Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Februar 2019 bis Samstag 02. MĂ€rz 2019

Siebente Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Liebt eure FeindeSonntag
O du unglÀubige Generation!Montag
Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefertDienstag
Hindert ihn nicht!Mittwoch
Es ist besser fĂŒr dichDonnerstag
Nur weil ihr so hartherzig seidFreitag
Lasst die Kinder zu mir kommenSamstag


Liebt eure Feinde

24. Februar 2019

Siebenter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Matthias, Apostel

P. Anton Vogelsang LC

Lk 6,27-38
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet fĂŒr die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlĂ€gt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurĂŒck. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Auch die SĂŒnder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Das tun auch die SĂŒnder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurĂŒckzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Auch die SĂŒnder leihen SĂŒndern in der Hoffnung, alles zurĂŒckzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafĂŒr erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gĂŒtig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehĂ€uftem, ĂŒberfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle die Herzen deiner GlĂ€ubigen und entzĂŒnde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen, und du wirst das Angesicht der Erde erneuern.

Bitte: Jesus, erleuchte meinen Verstand und erfĂŒlle mein Herz mit deiner Botschaft!

1. JĂŒnger Jesu sein. Manchmal haben wir falsche Vorstellungen davon, was es bedeutet, ein JĂŒnger Jesu zu sein. Wir halten das Christentum fĂŒr eine freundliche, kuschelige Religion, die uns Werte als Richtschnur fĂŒr unser Leben gibt und uns hilft, wenn wir uns schlecht fĂŒhlen. Aber in Wahrheit ist es eine sehr anspruchsvolle Sache. Jesus erwartet von seinen JĂŒngern, dass sie seinem Beispiel folgen, eher anderen zu dienen, als sich bedienen zu lassen; demĂŒtig zu sein; andere zu lieben, und zwar nicht nur die Menschen, die wir mögen, sondern ebenso unsere Feinde. Halte dich nicht fĂŒr einen wahren JĂŒnger Jesu, ehe du nicht bereit bist, dies alles zu tun.

2. Wer sind deine Feinde? Damit meine ich nicht die, die du hasst. Andersherum wird es richtig. Wer hasst oder verachtet dich? Denk darĂŒber nach! HĂ€ufig sind es Menschen, die uns nahestehen und die wir verletzt haben. Es kann dein Ehemann / deine Ehefrau sein oder dein Ex-Mann / deine Ex-Frau, ein Elternteil, ein Sohn oder eine Tochter. Vielleicht ist es ein Arbeitskollege. Jemand, dessen böse Handlung du aufgedeckt hast, und die dich jetzt einholt. Wer sind deine Feinde?

3. Liebt eure Feinde. Wie kannst du deinen Feind lieben? Jemanden zu lieben, bedeutet nicht einfach, nette Gedanken ĂŒber ihn zu haben. Im heutigen Evangelium verwendet Jesus sehr kraftvolle aktivische Verben:
‱ Liebt eure Feinde (Das an dieser Stelle verwendete griechische Wort lautet agapoa. Das Wort kommt im Altgriechischen selten vor. Es wurde fast ausschließlich im christlichen Sprachkontext entwickelt, um die Art von Liebe auszudrĂŒcken, die nicht an sich selber denkt, sondern die sich ausstreckt fĂŒr das Wohl anderer.);
‱ tut Gutes denen, die euch hassen;
‱ jemanden segnen;
‱ fĂŒr jemanden beten, sich fĂŒr jemanden einsetzen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie kann ich meine Feinde lieben? Worum du mich bittest, ist sehr schwer. Aber du bist uns mit gutem Beispiel vorangegangen, als du am Kreuz gebetet hast: „Vater, vergib ihnen!“ Nimm mich an der Hand und leite mich, damit ich so zu lieben lerne wie du.

Möglicher Vorsatz: Ich werde fĂŒr jemanden beten, den ich verletzt habe oder der mich verletzt hat, und Gott bitten, ihn zu segnen.


O du unglÀubige Generation!

