Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 03. MĂ€rz 2019 bis Samstag 09. MĂ€rz 2019

Achte Woche im Jahreskreis

P. Thomas Fox LC

Eine Augen-OPSonntag
ÜberraschungenMontag
Gib mir dein kleines Vermögen!Dienstag
Gottes DemutMittwoch
Wirklich nach oben blickenDonnerstag
Die rechte Antwort suchenFreitag
Jesus, Arzt meiner Seele! – Hole auch mich abSamstag


Eine Augen - OP

3. MĂ€rz 2019

Achter Sonntag im Jahreskreis

P. Thomas Fox LC

Lk 6,39-45
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Kann ein Blinder einen Blinden fĂŒhren? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Der JĂŒnger steht nicht ĂŒber seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, wĂ€hrend du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte FrĂŒchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute FrĂŒchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen FrĂŒchten: Von den Disteln pflĂŒckt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus. Ruhig und gelassen möchte ich heute dein Wort hören. Lass es in mir erklingen ohne Nebenschwingungen, einsam und klar. Keine Furcht soll aufkommen vor deinem Licht, selbst wenn es auf meine Schattenseiten fĂ€llt. Lass mich betrachten, was „ist“, und es nicht mit LĂ€rm ĂŒbertĂŒnchen oder davor Reißaus nehmen.

Bitte: Herr, bitte eine Augen - OP!

1. Ein Auge voller GĂŒte. Am Apollotempel von Delphi befand sich die Inschrift: „Erkenne dich selbst“. Und auch im heutigen Evangelium lĂ€dt uns der Herr zur SelbstprĂŒfung ein. DafĂŒr stehen uns zwei physische Augen und die beiden Augen von Herz und Verstand
 sowie die Augen anderer zur VerfĂŒgung. Allerdings sind diese Augen nur dann wirklich segensreich, wenn sie geĂŒbt sind, mit Gottes Blick – dem Blick der Liebe und Barmherzigkeit – zu beurteilen und zu sehen. Denn die Wahrheit ist nicht einfach kĂŒhl und berechnend. Man könnte sagen, sie hat Herz, denn sie ist warm und fĂŒrsorglich, eben eine Person: Jesus Christus. Im Stundenbuch heißt es dazu in einem Hymnus: „Ein Auge schaut auf uns herab, das ĂŒber unsrem Leben wacht: Es sieht voll GĂŒte unser Tun vom frĂŒhen Morgen bis zur Nacht.“

2. Die PrĂŒfung: Schieflage? Herr, du sagst es mit Leidenschaft: „Wie kannst du
?“, „du Heuchler!“, – klagst also einen Missstand an. Trifft das auf mich zu?Und: Meinst du das eigentlich im Ernst, ein ganzer „Balken“ im Auge? – Die geistliche Schieflage, in die wir geraten können, ist tatsĂ€chlich groß, manchmal ĂŒbergroß. Ich denke an so manche Äußerung von mir, die zwar vernĂŒnftig, aber lieblos war. Ist Lieblosigkeit in den Augen des Herrn nicht ein schlimmes Übel? Um gar nicht erst von Situationen zu sprechen, in denen zwei StreithĂ€hne sich die Argumente wie Ping-Pong-BĂ€lle um die Ohren schlagen. Wie könnten sie zu einer korrekten Diagnose gelangen? Leidenschaft hilft nicht sehr, die Situation ins Visier zu bekommen und gut zu ĂŒberschauen. Nur wenn die Wasser still und klar sind, ist der Blick ungetrĂŒbt. Herr, so bitte ich dich noch einmal um einen Blick voller GĂŒte, aber auch um Ehrlichkeit und NĂŒchternheit im Urteil ĂŒber andere und ĂŒber mich selbst.

