Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. Juni 2019 bis Samstag 29. Juni 2019

Zw├Âlfte Woche im Jahreskreis

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Christus erkennenSonntag
Der Blick des VatersMontag
Erf├╝llte BeziehungenDienstag
Wohlgeruch Christi seinMittwoch
Das FundamentDonnerstag
Ein brennendes HerzFreitag
Die Offenbarung ChristiSamstag


Christus erkennen

23. Juni 2019

Zw├Âlfter Sonntag im Jahreskreis

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Lk 9,18-24
In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die J├╝nger bei ihm waren, fragte er sie: F├╝r wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige f├╝r Johannes den T├Ąufer, andere f├╝r Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, f├╝r wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: F├╝r den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er f├╝gte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den ├ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird get├Âtet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein J├╝nger sein will, der verleugne sich selbst, nehme t├Ąglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

Einf├╝hrendes Gebet: Christus, ich danke dir f├╝r die Zeit, die ich jetzt mit dir verbringen darf. Heute will ich dich vor allem bitten, mir zu zeigen, wer du f├╝r mich sein willst. Hilf mir, alle meine Gedanken und Sorgen zur Ruhe kommen zu lassen, damit ich jetzt ganz f├╝r die Begegnung mit dir da sein kann.

Bitte: Herr, lass mich dich erkennen! Hilf mir, dich lebendig in meinem Leben zu entdecken!

1. Meine pers├Ânliche Antwort. Im heutigen Evangelium stellt Christus seinen J├╝ngern die Frage, f├╝r wen sie ihn halten. Wir alle scheinen die richtige Antwort schon zu kennen: Jesus ist der Messias, der Sohn Gottes. Leicht ├╝bergehen wir eine tiefere Beantwortung der Frage: Was glaube ich denn wirklich, wer Christus f├╝r mich ist? Was habe ich schon von ihm erfahren? Gott w├╝nscht sich, dass wir ihm diese Antwort in unserem Leben immer pers├Ânlicher geben k├Ânnen. Oft kann es uns hier helfen, auf unsere eigenen Erfahrungen mit Gott zur├╝ckzuschauen. Wo hat Gott bisher in meinem Leben gewirkt, und was wollte er mir durch diese Erfahrung ├╝ber sich selbst zu erkennen geben?

2. Mein K├Ânig und Freund. Hinsichtlich der Frage, wer Jesus ist, ziehen sich zwei Konstanten durch die Evangelien: Auf der einen Seite zeigt sich Christus als ein pers├Ânlicher Freund. Er geht auf einzelne Menschen zu und offenbart ihnen die Liebe und G├╝te seines Herzens. Er bietet uns seine Freundschaft an und zeigt uns, dass er einer von uns ist. Auf der anderen Seite offenbart er sich aber auch als K├Ânig. Durch ihn ist alles geschaffen, und am Ende der Zeit wird er der Richter der Welt sein. Christus hat die Macht zu heilen, und selbst die Natur gehorcht ihm. Aus dieser Spannung heraus entsteht die Faszination f├╝r Christus. Er ist beides: Mein Freund und mein K├Ânig.

3. Christus im Kreuz kennenlernen. Vielleicht sind wir schon so sehr an diese Evangeliumsstelle gew├Âhnt, dass es uns nicht mehr ├╝berrascht, wie direkt die Erkenntnis Christi mit seinem und auch unseren Leiden in Verbindung steht. Es ist eines der tiefen Geheimnisse unseres Glaubens: Die echte, tiefe Herzenserkenntnis Christi erlangen wir durch die liebevolle Annahme unseres Kreuzes. Dort d├╝rfen wir die ganz pers├Ânliche Erfahrung machen, dass Christus nicht der ist, der alles leicht macht, sondern der, der uns immer begleitet, wenn auch schweigend. Im Loslassen unserer selbst und im blinden Vertrauen auf seine G├╝te erfahren wir, wie tief der Friede in Gott ist. Wir entdecken langsam, dass Gott wirklich immer nur gut ist und wie unermesslich gro├č seine z├Ąrtliche Liebe zu uns ist. So wie Christi Passion die gr├Â├čte Offenbarung seines Herzens war, so sind auch unsere Leidensmomente die gr├Â├čte Gelegenheit, um Gott mit unserem Herzen zu erkennen und uns mit ihm zu verbinden.

