Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 17. MĂ€rz 2019 bis Samstag 23. MĂ€rz 2019

Zweite Woche in der Fastenzeit

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Auf die PlÀtze, fertig, los!Sonntag
Christus lebt in mirMontag
Du bist mein Vater; ich bin dein KindDienstag
DEIN Reich komme! Mittwoch
Liebe auf den zweiten BlickDonnerstag
Grenzenlose LiebeFreitag
Unglaublich, aber wahr Samstag


Auf die PlÀtze, fertig, los!

17. MĂ€rz 2019

Zweiter Fastensonntag (Reminiscere)
Hl. Gertrud von Nivelles OSB, Äbtissin
Hl. Patrick von Irland, Missionar

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 9,28b-36
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und wĂ€hrend er betete, verĂ€nderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei MĂ€nner mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfĂŒllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei MĂ€nner, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei HĂŒtten bauen, eine fĂŒr dich, eine fĂŒr Mose und eine fĂŒr Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. WĂ€hrend er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwĂ€hlter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die JĂŒnger schwiegen jedoch ĂŒber das, was sie gesehen hatten, und erzĂ€hlten in jenen Tagen niemand davon.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vor wenigen Tagen haben wir die Fastenzeit begonnen, eine Zeit der Umkehr. Doch was ist Umkehr? Umkehr bedeutet, dir, Herr, das Herz zuzuwenden, dir die erste Stelle in meinem Leben zu geben, vollkommener auf deine Liebe zu vertrauen. Öffne mir jetzt mein Herz und meinen Verstand, dass du in mir wirken kannst.

Bitte: Jesus, du bist mein Herr. Zeige mir, wie dein Herz ist, dass ich dich mehr lieben kann und dir voll Vertrauen nachfolge.

1. Wo sind wir? Mit der VerklĂ€rung des Herrn beginnt im Lukasevangelium der Weg Jesu nach Jerusalem, hin zu seinem Ende. Er weiß, was ihn erwartet. Doch seine Liebe zum Vater treibt ihn an, weiterzugehen. Der Weg Jesu ist auch der Weg seiner JĂŒnger. Er hat einen ganz eigenen Plan fĂŒr jeden einzelnen seiner Nachfolger. Petrus, Jakobus und Johannes dĂŒrfen in der VerklĂ€rung seine Herrlichkeit schon vor der Auferstehung betrachten.

2. Wo bin ich? Ich darf mich heute in diese Szene hineinversetzen und den Herrn bitten, mich dorthin zu stellen, wo er will. Ich darf mit den JĂŒngern den Berg besteigen, mich zu ihnen setzen und sehen, wie sie vor MĂŒdigkeit einschlafen, genauso wie spĂ€ter auf einem anderen Berg, dem Ölberg
 Ist das hier nicht schon ein Zeichen?Vielleicht lĂ€sst mich der Herr auch sehen, wie er sich ins Gebet vertieft und wie sich seine Gestalt nach und nach verĂ€ndert. Vielleicht lĂ€sst er mich sogar die Worte hören, die er mit Mose und Elija spricht. Vielleicht lĂ€sst er mich auch einfach nur neben ihm sein und seine Gegenwart genießen.

3. Der Weg beginnt. Ich kann auch betrachten, wie der Herr mit seinen JĂŒngern den Berg hinabsteigt. Man könnte meinen, dass nichts geschehen ist und doch ist alles anders. Die drei Begleiter verstehen nicht, was das alles zu bedeuten hat. Sie behalten es einfach in ihrem Herzen. Sie mĂŒssen erst noch einen langen Weg in der Schule des Meisters gehen, bevor sie vom Heiligen Geist erfĂŒllt, alles verstehen, was der Herr sie gelehrt hat.Auch ich darf die Erfahrung des heutigen Gebets in meinem Herzen aufbewahren und voll Vertrauen mit Jesus diese Fastenzeit durchschreiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, Jesus, ich ĂŒbergebe mich dir ganz. Du schenkst mir die Gnade, neu an deine Liebe zu glauben und dir in diesem Vertrauen auf deinem Weg zu folgen.

