Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. Juli 2019 bis Samstag 3. August 2019

Siebzehnte Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová

Herr, lehre uns beten!Sonntag
Ich vertraue dirMontag
Erkläre uns das Gleichnis!Dienstag
Hingabe aus FreudeMittwoch
UnterscheidungDonnerstag
Glaube und KontemplationFreitag
Authentizität Samstag


Herr, lehre uns beten!

28. Juli 2019

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,1-13
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung. Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir an diesem Sonntag. Du wartest bereits auf mich und freust dich auf unsere Begegnung. Ich komme so, wie ich gerade bin, mit meinen Freuden und Sorgen, Unbeschwertheit oder MĂĽdigkeit. Alles kann ich zu dir bringen. Hier bin ich, Herr.

Bitte: Diese Woche möchte ich fĂĽr mein Gebet bitten: dass du mir hilfst, besser zu beten. Zusammen mit den JĂĽngern rufe ich: Herr, lehre mich beten!

1. Woher kommt diese Sehnsucht? Die JĂĽnger Jesu waren fromme Juden, sie waren mit dem Beten vertraut, und trotzdem bitten sie Jesus: Lehre uns beten! Woher kommt diese Bitte – oder diese Sehnsucht? Sie haben gesehen, wie Jesus betet. Was hat sie so sehr beeindruckt? Ich versuche mir vorzustellen, wie der geliebte Sohn des Vaters, der Erlöser der Welt, unser Bruder, mit Gott Vater spricht. So natĂĽrlich, persönlich, ernst, fokussiert, herzlich… Kann diese Betrachtung auch in mir die Sehnsucht entzĂĽnden, besser beten zu wollen?

2. Vater unser. Jesus schenkt uns sein Gebet. Ich kenne es schon, aber heute möchte ich es noch einmal verkosten und besser verstehen. Gott ist mein Vater – unser Vater, ich bin beim Beten auch mit Jesus und mit allen Menschen verbunden. Ich lobe ihn und danke ihm. Beginnt mein Gebet normalerweise so? Ich bitte dafĂĽr, dass sein Reich komme, sein Wille geschehe, dass die Welt sich immer mehr nach Gottes Plan verwandelt, dass dort mehr Liebe und Gerechtigkeit herrscht. Und erst dann bete ich fĂĽr meine BedĂĽrfnisse: Nahrung fĂĽr Leib und Seele, Vergebung, Schutz. Hilft es mir, das Vaterunser langsam und aufmerksam zu beten, mein eigenes Gebet etwas zu erneuern?

3. Bittet, sucht, klopft an… Jesus ergänzt seinen Unterricht mit einem Gleichnis: Wir sollen mit Beharrlichkeit und Vertrauen bitten, so wie jemand in Not einen Freund bittet oder ein Kind seinen Vater. Es kann uns passieren, dass das Gebet schwierig wird, dass wir scheinbar keine Antwort von Gott bekommen und wir uns so fĂĽhlen, als ob Gott abwesend wäre. Lassen wir uns von Jesus jeden Tag von neuem ermutigen und bitten, suchen, klopfen wir an. Unser Gebet wächst mit uns und verändert sich. Manchmal begegne ich Gott eher in Stille, ein anderes Mal, indem ich nachsinne ĂĽber die Heilige Schrift, wieder ein andermal, indem ich fĂĽr meine Familie FĂĽrbitten einlege oder auch in der Betrachtung der Natur… Wie kann ich heute am besten Gott begegnen?

Gespräch mit Christus: Heiliger Geist, du Geschenk Gottes, leite mich im Gebet, lehre mich beten, und bete du in mir.

Vorsatz: Ich möchte heute bewusst Gott dafĂĽr danken, dass ich mit ihm sprechen kann.


Ich vertraue dir

29. Juli 2019

Hl. Marta von Betanien
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 11,19-27
In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich möchte mir heute ein bisschen Zeit nehmen, um bei dir zu sein. Ich lege alles zur Seite und begebe mich in deine Gegenwart. Du liebst mich und wartest auf mich. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich!

Bitte: Heute möchte ich dich bitten, meinen Glauben und mein Vertrauen in dich zu vertiefen. Hilf mir, Jesus, auf die FĂĽrsprache der heiligen Marta!

1. Herr, wärst du hier gewesen… Marta und ihre Geschwister, Maria und Lazarus, waren mit Jesus eng befreundet. Es war fĂĽr sie selbstverständlich gewesen, ihn um Hilfe zu bitten, als Lazarus schwer erkrankt war. Jesus hatte die Botschaft erhalten und auch verstanden, aber er kam erst drei Tage nach dem Tod des Lazarus nach Betanien. Marta bekundet Jesus dann ihren Schmerz und traut sich, ihm ihre Gedanken ehrlich zu sagen. Habe ich Vertrauen genug, um mit Jesus auch meinen Schmerz und meine Zweifel zu teilen?