3. Wer darf operieren? Hat man jemals von einem blinden Chirurgen gehört? Oder von einem Chirurgen mit Parkinson? Nur wer einen klaren Blick und eine sichere Hand hat, darf den rettenden Eingriff durchfĂŒhren: Christus oder einer, der ihn wĂŒrdig vertritt. Und eine Eigen-OP? – Auch bei uns selbst sollten wir nicht zur OP schreiten, ohne den Experten zu Rate zu ziehen, der die Rundumsicht hat. Denn in eigener Sache ist bekanntlich niemand ein guter Richter, was wohl daran liegt, dass wir nach vorne schauen und unseren RĂŒcken ohne den Spiegel, den uns andere vorhalten, niemals ordentlich zu Gesicht bekommen. Wenn der heilige Johannes in der Geheimen Offenbarung von den vier Wesen spricht, die vor dem Thron Gottes stehen, sagt er, sie seien „voller Augen, vorne und hinten.“ (Offb 4,6) Eine solche Rundumsicht können wir mit Hilfe anderer und mit Hilfe von Gottes Wort erlangen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du kĂŒmmerst dich um meine Augen. Heile den Blick meines Herzens. Entferne, was meine Sicht trĂŒbt, behindert und verfĂ€lscht. Lass mich wahrhaft sehen – sodass, was ich sehe, bei mir in ein offenes Herz fĂ€llt und als Antwort Liebe hervorruft!

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir heute Zeit nehmen und wohlwollend und genau hinsehen. Ich will die Gabe der Sehkraft heute wirklich schĂ€tzen. Vielleicht kann ich etwas fĂŒr jemanden tun.


Überraschungen

4. MĂ€rz 2019

Montag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Kasimir von Polen, Königssohn

P. Thomas Fox LC

Mk 10,17-27
In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrĂŒbt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine JĂŒnger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es fĂŒr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die JĂŒnger waren ĂŒber seine Worte bestĂŒrzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, aber nicht fĂŒr Gott; denn fĂŒr Gott ist alles möglich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du ĂŒberraschst mich heute mit einem neuen Tag! Danke! Du lĂ€dst mich ein, an deiner Seite bei der Erlösung der Menschen mitzuwirken. Hilf mir, hierbei ganz auf dich zu vertrauen.

Bitte: Jesus und Maria, fĂŒhrt heute viele Seelen zu Gott!

1.  Warum gibt sich der Herr nicht mit weniger zufrieden? Der Umgang mit unserm Herrn birgt viele Überraschungen. Manchmal gibt er sich nicht einmal mit der großzĂŒgigsten Geste zufrieden: Der junge Mann fĂ€llt vor ihm auf die Knie. – Jesus ist unbeeindruckt. Der junge Mann redet ihn mit schmeichelhaften Worten an. – Jesus verweist ihn trocken auf Gott, den Höchsten. Der junge Mann stellt eine sehr interessante religiöse Frage. – Jesus reagiert fast abweisend: Du kennst doch die Gebote


2. Von Jugend an! Welch ein schönes Geschlecht, das von Jugend an gelernt hatte, die Gebote Gottes zu beachten! Das war allerdings keine kleine Leistung und das zog den liebevollen Blick des Herrn auf sich. Es fĂŒhrt aber nicht dazu, dass der Herr ihn mit der Einladung zur Ă€ußersten Konsequenz verschont. Denn mit dem „Eines fehlt dir noch“ geht Jesus zur Beantwortung der noch unausgesprochenen und wirklich existentiellen Frage ĂŒber, die der vor ihm knieende JĂŒngling mehr durch seine Gegenwart als mit seinen Worten stellt. TatsĂ€chlich suchen viele junge Menschen Christus auf, ohne genau zu wissen, warum er sie so fesselt und anzieht. Ihr Fragen ist radikal, doch sie mĂŒssen auch lernen, eine radikale Haltung bei der Antwort anzunehmen, um sich so selbst ganz erkennen und verstehen zu lernen.

