Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21.August 2016 bis Samstag 27. August 2016

Einundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Die Freiheit, Nein zu sagenSonntag
Es geht um JesusMontag
Innere HaltungenDienstag
Den Messias findenMittwoch
Die beste Wachsamkeit ist die Nächstenliebe Donnerstag
Der Auftrag der LiebeFreitag
Unglaublich talentiertSamstag


Die Freiheit, Nein zu sagen

21. August 2016

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Lk 13,22-30
In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bem√ľht euch mit allen Kr√§ften, durch die enge T√ľr zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die T√ľr verschlie√üt, dann steht ihr drau√üen, klopft an die T√ľr und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich wei√ü nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Stra√üen gelehrt. Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich wei√ü nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle unrecht getan! Da werdet ihr heulen und mit den Z√§hnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und man wird von Osten und Westen und von Norden und S√ľden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

Einf√ľhrendes Gebet: Herr und Gott, Sch√∂pfer aller Dinge, ich preise dich f√ľr deine Gr√∂√üe und G√ľte. Ich danke dir, dass mir nie das N√∂tige zum Leben fehlt und dass du mir immer nahe bist. Ich m√∂chte dir nun mit der andachtsvollen Betrachtung des Evangeliums meinen Preis und Dank darbringen.

Bitte: Hilf mir, immer Ja zu sagen zu dir und deinem Willen!

1. Heulen und Z√§hneknirschen. Heute h√∂rt man vielerorts, H√∂lle, Teufel und √Ąhnliches gebe es √ľberhaupt nicht. Das seien alles √ľberholte Vorstellungen eines strafenden Gottes, wie er im Alten Testament geschildert wird. Interessant ist jedoch, dass ausgerechnet im Neuen Testament Jesus mehr √ľber die H√∂lle sagt, als alle anderen Gestalten aus der Bibel. Trotzdem bringt er keine Drohbotschaft. Nein, er warnt aus Liebe. Wer sein Kind energisch von den Gleisen rei√üt, erscheint vielleicht auf den ersten Blick grob. Sieht man aber im n√§chsten Moment einen Zug vorbeirasen, versteht man ein solches Handeln. Das Gegenteil ist der Fall: Lieblos w√§re es, nichts zu tun.

2. Gott ist doch die Liebe‚Ķ Wenn Gott die Liebe ist, wieso gibt es dann die H√∂lle? Diese Frage l√§sst sich nicht so einfach beantworten, aber sicherlich spielt die Beziehung zwischen Liebe und Freiheit eine entscheidende Rolle. Uns allen leuchtet unmittelbar ein, dass man niemand zwingen kann zu lieben. Jemandem eine Pistole an den Kopf zu halten und zu sagen, liebe diese oder jene Person, das funktioniert nicht. Ebenso wenig l√§sst sich Liebe mit Geld erkaufen oder sonst wie erwerben. Liebe kann nur frei geschenkt werden. Gibt es keine Freiheit, dann gibt es auch keine Liebe. Wir w√§ren wie Roboter, im Voraus programmiert. Um lieben zu k√∂nnen, brauchen wir also die Freiheit, uns auch f√ľr das Gegenteil entscheiden zu k√∂nnen.

3. Ja oder Ja? Die Freiheit, Nein zu sagen. Alles beginnt schon bei Adam und Eva im Garten Eden. Ist es nicht unfair, dass Gott da einen Baum hingestellt hat, von dem sie nicht essen durften? Nein, es geschah aus demselben Grund. Damit der Mensch frei ist zu lieben, braucht er auch die Freiheit, einfach nur Nein sagen zu k√∂nnen. Nein, ich will dich nicht lieben. Nein, ich vertraue dir nicht, du verheimlichst mir doch etwas, du enth√§ltst mir etwas vor, wenn ich nicht von diesem Baum essen darf. Erst die reale Option, Nein zu sagen, macht ein echtes Ja √ľberhaupt m√∂glich. In diesem Sinne beinhaltet die H√∂lle die Freiheit des Menschen, auf ewig Nein zu Gott zu sagen. Aber wie traurig ist es, wenn jemand Nein sagt, obwohl Gott aus Liebe zu uns brennt und uns eine so unsagbar sch√∂ne Ewigkeit vorbereitet hat! M√∂ge sich unser Ja zu Gott doch t√§glich in Gedanken, Worten und Werken ausdr√ľcken!

