Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. Mai 2019 bis Samstag 1. Juni 2019

Sechste Woche der Osterzeit

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Das g├Âttliche Leben in unsSonntag
Das Wirken des Heiligen GeistesMontag
Auf Gott schauenDienstag
Sorge dich nicht, lebe!Mittwoch
Demut als wahrer SiegDonnerstag
Jesus tr├Âstet seine J├╝ngerFreitag
ÔÇ×Der Vater selbst liebt euch.ÔÇťSamstag


Das g├Âttliche Leben in uns

26. Mai 2019

Sechster Sonntag der Osterzeit (Vocem iucunditatis)
Hl. Philipp Neri, Ordensgr├╝nder, Mystiker

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 14,23-29
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, h├Ąlt an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr h├Ârt, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, w├Ąhrend ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt geh├Ârt, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zur├╝ck. Wenn ihr mich lieb h├Ąttet, w├╝rdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist gr├Â├čer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

Einf├╝hrendes Gebet: Heiliger Geist, leite unsere Gedanken, dass wir stets deine sanfte Stimme vernehmen und deinen Eingebungen folgen.

Bitte: Wir bitten um innere F├╝gsamkeit, damit wir die Stimme des Heiligen Geistes h├Âren und ihr folgen.

1. Gott kommt zu uns. ÔÇ×Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnenÔÇŽÔÇť Gott, der Vater, will zu uns kommen. Die gro├če Freude Gottes ist es, in uns zu wohnen, seinen Geist an uns zu verschenken. Als lebendige Gesch├Âpfe ruft Gott uns zu sich und gibt uns die theologischen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) als Gnadenquelle, die uns dazu bef├Ąhigt, bei ihm zu bleiben. Jedes Mal, wenn wir gepr├╝ft werden und uns treu erweisen, werden diese Tugenden in uns noch vermehrt. Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sichÔÇŽ Im Epheserbrief 5,10 hei├čt es: ÔÇ×Pr├╝ft, was dem Herrn gef├ĄlltÔÇť. Das sollen wir also herausfinden. Solange der Herrn in uns wohnt, besitzen wir auch die n├Âtige Wachheit und die geistlichen Werkzeuge, um seinen Willen wahrzunehmen.

2. Der Heilige Geist steht uns bei. Dann brauchen wir die Hilfe des Heiligen Geistes, um den Willen Gottes von dem zu unterscheiden, was nur wir wollen oder der b├Âse Geist will. Dazu empfangen wir mit den Gaben des Heiligen Geistes: ÔÇ×Doch aus dem Baumstumpf Isais w├Ąchst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn l├Ąsst sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der St├Ąrke, der Geist der Erkenntnis und der GottesfurchtÔÇť (Jes 11,1-2). In diesen geistlichen Gaben ist der Heilige Geist immer bei uns. Er gibt uns ein Wort des Zuspruchs, erm├Âglicht uns, eine Schwierigkeit im geistlichen Sinn zu verstehen, und er fl├Â├čt uns Ehrfurcht vor der Eucharistie ein. Der Geist der Weisheit und des Verstandes erlaubt es uns, den Willen Gottes aufzusp├╝ren, weil er uns lehrt, nach geistlichen Kriterien zu unterscheiden und nicht nur auf rationale Argumente und menschliche Aspekte zu schauen.

3. Er gibt uns Frieden. Wenn wir das Leben Gottes in uns pflegen, bringt uns das den Frieden und viele geistliche Fr├╝chte ein. Es entsteht eine F├╝gsamkeit gegen├╝ber dem Heiligen Geist, die im Laufe der Zeit unsere Pers├Ânlichkeit formt sowie eine Achtsamkeit auf kleine Anzeichen. Unsere Gedanken werden so aufeinander abgestimmt, dass wir lernen, die Dinge auf eine tiefe Art und Weise zu sehen. Im heutigen Evangelium verspricht Jesus uns den Heiligen Geist. Wenn wir ihn annehmen, in der Tugend wachsen, in der Unterscheidung der Geister voranschreiten, werden sich die Fr├╝chte des Geistes einstellen. ÔÇ×Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, G├╝te, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.ÔÇť (Gal 5,22). Jesus ist nicht mehr im Fleische bei uns, aber er ist bei uns im Geist und im Sakrament sowie in jeder Tat, durch die wir lieben, Geduld und Sanftmut ├╝ben. Er lebt in uns und lehrt uns, wie er zu leben. Er erm├Âglicht uns herauszufinden, was ihm gef├Ąllt.