Gespr├Ąch mit Christus: Christus, ich danke dir, dass du mein K├Ânig und Freund sein willst. Ich merke, wie viel ich theoretisch ├╝ber dich wei├č, wie wenig ich dich aber pers├Ânlich in meinem Herzen kenne. Offenbare dich mir! Zeig mir, wer du wirklich bist! Lass mich deine Liebe erfahren! Vor allem m├Âchte ich dich um die Gnade bitten, mein Kreuz zu umarmen. Ich bitte dich nicht, es wegzunehmen, sondern mir in ihm zu begegnen.

Vorsatz: Heute m├Âchte ich ein Kreuz in meinem Leben bewusst liebevoll annehmen und Christus bitten, mir in diesem Leiden zu begegnen.


Der Blick des Vaters

24. Juni 2019

Geburt Johannes des T├Ąufers
Hochfest

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Lk 1,57-66.80
F├╝r Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten h├Ârten, welch gro├čes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes hei├čen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so hei├čt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibt├Ąfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Jud├Ąa. Alle, die davon h├Ârten, machten sich Gedanken dar├╝ber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der W├╝ste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Einf├╝hrendes Gebet: Christus, ich glaube dir, dass du mich liebst und dass ich in deinen Augen wertvoll bin. Ich m├Âchte mich zu Beginn dieses Tages ganz unter deinen Blick stellen. Lass mich im Bewusstsein leben, dass du Wohlgefallen an mir hast und dich tief ├╝ber meine Bem├╝hung, dich zu suchen, freust. Ich hoffe auf deine Gnade, die mich in dieses Geheimnis hineinzieht. Ich hoffe darauf, dass du mir helfen wirst, immer mehr in der Beziehung mit dir zu wachsen. Herr, ich liebe dich! Lass mich in deine Liebe eintauchen!

Bitte: Herr, hilf mir, allein unter deinem Blick zu leben!

1. Unter Gottes Blick leben. Gott hat das Herz eines Vaters. Er sorgt sich um uns und schaut auf uns mit einem leidenschaftlichen und zugleich z├Ąrtlichen Blick der Liebe. Er will in jedem Augenblick unser Bestes. Er freut sich mit uns und leidet mit uns. Er ist niemals gleichg├╝ltig, sondern immer daran interessiert, wie es uns in unserem Inneren geht und wie wir mehr zur Herrlichkeit der Kinder Gottes heranwachsen k├Ânnen. In jeder Sekunde meines Lebens liegt dieser wohltuende Blick von Gottvater auf mir. Elisabeth, Zacharias und sp├Ąter auch Johannes lernten immer mehr, unter diesem Blick Gottes zu leben. F├╝r sie war wichtig, was Gott sich von ihnen w├╝nscht und nicht, was andere von ihnen oder sie selbst von sich erwarteten. Sie wuchsen immer mehr in der Freiheit, die bef├Ąhigt, f├╝r Gott zu leben. Auch du bist in jedem Augenblick und ganz besonders jetzt dazu eingeladen, dich des liebenden Blickes Gottes, deines Vaters, bewusst zu werden. Lebe unter diesem Blick und du wirst echte Freiheit und Freude erfahren!

2. Menschenfurcht ├╝berwinden. Christus ermahnte uns, dass wir niemals zwei Herren dienen k├Ânnen. Dies gilt auch hier: Wir k├Ânnen nicht unter Gottes wohlwollendem Blick leben, ohne auf den wohlwollenden Blick der Menschen auch einmal verzichten zu m├╝ssen. Wir m├╝ssen uns immer wieder entscheiden, ob wir unsere Aufmerksamkeit auf Gott oder auf die Erwartungen unserer Mitmenschen richten wollen. Denn unter Gottes Blick zu leben, hei├čt auch immer wieder, die Suche nach Anerkennung anderer aufzugeben. In diesem Evangelium weisen Elisabeth und Zacharias die Erwartungen ihrer Nachbarn zur├╝ck, um Gottes Plan zu folgen. Und besonders ihr Sohn, Johannes der T├Ąufer, pflegte dann einen Lebensstil, der bei den meisten nur Unverst├Ąndnis und Ablehnung hervorrief. Wir haben Angst davor, uns radikal der Liebe des Blickes Gottes zu unterstellen, weil man damit das Risiko eingeht, nicht verstanden und als komisch betrachtet zu werden. Doch letztlich liegt nur im Blick Gottes auf mich Heilung und Freiheit. Dort finden wir jene Erf├╝llung und Heimat, die uns das Wohlwollen der anderen niemals geben kann.

