Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21. April 2019 bis Samstag 27. April 2019

Osteroktav

Svenja Nonnenmacher

Die Frauen trafen ihn zuerstSonntag
Die Emmaus-J├╝ngerMontag
F├╝rchtet euch nicht!Dienstag
Maria ist die ErsteMittwoch
Ich bin kein GeistDonnerstag
Und sie gingen fischenFreitag
Geht hinaus in die ganze WeltSamstag


Die Frauen trafen ihn zuerst

21. April 2019

Ostersonntag
Hl. Anselm, Bischof, Kirchenlehrer

Svenja Nonnenmacher

Lk 24,1-12
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Fr├╝he zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggew├Ąlzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. W├Ąhrend sie ratlos dastanden, traten zwei M├Ąnner in leuchtenden Gew├Ąndern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die M├Ąnner aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galil├Ąa war: Der Menschensohn muss den S├╝ndern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zur├╝ck und berichteten alles den Elf und den anderen J├╝ngern. Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die ├╝brigen Frauen, die bei ihnen waren, erz├Ąhlten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten das alles f├╝r Geschw├Ątz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung ├╝ber das, was geschehen war.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Vater, auch heute darf ich wieder voll Vertrauen zu dir kommen und dein Wort h├Âren. Bitte lass mich ganz ruhig werden, um den Sinn der Schrift besser verstehen zu k├Ânnen.

Bitte: Ich m├Âchte diese Woche ganz besonders und ganz tief mit dir verbringen.

1. Es waren die Frauen, die kamen. Es sind die Frauen, die zum Grabe Jesu kommen. Sie bringen wohlriechende Salben mit, die sie zubereitet haben. Oft sind es die Frauen, die weitermachen, wenn Dinge zu tun sind, auch wenn sie gerade schwerfallen. Sie sind diejenigen, die die Situation akzeptiert haben, wie sie ist, und mit ihrer Kraft, Ausdauer und ihrem Willen weiter voranschreiten und das N├Âtige tun. Sie sind traurig, aber dennoch stecken sie den Kopf nicht in den Sand.

2. Erinnert euch! Es treten zwei M├Ąnner in leuchtenden Gew├Ąndern zu ihnen, bei denen man davon ausgehen kann, dass es Engel sind. Sie sprechen zu ihnen und bitten sie, sich zu erinnern, was der Herr zu ihnen gesagt hatte. Geht es uns nicht auch oft so, dass wir vergessen, was der Herr zu uns gesagt hat, zum Beispiel durch die Heilige Schrift, und dass wir im Schmerz oder in der Trauer gefangen sind? Wie sch├Ân ist es dann, wenn wir uns wieder erinnern oder ÔÇ×erinnern lassenÔÇť. Gott verl├Ąsst uns nie!

3. Sie hielten es f├╝r Geschw├Ątz. Die Frauen, und es waren einige an der Zahl, gingen zu den Aposteln und erz├Ąhlten, was geschehen war. Doch die M├Ąnner glaubten ihnen nicht. Nur Petrus kam das Ganze anscheinend doch nicht so unwirklich vor, dass er loslief, um selber nach dem Rechten zu sehen. Er musste sich erst einmal mit eigenen Augen davon ├╝berzeugen, ehe er voll Verwunderung den Frauen beipflichten konnte, dass etwas Ungew├Âhnliches geschehen war.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Vater, ich mag diese Stelle in Evangelium ganz besonders, weil sie mir zeigt, wie wichtig auch die Frauen f├╝r dich sind. Sie waren es, die am Ostermorgen zuerst am Grab waren. Sie waren es, zu denen die Engel gesprochen hatten. Sie hatten die frohe Botschaft der Auferstehung zuerst erhalten. Manchmal hat es den Anschein, dass das Hauptaugenmerk in der Schrift auf die M├Ąnner gelegt ist, aber hier, an dieser Stelle, zeigst du uns Frauen, in welch zentralem Moment du uns zuerst bei dir haben m├Âchtest, vielleicht einfach weil wir auf deine Gnade eher ansprechbar sind. Dabei ist bei dir aber jede Vorrangstellung eine Einladung zum Dienst am anderenÔÇŽ

M├Âglicher Vorsatz: Ich m├Âchte mir als Frau und jener Rolle, die der Herr mir in meinem Leben gegeben hat, bewusst werden und mich gl├╝cklich sch├Ątzen f├╝r die Verantwortung, die ich voll Liebe tragen darf. Und als Mann kann ich heute vielleicht dem Herrn f├╝r all die Frauen, die er mir zur Seite gestellt hat (Mutter, Schwester, Ehefrau, T├Âchter etc.), und f├╝r ihr Wesen Danke sagen.