Gespr├Ąch mit Christus: Heiliger Geist, wir sind wie ein Werkzeug in deiner Hand. Mach uns gef├╝gig und verwende uns zur Erneuerung der Kirche. Lehre uns, den Willen Gottes wahrzunehmen. Lass uns den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe tiefer verstehen und ihn gehen.

Vorsatz: Ich nehme mir heute einen Moment, um still zu werden und meinen Kopf freizumachen und deinem Geist in mir Raum zu geben.


Das Wirken des Heiligen Geistes

27. Mai 2019

Montag der sechsten Woche der Osterzeit
Hl. Augustinus von Canterbury OSB, Bischof, Glaubensbote

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 15,26-16,4a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis f├╝r mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Ansto├č nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge aussto├čen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch t├Âtet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.

Einf├╝hrendes Gebet: Himmlischer Vater, vermehre unseren Glauben an die wirkliche Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben, besonders dann, wenn wir ihn am meisten brauchen.

Bitte: Gott, gib mir die Gelassenheit, zu vertrauen, dass du alles richtig machst und ich mich deinem Willen bedingungslos ergeben kann.

1. Der sanfte Einfluss des Hl. Geistes. Es hilft mir, mir den Heiligen Geist wie einen Wildbach vorzustellen, der durch Felsengebirge str├Âmt, als Wasserfall Klippen hinabst├╝rzt, Berge umrundet und unter das Blattwerk dringt. Er ist hin und wieder sichtbar und doch meist ganz verborgen. Die Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben ist hin und wieder erkennbar, bleibt aber auch oft v├Âllig unbemerkt. Dennoch ist er immer da. Der Wildbach flie├čt, ob man ihn sieht oder nicht. Wenn n├Âtig, gibt er sich zu erkennen. Der Heilige Geist wirkt in uns sowohl mit Sanftmut als auch mit Kraft. Es gibt Momente im Leben, in denen wir vertrauensvoll voranschreiten und aufgrund unserer eigenen Einsichten die Geister unterscheiden und Entscheidungen treffen sollten. Doch wenn wir ihn am meisten brauchen, wird er sich mit Sicherheit am deutlichsten zeigen.

2. Die Offenbarung der Wahrheit. Wenn die Anwesenheit des Heiligen Geistes greifbar wird, offenbart er uns Gott. Er leitet uns zur Wahrheit und zum Leben. Wir haben es n├Âtig, dass Gott sich uns durch den Heiligen Geist offenbart, denn der Teufel s├Ąt Verwirrung. Mit Scheinwahrheiten, Glitzerwerk und Skandalen bringt er uns von der Wahrheit weit ab. In der Zeit, die wir im Gebet mit der Kontemplation der Wahrheit verbringen, zeigt uns Gott, wo er ist und wie er durch Authentizit├Ąt, wahre Liebe, Freundlichkeit, Gro├čz├╝gigkeit, Barmherzigkeit und Gro├čmut spricht. Es hilft auch, die Wahrheiten zu erw├Ągen, die vom Heiligen Geist durch das Lehramt der Kirche geoffenbart worden sind.

3. Kontemplation und Aufsprossen der Wahrheit. Nach dem heiligen Thomas von Aquin ist die Kontemplation ein Mittel, um die Wahrheit zu erkennen. Die Muttergottes lehrt uns schon als junges M├Ądchen, wie man das Handeln Gottes im Heiligen Geist erw├Ągt. Je ├Âfter wir uns darin ├╝ben, desto ├╝bernat├╝rlicher wird unsere Sichtweise werden. Wie ein Same, ehe er hervorsprosst, im Boden liegen, also dort mit der Wahrheit in Kontakt sein muss, so schafft ein wiederholtes Erw├Ągen von Gottes Wort in uns Platz f├╝r ein ├╝bernat├╝rliches Verst├Ąndnis. Wenn der Same dann Wurzeln getrieben hat, kommt der Spross hervor, er bl├╝ht und wir beginnen, die leisen Einladungen des Geistes zu erkennen. So wachsen wir im Vertrauen auf seine Gegenwart, leben in seiner Freundschaft und sprechen mit ihm.