Gespr√§ch mit Christus: Jesus, mein Herr und mein Gott, ich danke dir f√ľr die Freiheit, Nein sagen zu k√∂nnen. Ebenso danke ich dir f√ľr das Geschenk, zu dir, zu deinem Willen, zur Liebe Ja sagen zu k√∂nnen. Ohne diese Freiheit k√∂nnte ich nicht lieben. Vor allem aber danke daf√ľr, dass ich Ja sagen kann zu deiner Liebe.

M√∂glicher Vorsatz: Ich m√∂chte heute von Herzen Ja sagen zu meinem Leben mit all seinen Facetten.


Es geht um Jesus

22. August 2016

Gedenktag
Maria Königin (Regina)

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Mt 23,13-22
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharis√§er, ihr Heuchler! Ihr verschlie√üt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharis√§er, ihr Heuchler! Ihr zieht √ľber Land und Meer, um einen einzigen Menschen f√ľr euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der H√∂lle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde F√ľhrer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schw√∂rt, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schw√∂rt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schw√∂rt, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schw√∂rt, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schw√∂rt, der schw√∂rt bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schw√∂rt, der schw√∂rt bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schw√∂rt, der schw√∂rt beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

Einf√ľhrendes Gebet: Heilige Maria, K√∂nigin des Himmels und der Erde, ich m√∂chte dich um deine F√ľrsprache f√ľr mich und meine Mitmenschen bitten. Der Herr hat dich, die ganz Reine und Makellose, zu unserer K√∂nigin und Mutter gemacht. Sei immer bei uns mit deiner f√ľrsorglichen Liebe und lenke bei dieser Meditation unsere Gedanken und unsere Herzen hin zu Gott.

Bitte: Maria, f√ľhre uns zu deinem Sohn!

1. Harte Worte. Weh euch, ihr Heuchler! Schonungslos geht Jesus mit den Pharis√§ern und Schriftgelehrten ins Gericht. Warum diese harten Worte, wo Jesus doch sonst immer so sanft, barmherzig, r√ľcksichtsvoll ist? Selbst am Kreuz betet er: ‚ÄěVergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‚Äú. Wir d√ľrfen davon ausgehen, dass Jesus auch bei diesen harten Vorw√ľrfen barmherzig ist. Nur scheinbar bedeutet das in dieser Situation, dass er die Pharis√§er klar auf ihre Fehler hinweisen muss. Vor allem die heuchlerische Haltung, sich nach au√üen als so perfekt darzustellen, in Wahrheit aber viel ‚ÄěDreck am Stecken‚Äú zu haben, ist Jesus ein Dorn im Auge. Dazu kommt die stolze, uneinsichtige √úberzeugung, im Recht zu sein, und die Tatsache, dass sie auch andere auf falsche Wege f√ľhren. In einem solchen Fall hilft scheinbar nichts anderes als feurige, klare Worte.

2. Das Gold des Tempels. Wenn man sich die Vorw√ľrfe Jesu genauer ansieht, geht es haupts√§chlich darum, dass die Pharis√§er und Schriftgelehrten nicht mehr den wahren, von Gott offenbarten Glauben verk√ľnden, sondern Menschen f√ľr ihren selbstfabrizierten Glauben gewinnen. Solcher Glaube ist mehr auf Irdisches gerichtet als auf Himmlisches: Das Gold steht √ľber dem Tempel, das Opfer wird wichtiger, als der Altar. Letztlich geht es ihnen nur darum, ihr hohes Ansehen zu bewahren und sich ein Leben in Wohlstand zu sichern. Gott und Glaube sind nur noch Mittel zum Zweck. Sie streben nur noch nach irdischem ‚ÄěGl√ľck‚Äú und befinden sich deshalb auf dem Holzweg. Sie vergessen, dass unser Weg auf Erden nur ein Pilgerweg zur wahren Heimat ist.

