. Viele werden sagen: „Das liegt mir nicht.“ Doch Jesus schickt uns vor sich her. Wir mĂŒssen nur den Weg bereiten. Es geht nicht darum, aus eigenen KrĂ€ften Wunder zu wirken, sondern fĂŒr Jesus die Netze auszuwerfen. Er bittet uns immer nur darum, Dinge zu tun, die wir auch können: jemanden ansprechen, etwas organisieren, jemanden besuchen
 Er selbst wirkt dann die Wunder in den Herzen.

2. Wozu braucht Gott Mittler? Gott wĂ€hlt Menschen aus, um selbst zu anderen Menschen zu kommen. Aber wĂ€re es nicht viel leichter, wenn er sich allen persönlich und direkt zeigen wĂŒrde, ohne Menschen als Werkzeuge zu benutzen, die doch nur schwach und fehlerhaft sind? Ein Teil der Antwort ist, dass Gott uns – seine Apostel – an seinem Leben teilhaben lassen will. Er möchte uns teilhaben lassen an seinen SehnsĂŒchten, seiner Gesinnung, seinen WĂŒnschen, seinen TrĂ€umen. Er möchte, dass wir uns das alles zu eigen machen. Dazu ist er Mensch geworden, damit wir ihm Ă€hnlich sein können. Wir können also an Jesus, am göttlichen Leben teilhaben, und er möchte uns von innen heraus in sich umwandeln. Und einer seiner grĂ¶ĂŸten TrĂ€ume, den er auch in unser Herz pflanzen will, besteht darin, alle Menschen zu sich zu fĂŒhren und mit ihnen in Freundschaft zu leben. Das ist die Erlösung, der Himmel. Apostel sein heißt also nicht in erster Linie, ein Ă€ußeres Werk zu tun, sondern wie Jesus zu fĂŒhlen, zu denken, zu wollen und zu wĂŒnschen: entsprechend seiner großen Sehnsucht nach den Menschen.

3. Die Botschaft. Die Botschaft der zweiundsiebzig JĂŒnger lautet: Das Reich Gottes ist euch nahe. Papst Benedikt erklĂ€rt in seinem Buch „Jesus von Nazareth“, dass das zugrundeliegende hebrĂ€ische Wort „malkut“ nicht so sehr „Reich“, sondern „Herrschaft“ oder „Regentschaft“ Gottes bedeutet. Es geht um ein Handeln Gottes; Gott ĂŒbt seine Herrschaft aus. Das wird auch an den Wundern deutlich: „Heilt die Kranken“, fordert Jesus die JĂŒnger auf. Und an einer anderen Stelle gibt er ihnen sogar die Macht, DĂ€monen auszutreiben. Der Mensch wird mit der Ankunft Jesu aus der Sklaverei der SĂŒnde, des Teufels und des Todes befreit. Gott ĂŒbernimmt die Herrschaft. In Jesus ist das Reich Gottes da. In Jesus ist Gott selber da.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich höre dein Wort: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“ Ich höre dein Wort an den Propheten Jesaja: „Wen soll ich senden? Wer wird fĂŒr uns gehen?“ Und mit dem Propheten antworte ich dir: „Hier bin ich, sende mich!“ (Jes 6,8) Ich danke dir fĂŒr meine Sendung. Danke, dass du immer bei mir bist und mich fĂŒhrst. Denn ohne dich vermag ich nichts.

Vorsatz: Ich werde heute bewusst jemandem als Gesandter Gottes begegnen: mit einem Akt der NĂ€chstenliebe, einem verstĂ€ndnisvollen Wort, einem Wort ĂŒber Gott, mit meinem gelebten Glaubenszeugnis



Entweder – oder

4. Oktober 2019

Hl. Franz von Assisi, OrdensgrĂŒnder
Gedenktag

Br. Michael Hemm LC

Lk 10,13-16
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mit dem heutigen Evangelium lĂ€dst du mich ein, mich ganz fĂŒr dich zu entscheiden und mein Leben auf dich auszurichten. Ich möchte diese Zeit des Gebets ganz dir schenken, um dieser Einladung heute zu entsprechen.