Gespr├Ąch mit Christus: Heiliger Geist, lass mich deine Impulse in meinem Leben wahrnehmen. Sei bei mir in schwierigen und in ruhigen Momenten, damit ich mich immer auf dich verlasse.

Vorsatz: Mir Zeit f├╝r den Heiligen Geist nehmen, einfach seine Impulse bemerken und ├╝berdenken, mit der Bitte, im Vertrauen zu ihm zu wachsen.


Auf Gott schauen

28. Mai 2019

Dienstag der sechsten Woche der Osterzeit

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,5-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erf├╝llt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut f├╝r euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt ├╝berf├╝hren (und aufdecken), was S├╝nde, Gerechtigkeit und Gericht ist; S├╝nde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Vater im Himmel, ich bitte dich, befreie mich von aller Unruhe und allen meinen Sorgen. Ich bringe dir jetzt jede Sorge an das Kreuz deines Sohnes und lade sie dort ab.

Bitte: Alle meine Sorgen werfe ich auf dich, denn du sorgst f├╝r mich. Mehre mein Vertrauen auf deine G├╝te.

1. Die Augen Gottes. In diesem Moment sind die J├╝nger bei dem Gedanken, dass Christus sie verl├Ąsst, von Traurigkeit so ├╝berw├Ąltigt, dass sie ihn nicht einmal fragen, wohin er geht. Wenn sie wirklich an Christus gedacht h├Ątten, h├Ątten sie begriffen, zu welchen Gaben ihnen sein Weggang verhilft. Christus geht, um seinen Auftrag zu erf├╝llen und uns allen die Seligkeit zu erwerben. Im Leben jedoch schauen wir zu sehr auf die Schwierigkeiten, die Aufregung, die Trag├Âdien, wo wir uns doch daran erinnern sollten, dass Gott nur unser Bestes will. Wenn wir uns wie die J├╝nger von Trauer ├╝bermannt f├╝hlen, sollten wir innehalten und Gott fragen, wohin er mit uns geht, was er will, was er mit diesen Schwierigkeiten bewirken m├Âchte.

2. Sehen, was im Herzen ist. Jesus sagt, dass es f├╝r uns besser ist, wenn er geht, weil er uns den Beistand senden wird. Mit ÔÇ×BeistandÔÇť meinen wir eine ÔÇ×T├Ątigkeit, mit der man jemandem behilflich ist; ein Verhalten, das zu jemandes Erfolg beitr├ĄgtÔÇť. Das hei├čt, der Geist ist eine Person, die sich f├╝r uns einsetzt. Normalerweise m├╝ssen wir f├╝r diese Art von Leistungen bezahlen - Anwaltskosten, Vertreterkosten, oder Maklerkosten. Aber in diesem Fall kommt der Beistand, der Heilige Geist, zu uns und wird selbst die Welt ├╝berf├╝hren. Wir m├╝ssen nicht wie Richter auftreten und zwischen Recht und Unrecht urteilen. Der Beistand ├╝bernimmt das. Er kennt unsere Absichten, die Absichten aller und er versteht unseren Herzen. Wir sind in guten H├Ąnden. So sollen wir uns nur darum k├╝mmern, selbst nach bestem Wissen und Gewissen vorzugehen.

3. Gott anschauen. Heutzutage beobachten wir Konflikte in Kirche und Gesellschaft und f├╝hlen uns nicht selten hineingezogen. Wir sollten uns aber ├Âfter daran erinnern, dass wir alle in Gottes H├Ąnden sind. Und Gott hat die Macht, selbst die S├╝nde in ein Mittel zur Erl├Âsung der Welt zu verwandeln ÔÇô wenn nur wir sie zum Anlass nehmen, uns ihm ehrlichen Herzens zuzuwenden. So l├Ądt uns der Herr ein, ├╝ber seinen Weggang nicht traurig zu sein, sondern im Vertrauen auf ihn und den Beistand, den er uns gegeben hat, voranzuschreiten. Unsere Aufgabe ist es, auf Gott zu schauen, die Aufgabe des Heiligen Geistes ist es, ├╝ber die Welt zu richten. Dass nimmt uns eine gro├če Last von den Schultern.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, ich vertraue auf dich und wei├č, dass deine Hand nicht zu kurz ist, um mir zu helfen, dein Ohr nicht taub, um mich zu h├Âren. Was auch immer auf der Welt geschieht, ich wei├č, dass du treu ├╝ber uns alle wachst.