3. Wichtiger als alles Irdische. In Wirklichkeit sind Tempel und Altar nat√ľrlich wichtiger als Gold oder Gaben, weil sie auf Gott hinweisen. Er ist es, der die Gaben auf dem Altar heiligt; er erf√ľllt den Tempel mit seiner Gegenwart. Er steht im Zentrum des Glaubens. Das Gro√üartige und Neue der Frohen Botschaft ist, dass sich Gott uns Menschen auf menschliche Weise offenbart, in der Person Jesu Christi. Er ist es, um den es wirklich geht, noch lange vor irgendwelchen Glaubensregeln oder moralischen Vorschriften. Das ist es auch, was die Besonderheit des Christentums ausmacht. In jeder anderen Religion geht es um ein System oder Regeln, wie man zu leben und Gott zu verehren hat. Im Christentum geht es um eine Person, um Jesus, den menschgewordenen Gott; um Gott, der die Liebe ist. Er ist auch unser Vorbild, unser Ideal. Jede Regel, jedes Gebot soll uns nur zeigen, wie wir es ihm gleichtun, ihn nachahmen k√∂nnen.

Gespr√§ch mit Christus: Jesus, sei du die wichtigste Person in meinem Leben. M√∂ge alles, was ich denke, rede und tue, dir zur Freude sein. Hilf mir, dass ich nicht scheinfromm von mir selbst √ľberzeugt bin und mein Gl√ľck in den geschaffenen Dingen suche, sondern bei dir allein. Lass mich streben nach der ewigen Freude bei dir.

M√∂glicher Vorsatz: Ich werde heute pr√ľfen, wie sehr meine W√ľnsche auf Irdisches gerichtet sind, und versuchen, sie auf Dauer mehr auf Jesus zu lenken.


Innere Haltungen

23. August 2016

Dienstag der Einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Rosa von Lima OSD

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Mt 23,23-26
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharis√§er, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und K√ľmmel und lasst das Wichtigste im Gesetz au√üer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde F√ľhrer seid ihr: Ihr siebt M√ľcken aus und verschluckt Kamele. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharis√§er, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Sch√ľsseln au√üen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Ma√ülosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharis√§er! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch au√üen rein.

Einf√ľhrendes Gebet: Guter Gott, du bist die wahre Freude unseres Lebens. Du gibst unserem Dasein einen tieferen Sinn. Hilf uns, nie zu vergessen, dass es sich lohnt, alles aufzugeben, um dich zu gewinnen. Mit dieser Betrachtung m√∂chte ich dir n√§her kommen.

Bitte: Herr, sei mir S√ľnder gn√§dig!

1. Die zentrale Bedeutung des Inneren. Welch sch√∂ne und klare Aussage Jesu: Das Wichtigste im Gesetz sind Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Es geht in erster Linie gar nicht darum, brav den Zehnten abzuliefern oder irgendwelche Regeln oder Gebetszeiten rein √§u√üerlich zu erf√ľllen. Die entscheidenden K√§mpfe im Leben spielen sich n√§mlich in unserem Inneren ab. So ist auch der paradoxe Satz Jesu zu verstehen: ‚ÄěMach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch au√üen rein‚Äú. Wer n√§mlich innerlich und von Herzen gerecht, barmherzig und treu ist, der wird auch √§u√üerlich so handeln. Eine rein √§u√üerliche Erf√ľllung ohne entsprechende innere Haltung ist dagegen so gut wie wertlos. Das Innerliche ist es, was den Menschen ausmacht; zwar unsichtbar und verborgen, aber doch unendlich wertvoll.

