Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. August 2019 bis Samstag 24. August 2019

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Der Ort der Begegnung mit GottSonntag
Vollkommene Hingabe beginnt bei der Liebe JesuMontag
Loslösung und SelbsterkenntnisDienstag
Der Lohn der ArbeitMittwoch
Die Bereitschaft MariasDonnerstag
Leistung und LiebeFreitag
Gerechte UrteileSamstag


Der Ort der Begegnung mit Gott

18. August 2019

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Helena, römische Kaiserin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Lk 12,49-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wĂ€re ich, es wĂŒrde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrĂŒckt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fĂŒnf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Gott, ich möchte dich um dein Feuer bitten. Lass mich ganz erfĂŒllt sein vom Feuer deiner Liebe. Auch mein Gebet und die Betrachtung des Evangeliums soll Ausdruck meiner Liebe zu dir sein.

Bitte: Herr, lehre mich, mein Leiden mit deinem Leiden zu vereinen.

1. Die Sehnsucht Jesu nach Hingabe. Jesus ist gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen: das Feuer des Heiligen Geistes. Die Taufe, die er dazu empfangen musste, war sein Tod am Kreuz. Er wusste, was ihn erwartete. Er wusste, wozu er Mensch geworden war. Der Preis, um die Menschheit zu erlösen und ihr den Heiligen Geist zu senden, war diese Taufe, sein Kreuzestod. Unglaublich ist jedoch, was er darĂŒber sagt: „Ich bin sehr bedrĂŒckt, solange sie noch nicht vollzogen ist.“ Wie kann jemand auch nur ansatzweise bedrĂŒckt sein, weil er seinen grausamen Tod noch nicht erlitten hat? So groß ist seine Liebe zu jedem von uns, dass er unser Leben seinem Leben vorzieht, unsere Leiden zu seinem Leiden macht.

2. Unter dem Kreuz Jesu verweilen. Wie wenig begreifen wir diese grenzenlose, brennende, leidenschaftliche, unendliche Liebe! Wir mĂŒssen wahrhaft Balken im Auge haben, dass wir sie so schlecht erkennen. Jesus am Kreuz betrachten, Zeit vor seinem Kreuz verbringen und versuchen, seine Liebe zu erkennen, wird nie Zeitverschwendung sein. Wenn wir am Fuß des Kreuzes verweilen, seine Wunden betrachten, dankbar seine FĂŒĂŸe kĂŒssen, wird unsere Seele nach und nach erwachen. Der Herr wird uns die Gabe der Selbsterkenntnis und der Gotteserkenntnis geben, das Gold tiefer Herzensreue wird uns geschenkt. So wird uns die Liebe Jesu mehr und mehr begreiflich werden.

3. Der Ort der Begegnung mit Gott. Das Kreuz ohne Jesus ist nichts als Schmerz, das Kreuz mit ihm ist neues Leben. Jesus ist gekommen, um uns neues Leben zu schenken. Unser Leben ohne die erlösende Gnade, die er uns mit seinem kostbaren Blut erworben hat, ist Leid und Dunkelheit. Jesus bringt uns sein Licht und macht uns rein und heilig, wie der Vater rein und heilig ist, damit wir lieben und die Liebe sein können, fĂŒr die wir geschaffen wurden, und die Schönheit Gottes selbst ausstrahlen. Das Kreuz ist der Weg zu diesem neuen Leben. Es ist der Ort der Begegnung zwischen dem Geschöpf und der Dreifaltigkeit.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, lehre mich, mein Leiden mit dem Leiden deines Sohnes zu vereinen. Hilf mir, nicht sofort zu jammern und in Selbstmitleid zu versinken, sondern durch meinen Schmerz den Schmerz Jesu besser zu verstehen. Lass die Kreuze in meinem Leben so zu Orten der Begegnung mit dir werden! Vater, mach mich neu und schenke mir dein Leben!

Vorsatz: Ich werde mir heute Zeit nehmen, um vor dem Kreuz Jesu zu verweilen und seine Liebe zu betrachten.