25. Februar 2019

Montag der siebenten Woche im Jahreskreis
Hl. Walburga OSB, Äbtissin

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,14-29
In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen JĂŒngern zurĂŒckkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrĂŒĂŸten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn ĂŒberfĂ€llt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den ZĂ€hnen und wird starr. Ich habe schon deine JĂŒnger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du unglĂ€ubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man fĂŒhrte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wĂ€lzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurĂŒck! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine JĂŒnger: Warum konnten denn wir den DĂ€mon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dir sind alle Dinge möglich, weil du Gott bist. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen, besonders in den Momenten, in denen ich versucht bin zu verzweifeln.

Bitte: Jesus, lehre mich wahres Vertrauen in deine Liebe.

1. O du unglĂ€ubige Generation! Zusammen mit den Aposteln, die wĂ€hrend seiner VerklĂ€rung bei ihm waren, steigt Jesus den Berg hinab. Sie sehen eine große Menschenmenge und die Schriftgelehrten, wie sie mit anderen JĂŒngern streiten. Jesus fragt, worĂŒber sie streiten. Ein Mann erklĂ€rt, dass er sein Kind zu den Aposteln gebracht habe, weil es von einem stummen Geist besessen sei, doch sie seien unfĂ€hig gewesen, den DĂ€mon auszutreiben. Jesus entgegnet: „O du unglĂ€ubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein?“ In seiner Entgegnung kommt seine Herzenspein ĂŒber das anhaltende UnverstĂ€ndnis und den Unglauben seiner Umgebung zum Ausdruck. Obwohl sich der Vorwurf an seine JĂŒnger richtet, betrifft er auch uns, die wir hĂ€ufig verbohrt und unglĂ€ubig sind, selbst angesichts der Gnade Gottes.

2. FĂŒr Gott ist alles möglich. Der Vater schreit voller Schmerz: „Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!“ Jesus antwortet: „Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt.“ Der Mann Ă€ußert eine vorsichtige, zaghafte Hoffnung, dass Jesus irgendwie helfen kann. Jesus lĂ€dt ihn ein, mehr zu vertrauen. FĂŒr Jesus ist es keine Frage, „ob er kann“. Seine Macht ist unbegrenzt. Das einzige Hindernis wird durch den Unglauben errichtet. „FĂŒr Gott ist alles möglich.“ (Mk 10,27)

3. FĂŒr jemanden, der leidet beten. Heutzutage dĂŒrfen nur Bischöfe und Priester mit einer besonderen Erlaubnis einen großen Exorzismus durchfĂŒhren. Das hĂ€lt uns aber nicht davon ab, uns durch das Gebet um andere zu kĂŒmmern. Das heutige Evangelium zeigt uns, welche Schritte wir einhalten mĂŒssen, wenn wir fĂŒr jemanden beten wollen, der leidet:
‱ Zuerst stelle Fragen, um zu erfahren, welcher Art das Problem ist.
‱ Dann lade die betreffende Person zu einem Glaubensakt an Jesus ein.
‱ Bringe die Person im Gebet zu Jesus und verbinde dies - wenn möglich - mit Fasten.
‱ Harre auf diese Weise aus im Glauben, auch wenn es vergeblich zu sein scheint.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft ist mein Glaube sehr schwach, besonders in den Momenten, in denen es mir schlecht geht. Wie der Vater des kranken Jungen bete ich zu dir: Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!

Möglicher Vorsatz: Ich werde jemanden, der krank oder einsam ist, besuchen oder anrufen und zusammen mit ihm oder fĂŒr ihn beten.


Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert

26. Februar 2019

Dienstag der siebenten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,30-37
In jener Zeit zogen Jesus und seine JĂŒnger durch GalilĂ€a. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine JĂŒnger ĂŒber etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: WorĂŒber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darĂŒber gesprochen, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich preise dich und liebe dich. Trotz deiner Gottheit bist du so demĂŒtig, dass du dich hast ausliefern und ans Kreuz schlagen lassen. Lass mich von deinem Beispiel lernen, damit ich dir folgen kann.