3. Die Erfahrung der W├╝ste. Johannes der T├Ąufer lebte und wirkte in der W├╝ste. Dort traf er Gott und konnte allen Ablenkungen entfliehen. Die W├╝ste ist hier aber nicht nur als ein physischer Ort anzusehen, sondern vor allem als ein innerer Raum. Wir begeben uns in die W├╝ste, wenn wir unser Herz von den Dingen und dem L├Ąrm dieser Welt abwenden, um offen f├╝r Gott zu werden. Oft haben wir Angst vor dieser ÔÇ×LeereÔÇť, weil sie uns zeigt, was es wirklich in uns gibt, und insbesondere, wer wir sind. Ganz ohne Masken und ungeschminkt. Doch in der W├╝ste ber├╝hrt Gott mein Inneres und offenbart sich mir. Dort erfahren wir, wie wohltuend Gottes Blick ist. Wir erkennen, dass er das einzig wahre Gut und alles andere zweitrangig ist. Die Kraft, um unter Gottes Blick und nicht unter dem Blick der Menschen zu leben, wird in der Stille der W├╝ste geboren. Das ist eine der Kernbotschaften, die uns das Leben Johannes des T├Ąufers lehrt, dessen Geburt wir heute feiern.

Gespr├Ąch mit Christus: Guter Vater, ich danke dir f├╝r deinen liebevollen, v├Ąterlichen Blick. Oft f├Ąllt es mir noch schwer, mehr unter deinem Blick als unter dem Blick der Menschen und deren Erwartungen zu leben. Hilf mir, mich immer mehr darin einzu├╝ben, in deiner Gegenwart zu leben. Auch wenn ich Angst davor habe, f├╝hr mich in die W├╝ste! Nimm alles Zweitrangige und Oberfl├Ąchliche aus meinem Leben, was mich daran hindert, deine Liebe zu mir zu erfahren. Ich vertraue dir und glaube, dass nur du wirklich gut bist und Erf├╝llung schenkst. Meine Seele d├╝rstet nach dir. Gib mir lebendiges Wasser zu trinken!

Vorsatz: Heute will ich mich in drei Momenten bewusst unter den liebenden Blick Gottes stellen.


Erf├╝llte Beziehungen

25. Juni 2019

Dienstag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Mt 7,6.12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie k├Ânnten sie mit ihren F├╝├čen zertreten und sich umwenden und euch zerrei├čen. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben f├╝hrt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben f├╝hrt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Einf├╝hrendes Gebet: Guter Vater, wie ich bin, komme ich zu dir. Danke, dass ich bei dir sein darf. Ich lade dich erneut in mein Leben ein und bitte dich, mir zu begegnen!

Bitte: Herr, hilf mir, meine Beziehung zu dir und zu meinen Mitmenschen in F├╝lle zu leben!

1. Heiligkeit der Beziehung zu Gott. Heute ermahnt uns Christus, das Heilige nicht den Schweinen vorzuwerfen. Heilig ist etwas, das von h├Âchstem Wert und vom Allt├Ąglichen verschieden ist. Heilig ist vor allem unsere Beziehung zu Gott. Sie ist unser gr├Â├čter Schatz und doch so verschieden von unseren tagt├Ąglichen Erfahrungen, in ihnen gegeben und sie doch unendlich ├╝bersteigend. Jesus spricht immer wieder davon, Gott vor alles andere zu stellen und ihm den ersten Platz zu geben. Er ist der ganz Heilige und daher ist unsere Beziehung zu ihm heilig. Doch es ist leicht m├Âglich, dass Oberfl├Ąchlichkeit und die Dinge dieser Welt sie ÔÇ×zertretenÔÇť und in uns ein Gef├╝hl der Leere hinterlassen. Nur durch unsere Beziehung mit Gott k├Ânnen auch wir heil sein und werden. Daher ist es so wichtig, sie heilig zu halten.

2. Die goldene Regel. Anschlie├čend schenkt uns Christus die goldene Regel. ÔÇ×Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!ÔÇť In ihr steckt die Einladung, aus unserer Selbstzentriertheit auszubrechen und uns f├╝r die anderen genauso einzusetzen wie f├╝r uns. Wir gehen leicht in unseren eigenen Sorgen unter. Erst wenn wir unsere Gedanken auf die N├Âte und Bed├╝rfnisse anderer ausrichten, kehren auch die Sorgen um uns selbst in die Ordnung zur├╝ck und finden ihren richtigen Platz. Gott l├Ądt uns ein, f├╝r die N├Âte anderer feinf├╝hlig zu werden und gro├čz├╝gig f├╝r sie da zu sein.