Die Emmaus-J├╝nger

22. April 2019

Ostermontag

Svenja Nonnenmacher

Lk 24,13-35
Am ersten Tag der Woche waren zwei von den J├╝ngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander ├╝ber all das, was sich ereignet hatte. W├Ąhrend sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das f├╝r Dinge, ├╝ber die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hie├č Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht wei├čt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, m├Ąchtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und F├╝hrer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erl├Âsen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in gro├če Aufregung versetzt. Sie waren in der Fr├╝he beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zur├╝ckkamen, erz├Ąhlten sie, es seien ihnen Engel erschienen und h├Ątten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer f├Ąllt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift ├╝ber ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie dr├Ąngten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zur├╝ck, und sie fanden die Elf und die anderen J├╝nger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erz├Ąhlten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Vater, vielen Dank f├╝r diesen neuen Tag, den du mir geschenkt hast. Ich m├Âchte den Tag mit dir durchleben, dich besser verstehen und die Welt sehen, so wie du sie siehst. Sei heute bitte ganz nah an meiner Seite, und hilf mir, in der Liebe zu wachsen.

Bitte: Ich m├Âchte dich besser verstehen und kennen lernen.

1. Die Emmaus-J├╝nger. Da sind sie wieder, die beiden M├Ąnner, die uns als Emmaus-J├╝nger bekannt sind. Bestimmt haben wir diese Stelle aus dem Evangelium auch schon oft gelesen, aber jedes Mal birgt sie etwas anderes oder wir nehmen sie anders wahr. Die beiden M├Ąnner: traurig, resigniert, verzweifelt. Ging es mir nicht auch schon manches Mal so, dass ich dachte, alles w├Ąre so schlimm, dass ich keine Hoffnung mehr hatte?

2. Er war ein Prophet ÔÇô m├Ąchtig in Wort und Tat. Da war Jesus und er tat m├Ąchtige Dinge. Er heilte Kranke, trieb D├Ąmonen aus und erweckte Tote wieder zum Leben. Was muss das f├╝r ein Mensch, eine Erscheinung gewesen sein? Die Menschen seinerzeit waren beeindruckt. So jemanden hatte es noch nie gegeben. Sie setzten alle Hoffnung auf ihn und w├Ąhnten ihn als Retter. Aber dann wurde er ans Kreuz geschlagen. Und sie hatten gehofft, er w├╝rde sie erl├Âsen. Menschlich gesehen ein Versagen auf der ganzen Linie.

3. Sie erkannten ihn. Was muss passieren, dass man glaubt? Jesus ging mit ihnen ein ganzes St├╝ck des Weges, legte ihnen die Schrift dar und teilte mit ihnen das Brot. Was war hier der ausschlaggebende Faktor, der den Schleier von ihren Augen nahm und sie erkennen lie├č? Ist es nicht auch oft so, dass wir blind durch die Welt gehen und Gottes Zeichen nicht erkennen?

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, auch ich bin oft blind und sehe dich nicht in meinem Leben. Lehre mich zu vertrauen, und hilf mir, dich zu kennen und zu erkennen.

M├Âglicher Vorsatz: Heute will ich ├╝berlegen, wo Gott in meinem Leben gewirkt hat, und jemandem davon erz├Ąhlen oder diese Situation f├╝r mich aufschreiben, damit ich sie nicht vergesse.


F├╝rchtet euch nicht!

23. April 2019

Dienstag der Osteroktav
Hl. Georg, M├Ąrtyrer
Hl. Adalbert, Bischof, Glaubensbote, M├Ąrtyrer

Svenja Nonnenmacher

Mt 28,8-15
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verlie├čen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und gro├čer Freude zu seinen J├╝ngern, um ihnen die Botschaft zu verk├╝nden. Pl├Âtzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegr├╝├čt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine F├╝├če. Da sagte Jesus zu ihnen: F├╝rchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Br├╝dern, sie sollen nach Galil├Ąa gehen, und dort werden sie mich sehen. Noch w├Ąhrend die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den W├Ąchtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den ├ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erz├Ąhlt den Leuten: Seine J├╝nger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w├Ąhrend wir schliefen. Falls der Statthalter davon h├Ârt, werden wir ihn beschwichtigen und daf├╝r sorgen, dass ihr nichts zu bef├╝rchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Ger├╝cht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Vater, vielen Dank f├╝r diesen neuen Tag, den du mir geschenkt hast. Ich bitte dich, lass mich in der Liebe zu dir wachsen und diese Zeit ganz besonders intensiv mit dir verbringen.