Bitte: Lass mich die Wahrheit ĂŒber mein Leben erkennen und ihr folgen: in meinem Handeln, meinen Entscheidungen, meinen Gedanken, meinen Vorlieben, meinen Einstellungen


1. Klartext. Jesus verheimlicht uns nichts. Er spricht immer Klartext mit uns und zeigt uns die Konsequenzen unseres Handelns auf. Er sagt uns die Wahrheit und möchte, dass wir unser Leben nach der Wahrheit ausrichten. Er redet von Buße und Gericht. An einer anderen Stelle spricht er von der Notwendigkeit, unser Kreuz auf uns zu nehmen. Der Teufel tut das Gegenteil. Er ist der Vater der LĂŒge; in ihm ist keine Wahrheit (vgl. Joh 8,44). In der Versuchung gaukelt er uns ein trĂŒgerisches GlĂŒck vor. Er verspricht viel und hĂ€lt nichts. Denken wir also in NĂŒchternheit nach: Wir leben nur einmal. Richten wir unser Leben nach der Wahrheit aus!

2. In Jesu Innerem. Die Worte Jesu ĂŒber das Gericht, die fĂŒr manche Ohren allzu hart klingen, kommen in Wirklichkeit aus einem Herzen, das liebt und Mitleid mit uns hat. Das verdeutlicht uns eine andere Stelle, an der Jesus ĂŒber Jerusalem weint, weil die Stadt die Rettung nicht annimmt (vgl. Lk 19,41). Wir haben einen Gott, der viel mehr Interesse daran hat, dass es uns gut geht, als wir selbst. Er sieht, welche Konsequenzen das Böse hat. Und deshalb bewegt unser Schicksal sein Herz.

3. Alles oder nichts. Die Botschaft Jesu und des christlichen Glaubens ist keine Weltanschauung unter vielen. Es handelt sich nicht um die Meinung von Menschen oder um die Lehre eines außerordentlichen Rabbis. „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“ Es geht um Gott, um das Fundament, den Sinn und die Mitte unseres Lebens. Gott möchte eine Entscheidung. Er lĂ€dt uns ein, wie der Prophet Elija das wankelmĂŒtige Volk auffordert, das den Götzen dient: „Wie lange noch schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem!“ (1 Kön 18,21) Entscheiden wir uns voller Freude und aus Liebe fĂŒr ihn, den einzig wahren Gott.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich danke dir, mein Gott, dass du dich um mich sorgst und das Beste fĂŒr mich willst. Du behĂŒtest mich wie eine Henne, die ihre KĂŒken unter ihren FlĂŒgeln sammelt (vgl. Lk 13,34). Du rufst mich zur Umkehr, wo es nötig ist, und zeigst mir die Konsequenzen meiner Taten auf. Hilf mir, dich immer mehr zu lieben und aus dieser Liebe heraus zu leben und zu handeln.

Vorsatz: Ich nehme mir am Abend einige Minuten der Stille, in denen ich auf den Tag zurĂŒckblicke, Gott danke und mein Gewissen erforsche: Habe ich mich heute im Verlauf des Tages in meinen Gedanken, Worten und Werken fĂŒr Gott entschieden?


Freut euch!

5. Oktober 2019

Samstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Maria Faustina Kowalska, Mystikerin

Br. Michael Hemm LC

Lk 10,17-24
In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurĂŒck und berichteten voll Freude: Herr, sogar die DĂ€monen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu ĂŒberwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darĂŒber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darĂŒber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind. In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfĂŒllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die JĂŒnger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, im Evangelium lĂ€dst du mich ein, mich zu freuen. Ich möchte mein Herz öffnen und es vorbereiten fĂŒr die Freude, die du mir heute schenken willst.

