Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. Mai 2019 bis Samstag 18. Mai 2019

Vierte Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Der Herr ist mein HirteSonntag
Ich bin die TürMontag
An den Messias glaubenDienstag
Mit den Werken glaubenMittwoch
Dann müsst auch ihr einander die Füße waschenDonnerstag
Immer auf Jesus schauenFreitag
Der Weg zum VaterSamstag


Der Herr ist mein Hirte

12. Mai 2019

Vierter Sonntag der Osterzeit (Misericordia Domini)
Muttertag
Hl. Pankratius, Märtyrer
Hll. Nereus und Achilleus, Märtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 10,27-30
In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Einführendes Gebet: Dieser Moment gehört ganz dir, mein Herr Jesus. Ich möchte ihn allein dir widmen und alles andere beiseitelassen.

Bitte: Herr, bitte lass mich deine Liebe zu mir heute noch tiefer erfahren, damit ich voll Vertrauen deinen Willen erfüllen kann.

1. Höre ich wirklich auf Jesu Stimme? Jesus verwendet das Bild der Schafherde, die auf den Hirten hört und ihm überallhin folgt. Da sollte ich mich vielleicht fragen, ob ich denn genauso auf ihn höre, wie Schafe es bei ihrem Hirten tun. In meinem Alltag gibt es nämlich viele Stimmen, die mich beeinflussen wollen, innere und solche, die von außen an mich herangetragen werden. Versuche ich da wirklich, die Stimme Jesu auszumachen und ihr als Maßstab meines Handelns zu folgen?

2. „Ich gebe ihnen ewiges Leben.“ Jesus liebt seine Schafe und spricht von ewigem Leben, das er ihnen schenken möchte. Das heißt Leben in Fülle, selbst meine tiefsten Sehnsüchte werden darin gestillt. Genau dafür hat Gott mich erschaffen, das hatte er vor aller Zeit schon für mich im Sinn. Ich möchte Jesus betrachten, wie er diese Worte an die Jünger richtet; die Liebe in seinem Herzen möchte ich schauen, seine Begeisterung bei dem Gedanken, ewig mit mir vereint zu sein.

3. Der Fels meines Lebens. Manchmal merke ich, wie Gott mich um etwas bittet, das mir nicht gefällt, sei es durch Umstände, die ich nicht beeinflussen kann, sei es durch Ansprüche, die jemand an mich heranträgt. Ich weiß zwar, dass die Bitte von ihm kommt, zweifle aber an seiner Güte oder bin zumindest nicht bereit, ihm alles zu geben, was er von mir möchte. Gerade in solchen Situationen sagt mir Jesus wie hier im Evangelium, dass seine Schafe niemals zugrunde gehen werden und sie niemand seiner Hand entreißen wird. Denn sein Vater ist größer als alle! Ich will ihm also bedingungslos vertrauen und seinen Willen ganz erfüllen, denn Jesus ist meine einzige Sicherheit.

Gespräch mit Christus: Jesus zur Seele: Ich ersehne nichts so sehr, als dass du aufblühst, dass du die Fülle jenes Lebens erfährst, das ich für dich bestimmt habe. Jedes einzelne meiner Worte und all mein Wirken in dir hat nur einen Zweck, nämlich: dich auf die grünen Auen des Lebens in mir zu führen. Ich will dein guter Hirt sein und meine größte Freude ist, wenn du dich entscheidest, dich auf meinen Schultern tragen und von mir weiden zu lassen.

Vorsatz: Ich könnte mir heute eine viertel Stunde nehmen, um im Gebet nachzudenken, worum Gott mich in letzter Zeit bitten wollte. Vielleicht habe ich es nicht klar bemerkt oder bin Gott ausgewichen, aber von heute ab will ich mich bemühen zu tun, was er von mir wünscht.


Ich bin die Tür

13. Mai 2019

Montag der vierten Woche der Osterzeit
Gedächtnis Unserer Lieben Frau von Fatima
Hl. Servatius, Bischof

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 10,1-10
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Einführendes Gebet: Herr, auch wenn ich nicht viel Lust zum Beten habe, widme ich dir jetzt ganz diese Zeit; denn du verdienst sie. Und auch ich selbst brauche diese kostbaren Momente, um wirklich dein Licht in die Welt hinaustragen zu können.