Möglicher Vorsatz: Ich stelle Jesus diese Fragen: Herr, was willst du heute von mir? Wohin willst du mich fĂŒhren? Ich will mit dir gehen und dir treu folgen. LĂ€dst du mich dazu ein? Bedeutet das etwas Konkretes in meinem Leben?


Christus lebt in mir

18. MĂ€rz 2019

Montag der zweiten Woche der Fastenzeit
Hl. Cyrill von Jerusalem, Bischof

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 6,36-38
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehĂ€uftem, ĂŒberfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich will dir begegnen. Du lĂ€dst mich ein, nicht nur gut, sondern heilig zu sein. Deshalb willst du mir zeigen, nicht nur zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sondern auch die Grade des Guten zu erkennen und immer das zu tun, was die wahre Liebe mich lehrt.

Bitte: Jesus, du bist mein Herr. Zeige mir, wie dein Herz ist, dass ich dich und meine Mitmenschen mehr lieben kann und dir so voll Vertrauen nachfolge.

1. Passt euch nicht dieser Welt an. Wer Jesus nachfolgen will, weiß, dass er ein neues Leben beginnt, das uns das wahre GlĂŒck schenkt, aber auch Umkehr verlangt. In unserem Herzen findet ein Kampf zwischen Gut und Böse statt. Schon der heilige Paulus schreibt deswegen, dass wir zwar oft das Gute sehen und es tun wollen, aber dann doch das Schlechte tun, das wir nicht wollen. Die JĂŒnger Christi haben von Anfang an erfahren, dass das Christsein zu etwas GrĂ¶ĂŸerem einlĂ€dt. Die Welt verspricht VergnĂŒgen; Christus wahre, tiefe Freude. Deshalb zeigt er uns, wie wir in der Welt leben können, ohne uns der Welt anzupassen.

2. Neu geboren. Die Taufe hat uns schon zu neuen Menschen gemacht. Wir erfahren zwar den eben beschriebenen Kampf in uns, aber Christus hat schon in uns gesiegt. Es ist unsere erste Aufgabe, ihn darum zu bitten, uns zu diesem neuen Menschen zu machen. Er kann und will das Gute in uns vollbringen.Ich will meine HĂ€nde zum Zeichen der Armut öffnen und den Heiligen Geist bitten, dass er mir mit seiner Kraft behilflich ist. Das ist Umkehr: Zulassen, dass der Herr wirklich der Herr meines Lebens ist. Und zu diesem Zweck gehe ich zur Quelle des neuen Lebens.

3. Das Maß der Liebe. Jesus schenkt uns durch seine Gegenwart ein neues Herz, das die Welt und unsere Mitmenschen mit neuen Augen sieht. Es ist ein Herz, das nach und nach erkennt, dass nur jene Gerechtigkeit wahrhaftig ist, die mit dem Maßstab der Liebe misst. Deshalb können wir ohne die göttliche Liebe nicht gerecht richten.

GesprĂ€ch mit Christus: Komm, Heiliger Geist. Sieh auf mein schwaches Herz. Mach mich neu. ErfĂŒlle mich mit deiner Gegenwart.

Möglicher Vorsatz: Ich will dieses Gebet immer wieder wiederholen. Es soll mir mein Herz öffnen, damit du, Jesus, immer mehr in mir lebst, arbeitest und betest.


Du bist mein Vater; ich bin dein Kind

19. MĂ€rz 2019

Hl. Josef, BrÀutigam der Gottesmutter Maria
Hochfest

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 1, 16.18-21.24a
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. WĂ€hrend er noch darĂŒber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fĂŒrchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebĂ€ren; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen SĂŒnden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, du schenkst mir den heiligen Josef als Schutzpatron und Vater. Er soll mir Beispiel wahrer Heiligkeit sein. Ich will auf sein Leben schauen, um dein Wirken zu sehen, dich zu preisen und seine Hilfe fĂŒr meine Heiligkeit und die meiner Familie zu erbitten.