3. Noch mehr Überraschungen. Die klare Antwort Jesu: „Geh, verkaufe
 und komm, folge mir nach!“ trifft den JĂŒngling völlig unerwartet. Er muss nun erfahren, dass man sich verbrennen kann, wenn man sich dem Feuer nĂ€hert. Was heißt „dem Feuer“?, – dem Ursprung des ganzen Universums!Aber den JĂŒngern soll es nicht besser als diesem jungen Mann ergehen. Jesus scheint es in diesem Fall darauf abzusehen, alle in Verlegenheit zu bringen. Er will heute mit nichts zufrieden sein, was rein menschliche Möglichkeiten bewerkstelligen können. Erst nachdem er bei der Allmacht Gottes angekommen ist, ist er zufrieden. Denn zur Rettung einer Seele genĂŒgt nur diese Allmacht. Nichts sonst. Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Antwort: Zuerst auf Gott vertrauen und ihn demĂŒtig darum bitten.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du gehst den Weg der radikalen Hingabe. Du bist ihn zuerst gegangen. Du bist ihn wie keiner vor dir und wie keiner nach dir gegangen. Und deine Hingabe ist eine offene und herzliche Einladung an mich.

Möglicher Vorsatz: Ich werde dem Herrn heute eine ganze Liste von Namen vorlesen, Menschen um deren ewige Erlösung ich ihn bitte.


Gib mir dein kleines Vermögen!

5. MĂ€rz 2019

Dienstag der achten Woche im Jahreskreis

P. Thomas Fox LC

Mk 10,28-31
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder BrĂŒder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafĂŒr empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er HĂ€user, BrĂŒder, Schwestern, MĂŒtter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du lĂ€dst mich ein: Gib mir dein kleines Vermögen und ich selbst werde dann dein großes Vermögen sein. Lass mich zuerst das Reich Gottes suchen und mir alles andere dazugeben lassen.

Bitte: Herr, lass mich mein Vermögen um deinetwillen aufgeben – und das schnell! Denn doppelt gibt, wer schnell gibt.

1. â€žWir haben alles verlassen.“ Eine TrĂ€gerrakete bricht aus dem Gravitationsfeld der Erde nicht ohne eine gewisse Fluchtgeschwindigkeit aus (11,2 km/s). Genauso tritt der Mensch auch nicht aus dem Gravitationsfeld seines Egoismus aus, ohne dass ihn eine große Liebe herauskatapultiert. Die Liebe zu Christus, wo sie entdeckt und lebendig erfahren wird, ĂŒbt diese notwendige Anziehungskraft aus. Das beweisen die Worte des Petrus: Wir haben ALLES verlassen und sind DIR nachgefolgt. Unser Leben kreist jetzt um dich! Du und deine Sache sind der Mittelpunkt unserer Gedanken und Werke, TrĂ€ume und Projekte geworden.

2. Alles! Wer eine große Bekehrung erlebt hat oder auch großes Leid, der erinnert sich daran, wie nach Überwindung aller inneren und Ă€ußeren WiderstĂ€nde der Durchbruch kam und ihn dann eine geraume Zeitlang ein GefĂŒhl der Schwerelosigkeit umgab. Der große innere Abstand ließ alle Bindungen wegfallen und man konnte die Dinge von einem ganz anderen Standpunkt aus einschĂ€tzen, gewissermaßen von außen betrachten. Das ist auch ein Grund, weswegen Christus uns alles abverlangt und nichts ausnimmt: damit wir diesen Standpunkt erlangen und wirklich frei werden. Allerdings bedeutet hierbei Schwerelosigkeit nicht GleichgĂŒltigkeit, sondern Freiheit von ZwĂ€ngen und konditionierenden Bindungen, um das tun zu können, was Glaube, Hoffnung, Liebe und Vernunft nahelegen, also um wirklich in Christus zu handeln.

