Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. Juni 2019 bis Samstag 22. Juni 2019

Elfte Woche im Jahreskreis

Annika Bauer

Den empfangen und verk├╝nden, der in uns wohntSonntag
Das neue Gesetz der LiebeMontag
Durch die Liebe S├Âhne und T├Âchter unseres himmlischen Vaters werdenDienstag
Gott begegnen im VerborgenenMittwoch
Brotvermehrung und heilige MesseDonnerstag
Sch├Ątze beeinflussen das HerzFreitag
Welche Sorgen sollen mich beeinflussen?Samstag


Den empfangen und verk├╝nden, der in uns wohnt

16. Juni 2019

Dreifaltigkeitssonntag (Trinitatis)
Hochfest

Hl. Benno, Bischof

Annika Bauer

Joh 16,12-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr k├Ânnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit f├╝hren. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er h├Ârt, und euch verk├╝nden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verk├╝nden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verk├╝nden.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du wohnst mit dem Vater und dem Heiligen Geist in mir. Ich will jetzt still werden, um diese Wahrheit mehr zu begreifen. Deine Stimme will ich erkennen, ihr folgen und ihr immer mehr Raum in mir geben.

Bitte: Lass mich dich sehen. Mach mich offen f├╝r dich und dein Wort.

1. Einheit durch H├Âren und Empfangen. Heute feiern wir das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. Es ist ein gro├čes Geheimnis unseres Glaubens: Gott ist drei Personen und doch ist er einer. In diesem Evangelium lernen wir eine wichtige Grundhaltung Gottes kennen: h├Ârend zu sein. Er ist Beziehung. Die Einheit ist dadurch gegeben, dass die drei Personen nach au├čen nicht unabh├Ąngig voneinander ÔÇô wie zum Beispiel der Sohn und der Heilige Geist nicht aus sich selbst heraus ÔÇô reden und handeln, sondern nur das verk├╝nden, was sie geh├Ârt und empfangen haben. Auch in unseren Gemeinschaften m├╝ssen wir einander zuh├Âren, um Einheit zu schaffen.

2. Verk├╝nden. Wenn wir von einer Person oder einer Sache begeistert sind, k├Ânnten wir den ganzen Tag ├╝ber sie reden. Freude, die man empfangen hat, will sich mitteilen. Jesus spricht ├╝ber den Heiligen Geist; dass er ihn verherrlichen und ├╝ber ihn reden wird. Die Heilige Dreifaltigkeit ist eine Liebesbeziehung zwischen Personen, die sich jeweils einander ganz hingeben und empfangen. Der Sohn und der Heilige Geist verk├╝nden, was sie empfangen haben.

3. Dreifaltigkeit in uns. Auch wir sind dazu berufen, in die Gemeinschaft und Beziehung mit Gott einzutreten. Wir d├╝rfen teilhaben an dieser Liebesbeziehung. Dazu m├╝ssen wir zuerst h├Ârend werden. Je mehr wir uns f├╝r Gott ├Âffnen, desto mehr kann er einziehen. Wir k├Ânnen seine Gegenwart in uns durch ein h├Ârendes Herz wahrnehmen. Nur was wir in dieser Weise geh├Ârt haben, k├Ânnen wir glaubhaft und authentisch verk├╝nden.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich darf von eurer Beziehung lernen und in ihr leben. Du bist es, der mich begleitet, f├╝hrt und immer mehr an sich ziehen will. Lass mich deine Gegenwart immer deutlicher wahrnehmen und deine Stimme h├Âren. Ich will mich von den Dingen bewegen lassen, die dich bewegen, und dich verk├╝nden.

Vorsatz: Ich will mich heute darum bem├╝hen, auf meine Mitmenschen oder auf Gott zu h├Âren.


Das neue Gesetz der Liebe

17. Juni 2019

Montag der elften Woche im Jahreskreis

Annika Bauer

Mt 5,38-42
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ihr habt geh├Ârt, dass gesagt worden ist: Auge f├╝r Auge und Zahn f├╝r Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas B├Âses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schl├Ągt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du zeigst uns wie wir leben sollen. Doch erst durch dich und deine Gegenwart in uns, werden wir f├Ąhig zu lieben.

Bitte: Hilf mir jetzt, dein Wort aufzunehmen. Ich will nach deinem Wort handeln und mich von ihm verwandeln lassen.