2. Aber auch jetzt weiĂź ich… Marta fĂĽgt gleich hinzu, dass ihr Glaube an Jesus dadurch nicht erschĂĽttert wird. „Alles worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Eine unerwartete Entwicklung von Situationen, eine Krise, kann unseren Glaube erschĂĽttern oder eben auch stärken, wenn wir sie mit Vertrauen angehen. Betrachten wir Martas Einstellung. Wie stark muss ihre Freundschaft mit Jesus gewesen sein, um solche Aussagen machen zu können? Oder war es ein Geschenk Gottes, eine Gnade, so zu reagieren? Habe ich etwas Ă„hnliches erlebt, sodass mein Glaube in einer Krisensituation gestärkt wurde?

3. Ich bin die Auferstehung und das Leben… glaubst du das? Jesus bittet Marta um noch tieferen Glauben und noch tieferes Vertrauen. Er kennt ihr Herz, fordert sie heraus und bittet darum. Vertrauen ist etwas, das nur wir Gott schenken können. Er zeigt uns zwar sein Vertrauen, kann aber unseres nur empfangen. Ich staune darĂĽber, wie verletzlich Gott sich macht, er, der selbst die Auferstehung und das Leben ist.

Gespräch mit Christus: Herr, wie steht es um mein Vertrauen in dich? Wie spiegelt das sich in meinem Gebet wider? Bitte hilf mir, in meiner Freundschaft zu dir und in meinem Vertrauen weiter zu wachsen.

Vorsatz: Ich möchte heute alle Vorsätze, die ich mir fĂĽr diese Woche vorgenommen habe, durchdenken und einen Plan machen, wie ich sie auch umsetzen kann.


Erkläre uns das Gleichnis!

30. Juli 2019

Dienstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Chrysologus, Bischof und Kirchenlehrer

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,36-43
In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich möchte dir begegnen, mein Gott. Manchmal weiĂź ich nicht, wie ich anfangen soll. Deshalb bitte ich: Komm, Heiliger Geist! Erleuchte mein Herz und entzĂĽnde es mit dem Feuer deiner Liebe! Herr, ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, und ich möchte dich ĂĽber alles lieben.

Bitte: Jesus, hilf mir, deine Worte zu hören und sie auch immer besser zu verstehen.

1. Erkläre uns… Die JĂĽnger waren mit Jesus zusammen, wenn er die Menschen lehrte. Sie haben viel gehört, aber nicht immer alles verstanden. Am Abend, im engeren Kreis, stellten sie Jesus diese Frage, richteten an ihn diese Bitte. Wie schön und hilfreich ist es doch, mit unseren Fragen nicht nur selbst zu ringen, sondern sie auch ins Gebet zu bringen! Und mit Demut und Vertrauen zu bitten: Jesus, erkläre mir, was du mir heute mit dieser Schriftstelle sagen möchtest!

2. Die Gleichnisse und das Leben. Die hebräische Denkweise und Sprache sind sehr bildhaft und konkret. Auch Jesus selbst hat in seiner Lehre oft Gleichnisse benutzt. Vielleicht habe ich schon erfahren, wie Gott zu mir im Alltagsgeschehen spricht. Möglicherweise gibt es auch Situationen, die mir rätselhaft bleiben. WĂĽrde ich Jesus darum bitten, mir ein Gleichnis, das mir rätselhaft geblieben ist, zu erklären?

3. Wer Ohren hat, der höre! Zum Schluss erwähnt Jesus, worauf es ankommt, um seine Worte zu verstehen: Hören, und vielleicht sogar Hören zu wollen. Was kann das fĂĽr mich bedeuten? Mir wirklich Zeit fĂĽr das Gebet zu nehmen? Mich Gott gegenĂĽber zu öffnen? Die Bereitschaft, meine Meinung neuen Erkenntnissen entsprechend zu ändern? Auf die kleinen Hinweise Gottes in meinem Alltag aufmerksam zu sein?

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast uns versprochen, dass der Heilige Geist, der Beistand, uns helfen wird, deine Worte zu behalten und zu verstehen. Sprich, Herr, ich möchte dein Wort in der Heiligen Schrift und in meinem Alltag hören, verstehen und danach handeln.