3. Der schmale Weg. Doch dann spricht Jesus auch von dem schmalen Weg. Wenn wir die Beziehungen zu Gott heilighalten und f├╝r die anderen Leben, kommen wir uns anfangs einsam vor und wie auf einem schmalen Weg. Doch Weite und erf├╝llte Beziehungen finden wir, je mehr wir Gott erlauben, unser Herz nach Jesu Herz zu formen. Wenn wir mit der Gnade Gottes die tiefe Not eines anderen ber├╝hren und Gott im Gebet begegnen, bringt das in uns ein Herz hervor, das ganz Liebe ist. Ein Herz, das sich verschenken will und darin die Sch├Ânheit jeder Beziehung entdeckt.

Gespr├Ąch mit Christus: Gott, ich glaube fest, dass nur du mich ganz erf├╝llen kannst. Es tut mir leid, dass ich dir so selten wirklich den ersten Platz gebe. Oft gehe ich ganz in meinen Sorgen auf. Gib mir die Gnade, aus mir selbst auszubrechen ÔÇô f├╝r dich und f├╝r andere. Zeig mir, wo ich die Not anderer lindern kann. Schenk mir ein offenes Herz!

Vorsatz: Heute will ich nach einer M├Âglichkeit suchen, das Leid eines anderen Menschen zu lindern und entsprechend handeln.


Wohlgeruch Christi sein

26. Juni 2019

Mittwoch der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Hl. Josemar├şa Escriv├í de Balaguer y Albas, Priester

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Mt 7,15-20
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: H├╝tet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie rei├čende W├Âlfe. An ihren Fr├╝chten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Fr├╝chte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Fr├╝chte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Fr├╝chte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Fr├╝chten also werdet ihr sie erkennen.

Einf├╝hrendes Gebet: Christus, danke, dass du mich liebst und so wertvoll erschaffen hast. Ich danke dir f├╝r die Sch├Ânheit und die Gr├Â├če, die ich in deinen Augen habe. Hilf mir jetzt, ganz unter deinem Blick zu sein, und sprich zu meinem Herzen!

Bitte: Herr, hilf mir, deinen Wohlgeruch zu verbreiten!

1. Berufung als Christ. Als Christen sind wir berufen, die Sch├Ânheit der Beziehung zu Gott durchscheinen zu lassen. An unserem Leben sollen andere erkennen, welche F├╝lle die Freundschaft mit Christus schenkt. Deshalb ermuntert uns der heilige Paulus im zweiten Korintherbrief (2,15), ÔÇ×Wohlgeruch ChristiÔÇť zu sein. Jeder, der sich uns n├Ąhert, soll etwas von Gottes G├╝te und Liebe wahrnehmen. Christsein, bedeutet, der gute Baum zu sein, von dem diese Evangeliumsstelle spricht. Ein Baum, der fest in Christus verwurzelt ist und der erkennt, dass seine Fr├╝chte nicht f├╝r ihn, sondern f├╝r andere bestimmt sind. Gott l├Ąsst unsere Talente und F├Ąhigkeiten wachsen, damit wir sie in den Dienst der Mitmenschen stellen. Unser ÔÇ×WohlgeruchÔÇť kann Menschen bewegen, sich von Christus anziehen zu lassen.

2. Gelassene Freude. Diese Berufung als Christ verstehen wir aber verkehrt, wenn sie uns unter Druck setzt oder unter Verbesserungszwang stellt. Es geht nicht darum, aus eigener Kraft perfekt zu sein, sondern sich offen Gott anzubieten. Unsere Freude ist es, dass Gott uns benutzen will. Nicht wir sind es, die ohne seinen Beistand gro├če Dinge vollbringen m├╝ssen. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, unseren himmlischen Vater wie ein Kind darum zu bitten, unsere Herzen so sehr mit seiner Liebe zu erf├╝llen, dass sie auf andere ├╝berspringt. Wenn wir in einer pers├Ânlichen Beziehung zu Christus leben, brauchen wir uns keine Sorgen dar├╝ber zu machen, dass wir ÔÇ×genugÔÇť f├╝r ihn tun, denn wir werden diesen Drang sp├╝ren und auf ganz nat├╝rliche Weise seinen Geruch verbreiten. Es geht darum, so klein zu werden, dass Christi Gestalt durch uns hindurch erstrahlen kann.

