Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. April 2019 bis Samstag 4. Mai 2019

Zweite Woche der Osterzeit

Ellen Charlotte Petermann

GlĂŒcklich, wer fraglos glaubt!Sonntag
Zu innerer Ruhe findenMontag
Der Geist weht, wo er willDienstag
Licht und DunkelheitMittwoch
Hoffnung fĂŒr alleDonnerstag
An Jesus kommt ihr nicht vorbeiFreitag
Ich bin esSamstag


GlĂŒcklich, wer fraglos glaubt!

28. April 2019

Zweiter Sonntag der Osterzeit
Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit
Weißer Sonntag

Hl. Peter Chanel, Priester, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Joh 20,19-31
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die JĂŒnger aus Furcht vor den Juden die TĂŒren verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine HĂ€nde und seine Seite. Da freuten sich die JĂŒnger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die SĂŒnden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen JĂŒnger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der NĂ€gel an seinen HĂ€nden sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der NĂ€gel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine JĂŒnger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die TĂŒren waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine HĂ€nde! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht unglĂ€ubig, sondern glĂ€ubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner JĂŒnger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich, an deine Auferstehung; doch manchmal schleichen sich Zweifel ein und mein Glaube wird auf die Probe gestellt. Aber die Hoffnung auf ein ewiges Leben trĂ€gt mich durch alle Schwierigkeiten.

Bitte: Jesus, lass mich fester an dich glauben!

1. Thomas will es wissen. Thomas möchte seinen Glauben nicht auf die Aussagen seiner Freunde grĂŒnden. FĂŒr andere mag das reichen, ihm ist das zu wenig; er ist ein Skeptiker. Thomas möchte sichtbare und greifbare Beweise. Jesus verurteilt den Wunsch des Thomas nicht und bietet ihm an, die Hand in seine Seite zu legen. Ob Thomas wirklich das Angebot Jesu angenommen hat, steht nicht im Text. Thomas ist ĂŒberwĂ€ltigt und bekennt: „Mein Herr und mein Gott“. Gerade Thomas, der anfĂ€ngliche Zweifler, erhĂ€lt hier tiefsten Zugang zum Geheimnis Jesu, denn er erkennt, dass ihm im Menschen Jesus kein anderer begegnet als Gott selber.

2. Wahrer Glaube braucht keine Beweise. Wahrer Glaube kann entstehen ohne direkt sichtbare und greifbare Beweise, weil er in sich selbst steht. WĂ€re es anders, wĂ€ren wir schlecht dran, denn die Zeit der Greifbarkeit und Sichtbarkeit Jesu nach „experimentellen MaßstĂ€ben“ - ist lĂ€ngst vorbei. Wir sind definitiv nicht mehr die, die „damals dabei waren“. Es kann sich aber dennoch mein ganz persönliches Vertrauen zu Jesus entwickeln, das sich keinesfalls auf das Vertrauen anderer stĂŒtzt, noch auf das, was andere mir von Jesus erzĂ€hlen. Durch alle Zweifel hindurch kann mich eine unerschĂŒtterliche Gewissheit tragen, wenn ich mich tĂ€glich neu von Jesus berĂŒhren lasse und auf sein Wort hin fraglos glaube.

3. Mein persönliches Glaubenszeugnis. Wir Menschen sind sehr unterschiedlich, so glauben wir auch auf sehr unterschiedliche Weise. Wie gehe ich mit Menschen wie Thomas um? Menschen, die zweifeln, oder behaupten, sie hĂ€tten gar keinen Zugang zu Gott? Rede ich von meinem Glauben so, dass auch diese Menschen sich angesprochen und angenommen fĂŒhlen? Kommen wir ihnen liebevoll entgegen, oder sind sie uns unbequem? Wir sollten ĂŒber jeden Zweifler, den Gott uns schickt, dankbar sein, denn welch ein Privileg ist es, jemandem von meinem ganz persönlichen Glauben und von meiner Liebe zu Jesus Christus erzĂ€hlen zu dĂŒrfen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du bei mir geblieben bist. Du bist nicht weit. Du bist fĂŒr mich jeder Zeit greifbar, ganz nah, in der Eucharistie, in der Beichte, immer, wenn ich mit dir rede. DafĂŒr liebe ich dich.

Vorsatz: Bei nĂ€chster Gelegenheit werde ich mit einer schwierigen Person in aller Liebe ĂŒber den Glauben sprechen.