Vorsatz: Ich möchte heute vor einer Entscheidung oder der Erledigung einer Aufgabe kurz den Heiligen Geist anrufen und um seine Hilfe bitten.


Hingabe aus Freude

31. Juli 2019

Hl. Ignatius von Loyola SJ, Priester, OrdensgrĂĽnder
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,44-46
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Vater, danke, dass ich mit dir sprechen kann. Ich bin in deiner liebenden Gegenwart und möchte bei dir verweilen. Stärke meinen Glauben, mehre mein Vertrauen und entzĂĽnde meine Liebe!

Bitte: Herr, schenk mir Freude am Beten!

1. Ein Schatz, der Freude macht. Ich betrachte den glĂĽcklichen Finder: Vielleicht beim Arbeiten, vielleicht nach einem starken Regen, hat er in einem Acker etwas glänzen sehen, kommt näher, zieht daran, gräbt ein bisschen und entdeckt eine groĂźe Schatztruhe. Er öffnet den Deckel und staunt ĂĽber die Menge Gold und Juwelen. Es scheint, als ob der Schatz hier nur auf ihn gewartet hätte. Im Geistesblitz erkennt er, dass solch eine Entdeckung sein ganzes Leben verändern, alles verbessern, neue Möglichkeiten eröffnen kann. Aber er muss zuerst einmal den Acker erwerben. In seiner groĂźen Freude ĂĽber den Schatz verkauft er ohne Bedenken, was er hat. Es ist eine Freude, die Sicherheit schenkt, die Zukunft verspricht, die mich tief berĂĽhrt. Habe ich schon einmal so eine Freude erfahren?

2. Ein verborgener Schatz. Das Gebet und eine tiefe, persönliche Beziehung mit Gott, die sich im Gebet weiter entwickeln kann, sind auch ein verborgener Schatz. Manche meinen, Beten sei nur Zeitverschwendung, ein leeres Ritual. Sie sehen nur den Acker, der einem viel Arbeit abverlangt und wenig Ertrag gibt. Aber wer die Schönheit Gottes erblickt, seine Liebe verkostet hat, ahnt, dass es sich lohnt, in diesen Acker noch mehr Arbeit zu investieren. Auch wenn er nicht genau weiĂź, wie groĂź dieser Schatz ist, weil Gott all unsere Vorstellungskraft ĂĽbersteigt.

3. An die Arbeit! Der Schatz des Gebetes wird nicht als Geschenk mit der Post vor meiner TĂĽr abgeliefert. Er soll entdeckt, erworben und ausgegraben werden. Gott bietet ihn mir an und braucht meine Mitarbeit. Wie jede Beziehung wächst auch meine Beziehung mit Gott mit der Zeit, die wir uns gegenseitig schenken, mit der Bereitschaft, zu warten, zu lernen, zu lieben. Es gibt Zeiten, wenn mein Gebet sehr einfach flieĂźt und andere, wenn es schwierig sein kann. Das sollte mich nicht beunruhigen. Der Schatz gehört mir. Er hat sich mir geschenkt.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du in deiner groĂźen Liebe mich immer wieder einlädst, im Gebet und in der Freundschaft mit dir zu wachsen. Hilf mir, im Gebet zu verharren, besonders in Momenten, wenn es nicht so einfach ist. Du bist es wert!

Vorsatz: Ich kann mir im Laufe des Tages einen Moment Zeit nehmen, um mich an eine Erfahrung zu erinnern, bei der mir Gott besonders geholfen oder mich berĂĽhrt hat.


Unterscheidung

1. August 2019

Hl. Alfons Maria von Liguori CsSR, OrdensgrĂĽnder, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,47-52
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich komme zu dir, mein Gott, weil du mich rufst. Du sehnst dich nach einer Begegnung mit mir und ich auch. Schenk mir bitte deinen Heiligen Geist, um mich in diesem Moment zu leiten. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich möchte dich ĂĽber alles lieben.

Bitte: Herr, hilf mir, in meinem Leben immer besser zu unterscheiden, was mich näher zu dir bringt.

1. Eine Vielfalt zur Auswahl. Das Evangelium von heute zeigt mir zwei Bilder, die etwas miteinander gemein haben: Sowohl den Fischern mit ihrem vollen Netz als auch dem Hausherrn mit reichem Vorrat steht eine Vielfalt zur Auswahl. Nicht alle Fische sind gut oder gut genug, um sie zu verkaufen, nicht alles, was im Vorrat liegt, braucht der Hausherr fĂĽr heute. Man soll ĂĽberlegen und unterscheiden. Auch das Gebet ist ein Raum zum Unterscheiden. Besonders wenn wir eine komplizierte Entscheidung treffen sollen oder einfach beim Tagesabschluss.

