Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Mai 2019 bis Samstag 25. Mai 2019

F├╝nfte Woche der Osterzeit

Anton Stehmer

Liebt einander!Sonntag
Geliebt!Montag
Jesus gibt uns FriedenDienstag
Die fruchtbringende RebeMittwoch
Vollkommene FreudeDonnerstag
Jesu Freunde seinFreitag
Der Hass der Welt kann Jesus nicht stoppenSamstag


Liebt einander!

19. Mai 2019

F├╝nfter Sonntag der Osterzeit (Cantate)

Anton Stehmer

Joh 13,31-33a.34-35
In jener Zeit als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine J├╝nger seid: wenn ihr einander liebt.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht. Judas nahm die Liebe Jesu nicht auf und verlie├č Jesus, um ihn zu verraten. Seine Trag├Âdie spiegelt die Trag├Âdie der Menschen wieder. Auch Adam und Eva wandten sich durch ihren Ungehorsam von Gott ab. Jesus war ersch├╝ttert ├╝ber Judas, ersch├╝ttert ├╝ber den Fall der ersten Menschen. Doch was sagte Jesus: ÔÇ×Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.ÔÇť Die S├╝nde des Menschen, die Untreue des Judas und unsere S├╝nde haben nicht das letzte Wort. Vielmehr wird Gottes Herrlichkeit offenbar werden. Offenbar durch Jesus, seinen Sohn, der f├╝r uns leidet, s├╝hnt und uns die Hoffnung der Auferstehung schenkt. Gott verherrlicht auch seine Kinder!

2. Liebt einander! Jesus spricht pl├Âtzlich von der Liebe, warum? Weil die Liebe immer im Sinn hat, den anderen zu verherrlichen. Die Liebe ist die treibende Kraft. Von Jesus allein k├Ânnen wir lernen, wie man liebt. Jesu Liebe ber├╝hrte die J├╝nger zutiefst und verwandelt sie von Egoisten in M├Ąnner der Liebe. Drei Jahre lang zeigte Jesus ihnen durch seine Gemeinschaft mit ihnen, wie man liebt. Lasst uns von Jesus lernen zu lieben.

3. Woran erkennt man die J├╝nger Jesu? Jesu sagt: ÔÇ×Daran werden alle erkennen, dass ihr meine J├╝nger seid: wenn ihr einander liebt.ÔÇť Das Regnum Christi und jede andere Gemeinschaft in der Kirche ist ein Zeichen der Liebe, wenn man dort einander liebt. Lieben, so wie uns Christus geliebt hat. Ein hoher, aber erstrebenswerter Anspruch.

Gespr├Ąch mit Christus: Herrlich bist du Gott! Herrlich in deinem Wesen und Handeln. Es mangelt mir an Liebe zu dir, zum N├Ąchsten. Ach, hilf mir, mehr zu lieben!

Vorsatz: Heute will ich einem Menschen, eine Tat der Liebe erweisen.


Geliebt!

20. Mai 2019

Montag der f├╝nften Woche der Osterzeit
Hl. Bernardin von Siena, Ordenspriester, Volksprediger

Anton Stehmer

Joh 14,21-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wer meine Gebote hat und sie h├Ąlt, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, h├Ąlt an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr h├Ârt, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, w├Ąhrend ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. ÔÇ×Wer meine Gebote hat.ÔÇť Welche sind denn Jesu Gebote? Man kann sie nicht wie die zehn Gebote auflisten (obwohl es ein Doppelgebot gibt, das sie alle zusammenfasst, die Gottes- und N├Ąchstenliebe). Man lernt sie im Einzelnen kennen, wenn man bereit ist, Jesus immer mehr kennen zu lernen. So finden wir zum Beispiel Jesu Gebot, f├╝r einen Menschen, gegen├╝ber dem man Abneigung empfindet, zu beten. Oder sich zu bem├╝hen, gegen eine schlechte Neigung zu k├Ąmpfen. Was passiert denn dann, wenn wir uns bem├╝hen, die Gebote Jesu zu halten? Jesus sagt, dass wir die Liebe des Vaters und seine Liebe erfahren werden. Gottes Liebe wird aktiv in unser Leben eingreifen. Wir werden mehr aus der Liebe leben und dadurch Liebe werden. Weil die Liebe dich liebt, wirst du Liebe werden. Man verwandelt sich in denjenigen, den man liebt.