3. â€žUm meinetwillen und um des Evangeliums willen.“ Es gibt Menschen, die Christus nachgefolgt sind, weil sie darin die Gelegenheit sahen, aus ihrer Familie auszubrechen, Probleme hinter sich zu lassen oder einfach ein neues, attraktives Leben zu beginnen. Wenn es so war, stellt sich bei solchen Menschen alsbald in abgewandelter Form die alte Problematik wieder ein. Denn sie haben „sich“ mitgenommen. Der wahre JĂŒnger verlĂ€sst „alles“, also auch „sich selbst“: seine PlĂ€ne, seine WĂŒnsche, seine Erwartungen und Vorstellungen. Dazu gehört alles selbstbezogene „ich meine“, „ich denke“, „ich fĂŒhle“, „ich will“ und „ich will nicht“, „ich tue und leiste“ und „ich tue und leiste nicht“. Erst dann geben wir Gott genug Raum, um in uns zu wirken: wenn wir alles verlassen haben, einschließlich unserer selbst.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, lass mich dich ĂŒber alles lieben. Mehr als alle Geschöpfe und mehr als mich selbst. Gib mir vollkommene Loslösung von den Dingen und Ausrichtung auf dich allein. Denn nur dann kann ich dir fĂŒr deine Zwecke wirklich dienlich sein.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute eine viertel Stunde „meiner“ Zeit gezielt fĂŒr andere verwenden.


Gottes Demut

6. MĂ€rz 2019

Aschermittwoch
Hl. Friedolin von SĂ€ckingen, Mönch, Glaubensbote, KlostergrĂŒnder

P. Thomas Fox LC

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: HĂŒtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die TĂŒr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trĂŒbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du zeigst uns heute Wege auf, wie wir uns nach deinem Willen verĂ€ndern, wie wir uns ein Vater formen lassen können. Es sind Wege der Demut. Lass uns das, was wir mit der rechten Hand und deiner Hilfe aufbauen, nicht mit der linken niederreißen und entwerten, weil es uns an Einsicht, wahrem Glauben, Demut und Tiefe fehlt.

Bitte: Jesus, hilf uns allen, in dieser Fastenzeit auf dich zuzugehen.

1. Was zĂ€hlt, ist der rechte Geist. Wenn Gott so einfach sichtbar wĂ€re, wie ein großer schöner Baum, der auf einer grĂŒnen Wiese steht, hĂ€tten wir wohl weniger Probleme damit, ihn wahrzunehmen und wertzuschĂ€tzen. So ein Baum wĂŒrde uns wegen seines Alters, seiner enormen GrĂ¶ĂŸe und Wuchtigkeit Respekt einflĂ¶ĂŸen und wegen seiner schönen FrĂŒchte Dankbarkeit abnötigen. Es hat Völker gegeben, die BĂ€ume verehrt haben, die Germanen zum Beispiel
 die Donareiche! Man stelle sich vor!Aber Gott ist ein verborgener Gott, denn Gott ist Geist. Und wer ihn anbetet, muss ihn – den Unfassbaren – im Geist und in der Wahrheit anbeten, und nicht an seinen Geschöpfen und an dem, was sie uns bieten können, hĂ€ngen bleiben. Streben nach materiellen GĂŒtern, Ruhm, Macht und Sinneslust entfernen von Gott. Immer. Sagen wir „Nein“ dazu und „Ja“ zum Gott, der unseren Geist erhebt.

2. Der verborgene Gott. Wir können Gott nicht sehen. Das liegt einerseits in der Natur der Sache, denn der Geist liegt jenseits des Wahrnehmungsfelds aller Sinnesorgane und Messinstrumente. Letztlich liegt es aber auch an der Erbschuld, der Verstoßung aus dem Paradies, dem Ort jener intimen Vertrautheit mit Gott, die wir in Adam und Eva einmal besaßen. Sofern Gott aber einen Grund hĂ€tte, sich zu verbergen, wĂ€re das wohl seine Demut und sein Wunsch, dass wir tiefer nach ihm forschen. Denn all das Gute, das er uns tut, tut er in der Regel, ohne von sich reden zu machen. Man denke an jeden Atemzug, jeden Herzschlag, jeden Schritt, jede Mahlzeit, jedes LĂ€cheln, jeden Gedanken, jedes Wort, jeden Jubel, jeden Seufzer, das Fließen der Stunden usw. Ja, die Gnaden, die er uns gibt, kommen unauffĂ€llig daher. Viele nehmen wir ĂŒberhaupt nicht wahr, geschweige denn danken wir ihm dafĂŒr. Bei deren Anzahl kĂ€men wir auch gar nicht hinterher


