Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21. Juli 2019 bis Samstag 27. Juli 2019

Sechzehnte Woche im Jahreskreis

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Freunde JesuSonntag
SehnsuchtMontag
Bleibt in mirDienstag
Frucht bringenMittwoch
Diener seinDonnerstag
Ich will Gott schauenFreitag
Unkraut und WeizenSamstag


Freunde Jesu

21. Juli 2019

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Laurentius von Brindisi, Ordenspriester, Kirchenlehrer

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 10,38-42
In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu FĂŒĂŸen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, fĂŒr ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kĂŒmmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein ĂŒberlĂ€sst? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und MĂŒhen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt, das soll ihr nicht genommen werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie Maria möchte ich mich dir zu FĂŒĂŸen setzen und deinen Worten zuhören.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Weisheit und der Erkenntnis. Mache mich offen fĂŒr das Wort Jesu.

1. Gastfreundschaft. â€žâ€Šund sie nahm ihn freundlich auf.“ Vor ein paar Monaten mussten wir wegen eines Rohrbruchs aus unserem Haus ausziehen und eine Nachbarin hat uns aufgenommen. Sie tat das mit so viel Freude, dass wir fast den Eindruck hatten, ihr einen Gefallen damit zu tun! So stelle ich mir die Gastfreundschaft von Marta, Maria und Lazarus vor: Liebevoll, freundlich, dankbar. Schön, dass du da bist, Jesus! Danke, dass ich fĂŒr dich arbeiten und dich bedienen darf! Es ist mir eine Ehre!

2. Du machst dir viele Sorgen! Ja, ich auch. Und ich denke, Jesus versteht das. Er macht mir keinen Vorwurf daraus. Aber er lĂ€dt mich ein, meine Sorgen mit ihm zu teilen. „Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kĂŒmmert sich um euch!“ (1 Petr 5,7) Zum Thema Sorgen hilft mir immer das Lukasevangelium 12,22-31.

3. Das soll ihr nicht genommen werden. Maria hat das Bessere gewĂ€hlt. Das einzig Notwendige. Wenn wir bei Jesus sind, bei ihm verweilen und seinem Wort in uns Raum geben, dann fĂŒllt er all unser Sein und Tun mit Sinn. Er lĂ€dt uns zu einer persönlichen Freundschaft mit ihm ein. Er möchte immer bei uns sein, unser ganzes Leben, unsere Freude und unser Leid, die Sorge, die Arbeit, die Freizeit,
 ja ALLES mit uns teilen. Und dieses Geschenk seiner Freundschaft soll uns nie genommen werden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du jetzt hier bei mir zu Gast bist. Danke, dass ich fĂŒr einen Moment bei dir verweilen kann und deine Gegenwart genießen darf. Ich möchte dir auch von meinen Sorgen erzĂ€hlen und sie mit dir teilen: (
) Danke, dass du dich dafĂŒr interessierst und mir aufmerksam zuhörst. Danke fĂŒr das riesige Geschenk deiner Freundschaft.

Vorsatz: Meinen Sorgen heute nicht alleine, sondern mit Jesus begegnen. „Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kĂŒmmert sich um euch!“ (1 Petr 5,7)


Sehnsucht

22. Juli 2019

Hl. Maria Magdalena
Fest

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 20,1-2.11-18
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frĂŒhmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem JĂŒnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. WĂ€hrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen GewĂ€ndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die FĂŒĂŸe des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der GĂ€rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf HebrĂ€isch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen BrĂŒdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den JĂŒngern und verkĂŒndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gemeinsam mit Maria Magdalena mache ich mich heute auf den Weg zu dir, Jesus. Ich möchte dich suchen. So lange, bis ich dich finde.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Liebe und der Geduld. EntzĂŒnde mein Herz.

1. FrĂŒhmorgens, als es noch dunkel war. Voller Sehnsucht macht sich Maria Magdalena am frĂŒhen Morgen auf den Weg, um nach Jesus zu suchen. Draußen ist es noch dunkel. Aber auch in ihrem Herzen ist es dunkel: Jesus ist gestorben! Der, den sie liebt; der, der ihrem Leben Sinn gegeben hat; der, der sie aus der Macht des Bösen befreit hat, ist tot. Traurigkeit, Verzweiflung, Resignation und Dunkelheit machen sich in ihrem Inneren breit. Und doch macht sie sich auf den Weg, um IHN zu suchen.