Zu innerer Ruhe finden

29. April 2019

Hl. Katharina von Siena OSD, Kirchenlehrerin, Schutzpatronin Europas
Fest

Ellen Charlotte Petermann

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, manchmal meine ich, dass die Lasten, die ich zu tragen habe, mich erdrĂŒcken. Ich komme dann zu dir, um neue Kraft zu schöpfen und Ruhe zu finden. Ich bin sicher, dass du mir hilfst.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir dabei, meine Lasten und Belastungen tragen zu lernen.

1. Die faszinierende Einladung Jesu. TĂ€glich begegnen uns Menschen, die ĂŒberlastet sind, deren Leben vom Stress regiert wird. TĂ€gliche Überforderung, Druck am Arbeitsplatz, Leben am Limit, Überstunden, eine Krankheit und dann eventuell sogar ein Burnout. Damit kĂ€mpfen viele Menschen. Wie einfach scheint es dann doch zu sein, Jesu Einladung zu folgen. Ich gehe zu ihm, bringe ihm all meine Lasten und finde Ruhe. Aber ist das so? Sind die GlĂ€ubigen in den Kirchen alle „tiefenentspannt“? Vielleicht verstehen wir die Einladung Jesu falsch? Wir sollten einmal genauer hinsehen.

2. Wir mĂŒssen zwei wichtige Dinge tun. Bevor wir zur Ruhe kommen, mĂŒssen wir zwei Dinge tun: Wir mĂŒssen Jesu Joch auf uns nehmen und von ihm lernen. Unter einem Joch können sich viele heutzutage nichts mehr vorstellen. In der Landwirtschaft ist das Joch eine Art Zuggeschirr, unter welchem die Tiere gefĂŒhrt werden. Also bedeutet Joch „FĂŒhrung“, aber auch „Herrschaft“. Und Joch bedeutet auch Dienst und ganz wichtig: Vertrauen. Selbst in ganz schweren Zeiten dĂŒrfen wir das Joch nicht abschĂŒtteln, sondern sollen uns an ihm festhalten und Jesus vertrauen.

3. Auf die Perspektive kommt es an. Jesus sagt, wir sollen von ihm lernen, von seiner Handlungsweise. Wir sollen uns in fĂŒr uns schweren, oder kritischen Situationen fragen: Wie wĂŒrde Jesus jetzt reagieren, was wĂŒrde er tun? Es kommen Begriffe wie „gĂŒtig“ und „demĂŒtig“ ins Spiel. GĂŒtig heißt, dass man es gut mit dem anderen meint, und nicht unbedingt seinen eigenen Willen durchsetzten will. DemĂŒtig meint, dass man seinen Willen Gott ĂŒbergibt. Wer so lebt, gĂŒtig und demĂŒtig, der kann sich selber loslassen. Was wĂŒrde sich Ă€ndern, wenn wir gĂŒtig und demĂŒtig wie Jesus leben wĂŒrden? Unsere Seele wĂŒrde so zur Ruhe finden, wie wir uns das immer wĂŒnschen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich weiß, dass du mein himmlischer Vater bist, und egal, was passiert, wie groß auch meine Probleme sind, du bist immer da. Ich will mich ganz dir anvertrauen, dann werde ich Ruhe finden.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, bei der nĂ€chsten Differenz mit meinen Mitmenschen zu ĂŒberlegen, wie Jesus handeln wĂŒrde, bevor ich reagiere.


Der Geist weht, wo er will

30. April 2019

Dienstag der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Pius V., Papst

Ellen Charlotte Petermann

Joh 3,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr mĂŒsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch ĂŒber irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch ĂŒber himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der WĂŒste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich spĂŒre in mir etwas, das mich innerlich antreibt. Ich möchte mich bewegen lassen, auch wenn ich noch nicht weiß, wohin der Weg mich fĂŒhren wird. Im Vertrauen auf den Heiligen Geist lasse ich mich leiten.

Bitte: Jesus, schenke mir Mut und Beharrlichkeit!

1. Das Brausen des Windes. Im NikodemusgesprĂ€ch umschreibt das Johannesevangelium das Christsein als eine Neugeburt. Nicht als zweite Geburt aus menschlichem Fleisch, sondern als ein neues Leben, das seinen Ursprung im Geist Gottes hat. Ein solcher vom Geist geborener Mensch, also ein spiritueller Mensch, spĂŒrt die Kraft des Windes, hört sein Brausen, weiß aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. Geistliche Menschen spĂŒren eine Antriebskraft in sich, die sie in Bewegung bringt. Sie lassen sich von dieser Kraft leiten, ohne zu wissen, wohin sie gefĂŒhrt werden.