Bitte: Jesus, du hast dir den heiligen Josef als NĂ€hrvater erwĂ€hlt. Zeige mir die GrĂ¶ĂŸe seines Herzens, dass ich ein bisschen mehr wie er lebe und dir so enger nachfolgen kann.

1. Stille. Wie viel, oder besser gesagt, wie wenig LĂ€rm hatte wohl der heilige Josef in seinem Herzen? Der Herr konnte ihn als sein Werkzeug benutzen, weil er nicht voll von eigenen PlĂ€nen, Gedanken oder TrĂ€umen war, die ihm die Stille raubten. Sie ist notwendig, um Gottes Stimme zu hören. Diese innige Vereinigung mit dem Herrn machte ihn zu einem gerechten, heiligen Mann, dessen Maßstab mehr als bloße Gerechtigkeit die Liebe war.

2. Gebet. Josefs Stille war aber nicht einfachhin leer. Sie war vielmehr erfĂŒllt von der Gegenwart Gottes. Das ist der Grund und die Voraussetzung, um Seine Stimme zu hören, die auch mich heute bei meinem Namen nennt und mir sagt: FĂŒrchte dich nicht! Es gibt kein innigeres Gebet als diese Begegnung mit meinem liebenden Vater.

3. Vertrauen Wer weiß, dass er geliebt ist, lebt ein neues Leben und sieht die Welt mit neuen Augen. So auch Josef. Die tröstenden Worte, die der Herr ihm in der Stille des Gebets geschenkt hatte, gaben ihm die Sicherheit, dass der Herr bei ihm war und ihm helfen wĂŒrde, immer das Richtige zu tun, ja, nach Seinem Willen und in Seiner innigen Umarmung zu leben.

GesprĂ€ch mit Christus: â€žMein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.“ (Gebet des heiligen Charles de Foucauld)

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich wieder einmal ganz bewusst das Vaterunser beten und jenes Wort im Herzen wiederholen, das mich besonders berĂŒhrt.


DEIN Reich komme!

20. MĂ€rz 2019

Mittwoch der zweiten Woche der Fastenzeit
FrĂŒhlingsanfang

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 20,17-28
In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf JĂŒnger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ĂŒbergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Damals kam die Frau des ZebedĂ€us mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dĂŒrfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, fĂŒr die mein Vater diese PlĂ€tze bestimmt hat. Als die zehn anderen JĂŒnger das hörten, wurden sie sehr Ă€rgerlich ĂŒber die beiden BrĂŒder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrĂŒcken und die MĂ€chtigen ihre Macht ĂŒber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld fĂŒr viele.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist Gott und Mensch. Du verstehst die SehnsĂŒchte meines Herzens und die Angst, allein, verlassen, gedemĂŒtigt und erniedrigt zu sein. Trotz allem bist du diesen Weg voll Vertrauen gegangen. Deine Liebe war grĂ¶ĂŸer als alle widerstrebenden GefĂŒhle, WĂŒnsche oder Gedanken. Du bist gekommen, um zu dienen und so dein Leben hinzugeben.

Bitte: Jesus, du bist mein Herr. Zeige mir, wie dein Herz ist, dass ich dich mehr lieben und dir voll Vertrauen auf deinem Weg der Erniedrigung nachfolgen kann.

1. Auf dem Weg nach Jerusalem. Der Weg nach Jerusalem wird in der biblischen Sprache oft als Aufstieg beschrieben: hinauf zum Berge des Herrn. Auch Jesus steigt hinauf. Seine Stunde ist gekommen, nicht die Stunde des weltlichen Triumphs, wie es die Menschen erwarten, sondern des Leidens und des Hinaufsteigens ans Holz des Kreuzes. In dieser Erniedrigung wird seine unendliche GrĂ¶ĂŸe sichtbar.