3. Augen, Mund und HĂ€nde tĂ€uschen sich in dir! Gott spielt zwar ĂŒberall die erste Geige, aber er hat es auch geschafft, sich bis zur Unkenntlichkeit zu verbergen. So sehr, dass es Menschen gibt, die nicht an ihn glauben. Andere wiederum erkennen ĂŒberall seine Spuren. Das sind die Mystiker. Aber auch sie erlangen das erst, nachdem sie eine Nacht der Sinne durchgemacht haben. Es gefĂ€llt Gott scheinbar ungemein, sich zu verbergen, denn er tut es auch in Jesus Christus. Die PharisĂ€er haben in ihm nichts als einen Menschen sehen wollen. Genauso die meisten Einwohner seiner Heimatstadt Nazaret. Heute hĂ€lt man ihn weithin nur fĂŒr einen guten Menschen oder inspirierten ReligionsfĂŒhrer. Dabei ist er Gott. Aber als ob das alles noch nicht genug wĂ€re, wollte er sich in der Eucharistie sogar seines menschlichen Antlitzes entledigen, denn dort sieht man nur einfaches Brot


GesprĂ€ch mit Christus: Herr, es ist schwere Arbeit fĂŒr meine Herz und meinen Verstand, dich im Verborgenen zu suchen. Lass mich beim Umgraben des Ackerbodens meiner Seele auf diesen kostbaren Schatz stoßen, dich selbst. Und lass mich alles dafĂŒr verkaufen.

Möglicher Vorsatz: Ich lasse anderen einmal den Vortritt und bleibe im Verborgenen. An der Kasse im Supermarkt. Am Mittagstisch. Im GesprĂ€ch. Beim Vorweisen meiner Ergebnisse.


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7. MĂ€rz 2019

Donnerstag nach Aschermittwoch
Hll. Perpetua und Felizitas, MĂ€rtyrinnen

P. Thomas Fox LC

Lk 9,22-25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme tĂ€glich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nĂŒtzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, mit deinen Worten lehrst du mich, weit ĂŒber dieses Leben hinaus zu denken und einen tiefen Blick in die Ewigkeit zu wagen. Lass mich die VergĂ€nglichkeit der Dinge dieser Welt erkennen und mach mich im Glauben bereit, alles, was die Welt mir bieten kann, geringer einzuschĂ€tzen als deine Liebe und dein Heil.

Bitte: Herr, erhebe meinen Blick nach oben, zu den ewigen Dingen!

1. Die gute Absicht. Befassen wir uns ehrlich mit diesem Evangelium. Der Herr lĂ€dt uns zu einer reinen Gesinnung, zu wirklich selbstlosem Handeln ein. Dazu ist man fĂ€hig, wenn man bereit ist, auf alles zu verzichten, also selbst keinen kurzlebigen Gewinn und Vorteil einzustreichen. Das stellen wir Erwachsenen uns schwierig vor, weil wir im Alltag viele Kosten-Nutzen-Berechnungen anstellen. Aber sehen wir es unverkrampft: Das behĂŒtete Kind handelt so, ist so. Es hat keine Ă€ußeren Pflichten, muss noch nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten, stellt keine Berechnungen an, weiß sich bedingungslos angenommen und geliebt, einfach, weil es da ist. Und wenn das BrĂŒderchen leidet, kann es sich so weit selbst vergessen, dass es fĂŒr ihn sein liebstes Spielzeug hergibt.