2. Wer ist denn dieser Nikodemus? Nikodemus ist ein Lehrer Israels, der sich in religiösen Dingen auskennt. Aber durch Jesus wird er aus der Bahn geworfen. Ist es vielleicht alles doch ganz anders, als er es gelernt hatte? Bei Nacht schleicht er sich fort zu diesem anderen Rabbi. Niemand soll sehen, dass er als alter Gelehrter unsicher geworden ist, dass er dabei ist, die Seiten zu wechseln.

3. Mut haben, um der Stimme des Geistes zu folgen. So eine geistliche Neugeburt kann auch sehr schmerzhaft sein. Man wird aus „sicheren“ Gleisen geworfen, ja vielleicht zum Außenseiter. Spirituelle Menschen, die sich vom Geist leiten lassen, sind auf der Suche – und lassen sich ĂŒberraschen. Sie sind mutig, weil sie nicht im Mainstream mitschwimmen. Sie spĂŒren: Da ist etwas, das mich innerlich antreibt. Ich muss mich bewegen lassen, auch wenn ich noch nicht weiß, wohin der Weg mich fĂŒhrt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, in meinem Inneren spĂŒre ich die Kraft des Heiligen Geistes, der in mir weht und das Feuer, das in meinem Herzen brennt. Schenke mir jeden Tag neu den Mut, den Weg zu gehen, den du fĂŒr mich vorgesehen hast.

Vorsatz: Ich werde heute die Litanei zum Heiligen Geist beten.


Licht und Dunkelheit

1. Mai 2019

Mittwoch der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Josef, der Arbeiter

Ellen Charlotte Petermann

Joh 3,16-21
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhÀlt es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, ich komme zu dir als dein Kind. Deine Liebe ist nicht mit menschlichen MaßstĂ€ben zu erfassen. Deine Liebe lĂ€sst mich leben, hoffen und glauben.

Bitte: Vater, lass mich zum Kanal deiner Liebe werden fĂŒr andere.

1. Glaube an den Sohn! Wer an den Sohn glaubt, der hat das Leben. Hierin sind auch die BrĂŒche des Lebens, die Schuld und das Scheitern inbegriffen. Dazu gehört auch, dass Menschen immer wieder Vergebung und Versöhnung brauchen. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er sie rettet und nicht, damit er sie richtet. Das Wort vom Gericht ist keine Drohung, sondern Hoffnung fĂŒr die Welt. Gott liebt die Welt, jeden einzelnen Menschen. Wenn wir an diese Liebe glauben, haben wir das ewige Leben.

2. Licht ist in die Welt gekommen. Wo Licht hinfĂ€llt, wird Finsternis offenbar. Manches, was normalerweise verborgen ist, wird nun deutlich sichtbar. Vieles kommt ans Tageslicht. Manchmal möchten wir uns gar nicht mit dem Licht konfrontieren, möchten lieber im Dunkeln bleiben, weil wir Angst haben, oder ein schlechtes Gewissen. Johannes schreibt, dass die Menschen, die Böses tun, das Licht hassen. Jesus möchte das Licht in unserer Seele „anknipsen“, um uns zu erleuchten, zu retten.

3. Das Licht in unserem Herzen. Er ist das Licht, das uns selbst von innen erleuchtet und wĂ€rmt. Jeder einzelne von uns gerĂ€t in Gottes Licht. Gott möchte mit seinem Licht unser Herz berĂŒhren, es erwĂ€rmen. Er liebt uns, nicht abstrakt, sondern ganz persönlich, jeden so, wie er ist, unverwechselbar. SpĂŒren wir die Kraft dieser Liebe, erwĂ€rmt das göttliche Licht unser Herz? Wir mĂŒssen sorgsam umgehen mit diesem Licht, gleichsam wie mit einer Kerze, die der Wind auslöschen könnte, damit wir das Licht mit hinausnehmen in die Welt, um es anderen weiterzugeben, um ein Lichtschein zu sein in der Dunkelheit.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, Dunkelheit kann grausam sein. Man verliert in ihr die Orientierung und oftmals bekommt man Angst. Wenn ich meinen Weg mit dir gehe, weiß ich, dass du mir leuchten wirst und ich klar sehe.

Vorsatz: Heute werde ich eine gute Gewissenserforschung machen, um herauszufinden, wo die Dunkelheiten in meiner Seele sind.


Hoffnung fĂŒr alle

2. Mai 2019

Hl. Athanasius, Bischof und Kirchenlehrer
Gedenktag

Ellen Charlotte Petermann

Joh 3,31-36
Er, der von oben kommt, steht ĂŒber allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht ĂŒber allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkĂŒndet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, dein Wort gilt! Dein Wort ist die Wahrheit, die grĂ¶ĂŸte Sicherheit meines Lebens. Wenn nichts mehr gilt, dann gilt dein Wort. Ich kann mich immer daran festhalten. DafĂŒr liebe ich dich!