2. Gleiche Taten, unterschiedlicher Lohn. Das geht sogar so weit, dass zwei Menschen ein √§u√üerlich v√∂llig identisches Leben f√ľhren ‚Äď gleiche gute und schlechte Taten, gleiche Gebetsverrichtungen, etc. ‚Äď und doch am Ende ihres Leben v√∂llig unterschiedlich von Gott beurteilt werden k√∂nnen. Denn m√∂glicherweise hat der eine bei allen Gebeten und guten Taten doch nur immer an sich selbst gedacht: Ich f√ľhle mich gut dabei, ich bete doch gerne, ich bin eben ein herzensguter Mensch‚Ķ Der andere dagegen hat bei seinen guten Werken die Ehre Gottes und das Wohl seiner Mitmenschen gesucht, ohne auf sich selbst zu achten. Zwischen diesen beiden inneren Haltungen liegt ein himmelweiter Unterschied. Nat√ľrlich d√ľrfen die guten Werke niemals fehlen, aber erst die gute Gesinnung gibt ihnen ihren wahren Wert.

3. Barmherzig und gerecht? Den Geboten Gottes im Alltag treu zu sein, ist alles andere als leicht, aber wir haben wenigstens keine Probleme zu verstehen, was Treue ist. Anders ist es vielleicht mit der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Kann man beides gleichzeitig sein, gerecht und barmherzig? Tats√§chlich widerspricht sich beides nicht, sondern es geh√∂rt zusammen. Zwei Beispiele: Ein Lehrer, der allen Sch√ľlern leistungsunabh√§ngig eine Eins gibt, ist nicht wirklich barmherzig, sondern macht die Note bedeutungslos. Ebenso ist ein Lehrer nicht wirklich gerecht, wenn er einen krankheitsbedingten Ausfall eines Sch√ľlers nicht ber√ľcksichtigt. Ohne Gerechtigkeit wird die Barmherzigkeit lieblos und gleichg√ľltig, und ohne Barmherzigkeit wird die Gerechtigkeit hart und bitter.

Gespr√§ch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du uns immer barmherzig und gerecht beurteilst. Hilf uns, dass auch wir genauso mit unseren Mitmenschen umgehen. Gib uns die Kraft und den Willen, dir immer treu zu sein. Erneuere unser Herz, damit unser Inneres wahrhaft liebevoll und g√ľtig ist, damit wir wie du immer in der Liebe bleiben.

M√∂glicher Vorsatz: Ich will heute versuchen, meine Alltagspflichten bewusst zu erf√ľllen, um Gott eine Freude damit zu machen.


Den Messias finden

24. August 2016

Fest
Hl. Apostel Bartholomäus

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Joh 1,45-51
In jener Zeit traf Philippus Natana√ęl und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, √ľber den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natana√ęl zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natana√ęl auf sich zukommen und sagte √ľber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natana√ęl fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natana√ęl antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der K√∂nig von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Gr√∂√üeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel ge√∂ffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen √ľber dem Menschensohn.

Einf√ľhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erf√ľlle mein Herz mit deinem Licht und deiner Kraft. Lenke meine Gedanken und mein Gebet, damit ich die Zeit der Meditation gut nutze.

Bitte: Jesus, schenke uns eine echte Begegnung mit dir!

1. Wir haben den Messias gefunden! Der Messias war die Hoffnung eines ganzen Volkes. Seit Jahrhunderten schon wartete Israel auf den Befreier, der das Volk in seiner Gr√∂√üe und Macht wiederherstellen sollte. Was muss es doch f√ľr ein besonderes Erlebnis sein, wenn er ausgerechnet im eigenen Leben pl√∂tzlich auftaucht! Wir haben heute leider keine so wache, religi√∂se Erwartung. Eher erwarten wir uns etwas von der Technik oder hoffen aufgrund unserer eigenen M√∂glichkeiten auf eine bessere Zukunft, auf die ein oder andere √Ąnderung im Leben. Wie wichtig w√§re es doch, eine Hoffnung, einen Traum, ein Ideal zu verfolgen, das einen motiviert und dem Leben Richtung gibt. Wieso also nicht die Hoffnung auf das Wirken und die Gegenwart Gottes im eigenen Leben w√§hlen? Der Herr will unser Leben ver√§ndern. Er klopft dauernd an die T√ľr unseres Herzens.