Vorsatz: Ich gebe Gottes Ruhe in mir Einlass und glaube, dass sich der Vater im Himmel um alle meine Bed├╝rfnisse k├╝mmert. Ich anerkenne und bekenne, dass Gott diesen Tag gemacht hat, und ich mich an ihm freuen und fr├Âhlich sein darf.


Sorge dich nicht, lebe!

29. Mai 2019

Mittwoch der sechsten Woche der Osterzeit

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,12-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr k├Ânnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit f├╝hren. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er h├Ârt, und euch verk├╝nden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verk├╝nden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verk├╝nden.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir mit einem offenen Herzen. Sag mir alles, was du willst, und schweig ├╝ber alles, was du willst. Ich glaube an dich und an deine F├╝hrung auf meinem Weg.

Bitte: Schenke mir die Gelassenheit, nichts zu kontrollieren und mich auf dich zu verlassen, in der Gewissheit, unter deinem Schutz und Schirm zu stehen.

1. Alles hat seine Zeit. Jesus hat uns noch vieles zu sagen, aber wir k├Ânnen es jetzt nicht tragen. H├Ątten wir vor 10 Jahren gewusst, was wir jetzt wissen, h├Ątte es unsere Entscheidungen konditionieren k├Ânnen. Wir w├╝rden gerne die Zukunft und die Ursachen verschiedener Ereignisse kennen. Und w├Ąre es nicht einfacher, wenn die Dinge nach einem langfristigen Plan ablaufen w├╝rden? In Wirklichkeit kennen wir aber die Zukunft nicht und k├Ânnen sie nicht kontrollieren. Einerseits m├╝ssen wir uns verantwortungsvoll verhalten, andererseits bleiben wir aber wie kleine Kinder immer vom himmlischen Vater abh├Ąngig. Es macht uns bescheiden, daran erinnert zu werden, dass wir wie Pilger zur himmlischen Heimat unterwegs sind.

2. Gott kleidet uns. Da wir die Zukunft nicht im Voraus kennen k├Ânnen, bedeutet das, dass wir zwar planen m├╝ssen, uns aber nicht sorgen sollen. ÔÇ×Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so pr├Ąchtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingl├Ąubigen!ÔÇť (Lk 12,27-28). Nach dem S├╝ndenfall f├╝hlten sich Adam und Eva so, als ob sie sich verstecken m├╝ssten. Sie bedeckten ihre Nacktheit mit Feigenbl├Ąttern. Doch Gott suchte sie auf und gab ihnen Gew├Ąnder aus Fell. Gott sorgt f├╝r uns in der gleichen Weise, wenn wir ihn nur walten lassen.

3. Leben in der Gegenwart. Wer die Zukunft nicht kennt, ist eigentlich frei, im Jetzt zu leben und die Gaben der Gegenwart zu entdecken. Manchmal bedr├╝ckt uns die Last des Lebens, doch d├╝rfen wir nicht vergessen, uns die Freizeit zu nehmen, um die Lilien zu beobachten, die Sch├Ânheit der Welt zu bewundern, unsere Herzen in Lobpreis und Danksagung zu Gott aufsteigen zu lassen. Wenn die Zukunft offen ist, erkennt man leichter die G├╝te Gottes. ÔÇ×Ich aber bin gewiss, zu schauen die G├╝te des Herrn im Land der Lebenden. Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!ÔÇť (Ps 27,13-14).

Gespr├Ąch mit Christus: Guter Jesus, du wei├čt, was ich brauche. Schenke mir die Geduld, um vertrauensvoll und gelassen deine Zeit zu erwarten.

Vorsatz: In Demut m├Âchte ich lernen, alles anzunehmen, was ich nicht ├Ąndern kann, zufrieden zu sein mit meinem Leben. ÔÇ×Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gr├╝ndendes Gl├╝ck, es sei denn, ein jeder freut sich, und so verschafft er sich Gl├╝ck, w├Ąhrend er noch lebtÔÇť (Kohelet 3,12).