2. Die Liebe Gottes nimmt in uns Wohnung. Judas ÔÇô nicht der Judas Iskariot ÔÇô war mit seinen Gedanken woanders. Er war besch├Ąftigt, davon zu tr├Ąumen, was man mit Jesu Macht alles in der Welt bewirken k├Ânnte. Tr├Ąumen wir nicht auch davon? Aber Jesus zeigte ihm einen neuen Weg, den Weg der Liebe. Der Liebe, die von Gott kommt und in einem Menschen Wohnung nimmt und von dort aus zu den Menschen ├╝bergehen wird. F├╝r diese Liebe sollen die J├╝nger die Welt begeistern.

3. Der Heilige Geist, unser Beistand. Die J├╝nger Jesu waren einfach ├╝berfordert von dem, was Jesus sagte. Jesus wusste das sehr wohl. Doch er w├╝rde den Heiligen Geist zu seinen J├╝ngern senden, der sie alles lehren und an alles erinnern w├╝rde. Gott hilft seinen Kindern und l├Ąsst sie nicht allein, denn wir sind geliebt, wahrhaft geliebt. Wir sind Tempel des Heiligen Geistes.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, wie sch├Ân ist deine Liebe zu uns. Ich bin nicht allein. Ich bin nicht einsam, denn du bist bei mir, die Liebe des Vaters umgibt mich und der Heilige Geist steht mir in allem bei.

Vorsatz: Ich sage heute oft zu mir: Ich bin geliebt, ja wahrhaft geliebt!


Jesus gibt uns Frieden

21. Mai 2019

Dienstag der f├╝nften Woche der Osterzeit
Hl. Hermann Josef, Ordenspriester, Mystiker

Anton Stehmer

Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt geh├Ârt, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zur├╝ck. Wenn ihr mich lieb h├Ąttet, w├╝rdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist gr├Â├čer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. ├ťber mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Der Friede, den Jesus gibt. Das Herz der J├╝nger war beunruhigt und verzagt. Eine vage, negative und bedr├╝ckende Ahnung hatte sie gefangen genommen. Doch Jesus tr├Âstete sie und sagte ihnen: ÔÇ×Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.ÔÇť Der Schrei nach Frieden in unserer Welt und in uns selbst ist gro├č. Aber wo suchen wir den Frieden? Wir sollen den Frieden bei Jesus suchen. Viele meinen, dass sie Frieden haben, wenn Jesus ihr Problem l├Âst. Kann das sein? Und wenn das Problem anh├Ąlt, obwohl wir damit zu Jesus gegangen sind, Tag f├╝r Tag, Jahr um Jahr? Nicht die L├Âsung des Problems, sondern nur Jesus selbst kann den wahren Frieden geben. Nur die Beziehung zu ihm schenkt uns Frieden.

2. Frieden, den der Vater gibt. Die J├╝nger ahnten, dass Jesus sie verlassen w├╝rde. Sie wollten ihn festhalten. Sie f├╝hlten sich wie Kinder, die pl├Âtzlich ihre Mutter aus den Augen verloren hatten. Sie verstanden gar nicht, warum sie sich dar├╝ber freuen sollten, dass Jesus zum Vater geht. Sie sollten sich freuen, weil der Vater auch ihr Vater ist. Sie sollten sich freuen, weil nun der Vater sein volles Werk durch sie entfalten konnte.

3. Jesus ist der Weg des Friedens. Die J├╝nger waren noch Gefangene der Welt. Sie sollten noch erleben, wie Jesus leiden, sterben und auferstehen w├╝rde. Die Welt ist ein Kampfplatz. Manche haben sich hier eine eigene, kleine und friedliche Welt eingerichtet, oder sie m├Âchten sie einrichten, entweder ohne oder mit ÔÇ×ein BisschenÔÇť Gott. Es kann nicht gelingen, denn die Welt ist kein Ort des Friedens. Jesus zeigte uns den Weg des Friedens, indem er bereit war, den Willen des Vaters zu tun. Der B├Âse konnte ihn nicht daran hindern, diesen Weg zu gehen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, oft suche ich zuerst meinen inneren Frieden woanders. In Ablenkungen, in Aktivit├Ąten oder bei Menschen. Wenn es nicht mehr weiter geht, komme ich zu dir. Du hilfst mir. Ich m├Âchte in deinem Frieden sein. Hilf mir ÔÇô denn nur du kannst das geben.