2. Ein Mann ohne Falschheit. Jesus spricht dem Bartholom√§us ein gro√ües Lob aus. Er war ein echter Israelit, lebte also ganz nach den Geboten, und ein Mann ohne Falschheit. Alles, was er tat, war authentisch, es gab nichts Zweideutiges oder Zwiesp√§ltiges in seinem Leben. Diese Ehrlichkeit im Leben ist eine wichtige Voraussetzung, um auf das Kommen des Herrn, auf sein Wirken im eigenen Herzen, vorbereitet zu sein. Und Aufrichtigkeit beginnt bei einem selbst. Wenn ich mir selbst gegen√ľber ehrlich bin, erkenne ich die Dinge an, wie sie sind, bin bereit, die eigenen Fehler einzugestehen. All dies ist n√∂tig, um in der Wahrheit zu bleiben. Und Liebe ohne Wahrheit gibt es nicht.

3. Du bist der Sohn Gottes! Wir wissen nicht, was damals unter dem Feigenbaum geschehen ist. Aber die Tatsache, dass Jesus es wusste, muss Natana√ęl, der auch Bartholom√§us genannt wurde, so beeindruckt haben, dass es ganz spontan aus ihm heraussprudelte: ‚ÄěDu bist der Sohn Gottes, du bist der K√∂nig von Israel!‚Äú Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob man von anderen, etwa von den Eltern, von einem Gl√§ubigen oder durch die Schrift von Jesus geh√∂rt hat, oder ob man Jesus aus eigener Erfahrung und eigenem Erleben als Sohn Gottes erkannt hat. Bitten wir f√ľr uns selbst und f√ľr andere um eine √§hnliche Erfahrung, die das Glaubensleben v√∂llig ver√§ndern kann.

Gespr√§ch mit Christus: Jesus, vor 2000 Jahren hast du dich den Menschen offenbart. Jetzt wandelst du nicht mehr auf Erden, aber auch heute willst du dich uns offenbaren. F√ľr mich und meine Mitmenschen m√∂chte ich dich um eine echte, tiefe, innerliche Erfahrung deiner Liebe bitten, damit wir dir noch authentischer nachfolgen und deine J√ľnger sein k√∂nnen.

M√∂glicher Vorsatz: Ich werde Jesus heute in einem Gebet um Aufrichtigkeit und Selbsterkenntnis bitten.


Die beste Wachsamkeit ist die Nächstenliebe

25. August 2016

Donnerstag der Einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Elvira von Perigord, Märtyrer

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Mt 24,42-51
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J√ľngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses w√ľsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, w√ľrde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit besch√§ftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Verm√∂gens machen. Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anf√§ngt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in St√ľcke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Z√§hnen knirschen.

Einf√ľhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, begleite mich in diesem Gebet. Erleuchte meinen Verstand und mein Herz, damit ich begreife, was du mir mitteilen m√∂chtest. Und st√§rke meine Willenskraft, damit ich das will, was du willst und deine Pl√§ne mit mir unterst√ľtze.

Bitte: Lass die N√§chstenliebe immer unser erstes Ziel sein!

1. Das letzte St√ľndlein. Sterben muss zwar jeder, aber niemand wei√ü, wann genau das sein wird. Das verleitet uns dazu, mit unserer Zeit nachl√§ssig umzugehen. Wenn ich w√ľsste, dass ich nur noch zwei Wochen zu leben h√§tte, w√ľrde ich dann nicht versuchen, alles, was in meinem Leben schief l√§uft, in Ordnung zu bringen? W√ľrde ich mich nicht vers√∂hnen mit den Menschen, die mir wichtig sind? W√ľrde ich nicht m√∂glichst viel Zeit mit den Menschen verbringen, die ich liebe? W√ľrde ich ihnen nicht meine ganze Liebe erweisen und zum Ausdruck bringen? Wenn alles geregelt ist, f√ľhlt man sich doch viel leichter. Wie anders w√ľrden wir leben, wenn wir jeden Tag als den letzten unseres Lebens betrachteten!