2. Gute Fische und schlechte Fische. Eine Art von Unterscheidung, die ich in meinem Leben treffen muss, ist jene zwischen Gut und Böse. Ich bin zerbrechlich, mehr oder weniger erfahre ich auch Versuchungen und verzage. Wie wichtig und wertvoll ist es dann zu sagen (wo man es eindeutig erkennen kann): Ja, das war schlecht. Es tut mir leid. Ohne es vertuschen zu wollen, ohne es zu ignorieren. Ich kann mich fragen, wie fit mein Gewissen ist. Ich kann auch die Fischer bzw. die Engel betrachten: Wie sorgfältig sie alles Wertvolle sammeln und schätzen und wie entschieden sie das Böse oder Wertlose wegwerfen. Vielleicht kann es auch fĂĽr mich eine Einladung sein, am Abend kurz auf meinen Tag RĂĽckschau zu halten, fĂĽr alle Geschenke Gottes und alles Gute, das er durch mich und durch andere gewirkt hat, zu danken, und mich von Bösem oder Wertlosem in meinem Leben abzuwenden.

3. Neues und Altes. Das Bild vom Hausherrn kann uns an eine zweite Ebene von Unterscheidung erinnern: Jesus spricht zu seinen JĂĽngern, sie haben in der Synagoge die Schriften des Alten Bundes verinnerlicht, und jetzt lernen sie die neue Lehre Christi kennen. Er lädt sie ein, das Alte nicht zu verwerfen. Die JĂĽnger sollen beides, Altes und Neues nutzen, um selbst Gott näher zu kommen und andere zu ihm zu bringen. In Entscheidungen, bei denen es um die Auswahl unter zwei guten Dingen geht, kann ich mich fragen: „Welche von diesen Alternativen wĂĽrde mich näher zu Gott bringen? Welche Entscheidung wĂĽrde mich Jesus ähnlicher machen?“ Traue ich mich, so eine Frage zu stellen?

Gespräch mit Christus: Jesus, gib mir Mut, die Welt und auch meine Wirklichkeit, mit deinen Augen zu schauen, und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich möchte dein JĂĽnger sein und von dir lernen.

Vorsatz: Ich nehme mir heute Abend Zeit, um zusammen mit Jesus ĂĽber meinen Tag RĂĽckschau zu halten, um zu danken und vielleicht auch um Vergebung zu bitten, und mich so auf morgen vorzubereiten.


Glaube und Kontemplation

2. August 2019

Freitag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Eusebius von Vercelli, Bischof und Märtyrer

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,54-58
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? HeiĂźt nicht seine Mutter Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine BrĂĽder? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles? Und sie nahmen AnstoĂź an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich bin in deiner Gegenwart. Du lädst mich zu dieser Begegnung im Gebet ein und schenkst mir dazu deinen Heiligen Geist. Danke! Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich. Hilf mir, deine Worte zu hören, sie zu verstehen und in meinem Leben in die Tat umzusetzen.

Bitte: Herr, vermehre meinen Glauben, damit ich dein Wirken in meinem Alltag entdecken kann.

1. Jesus in seiner Heimatstadt. Die Bewohner von Nazaret hören Jesus lehren, sehen seine Wunder, und trotzdem lehnen sie ihn ab. „Es ist doch der Sohn von Maria und Josef! Der Junge aus unserer Nachbarschaft! Er hat doch nicht bei den Schriftgelehrten in Jerusalem studiert, sondern mit Josef in der Werkstatt gearbeitet. Woher hat er das alles?“ Die Antwort war einfach: von Gott, seinem Vater. Aber die Nachbarn wollten es -oder konnten es- nicht fassen. Denn Gott rĂĽckt ihnen in Christus so nah, dass sie es nicht glauben können. Es ist allerdings so: Durch die Menschwerdung des Sohnes errichtet Gott sein Zelt unter uns, ist er unser „Nachbar“ geworden, teilt er unser Leben. Was fĂĽr sie abschreckend war, darĂĽber kann ich im Gegenteil staunen und Gott dafĂĽr preisen. Er ist Emanuel, Gott mit uns!

2. Gott in meiner Heimatstadt. Ich kann jetzt die Situation auf mein eigenes Leben ĂĽbertragen: Kann ich das Wirken Gottes in meiner Heimatstadt, in meiner Familie, meinem Arbeitsumfeld erkennen? Er kann doch auch durch meinen Ehepartner, mein Kind, meinen Kollegen zu mir sprechen, mich beschenken oder zum Nachdenken bringen… Habe ich es vielleicht so erfahren? Bin ich dafĂĽr offen? Oder ist dieser Bereich fĂĽr mich von meinem geistlichen Leben getrennt? Gott liebt uns zu sehr, um seinen Austausch mit uns nur auf die Gebetszeiten zu begrenzen… Er möchte sich uns in jedem Moment schenken.