Vorsatz: Etwas, was mir immer wieder den Frieden raubt, m├Âchte ich jedes Mal, wenn es akut wird, ganz bewusst Jesus ├╝bergeben.


Die fruchtbringende Rebe

22. Mai 2019

Mittwoch der f├╝nften Woche der Osterzeit

Anton Stehmer

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so k├Ânnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir k├Ânnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine J├╝nger werdet.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Die Notwendigkeit der Reinigung. Im ber├╝hmten Gleichnis vom Weinstock und den Reben beschreibt Jesus die notwendigen Bedingungen f├╝r ein fruchtbares Leben als Christ. Wie erm├Âglicht das der Winzer (Gott)? ÔÇô Damit der Weinstock Fr├╝chte tr├Ągt, m├╝ssen die Reben beschnitten werden. Das bedeutet: Beim Vorhandensein mehrerer Triebe werden nur zwei der drei belassen und die anderen abgeschnitten. Warum? ÔÇô Nicht die Menge des Ertrags ist wichtig, sondern die Qualit├Ąt. Wir haben viele nutzlose Triebe, die wir selbst gar nicht bemerken und die uns hindern, gute Frucht zu bringen. Zum Beispiel: sich in viele Aktivit├Ąten verstricken, statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Darum greift Gott in unser Leben ein und will uns helfen, Priorit├Ąten zu setzen. Akzeptieren wir Gottes reinigendes Handeln an uns? Oder klagen und murren wir, wenn es schmerzlich wird? Lassen wir vorgefertigte Gedanken und Meinungen los?

2. Nur mit Jesus zusammen k├Ânnen wir wirklich Frucht bringen. Heute ist alles vom Individualismus gepr├Ągt, selbst wenn man gern von Teamwork spricht. Aber Jesus sagt hier, dass die Beziehung zu ihm lebensnotwendig ist. Ohne Beziehung zu ihm, kann kein Christ Fr├╝chte bringen: ÔÇ×Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so k├Ânnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.ÔÇť In Jesus sein bedeutet mehr als eine menschliche Teamworkbeziehung, weil man zu ihm eine Beziehung der Liebe hat.

3. Fr├╝chte in F├╝lle. Noch einmal betont Jesus die Notwendigkeit der Beziehung zu ihm. Lebt man sie nicht, gibt es keine Fr├╝chte und schlie├člich kommt die Trag├Âdie. Lebt man in dieser Beziehung, dann wirkt der Vater m├Ąchtig, und reichlich Fr├╝chte gehen daraus hervor. Darum ist diese Beziehung so wichtig. Das Kennzeichen des J├╝ngers Jesu ist, dass er in der Beziehung zu Jesus w├Ąchst. Das erbringt die Fr├╝chte.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich versuche noch viel zu viel alleine zu machen. Ich bin davon gepr├Ągt, mich selbst verwirklichen zu wollen. In der Welt muss man Karriere machen, so sagt man, nicht wahr? Aber irgendetwas stimmt daran nicht. Gemeinsam hingegen k├Ânnen wir gute und viele Fr├╝chte bringen. Ich will mich reinigen lassen, damit wir viele Fr├╝chte bringen k├Ânnen.

Vorsatz: Woran arbeitet Gott gerade in mir, um mich fruchtbarer zu machen?


Vollkommene Freude

23. Mai 2019

Donnerstag der f├╝nften Woche der Osterzeit

Anton Stehmer

Joh 15,9-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Vom Vater geliebt. Jesus sagte: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Die J├╝nger erfuhren drei Jahre lange die Liebe Jesu. Diese Liebe war mehr als blo├če Worte und einzelne Taten. Jesus offenbarte ihnen das Herz des Vaters, das voller Liebe ist. Sie sollten erkennen, im Herzen erkennen, dass sie zutiefst geliebt sind. Glaube ich, dass ich zutiefst geliebt bin? Das ist das Fundament eines Christen.