2. F√ľr die anderen. Der Knecht aus dem Gleichnis h√§lt sich bereit, wenn er den Auftrag erf√ľllt, den ihm sein Herr gegeben hat. Solange er sich um die Menschen k√ľmmert, die ihm anvertraut sind, ist er auf dem besten Weg. Auch uns sind auf die ein oder andere Weise Menschen anvertraut, um die wir uns k√ľmmern sollen. Sind wir uns dessen bewusst und denken wir auch an sie, oder leben wir allzu oft nur f√ľr uns selbst? Selbstlosigkeit geh√∂rt zum Wesen der Liebe. Sie achtet nicht auf sich selbst, sondern sucht das Gl√ľck des anderen. Jesus Christus ist das beste Beispiel f√ľr jemanden, der v√∂llig selbstvergessen ganz f√ľr andere da ist.

3. Fehler vermeiden? Gutes tun! Jesus hat die Selbstvergessenheit zu einem solchen Extrem getrieben, dass er sogar nach 40 Tagen des Fastens keine Steine in Brot verwandeln wollte. W√§re das eine S√ľnde gewesen? Vielleicht nicht. Aber er hat nie ein Wunder f√ľr sich selbst gewirkt, obwohl das f√ľr ihn ein Leichtes gewesen w√§re. Jesus hat sicher so wenig wie m√∂glich auf sich selbst geachtet, um mehr f√ľr die anderen da sein zu k√∂nnen. Seid wachsam, sagt er uns. Wacht und betet, sagt er am √Ėlberg. Wachen kann nat√ľrlich bedeuten, dass wir versuchen, Fehler zu vermeiden. Aber es geht Jesus um mehr. Wir sollen nicht allein wachen, um Schlechtes zu meiden, sondern um Gutes zu tun! Die beste Wachsamkeit ist die N√§chstenliebe.

Gespr√§ch mit Christus: Gib mir, o Herr, ein wachsames Herz, das allezeit in der Liebe zu dir und zum N√§chsten bleibt, ein edles Herz, das durch keine unw√ľrdigen Leidenschaften beschmutzt wird, ein aufrichtiges Herz, das kein schlechtes Streben auf Abwege f√ľhren kann, ein starkes Herz, das keine Tr√ľbsal beugt, ein freies Herz, das sich von keiner b√∂sen Macht beherrschen l√§sst.

M√∂glicher Vorsatz: Ich werde heute etwas in Angriff nehmen, das ich schon lange vor mich her schiebe und es in Ordnung bringen.


Der Auftrag der Liebe

26. August 2016

Freitag der Einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor von Utrecht OSB, Abt

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Mt 25,1-13
In jener Zeit erz√§hlte Jesus seinen J√ľngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Br√§utigam entgegengingen. F√ľnf von ihnen waren t√∂richt, und f√ľnf waren klug. Die t√∂richten nahmen ihre Lampen mit, aber kein √Ėl, die klugen aber nahmen au√üer den Lampen noch √Ėl in Kr√ľgen mit. Als nun der Br√§utigam lange nicht kam, wurden sie alle m√ľde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber h√∂rte man pl√∂tzlich laute Rufe: Der Br√§utigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die t√∂richten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem √Ėl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder f√ľr uns noch f√ľr euch; geht doch zu den H√§ndlern und kauft, was ihr braucht. W√§hrend sie noch unterwegs waren, um das √Ėl zu kaufen, kam der Br√§utigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die T√ľr wurde zugeschlossen. Sp√§ter kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Einf√ľhrendes Gebet: Herr, lass uns zu den Menschen geh√∂ren, die f√ľr immer mit dir im Hochzeitssaal sind. Lehre uns, klug zu sein und dein Kommen zu erwarten.

Bitte: Gie√üe deine Liebe in unsere Herzen ein!