2. Warum weinst du? Wen suchst du? Sich diesen Fragen zu stellen, ist nicht immer leicht. Was macht mich traurig oder mutlos? Wonach sehne ich mich? WorĂŒber Ă€rgere ich mich? Was treibt mich um, wenn ich nicht schlafen oder mich nicht konzentrieren kann? Es kann guttun, sich fĂŒr die Beantwortung dieser Fragen einmal Zeit zu nehmen. Kann auch Jesus eine Antwort auf diese SehnsĂŒchte sein?

3. Halte mich nicht fest. Ich kann Maria Magdalena gut verstehen: Voller Trauer hat sie sich auf den Weg gemacht, verzweifelt hat sie nach dem Leichnam Jesu gesucht, und jetzt hat sie ihn gefunden! Und zwar nicht tot, sondern quicklebendig! SelbstverstĂ€ndlich will sie ihn nicht mehr loslassen! Nie wieder will sie Jesus verlieren! Und da sagt Jesus. „Halte mich nicht fest.“?Das klingt fast ein bisschen grausam, doch Jesus hat etwas Besseres fĂŒr Maria Magdalena: Er geht zu seinem Vater, und er sendet seinen Heiligen Geist, durch den er auf eine neue Art und Weise gegenwĂ€rtig ist: Er lebt von nun an nicht mehr nur in JudĂ€a oder GalilĂ€a, sondern IN JEDEM EINZELNEN VON UNS. Lassen wir uns das einmal auf der Zunge zergehen. Der gleiche Jesus, den Maria geboren, der die Apostel berufen, der Kranke geheilt und DĂ€monen ausgetrieben hat, der Gekreuzigte und Auferstandene, ja, dieser Jesus lebt IN MIR. Ich brauche ihn nicht Ă€ngstlich festzuhalten, denn er will nicht nur bei mir bleiben, sondern IN mir bleiben, in mir leben und mein Leben mit mir teilen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mich, meine Freude und meinen Schmerz; meine SehnsĂŒchte und meine innere Dunkelheit. Hilf mir, dass ich nie aufhöre, nach dir zu suchen. Lass mich in meinem Leben deine Gegenwart erfahren. Lass mich dich in meinem Herzen finden.

Vorsatz: Mir heute einen Moment Zeit nehmen, um auf meine aufrechten SehnsĂŒchte zu hören.


Bleibt in mir

23. Juli 2019

Hl. Birgitta von Schweden, OrdensgrĂŒnderin, Schutzpatronin Europas
Fest

Hl. Liborius, Bischof von Le Mans

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine JĂŒnger werdet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme zu dir, und ich brauche dich. So wie eine Rebe ohne Weinstock, so ist mein Leben ohne dich. Getrennt von dir vermag ich nichts. Deshalb komme ich zu dir. Ich möchte bei dir sein und in dir bleiben.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Mach mich ganz offen und frei fĂŒr dein Wirken in mir.

1. Abschneiden oder reinigen? Beides klingt irgendwie unangenehm. Beides hat mit Verlust zu tun. Im Januar habe ich einen Weinberg mit zurĂŒckgeschnittenen Weinreben gesehen. Es war ein ziemlich trauriger Anblick. Man kann sich kaum vorstellen, dass in diesen kleinen Stummeln noch Leben steckt. Doch wer sich auskennt, weiß, dass das ZurĂŒckschneiden notwendig ist – weil es die Fruchtbarkeit der Rebe fördert – und dass sich im FrĂŒhjahr neue Triebe bilden werden. Auch die Schwierigkeiten in unserem Leben sind unangenehm, tun weh, verletzen uns. Wenn wir Verlust und Schmerz erfahren, können wir aber sicher sein, dass wir nicht „abgeschnitten“, sondern gereinigt werden, denn:

