Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 25. August 2019 bis Samstag 31. August 2019

Einundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Peter Hemm LC

FĂŒr den Himmel alles!Sonntag
Das einzig WichtigeMontag
Die wahre ReinheitDienstag
Aus Liebe zornigMittwoch
Ein Leben hinter den KulissenDonnerstag
Jesus, der BrÀutigamFreitag
Himmel: Was ist das?Samstag


FĂŒr den Himmel alles!

25. August 2019

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Ludwig IX., König
Hl. Josef von Calasanz, Priester, OrdensgrĂŒnder (SP)

Br. Peter Hemm LC

Lk 13,22-30
In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: BemĂŒht euch mit allen KrĂ€ften, durch die enge TĂŒr zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die TĂŒr verschließt und ihr draußen steht, an die TĂŒr klopft und ruft: Herr, mach uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Dort wird Heulen und ZĂ€hneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und man wird von Osten und Westen und von Norden und SĂŒden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, heute ist dein Tag; heute ist Sonntag. Und deswegen möchte ich nun einige Momente mit dir verbringen. Ich will an nichts anderes denken, sondern diese Minuten ausschließlich bei dir sein. Schenke mir deine Gnade, damit ich innerlich nur bei dir bin. Mein ganzes Herz, Herr, möge sich auf dich konzentrieren.

Bitte: Jesus, hilf mir, mein Kreuz zu tragen, um mit dir ewig glĂŒcklich zu sein.

1. Mein persönlicher Himmel. Die Frage aus dem heutigen Evangelium, ob nur wenige gerettet werden, folgt aus der Sehnsucht, in den Himmel zu gelangen und viele gerettet zu sehen. Jeder von uns spĂŒrt immer wieder dieses Verlangen nach vollkommener Freude, Ruhe, Zufriedenheit, Liebe. Doch ist der Himmel keineswegs unpersönlich und fĂŒr alle gleich, sondern vielmehr eine ganz individuelle ErfĂŒllung all meiner tiefsten WĂŒnsche.

2. Bei Jesus sein. Jesus ist ganz klar in seinen Worten: Wer nicht beim Hausherrn ist, solange dieser noch die TĂŒr geöffnet hat, kann nicht in den Himmel gelangen. Bei der stĂ€ndigen Suche nach dem Herrn, mit dem Ziel, bei ihm zu sein, nimmt der Weg in die ewige Freude Gestalt an. Wer sich aber einmal in seiner Gegenwart befindet, wird nie ausgesperrt von Liebe, Freude, ErfĂŒllung. Seine Gegenwart mĂŒssen wir suchen.

3. Bereit zum Kampf. Jesus warnt uns und erklĂ€rt, dass viele erfolglos versuchen, in den Himmel zu gelangen. Der Weg der Nachfolge Jesu ist kein Spaziergang! Wir mĂŒssen bereit sein, uns immer wieder neu auf ihn zu besinnen, uns selbst zu vergessen und aus Liebe unseren Weg zu gehen. Außerdem ist gerade heutzutage in unserem Umfeld der Weg gepflastert mit UnverstĂ€ndnis, Steinen des Anstoßes und Einsamkeit. Haben wir stets unser Ziel vor Augen!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du mein Herr und Meister, du hast mir gezeigt, wie ich dich nachahmen kann. Du hast mir den Weg zum ewigen GlĂŒck gewiesen. Du hast die Haupthindernisse bereits durch dein Leiden und Sterben beseitigt. Ich bitte dich: Lass mich niemals inmitten der Alltagssorgen dieses Ziel aus den Augen verlieren! Sei du das Licht, auf das ich in meinem Leben in jedem Moment zugehe. Sei du die Motivation fĂŒr meine tĂ€gliche Anstrengung Richtung Himmel.

Vorsatz: Heute möchte ich meinen ganzen Tag und alles, was ich tun werde, bewusst Jesus aufopfern.


Das einzig Wichtige

26. August 2019

Montag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Mirjam von Abellin, Ordensfrau, Mystikerin

Br. Peter Hemm LC

Mt 23,13-22
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr zieht ĂŒber Land und Meer, um einen einzigen Menschen fĂŒr euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde FĂŒhrer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! Komm und erleuchte mich! Du bist mein Schöpfer und Erlöser, du mein Helfer und Tröster. Komm und richte mein Herz auf dich aus, hin zu dir. Komm mit deiner Ruhe und deinem Frieden. Komm mit deiner Tiefe und deiner Gelassenheit. Komm, und hilf mir beten. Ich möchte allein mit dir sein. Komm!

