Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 27. Januar 2019 bis Samstag 2. Februar 2019

Dritte Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Da ist etwas passiert, was mein Leben zur Hingabe befreitSonntag
Herr, befreie uns von allem BösenMontag
Verwandt mit JesusDienstag
Einer kann Frucht bringen fĂŒr hundert andereMittwoch
Zeige, wer du als Christ bist!Donnerstag
Fruchtbar sein fĂŒr das Reich GottesFreitag
Wie ich heute Gott erfahren kannSamstag


Da ist etwas passiert, was mein Leben zur Hingabe befreit

27. Januar 2019

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Angela Merici OSU, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Julian von Le Mans, Bischof
Sel. Paul Josef Nardini, OrdensgrĂŒnder

P. Leonhard Maier LC

Lk 1,1-4;4,14-17
Schon viele haben es unternommen, einen Bericht ĂŒber all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfĂŒllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfĂ€ltig nachzugehen, um es fĂŒr dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der ZuverlĂ€ssigkeit der Lehre ĂŒberzeugen, in der du unterwiesen wurdest. In jener Zeit kehrte Jesus, erfĂŒllt von der Kraft des Geistes, nach GalilĂ€a zurĂŒck. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkĂŒnde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfĂŒllt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Heute! Heute setze dich zu mir, Jesus! ErfĂŒlle mich, heute! Bringe mir die gute Nachricht! Gib mir mein Augenlicht zurĂŒck! Befreie mich!

Bitte: Konkret bitte ich dich um dein Eingreifen in der Angelegenheit, die mir heute am meisten Sorge bereitet: 


1. Das Wirken Jesu kann nicht verborgen bleiben. Jesus predigt – und die Leute strömen zusammen. Jesus wirkt Wunder – und alle reden davon. Jesus, könntest du nicht auch in meinem Leben wirken und durch meine Worte predigen? Ich will mich dir jetzt schenken. Ich ĂŒbergebe dir meine Stimme und meine Gedanken. Nimm mich und breite mit mir heute dein Reich aus! Was du mir geschenkt hast, das wird nicht verborgen bleiben. Wenn du in mir lebst, wird das nicht ohne Auswirkung sein.

2. Jesus ist kein BetrĂŒger. Wenn ich dir nachfolge, dann bin ich nicht einem Gauner auf den „Leim“ gegangen. Ich weiß um die ZuverlĂ€ssigkeit der Lehre, die deine JĂŒnger von Anfang an nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben haben. Ich laufe keinem MĂ€rchen hinterher, wenn ich Christ bin, sondern ich anerkenne die historischen Fakten. Ich lebe in der festen Glaubensgewissheit, dass du der bist, fĂŒr den es sich am meisten zu leben lohnt. Im Vergleich zu dir sind alle anderen Optionen nichts. Paulus sagt: Ich sehe alles als Verlust an
 (Phil 3,8). Du bist der einzige, dem mein Leben zusteht.

3. Du brichst mein GefĂ€ngnis auf. Heute kannst du mich befreien: jetzt. Das Zusammensein mit dir in Wort und Sakrament befreit mich aus meiner Selbstsucht. Du befreist mich zur Hingabe an meine Schwestern und BrĂŒder. Ich darf mit einem reinen Herzen in diesen Tag gehen, weil du mich immer wieder reinwĂ€schst. Je mehr ich dich betrachte, desto freier werde ich. Du bringst mich ins Gleichgewicht, machst mich normal und gesund. Ich brauche deine Befreiung jeden Tag. Ich will mich heute noch einmal neu auf dich ausrichten, will auf dich hin-leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, dein Evangelium ist kein nettes Theater, sondern zweischneidiges Schwert, Wort Gottes. Du berĂŒhrst mein Herz aus Stein und verwandelst es in ein Herz aus Fleisch, machst mich zu einem Menschen, der sich hingeben kann. Dieser Tag soll ein Tag sein, an dem ich mich mit deiner Kraft an die mir anvertrauten Menschen verschenke.

Möglicher Vorsatz: Der erste Mensch, der mir begegnet, soll ein Gebet von mir bekommen: den Segen des allmĂ€chtigen Gottes, der mich in meiner Gebetszeit besucht hat.