1. Liebe hat mit kluger Vorsorge zu tun. Wie schon im gestrigen Evangelium geht es auch heute um das ewige Leben. F√ľr die einen wird es sein wie die Teilnahme an einer riesigen Hochzeitsparty, die anderen werden damit konfrontiert, dass sie etwas Gro√üartiges nicht nur verpassen, sondern f√ľr immer davon ausgeschlossen sind. Zu welcher der beiden Gruppen man geh√∂rt, h√§ngt davon ab, ob man vorgesorgt und √Ėl gekauft hat oder nicht. Das √Ėl steht im Gleichnis f√ľr die Liebe. Deswegen gibt auch keine der klugen Jungfrauen etwas von ihrem Vorrat ab. Diese Art von Vorrat l√§sst sich nicht teilen. Aber es ist sehr einfach, sich den Vorrat selbst zu erwerben. Lieben und f√ľr andere da sein kann jeder.

2. Bedeuten mir die anderen etwas? Trotzdem wundert man sich dar√ľber, wie die Jungfrauen miteinander umgehen. H√§tten die Klugen nicht wenigstens ein bisschen hilfsbereiter sein oder die anderen zumindest auf das Problem hinweisen k√∂nnen? Im Gleichnis ist daf√ľr keine Zeit. Aber wir haben sehr viel Zeit zur Verf√ľgung, um andere auf den Weg zu bringen. Das ganze Wirken Jesu war beseelt von einem brennenden Eifer, allen Menschen die Frohe Botschaft zu bringen. Er war erf√ľllt von Liebe, die sich sorgt um das ewige Heil aller Menschen. Wer wirklich liebt, dem ist nicht egal, was einmal aus den anderen wird, sondern er tut alles, um die anderen dazu zu bewegen, dass auch sie dieses √Ėl vorr√§tig haben.

3. Mission Liebe. Tats√§chlich hat jeder Christ mit der Taufe den Auftrag bekommen, anderen Menschen die frohe Botschaft mitzuteilen. Wer das schon einmal versucht hat, der wei√ü, wie schwer oder fast unm√∂glich das ist. Wer ist schon offen f√ľr den Glauben? Wie soll man jemals die ganzen Vorurteile √ľberwinden? Aber zur Zeit Jesu war es nicht viel anders. Auch damals haben sich die Leute Jesus nicht zugewandt, weil er die besseren Argumente hatte. Sie haben sich von ihm geliebt und angenommen gef√ľhlt. Sie haben gemerkt, dass sie f√ľr ihn wertvoll waren. Hier beginnt auch unser Auftrag. Unsere Mitmenschen sollen sich von uns geliebt und angenommen f√ľhlen. Sie sollen merken, dass wir sie anders behandeln als andere. An unserem Umgang mit ihnen sollen sie sp√ľren, dass sie eine W√ľrde und einen besonderen Wert besitzen. Liebe ist es, die die Herzen der Menschen √∂ffnet, nicht Vernunftargumente.

Gespr√§ch mit Christus: Jesus, die Liebe zu Gott und zu unserem N√§chsten ist dein wichtigstes Gebot. Gib, dass dieses Wissen von unserem Verstand ins Herz hinabsinkt, damit diese Liebe zur Priorit√§t in unserem ganzen Leben wird. Gie√üe deine Liebe in unsere Herzen ein, damit wir f√§hig werden zu lieben, wie du geliebt hast.

M√∂glicher Vorsatz: Ich werde heute jemanden so behandeln, dass er sich wertvoll f√ľhlt.


Unglaublich talentiert

27. August 2016

Gedenktag
Hl. Monika, Mutter des hl. Augustinus

P. Bertalan Egerv√°ri LC

Mt 25,14-30
In jener Zeit erz√§hlte Jesus seinen J√ľngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Verm√∂gen an. Dem einen gab er f√ľnf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen F√§higkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der f√ľnf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch f√ľnf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zur√ľck, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die f√ľnf Talente erhalten hatte, brachte f√ľnf weitere und sagte: Herr, f√ľnf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch f√ľnf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein t√ľchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine gro√üe Aufgabe √ľbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein t√ľchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine gro√üe Aufgabe √ľbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht ges√§t hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht ges√§t habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. H√§ttest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann h√§tte ich es bei meiner R√ľckkehr mit Zinsen zur√ľckerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im √úberfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die √§u√üerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Z√§hnen knirschen.