Bitte: Jesus, offenbare mir bitte das Ausmaß deiner liebenden Fürsorge, damit ich dadurch gestärkt den Versuchungen widerstehe und mutig Zeugnis für dich ablege.

1. „Alle, die vor mir kamen sind Diebe und Räuber.“ Die Welt ist voll von Philosophien, Wellness-Praktiken, Leidenschaften etc., die mir das Heil versprechen, es mir aber letzten Endes nicht geben können. Jesus stellt hier im Evangelium ganz klar, dass er allein das wahre Glück schenken kann, nicht die „Diebe und Räuber“, die in dieser Welt ein- und ausgehen. Solange ich auf deren Stimmen höre, bleibt mir dieses Glück verwehrt.

2. „Ich bin die Tür zu den Schafen.“ Für die Schafe ist allein Jesus die Tür, die sowohl nach innen, in den Schutzraum des Stalles, als auch nach außen, zur Nahrung auf die Weide, führt. Wie also die Stalltür Zugang zu allem verschafft, was Schafe zum Leben brauchen, so offenbart sich Jesus als der einzige Weg zur Seligkeit. Er will mein Ein und Alles sein! Er bittet mich, mein Herz immer mehr von anderen Dingen loszulösen, damit er mir das Leben in Fülle schenken kann.

3. Mein Freund, der Hirt. Schafe in freier Natur sind extrem abhängig vom Hirten. So sehr sind sie auf ihn angewiesen, dass sie sich ohne seine Hilfe zerstreuen, verirren, Gefahr laufen, gerissen zu werden, einfach verkommen. Umso wichtiger ist es, dass sie einen Hirten haben, der sie gut zu führen weiß. Jesus ist der beste Hirt überhaupt; er ist der große Freund, der nur das Beste für mich will. Ich will ihm also, im Bewusstsein meiner Abhängigkeit, vertrauensvoll überallhin folgen, wohin er mich auch führt.

Gespräch mit Christus: Herr, du mein Hirt, allzu oft bin ich kein sehr gelehriges Schaf und ernähre mich von Dingen, die mir mehr schaden als nutzen. Gib mir Vertrauen und führe mich weiterhin voller Geduld hin zur tieferen Einheit mir dir und den Menschen, die du mir auf den Weg stellst.

Vorsatz: Heute möchte ich Jesus in einer Kirche besuchen. Dort kann ich dann überlegen, wie er mich vom Tabernakel aus führt. Hier öffnet er mir die Tore seines Herzens, in ihm kehre ich ein und habe Frieden. Er ernährt mich mit seinem Fleisch und Blut und führt mich auf die Weide.


An den Messias glauben

14. Mai 2019

Dienstag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 10,22-30
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Einführendes Gebet: Ich glaube an dich, mein Gott. Du bist der Schöpfer der ganzen Welt, du bist mein gütiger Vater und du hast deinen Sohn gesandt, mich zu erlösen. Was auch immer du für mich willst, ich glaube, dass es gut ist.

Bitte: Hilf meinem Unglauben, Herr, damit ich niemals von dir abfalle und dein Zeuge in der Welt sein kann.

1. „Wie lange noch willst du uns hinhalten?“ Es ist durchaus verständlich, dass die Leute endgültig eine eindeutige Antwort von Jesus wollen; es geht schließlich um den Messias. Drückt ihre Frage allerdings nicht im Grunde eine ablehnende Einstellung aus? Und lässt Gott uns nicht bei aller Klarheit seiner Offenbarung immer die Möglichkeit, diese abzulehnen, weswegen am Ende stets auch unser Schritt des Glaubens nötig ist? Es liegt an mir, immer wieder diesen Schritt zu tun, oder eben nicht...