2. Ein konkreter Fall. Es hat einmal in der pastoralen Erfahrung eines Mitbruders einen Fall gegeben, bei dem ein Kind fĂŒr sein BrĂŒderchen etwas von seinem Blut geben musste. Die Eltern erklĂ€rten dem Kind alles, konnten aber nicht voraussehen, dass es dachte, es wĂŒrde durch die Bluttransfusion sterben, da es – seinen Eltern vertrauend – hierĂŒber schwieg. Diese FehleinschĂ€tzung bemerkten sie erst nach der Bluttransfusion, als das Kind fragte, ob es jetzt tot sei
 Es war also mit der festen Überzeugung ins Krankenhaus gegangen, es wĂŒrde fĂŒr sein BrĂŒderchen sterben mĂŒssen


3. Ăœber den Dingen stehen. Glaube, Hoffnung, Liebe. Wir sind uns alle darin einig, dass sie im Leben die höchsten Werte darstellen; dass sie die Seele aufatmen lassen und sie beleben. Dennoch fallen wir sehr hĂ€ufig in eine rein natĂŒrliche Betrachtungsweise der Dinge zurĂŒck, wo dann irdische Werte und kurzlebige Vorteile höher eingeschĂ€tzt werden. Wir brauchen also immer wieder „Erhebung“ zu den höchsten Werten, gerade weil wir im Diesseits oft regelrecht gefangen sind. Dieses „Erhebet die Herzen“, das wir bei der Messfeier zu Beginn des „Hoch-Gebets“ hören, ist also keine leere Phrase. Es ist die Einladung, besonders in diesen Momenten, nach dem Allerhöchsten zu streben, was der Mensch ĂŒberhaupt erstreben kann: die Vereinigung mit Gott.

GesprĂ€ch mit Christus: O mein Gott, wie oft bewege ich mich mit Herz, Seele, Verstand, Armen und Beinen ganz nah an der ErdoberflĂ€che! Ich bin das kleinste geistbegabte Wesen, das es gibt: ein Mensch. Und doch zu solcher Höhe berufen
 Erbarme dich meiner! Erbarme dich unser!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute öfter einmal den Blick zum Himmel erheben – auch physisch. Ich werde darĂŒber nachdenken, wann ich zum letzten Mal den Sternenhimmel bei Nacht betrachtet habe, wann mir zum letzten Mal die Weite des Horizonts aufgefallen ist. Staune ich ĂŒberhaupt noch angesichts der unendlichen Weiten des Mikrokosmos und des Makrokosmos, die mich an Gottes ĂŒberquellende Liebe, GrĂ¶ĂŸe, Macht und Gegenwart erinnern?


Die rechte Antwort suchen

8. MĂ€rz 2019

Freitag nach Aschermittwoch
Hl. Johannes von Gott OH, OrdensgrĂŒnder

P. Thomas Fox LC

Mt 9,14-15
In jener Zeit kamen die JĂŒnger Johannes‘ des TĂ€ufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend wir und die PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste trauern, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; dann werden sie fasten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, mein Leben ist voller Fragen. Ich will sie jetzt zu dir bringen. Wenn es nicht um meine Berufung geht und darum, ob ich ihr gerecht werde, geht es ums rechte Beten, um den rechten Umgang mit den Menschen, um die ErfĂŒllung meiner Pflichten, um die Frage, wie der morgige Tag aussehen wird.

Bitte: Jesus, sei du der Hafen meiner Seele. Schenke mir deine Antworten.

1. Suche deine Antwort in Christus! Das religiöse Leben ist voller Fragen. Der eine Priester sieht es so, der andere so. Und wie sollen die GlĂ€ubigen in dieser Situation Orientierung finden? NatĂŒrlich gibt es das Lehramt der Kirche. Aber auch so bleiben noch viele zumindest praktische Fragen und Details ungelöst. Orientieren kann man sich da letztlich nur an Jesus selbst, nicht an dem, was dieser oder jener sagt, sondern daran, wie sehr das, was er sagt und vorlebt, an Jesu Beispiel und Lehre orientiert ist. Man muss also eine gewisse geistige Reife erlangen, man muss selbst unterscheiden lernen, Fragen lösen und den Glauben gut argumentiert vertreten können. Das ist eine Anforderung der Zeit, denn wir leben in einer Situation der Diaspora, der Zerstreuung, und mitten in einer feindlichen Welt. Wer nicht fragt und Antworten findet, ĂŒberlebt nur schwerlich, wird vom Strom der Meinungen weggespĂŒlt und der Welt angepasst.