Vollkommene Hingabe beginnt bei der Liebe Jesu

19. August 2019

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Eudes, Priester, OrdensgrĂŒnder

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich danke dir fĂŒr diese Gelegenheit, ĂŒber dein Wort nachzudenken und mit dir darĂŒber ins GesprĂ€ch zu kommen. Ich bitte dich, sende deinen Heiligen Geist. Lehre mich beten, und lass mich deine Liebe erfahren.

Bitte: Schenke mir eine Liebe, die bereit ist, auf alles zu verzichten.

1. Ideale Voraussetzungen. In dieser Evangeliumsstelle begegnen wir einem Mann, der in seinem Leben viel richtig gemacht zu haben scheint. Er ist reich, er hat sein Leben lang die 10 Gebote gehalten, er ist auf der Suche nach mehr Vollkommenheit und er hofft, sie bei Jesus zu finden. WĂŒrden wir uns nicht eine Ă€hnliche Lebenssituation wĂŒnschen? Wer sich finanziell keine Sorgen machen muss und ein treuer GlĂ€ubiger ist, hat doch die besten Voraussetzungen, oder? Aber die Stelle schließt nicht mit einem Happy End, sondern der Mann zieht traurig von dannen. Wir lernen, dass Jesus uns zu einer Liebe einlĂ€dt, die ĂŒber die bloße Einhaltung der Gebote hinausgeht.

2. Fehlende GroßzĂŒgigkeit. â€žDer reiche JĂŒngling ist nicht fĂ€hig, diesen Schritt zu tun. Obwohl der liebende Blick Jesu auf ihm ruht, ist sein Herz nicht fĂ€hig, sich von den vielen ReichtĂŒmern loszulösen, die er besitzt“, sagt Papst Benedikt XVI. Auch wir gehen zu Jesus in der Hoffnung, dass er uns hilft, das GlĂŒck zu finden, und auch uns sieht Jesus liebevoll an und möchte uns an sein Herz ziehen. Leider knĂŒpfen wir allzu oft unsere eigenen Bedingungen und Erwartungen an die Nachfolge Jesu. Wir haben Angst vor einer Liebe, die in ihrem Ruf nach völliger Hingabe verlangt. Und so hĂ€ngen wir weiter an unserer Art und Weise, Gott zu folgen, und rechtfertigen uns selbst wie der junge Mann, indem wir Gott die Einhaltung der Gebote anbieten.

3. Der Blick Jesu. Wie schaffen wir es, unsere Angst zu ĂŒberwinden, wie gelangen wir zur vollkommenen Selbsthingabe? Der Weg fĂŒhrt nicht so sehr ĂŒber unsere eigenen Anstrengungen und unseren guten Willen, als viel mehr ĂŒber eine tiefere Erkenntnis der Liebe Jesu. Papst Franziskus sagte vor einigen Jahren bei seinem Pastoralbesuch in Assisi Folgendes ĂŒber den heiligen Franziskus: „Wo nimmt der Weg des heiligen Franziskus zu Christus seinen Anfang? Beim Blick des gekreuzigten Jesus. Sich von ihm anschauen lassen in dem Moment, in dem er sein Leben fĂŒr uns hingibt und uns zu sich zieht. Franziskus hat diese Erfahrung in besonderer Weise in der kleinen Kirche von San Damiano gemacht, als er vor dem Kruzifix betete (
) Und der Gekreuzigte spricht uns nicht von Niederlage, von Scheitern. Paradoxerweise spricht er uns von einem Tod, der Leben ist, der Leben hervorbringt, denn er spricht uns von Liebe, weil er die Mensch gewordene Liebe Gottes ist. Und die Liebe stirbt nicht, nein, sie besiegt das Böse und den Tod. Wer sich vom gekreuzigten Jesus anschauen lĂ€sst, wird gleichsam neu erschaffen, wird eine ‚neue Schöpfung‘. Das ist der Ausgangspunkt von allem“.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, so will auch ich mich von dir anschauen lassen. Ich will deine grenzenlose Liebe zu mir erkennen und mich als dein geliebtes Kind wissen. Schenke du mir die Kraft, meine Angst zu ĂŒberwinden und alles loszulassen, um dir alles geben zu können.

Vorsatz: Ich werde mir heute Zeit fĂŒr ein Gebet vor dem Kreuz nehmen und mir dabei den liebevollen Blick Jesu bewusst machen.