Herr, befreie uns von allem Bösen

28. Januar 2019

Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer
Gedenktag

Karl der Große
Hl. Manfred von Riva

P. Leonhard Maier LC

Mk 3,22-30
In jener Zeit sagten die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des AnfĂŒhrers der DĂ€monen treibt er die DĂ€monen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plĂŒndern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und LĂ€sterungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lĂ€stern mögen; wer aber den Heiligen Geist lĂ€stert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine SĂŒnde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nĂ€mlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mit beiden Beinen stehst du auf dem Boden und bist klar in deinen Gedanken, Jesus. Du bist die Wahrheit und letztlich kann es nichts geben, was offensichtlicher ist als du. Erleuchte mich jetzt mit dem Licht deiner Wahrheit!

Bitte: Gib mir Klarheit, damit ich heute deinen Willen erkennen und erfĂŒllen kann!

1. Feinde Jesu. HasserfĂŒllt und mit einer zerstörerischen Agenda begegnen sie Jesus: In diesem Fall sind seine Feinde gelehrte Menschen. Viel haben sie ĂŒber Gott gelesen, doch jetzt, da sie ihm begegnen, sind sie nicht fĂ€hig, ihn zu erkennen. Wie krank muss ein Mensch sein, wenn er dem Urheber seines Lebens feindlich gegenĂŒbersteht! Aus eigener Kraft kann der Mensch sich nicht retten und das GefĂŒhl dieser BedĂŒrftigkeit Ă€ußert sich manchmal in leidenschaftlichem Hass gegen Jesus Christus und seinen mystischen Leib, die Kirche. Es ist wirklich nicht nachvollziehbar und obendrein halsbrecherisch, gegen diesen wunderbaren König in den „Krieg“ zu ziehen. Möge der Herr die Augen dieser Menschen noch einmal öffnen!

2. Entgegentreten ist geboten. Es ist dir unmöglich, Jesus, auf die falschen Reden deiner Feinde nichts zu erwidern. Es lebt in dir dieser heilige Eifer, der den Irrtum entlarvt und der Wahrheit Geltung verschafft. Dieser Augenblick ist kostbar, die Gelegenheit einzigartig: Du ergreifst die Initiative und sprichst den Denkfehler an, der ihren Worten zugrunde liegt. Du fĂŒrchtest dich nicht vor ihnen und weist diese gebildeten Herren mit astreiner Logik zurecht.

3. Zuerst fesseln, dann befreien. Du, Jesus, bist der Einzige, der die Macht hat, DĂ€monen auszutreiben. Jeder andere vermag es nur in deinem Namen zu tun. Du fesselst den Satan und kannst ihm daraufhin die Menschen entreißen. Du arbeitest nicht mit den KrĂ€ften der Finsternis zusammen, machst keine GeschĂ€fte mit ihnen. Du besiegst sie mit der dir eigenen Vollmacht. Setze sie zu unserer Befreiung ein!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, deine Art zu denken und zu sprechen ist klar und einfach. Ich will teilhaben an deiner Klarheit und meinen Mitmenschen in Einfachheit und Ehrlichkeit begegnen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute in einem stillen Moment das Gebet des Herrn beten, also auch um Befreiung vom Bösen bitten.


Verwandt mit Jesus

29. Januar 2019

Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Josef Freinademetz, Missionar
Hl. Valerius von Trier, Bischof

P. Leonhard Maier LC

Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine BrĂŒder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂŒder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂŒder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich will zu deiner Familie gehören. Ich bewundere dich und um dich kreisen all meine Gedanken. Was kann ich tun, um immer mit dir zu leben und bei dir zu sein?

Bitte: Bitte nimm mich auf in den Kreis deiner Freunde, deiner Verwandten!

1. Falsche Sicherheit der Verwandten. Wie es damals den Verwandten Jesu erging, kann es auch uns Katholiken heute ergehen, wenn wir denken: „In der Kirche, die Jesus von Anfang an gegrĂŒndet hat, sind wir dabeigeblieben. Wir haben den anderen etwas voraus!“ Leben wir wirklich in seinem Sinn? Durchdringen uns seine GefĂŒhle? Sind und arbeiten wir auf einer „Linie“ mit ihm?

2. Meine eigenen PlĂ€ne loslassen. FĂŒr Jesus ist das hier der zentrale Punkt: dass ich an dem interessiert bin, was Gott will. Wenn ich jemanden liebe, dann verzichte ich gerne auf meine Vorstellungen, um der geliebten Person nachzugeben. Echt ist meine Liebe zu Gott dann, wenn ich mein Verhalten Ă€ndern kann, weil ich merke, dass Gott das jetzt von mir will. Schenke ich Gott heute meine Zeit im Gebet? Helfe ich ihm in den BedĂŒrftigen, die mich heute vielleicht stören werden? Werde ich diesmal egoistische Gedanken durch Gedanken der Liebe ersetzen?