Bitte: Herr Jesus, sei du mehr und mehr Mittelpunkt meines Lebens.

1. Ablenkungen. Wie leicht ist es, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren und sich fĂŒr das Äußerliche und Weltliche mehr zu verausgaben als fĂŒr Gott! Wie oft passiert es uns, dass wir uns mehr um das Gold des Tempels – die geschaffenen Dinge – kĂŒmmern als um den Tempel selbst – in dem der Schöpfer wohnt! Jesus weist mit den PharisĂ€ern auch uns zurecht. Wir dĂŒrfen Gott nicht aus unserem Alltagsleben verbannen, ihn nicht unseren Aufgaben, Pflichten und Verantwortungen nachordnen. Jesus warnt uns, damit wir nicht wegen der vielen Ablenkungen Gott aus den Augen verlieren. Er möchte uns seine Liebe schenken! Schauen wir auf ihn.

2. Gott inmitten der Kochtöpfe. Die wenigsten Menschen haben die Berufung zum Eremiten, der sich völlig aus der Welt zurĂŒckzieht und nur fĂŒr und mit Gott lebt. Doch der Auftrag, Gott ĂŒber alles zu stellen, ist an alle Menschen gerichtet. Wie macht man das inmitten der Verpflichtungen im Alltag? Gott möchte inmitten unserer Aufgaben sein, uns stets begleiten, bei uns sein. Er möchte, dass wir die Dinge nicht nur aus Pflichtbewusstsein erledigen, sondern vor allem aus Liebe zu ihm. Dann nimmt das Gold des Tempels wieder seinen rechten Stellenwert ein. Und Gott, seine Gegenwart im Tempel und in unserem Alltag, heiligt alles, was wir tun.

3. Augen auf ihn! So leicht richtet sich unser Herz immer wieder auf andere Dinge, weg von Gott. Versuchen wir, uns von den Dingen im Inneren nicht einnehmen zu lassen, damit wir Gott gerade inmitten dieser Dinge entdecken können – als den Sinn all dessen, was wir tun.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mein Herz. Du weißt um meine Schwachheit und meinen Mangel an Vertrauen auf dich. Leider passiert es mir viel zu oft, dass mir unbewusst andere Dinge wichtiger werden als du. Doch das möchte ich nicht. Ich will dich wieder an die erste Stelle in meinem Herzen stellen. Hilf du mir, dass ich diesen Vorsatz leben kann.

Vorsatz: Heute nehme ich mir vor, ein Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes zu beten und zu betrachten, wie Maria Jesus an die erste Stelle ihres Lebens gestellt hat.


Die wahre Reinheit

27. August 2019

Hl. Monika, Mutter des hl. Augustinus
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mt 23,23-26
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und KĂŒmmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde FĂŒhrer seid ihr: Ihr siebt MĂŒcken aus und verschluckt Kamele. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und SchĂŒsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder PharisĂ€er! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, ich danke dir fĂŒr diesen Tag, den du mir schenkst. Ich danke dir fĂŒr deine Liebe, die ich immer wieder spĂŒren und erfahren darf. Danke auch fĂŒr so viele Gnaden, die du mir schenkst und deren ich mir oft gar nicht bewusst bin. Danke, dass du, der große Gott, stets ein offenes Ohr hast fĂŒr meine Sorgen, meine Probleme, meine Freuden und Erfolge. Danke, dass ich auch jetzt wieder dir im Gebet begegnen darf.

Bitte: Jesus, nimm mein Herz aus meiner Brust und schenke mir das deine!

1. Außen oder innen? Wenn wir das Wort Reinheit hören, denken wir oft instinktiv an Keuschheit, an das sechste Gebot: Wir dĂŒrfen nicht dieses tun, nicht jenes, nicht das andere und so weiter. Doch geht es bei der Reinheit um weit mehr. Reinheit ist die Ausrichtung meines Herzens: WofĂŒr schlĂ€gt mein Herz? Was treibt mich an? Ist es Gott allein oder sind es oft noch meine Selbstbezogenheit und mein Egoismus? Jesus sagt hier allerdings genauso wenig: Solange eure Einstellung passt, könnt ihr tun, was ihr wollt. Er erklĂ€rt uns vielmehr, dass den richtigen inneren Einstellungen und Überzeugungen auch wirklich christliche Taten folgen.