Bitte: Bitte hilf mir, die Osterfreude in meinem Herzen zu bewahren!

1. Sie eilten, um die Botschaft zu verk├╝nden. Die Frauen, die am Grab gewesen sind, eilten voll Furcht und gro├čer Freude zu den anderen. Sie mussten einfach erz├Ąhlen, was passiert war. In ihnen war Freude, die sie empfanden, weil sie nun wussten, dass Jesus auferstanden war, aber auch gleichzeitig Furcht, weil sie nicht mit dem Verstand erfassen konnten, wie so etwas m├Âglich war.

2. F├╝rchtet euch nicht! Jesus ist so mitf├╝hlend und kennt die Menschen. Er schimpft nicht mit ihnen oder nennt sie ungl├Ąubig, sondern er bittet sie, keine Furcht zu haben. Er versteht uns. Er ist Gott und Mensch und als solcher tritt er uns entgegen. F├╝rchtet euch nicht! Wie sch├Ân, dass er uns und unsere ├ängste so gut kennt und uns nahe ist.

3. Seine J├╝nger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen. Wie traurig ist es, dass diese L├╝ge bei den Juden immer noch geglaubt wird. Sie warten immer noch auf den Erl├Âser und das, obwohl Jesus aus ihrem Volk war und viele aus jener Generation ihn selber kennen gelernt hatte. Aber es war einfacher zu glauben, dass der Leichnam geraubt worden war, als sich der Tatsache zu stellen, dass Jesus von den Toten auferstanden war.

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Vater, wie sch├Ân w├Ąre es doch, wenn alle Menschen daran glauben w├╝rden, dass Jesus f├╝r uns und unsere S├╝nden gestorben ist, den Tod aber ├╝berwunden hat und wir so gemeinsam ohne Angst und voll Vertrauen auf ihn in die Zukunft schauen k├Ânnen.

M├Âglicher Vorsatz: Heute will ich ganz besonders f├╝r die Menschen beten, die Jesus in ihrem Leben noch nicht kennenlernen durften oder f├╝r die, denen der Glaube an Christus, als unseren Erl├Âser, schwer f├Ąllt.


Maria ist die Erste

24. April 2019

Mittwoch der Osteroktav
Hl. Fidelis von Sigmaringen, Ordenspriester, M├Ąrtyrer

Svenja Nonnenmacher

Joh 20,11-18
In jener Zeit stand Maria drau├čen vor dem Grab und weinte. W├Ąhrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in wei├čen Gew├Ąndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F├╝├če des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich wei├č nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G├Ąrtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebr├Ąisch zu ihm: Rabbuni!, das hei├čt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br├╝dern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den J├╝ngern und verk├╝ndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Lieber Vater, auch heute m├Âchte ich mich wieder mit Herz und Seele von deinem Worte leiten lassen und diese Zeit ganz intensiv mit dir verbringen. Diese Stelle im Evangelium habe ich schon oft geh├Ârt oder gelesen. Hilf mir, immer wieder neu zu entdecken, was du mir heute dadurch sagen m├Âchtest.

Bitte: Lass mich die Heilige Schrift, dein Wort, immer mehr verstehen.

1. Maria stand drau├čen und weinte. Maria hatte in diesen entscheidenden Tagen alles mitbekommen. Ihre gr├Â├čten Hoffnungen, dass der Herr, Jesus, alles regeln und erneuern w├╝rde, waren j├Ąh zerst├Ârt worden. Wie oft geht es mir so, dass ich alle Hoffnungen auf ein Ereignis oder einen Menschen lege und dann entt├Ąuscht werde, wenn sich nicht alles so entwickelt, wie ich es erdacht, ertr├Ąumt und mir gew├╝nscht habe? Aber ist es nicht Gott, auf den wir hoffen und dem wir vertrauen sollen? Wie oft sind wir es, die meinen, alles selbst im Griff zu haben oder es wenigstens so haben wollen?