Bitte: Herr, verhilf mir zu aufrichtiger Reue und echter Umkehr.

1. Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert. Jesus zieht weiter auf dem Weg von GalilĂ€a nach Jerusalem. Hat er vorher zur Menge gesprochen, so möchte er nun mit seinen JĂŒngern allein sein und sie ĂŒber sein Leiden und seinen Tod belehren. „Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten.“ Das zeigt, dass Jesus nicht ein hilfloses Opfer von MĂ€chten war, die außerhalb seiner Kontrolle lagen. Er lieferte sich selber aus - dem Plan seines Vaters liebevoll gehorsam.

2. Drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Obwohl Jesus ĂŒber sein Leiden und seinen Tod spricht, schließt er mit einer hoffnungsfrohen Botschaft. Sein Leiden ist nur der notwendige Auftakt fĂŒr seinen glorreichen Triumph. „Drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.“ Die Verben „ausgeliefert werden“ und „getötet werden“ stehen im Passiv. Sie deuten Handlungen an, denen Jesus ausgesetzt sein wird. Aber das Verb „auferstehen“ hat eine aktivische Bedeutung. Jesus lĂ€sst zu, dass er ausgeliefert und getötet wird, aber er hat die göttliche Macht, sein Leben wieder zu nehmen. Er bleibt immer der SouverĂ€n seines Schicksals.

3. Handeln wir nicht genauso? Die Reaktion der JĂŒnger auf Jesu LeidensankĂŒndigung ist völlig unangemessen. WĂ€hrend Jesus davon spricht, dass er ZurĂŒckweisung und Tod willig annehmen wird, streiten sich die Apostel ĂŒber Vorteile und Privilegien. Es ist leicht, deshalb auf sie herabzublicken, aber handeln wir nicht genauso? Wie oft suchen wir unseren Vorteil, auch wenn das bedeutet, dass wir dafĂŒr andere klein machen? Diese Haltung beeintrĂ€chtigt unsere Beziehung zu Gott. Wir mĂŒssen unsere Herzen Ă€ndern.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, wie oft handle ich genau wie die Apostel. Ich denke nur an meine Interessen. Wie anders bist du, o mein Jesus! Du denkst nicht an deine Interessen, sondern gibst dein Leben fĂŒr uns hin. Hilf mir, Jesus, dich nachzuahmen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ĂŒber nichts klagen und nur Positives sagen.


Hindert ihn nicht!

27. Februar 2019

Mittwoch der siebenten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,38-40
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, geheiligt werde dein Name! Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen (Apg 4,12). Lehre uns, dir zu folgen und in deinem Namen Zeugnis abzulegen - nicht in unserem.

Bitte: Herr, mehre meine Liebe zum Gebet und zum inneren Leben.

1. Wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Im heutigen Evangelium beschwert sich der Apostel Johannes, weil jemand, der nicht zur Gruppe der JĂŒnger gehört, in Jesu Namen DĂ€monen austreibt. Johannes sagt: „Wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.“ Auffallend ist, dass Johannes sagt: „uns nicht nachfolgt“, nicht „dir (Jesus) nicht nachfolgt“. Vielleicht ist Johannes neidisch, dass andere das Gleiche tun können wie er, und vielleicht hat er noch nicht begriffen, dass Jesus die einzige Quelle ihrer Kraft ist.

2. Aus einem authentischen Glauben an Jesus heraus handeln. Es mag verwundern, dass der unbekannte Exorzist erfolgreich ist, wohingegen in der Apostelgeschichte eine Episode erzĂ€hlt wird, in der diejenigen, die versuchten, in Jesu Namen DĂ€monen auszutreiben, klĂ€glich versagen und gedemĂŒtigt werden (Apg 19,13-16). Möglicherweise handelt der unbekannte Exorzist aus einem authentischen Glauben an Jesus heraus, wĂ€hrend die anderen den Namen Jesu wie eine magische Formel benutzen.