2. Wer ist groß in den Augen der Welt? Es ist sehr menschlich, sich davor zu schĂŒtzen, schwach oder hilflos dazustehen. Wer in der Welt hoch hinaus will, muss stĂ€rker sein als andere, egal um welchen Preis. Das kann auch in meinem Herzen ganz klein beginnen. Wir vergleichen uns oft mit unseren Mitmenschen und lassen so zu, dass unser Herz langsam mit Neid und falscher Bewunderung vergiftet wird und stirbt. Manchmal scheint es, als gĂ€be es einen dauernden Konkurrenzkampf, als mĂŒsse jeder fĂŒr sich kĂ€mpfen, um besser oder stĂ€rker zu sein als andere. Doch die Leere im Herzen wird dabei nur umso grĂ¶ĂŸer


3. Wer ist groß in den Augen des Herrn? Jesus lehrt uns einen ganz anderen Weg: „Wer groß sein will, soll der Diener aller sein. Wer versucht, sein eigenes Leben zu retten, wird es verlieren.“ – Der Herr verspricht uns ein Leben in FĂŒlle. Sie kann nur von der Liebe kommen. Doch was ist wahre Liebe? Wir können die Antwort finden, indem wir das Leben Jesu betrachten, seinen Weg nach Jerusalem. Wir können auch an die Liebe einer Mutter denken, die alles tut, sich selbst sogar vergisst, um ihr Kind glĂŒcklich zu sehen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deine Liebe zu mir ist so unendlich groß. Ich kann sie nicht fassen. Ich brauche diese Erfahrung so sehr, um mich selbst vergessen zu können und zum Diener meiner Mitmenschen zu werden. Deine Herrschaft ist nicht von dieser Welt, aber gerade so kann sie die Herzen der Menschen wahrhaft verwandeln.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute ganz besonders aufmerksam darauf sein, dass alles, was ich tue, deinem Reich dient und nicht mir selbst. Du bist mein König! DEIN Reich komme!


Liebe auf den zweiten Blick

21. MĂ€rz 2019

Donnerstag der zweiten Woche in der Fastenzeit

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 16,19-31
In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag fĂŒr Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der TĂŒr des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller GeschwĂŒre war. Er hĂ€tte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen GeschwĂŒren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kĂŒhlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafĂŒr getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unĂŒberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fĂŒnf BrĂŒder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht ĂŒberzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Jesus, ich bin oft mit mir selbst beschĂ€ftigt. Ich verschließe mein Herz fĂŒr die Nöte meiner Mitmenschen. Es scheint manchmal einfacher zu sein, die Augen geschlossen zu halten. Aber in meinem Herzen verspĂŒre ich eine Sehnsucht nach mehr.

Bitte: Jesus, lehre mich, was wahre Liebe ist. Schenke mir diese Gnade und mach mich bereit, sie anzunehmen.

1. Mein Leben in deinen Augen. Manchmal sehe ich mein Leben und es kommt mir so vor, als ob folgender sympathischer Satz gelte: Jeder denkt an sich, nur ich denke an mich.So hat der reiche Mann des heutigen Evangeliums gelebt. Ist es wirklich nicht christlich, an sich selbst zu denken? Wir wissen, dass der Herr davon ausgeht, dass wir uns selbst lieben: „Liebe deinen NĂ€chsten wie dich selbst.“ – Ein Befehl, der die gesunde Eigenliebe voraussetzt. Was bedeutet das also? Jesus lĂ€dt uns ein, den NĂ€chsten so zu lieben, wie wir uns selbst lieben oder selbst gerne von anderen geliebt werden wĂŒrden. Wir mĂŒssen in allem nur das rechte Maß finden.

2. Ich bin nicht allein. Der Mensch findet sich selbst nur in der Begegnung mit einem anderen Menschen ganz. Eine Mutter zeigt ihrem Kind, was ihm fehlt. Sie gibt seinem Weinen Bedeutung: Hunger, MĂŒdigkeit, Schmerz
 So lernen wir, wie wir sind und was in uns vorgeht. Das heutige Evangelium lĂ€sst uns einen Schritt tiefer gehen. Es zeigt uns, dass wir in erster Linie dazu berufen sind, einander zu dienen. Unsere Eigenliebe erkennen wir zum Beispiel daran, dass niemand wissentlich sein Leben einfach so verlieren will, aber unsere tiefsten Ressourcen erkennen wir, wenn es darum geht, dem Ehepartner, dem eigenen Kind, den Geschwistern – einer geliebten Person schlechthin – Gutes zu tun, denn dann scheuen wir oft keine Anstrengung, um sie glĂŒcklich zu machen.