Demut als wahrer Sieg

30. Mai 2019

Christi Himmelfahrt
Hochfest

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 24,46-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r. Und ich werde die Gabe, die mein Vater verhei├čen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der H├Âhe erf├╝llt werdet. Dann f├╝hrte er sie hinaus in die N├Ąhe von Betanien. Dort erhob er seine H├Ąnde und segnete sie. Und w├Ąhrend er sie segnete, verlie├č er sie und wurde zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in gro├čer Freude nach Jerusalem zur├╝ck. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, Herr und Erl├Âser, Freund und Wohlt├Ąter, hilf mir, deinen Eingebungen zu folgen, da ich mich auf die Ankunft des Heiligen Geistes vorbereite. Lass mich zusammen mit der Gemeinschaft der Kirche in Gebet und Hoffnung die Gaben deines Heiligen Geistes erwarten.

Bitte: Herr, erf├╝lle mich mit der Kraft aus der H├Âhe. Gibt mir ├╝bernat├╝rlichen Glauben, Vertrauen und Liebe. Sei immer bei mir und behalte mich immer bei dir.

1. Der Messias wird leidenÔÇŽ Wir schrecken vor dem Leid zur├╝ck, aber f├╝r Jesus ist leiden der Weg zum Triumph. Er kommt, um uns zu erl├Âsen und vollendet seinen Lauf am Kreuz. Er h├Ątte sein Leben auch auf andere Art und Weise hingeben k├Ânnen. Aber er wollte diesen L├Âsepreis f├╝r uns bezahlen, damit wir in unseren dunklen Stunden nicht alleine sind. Alles Leid im Leben ist Konsequenz der S├╝nde und Jesus begleitet uns und zeigt uns, dass sein Kreuz der Weg zum Sieg ist. Zum Sieg ├╝ber das B├Âse. Zum Sieg der Liebe.

2. ÔÇŽund am dritten Tag auferstehen. Nachdem man einen R├╝ckschlag erlitten hat, ist man oft versucht, hart und bitter zu werden. Wenn wir es aber geschafft haben, aus gro├čem Leid ohne Hartherzigkeit hervorzugehen, k├Ânnen wir einen wahren Sieg feiern. Einen Sieg, der Ausdauer, Liebe und standhaften Glauben beinhaltet. Besonders wenn wir ungerecht behandelt worden sind, haben wir die M├Âglichkeit, wie Jesus im Verborgenen alles in Liebe aufzuopfern. Denn wenn wir diese Gelegenheit ergreifen, haben wir die Versuchung zur Entmutigung und Verbitterung wahrhaft ├╝berwunden.

3. Sie aber fielen vor ihm niederÔÇŽ Als Jesus zum Himmel emporgehoben wurde, fielen die Aposteln vor ihm nieder. Das sollten wir in unserem Herzen und im Leben nachahmen. Menschenfurcht hindert uns manchmal daran, auch ├Ąu├čerlich wahre Verehrung zum Ausdruck zur bringen. Bisweilen ist auch unser geringes Verst├Ąndnis f├╝r ├╝bernat├╝rliche Dinge wie das Leiden am Kreuz die Ursache f├╝r unseren Widerstand. Aber die Ehrfurcht vor einem solchem Ph├Ąnomen wie die Himmelfahrt Christi sollte uns auf die Knie bringen. Es l├Ądt uns zum Lobsang ein. Es erf├╝llt unsere Herzen mit Staunen aufgrund der Gr├Â├če unseres Gottes und wir k├Ânnen kaum etwas anderes tun, als unser Haupt und unseren Geist vor einem solchen Geheimnis zu beugen.

Gespr├Ąch mit Christus: Erf├╝lle mein Herz mit Ehrfurcht vor deiner Majest├Ąt, verwandle meine Sicht auf das Leid, und gew├Ąhre mir eine tiefe Hoffnung auf die Auferstehung, einschlie├člich der Auferstehung aus meinen kleinen t├Ąglichen Kreuzen.

Vorsatz: Dem├╝tigen wir uns heute vor dem Herrn, und bitten wir ihn um die Gnade, etwas von dem zu verstehen, das uns ├╝bersteigt.