3. Mit anderen Christen zusammenarbeiten. Diese Episode lĂ€sst sich auf die Evangelisierungsarbeit heutiger Christen ĂŒbertragen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat die Kirche Katholiken ermutigt, mit anderen Christen zusammenzuarbeiten. Wir sollen die vorhandenen Unterschiede in den Lehrmeinungen nicht ignorieren oder herunterspielen, aber als JĂŒnger Jesu können und sollten wir mehr zusammenarbeiten.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, du hast versprochen, dass es eines Tages nur eine Herde und einen Hirten geben wird. Wir bitten um deiner GĂŒte und Großherzigkeit willen, lass diesen Tag bald kommen. ErfĂŒlle den Geist aller Christen mit dem Licht deiner Gnade, so dass wir deine Wahrheit erkennen. Lass mich kein Hindernis sein fĂŒr die Einheit deiner Kirche.

Mögicher Vorsatz: Ich werde fĂŒr die Einheit der Christen beten.


Es ist besser fĂŒr dich

28. Februar 2019

Donnerstag der siebenten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,41-50
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verfĂŒhrt, fĂŒr den wĂ€re es besser, wenn er mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer geworfen wĂŒrde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau sie ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei HĂ€nden in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau ihn ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei FĂŒĂŸen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verfĂŒhrt, dann reiß es aus; es ist besser fĂŒr dich, einĂ€ugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine WĂŒrze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, im heutigen Evangelium lehrst du uns etwas ĂŒber den Ernst der SĂŒnde. Öffne unsere Herzen und unseren Verstand, damit wir die SĂŒnde so sehen, wie du sie siehst, und hilf uns, dich nie wieder zu verletzen.

Bitte: Herr, wasche mich rein von meinen SĂŒnden, und hilf mir, mich von ihnen zu lösen.

1. Jesus nimmt die SĂŒnde ernst. Jesu Haltung SĂŒndern gegenĂŒber unterscheidet sich sehr von der unsrigen. Wir nehmen SĂŒnde hĂ€ufig nicht ernst und neigen dazu zu sĂŒndigen, so wie man lĂŒgt, um Probleme zu vermeiden. Was ist das schon fĂŒr eine große Sache? Aber im heutigen Evangelium erfahren wir, wie ernst Jesus die SĂŒnde nimmt. Wenn Gott in seiner Gnade kleine Gesten der Freundlichkeit belohnt, wird er in seiner Gerechtigkeit böse Taten bestrafen, besonders solche, die die Kleinen in die Irre fĂŒhren.

2. Starke Worte. Jesus benutzt starke Worte, um den Ernst der SĂŒnde zu betonen, besonders jener SĂŒnden, die den Schwachen schaden. Er sagt, es sei besser fĂŒr uns mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer geworfen zu werden, als einen dieser Kleinen zur SĂŒnde zu verfĂŒhren. Im Alten Testament war das ErtrĂ€nken eine der Strafen, die Gottes Feinden vorbehalten war.

3. Jesus enthĂŒllt die Wahrheit ĂŒber die Hölle. Durch alle Jahrhunderte hindurch hat die Kirche bestĂ€ndig Jesu Lehre ĂŒber die Hölle bestĂ€tigt. UnglĂŒcklicherweise wird diese Lehre heutzutage sogar von Christen zurĂŒckgewiesen. Wer die Kinder in der Schule unterrichtet oder auf die Erstkommunion oder Firmung vorbereitet, ist hier sehr zurĂŒckhaltend, wenn er ĂŒberhaupt darĂŒber spricht. Wie kann ein guter Gott jemanden in die Hölle werfen? Aber Jesu Lehre enthĂŒllt die Wahrheit darĂŒber, dass wir unser Schicksal selbst bestimmen. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, oder Tat, die wir begehen, sind wir entweder auf den Himmel oder die Hölle ausgerichtet. C.S. Lewis hat treffend formuliert: „Am Ende wird es nur zwei Arten von Menschen geben: diejenigen, die zu Gott sagen: ‚Dein Wille geschehe‘, oder diejenigen, zu denen Gott sagt: ‚Dein Wille geschehe‘. Alle, die in der Hölle landen, haben es sich ausgesucht. Ohne diese eigene Wahl könnte es keine Hölle geben.“ (C.S. Lewis, The great divorce, Macmillan, New York, 1946, S. 72f.)