2. Reinheit und Liebe. Die Reinheit öffnet die TĂŒr zur Liebe. Ein reines Herz, das die Ehre Gottes und das Wohlergehen der anderen sucht, ist unglaublich liebesfĂ€hig. Wie schön ist ein reines und vollkommen einfaches Herz! Wie sehr erfĂŒllt die Reinheit das eigene Herz mit Freude! Reinheit, Liebe und freudige ErfĂŒllung wachsen oder nehmen ab in gleichem Maß.

3. Die Reinheit Jesu. Gibt es ein grĂ¶ĂŸeres Vorbild in der Reinheit als Jesus selbst? Ist diese einfache, offene und liebevolle Reinheit Jesu nicht unglaublich anziehend? Warum kommen so viele Menschen zu ihm? Sein Blick offenbart nichts als Liebe! Sein Blick zeigt eine Transparenz, die typisch ist fĂŒr eine reine Seele, in der nichts als Liebe wohnt.

GesprĂ€ch mit Christus: O Jesus, wie schön ist es, dir in die Augen zu schauen! Wie erfĂŒllend, deine Liebe zu entdecken und zu spĂŒren, wie sie bis tief in mein Herz eindringt! Ich bitte dich, verwandle du mein Herz. Nimm mein selbstbezogenes Herz, mein kompliziertes und oft verwirrtes Herz und schenke mir das deine: einfach, voller Vertrauen und Liebe.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, heute meinen Mitmenschen stets mit einer liebevollen Einstellung und einem LĂ€cheln zu begegnen.


Aus Liebe zornig

28. August 2019

Hl. Augustinus Bischof von Hippo und Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mt 23,27-32
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr seid wie die GrĂ€ber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten GrabstĂ€tten und schmĂŒckt die DenkmĂ€ler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer VĂ€ter gelebt hĂ€tten, wĂ€ren wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestĂ€tigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer VĂ€ter voll!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, vielen Dank fĂŒr diesen neuen Tag. Danke dafĂŒr, dass du mir jetzt begegnen möchtest. Du willst dich mir ganz und gar schenken. Hilf mir, aufmerksam auf deine Stimme und deine Gegenwart zu hören. Nimm das starre und kalte Herz aus meiner Brust und schenke mir wieder ein neues Herz. Entflamme mein Herz mit der Liebe, die in deinem brennt.

Bitte: Jesus, offenbare mir dein Herz! Lass mich erfahren, wie wichtig ich dir bin.

1. Wir sind ihm wichtig. Es gibt nicht viele Evangelienstellen, in denen Jesus in scharfem Ton zurechtweist. Heute betrachten wir eine solche. Was offenbart Jesus hier? Er zeigt, dass es hier um etwas geht, was ihm sehr wichtig ist. Es geht um unsere Bekehrung, unsere Rettung, letztendlich um unser ewiges GlĂŒck. Wie wichtig ist das fĂŒr Jesus! Wie ernst nimmt er das! Wie sehr liebt er uns, dass er alles versucht, uns zur Umkehr und zur Heiligkeit zu bewegen.

2. Er nimmt unsere Entscheidung ernst. Schon mehrere Male habe ich mich gefragt, warum Jesus den PharisĂ€ern oder auch uns nicht einfach so die Gnade schenkt, ganz fĂŒr ihn zu leben. Warum verwandelt er unser Herz nicht einfach von einem Moment auf den anderen? Hat er nicht auch viele Wunder und Heilungen auf diese Weise vollbracht? Jesus liebt uns viel zu sehr, um unser Herz gegen unseren Willen zu verĂ€ndern. Er respektiert unsere Freiheit und unsere Entscheidungen.