1. Gesetz der Gerechtigkeit. F├╝r die Juden war das Gesetz die Richtlinie f├╝r ihr Handeln. Gott selbst hatte es durch Mose den Menschen gegeben. Dieses Gesetz war gepr├Ągt vom Gerechtigkeitsgedanken. Die Regel ÔÇ×Auge f├╝r Auge, Zahn f├╝r ZahnÔÇť stellt eine dieser Rechtsvorschriften dar. Sehne ich mich nicht auch manchmal nach Gerechtigkeit? Wie gehe ich mit Verletzungen durch andere um? Es ist wichtig, das wahrzunehmen, was ich f├╝hle, und es nicht gleich wegzuschieben.

2. Ein neues Verst├Ąndnis von Gerechtigkeit. In seinem Lehrschreiben ÔÇ×Caritas in veritateÔÇť schreibt Papst Benedikt XVI.: ÔÇ×Die Liebe geht ├╝ber die Gerechtigkeit hinausÔÇť (Nr. 6). Es sei aber dennoch wichtig, dem anderen zu geben, was ihm zusteht. Jesus fordert von uns allerdings mehr als die Einhaltung der bestehenden gerechten Gesetze. Unsere Gerechtigkeit soll von der Liebe durchdrungen sein und nicht bei dem stehenbleiben, was wir f├╝hlen. Jesus verlegt damit den Ort, wo das Gesetz geschrieben steht, von einem St├╝ck Papier in das Herz. ÔÇ×Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz.ÔÇť (Jer 31,33)

3. Durch Jesus bef├Ąhigt. Was hat sich ge├Ąndert? Die simple Antwort ist: Gott ist in Jesus Mensch geworden. Jesus zeigt uns, wie wir leben sollen. Mit meiner eigenen Kraft sto├če ich oft an meine Grenzen. Doch je mehr wir uns von Ihm verwandeln lassen, desto mehr sind wir zu dieser Liebe f├Ąhig; desto mehr kann er durch uns wirken.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du forderst ganz sch├Ân viel von mir. Oft kann ich mich nicht f├╝r die Liebe entscheiden. Mein Wunsch nach Gerechtigkeit nach dem alten Gesetz ist manchmal st├Ąrker. Schreibe du dein Gesetz auf mein Herz. Wandle es, forme es nach deinem Herzen.

Vorsatz: Ich will heute bewusst auf meine Gef├╝hle achten und mich dann f├╝r die Liebe entscheiden.


Durch die Liebe S├Âhne und T├Âchter unseres himmlischen Vaters werden

18. Juni 2019

Dienstag der elften Woche im Jahreskreis

Annika Bauer

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ihr habt geh├Ârt, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen N├Ąchsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet f├╝r die, die euch verfolgen, damit ihr S├Âhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er l├Ąsst seine Sonne aufgehen ├╝ber B├Âsen und Guten, und er l├Ąsst regnen ├╝ber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr n├Ąmlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn k├Ânnt ihr daf├╝r erwarten? Tun das nicht auch die Z├Âllner? Und wenn ihr nur eure Br├╝der gr├╝├čt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du f├╝hrst uns zu einer Beziehung mit deinem und unserem Vater. Ich will immer mehr zum Kind meines Vaters im Himmel werden.

Bitte: Lass mich in der Beziehung zu meinem himmlischen Vater wachsen und mich ganz vertrauensvoll in deine H├Ąnde begeben.

1. Feindesliebe. Es gibt Menschen, die uns unsympathisch sind. Wir tragen alle in uns Verletzungen, die uns zu einem gro├čen Teil durch andere Menschen zugef├╝gt wurden und die es uns erschweren, mit anderen liebevoll umzugehen. Diese Wunden k├Ânnen nur durch die Liebe Gottes geheilt werden. Die Zuversicht, dass wir einen Vater im Himmel haben, der uns besch├╝tzt, l├Ąsst uns auch Menschen lieben, die wir spontan nicht leiden k├Ânnen.

2. S├Âhne unseres Vaters werden. Durch die Taufe sind wir zu Kindern Gottes geworden. Wir geh├Âren ihm. Und doch sagt Jesus, dass wir durch die Liebe zu S├Âhnen und T├Âchtern unseres Vaters im Himmel werden. M├╝ssen wir also erst etwas leisten, um unsere Kindschaft zu erlangen? Nein. Gerade Kinder m├╝ssen in der Erziehung mitarbeiten, um zur Reife des Alters zu gelangen und jene Liebe zu leben, die ihre Beziehung mit Gott wahrhaft pers├Ânlich werden l├Ąsst. Gott ist die Liebe. Wenn wir die Liebe ablehnen, lehnen wir gleichzeitig auch Gott ab.