2. Bleibt in meiner Liebe! Wie kann man in der Liebe Gottes bleiben? Indem wir das Leben Jesu nachahmen. Das Leben Jesu nachahmen hei├čt, seine Liebe zu leben. Darum ist es so wichtig, dass wir Jesus kennen. Jesus k├Ânnen wir kennenlernen durch die Evangelien. Durch die regelm├Ą├čige Betrachtung der Evangelien und der Bibel, werden wir das Herz des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes begreifen lernen. Der Heilige Geist wird uns helfen.

3. Vollkommene Freude! W├Ąhrend ich dies schreibe, ist hier im Rheinland gerade Karneval. Der Frohsinn tobt! Doch an Aschermittwoch ist alles vorbei, warum denn? Jesus verspricht seinen J├╝ngern vollkommene Freude. Wer sich bem├╝ht, in der Liebe Jesu zu bleiben, dem schenkt Jesu Freude, ja auch Frohsinn. Und das endet nicht an Aschermittwoch, es geht weiter. Es w├Ąchst weiter. Das Ma├č wahrer Freude h├Ąngt von meiner Beziehung zu Jesus ab.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke, dass du Freude in mein Leben bringst. Oft jedoch raubt mir die Realit├Ąt die Freude. Nun erkenne ich, dass ich die Realit├Ąt durch dich hindurch sehen soll, in deinem Licht, dann gibt es in mir Hoffnung und eine Vision, und du erf├╝llst mich mit Freude.

Vorsatz: Ich finde eine Sache, die mir die Freude raubt, und betrachte Sie nun von Jesu aus, in seinem Licht.


Jesu Freunde sein

24. Mai 2019

Freitag der f├╝nften Woche der Osterzeit
Tag des Gebets f├╝r die Kirche in China

Anton Stehmer

Joh 15,12-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine gr├Â├čere Liebe, als wenn einer sein Leben f├╝r seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht wei├č nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater geh├Ârt habe. Nicht ihr habt mich erw├Ąhlt, sondern ich habe euch erw├Ąhlt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Liebe, die das eigene Leben hingibt. Jesus ist unser wahrer Freund. Seine Liebe zu uns war so gro├č, dass er unsere Schuld auf sich nahm und stellvertretend s├╝hnte. Der Gerechte litt f├╝r die Ungerechten. Der Reine litt f├╝r die Unreinen. Um uns zu erretten, war er bereit, das uns zugedachte Urteil auf sich zu nehmen. Er war bereit, den ├Ąu├čersten Preis zu bezahlen, den Tod am Kreuz. Seine Liebe zu uns dr├Ąngte in so sehr. Jesus, ein wahrer Freund, der wahre Freund!

2. Ihr seid meine Freunde. Jesus sagte zu seinen J├╝ngern: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Jesus nennt seine J├╝nger ÔÇ×FreundeÔÇť. Bis jetzt verhielten sich die J├╝nger wie Knechte. Aber ein Freund ist mehr als ein Knecht. Ein Knecht tut, was er tun soll. Ein Freund aber hat eine Beziehung zu seinem Meister. Er sucht das Beste f├╝r ihn. In seinem Herzen pulsiert eine andere treibende Kraft, die Liebe. Jesus wirbt um unsere Freundschaft.

3. Von Gott erw├Ąhlt, Frucht zu bringen. Jesus sagte zu seinen J├╝ngern: ÔÇ×Nicht ihr habt mich erw├Ąhlt, sondern ich habe euch erw├Ąhlt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!ÔÇť Jesus hatte die J├╝nger erw├Ąhlt und nicht umgekehrt. Diese Gnade der besonderen Erw├Ąhlung sollten sie nie vergessen. Wer aber erw├Ąhlt ist, muss aktiv werden, denn Gott Vater will und wird durch ihn Frucht hervorbringen, weil er die Bitten erh├Ârt.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke, dass ich dein Freund, deine Freundin, sein darf. Unsere Freundschaft wird Frucht tragen, weil du es willst. Meine Bitten sind nicht vergeblich, sondern wie Samen, die ihre Fr├╝chte hervorbringen. Welch eine wunderbare Aussicht!

Vorsatz: Heute feiere ich meine Freundschaft mit dir!