2. â€žDer Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt.“ Gott möchte uns das Leben in FĂŒlle schenken, er möchte, dass unsere Freude vollkommen ist. Er freut sich daran, dass unser Leben fruchtbar ist. Jesus sagt: Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Was bedeutet es, in ihm zu bleiben? Durch die Taufe bin ich in ihm und er in mir. Wie kann ich dieses Bewusstsein vertiefen? In der Begegnung mit ihm in der Heiligen Schrift, in der Eucharistie, im Dienst am NĂ€chsten, im Sakrament der Versöhnung, im Gebet


3. â€žâ€Šund jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.“ Gibt es schmerzhafte Erfahrungen in meinem Leben, die „reinigend“ waren oder es gerade sind? Kann ich die FrĂŒchte dieser Reinigung entdecken? Oder scheinen diese Erfahrungen mich eher „abzuschneiden“ und innerlich vertrocknen zu lassen. Mit Jesus darĂŒber sprechen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, dein Wirken in meinem Leben zu entdecken. Hilf mir auch, die schmerzhaften Dinge anzunehmen und mich durch sie reinigen zu lassen. Mach meine Liebe rein, neu, echt. Amen.

Vorsatz: Ăœberlegen, was mir persönlich hilft, um „in ihm zu bleiben“ (zum Beispiel tĂ€gliches Gebet/ein konkreter Dienst am NĂ€chsten/Beichte/Besuch der hl. Messe), und mir dies zum ersten Mal oder erneut zum Vorsatz nehmen.


Frucht bringen

24. Juli 2019

Mittwoch der sechzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Christophorus, MĂ€rtyrer
Hl. Charbel Makhlouf, Ordenspriester

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,1-9
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Jesus, mach mein Herz weit und großzĂŒgig, damit ich dieser gute Boden sein und dein Wort in mir Frucht bringen kann.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Einsicht und der Erkenntnis. Mache mich offen fĂŒr dein Wort.

1. Der Samen, der auf den Weg fĂ€llt. Jesus selbst erklĂ€rt seinen JĂŒngern die Bedeutung des Gleichnisses. „Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesĂ€t wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.“ (Mt 13,19) Es ist demnach wichtig, sich darum zu bemĂŒhen, das Wort Gottes zu verstehen, darĂŒber nachzudenken, es zu vertiefen. Oft kann es hilfreich sein, sich VortrĂ€ge ĂŒber den Glauben anzuhören oder sich mit anderen Menschen ĂŒber das Wort Gottes auszutauschen.

2. Der Samen, der auf felsigen Boden fĂ€llt. â€žAuf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbestĂ€ndig ist; sobald er um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.“ (Mt 13,20-21) Das ist eine Erfahrung, die wir wahrscheinlich alle kennen. Nach einer tiefen Glaubenserfahrung, zum Beispiel wĂ€hrend der Exerzitien oder einer Pilgerfahrt, sind wir begeistert von Jesus, aber im grauen Alltag, wenn wir als Christen oft alleine unterwegs sind oder Gegenwind bekommen, geben wir leicht auf. Jesus erinnert uns daran, dass wir Wurzeln brauchen und uns in BestĂ€ndigkeit ĂŒben mĂŒssen. Das tĂ€gliche Gebet und die geistliche Begleitung scheinen mir zwei wichtige Elemente auf diesem Weg zu sein.

3. Der Samen, der in die Dornen fĂ€llt. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trĂŒgerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.“ (Mt 13,22) Auf dem Weg und auf felsigem Boden wird der Samen schnell zerstört. In den Dornen hingegen dringt die Saat zunĂ€chst in die Erde ein, schlĂ€gt Wurzeln und beginnt zu wachsen. Vielleicht ist das die Situation, in der viele von uns sich befinden. Das Wort Gottes ist uns bekannt, es ist in unser Leben eingedrungen, hat Wurzeln geschlagen, und wir sind auch in schwierigen Zeiten treu geblieben. Doch dann werden wir von unseren Aufgaben und Pflichten ĂŒberrollt und verlieren das Wesentliche aus dem Blick. Auf der verzweifelten Suche nach einem besseren Leben unternehmen wir enorme Anstrengungen und vergessen dabei, das Leben als Geschenk zu sehen. Die schönste Frucht, die Liebe zu Gott und zu den Menschen, geht uns dabei verloren.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, nicht ich muss aus mir heraus Frucht bringen. DU sĂ€st den Samen, und DU bringst die Frucht hervor, wenn ich dir dafĂŒr nur den nötigen Raum in meinem Leben gebe. Lass mich entdecken, wo dein Wort in meinem Leben schon Frucht gebracht hat, und wo Dornen und Fels noch ein Hindernis sind.