2. Am grĂ¶ĂŸten ist die Liebe. Unter den JĂŒngern Jesu befanden sich einige, die vorher JĂŒnger Johannes des TĂ€ufers gewesen waren. Mit dessen Segen waren sie zu Jesus â€žĂŒbergelaufen“. Vielleicht waren sie, menschlich gesehen, ĂŒber ihren neuen Meister auch ganz froh, weil er einem keine so strenge und soldatenhafte Disziplin abverlangte. Johannes fastete aus Liebe, denn er hatte den Herrn erkannt. Seine JĂŒnger hingegen noch nicht so ganz. Und Strenge ohne Liebe ist immer einfach nur hart. Man hĂ€lt sie nicht durch. Jetzt sollten die JĂŒnger Jesu also erst einmal lernen, dass die Liebe unter allen Tugenden die grĂ¶ĂŸte ist, dass erst sie alles vollkommen macht. So wie Gott nicht einfach nur gerecht ist, sondern Herz hat, eben „barmherzig“ ist. Und Barmherzigkeit ist seine grĂ¶ĂŸte Eigenschaft.

3. â€žEs werden aber Tage kommen.“ Oft genießen wir einfach nur das Zusammensein mit Christus. Jahrelang. Und denken nicht daran, dass dieser vertraute Umgang uns einmal fĂŒr eine Zeit genommen werden könnte. Aber kĂŒndigt mir Jesus mit seinen Worten nicht an, dass solche Tage nicht nur kommen können, sondern kommen werden? – Bin ich dann gewappnet, oder falle ich wie aus allen Wolken? Diese Krankheit, dieser Schicksalsschlag, diese alles verĂ€ndernde Mitteilung! Der Mensch ist zerbrechlich wie ein Schilfrohr, seine Existenz gezeichnet von Zerbrechlichkeit. Ein Nichts genĂŒgt, um uns abzulenken, ein Tag, um uns vergessen zu machen, ein neuer Eindruck, um scheinbar alles auf den Kopf zu stellen. Bereiten wir uns also vor, um in Zeiten der PrĂŒfung widerstehen zu können.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, sei du immer meine Zuflucht, in den Stunden der Freude und des Leids. Lass mich alles mit dir teilen und steig mit mir hinab in die Finsternis, damit ich dich dort finde. Meine Finsternis machst du hell.

Möglicher Vorsatz: Wenn es mir in diesen Tagen gut geht, werde ich mich daran erinnern, dass auch schlechte Zeiten kommen können; und wenn es mir schlecht geht, daran, dass gute Zeiten wiederkommen werden.


Jesus, Arzt meiner Seele! – Hole auch mich ab!

9. MĂ€rz 2019

Samstag nach Aschermittwoch
Hl. Bruno von Querfurt OSB, Bischof, Glaubensbote, MĂ€rtyrer
Hl. Franziska von Rom Obl-OSB, Witwe, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Dominikus Savio

P. Thomas Fox LC

Lk 5,27-32
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab fĂŒr Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere GĂ€ste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die PharisĂ€er und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen JĂŒngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort erinnert mich heute daran, dass tatsĂ€chlich nicht alles bei mir „im grĂŒnen Bereich“ ist, dass es auch kranke Stellen gibt. Weniger als „Erlöser“ möchtest du fĂŒr mich auf keinen Fall sein, weniger als wahrer Arzt fĂŒr meinen Geist, meine Seele und meinen Leib. Verzeih mir, wenn ich nicht immer so tief hinschaue; wenn ich lieber weitermachen will, wie bisher, als offen zu sein und wahrzunehmen, welche Krankheiten in mir und in anderen vorliegen, um sie dir anzuvertrauen und geheilt zu werden.

Bitte: Herr, hilf mir, genau hinzuschauen, meine BedĂŒrftigkeit und die anderer zu sehen und dich um Hilfe zu bitten.