Bitte: Ich bitte dich, mir deinen wunderbaren Plan fĂŒr mich zu zeigen, damit ich mich darĂŒber freuen kann.

1. Eure Namen sind im Himmel verzeichnet. Jesus lĂ€dt uns ein, unsere Freude nicht im Ă€ußeren Erfolg zu suchen und darin, dass in unserem Leben nach menschlichen MaßstĂ€ben alles glatt lĂ€uft. Unsere wahre Freude haben wir daran, dass unsere Namen im Himmel verzeichnet sind. Himmel wird in der Bibel manchmal als Synonym fĂŒr Gott verwendet. Unsere Namen sind ins Herz Gottes eingeschrieben. Er kennt uns bis ins Innerste, tiefer als wir uns selbst kennen. Diese Kenntnis Gottes ist nicht die unheimliche und erdrĂŒckende Kenntnis eines polizeistaatlichen Geheimdienstes, sondern die liebende Kenntnis unseres Vaters. Er kennt uns als unser Schöpfer, der uns ins Dasein ruft. Er kannte uns schon, bevor er uns im Mutterleib gebildet hatte (vgl. Jer 1,5). Er hat uns beim Namen gerufen, wir gehören ihm (vgl. Jes 43,1). Dass unsere Namen im Himmel verzeichnet sind, bedeutet auch, dass wir alle auserwĂ€hlt und vorherbestimmt sind fĂŒr den Himmel, was natĂŒrlich nicht unsere Freiheit aufhebt, uns fĂŒr dieses Geschenk zu entscheiden.

2. Viele wollten sehen, was ihr seht. Wir leben in einer privilegierten Zeit: Was die Propheten und Könige des Alten Testaments nur in ferner Zukunft gesehen, was so viele Menschen anderer Religionen ĂŒber Jahrhunderte nicht einmal zu ahnen gewagt haben, das dĂŒrfen wir im Glauben sehen. Gott hat sich uns gezeigt. Das Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war, wurde uns offenbart (vgl. Kol 1,26). In das Dunkel vor der Menschwerdung Christi ist das Licht Gottes eingedrungen. Nachdem Gott die Menschen ĂŒber Jahrhunderte auf seine Ankunft vorbereitet hatte und ihre Sehnsucht wachsen ließ, ist er in Jesus endlich selbst zu uns gekommen. Und er möchte heute auch zu mir in mein Leben kommen.

3. Den UnmĂŒndigen offenbart. Unser Glaube ist nicht in erster Linie unser Verdienst oder das Ergebnis unserer geistigen Errungenschaften, sondern ein unverdientes Geschenk. Er ist das Geschenk eines bedingungslos liebenden Vaters, der seinen eingeborenen Sohn schickt, um uns, seinen Kindern, seine Liebe zu zeigen. Er möchte uns seinen Plan mitteilen: uns auf ewig glĂŒcklich machen. DafĂŒr hat er uns und das ganze Universum erschaffen. Er hat seine Freude an uns, so wie ein BrĂ€utigam sich ĂŒber seine Braut freut (vgl. Jes 62,5).

GesprĂ€ch mit Christus: Rufen wir mit Jesus aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, fĂŒr deine große Liebe, die du uns durch deinen Sohn offenbaren wolltest. Deine GĂŒte ist unendlich und deine PlĂ€ne sind wunderbar. Danke fĂŒr das Geschenk des Glaubens, durch den wir Jesus sehen dĂŒrfen, den Erlöser, auf den die Welt gewartet hat. Ich lobe dich und preise dich fĂŒr das, was du bist: der allmĂ€chtige Gott, unser liebevoller Schöpfer, ein barmherziger Vater!

Vorsatz: In den Sorgen meines Alltags werde ich heute bewusst und dankbar die Gegenwart Gottes wahrnehmen, der mich mit Freude erfĂŒllen möchte.