3. Er lĂ€sst uns nie allein. Doch der große Respekt, den Jesus fĂŒr unsere Freiheit hat, schließt keineswegs aus, dass er uns hilft, zur Seite steht und motiviert. Er lĂ€sst uns nie allein! Er ist immer bei uns! Das heißt jedoch nicht, dass wir ihn immer als unseren liebenden Vater oder unseren besten Freund spĂŒren. Oft tritt er in den Hintergrund, manchmal weist er uns mit scharfen Worten zurecht, manchmal lĂ€sst er uns scheinbar alleine durch eine WĂŒste gehen. Doch all das tut er immer aus Liebe. Er ist immer da und wenn wir ihn nicht spĂŒren, so tut er auch das aus Liebe zu uns. Seine Liebe ist unbegreiflich und faszinierend!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus Christus, deine Liebe lĂ€sst mich immer wieder fassungslos staunen. Oft verstehe ich dein Handeln nicht. Manchmal erscheint es mir sogar unlogisch oder skandalös. Und doch ist alles, was du tust, von deiner Liebe durchdrungen und durch sie bewegt. Schenke mir die Gnade, ĂŒber deine große Liebe zu staunen.

Vorsatz: Heute werde ich am Abend einen Moment ĂŒberlegen, wo ich regelmĂ€ĂŸig ein treuer und ĂŒberzeugter Christ bin und wo ich mich noch verbessern kann.


Ein Leben hinter den Kulissen

29. August 2019

Enthauptung Johannes des TĂ€ufers
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mk 6,17-29
Herodes hatte Johannes festnehmen und ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fĂŒrchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schĂŒtzte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich fĂŒr Herodias eine gĂŒnstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten BĂŒrgern von GalilĂ€a zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen GĂ€sten so sehr, dass der König zu ihr sagte: WĂŒnsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die HĂ€lfte meines Reiches wĂ€re. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wĂŒnschen? Herodias antwortete: Den Kopf des TĂ€ufers Johannes. Da lief das MĂ€dchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes bringen lĂ€sst. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen GĂ€sten einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins GefĂ€ngnis zu gehen und den Kopf des TĂ€ufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem MĂ€dchen, und das MĂ€dchen gab ihn seiner Mutter. Als die JĂŒnger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich habe nun wieder die Gelegenheit, einige Minuten mit dir verbringen zu dĂŒrfen. DafĂŒr danke ich dir ganz herzlich! Ich glaube, dass du wirklich hier zugegen bist. Ich glaube, dass du mich unendlich liebst und dich fĂŒr mich hingegeben hast. Ich glaube, dass du jedes meiner Worte hörst, jeden meiner Gedanken kennst und mir bei jeder meiner Nöte und Schwierigkeiten helfen möchtest. Schenke mir deine Gnade, damit ich stets dein Wirken deutlicher wahrnehme und offener bin fĂŒr dich.

Bitte: Jesus, sei du der Wichtigste in meinem Leben. Hilf mir, frei zu werden von so vielen Dingen, die mir zu wichtig sind. Wohne du in mir und erfĂŒlle mich.

1. Johannes nimmt sich selbst zurĂŒck. Johannes der TĂ€ufer zĂ€hlt als einer der wichtigsten der Propheten. Er war es, der Jesus Christus unmittelbar vorausging und ihn kennenlernen durfte. Jesus selbst hebt ihn im MatthĂ€usevangelium unter allen anderen Menschen hervor. Doch obwohl er ein einzigartiger und aufsehenerregender Mann war, sprach er nie von sich selbst. Er trat in den Vordergrund, wenn es um Gott ging, hielt sich aber selbst dabei im Hintergrund. So hat er auch noch im GefĂ€ngnis immer wieder ĂŒber Gott gesprochen und selbst Herodes Herz berĂŒhrt, doch ĂŒber seine Haft verlor er kein einziges Wort.

2. ZurĂŒcktreten macht frei. Wie war es möglich, dass der heilige Johannes unerschrocken seinem Tod entgegenschaute? Es ging ihm weniger um sich selbst als um die Verwirklichung seiner Sendung. Und wir sehen sehr schön, wie ihn diese Einstellung zu einem wunderbar freien Menschen macht, den die Sorge um sich selbst und seine Probleme, Schwierigkeiten und Verantwortungen nicht lĂ€hmt. Im Kerker des Herodes versinkt er nicht in Depression und Traurigkeit oder grollt mit Gott. Er ist gerade im Gegenteil noch freier und gelassener, denn er weiß, dass er auf der Seite der Wahrheit steht, mit Gottes Willen, ja mit Gott selbst, verbunden ist.