Einf√ľhrendes Gebet: Guter Gott, ich will dir aufs Neue mein ganzes Leben schenken. Ich vertraue darauf, dass alles, was du lenkst, zu einem guten Ende kommt. Hilf mir dabei, die Talente, die du mir gegeben hast, nach deinem Willen zu vermehren.

Bitte: Lass uns gute Verwalter deiner Talente sein!

1. Verglichen mit dir. Es ist nur allzu menschlich, dass wir uns immer wieder mit anderen vergleichen. Schneiden wir besser ab als die anderen, kommt wie automatisch in uns die Versuchung zum Stolz auf. Im umgekehrten Fall k√∂nnten wir deprimiert oder neidisch sein. Der Vergleich mit anderen f√ľhrt eigentlich nie zu etwas Gutem. √úbrigens, der erste Mensch, der sich mit einem anderen verglichen hat, war Kain. Er wurde neidisch, weil Abel ein besseres Opfer dargebracht hatte‚Ķ Dabei geht es im Leben doch gar nicht darum, besser zu sein, als die anderen. In dem Fall k√∂nnte nur einer gewinnen und alle anderen w√ľrden verlieren. Zum Gl√ľck reicht es, wenn jeder einfach versucht, das Beste aus seinen M√∂glichkeiten zu machen.

2. Wenn ich schwach bin‚Ķ Im Gleichnis bekommen die Diener unterschiedlich viele Talente, jeder nach seinen F√§higkeiten. Ich selbst m√∂chte in dem Gleichnis nat√ľrlich der mit den f√ľnf Talenten sein. Er hat am Anfang das meiste, am Ende das meiste, und erh√§lt sogar noch das Talent vom faulen Diener dazu. In Wirklichkeit aber wissen wir nicht genau, wie wir vom Herrn ausgestattet wurden. Mit zwei Talenten, mit f√ľnf, vielleicht sogar mit zehn? Oft denken wir, andere sind offensichtlich viel talentierter als wir. Aber sind die sichtbaren Talente denn die wichtigen oder die einzigen? Vielleicht sind gerade unsere Schw√§chen die wahren Talente. Wieso? Wo wir eine St√§rke haben, schaffen wir alles ganz gut alleine. Hingegen da, wo wir unsere Schwachpunkten haben, bitten wir den Herrn viel eher um seine Hilfe. Und sicherlich haben die Dinge, die wir mit dem Herrn tun, einen gr√∂√üeren √ľbernat√ľrlichen Wert. Wenn wir schwach sind, dann sind wir stark.

3. Demut. Mit der Tugend der Demut vermeiden wir viele Probleme, die wir uns selbst einbrocken k√∂nnten. Wer dem√ľtig ist, der kennt die eigene Schw√§che. Er wei√ü, dass er ohne die Gnade Gottes zu jedem Verbrechen f√§hig w√§re. F√ľr ihn ist klar, dass Gott immer dabei sein muss. Umgekehrt wei√ü der dem√ľtige Mensch, dass er ein geliebtes Kind Gottes ist, dass er gut geschaffen ist, und dass er nicht aus eigener Kraft die Welt zu retten braucht. Er ist sich bewusst, dass er viele Fehler begeht, aber auch, dass die Barmherzigkeit Gottes viel gr√∂√üer ist. Er hat sich selbst angenommen mit allen Fehlern und Schw√§chen und hat es nicht n√∂tig, sich mit anderen zu vergleichen. Es lohnt sich, an der eigenen Demut zu arbeiten. Sie ist Quelle eines tiefen inneren Friedens.

Gespr√§ch mit Christus: Herr, aus Liebe hast du mich geschaffen. Es ist gut, so wie ich bin, mit allen meinen St√§rken und Schw√§chen. Nicht alles, was ich tue, ist gut, aber du bist immer bereit zu vergeben. Hilf mir, mich ganz anzunehmen. Schenke mir eine tiefe Demut, die immer in der Wahrheit bleibt. Danke f√ľr all die Talente, die du mir gegeben hast.

M√∂glicher Vorsatz: Ich werde heute einen schlichten, dem√ľtigen Dienst verrichten.