3. Seid vollkommen, wie es euer himmlischer Vater ist. ÔÇ×Ihr sollt also vollkommen seinÔÇŽÔÇť Dies ist kein Aufruf zur Perfektion, sondern zu einer Beziehung mit ihm, dem Vater. In ihm lebt eine Sehnsucht nach dieser Beziehung. Wenn wir Gott unseren Vater nennen und ihm ganz geh├Âren wollen, ist er es, der uns immer mehr in ihn umgestaltet und in uns das bewirkt, was vollkommen ist.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, hilf mir, mich immer mehr als ein Kind deines und meines Vaters zu sehen und im Vertrauen zu ihm zu wachsen. Ich will Momente, in denen ich mich f├╝r ihn und die Liebe entscheiden kann, nutzen.

Vorsatz: Ich will 3 positive Aspekte an jemandem suchen, der mir unsympathisch ist, und f├╝r diese Person beten.


Gott begegnen im Verborgenen

19. Juni 2019

Mittwoch der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Romuald, Abt

Annika Bauer

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: H├╝tet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Stra├čenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schlie├č die T├╝r zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein tr├╝bseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Einf├╝hrendes Gebet: Gott, du siehst das Verborgene und du schaust jetzt auch auf mich. Auf mein Bem├╝hen, dir n├Ąher zu kommen und dir in deinem Wort zu begegnen, in dem du verborgen und wahrhaft zugegen bist.

Bitte: Hilf mir, dich im Verborgenen zu entdecken. Mach dich mir sichtbar. Lass mich dich erkennen.

1. Die Absichten unseres Handelns kennen. Es ist nicht einfach, im Verborgenen zu lieben. Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, dann ist meist nicht nur reine Liebe der Beweggrund f├╝r unser Handeln. Unsere Sehnsucht nach Anerkennung und Bewunderung kann oft schon genug Motivation sein. Andere sollen sehen, was wir erreicht haben oder zumindest etwas dar├╝ber h├Âren und erfahren. Wir erhalten so direkt unseren Lohn. Den Lohn der Anerkennung und Bewunderung.

2. Almosen geben, beten, fasten im Verborgenen. In der Fastenzeit sind die drei Bereiche Almosen geben, beten und fasten wahrscheinlich in unseren Fastenvors├Ątzen vertreten gewesen. Alle diese Dinge sind gut und st├Ąrken unsere Beziehung zum N├Ąchsten, zu Gott und zu uns selbst. Doch erst wenn sie aus Liebe geschehen, sind sie in den Augen Gottes wertvoll. Es ist letztlich eine Entscheidung, unter welchem Blick wir stehen wollen.

3. Gott im Verborgenen. Wir begegnen Gott im Verborgenen. Therese von Lisieux schreibt in ihrer Biografie, wie sie Gott die kleinen allt├Ąglichen Dinge schenkt, die ihr schwerfallen und die keiner sieht. Es ist wundersch├Ân, wie die Absicht, mit der man dieselben Dinge tut, ein Werk verwandeln kann. Es ist meist nicht entscheidend, was man tut, sondern wie man es tut. Alles aus Liebe zu Gott.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich will oft gesehen werden, wenn ich etwas Gutes getan habe. Mir ist der Blick anderer wichtig, denn er schenkt mir Anerkennung und Bewunderung. Dadurch f├╝hle ich mich geliebt. Lass mich noch mehr danach suchen, allein unter deinem Blick zu lieben.

Vorsatz: Ich will heute darauf achten, was mich zum Handeln bewegt und bewusst Werke der Liebe im Verborgenen tun.


Brotvermehrung und heilige Messe

20. Juni 2019

Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Fronleichnam

Annika Bauer

Lk 9,11b-17
In jener Zeit redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und heilte alle, die seine Hilfe brauchten. Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zw├Âlf zu ihm und sagten: Schick die Menschen weg, damit sie in die umliegenden D├Ârfer und Geh├Âfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort. Er antwortete: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als f├╝nf Brote und zwei Fische; wir m├╝ssten erst weggehen und f├╝r all diese Leute Essen kaufen. Es waren etwa f├╝nftausend M├Ąnner. Er erwiderte seinen J├╝ngern: Sagt ihnen, sie sollen sich in Gruppen zu ungef├Ąhr f├╝nfzig zusammensetzen. Die J├╝nger taten, was er ihnen sagte, und veranlassten, dass sich alle setzten. Jesus aber nahm die f├╝nf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie; dann gab er sie den J├╝ngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Und alle a├čen und wurden satt. Als man die ├╝brig gebliebenen Brotst├╝cke einsammelte, waren es zw├Âlf K├Ârbe voll.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, heute feiern wir das Hochfest deines Leibes und Blutes. Ich bin so dankbar, dass ich dir dort begegnen kann.