3. Ein Mann der Stille. Johannes war keineswegs ein Mensch, der oft schwieg und still seine Mitmenschen anstarrte. Er war ein Mann, der eine Botschaft weiterzugeben hatte: und was fĂŒr eine Botschaft! Er sollte seinen Mitmenschen verkĂŒnden, dass Jesus Christus lebt und unter ihnen zugegen ist. Diese Nachricht verbreitete er nicht nur durch seine Predigten, sondern vor allem durch sein Handeln. Er war aber zugleich ein Mann der Stille, da er nur fĂŒr Gott, nur fĂŒr das wirklich Wesentliche lebte. Er trug nur Gott in seinem Herzen, keine Ablenkungen, keine weltlichen GenĂŒsse, nicht sich selbst. Wer nur Gott in seinem Herzen trĂ€gt, leuchtet dieses Licht in die Welt hinaus, auch ohne Worte.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, dir ĂŒbergebe ich mein Herz. Mach es frei! Wohne in mir! Lass mich dein Prophet sein, der erfĂŒllt von dir deine Liebe freudig hinaustrĂ€gt.

Vorsatz: Heute möchte ich besonders freundlich sein mit den Menschen in meiner nĂ€chsten NĂ€he (Familie, Kollegen, Kameraden).


Jesus, der BrÀutigam

30. August 2019

Freitag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Heribert von Köln, Bischof

Br. Peter LC

Mt 25,1-13
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem BrĂ€utigam entgegengingen. FĂŒnf von ihnen waren töricht, und fĂŒnf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in KrĂŒgen mit. Als nun der BrĂ€utigam lange nicht kam, wurden sie alle mĂŒde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der BrĂ€utigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder fĂŒr uns noch fĂŒr euch; geht doch zu den HĂ€ndlern und kauft, was ihr braucht. WĂ€hrend sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der BrĂ€utigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die TĂŒr wurde zugeschlossen. SpĂ€ter kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, komm und berĂŒhre mich! Richte mein Herz ganz auf Gott hin aus. Nimm alles, was mich bedrĂŒckt und mir Sorgen bereitet, und bringe es zu Gott. Ich möchte mein ganzes Herz vor dich hinlegen, alles was mich in diesem Moment bewegt.

Bitte: Herr, werde du in meinem Leben immer wichtiger.

1. Warten auf den BrĂ€utigam. Alle zehn Jungfrauen warten auf den BrĂ€utigam. Sie wissen, dass er kommt, sie kennen ihn und ihr Herz sehnt sich nach ihm. Wie schön ist diese Vorfreude auf den Geliebten! Wie tief, da es sich nicht um etwas Ungewisses handelt, sondern um eine Person, die man kennt und liebt und die mit Gewissheit ankommen wird. Die Jungfrauen sind ein großes Vorbild in dieser Haltung der Sehnsucht und des Wartens auf Jesus, den BrĂ€utigam unseres Herzens, der uns mit seiner Liebe und seiner Freude erfĂŒllen möchte.

2. Vorbereitet? Doch wie leicht passiert es, dass wir es bei der Vorfreude oder dem Erwarten belassen und die Vorbereitung ĂŒberspringen. „Ja, die heilige Messe findet sowieso wieder statt, also wieso wĂ€hrend der Woche schon an sie denken, mein Herz auf die nĂ€chste Kommunion vorbereiten, mich im Gebet an die Stimme Jesu gewöhnen?“ Nur reicht es nicht, einfach zu warten und sich zu freuen. Wir mĂŒssen unser Herz reinigen und empfĂ€nglich werden fĂŒr unseren BrĂ€utigam.

3. Die Freude der Einheit. Wie erfĂŒllend ist es, Jesus in der Eucharistie zu empfangen! Wie unfassbar, dass wir in der heiligen Messe bei seinem Leiden, Sterben und Auferstehen wirklich gegenwĂ€rtig sind! Wie wunderbar, wenn uns der BrĂ€utigam mit in sein Haus nimmt und wir dort seine Gegenwart genießen dĂŒrfen! Wie schön ist es, das eigene Leben auf diese Begegnungen mit Gott auszurichten und inmitten des Alltags diese Sehnsucht nie aus den Augen und dem Herzen zu verlieren!