Der Hass der Welt kann Jesus nicht stoppen

25. Mai 2019

Samstag der f├╝nften Woche der Osterzeit
Hl. Beda der Ehrw├╝rdige, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Hl. Gregor VII., Papst
Hl. Maria Magdalena von Pazzi, Ordensfrau

Anton Stehmer

Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen w├╝rdet, w├╝rde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erw├Ąhlt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht gr├Â├čer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, mein Freund, wie herrlich bist du. So wie ich bin, darf ich zu dir kommen, mit dir reden und auf dich h├Âren. Danke, dass du mich nun in deine Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist f├╝hrst.

Bitte: Heiliger Geist, bitte inspiriere und leite mich nun bei meiner Betrachtung. Maria, bitte f├╝r mich.

1. Wenn die Welt euch hasstÔÇŽ Jesus sagte seinen J├╝ngern klipp und klar, dass sie von der Welt gehasst werden w├╝rden. Hass ist ein sehr harter Ausdruck. Jesus nachzufolgen, hat seinen Preis. Ein J├╝nger Jesu muss bereit sein, diesen Preis zu bezahlen. Jesus hat den h├Âchsten Preis daf├╝r bezahlt! Er hat aber daf├╝r auch den h├Âchsten Lohn erhalten!Warum hasst die Welt die Christen? Jesus sagt, weil die Menschen, die von der Welt sind, den Vater nicht kennen. Nun wird ganz klar, warum Christen das Wort Gottes weiter geben m├╝ssen. Nur die Liebe kann den Hass ├╝berwinden. Und der Vater liebt die Menschen. Inmitten des Hasses sollen die J├╝nger Boten der Liebe sein.

2. Wenn ihr von der Welt stammen w├╝rdetÔÇŽ Wir Menschen versuchen, uns in dieser Welt ein kleines Paradies zu bauen. Es scheint bei manchen zu klappen. Wenn aber Christen glauben, dass sie sich hier in der Welt ein solches Paradies mit Gottes Hilfe schaffen k├Ânnen, m├╝ssen sie sich die Frage gefallen lassen, ob sie damit nicht die Welt mehr lieben. Die Welt mehr lieben, bedeutet, dass man immer mehr Kompromisse eingeht, um von den Menschen geliebt zu werden. Ein Beispiel daf├╝r ist die Zeit Noahs oder Jesajas. In der Zeit Noahs kam die Sintflut, weil die Bosheit unter den Menschen immer mehr zunahm (Gen 6,5). Scheinbar gro├če M├Ąnner (ÔÇ×Gottess├ÂhneÔÇť) suchten sich attraktive ÔÇ×Menschent├ÂchterÔÇť und schufen sich einen Namen. Der scheinbare Erfolg war aber ohne Gottesfurcht errungen. Die Zeit Jesajas war charakterisiert von einer kompromissbereiten religi├Âsen Gesellschaft. Sie glaubte, dass ihr Gottesdienst dem Herrn gefallen m├╝sse, er erregte aber nur sein Missfallen und endete in einer nationalen Katastrophe.

3. Der Sklave ist nicht gr├Â├čer als sein Herr. Wenn wir sp├╝ren, dass wir wegen unseres Glaubens an Jesus abgelehnt, verspottet, ja sogar gehasst werden, dann sollen wir uns nicht gr├Ąmen, sondern sagen: Ja, nun bin ich ein J├╝nger Jesu! Das wahrhaftige Bekenntnis zu Jesus ruft in der Welt bei den einen Menschen Hass und bei den anderen Liebe hervor. Die einen werden das Wort annehmen, die anderen ablehnen und sogar bek├Ąmpfen. Es braucht Mut, als J├╝nger Jesus zu leben! Lesen wir nochmals Joh 15,1-15. J├╝nger Jesu bringen Frucht in einer ihnen feindlich gesinnten Welt.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, so gerne w├╝nschte ich mir ein kleines Paradies herbei. Du aber sprichst vom Hass der Welt. Ja, ich muss die Realit├Ąt akzeptieren, denn nur so kann ich Frucht bringen. Jesus, danke dass du mir in diesem geistlichen Kampf hilfst. Nicht der Hass hat das letzte Wort, sondern die Liebe.

Vorsatz: Habe ich diese Tage vielleicht irgendwo einen faulen Kompromiss geschlossen? Dann wende ich mich davon ab.