Loslösung und Selbsterkenntnis

20. August 2019

Hl. Bernhard von Clairvaux OCist, Abt, Kirchenlehrer
Gedenktag

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die JĂŒnger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, fĂŒr Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafĂŒr bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf StĂ€mme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen HĂ€user oder BrĂŒder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafĂŒr das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heiliger Geist, komm und erfĂŒlle mein Herz mit deiner Liebe und deinem Feuer. Sei gegenwĂ€rtig mit dem Licht der Erkenntnis und zeige mir deine Wege.

Bitte: Mach mich frei von jeder AnhĂ€nglichkeit an irdische ReichtĂŒmer.

1. Arm sein vor Gott. â€žEher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ Das ist keine allzu gute Nachricht und entsprechend schockiert sind die JĂŒnger von diesen Worten Jesu. Gemeint sind aber nicht unbedingt die materiell Reichen. Viel Besitz ist an und fĂŒr sich kein Hindernis auf dem Weg zum Reich Gottes. Er kann es aber leicht werden. Er bewirkt nĂ€mlich oft, dass das Herz des Menschen am Besitz hĂ€ngt, ihn nicht loslassen möchte, sich ĂŒbertriebene Sorgen um ihn macht und dadurch innerlich unfrei wird. Wer losgelöst ist von seinen BesitztĂŒmern, wer problemlos auf sie verzichten kann, der ist innerlich arm und offen fĂŒr das Reich Gottes.

2. Unseren Willen Gott ĂŒberlassen. Wie hilfreich ist es fĂŒr uns Menschen, wenn wir erkennen und uns eingestehen, dass alles, was wir haben, all unser Besitz, unsere Talente und FĂ€higkeiten, letztlich alles Gute in unserem Leben, von Gott kommt. Ohne ihn hĂ€tten wir nichts und wĂ€ren wir nichts. Wir können uns also eigentlich nichts zugutehalten. Was uns bleibt, ist nur unsere SchwĂ€che und Armseligkeit: Und wie schwer ist es, sich die eigene SĂŒndhaftigkeit und das eigene Nichts eingestehen zu mĂŒssen. Ist das das Nadelöhr, das es zu durchqueren gilt? In der Nachfolge Christi ist dies das Tor, weil wir unseren Willen Gott anheimstellen mĂŒssen, der uns auf Wegen fĂŒhrt, die unser rein menschlicher Wille nicht wĂ€hlen wĂŒrde. Die Kontrolle ĂŒber das eigene Leben abgeben ist fĂŒr jeden Menschen hart, aber fĂŒr jede aufrichtige Anstrengung gießt Gott seine reiche Gnade in unser Herz.

3. Vertiefte Selbsterkenntnis. Wer in der Selbsterkenntnis wĂ€chst, die immer auch eine Erkenntnis der eigenen SchwĂ€che bedeutet, wird eine tiefere Demut erlangen und ist mehr und mehr fĂ€hig, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen. Manchmal fallen wir und erleiden RĂŒckschlĂ€ge. Lassen wir uns nicht entmutigen, denn sie dienen dazu, uns die Gabe der Selbsterkenntnis zu bewahren und uns daran zu erinnern, dass wir ohne die Gnade Gottes nichts tun können. Lassen wir uns in solchen Situationen nicht entmutigen, sondern bitten wir den Herrn um seine Hilfe. Es braucht Selbstdisziplin und Beharrlichkeit, um dem Geist und nicht den menschlichen Neigungen zu dienen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus Christus, lass uns erkennen, dass es sich tausendmal lohnt, das Himmelreich irdischen ReichtĂŒmern vorzuziehen. Hilf uns, von allem frei zu werden, woran wir haften. Lass uns immer mehr in der Demut und Selbsterkenntnis wachsen, um dir so mehr Raum in unserem Leben zu geben.

Vorsatz: Ich werde heute die Gelegenheit suchen, einen demĂŒtigen Dienst zu verrichten.


Der Lohn der Arbeit

21. August 2019

Hl. Pius X., Papst, Patron der Katecheten
Gedenktag

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der frĂŒh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter fĂŒr seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar fĂŒr den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untĂ€tig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die MĂ€nner, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, ĂŒber den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag ĂŒber die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gĂŒtig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist mein König und Erlöser, du bist der Friede, die Freude, die Schönheit selbst. Danke, dass du mir das Himmelreich verheißen hast. Lass mich voll Freude in deinem Dienst stehen.