2. Wen suchst du? Ja, wen suchen wir, suche ich? Den ÔÇ×SuperheldÔÇť, der alles regelt, die Welt rettet und der mir das schenkt, was ich erhoffe? Oder suche ich wirklich Gott? Seine Liebe, seine N├Ąhe, seinen Willen? Wie oft bin ich versucht, mein Leben so zu sehen, wie ich es mir w├╝nsche? Was aber hat Gott vor? Ist es etwas anderes, als ich mir vorstelle? Was bedeutet das f├╝r mich und vor allem, was mache ich daraus?

3. Maria ! Er nennt sie bei ihrem Namen und in dem Moment wei├č sie, wer Jesus ist, erkennt sie ihn. Gott wird mich einst auch bei meinem Namen rufen. Bin ich dann bereit, offen f├╝r ihn und seinen Weg? Jesus sagt nicht viel, aber das, was er sagt, trifft sie mitten ins Herz und sie erkennt ihn als den, der er ist: Rabbuni ÔÇô Meister. Ist Jesus auch mein Meister? Ist er der, der mein Leben bestimmen darf oder nur jemand, den ich anrufe, wenn ich Hilfe erwarte, traurig oder verzweifelt bin? Wie sehr glaube ich an Jesus als meinen ÔÇ×MeisterÔÇť?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, sehr oft bin ich mit meinen eigenen Gedanken, Ideen, Problemen und Dingen so sehr besch├Ąftigt, dass ich gar nicht erkenne, dass du eigentlich direkt vor mir stehst: in meinen Mitmenschen oder in der heiligen Eucharistie.

M├Âglicher Vorsatz: Heute will ich in eine Kirche gehen und vor dem Tabernakel mit Jesus dar├╝ber sprechen, wer er f├╝r mich ist und ihn bitten, ihm immer mehr zu vertrauen und ihn besser kennen zu lernen.


Ich bin kein Geist

25. April 2019

Donnerstag der Osteroktav
Hl. Markus, Evangelist

Svenja Nonnenmacher

Lk 24,35-48
Die beiden J├╝nger, die von Emmaus zur├╝ckgekehrt waren, erz├Ąhlten den Elf und den anderen J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. W├Ąhrend sie noch dar├╝ber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten gro├če Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine H├Ąnde und meine F├╝├če an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein St├╝ck gebratenen Fisch; er nahm es und a├č es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erf├╝llung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen ├╝ber mich gesagt ist. Darauf ├Âffnete er ihnen die Augen f├╝r das Verst├Ąndnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir f├╝r mein Leben und dass du mein Freund bist. Ich m├Âchte heute ganz besonders nahe bei dir sein und h├Âren, was du mir sagen m├Âchtest. Lass diese Gebetszeit eine Zeit sein, die wir zwei zusammen verbringen und in der ich von dir lernen kann.

Bitte: Lehre mich, dir zu vertrauen!

1. Sie erschraken und hatten gro├če Angst! Die beiden Emmaus-J├╝nger erkannten Jesus nicht sofort. Sie mussten erst eine Weile mit ihm gehen, seine Stimme h├Âren und sehen, wie er das Brot brach, erst dann erkannten sie ihn. Wie aber war ihre Reaktion? Sollte man nicht meinen, sie w├Ąren hocherfreut, gl├╝cklich und erleichtert gewesen, dass Jesus wieder unter ihnen weilte? Stattdessen hatten sie zusammen mit den anderen J├╝ngern gro├če Angst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus ihnen wie ein gro├čer unheilvoller Geist ├╝ber den Weg gelaufen ist. Vielmehr nahm er wieder behutsam an ihrem Leben teil, begleitete sie einen Teil ihres Weges, sprach mit ihnen und war einfach da. Warum aber hatten sie dann so gro├če Angst? Sie wussten doch, welche Wunder er bereits in den letzten Jahren gewirkt hatte.

2. Habt ihr etwas zu Essen hier? Jesus, du bist so praktisch und kennst uns Menschen so gut. Du hast unter uns gewohnt und warst einer von uns. Du erkennst, welche Angst die J├╝nger haben und anstatt mit ihnen zu schimpfen oder sie auszulachen, erkennst du genau, was sie in diesem Moment brauchen. Ein Zeichen, dass du kein Geist bist, sondern du selbst, in Menschengestalt. Geister k├Ânnen eben nicht essen und brauchen es auch nicht. Du aber zeigst den Menschen auf einfache und verst├Ąndliche Weise, dass du der Jesus bist, den sie kennen und der nur anders aussieht, weil sein Leib verherrlicht worden ist.