Bitte: Schenke mir auch jetzt eine Begegnung mit dir, wenn ich dein Evangelium betrachte.

1. Reinigung, Erleuchtung und Vereinigung. Jesus heilt. Er verk├╝ndet das Reich. Im geistlichen Leben und auch in der heiligen Messe durchleben wir die verschiedenen Stufen der Beziehung mit Gott: Reinigung, Erleuchtung und Vereinigung. Um Gott begegnen zu k├Ânnen ist ein erster Schritt der Reinigung notwendig. Er will alles aus dem Weg r├Ąumen, was mich von ihm trennt. Wir erfahren ihn und lernen ├╝ber ihn durch sein Wort, durch Menschen, die es uns auslegen und durch unsere aktive Teilnahme am Beten und Handeln der Kirche. Die Vereinigung mit ihm stellt den H├Âhepunkt der Begegnung dar.

2. Jesus schenkt. Jesus schenkt. Und das im ├ťberfluss. Er l├Ąsst uns nicht mit unseren menschlichen Problemen allein. Er sorgt sich um uns und wei├č, was wir brauchen. Er stillt unseren Hunger. Nicht nur den Hunger nach Brot, sondern vor allem den Hunger nach Liebe und nach Ihm. Nach der Brotvermehrung wird berichtet, dass die Leute Jesus suchen, weil er ihnen Brot gegeben hat. Er hat ihr Verlangen gestillt. Alle a├čen und wurden satt. Er kann auch unsere Sehns├╝chte erf├╝llen.

3. Begegnung mit ihm. In der Brotvermehrung ├Ąhnelt vieles dem Geschehen beim letzten Abendmahl und der heiligen Messe. Es geschieht Heilung, Reinigung und Jesus lehrt, verk├╝ndet das Reich. Au├čerdem spricht er das Dankgebet, segnet das Brot und bricht es. Es findet Begegnung mit ihm statt. Eine Begegnung, die jedoch Grenzen hat. Eine Grenze, die darin besteht, dass Jesus noch nicht in diesem Brot gegenw├Ąrtig ist und zu unserer Speise wird, wie das im Sakrament der Eucharistie dann der Fall sein wird.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, wenn ich dieses Evangelium lese, empfinde ich tiefe Dankbarkeit dar├╝ber, wie nah ich dir sein kann. Dankbar f├╝r das Geschenk der Eucharistie, in der ich dich in mich aufnehmen kann.

Vorsatz: Heute will ich ganz bewusst und dankbar zur Kommunion gehen.


Sch├Ątze beeinflussen das Herz

21. Juni 2019

Hl. Aloisius Gonzaga, Ordensmann
Gedenktag

Annika Bauer

Mt 6,19-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Sammelt euch nicht Sch├Ątze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerst├Âren und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Sch├Ątze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerst├Âren und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge gibt dem K├Ârper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer K├Ârper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer K├Ârper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie gro├č muss dann die Finsternis sein!

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du willst uns zeigen, was wirklich wichtig im Leben ist. Du gibst meinem Leben Sinn und Orientierung.

Bitte: Lenke meinen Blick jetzt ganz auf dich. Erf├╝lle mich mit deinem Licht.

1. Sch├Ątze auf Erden. Was ist mir wichtig? Wie setze ich meine Priorit├Ąten? ÔÇô Wie ich meine Zeit investiere, kann ein Hinweis darauf sein, wem oder was ich Priorit├Ąt gebe. Es gibt Dinge und Taten, die sind verg├Ąnglich und auf die Erde beschr├Ąnkt.Sch├Ątze, die wir uns sammeln, k├Ânnen unser Herz beeinflussen. Wenn wir hingegen nicht mehr auf dieser Erde sind, geht es nicht mehr darum, wie reich wir waren oder was wir alles erreicht haben. Gerade diese ÔÇ×Sch├ĄtzeÔÇť werden nicht ewig bleiben.

2. Sch├Ątze im Himmel. Unser Leben hier auf Erden ist begrenzt und verg├Ąnglich. Was sind Sch├Ątze im Himmel? Was ist das, was bis in die Ewigkeit bleibt? Die einfache Antwort lautet: die Liebe. In allen Dingen, die ich tue, geht es darum, mit wie viel Liebe ich sie getan habe. Und Liebe besteht immer in konkreten Taten. Durch sie sammeln wir Sch├Ątze im Himmel.