Bitte: Herr, lass mich niemals an deinem Wort zweifeln.

1. Blind vertrauen. Ohne Jesus kannst du nie die volle Wahrheit finden ĂŒber Gott und die Welt. Jesus selbst ist nicht mĂŒde geworden zu betonen, dass er nichts eigenmĂ€chtig verkĂŒndet, sondern dass er verlĂ€sslich Gottes Wahrheit sagt und ist. Er ist die Wahrheit, die „von oben“ stammt, vom Himmel, nicht von der Erde. Darum lĂ€sst sich diese Wahrheit auf Erden nicht ohne die Sicht des Glaubens ĂŒberprĂŒfen und beweisen. Wir Menschen wissen ja nicht, wie es oben bei Gott ist, und darum mĂŒssen wir Jesus schon vertrauen, wenn er zu uns redet. Blind vertrauen, was die himmlischen Dinge anbetrifft, weil seine Worte den Glanz der Wahrheit besitzen, der sie beglaubigt.

2. Lass dich beschenken. â€žDenn der, den Gott gesandt hat, verkĂŒndet die Worte Gottes“, steht im Text geschrieben, denn Gott gibt den Geist ohne Maß.“ Und dieser Geist wirkt in allen, die Gott sich erwĂ€hlt– das sind alle, die sich seinem Geist nicht verschließen, die vor Gottes Wort nicht eigensinnig die Ohren und das Herz abwenden. Glaube ist kein Kraftakt des Willens, Glaube ist ein Geschenk Gottes, und wenn man es haben oder mehr davon haben will, dann muss man einfach seine Ohren und das Herz aufmachen und Jesu Botschaft in sich hineinlassen.

3. Von oben nach unten. Wir finden Gott nicht, wenn wir uns von unten zu ihm hinaufbemĂŒhen wollen – etwa mit Opfern, mit heiligen Riten, mit guten Taten oder mit frommen Meditationen. Wir finden Gott nur, wenn wir uns von ihm beschenken lassen, wenn wir uns mit seinem Geist ĂŒberschĂŒtten lassen – von oben nach unten. Der Geist öffnet uns dann das Herz fĂŒr Gottes Botschaft.

GesprĂ€ch mit Christus: Es fĂ€llt oft schwer, sich beschenken zu lassen, ohne eine Leistung erbracht zu haben. Das erleben wir nicht oft im tĂ€glichen Leben. Herr, du beschenkst uns mit deiner Liebe, gibst uns alles, was wir brauchen. Danke, Herr, dafĂŒr!

Vorsatz: Ich werde mir ĂŒberlegen und aufschreiben, wofĂŒr ich Gott in meinem Leben dankbar bin.


An Jesus kommt ihr nicht vorbei

3. Mai 2019

Hl. Philippus und Hl. Jakobus, Apostel
Fest

Ellen Charlotte Petermann

Joh 14,6-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, an dir finde ich immer wieder Halt, bei dir ist gute Wegweisung. Du bist die Mitte meines Lebens und sollst es immer mehr werden.

Bitte: Jesus, zeige mir den richtigen Weg zum Heil.

1. Der Weg. Es steht da nicht „ein“ Weg, sondern „der“ Weg, der einzige Weg. Welcher Weg ist gemeint? Der Lebensweg, der Leidensweg, der Weg in die Freiheit oder der Weg in den Abgrund? Es geht hier um den wirklich richtigen Weg, den Weg meiner Bestimmung, den Weg zu Gott. Es geht hier um die Antwort auf meine Suche nach dem Heil. Wenn Jesus sagt: „Ich bin der Weg“, dann ruft er uns damit auch zur Umkehr von unseren selbst gewĂ€hlten Wegen auf. Denn nur bei Jesus finden wir, was wir suchen und brauchen.

2. Die Wahrheit. Wir dĂŒrfen diese Wahrheit nicht mit unserem modernen VerstĂ€ndnis von Wahrheit verwechseln, einer experimentellen, im Labor wiederholt ĂŒberprĂŒfbaren und messbaren Wahrheit. Die Wahrheit, die Jesus hier meint, bezieht sich auf die Wirklichkeit Gottes, der real ist, ohne sich MessgerĂ€ten zu unterwerfen. Wer etwas ĂŒber die Wahrheit der Existenz Jesu wissen und sie erfahren will, der lausche der Botschaft Jesu, versuche sie zu begreifen, und vor allem lebe sie, bilde sich aber niemals ein, dass jemand außer Gott die Wahrheit ganz erkennen kann.