3. Ich glaube. Es geht also darum, mit den FĂŒĂŸen auf der Erde, aber mit dem Blick auf die Ewigkeit zu leben; es geht darum, zu glauben. Doch ist der Glaube zugleich ein Geschenk und eine Entscheidung, Geschenk, weil der Herr uns diese Personen, Situationen und Erfahrungen schenkt, ohne etwas von uns zu verlangen, Entscheidung, weil wir frei sind, auf Mose und die Propheten zu hören, das heißt diese Geschenke anzunehmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Du zeigst mir, wie dein Herz ist. Ich will, dass mein Herz dem deinen Ă€hnlich ist, dass ich dich und meine Mitmenschen mehr lieben kann. Verwandle es.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich versuchen, mich selbst und meine Mitmenschen mit den Augen Jesu zu betrachten und dementsprechend zu leben.


Grenzenlose Liebe

22. MĂ€rz 2019

Freitag der zweiten Woche in der Fastenzeit
Sel. Clemens August Kardinal Graf von Galen

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 21,33-43.45-46
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den FrĂŒchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prĂŒgelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die FrĂŒchte abliefern, wenn es Zeit dafĂŒr ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten FrĂŒchte bringt. Als die Hohenpriester und die PharisĂ€er seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hĂ€tten ihn gern verhaften lassen; aber sie fĂŒrchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn fĂŒr einen Propheten hielten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott ist groß, majestĂ€tisch und doch ist er nicht weit weg. „Wo ist ein Volk, dessen Gott ihm so nahe ist, wie uns unser Herr?“ – So hat es das Volk Israel ausgedrĂŒckt.Herr, du bist einfach unglaublich. Du bist mir innerlicher als mein Innerstes. Das hat auch schon der heilige Augustinus erfahren.

Bitte: Mein Gott, du bist mein Herr. Öffne dein Herz fĂŒr mich. Zeige mir, wie du bist, dass ich dich mehr lieben kann und mich dir voll Vertrauen ĂŒbergebe.

1. Der Gutsbesitzer. Die Art uns Weise, wie der Gutsbesitzer mit seinem Weinberg umgeht, zeigt uns, wie sein Herz ist. Schon der Prophet Jesaja spricht vom Volk Israel als dem Weinberg des Herrn. Er pflegt seinen Besitz, wie der Mann des heutigen Evangeliums. Er tut alles, dass die Reben FrĂŒchte tragen. Er will, dass nichts und niemand ihnen Schaden zufĂŒgen kann. Jesaja lĂ€sst den Herrn sogar ausrufen: „Was konnte ich noch fĂŒr meinen Weinberg tun, dass ich nicht fĂŒr ihn tat?“ Das ist unser Gott. Das ist unser Vater. Das ist seine Liebe. Ich kann sie durch diese Worte und durch diese Szene, die mir das Evangelium schenkt, betrachten.

2. Der Sohn. Der Sohn spricht kein einziges Wort in der Bibelstelle. Er lĂ€sst sich von seinem Vater senden. Dabei kommt mir das Wort des Herrn in den Sinn, als er seine JĂŒnger aussendet und ihnen sagt: Seht, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe. War das nicht auch das Leben Jesu, sein Leidensweg? Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Der Vater weiß, was seinem Sohn droht, doch er scheut nichts, um seinen Weinberg zu schĂŒtzen. Er konnte nicht mehr fĂŒr uns tun.

3. Das Reich Gottes. Wir sind das Reich des Herrn. Unser Herz ist sein Weinberg. Mit unserem Leben dĂŒrfen wir dem Herrn dienen und ihm helfen, dass sein Reich weiter ausgebreitet wird. Es geht darum, ihn als unseren König anzuerkennen, an seine Liebe zu glauben und dementsprechend zu leben. Er will uns zu seinen Mitarbeitern machen, dass viele Menschen seine Liebe erfahren.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, deine Liebe ist so groß. Es ist nicht immer einfach fĂŒr mich, daran zu glauben. Doch ich weiß, dass du mir so viele kleine Zeichen tagtĂ€glich schenkst. Du bist so gut. Ich kann nur niederknien und dich dankbar anbeten.