3. Falsche Propheten. Doch Christus warnt uns auch vor den falschen Propheten, die wie rei├čende W├Âlfe sind. Jeder Christ kann leicht zwei Versuchungen unterliegen. Zum einen k├Ânnten wir meinen, wir seien schon ganz gut (oder zumindest besser als andere) und brauchten Christi Barmherzigkeit nicht mehr. Das w├Ąre die Einstellung eines Herzens, das durch Routine kalt geworden ist, und sich nicht unbedingt noch mehr von Gottes Liebe ÔÇ×aufw├ĄrmenÔÇť lassen will. Die zweite Versuchung besteht darin, sich als hoffnungslosen Fall anzusehen und jede Verantwortung f├╝r sein Leben von sich zu weisen. Das geschieht einem tr├Ągen Herzen, das sich immer wieder davon ├╝berzeugen l├Ąsst, dass Christus es auch ohne seinen Beitrag schaffen werde. Beide Herzen kennen Gott wenig. Er w├╝nscht sich f├╝r sein Werk gelassene, freudige Mitarbeiter, die seinen Wohlgeruch verbreiten.

Gespr├Ąch mit Christus: Vater, ich danke dir, dass du mich einl├Ądst, in dieser Welt ein Zeichen deiner G├╝te zu sein. Ich bitte dich, erf├╝lle mich mit deiner Liebe, damit ich sie in meinem Leben ausstrahlen kann. Bewahre mich bitte vor Hochmut und Mutlosigkeit. Ich vertraue darauf, dass du dein Werk in mir vollbringen wirst. Ich w├╝nsche mir, ganz offen f├╝r dich zu sein!

Vorsatz: Heute will ich mich besonders anstrengen, um Christi Wohlgeruch zu verbreiten und einem anderen Menschen dadurch zu helfen.


Das Fundament

27. Juni 2019

Donnerstag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Hl. Cyrill von Alexandrien, Bischof und Kirchenlehrer
Hl. Hemma von Gurk

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Mt 7,21-29
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erf├╝llt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen D├Ąmonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr ├ťbertreter des Gesetzes! Wer diese meine Worte h├Ârt und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die St├╝rme tobten und an dem Haus r├╝ttelten, da st├╝rzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte h├Ârt und nicht danach handelt, ist wie ein unvern├╝nftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die St├╝rme tobten und an dem Haus r├╝ttelten, da st├╝rzte es ein und wurde v├Âllig zerst├Ârt. Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der g├Âttliche Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, danke f├╝r diesen neuen Tag und f├╝r all die Gnaden, mit denen du mich heute ├╝bersch├╝tten willst! Du wei├čt alles, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe und mein Leben auf dein Wort aufbauen will. Hilf mir, f├╝r dein lebendiges Wort ein aufgeschlossenes Herz zu haben. Lass diese Zeit mit dir fruchtbar sein f├╝r meine Seele!

Bitte: Christus, hilf mir, mein Leben komplett auf dich aufzubauen!

1. Mein Fundament. Christus vergleicht in diesem Evangelium unser Leben mit dem Bau eines Hauses. Alle unsere Taten sind letztlich ÔÇôbewusst oder unbewusstÔÇô auf ├ťberzeugungen aufgebaut. Jedes Geb├Ąude, das bestehen will, braucht ein festes Fundament. Daher m├╝ssen wir uns fragen: Worauf ist mein Leben aufgebaut? Welche ├ťberzeugungen tragen mein Leben? Baue ich mein Leben allein auf meinen Talenten und meiner F├Ąhigkeit auf, alles zu kontrollieren, oder versuche ich, alles auf Gott aufzubauen? Es ist ganz normal, wenn es uns schwerf├Ąllt, die volle Kontrolle ├╝ber unser Leben abzugeben und Gott radikal zu vertrauen. Doch sollten wir uns dessen bewusst sein, dass Christus uns gerade so immer wieder einl├Ądt, unsere Beziehung zu ihm zu vertiefen.