Bitte: Ersetze allen Neid in mir durch Liebe.

1. Neid und Eifersucht. Wir alle haben mit diesen Versuchungen zu kĂ€mpfen: Neid, Eifersucht, sich mit anderen vergleichen, alle diese Dinge stecken im Menschen und verbergen sich manchmal unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit. TatsĂ€chlich bekommen die Arbeiter der ersten Stunde einen viel geringeren „Stundenlohn“ als die der Elften. Aber schon diese Perspektive des sich Vergleichens mit anderen und der BuchfĂŒhrung der eigenen Verdienste ist in ihrem Kern egoistisch: ICH werde ungerecht behandelt, ICH bekomme im Vergleich zu 
 zu wenig. Jesus lĂ€dt uns zu einer anderen Perspektive ein, nĂ€mlich zu der, dass hoffentlich am Ende des Tages alle den ewigen Lohn, das Himmelreich, bekommen. Wir dĂŒrfen uns freuen ĂŒber jeden unserer Schwestern und BrĂŒder, der gerettet wird.

2. Der Lohn im Dienst des Herrn. Eine weitere Lehre aus diesem Gleichnis: Das Himmelreich ist ein reines Geschenk. Gott lĂ€dt ein, wen er will. Was ungerecht erscheinen mag, ist es in Wirklichkeit gar nicht, denn jeder bekommt den ewigen Lohn, der ihm versprochen wurde. Außerdem ist es eher umgekehrt: Allein die Tatsache, fĂŒr diesen wunderbaren Herrn arbeiten zu dĂŒrfen, ist in sich schon Lohn. Wer lĂ€ngere Zeit im Dienst des Herrn steht, hĂ€ufig in seiner NĂ€he ist, wird viel öfter seine GĂŒte erfahren. Auch ihm bleibt die MĂŒhsal der Arbeit nicht erspart, aber vor wie viel anderem wird er bewahrt! Vergessen wir nie, wie groß das Geschenk des Glaubens ist!

3. Versuchungen. Versuchungen sind nicht einfach schlechte Gedanken. Sie sind die Waffe eines mĂ€chtigen Feindes, der entschlossen ist, uns zu vernichten. Der Kampf gegen die Versuchungen gehört zur MĂŒhsal der Arbeit dazu. Sie zu erkennen, ist aber manchmal, wie auch bei diesem Gleichnis, gar nicht so leicht. Eine weitere subtile Versuchung, die oft den Weg der GlĂ€ubigen begleitet, ist die der geistigen TrĂ€gheit, die uns die Freude und die Sehnsucht nach allen geistigen Dingen nimmt. Eine hĂ€ufige Begleiterscheinung ist Pessimismus, der uns die Wirklichkeit in schweren Momenten viel negativer erscheinen lĂ€sst, als sie ist. Auch die Angst vor Leid ist eine typische Waffe des Feindes. Er möchte uns einreden, dass wir nur der Versuchung nachgeben mĂŒssen, damit unser Leid vorbei ist und alle KĂ€mpfe aufhören. So lĂ€sst er uns unser Leid immer unertrĂ€glicher erscheinen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Unser Kampf mag schwer und anstrengend sein, aber am Ende steht immer ein tiefer Friede.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, befreie uns von Neid und Eifersucht. Lass uns stattdessen das Wohl unserer Mitmenschen suchen und uns mit ihnen freuen. Hilf uns, Versuchungen zu entdecken und gib uns Kraft im Kampf, damit wir immer dich und die Liebe wĂ€hlen.

Vorsatz: Ich werde heute versuchen, mich mit jemandem mitzufreuen, statt eifersĂŒchtig auf seinen Erfolg zu sein.


Die Bereitschaft Marias

22. August 2019

Maria Königin
Gedenktag

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebĂ€ren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird ĂŒber dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Gott, du bist Liebe, Friede, reine Freude. Du bist grenzenlos großzĂŒgig, bei dir gibt es gute Gaben im Überfluss. Ich will in dieser Betrachtung voll Vertrauen zu dir kommen. Ich will versuchen, anzunehmen, was du fĂŒr mich vorbereitet hast, und dir geben, was du möchtest.