Vorsatz: Mir eine konkrete Sache ĂŒberlegen, die mich mehr zum guten Boden werden lĂ€sst.


Diener sein

25. Juli 2019

Hl. Jakobus der Ältere, Apostel
Fest

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 20,20-28
In jener Zeit kam die Frau des ZebedĂ€us mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dĂŒrfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, fĂŒr die mein Vater diese PlĂ€tze bestimmt hat. Als die zehn anderen JĂŒnger das hörten, wurden sie sehr Ă€rgerlich ĂŒber die beiden BrĂŒder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrĂŒcken und die MĂ€chtigen ihre Macht ĂŒber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, lass mich heute entdecken, was am Dienen so wertvoll und attraktiv ist. Ich denke oft, dienen bedeutet, schwach zu sein oder dass Demut etwas ist, was mich kaputt macht. Wandle du meine Sichtweise.

Bitte: Heiliger Geist, komm! Komm, Geist der Sanftmut und der Bescheidenheit. Lehre mich dienen wie Jesus.

1. Wer groß sein will, soll dienen. Letzte Woche hat unser Kaplan in der Predigt gesagt, dass jede Art von Überlegenheit (egal ob geistig, finanziell, körperlich, intellektuell, sozial, spirituell
) dafĂŒr da sei, um auf die Knie zu gehen und zu dienen. Das ist ein starkes Bild. Ich fĂŒhle mich anderen zwar nicht in vielem ĂŒberlegen, aber doch hat jeder von uns gewisse Talente oder Bereiche, in denen er „besser“ ist als andere. Jesus ist uns in allem ĂŒberlegen. Er ist reicher, stĂ€rker, schlauer, populĂ€rer und vor allem heiliger. Und doch begibt er sich mit uns auf Augenhöhe. Sogar noch mehr: Er macht sich selbst zu unserem Diener. Wem diene ich mit meinen Gaben?

2. Einige Gedanken von Mutter Teresa zum Thema „Demut“. 1. „Die Menschen sind unvernĂŒnftig, irrational und egoistisch. – Liebe diese Menschen trotzdem.“ 2. „Wenn du Gutes tust, werden dich die Menschen beschuldigen, dabei selbstsĂŒchtige Hintergedanken zu haben. – Tue trotzdem Gutes.“ 3. „Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und wahre Feinde. – Sei trotzdem erfolgreich.“ 4. „Das Gute, das du heute getan hast, wird morgen schon vergessen sein. – Tue trotzdem Gutes.“ 5. „Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar. – Sei trotzdem ehrlich und offen.“

3. Weitere Gedanken. 1. „Die Menschen bemitleiden Verlierer, doch sie folgen nur den Gewinnern. – KĂ€mpfe trotzdem fĂŒr ein paar von den Verlierern.“ 2. „Woran du Jahre gebaut hast, das mag ĂŒber Nacht zerstört werden. – Baue trotzdem weiter.“ 3. „Die Menschen brauchen wirklich Hilfe, doch es kann sein, dass sie dich angreifen, wenn du ihnen hilfst. – Hilf diesen Menschen trotzdem.“ 4. „Gib der Welt das Beste, was du hast, und du wirst zum Dank dafĂŒr einen Tritt erhalten. – Gib der Welt trotzdem das Beste.“ 5. „Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen dir und Gott. – Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen dir und anderen.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deinem Beispiel zu folgen ist nicht einfach. Denjenigen zu dienen, die mich schĂ€tzen und respektieren, ist machbar. Aber den Menschen, die mich missachten, Gutes zu wollen und Gutes zu tun, ist mehr als ich aus eigener Kraft schaffe. Mach du das bitte in mir.