2. „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht.“ Die Antwort Jesu auf diese Anfrage hin ist klar: Seine Worte offenbaren eindeutig seinen Anspruch, der Messias, der Sohn Gottes, zu sein. Und auch seine Werke sind ein unmissverständliches Zeichen. Kurz: Jesu Worte und Taten sind stimmig. An ihn zu glauben, ist also in keiner Weise unvernünftig. Nicht zu glauben, ist hingegen nicht zu rechtfertigen, denn dazu muss ich mich verschließen. Und mit dieser Erkenntnis steht meinem Glauben eigentlich nichts mehr im Wege. Es hängt von meiner Freiheit und Offenheit ab.

3. „Ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.“ Anscheinend kann nur wirklich an Jesus glauben, wer zu seiner Herde gehört. Jesus lädt mich hier ein, mich ihm zugehörig zu fühlen, ihn jeden Tag näher kennenlernen zu wollen, um seine Liebe tiefer zu erfahren. Nur so kann ich ein echter Jünger sein und mein ganzes Leben im Glauben auf Jesus Christus bauen. Je treuer ich Jesus nachfolge, desto eher bin ich für Glaubensprüfungen gewappnet.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, du kennst mich und weißt, wie oft mich Zweifel, Bequemlichkeit und andere Dinge davon abhalten, an dich und deine Worte zu glauben und dementsprechend zu leben. Vergib mir, und sende mir deinen Heiligen Geist. Er möge mein Herz mit dem Glauben erfüllen, den nur du geben kannst.

Vorsatz: Heute könnte ich den Katechismus aufschlagen und mir eine Lehre der Kirche vornehmen, deren Verständnis mir Schwierigkeiten bereitet. Das im Gebet vor Christus hinzutragen, wäre ein gutes Mittel zum Wachstum im Glauben.


Mit den Werken glauben

15. Mai 2019

Mittwoch der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Sophia von Rom, Märtyrin

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 12,44-50
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Einführendes Gebet: Ich hoffe auf dich, mein Gott. Dein Wort ist Wahrheit und nichts in der Welt kann jemals etwas daran ändern. Ich aber bin oft versucht, inmitten meiner kleinen Schwierigkeiten zu verzweifeln. Hilf mir, auf dich zu vertrauen und so mutig alle Herausforderungen anzunehmen.

Bitte: Gewähre mir bitte die Gnade, Herr, meinen Glauben an dich nicht nur mit Worten, sondern auch mit Werken zu bekennen.

1. „Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist.“ Für die Menschen zur Zeit Jesu war es vielleicht schwerer zu glauben, dass er, ein Mensch, Gott ist. Wir haben damit heute wohl weniger Probleme – theoretisch. Das zu glauben, erfordert aber auch, jedes einzelne seiner Worte für wahr zu halten! Wie oft geschieht es allerdings, dass ich eine seiner Lehren einfach noch nicht annehmen oder nicht voll in mein Leben integrieren kann – wegen einer negativen Erfahrung, wegen der Ereignisse der Geschichte, wegen verschiedener Argumente... Wer aber an Jesu Worten zweifelt, spürt sofort, wie seine Hoffnung schwindet und er am Ende auch die Freude verliert. Diese Erfahrung von Finsternis kann mich auch zum Licht zurückführen! Christus ist das Licht, das in meine Finsternis kam, also will ich glauben! Nur er gibt unerschütterliche Hoffnung.

2. „Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt...“ Es kann jedoch auch sein, dass ich an Jesu Worten gar nicht zweifle, sie aber dennoch nicht in meinem Alltag befolge. Wieso? Vielleicht, weil mein Herz zu sehr an den Dingen dieser Welt hängt oder an meinem Ego. Und so glaube ich am Ende doch nicht – zumindest in meinen Taten. Und, wie Jesus sagt, habe ich dann schon meinen Richter und muss mich erst einmal bekehren.

3. „Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist.“ Womöglich halte ich dieses Evangelium für sehr hart. Allerdings spricht Jesus eine recht deutliche Warnung aus; aber er tut es, weil er es gut mit mir meint. Der Auftrag, den der Vater ihm bei der Menschwerdung mitgegeben hat, lautet nämlich, den Menschen das ewige Leben zu bringen. Diese seine unendliche Güte hat vielleicht die Macht, mich zu einem Schritt des Glaubens zu bewegen, der mir bisher unmöglich erschien.