Bitte: Lass mich von Maria lernen.

1. Die Bedeutung des Moments. Der Erzengel Gabriel wird von Gott beauftragt, Maria zu besuchen. Nicht irgendein Engel, sondern einer der Erzengel, der Bote Gottes. Die Botschaft, die er bringt, ist die wichtigste in der Geschichte der Menschheit. Von Marias Antwort hĂ€ngt das ewige Leben aller Menschen ab. Sicher war nichts zufĂ€llig, was an jenem Tag geschehen ist: der Moment, den der Engel wĂ€hlt, der Ort, die UmstĂ€nde, die Art und Weise seines Erscheinens, die Worte, die er wĂ€hlt. Alles war bis ins letzte Detail geplant. Alles hat seine Bedeutung. Doch fĂŒr den Betrachter, der nur von außen zuschaut und das, was hinter dem Vorhang geschehen ist, nicht kennt, ist alles unscheinbar. Gottes Wege sind nur selten spektakulĂ€r und aufsehenerregend.

2. Völlig unerwartet und doch bereit. FĂŒr Maria kam die Erscheinung des Engels völlig unerwartet. Es gab keine AnkĂŒndigung, keine versteckten Hinweise. Mit ihren etwa 14 oder 15 Jahren musste sie bereit sein fĂŒr diesen alles entscheidenden Moment. Wie sie es geschafft hat, vorbereitet zu sein? Sie hat immer geliebt und war Gott treu bis ins letzte Detail. Aber sie hat keine besonderen Leistungen vollbracht, sie war nicht ununterbrochen im Tempel oder der Synagoge, sie war nicht 16 Stunden des Tages auf den Knien, sie hat nicht die hĂ€rtesten BuĂŸĂŒbungen vollbracht. Nichts davon ist entscheidend. Sie besaß eine glĂŒhende Liebe, einen unerschĂŒtterlichen Glauben, grenzenloses Vertrauen, eine tiefe Demut, eine strahlende Reinheit, einen bedingungslosen Gehorsam gegenĂŒber dem Willen Gottes.

3. Ein vertrauensvolles, bedingungsloses Ja. â€žMir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Wie viel steckt in diesen einfachen Worten! Sie sind ein bedingungsloses Ja, die Unterschrift auf einen Blankoscheck. Sicher ist ihr die Frage durch den Kopf gegangen, was wohl aus ihr werden wĂŒrde. Was wĂŒrde ihr Verlobter sagen, wenn sie plötzlich schwanger ist? Muss er nicht denken, dass ich eine Ehebrecherin bin? Werde ich dafĂŒr nicht gesteinigt, wie es im Gesetz des Mose steht? Sicher hatte sie ihre eigenen PlĂ€ne. Hatte sie etwa beabsichtigt, schon so jung ein Kind zu bekommen? Wollte sie nicht sogar Jungfrau bleiben? Hat das zu ihren Vorstellungen von einem erfĂŒllten Leben gepasst? Aber sie erbittet sich keine Bedenkzeit. Sie will nicht auf Nummer sicher gehen, da doch ihr Leben in Gefahr ist oder sie zumindest schlecht dastehen wĂŒrde. Sie braucht keine Sicherheiten, keine HintertĂŒr, keinen Plan B. Sie gibt ihr schlichtes, bedingungsloses Ja und wird so zu einem wunderbaren Beispiel der Heiligkeit fĂŒr uns.

GesprĂ€ch mit Christus: Heilige Maria, du bist unsere Mutter im Himmel. Dein Leben ist ein Vorbild fĂŒr uns. Lass uns von dir lernen und deine Tugenden nachahmen. Tritt bei Gott fĂŒr uns ein und erbitte uns die Gnaden, die wir am meisten brauchen.

Vorsatz: Ich werde heute versuchen, zu allem, was mir geschieht, ja zu sagen.