2. Ein Haus, auf Felsen gebaut. Wenn wir unser Leben auf Gott und seine Verhei├čungen aufbauen wollen, setzt das tiefes Vertrauen auf ihn und sein Wort voraus. Doch letztlich l├Ąuft es auf zwei einfache ├ťberzeugungen hinaus, die sich ├╝berall in der Bibel nachweisen lassen: Gott ist immer gut, und Gott ist immer treu. Er will unser Bestes und wird uns nicht im Stich lassen. Au├čerdem hat Gott noch nie jemanden entt├Ąuscht, der ganz auf ihn vertraut hat. Und damit wird er bestimmt nicht jetzt bei mir anfangen. Wir stehen vor der Entscheidung, Jesus oder uns selbst zu vertrauen. Christ sein hei├čt, alles auf diese eine Karte zu setzen. Und letztlich f├╝hrt alles andere als 100% Vertrauen auf Christus zu einem Riss im Fundament. Doch oft merken wir erst, wenn wir den Schritt des Glaubens ins Ungewisse gewagt haben, dass Christus wirklich h├Ąlt, was er verspricht.

3. Reinigung. Es ist leicht (im Gebet), zu sagen, dass wir Christus v├Âllig vertrauen. Wenn wir allerdings ehrlich mit uns selbst sind, leben wir oft in einem Kompromiss: Ja, ich vertraue Christus in einigen Dingen, doch in anderen Bereichen meines Lebens will ich selbst die Kontrolle behalten. Daher l├Ąsst Gott oft St├╝rme in unserem Leben zu, die als Reinigung dienen und alles wegschwemmen, was nicht auf ihm aufgebaut ist. In schweren Zeiten merken wir, wie zerbrechlich unsere menschlichen Sicherheiten sind. Anstatt zu verzweifeln oder anderen die Schuld zuzuweisen, sollten wir erkennen, dass Gott uns einl├Ądt, diese Momente der Krise als Gelegenheit zu sehen, unser Haus mehr auf ihn und seine Verhei├čungen zu st├╝tzen. Er ist der feste Fels, den kein Sturm bezwingen kann. Gott ist treu und Gott ist gut. Daher k├Ânnen wir unser Leben vollst├Ąndig und radikal auf ihm und seinem Wort aufbauen.

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Gott, ich bekenne, dass ich dir noch so wenig vertraue. Oft will ich meine Probleme alleine l├Âsen, und ich habe Angst davor, die Kontrolle ├╝ber mein Leben zu verlieren. Daher bitte ich dich, mein Vertrauen auf dich und dein Wort zu vermehren! Schenk mir die Gnade, loszulassen, mich in deine Arme fallen zu lassen und mich nicht mehr mit weltlichen Sorgen zu belasten. Vater, ich glaube dir, dass du immer gut und immer treu bist. Hilf mir, in meinem Leben vollst├Ąndig auf dich zu bauen. Lass mich das Wagnis des Glaubens mit ganzem Herzen eingehen!

Vorsatz: Heute will ich bewusst meine Sorgen loslassen und sie in Gottes H├Ąnde legen.


Ein brennendes Herz

28. Juni 2019

Heiligstes Herz Jesu
Hochfest

Hl. Iren├Ąus von Lyon, Bischof und M├Ąrtyrer

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Lk 15,3-7
In jener Zeit erz├Ąhlte Jesus den Pharis├Ąern und Schriftgelehrten ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, l├Ąsst er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zur├╝ck und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wieder gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen ├╝ber einen einzigen S├╝nder, der umkehrt, als ├╝ber neunundneunzig Gerechte, die es nicht n├Âtig haben umzukehren.

Einf├╝hrendes Gebet: Christus, du bist mein guter Hirt. Du hast mich gesucht, und ich danke dir, dass du mich zu dieser stillen Zeit mit dir gef├╝hrt hast. Heute am Hochfest deines heiligsten Herzens will ich vor allem deine G├╝te und Barmherzigkeit betrachten. Christus, danke f├╝r die Liebe, die in deinem Herzen f├╝r mich brennt!

Bitte: Herz Jesu, offenbare dich mir! Lass mich erfahren, was du f├╝r mich f├╝hlst. Christus, forme in mir ein Herz nach deinem Herzen!

1. Die unbeschreibliche G├╝te seines Herzens. Im heutigen Evangelium am Festtag des Heiligsten Herzens Jesu lesen wir, wie Christus bereit ist, 99 Schafe zu verlassen, um dem verlorenen Schaf nachzugehen. Jesu Herz ist anders. Wir w├╝rden in der gleichen Situation vielleicht abw├Ągen, ob es Sinn macht, die anderen Schafe alleine zu lassen, um das Schaf, was sich selbst in Gefahr gebracht hat, zu suchen. Aber sein Herz f├╝hlt und denkt anders. Es ist nur G├╝te und pure Liebe. Er versteht seine Schafe vollkommen und nimmt uns ganz an. Er ist sogar bereit, sich selbst verletzen und t├Âten zu lassen, damit wir gerettet werden. Er tr├Ągt in sich jenes Herz, durch das er bereit ist, die Herrlichkeit des Himmels zu verlassen und durch die Tr├╝mmer unserer Welt zu gehen, um ein verlorenes und verwundetes Sch├Ąflein wie mich nach Hause zu holen. Wie g├╝tig ist sein Herz!