Gespräch mit Christus: Jesus, die Welt von heute weiß so wenig von dir. Vielerorts schwindet der Glaube und einige von denen, die Mittler deiner Liebe sein sollten, tragen durch ihr Fehlverhalten dazu bei. Wie wichtig ist es da, dass ich einen festen Glauben an dich habe und ihn gerade da bekenne, wo es mir schwerfällt. So kann ich dich glaubhaft vor der Welt bezeugen.

Vorsatz: Heute könnte ich eine der allmorgendlichen Predigten des Papstes lesen. An dem von ihm angesprochenen Punkt, in dem ich in meinem Verhalten nicht dem Glauben entspreche, will ich mir vornehmen, besonders zu arbeiten.


Dann müsst auch ihr einander die Füße waschen

16. Mai 2019

Donnerstag der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Johannes Nepomuk, Priester, Märtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 13,16-20
Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet: Jesus Christus, meinen Freund und Erlöser, ich liebe dich, der du unendlich liebenswert bist. Ich sehne mich danach, dich so sehr zu lieben, wie viele Heilige es getan haben!

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. „Der Sklave ist nicht größer als sein Herr.“ Jesus, der gute Hirt, lässt mich hier wissen: Als sein Jünger bin ich eingeladen, das gleiche Schicksal zu erleiden wie er, ihm ganz ähnlich zu werden. Bin ich also bereit, so demütig zu dienen wie er, der den Aposteln ungeschützt die vom Straßendreck verschmutzten Füße gewaschen hat? Jesus sagt: Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Finde ich darin meine Seligkeit?

2. „Ich sage das nicht von euch allen.“ Wie sehr muss Jesus beim Aussprechen der Worte über Judas gelitten haben! Er, einer seiner engsten Freunde, hinterging Jesus, und deshalb gilt dessen Seligpreisung nicht für ihn: Er teilte eben nicht Jesu Schicksal des Dienens und erfuhr also auch nicht diese Seligkeit. Wie schade! Herr Jesus, ich will nicht undankbar sein wie Judas. Lass mich dich stattdessen mit meiner treuen Nachfolge trösten.

3. „Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf.“ Jesus trägt mir nicht nur den Dienst am Nächsten auf. Er versichert mir außerdem, dass die anderen in mir, der ich von ihm gesandt bin, ihm selbst begegnen. Was für eine Verantwortung, aber auch was für eine Ehre! Es hängt von meiner ganz im Geist des Dienens verrichteten Mitarbeit an seiner Gnade ab, ob ich seinem Anspruch entspreche und die anderen wirklich in mir seine Gegenwart erfahren.

Gespräch mit Christus: Mein Herr, so oft trittst du durch Personen in mein Leben, die ein liebendes Wort von mir brauchen oder beständige Nähe und Fürsorge. Hilf mir, dich in ihnen zu entdecken und ihr demütiger Diener zu sein.

Vorsatz: Um Jesus zu gefallen und ihn durch mein Leben zu bezeugen, möchte ich heute jemandem etwas Zeit widmen, den ich sonst nicht besonders beachte.


Immer auf Jesus schauen

17. Mai 2019

Freitag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 14,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Einführendes Gebet: Ich will mir bewusst machen, dass ich in Gegenwart der Dreifaltigkeit bin: der Vater sieht mich liebevoll an, der Heilige Geist ist bereit, meine Seele umzugestalten, und der Sohn hofft, in meinem Herzen die Antwort der Liebe zu finden, weil er sich für mich am Kreuz hingegeben hat.

Bitte: Ich bitte dich, mein Jesus: Als Frucht dieser Meditation würde ich gerne mein Leben wenigstens ein kleines Bisschen mehr auf dich ausrichten.

1. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“ Jesus kennt mich und weiß, wie oft ich mich durcheinanderbringen lasse – durch Zweifel, die aufkommen, Ereignisse, die ich nicht begreife... Er lädt mich aber ein, mich einfach in seine Arme fallen zu lassen. Viele Quellen der Unsicherheit in meinem Leben wird es wohl weiterhin geben; trotz allem ist da immer Jesus, mein Herr, der mich stützt und mir am Ende meines Lebens ein überwältigendes Maß an Lohn verspricht.