3. So steht es in der Schrift. Ich denke, viele von uns kennen haupts├Ąchlich das Neue Testament und haben sich mit dem Alten Testament oft nicht im Detail auseinandergesetzt. Es ist aber so, dass das Neue Testament die Vollendung des Alten ist und letzteres somit auch sehr wichtig. Jesus geht nicht hin und sagt, dass jetzt eine neue ├ära angebrochen und alles anders ist, sondern er versucht, ihnen zu erkl├Ąren, was die Propheten schon damals sagten und wie es nun Wirklichkeit wird. Wie sch├Ân, dass sich die Geschichte Gottes mit uns Menschen durch die ganze Bibel zieht. Ist mir das schon einmal so bewusst geworden?

Gespr├Ąch mit Christus: Lieber Vater, oft bin ich so mit mir selbst und meinem Leben besch├Ąftigt, dass ich dir kaum Zeit einr├Ąume. Ich m├Âchte dich aber besser kennen lernen und mein Herz so umformen, dass es deinem ├Ąhnlicher wird. Bitte hilf mir dabei.

M├Âglicher Vorsatz: Heute m├Âchte ich im Alten Testament lesen und schauen, wie Gott schon von Anbeginn der Welt alles in seinen H├Ąnden hielt und geplant hatte.


Und sie gingen fischen

26. April 2019

Freitag der Osteroktav

Svenja Nonnenmacher

Joh 21,1-14
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natana├źl aus Kana in Galil├Ąa, die S├Âhne des Zebed├Ąus und zwei andere von seinen J├╝ngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die J├╝nger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der J├╝nger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h├Ârte, dass es der Herr sei, g├╝rtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen J├╝nger mit dem Boot - sie waren n├Ąmlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundf├╝nfzig gro├čen Fischen gef├╝llt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den J├╝ngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den J├╝ngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir von Herzen f├╝r den neuen Tag, den du mir geschenkt hast. Lass mich heute ganz leise werden und deinen Worten lauschen, die du mir sagst. Ich danke dir, dass du immer bei mir bist und mich liebst.

Bitte: Jesus, hilf mir, dein Wort und dich besser zu verstehen.

1. Ich gehe fischen! Petrus, der Fels. Der, den Jesus ausgesucht hat, um seine Kirche auf ihn zu bauen, er geht ganz einfach dem Tagesgesch├Ąft nach. Ich gehe fischen. Ist das so zu verstehen, dass er den Kopf in den Sand steckt und einfach nur so weitermacht, wie er es vor Jahren jeden Tag gemacht hat? Jesus ist tot. Wie er damit umgeht, kommt vielleicht dem einen oder anderen bekannt vor. Einfach weitermachen wie bisher. Nicht weiter nachdenken. Das Bekannte und Bew├Ąhrte gibt mir SicherheitÔÇŽ

2. Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Und was macht Jesus? Er schickt sie erneut auf den See, ist besorgt um sie und ihr Wohl. Habt ihr nicht etwas zu essen? Was w├╝rden wir denken, wie Jesus in einem solchen Fall reagieren sollte? Schimpfen? Den Kopf sch├╝tteln? Resignieren? Doch was tut Jesus? Das, was f├╝r ihn steht: Er sorgt sich. Er m├Âchte, dass es allen Menschen gut geht und hilft immer wieder, dass es dann auch so wird. Die J├╝nger fangen die Fische, werden ges├Ąttigt und erkennen den Herrn. Die einen fr├╝her, die anderen sp├Ąter. Aber sie erkennen ihn alle.

3. Er offenbarte sich das dritte Mal. Eigentlich sollte man doch meinen, alle h├Ątten es schon begriffen, nachdem er sich das erste Mal offenbart hatte. Da steht er vor ihnen, redet mit ihnen, l├Ąsst sich anfassen und was tun die J├╝nger? Sie sind erfreut, aber auch voller Furcht, gehen ein paar Schritte weiter und haben es schon fast wieder vergessen. Sie erkennen ihn nicht sofort. Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir sp├╝ren Gott, sind ihm nahe oder erfahren ihn sogar, und nach ein paar Stunden oder Tagen Alltag ist alles wieder wir zuvor, und wir haben ihn fast vergessen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich danke dir f├╝r deine unendliche Geduld und Liebe, die du f├╝r uns Menschen, einen jeden von uns, hast. Lass mich das nie vergessen. F├╝hre du es mir immer wieder vor Augen.