2. Volles Verst├Ąndnis und Barmherzigkeit. Was denkt Christus wohl ├╝ber das verlorene Schaf? Zwar spricht das Evangelium nicht ausdr├╝cklich davon, aber die leidenschaftliche Suche des Hirten l├Ąsst erahnen, dass er keinen Zorn versp├╝rt, sondern ganz von dem Verlangen ergriffen ist, wieder mit seinem Schaf zusammen zu sein. Wenn wir in unserem Leben einen Ausrutscher haben oder uns von Gott entfernen, ruft das in seinem Herzen keinen Zorn und keine Verurteilung hervor. Im Gegenteil: Er versteht die wahre Ursache unserer Schw├Ąche und ist voller Barmherzigkeit. Sein Herz ist anders. Er geht erneut auf die Suche, weil er wei├č, dass wir uns selbst verletzen, wenn wir uns von ihm entfernen. Das Herz Jesu verlangt nach uns und ist voll Freude ├╝ber unsere Umkehr.

3. Ein Herz nach seinem Herzen. Christus will unser Bestes. Daher l├Ądt er uns ein, unser Herz nach seinem Herzen gestalten zu lassen. Er w├╝nscht sich, dass wir immer mehr denken und handeln, wie er es tut. Genauso g├╝tig und genauso barmherzig. Doch wie geht das? Gott kann unser Herz insbesondere dadurch umgestalten, dass er uns mit dem tiefen Leid eines anderen Menschen, vielleicht eines Nahestehenden, in Ber├╝hrung bringt. Wenn wir einen solchen Menschen leiden sehen, sp├╝ren wir den inneren Wunsch, ihm zu helfen. Unser Herz wird g├╝tig und barmherzig, und manchmal w├╝rden wir sogar gerne etwas von diesem Leiden auf uns nehmen. Wir beginnen dann, den Blick des Herzens Jesu anzunehmen. Christus nahm unsere Leiden auf sich, und er w├╝nscht sich, dass wir bereit sind, dies auch f├╝r unsere Mitmenschen zu tun.

Gespr├Ąch mit Christus: Christus, ich preise dich f├╝r die unbegreifliche G├╝te und Barmherzigkeit deines Herzens. Du warst bereit, dich verwunden zu lassen, damit ich von meinen Wunden geheilt werde. Gib mir die Gnade, dich nie wieder zu verletzen und dein Herz zu tr├Âsten, weil es so viel Gleichg├╝ltigkeit in der Welt gibt. Jesus, forme in mir ein Herz nach deinem Herzen. Lass mich denken, f├╝hlen und handeln wie du! Lass mich diese Welt mit deinen Augen sehen.

Vorsatz: Heute will ich in meiner Familie besonders verst├Ąndnisvoll sein, um das Herz Christi zu tr├Âsten.


Die Offenbarung Christi

29. Juni 2019

Hl. Petrus und Hl. Paulus, Apostel
Hochfest

Br. Nils Sch├Ąfer LC

Joh 21,1.15-19
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine L├Ąmmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du wei├čt alles; du wei├čt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst geg├╝rtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine H├Ąnde ausstrecken, und ein anderer wird dich g├╝rten und dich f├╝hren, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen w├╝rde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Einf├╝hrendes Gebet: Guter Vater, ich danke dir, dass ich diesen Tag mit dir beginnen darf. Hilf mir, zur Ruhe zu kommen und meine polternden Gedanken loszulassen, um ganz auf deine Stimme h├Âren zu k├Ânnen. Ich danke dir, dass du mir deine barmherzige Liebe offenbart hast. Hilf mir, immer mehr unter dem Blick dieser Liebe zu leben.

Bitte: Christus, offenbare mir bitte deine pers├Ânliche Liebe und Sorge um mich! Schenk mir die Gnade, dir eine authentische Antwort voller Liebe zu geben.