2. „Damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ Wer einmal die Liebe Christi erfahren hat, der weiß: In meinem Leben geht es im Grunde darum, immer mit Gott vereint zu sein. Habe ich diese Erfahrung schon gemacht? Wenn nicht, will ich Jesus bitten, mir diese Gnade zu gewähren. Wenn ja: Wie kann ich mein Herz immer noch an so viele Dinge binden, die mich doch letztlich von Jesus fernhalten? All das will ich aus meiner Seele fortschaffen, um jetzt schon so nah wie möglich bei Jesus zu sein.

3. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Geht es mir nicht so, dass ich unbedingt im geistlichen Leben wachsen, ein besserer Christ sein, andere durch mein Zeugnis motivieren will..., aber in alledem immer noch nicht besonders weit vorangekommen bin? Das kann einen sehr frustrieren. Da sagt Jesus zu mir: Ich bin der Weg! Auf ihn muss ich blicken, ihn um Hilfe bitten, wenn ich nicht weiterweiß, und darauf vertrauen, dass er schon die Lösung für meine Probleme hat.

Gespräch mit Christus: Mein Herr, du bist mein Ein und Alles. Es tut mir leid, dass ich dich so oft vergesse und verrate. Zumindest jetzt möchte ich dich so lieben, wie du es verdienst. Zieh mich an dich und lebe du in mir.

Vorsatz: An diesem Tag könnte ich mir vornehmen, einmal vormittags und einmal nachmittags für kurze Zeit innezuhalten, um die Absicht zu erneuern, wirklich alles aus Liebe zu ihm zu tun.


Der Weg zum Vater

18. Mai 2019

Samstag der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Johannes I., Papst, Märtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 14,7-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Einführendes Gebet: Danke, mein Herr, dass ich jetzt Zeit mir dir verbringen darf. Hilf mir bitte, damit es ein fruchtbarer Moment wird. Maria, begleite uns, und gib mir die Worte ein, die Jesus von mir zu hören wünscht.

Bitte: Jesus, schenke mir Dankbarkeit. Denn in dir darf ich Gott selbst erkennen!

1. „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Als Christ müsste ich beim Blick auf die verschiedenen Religionen voller Erstaunen ausrufen: Mir ist es möglich, den Vater zu sehen! Andersgläubige haben einen viel weiteren Weg, um Gott als Person zu erkennen, geschweige denn als liebenden Vater. Es stimmt zwar, dass Gott alles, was unsere Vernunft sich über ihn denken kann, unendlich übertrifft, unendlich anders ist, dennoch darf ich im Glauben zu ihm eine Beziehung haben, wie Jesus sie uns vorgelebt hat. Was für ein wunderbares Geschenk!

2. „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen.“ Ich bin mir meiner Grenzen sehr wohl bewusst. Es gibt so vieles an mir, worin ich gerne wachsen, und so vieles in der Welt, was ich liebend gern verbessern würde. Meine Erfahrung scheint mir aber oft zu sagen, dass das nicht geht. Und da kommt Jesus, der Sohn Gottes, und versichert mir, dieselben Werke wie er vollbringen zu können. Wenn er das sagt, muss es stimmen – traue ich ihm aber auch wirklich zu, dass er an mir Derartiges leisten wird?

3. „Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun.“ Habe ich nicht unzählige Anliegen, für die ich Gott um Hilfe bitten kann? Es stimmt wohl, dass man Geduld braucht, wenn man Gott um etwas bittet. Ist jedoch häufig der Grund für das Ausbleiben des Handelns Gottes nicht, dass ich oberflächlich und teilnahmslos bete? Jesus lädt mich ein, meinen Eifer im Gebet zu erneuern und ihn eindringlicher um sein Wirken zu bitten.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, wer dich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Danke, dass ich dich im Glauben sehen darf. Lehre mich, dich wirklich immer mehr zum Zentrum meines Lebens zu machen. Denn was gibt es Besseres, als Gott selbst zu kennen und seinem Willen über mein Leben zu entsprechen.

Vorsatz: Heute will ich jemandem einen Gefallen tun und mir dabei bewusst machen, dass Gott mir im Nächsten begegnet.