Vorsatz: Mit jemandem das „Gedicht von Mutter Teresa“ teilen oder die Toilette putzen. (Mutter Teresas bevorzugte DemutsĂŒbung)


Ich will Gott schauen

26. Juli 2019

Hll. Joachim und Anna, Eltern der Gottesmutter Maria
Gedenktag

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,16-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Danke, Jesus, dass ich mir jetzt Zeit nehmen darf, um DICH zu sehen und zu hören. So viele gute Menschen haben sich danach gesehnt und haben nie die Chance gehabt, etwas von dir zu hören. Und ich darf dich kennen und mit dir sprechen wie mit einem Freund. Was fĂŒr ein Privileg! Danke!

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Einsicht und der Weisheit. Lass mich Jesus sehen und hören.

1. Gott will sich offenbaren! Gott möchte, dass wir ihn kennen. Er ist der Erste, der daran interessiert ist, dass unsere Augen ihn sehen und unsere Ohren ihn hören, denn dazu hat er sie erschaffen.„Gott, ,der in unzugĂ€nglichem Licht wohnt‘ (1 Tim 6,16), will den Menschen, die er in Freiheit erschaffen hat, sein eigenes göttliches Leben mitteilen, um sie in seinem einzigen Sohn als Söhne anzunehmen. Indem Gott sich offenbart, will er die Menschen befĂ€higen, ihm zu antworten, ihn zu erkennen und ihn weit mehr zu lieben, als sie von sich aus imstande wĂ€ren“ (KKK 52).Gott möchte sich nicht vor uns verstecken. Ganz im Gegenteil: Er sehnt sich danach, mit uns in Beziehung treten. Um uns davon zu ĂŒberzeugen, hat er in Jesus Christus ein menschliches Herz angenommen.

2. Taube Ohren und verschlossene Augen. Einen Vers vor unserer heutigen Bibelstelle lesen wir: „Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. Mit ihren Ohren hören sie schwer und ihre Augen verschließen sie, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen und sich bekehren und ich sie heile.“ (Mt 13,15) Nur wir selbst können Gott davon abhalten, uns zu heilen, uns Gutes zu tun und uns zu beschenken. Wenn wir in unserem Herz dem Pessimismus, der Traurigkeit, der Unehrlichkeit, dem Hass oder der Angst Raum geben, kann unser Herz hart und kalt werden. Unser verhĂ€rtetes Herz kann sich wie eine TĂŒr fĂŒr Gottes Wirken verschließen.

3. â€žIhr seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.“ So einfach können wir Jesus trösten und ihm eine Freude machen! So leicht können wir den Sohn Gottes selbst zum Jubeln bringen: Wenn wir unsere Ohren fĂŒr sein Wort öffnen; wenn wir unsere Augen aufmachen und seine Wunder in unserem Leben wahrnehmen; und wenn wir unser Herz fĂŒr seine Gnade weiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, schenke mir ein einfaches Herz, das deinem Wirken keine Hindernisse in den Weg stellt. Mach mich fĂŒgsam fĂŒr die leise Stimme des Heiligen Geistes in meinem Inneren und in meinen Mitmenschen.

Vorsatz: Wem könnte ich in der nĂ€chsten Zeit ein offenes Ohr schenken? Vielleicht einem kranken oder einsamen Menschen?


Unkraut und Weizen

27. Juli 2019

Samstag der sechzehnten Woche im Jahreskreis

Magdalena Sczuka, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,24-30
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker sĂ€te. WĂ€hrend nun die Leute schliefen, kam sein Feind, sĂ€te Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesĂ€t? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in BĂŒndel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, voll Vertrauen komme ich zu dir und lege alles vor dich hin. Das Gute und das Schlechte in meinem Leben. Die FrĂŒchte deiner Gnade und das Unkraut. Du bist barmherzig und gerecht. Ich ĂŒberlasse dir das Urteil ĂŒber mein Leben, ĂŒber das Leben meiner Mitmenschen und ĂŒber die Welt.

Bitte: Komm, Heiliger Geist! Komm, Geist der Erkenntnis und der Geduld. Schenke mir dein Licht.