GesprĂ€ch mit Christus: O Jesus, ich danke dir fĂŒr so viele schöne Momente, in denen ich deine Liebe bereits erfahren durfte. Ich danke dir fĂŒr so viele Liebesbeweise, die du mir gegeben hast: meinen Glauben, meine Familie, meine Freunde, mein Zuhause, meine Vergangenheit und vieles mehr. Besonders danke ich dir fĂŒr deine Gegenwart in meinem Leben. Mit deiner Hilfe möchte ich mein Leben mehr auf dich ausrichten, mehr nach Momenten mit dir verlangen und mein Herz besser auf jede Begegnung mit dir vorbereiten. Hilf mir! Ich schaffe das nicht alleine! Schenke du mir diese Gnade! Danke!

Vorsatz: Heute möchte ich mir einen Moment des Gebets nehmen und mich auf die nĂ€chste heilige Messe vorbereiten: mein Gewissen erforschen, Gottes Liebe betrachten und mir bewusst werden, was in der heiligen Messe wirklich passiert.


Himmel: Was ist das?

31. August 2019

Samstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Paulinus von Trier, Bischof, MĂ€rtyrer

Br. Peter Hemm LC

Mt 25,14-30
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fĂŒnf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen FĂ€higkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fĂŒnf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fĂŒnf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurĂŒck, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fĂŒnf Talente erhalten hatte, brachte fĂŒnf weitere und sagte: Herr, fĂŒnf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fĂŒnf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesĂ€t hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesĂ€t habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. HĂ€ttest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hĂ€tte ich es bei meiner RĂŒckkehr mit Zinsen zurĂŒckerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die Ă€ußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria, meine Mutter, heute ist dein Tag. Deswegen komme ich zu Beginn dieses Gebets zu dir. Du bist stets so eng mit Gott verbunden wie kein anderer Mensch. Nimm mich bitte an der Hand und fĂŒhre auch mich jetzt zu Gott. In deiner NĂ€he fĂŒhle ich mich geborgen, gemeinsam mit dir fĂŒhle ich mich stark. Nimm mich an der Hand, jetzt und mein ganzes Leben lang. Begleite mich und fĂŒhre mich zu Jesus.

Bitte: Herr, begeistere mich wieder neu fĂŒr dich. Hilf mir, mich anzustrengen, alles zu geben, um in den Himmel zu gelangen.

1. Ein neues Bild von Gott. Manchmal haben wir unbewusst in uns das Bild eines Gottes, vor dem wir uns ein bisschen fĂŒrchten. Wir strengen uns an, so gut wie möglich vor ihm dazustehen. Deswegen versuchen wir, unsere SĂŒnden und Fehler vor ihm zu verstecken. Doch im heutigen Evangelium sehen wir einen Gott, der das Beste fĂŒr uns möchte. Er will, dass wir wachsen und Frucht bringen. Er will, dass wir unsere Talente entfalten. Er will, dass wir das Beste aus uns herausholen. Das interessiert ihn am meisten. Er kennt und liebt mich ganz persönlich, ganz individuell.

2. Ein neues Bild von Heiligkeit. Gott lĂ€dt uns ein, unsere Talente zu entfalten und zu unserer FĂŒlle zu gelangen. Nichts anderes ist die Heiligkeit: das Gute und Schöne, was Gott in mir gewirkt hat und wirken möchte, Frucht bringen zu lassen fĂŒr die Ewigkeit. Es geht in erster Linie nicht um Regeln und Verbote, durch deren Beobachtung wir heilig werden, sondern um Gottes Wirken in mir, das mich ganz ich selber sein lĂ€sst. Unsere Hauptaufgabe dabei ist es, offen zu sein fĂŒr Gott, sein Wirken in unserem Herzen zuzulassen und dabei aktiv mitzuwirken.

3. Ein neues Bild vom Himmel. â€žKomm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ Das ist der Himmel: mich ewig mit Gott freuen. Was können wir uns Schöneres vorstellen? Was beschreibt den Himmel besser? WĂŒnschen wir uns irgendetwas mehr als das? Teilhaben an der Freude Gottes fĂŒr immer
 Da will ich hin!

GesprĂ€ch mit Christus: Vater im Himmel, ich will dich anbeten, denn du bist groß, wunderbar und schön! Ich will dir danken, denn du bist mir nahe, begleitest mich und hilfst mir. Ich will dich bitten um viel Vertrauen, damit ich mich in deine Arme fallen lasse.

Vorsatz: Heute möchte ich ein zusĂ€tzliches GesĂ€tz vom Rosenkranz beten und betrachten, wie Maria von Gott erfĂŒllt war.