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, es ist fĂŒr mich nicht einfach, mit dir ĂŒber meine SĂŒnden zu sprechen. Manchmal schĂ€me ich mich, manchmal finde ich nicht die richtigen Worte. Hilf mir, die Schwere meiner SĂŒnden zu erkennen, aber gleichzeitig hilf mir, auf deine liebende Gnade zu vertrauen.

Möglicher Vorsatz: Wir beten zu Gott, er möge uns helfen, nicht zu sĂŒndigen.


Nur weil ihr so hartherzig seid

1. MĂ€rz 2019

Freitag der siebenten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 10,1-12
In jener Zeit kam Jesus nach JudĂ€a und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da kamen PharisĂ€er zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die JĂŒnger noch einmal darĂŒber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlĂ€sst und eine andere heiratet, begeht ihr gegenĂŒber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlĂ€sst und einen anderen heiratet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich glaube, dass nur du Worte des ewigen Lebens hast, aber hĂ€ufig ist dein Wort eine Herausforderung fĂŒr uns. Das gilt besonders fĂŒr das heutige Evangelium. Möge der Heilige Geist uns helfen, dieses Evangelium zu verstehen, und uns die Kraft geben, danach zu leben.

Bitte: Jesus, du bist sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Die Ehescheidung widerspricht Gottes Willen. Die PharisĂ€er versuchen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie fragen: „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“ Obwohl die Ehescheidung Gottes Willen widerspricht, wie er in Maleachi 2, 16 deutlich macht, war sie gĂ€ngige Praxis im Alten Israel. Vielleicht hatte Jesus bereits darĂŒber gepredigt und die PharisĂ€er wollten ihn prĂŒfen, um seine - wie sie fanden - unorthodoxe Haltung zu entlarven.

2. Die Hartherzigkeit. Jesus erklĂ€rt, dass Mose die Ehescheidung erlaubt habe aufgrund der Hartherzigkeit der Menschen. Hartherzigkeit, wörtlich sklerokardia im Griechischen, eine VerhĂ€rtung des Herzens, ist die starrköpfige Weigerung, sich Gottes FĂŒhrung zu ĂŒberlassen. Es ist die bewusste Blindheit der Wahrheit gegenĂŒber, die Jesus hĂ€ufig an den PharisĂ€ern und bisweilen sogar an seinen JĂŒngern getadelt hat.

3. Wer mein JĂŒnger sein will. In Mk 8,34 sagt Jesus: „Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Jesu Lehre ĂŒber die Unauflöslichkeit der Ehe ist ein Bereich, in dem radikale Nachfolge geschieht und man die Möglichkeit hat, alles zu geben, um sein Kreuz auf sich zu nehmen. In den tĂ€glichen Herausforderungen der familiĂ€ren Beziehungen, im BemĂŒhen, die menschliche Liebe nach Gottes Plan zu leben - besonders in der lebenslangen Treue zu einem anderen gefallenen und unvollkommenen Menschen - findet die Aussage, „sein Kreuz auf sich zu nehmen“, ihre konkreteste Umsetzung.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, hilf denjenigen, die gerade eine schwierige Zeit in ihrer Beziehung durchleben. Bitte nimm allen Schmerz und alle Verletzungen aus unseren Herzen und fĂŒlle sie mit deiner Liebe, Freude, Geduld und VerstĂ€ndnis. Segne alle Paare, die gerade Schwierigkeiten durchmachen. ErfĂŒlle ihre Herzen mit Liebe fĂŒreinander, und lass sie sich gegenseitig wertschĂ€tzen. Mache unsere komplizierten Beziehungen einfach. Wir suchen nach deiner Gnade und deinem Segen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde jemandem NĂ€chstenliebe erweisen, mit dem ich Schwierigkeiten habe.