Jesus tr├Âstet seine J├╝nger

31. Mai 2019

Freitag der sechsten Woche der Osterzeit

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,20-23a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bek├╝mmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau geb├Ąren soll, ist sie bek├╝mmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not ├╝ber der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So seid auch ihr jetzt bek├╝mmert, aber ich werde euch wieder sehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du allein wei├čt, wie man Worte der Hoffnung und des Trostes spricht. Sprich heute zu meinem Herzen. Du wei├čt, was ich am dringendsten brauche.

Bitte: Lieber Herr, erf├╝lle mein Herz mit Freude. Gib mir die Gnade, zu sehen, wie du siehst, und mich ├╝ber das zu freuen, was du tust.

1. Der Freude des Lebens. Lohnt es sich, monatelange Arbeit und Stunden der Qual auf sich zu nehmen, um einen Moment der reinen Freude zu empfangen? Fragen Sie eine Mutter, die ein Kind geboren hat, und sie wird sagen: ÔÇ×Ja, es lohnt sich!ÔÇť Es lohnt sich definitiv! Wir sollten es zu einer ├ťbung machen, uns an Momente unbeschreiblicher Freude zu erinnern und dar├╝ber nachzudenken. Diese Momente sind Geschenke, die uns den Wert all der Anstrengung, scheinbarer Leere und Monotonie, die wir bei den allt├Ąglichen Verrichtungen, Sorgen und M├╝hen sp├╝ren k├Ânnen, zeigen. In allen Umst├Ąnden das Positive zu sehen, ist eine Qualit├Ąt, die andere inspiriert und Optimismus verbreitet.

2. Optimismus ein├╝ben. Man kann nicht von Natur aus in allem optimistisch sein, dazu sind wir viel zu sehr daran gew├Âhnt, das Haar in der Suppe zu finden, die Dinge wahrzunehmen, die uns st├Âren. Dennoch l├Ąsst sich Optimismus durch kleine Taten aufbauen. Wir k├Ânnen in jedem Ereignis nach dem Positiven suchen und immer etwas finden, wof├╝r wir dankbar sein k├Ânnen. Das kann einen aus einer Phase der Entmutigung herausrei├čen und zur Erf├╝llung im Leben bringen. Nicht alles ist schlecht und es ist eine Tugend, sich mit den guten Dingen zu besch├Ąftigen, die der Herr wirkt und uns schenkt.

3. Wie schaffen wir es? Jesus sagt: ÔÇ×Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.ÔÇť Das hei├čt, Gott ist da und er k├╝mmert sich. Wer Geduld hat, wird den Sieg des Guten sehen. Wir m├╝ssen unseren menschlichen Beitrag leisten, aber die wahre Freude schenkt uns das Vertrauen auf Gott und die Hingabe an ihn. Das nimmt viel Druck von uns und l├Ądt gewisserma├čen ihm die Last auf ÔÇô was in Ordnung ist, weil es viele Dinge gibt, die ├╝ber unsere F├Ąhigkeiten hinausgehen und die er in jedem Fall schultern kann und wird. Genau wie die Witwe von Sarepta nicht wusste, wie sie ihren Sohn mit Brot versorgen sollte, und Gott, als der ├ľlkrug leer wurde, einen Propheten sandte und ihr diese Sorge abnahm. Sie buk danach immer noch jeden Tag das Brot und trug ihren Teil dazu bei, w├Ąhrend sie gleichzeitig dem Herrn vertraute.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, du kennst die Sorgen meines Herzens und die Dinge, die mich belasten. Du bist auch mein guter Vater und versprichst, dass mein Kummer sich in Freude verwandeln wird. Lass mein Herz zur Ruhe kommen und hilf mir, auf die Erf├╝llung deiner Verhei├čung zu warten.

Vorsatz: Ich spreche mit dem Herrn ├╝ber etwas, was mich st├Ârt oder beunruhigt, sage ihm, warum ich mir Sorgen mache, wie ich mich f├╝hle, und nehme mir Zeit, um seine Antwort zu h├Âren. in meiner Vorstellung setze ich mich zu ihm hin und ├Âffne Herz, Augen und Ohren, um zu sehen und zu h├Âren, was er will.


ÔÇ×Der Vater selbst liebt euch.ÔÇť

1. Juni 2019

Hl. Justin der M├Ąrtyrer, Kirchenvater
Gedenktag

Renee Pomarico Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 16,23b-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in verh├╝llter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verh├╝llter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verk├╝nden werde. An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater f├╝r euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Gott, ich wei├č, dass ich dein geliebtes Kind bin, weil ich an Jesus glaube. Ich erwarte den Tag, von dem ab wir zusammenwohnen werden, und ich will jeden Tag aus Liebe leben.