3. Das Leben. Was hier mit Leben gemeint ist, ist das „wirkliche Leben“, das „wahre Leben“, das „erfĂŒllte Leben“, ein Leben nach Gottes Vorstellungen, nicht zuerst nach den unsrigen. Wer aber die tiefe Wirklichkeit Gottes nicht anerkennt, der lebt nur in der vorlĂ€ufigen Wirklichkeit dieser Welt, die mehr Tod ist als Leben. Wenn man nicht in Übereinstimmung mit seiner Bestimmung lebt, dann fĂŒhlt sich das Leben so unausgefĂŒllt, so fremd an, als ob es kein wirkliches Leben wĂ€re.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich wĂŒnsche mir ein erfĂŒlltes Leben, ein Leben mit dir. Ohne dich wĂ€re mein Leben noch nicht wirklich Leben, ja, es wĂ€re sinnlos.

Vorsatz: Heute werde ich mir Zeit nehmen und ĂŒberlegen, in welchen Situationen ich Jesus mein Leben ĂŒbergeben habe.


Ich bin es

4. Mai 2019

Samstag der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Florian, MĂ€rtyrer und Hll. MĂ€rtyrer von Lorch

Ellen Charlotte Petermann

Joh 6,16-21
Als es aber spĂ€t geworden war, gingen seine JĂŒnger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren ĂŒber den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewĂŒhlt. Als sie etwa fĂŒnfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus ĂŒber den See ging und sich dem Boot nĂ€herte; und sie fĂŒrchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fĂŒrchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch ich fĂŒhle mich manchmal verlassen, in Finsternis und ich spĂŒre heftigen Gegenwind in der Welt. Doch ich weiß, du bist da, immer. Du hast mich im Blick. Ich brauche mich nicht zu fĂŒrchten.

Bitte: Jesus, schenke mir Mut!

1. Widrige UmstĂ€nde. Die JĂŒnger sind auf dem Weg nach Kafarnaum. Jesus ist nicht bei ihnen, sie sind auf sich allein gestellt. Durch einen Sturm geraten sie in BedrĂ€ngnis. Hatten sie in dieser Lage Grund, Angst zu haben? – Gewiss nicht! WĂŒrde Jesus seine JĂŒnger in dieser schwierigen BedrĂ€ngnis aus den Augen lassen? – Gewiss nicht! Spiegelt diese Situation nicht auch unsere Lage wider? Wo die Welt Feind Gottes und des Menschen ist, ist sie gegen uns, und um uns herum ist es finster. Aber wie Jesus fĂŒr seine JĂŒnger da war, so ist er auch fĂŒr uns da. Er sieht uns in unseren UmstĂ€nden.

2. Von mir weg auf Jesus schauen. Die JĂŒnger waren allein auf dem See – und doch nicht allein. Jesus kam direkt, um ihnen zu helfen, aber die JĂŒnger waren so sehr mit sich und ihrem Problem beschĂ€ftigt, dass sie ihn nicht erkannten und sich fĂŒrchteten. Verhalten wir uns nicht manchmal Ă€hnlich? Anstatt von den UmstĂ€nden weg auf Jesus zu schauen, sind wir so mit dem „Wind und den Wellen“ beschĂ€ftigt, dass wir ihn und seine Hilfe nicht erkennen. Er ist bereit zu helfen, und er kennt den Ausweg schon, wenn wir keinen Ausweg mehr wissen. Wer kann uns denn etwas anhaben, da er doch fĂŒr uns ist!

3. Jesus mit ins Boot nehmen. Nun wendet sich Jesus an seine JĂŒnger mit den Worten: „Ich bin es, fĂŒrchtet euch nicht.“ Welch ein wunderbares Wort: „Ich bin es.“ Ich - der, der seine Allmacht mehr als einmal unter Beweis gestellt hat; der, der Menschen geheilt und gespeist hat; dieser kommt nun zu den JĂŒngern und ruft ihnen zu, sich nicht zu fĂŒrchten. Auch wir mĂŒssen Jesus bewusst mit ins Boot nehmen, dann werden wir immer sicher an Land kommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oftmals habe ich auch das GefĂŒhl, die StĂŒrme und Wellen des Lebens wollten mich verschlucken. Dann bist du in diesen Momenten die rettende Hand, die mich birgt.

Vorsatz: Heute werde ich einer Person, die in Schwierigkeiten ist, Mut machen.