Lasst die Kinder zu mir kommen

2. MĂ€rz 2019

Samstag der siebenten Woche im Jahreskreis
Sel. Engelmar Unzeitig CMM, MĂ€rtyrer

P. Anton Vogelsang LC

Mk 10,13-16
In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die HĂ€nde auflegte. Die JĂŒnger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die HĂ€nde auf und segnete sie.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, hab' Dank fĂŒr diese Möglichkeit, dir heute nahe zu sein. Wie die Kinder im heutigen Evangelium komme ich zu dir und hoffe, dass du mich und die Meinen segnest.

Bitte: Herr, schenke mir das Vertrauen auf deinen Sieg ĂŒber die SĂŒnde und das Böse in meinem Leben und in der Welt.

1. Lasst die Kinder zu mir kommen. Im Alten Israel war es ĂŒblich, dass die Eltern ihre Kinder segneten. So ist es keine Überraschung, dass die Eltern ihre Kinder von diesem berĂŒhmten WundertĂ€ter aus Nazaret ebenfalls segnen lassen wollten. UnglĂŒcklicherweise mussten diejenigen, die sich Jesus zu nĂ€hern wĂŒnschten, hĂ€ufig einige Hindernisse ĂŒberwinden. Dieses Mal bilden die JĂŒnger das Hindernis. Ihre Absichten mögen gut gewesen sein, da sie Jesus schĂŒtzen wollten. Vielleicht dachten sie, dass Jesus Wichtigeres zu tun habe. Wieder einmal irren sie sich. Sie haben die Lehre Jesu völlig vergessen, in der er sagt, ein Kind aufzunehmen bedeute, ihn aufzunehmen. (Mk 9,36f.)

2. Jesus möchte, dass die Kinder freien Zugang zu ihm haben. Das Evangelium erzĂ€hlt, dass Jesus unwillig wurde, als er dies bemerkte. Dies ist das einzige Mal in allen Evangelien, dass Jesus unwillig wird. Das Wort drĂŒckt Empörung ĂŒber ein Vergehen aus. Das Vergehen besteht darin, dass die JĂŒnger die Kinder daran zu hindern suchen, zu Jesus zu gelangen. Jesus macht sehr klar deutlich, dass er möchte, dass die Kinder freien Zugang zu ihm haben.

3. Die Kindertaufe. Jesu Aufforderung, die Kinder zu ihm kommen zu lassen, zusammen mit dem Hinweis auf die Taufe ganzer Haushalte (in Apg 16,15.33; 18,8) bildete die Grundlage fĂŒr die Praxis der Kindertaufe in der FrĂŒhen Kirche. KirchenvĂ€ter wie Origenes (ca. 185-254) und der heilige Augustinus (354-430) betrachteten die Kindertaufe als eine Tradition, die von den Aposteln ĂŒbernommen worden war. Der heilige IrenĂ€us (ca. 135-200) hielt es fĂŒr selbstverstĂ€ndlich, dass die Taufe Babys und Kinder einschloss. Andere KirchenvĂ€ter sahen im Aufschieben der Taufe eine elterliche NachlĂ€ssigkeit und baten die Eltern eindringlich, dieses Sakrament nicht hinauszuschieben.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, im heutigen Evangelium bringen die Menschen ihre Kinder zu dir, damit du sie segnest. Bitte segne (meine Kinder und Enkel) und alle Kinder, die ich kenne. Sie sind ein wunderbarer Segen. Ich danke dir fĂŒr alle Kinder der Welt und bete, dass du sie segnen und beschĂŒtzen mögest. Hilf mir, ihnen nie im Weg zu stehen, wenn sie zu dir möchten. Wenn ich ihnen ein schlechtes Vorbild war, vergib mir.

Möglicher Vorsatz: Ich werde jemanden segnen, dem ich heute begegne.