Leistung und Liebe

23. August 2019

Freitag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Rosa von Lima OSD, Mystikerin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die PharisÀer hörten, dass Jesus die SadduzÀer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen NÀchsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hÀngt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr und Gott, ich danke dir fĂŒr so viel Gutes, das ich von dir empfangen habe. Als Antwort auf deine Liebe möchte ich dir diese Gebetszeit schenken, in der ich dein Wort betrachten will.

Bitte: Hilf mir, immer in der Liebe zu bleiben.

1. Sinn und Kraft. Jesus stellt hier das Doppelgebot der Gottes- und NĂ€chstenliebe ins Zentrum seiner Botschaft. „An diesen beiden Geboten hĂ€ngt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ Mit anderen Worten, die ErfĂŒllung der Gebote soll immer mit Liebe geschehen. Wer die Gebote hĂ€lt, aber nicht in der Liebe ist, verfehlt den Sinn der Gebote Gottes. Die Liebe ist nicht nur der Sinn der Gebote, sondern auch die Kraftquelle, die es uns ermöglicht, sie zu halten. Wir alle machen die Erfahrung, dass es oft nicht leicht ist, treu zu bleiben. Wir stoßen immer wieder an unsere Grenzen und werden konfrontiert mit unserer eigenen SchwĂ€che. Je grĂ¶ĂŸer die Liebe, desto einfacher ist es, die Gebote zu erfĂŒllen und unsere SchwĂ€chen zu ĂŒberwinden.

2. Leistung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung einen zentralen Stellenwert hat. Schon von klein auf werden wir auf Leistung getrimmt. Es gibt Lob, wenn ein DreijĂ€hriger seinen Teller leer gegessen hat oder wenn er es geschafft hat, sauber zu bleiben. SpĂ€ter wird er gelobt, wenn er Fahrradfahren oder Schwimmen lernt, wenn er gute Noten bekommt, wenn er besondere FĂ€higkeiten entwickelt. Man bekommt Anerkennung fĂŒr die Leistung, die man erbracht hat. Wie automatisch denken wir genauso, was den Glauben betrifft. Wir meinen, wir bekommen „Anerkennung“ von Gott nur dann, wenn wir die Gebote gehalten oder „viel“ gebetet haben. Glauben und Leistungsdenken passen aber ĂŒberhaupt nicht zusammen. Die Logik der Liebe ist eine völlig andere.

3. Liebe als Quelle der IdentitĂ€t. FĂŒr Gott sind wir nicht nur dann wertvoll, wenn wir Leistung erbringen. Gott ist nicht daran interessiert, dass wir Großartiges leisten. Er ist interessiert an unserer Liebe. Er liebt uns bedingungslos, vor jeder Leistung oder trotz aller Schuld. Er liebt uns, weil wir seine Kinder sind. Er liebt uns nicht fĂŒr das, was wir haben oder tun, sondern weil wir sind, was wir sind. Wir mĂŒssen lernen, der Liebe erste PrioritĂ€t einzurĂ€umen und nicht der Leistung. Wir brauchen dann kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn wir einmal nicht unsere „Glaubensleistung“ erbracht und ein Gebet ausgelassen haben, denn wir werden Gott dafĂŒr auf andere Weise geliebt haben. Wer liebt, der drĂŒckt seine Liebe auf vielerlei Weise aus. Ein ausgelassenes Gebet ist fĂŒr ihn kein Beinbruch, weil er sein SelbstwertgefĂŒhl nicht aus erbrachten Leistungen bezieht, sondern sich als geliebtes Kind Gottes weiß und versucht, auf Gottes Liebe selbst mit Liebe zu antworten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du lĂ€dst uns nicht nur ein, das Gebot der Gottes- und NĂ€chstenliebe zum wichtigsten Gebot unseres Lebens zu machen. Du hast uns selbst vorgelebt, was du forderst. Hilf uns, dein Beispiel zu befolgen und wie du selbstlos fĂŒr Gott und unsere Mitmenschen da zu sein. Befreie uns von jedem Leistungsdenken und schenke uns die Freiheit und Freude der Kinder Gottes.

Vorsatz: Ich werde heute mit Gottes Hilfe versuchen, ganz selbstlos ein gutes Werk tun.