3. Kontemplativ im Alltag. Kontemplation ist ein mehrdeutiger Begriff. Eine Bedeutung besteht genau in dieser Fähigkeit, Gott im Alltag zu finden, seine Spur in der Natur, in den Menschen, in Gesprächen und auch in der Vielfalt der Situationen zu entdecken. Es ist eine Suche im Glauben und mit dem Herzen, und auch eine Gnade Gottes. Ich kann mich danach sehnen, sie erbitten, mich dafĂĽr öffnen und darin ĂĽben. Ein stiller Moment am Ende des Tages kann eine gute Gelegenheit sein, Gott in meinem Leben auf die Spur zu kommen.

Gespräch mit Christus: Mein Gott, danke, dass du mir so nah bist, dass du mich in jedem Moment meines Lebens begleitest. Hilf mir, aufmerksamer dein Wirken zu betrachten, damit ich dir besser nachfolgen kann.

Vorsatz: Am Ende des Tages versuche ich mich daran zu erinnern, wo ich Gott heute begegnet bin.


Authentizität

3. August 2019

Samstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 14,1-12
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

EinfĂĽhrendes Gebet: Lieber Vater, ich komme zu dir als dein geliebtes Kind. Danke, dass du immer fĂĽr mich sorgst, dass du mir immer zur Seite stehst. Ich öffne mein Herz und bitte dich, dass du mich dein Wort verstehen lässt und mir deine Liebe noch tiefer offenbarst. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich!

Bitte: Herr, lass mich besser verstehen, was es bedeutet, authentisch zu leben.

1. Menschenfurcht. Das Evangelium erzählt uns heute eine traurige Geschichte. Man fragt sich, warum. Herodes so gehandelt hat. Möglicherweise, weil viel von seinem Tun von Menschenfurcht geleitet war. Er hat Johannes gerne zugehört, aber fĂĽrchtete ihn, wenn er ihm die Wahrheit ĂĽber seine Beziehung zu Herodias sagte. Er fĂĽrchtete Herodias, die Johannes hasste. Er fĂĽrchtete das Volk, wenn er Johannes töten lassen wĂĽrde. Und er fĂĽrchtete, dass die Gäste von ihm enttäuscht wären, falls er seinen Schwur nicht erfĂĽllte. In die Enge getrieben begeht er etwas Ungeheuerliches, das er wahrscheinlich später sehr bereut. Vielleicht redet er sich deshalb ein, Jesus sei der auferstandene Johannes der Täufer.

2. Wo ist Gott? Hat Herodes ĂĽberhaupt an Gott gedacht? Er scheint in allen seinen Ăśberlegungen und Entscheidungen abwesend, vergessen. Könnte es ein Grund sein, warum Herodes in diese Enge, diese Gefangenschaft geraten ist? Jesus sagte: Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien. Habe ich in meinem Leben erfahren, wie befreiend die Wahrheit ist? Die Wahrheit ĂĽber eine Beziehung, ĂĽber den Wert des Lebens, ĂĽber die ErfĂĽllung von gerechten Gesetzen… auch wenn ich deshalb schwierige Gespräche fĂĽhren oder komplizierte Entscheidungen treffen soll? Ich kann unmöglich alle Menschen zufriedenstellen. Aber ich kann der Stimme Gottes in meinem Gewissen treu bleiben.

3. Gehen wir zu Jesus! Die JĂĽnger des Johannes gingen zu Jesus und berichteten ihm alles. Auch vorher wurden sie von Johannes zu Jesus geschickt, als er noch im Gefängnis war, um ihm zu fragen, ob er der Messias sei oder ob sie einen anderen erwarten sollten. Gibt es in meinem Leben heute eine Frage, einen Zweifel, eine komplizierte Angelegenheit, die ich gerne zu Jesus bringen möchte? Er ist mein bester Freund und will das Beste fĂĽr mich. Ich kann ihm vertrauen.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du ein Teil meines Lebens bist. Danke, dass du mir Freiheit schenken möchtest, durch die Wahrheit. Ich vertraue dir und möchte mich von dir leiten lassen.

Vorsatz: Wenn ich heute eine Entscheidung treffen soll, erinnere ich mich kurz daran, dass Gott bei mir ist und mich stärkt.