3. Licht in uns. Die Liebe ist es, die uns verwandelt; die uns in Gott umgestaltet. Er ist es, der uns f├Ąhig macht zu lieben und in uns liebt. Je mehr wir uns von ihm verwandeln lassen, desto mehr sind wir nur noch f├Ąhig zu lieben. Wenn die anderen f├╝r uns zum Schatz werden, dann beeinflusst es unser Herz. So wie das Auge dem K├Ârper Licht gibt, so schenkt uns Gott durch seine Gegenwart Licht und die Kraft zu lieben.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, sei du immer mehr in mir gegenw├Ąrtig. Du darfst durch mich lieben. Ich merke immer wieder, wie mir andere Dinge wichtig werden, obwohl sie eigentlich verg├Ąnglich sind. Du sollst der Wichtigste f├╝r mich sein.

Vorsatz: Ich will mir heute etwas Zeit nehmen, um mit dir ganz pers├Ânlich zu reden.


Welche Sorgen sollen mich beeinflussen?

22. Juni 2019

Samstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. John Fisher, Bischof und M├Ąrtyrer
Hl. Thomas Morus, M├Ąrtyrer
Hl. Paulinus von Nola, Bischof

Annika Bauer

Mt 6,24-34
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr k├Ânnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die V├Âgel des Himmels an: Sie s├Ąen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorr├Ąte in Scheunen; euer himmlischer Vater ern├Ąhrt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verl├Ąngern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so pr├Ąchtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingl├Ąubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater wei├č, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird f├╝r sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich komme jetzt zu dir mit meinen Sorgen. Alles, was mich gerade besch├Ąftigt, will ich in deine H├Ąnde legen und mich ganz f├╝r dich ├Âffnen.

Bitte: Zeige dich mir heute ein St├╝ckchen mehr. Dich will ich immer mehr und tiefer erkennen.

1. Worum machen wir uns Sorgen? Warum? Es ist menschlich, sich Sorgen zu machen. Unser K├Ârper braucht Nahrung, Kleidung und Gesundheit. Aber nicht nur diese Sorgen k├Ânnen uns gefangen nehmen. Die Sorge darum, von anderen geliebt zu werden, vor anderen nicht schlecht da zu stehen und gelobt zu werden, kann existenziell sein. Warum machen wir uns Sorgen? Meist entstehen Sorgen aus mangelndem Vertrauen, auch gegen├╝ber Gott, und aus der Erfahrung, dass vermeintliche Sicherheiten, auf die wir uns verlassen hatten, weggebrochen sind. Wenn wir unser Vertrauen auf falsche Sicherheiten setzen, verlieren wir immer irgendwie das Wichtigste aus den Augen.

2. Wie beeinflussen Sorgen unsere Beziehung zu Gott?  Sorgen und ├ängste k├Ânnen uns l├Ąhmen. Sie halten uns davon ab, voranzuschreiten und zu wachsen. Au├čerdem passiert es oft, dass man nur auf sich schaut und andere und Gott aus den Augen verliert. Ein praktischer Atheismus l├Ąsst uns glauben, dass wir alles unter Kontrolle haben und alleine k├Ąmpfen k├Ânnen. Glaube ich, dass Gott wirklich real ist?, dass es einen Unterschied macht, sich in allem an ihn zu wenden?, dass er ganz gut ist und einen guten Plan f├╝r mein Leben hat? Es ist immer wieder notwendig, diesen Glauben und das entsprechende Vertrauen zu erneuern und in allen Situationen, besonders in den herausfordernden, auf Gott zu schauen.

3. Sorgen Gottes. ÔÇ×Euch muss es aber zuerst um sein Reich und seine Gerechtigkeit gehen.ÔÇť Meine Sorgen haben oft nur einen Bezug auf verg├Ąngliche Werte, die Sorgen Gottes jedoch beziehen sich auf die Ewigkeit und haben entsprechenden Wert. Ihm geht es darum, dass alle Menschen ihn kennen und so ihre Erf├╝llung finden. Ich kann Seine Sorgen teilen. Je mehr ich ihn kenne, desto mehr bewegen mich die gleichen Dinge wie ihn. Seine Liebe dr├Ąngt mich. Ich will, dass sein Reich der Liebe w├Ąchst. Daf├╝r ist es aber notwendig, den Blick von mir weg zu richten, auf ihn und auf andere.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich glaube, dass du mich ganz kennst. Auch meine Sorgen und ├ängste. Ich bin dir nicht egal und du sorgst dich um mich. Hilf mir, mehr zu vertrauen und meinen Blick immer mehr auf dich zu richten. Du bist gut. Ich will mit dir f├╝r andere k├Ąmpfen.

Vorsatz: Ich will heute darauf achten, dass mich nicht ├ängste zum Handeln bewegen, sondern die Liebe zu Gott.