1. Die Liebe freut sich, wenn jemand Fortschritte im Guten macht. Der Herr rief den Levi und Levi folgte seinem Ruf. Das war ein riesiger Erfolg, wirklich ein Grund, um ein Festmahl zu halten: „im Himmel herrscht mehr Freude ĂŒber einen einzigen SĂŒnder, der umkehrt, als ĂŒber neunundneunzig Gerechte
“ (Lk 15,7). Ja, Levi war ein Kranker gewesen, denn sonst hĂ€tte der Herr auf den Einwand der PharisĂ€er mit anderen Worten reagiert. Er leugnete nicht den bisherigen Zustand seiner Seele. Umso herzlicher freute er sich nun und feierte innerlich mit ihm den Fortschritt, den er im Guten gemacht hatte. Das war das eigentliche Festmahl: das zwischen Gott und der Seele. Die PharisĂ€er hingegen sind argwöhnisch und halten wahren inneren Wandel fĂŒr unmöglich. Nach dem Motto „Der Ă€ndert sich doch nie!“. Ist eine solche Haltung nicht Zeichen dafĂŒr, dass die eigene Seele seit langem feststeckt und man schon bei sich jede Hoffnung auf Änderung verloren hat? Und das ĂŒbertrĂ€gt man dann auf andere.

2. Was wĂ€re aus mir geworden? Was wĂŒrde aus mir werden? Wir sehen hier an der Reaktion des Herrn, wie Gott sich auf die Seite des BedĂŒrftigen stellt, sogar des moralisch BedĂŒrftigen, der vielleicht ein Lotterleben gefĂŒhrt oder sich bisher kaum um sein ewiges Heil auch nur geschoren hat. Der Erfolg gibt Jesus Recht und zeigt, dass es inneren Wandel geben kann. Die EntrĂŒstung der PharisĂ€er ist eher scheinheilig als heilig. Sie sind zugemauert. Der Herr ĂŒberspringt Mauern. Und wenn wir die Geschichte unserer Seele betrachten, erkennen wir da nicht auch, dass es ĂŒbel um uns stĂŒnde, wenn der Herr nicht immer wieder solche Nachsicht mit uns geĂŒbt hĂ€tte, Mauern ĂŒbersprungen und auf uns zugegangen wĂ€re, als wir noch unsere eigenen Wege gingen? Tun wir das nicht selbst heute noch oft?

3. Ein Herz mit wahrhaft katholischer Weite. Der Herr möchte hier sowohl seinen Freunden als auch seinen Feinden Klarheit darĂŒber verschaffen, dass es keinen Menschen gibt, den er aus seiner Hirtensorge ausblendet. Keinen! Jesu Herz ist ein Herz wahrhaft katholischer Weite, ein Herz, in dem fĂŒr alle Menschen Platz ist, weil es alle zu sich ruft: „Kommt alle her zu mir, die ihr mĂŒhselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Wie könnte sich der Schöpfer auch gegenĂŒber einem seiner Geschöpfe interesselos verhalten? Außerdem sehen wir in unserer Ohnmacht und Kurzsichtigkeit nicht, welche Möglichkeiten der Herr hat, um eine Seele an sich zu ziehen. Er ist immerhin allmĂ€chtig und sinnt stĂ€ndig ĂŒber Wege nach, uns mit Liebesbanden an sich zu binden. Er klammert niemanden aus. Er ist unser aller Hirt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, deine Antwort stopft nicht nur den PharisĂ€ern, sondern auch mir den Mund. Manchmal bemerke ich gar nicht, wie voreingenommen und dĂŒnkelhaft mein Verhalten ist; wie ich dir, mir selbst und anderen Grenzen setze, zu zaghaft bete, glaube, hoffe, liebe, eingemauert bin.

Möglicher Vorsatz: Bei der nĂ€chsten Teilnahme an einer Messfeier mache ich mir bewusst, dass ich zu meinem Arzt gehe. Als Kranker bitte ich um Heilung, als SĂŒnder um Vergebung, als Erlöster und Apostel flehe ich um das Heil der Seelen.