M├Âglicher Vorsatz: Heute m├Âchte ich 2 bis 3 Augenblicke notieren, in denen Gott mir ganz nahe war bzw. ich ihn gesp├╝rt habe. Im Gebet, im Alltag, in meinen Mitmenschen, w├Ąhrend der Messe oder wo und wie auch sonst.


Geht hinaus in die ganze Welt

27. April 2019

Samstag der Osteroktav
Hl. Petrus Kanisius, Ordenspriester, Kirchenlehrer

Svenja Nonnenmacher

Mk 16,9-15
Als Jesus am fr├╝hen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben D├Ąmonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie h├Ârten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Sp├Ąter erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Gott und Vater. Diese Woche neigt sich nun auch dem Ende zu. Danke, dass ich dich durch mein Gebet und meine Meditationen begleiten durfte. Lass mich immer mehr in der Liebe und im Vertrauen zu dir wachsen.

Bitte: Lass das Evangelium eine wirklich frohe Botschaft f├╝r mich sein und nicht nur ein eingestaubtes Buch, in dem ich ab und zu lese.

1. Zusammenfassung der Woche. Hier wird alles noch einmal auf den Punkt gebracht. Jesus erschien Maria, den Emmaus-J├╝ngern und den Elf. Und was hat es gebracht? Sie haben irgendwie immer noch nicht verstanden, dass er wirklich unter ihnen weilt. Sie klagen, weinen, glauben nicht und sind verstockt. Das erinnert mich ein wenig an mich. Was nicht sein kann, darf nicht sein. Wer aber legt fest, was sein kann? Glauben wir wirklich an Gottes gro├če Allmacht oder legen wir nur menschliche Ma├čst├Ąbe zugrunde? Jesus, der von den Toten auferstanden ist? Kann das wirklich sein?

2. Nach welchen Ma├čst├Ąben erscheint er den Menschen? Eigentlich sollte man glauben, dass Jesus zuerst den Menschen erscheint, zu denen er die innigste Verbindung hat, wie z.B. seiner Mutter Maria. Danach dann seinen Freunden, Aposteln und J├╝ngern. Aber Jesus kann man so nicht (be)greifen. Er setzt andere Ma├čst├Ąbe. Zuerst erscheint er einer Frau. Maria von Magdala. Wei├č er denn nicht, wie die Glaubw├╝rdigkeit von Frauen zu seiner Zeit eingesch├Ątzt wird? Dann den zwei J├╝ngern, die traurig ihres Weges gehen. Ob sie ihn wohl schon zu Lebzeiten aus der N├Ąhe gekannt und verehrt haben? Dann den Elf, die sich eingeschlossen hatten und nicht wussten, wie es weitergehen sollte. Jesus wendet seine Ma├čst├Ąbe an, nicht unsere!

3. ÔÇ×Geht hinaus in die ganze Welt und verk├╝ndetÔÇŽÔÇť Was passiert denn hier gerade? Die Elf sitzen zusammen, sind verstockt, traurig, ├Ąngstlich, k├Ânnen nicht glauben und was tut Jesus? Er schickt sie in die ganze Welt. Ja, ist das denn zu glauben? Sollte er nicht lieber Menschen w├Ąhlen, die ihn sofort erkennen, preisen und verstehen, was gerade passiert ist? Jesus aber w├Ąhlt diesen kleinen, ├Ąngstlichen Haufen und bittet sie, das Evangelium in der ganzen Welt zu verk├╝ndigen. Konnte er nicht jemand Besseren, Euphorischeren, Gl├Ąubigeren finden? Er traut ihnen das zu? In der ganzen Welt?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, wie seltsam kommt es mir vor, dass du gerade diese Menschen ausw├Ąhlst, um dich und die Frohe Botschaft in der ganzen Welt bekannt zu machen. Aber so kann ich mich auch nicht davor dr├╝cken. Es waren keine ├ťbermenschen, die dir gefolgt und deine Botschaft in die ganze Welt gebracht haben, sondern Menschen wie wir. Voller ├ängste, Zweifeln und doch bereit f├╝r dich.

M├Âglicher Vorsatz: Auch ich will einen kleinen Beitrag leisten und mutig f├╝r Jesus eintreten. Vielleicht kann ich heute jemandem erz├Ąhlen, was der Herr mir bedeutet.