Gerechte Urteile

24. August 2019

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Apostel BartholomÀus
Fest

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Joh 1,45-51
In jener Zeit traf Philippus NatanaĂ«l und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, ĂŒber den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte NatanaĂ«l zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah NatanaĂ«l auf sich zukommen und sagte ĂŒber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. NatanaĂ«l fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. NatanaĂ«l antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen ĂŒber dem Menschensohn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, König der Apostel, höre heute, am Fest des heiligen BartholomĂ€us, auf seine FĂŒrsprache. Begleite mich am heutigen Tag und hilf mir, bei der Betrachtung deines Wortes deine Stimme zu hören.

Bitte: Lehre mich, recht zu urteilen und ehrlich mit mir und mit anderen zu sein.

1. Vorschnelles Urteilen. Wir Menschen sind meistens sehr schnell dabei, uns ein Urteil (oder Vorurteil) zu bilden. Oft genĂŒgt eine schlechte Erfahrung, die wir gemacht haben, oder eine ErzĂ€hlung, die wir gehört, ein Bericht, den wir gelesen haben, um eine Person oder eine ganze Personengruppe in eine Schublade zu stecken. Die ObjektivitĂ€t bleibt dabei auf der Strecke. Und mit ihr die NĂ€chstenliebe, Wahrheit und Gerechtigkeit. Wie oft haben wir eine vorgefertigte Meinung ĂŒber Politiker, Bischöfe, Arbeitskollegen oder Nachbarn. Die RealitĂ€t ist aber komplexer und verlangt etwas mehr Ernsthaftigkeit. Selbst möchte man doch auch nicht in eine Schublade gesteckt werden.

2. Offen und ehrlich. â€žAus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen?“ NatanaĂ«ls Urteil ĂŒber Nazarener im Allgemeinen ist schon gebildet. Nazarener schienen nicht gerade ĂŒber einen guten Ruf zu verfĂŒgen. Zum GlĂŒck ist er bereit, sich vom Gegenteil ĂŒberzeugen zu lassen. Offenheit ist die Grundvoraussetzung dafĂŒr, dass etwas Neues, Gutes entstehen kann. Jesus nennt NatanaĂ«l einen echten Israeliten, einen Mann ohne Falschheit. Er war also bemĂŒht, als guter Jude zu leben und ehrlich mit sich und mit anderen zu sein. GemĂ€ĂŸ den eigenen Überzeugungen leben, auf sein Gewissen hören, ehrlich mit sich und anderen sein: Mit diesen Tugenden ist es nicht schwer, mehr in Jesus zu erkennen als einen einfachen Menschen.

3. Das Urteil Jesu. Jesus ist fĂ€hig, im Menschen mehr zu sehen. Er sieht den echten Israeliten, den Mann ohne Falschheit. Er hĂ€tte auch den SĂŒnder sehen können, der ihn vorverurteilt, ohne ihn zu kennen. Doch der Blick Jesu richtet sich auf das Gute in ihm. Obwohl niemand den Menschen kennt wie er, obwohl niemand wie er zu einer vollkommenen ObjektivitĂ€t fĂ€hig ist, hebt Jesus das Gute hervor. Es ist eine Eigenschaft seiner Liebe, ĂŒber Schlechtes hinwegzusehen. Nicht, dass er die SĂŒnde banalisiert oder klein redet, im Gegenteil. Jesus betont immer wieder, dass die SĂŒnde das Schlimmste ist, was dem Menschen passieren kann, und der Grund dafĂŒr, dass er am Kreuz sterben musste. Aber trotz allem schaut er zuerst auf das Gute im Menschen, das immer vorhanden ist. Er nimmt uns an, wie wir sind, und gibt uns die Gelegenheit, ihn nachzuahmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist die Wahrheit und GĂŒte selbst. Voller Barmherzigkeit schaust du auf mich. Du kennst meine SĂŒnden, aber du nennst mich bei meinem Namen, du behandelst mich wie dein geliebtes Kind und möchtest Gutes in mir hervorbringen. Hilf mir, dass ich mich ganz angenommen und geliebt weiß und deine Liebe weitergebe.

Vorsatz: Ich werde mich heute bemĂŒhen, ganz bewusst die guten Eigenschaften eines Mitmenscahen zu sehen, bei dem ich sonst eher die schlechten sehe.