1. Der gute Samen auf gutem Boden. Wieder sind wir im 13. Kapitel des MatthĂ€usevangeliums, in dem wir auch einige Verse zuvor das Gleichnis vom SĂ€mann finden, dessen Saat auf den Weg, auf den Felsen, zwischen die Dornen und letztendlich auch auf guten Boden fĂ€llt. Im heutigen Gleichnis fĂ€llt der Samen auf guten Boden, und bringt tatsĂ€chlich Frucht. So sĂ€t auch Gott den guten Samen in unser Leben: Durch die Taufe und alle anderen Sakramente; durch die Menschen, die uns Gutes tun und uns erziehen; durch Erfahrungen, die uns prĂ€gen und wachsen lassen; durch Freundschaften und die Erfahrung der Liebe und vieles mehr. „Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat.“ (Ps 116,12) Und so sĂ€t Gott bestĂ€ndig Gutes in unser Leben, um uns wachsen zu lassen und damit wir Frucht bringen, Freude und Liebe in uns haben.

2. Gott pflanzt kein Unkraut. Nichts, was schlecht ist, kommt von Gott selbst. Gott tut selbst nie etwas Böses, auch nicht, um etwas Gutes damit zu erreichen. Gott ist gut, und nur gut. Er ist die Liebe selbst. Er selbst kann nicht der Ursprung von etwas Schlechtem sein. „Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesĂ€t? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan.“ Und fragen wir uns nicht oftmals: „Gott, du bist doch gut! Wo kommt dann all das Böse in meinem Leben und in der Welt her? Woher kommen die Kriege, woher so viel Leid und Ungerechtigkeit? Woher die UnterdrĂŒckung und der Missbrauch von Unschuldigen? Woher der Krieg, die Korruption und Ausbeutung? Hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesĂ€t??“ Und Gott antwortet: „Das hat ein Feind von mir getan.“ Der Teufel ist es, der das Böse in unser Leben sĂ€t. Und manchmal nehmen wir diesen Samen auf, gießen und dĂŒngen ihn und werden zu Komplizen des Bösen. Gott lĂ€sst das zu, auch wenn es ihn schmerzt mitanzusehen, wie sein guter Acker, die Herzen seiner geliebten Kinder, von Unkraut heimgesucht werden. Er lĂ€sst Leid und Dunkel in unserem Leben zu, und er respektiert unsere Freiheit, selbst wenn unsere Entscheidungen uns zum VerhĂ€ngnis werden. Und doch bleibt er der Herr der Geschichte. Der Teufel hat keine Macht ĂŒber ihn, und sogar das Böse, was er jetzt sĂ€t, wird am Ende Gott dienen mĂŒssen. „ER lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und ER lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte“ (Mt 5,45). Und er lĂ€sst auch zu, dass in unserem Herzen Weizen und Unkraut wachsen.

3. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Der kluge SĂ€mann lĂ€sst nicht zu, dass die Knechte das Unkraut ausreißen. Er weiß, dass die Gefahr besteht, dass gemeinsam mit dem Unkraut auch der Weizen ausgerissen wird, denn wenn dieser noch nicht reif ist, sieht er dem Unkraut unwahrscheinlich Ă€hnlich. Vielleicht urteilen auch wir manchmal voreilig und wollen vermeintliches Unkraut sofort entfernen, damit es das Ackerfeld der Kirche nicht verunstaltet. Und vielleicht halten wir etwas fĂŒr Unkraut, was eigentlich dazu bestimmt war, nĂ€hrender Weizen zu werden. Wenn wir aber Gott das Urteil ĂŒberlassen, können wir sicher sein, dass er zur rechten Zeit gerecht und barmherzig handeln wird.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Herr, fĂŒr all das Gute, das du in mein Leben gesĂ€t hast. Danke fĂŒr die gute Frucht, die mein Leben schon gegeben hat. Ich schenke sie dir, und auch das Unkraut, das auch immer in meinem Leben dabei ist. Mache mich immer mehr zu einem guten Ackerboden, der fĂŒr den guten Weizen offen ist, und auf dem der Feind immer weniger Platz hat, Unkraut zu sĂ€en. Schenke mir Geduld, um den SchwĂ€chen und SĂŒnden anderer Menschen mit Liebe zu begegnen. Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quÀlt;

dass ich Licht entzĂŒnde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfÀngt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

(Hl. Franz von Assisi)

Vorsatz: Heute ein Werk der Barmherzigkeit tun.