Bitte: Gew├Ąhre mir die Sicherheit, immer unter deinem Schutz zu stehen und gib mir eine tiefe Kenntnis deiner unendlichen Liebe zu mir.

1. Der Vater liebt euch. M├Ąnner und Frauen brauchen beide eine starke Vaterfigur. Heutzutage mangelt es an V├Ątern, die ihrer Familie liebevoll vorstehen, obwohl es auch einige Ausnahmen gibt. Tats├Ąchlich bewahren V├Ąter auch selten ihre eigenen V├Ąter in guter Erinnerung. Gerade darum greift Gott in unser Leben ein, um diese Vaterfigur zu erl├Âsen. Er kommt mit seiner Gnade und zeigt uns, dass er immer da ist. Wir sollten auch nicht zu viele Erwartungen an Menschen herantragen, denn wir sind alle unvollkommen. Nur Gott kann uns als liebevoller Vater eine vollkommene und sichere Liebe geben. Ganz gleich, welche Erfahrungen wir mit den Menschen gemacht haben, wir wissen und glauben, dass wir gewollt sind, geliebt sind, und dass Gott Vater im Himmel auf uns wartet.

2. Jesus geht zum Vater. Wer einen geliebten Menschen verloren hat, den tr├Âstet es zu wissen, dass dieser Mensch im Himmel auf ihn wartet und dass sie eines Tages wieder vereint sein werden. Nach einem tragischen Unfall eines zw├Âlfj├Ąhrigen M├Ądchens brach einmal eine Reporterin, die ├╝ber den Vorfall berichtete, in Tr├Ąnen aus. Sie selbst hatte durch einen Autounfall den Verlust einer Angeh├Ârigen erlitten. Sie reagierte unkontrolliert, denn sie verstand immer noch nicht, warum das geschehen war. Bei dem Bericht, den sie erstattete, konnte sie erkennen, wie die Eltern dieses M├Ądchens mit Glauben erf├╝llt waren und den Verlust ihrer Tochter, so schmerzhaft er war, akzeptierten. Sie sehnte sich nach diesem Frieden. M├Âge die Gewissheit, dass Jesus im Himmel ist und dort auf uns wartet, unseren Glauben und unsere Hoffnung in schwierigen Umst├Ąnden vermehren.

3. Wir bereiten uns auf den Himmel vor. Was ist uns wichtig? Als ich im Gymnasium war, fragte uns ein Freund, was wir tun w├╝rden, wenn wir w├╝ssten, dass wir nur noch zwei Stunden zu leben h├Ątten. Ich antwortete spontan, dass ich zur Beichte gehen w├╝rde, weil mir der Gedanke kam, dass ich f├╝r alle Ewigkeit im Himmel sein wollte und nicht woanders. Zu meiner gro├čen ├ťberraschung hatte keiner meiner Freunde ├ähnliches im Sinn. Sie wollten aus einem Flugzeug springen oder andere waghalsige Dinge tun. Es ist leicht, unser Ziel aus den Augen zu verlieren. In dieser Passage m├Âchte Jesus uns daran erinnern, wof├╝r wir geschaffen wurden. Wir wurden nicht nur geschaffen, um dieses Leben zu genie├čen, sondern um gemeinsam mit unserem Sch├Âpfer und Erl├Âser eine Ewigkeit zu verbringen. Darauf wollen wir unsere Gedanken lenken, uns im Alltagsgesch├Ąft daran erinnern und auf diese endg├╝ltige Begegnung vorbereiten.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Herr, auch wenn Verletzungen aus der Vergangenheit oder die Aktivit├Ąt des Alltags mich ablenken, hilf mir, das Ziel, f├╝r das ich geschaffen wurde, nie aus den Augen zu verlieren. Hilf mir, nie die Hoffnung zu verlieren, nicht auf Menschen zu bauen und meine Augen immer fest auf das Ziel gerichtet zu halten.

Vorsatz: Ich denke dar├╝ber nach, was ich heute tun w├╝rde, wenn meine Begegnung mit der pers├Ânlichen Liebe des himmlischen Vaters unmittelbar bevorst├╝nde.