Möglicher Vorsatz: Heute kann ich öfter dieses kleine Stoßgebet sprechen: Jesus, nichts ohne dich, nichts ohne uns.


Unglaublich, aber wahr

23. MĂ€rz 2019

Samstag der zweiten Woche in der Fastenzeit
Hl. Turibio von Mongrovejo, Bischof

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 15,1-3.11-32
In jener Zeit kamen alle Zöllner und SĂŒnder zu Jesus, um ihn zu hören. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten empörten sich darĂŒber und sagten: Er gibt sich mit SĂŒndern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzĂ€hlte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jĂŒngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jĂŒngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort fĂŒhrte er ein zĂŒgelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot ĂŒber das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem BĂŒrger des Landes und drĂ€ngte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum SchweinehĂŒten. Er hĂ€tte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versĂŒndigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und kĂŒsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versĂŒndigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein Ă€lterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die NĂ€he des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du fĂŒr ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt mĂŒssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir fĂŒr diese Worte, die du uns geschenkt hast. Sie sprechen immer wieder neu zu mir. Bereite jetzt mein Herz, dass du in mir wirken kannst, was du willst. Ich öffne mich ganz deinem Wirken.

Bitte: Jesus, ich komme wie ein Bettler vor dich. Zeige mir, wie dein Herz ist. Zeige mir deine Liebe, dass ich dich mehr lieben kann und dir voll Vertrauen nachfolge.

1. Die SĂŒnder sind bei Jesus willkommen. Ich kann mich unter die Menge mischen, die an jenem Tag zu dir kam, um deine Worte zu hören. Es sind viele Menschen, MĂ€nner, Frauen, Kinder, Junge und Alte, Reiche und Arme und vor allem viele SĂŒnder, Menschen, die nicht wertgeschĂ€tzt sind. Ich kann die Sehnsucht in ihren Augen sehen, Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit, Sehnsucht nach Gott. Sie alle sind bei dir willkommen. Doch die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten empören sich darĂŒber. Du beginnst zu sprechen.

2. Der stille Leidensweg des Vaters. â€žVater, gib mir mein Erbteil.“ Harte Worte. Ein Sohn wĂŒnscht seinem Vater den Tod. Der Vater schweigt. Er tut, was sein Sohn verlangt. Der stille Leidensweg beginnt. Der Vater weiß nicht, was mit seinem Kind geschehen wird, aber er weiß, dass er seinen eigenen Weg gehen will.So ist es auch. Wie schmerzhaft war die Zeit des Wartens fĂŒr diesen Vater; Tage, Wochen, Jahre. Er konnte nur erahnen, wie es seinem Sohn ging. Doch die Hoffnung blieb wie eine kleine Flamme wach in seinem Herzen. Er hatte seinen Kindern all seine Liebe gezeigt. Er wusste, dass sie sie erfahren hatten.

3. Freude ohne Grenzen. Sein Herzschlag wurde schneller, als er eine graue Figur am Horizont erblickte. War er es? War das möglich? Ja. Nein. Doch. Es war sein verlorener Sohn! Er kam zurĂŒck! Jetzt gab es keine Trauer mehr. Der Schmerz war vergessen. Sein Herz quoll vor Freude ĂŒber: „Jetzt mĂŒssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ Es gibt keine grĂ¶ĂŸere Freude fĂŒr einen Vater oder fĂŒr eine Mutter, als nach langem Bangen das eigene Kind gesund zurĂŒckzugewinnen.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, das ist also dein Herz. So liebst du mich, dein Kind. Unglaublich, aber wahr. Erst jetzt erfahre ich wieder neu, wie sehr ich diese Liebe brauche. Ich danke dir.

Möglicher Vorsatz: Ich will den heutigen Tag voller Dankbarkeit fĂŒr Gottes Liebe mir gegenĂŒber leben.