1. Christus offenbart sich. Eines der hervorstechendsten Worte in dieser Evangeliumsstelle findet sich direkt am Anfang: Christus offenbart sich. Das Ende des Johannesevangeliums ist nicht blo├č ein Anhang. Es ist eine erneute Offenbarung des Herzens Gottes. Er teilt uns etwas von ihm selbst mit. Jesus zeigt uns, wie er auf uns schaut und was er in seinem Herzen f├╝r uns sp├╝rt. Doch was ist dem Herrn so wichtig, dass er es am Ende seiner Zeit hier auf Erden Petrus noch einmal offenbaren m├Âchte? Es ist seine alles ├╝berwindende Liebe sowie seine pers├Ânliche Sorge um Petrus und jeden Einzelnen von uns. Dreimal hatte er Christus verraten und jetzt wird er dreimal wieder von Christus in seiner Sendung best├Ąrkt. Jesus offenbart uns, dass seine Liebe gr├Â├čer ist als unsere S├╝nden und Schuldgef├╝hle. Wenn wir es zulassen, wird sie alle Widerst├Ąnde in uns ├╝berwinden, bis wir ganz mit ihm vereint sind. Unsere S├╝nden und Fehler sind nur ein Wassertropfen in einer Feuersglut, wie es die heilige Theresia von Lisieux ausdr├╝ckte.

2. Eine ehrliche Antwort.  Doch bevor Christus Petrus in seiner Sendung best├Ąrkt, w├╝nscht er sich eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob Petrus ihn liebt. Gott will nicht, dass wir uns vor ihm Masken aufsetzen. Er ist nicht an einem frommen Theater interessiert, bei dem man meint, vor ihm perfekt erscheinen zu m├╝ssen, w├Ąhrend man eigentlich voller (Selbst-)Zweifel ist. Und obwohl wir es schon oft geh├Ârt haben m├Âgen, ertappen wir uns leicht im Gebet dabei, Phrasen vor uns herzusagen, die weit weg von unserer Realit├Ąt sind. Christus w├╝nscht sich von uns eine authentische Antwort und ein authentisches Gebet. Vielleicht k├Ânnen wir ihm noch nicht so viel Liebe anbieten, wie wir gerne m├Âchten, doch zumindest stehen wir ohne Masken vor ihm. Christus kennt uns ohnehin schon durch und durch und er ist voller Verst├Ąndnis. Er l├Ądt uns ein, allen Stolz und jede Falschheit abzulegen, um mit Petrus ehrlich zu sagen: ÔÇ×Du wei├čt alles, Herr, du wei├čt, dass ich dich liebe.ÔÇť

3. Die Aussendung. Nachdem Petrus seine eigene Schw├Ąche zugegeben hat, wird er von Christus erneut ausgesandt, um seine Herde zu weiden. Man braucht diese Erfahrung der eigenen Unzul├Ąnglichkeit, damit man ganz und ausschlie├člich auf Gottes Gnade setzt. Bevor Gott sich unserer Talente f├╝r seinen Missionsauftrag bedient, m├Âchte er in uns ein tiefes Vertrauen auf seine Gnade vorfinden. Dieses Vertrauen w├Ąchst vor allem, wenn wir wie Petrus an unseren Schw├Ąchen erkennen, dass Gottes Barmherzigkeit m├Ąchtiger ist als sie. Dann sind wir bereit f├╝r seine Nachfolge. Wenn wir erkennen, dass wir ihn existenziell brauchen, gibt er uns die Kraft, zu leben, wie er selbst lebte. Nur in Demut und vom Herzen her beginnen wir, uns den Auftrag, den Gott uns gegeben hat, wirklich zu eigen zu machen. Nachdem Petrus also seine eigene Schw├Ąche und Gottes Liebe angenommen hatte, war er ausreichend vorbereitet, um seine Sendung als erster Papst der jungen Kirche anzutreten.

Gespr├Ąch mit Christus: Danke, Herr, dass du dich mir offenbart hast; dass du mir immer wieder zeigst, wie wertvoll ich in deinen Augen bin. Dennoch will ich mir oft Masken aufsetzen. Darum bitte ich dich, mir zu helfen, ganz echt und authentisch, ohne ├Ąu├čeren Schein, vor dir zu stehen. Dringe mit deiner Liebe bis in die Wunden meiner Seele ein, die ich lieber verstecken w├╝rde, und heile mich dort. Dann will ich mein Leben vor dich hinlegen, damit du es f├╝r die Ausbreitung deines Reiches benutzen kannst.

Vorsatz: Heute will ich in meinen Gebeten darauf achten, mit Gott ganz ehrlich umzugehen.