3. Heute neu beginnen. Jesus, ob ich dich heute liebe, das entscheidet sich jetzt. In dieser Gebetszeit kann dieser Tag neu werden. Egal, wie abgelenkt und oberflĂ€chlich ich bisher war: Du gibst mir die Gelegenheit fĂŒr einen Neuanfang. Oft habe ich aus Schwachheit den Willen Gottes nicht getan. Doch ich wĂŒrde ihn gerne tun. Ich bitte dich um deine Hilfe! Bei Liebesbeweisen zĂ€hlen nicht die schönen GefĂŒhle, sondern die Taten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus Christus, es ist eine Lust, dich im Evangelium etwas besser kennenlernen zu dĂŒrfen! Du forderst konkrete Werke: Es reicht nicht, dich gerne zu haben. Taten mĂŒssen meine Liebe zu dir belegen.

Möglicher Vorsatz: TagsĂŒber widme ich dir einen Besuch in einer Kirche: Dort will ich etwas extra Zeit mit dir verbringen.


Einer kann Frucht bringen fĂŒr hundert andere

30. Januar 2019

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Adelgunde OSB, Äbtissin
Hl. Maria Ward, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Martina von Rom, MĂ€rtyrerin

P. Leonhard Maier LC

Mk 4,1-20
In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der SĂ€mann sĂ€t das Wort. Auf den Weg fĂ€llt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesĂ€t wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fĂ€llt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbestĂ€ndig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fĂ€llt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trĂŒgerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesĂ€t, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie wĂŒrde dein Reich blĂŒhen, wenn jeder Mensch fĂŒr dich brennen wĂŒrde!

Bitte: Nimm mich und entzĂŒnde mit meinem Leben hundert Menschenseelen, damit sie Sehnsucht nach dir haben und fĂŒr dich brennen!

1. SĂ€mann sein wie Du. Du hast mich gerufen, dir will ich nachfolgen und deshalb will ich auch SĂ€mann sein: Deine Liebe verteilen durch meine Blicke, Gedanken und Worte. Heute werde ich vielleicht zwanzig Nachrichten mit meinem Handy verschicken: Jede Zeile soll Zeugnis geben von der Freude, die du mir schenkst. Etwas von meiner Aussaat wird reiche Frucht bringen, wenn du, Jesus, deine Gnade dazugibst.

2. Du brauchst mein „Ja“. Du hast mir so viel anvertraut: die Geheimnisse deines Reiches! Mit diesem „Talent“ will ich wirtschaften. Die Freundschaft mit dir ist die wertvolle „Perle“, fĂŒr die ich alles verkauft habe: Du bist mein Reichtum, den ich mit vollen HĂ€nden an die weiterverteilen soll, die hungern nach einem attraktiven Leben, einem Leben voller Sinn und ErfĂŒllung.

3. Kraft fĂŒr die Krise. Heute brauche ich Verwurzelung in dir! Nur du kannst mir im Humus deiner Gnade die Energie geben, die ich brauche: damit in mir die Sehnsucht nach Heiligkeit weiterlebt. Tausend Ablenkungen, die mich abbringen können von dir! ErfĂŒlle du mich jetzt ganz, denn sonst haben die lĂ€cherlichsten Dinge in meinem Herzen Platz.

GesprĂ€ch mit Christus: Es ĂŒberwĂ€ltigt mich, dass du mich in deinen engen Mitarbeiterkreis einlĂ€dst. Du berufst mich, reiche Frucht zu bringen. Sei du die Quelle meiner Fruchtbarkeit und sei du meine Ausdauer!

Möglicher Vorsatz: Bei der nĂ€chsten Herausforderung werde ich Christus bitten: „O Gott, komm mir zu Hilfe! Herr, eile mir zu helfen!“


Zeige, wer du als Christ bist!

31. Januar 2019

Hl. Johannes Bosco, OrdensgrĂŒnder
Gedenktag

P. Leonhard Maier LC

Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: ZĂŒndet man etwa ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast Großes an mir getan! Seit meiner Taufe brennt dein Gnadenfeuer in mir: Mein Leben soll einen „FlĂ€chenbrand“ in Gang setzen. Deine Liebe soll jeden erfassen, der mit mir in Kontakt tritt!

Bitte: Lass dein Feuer in mir stark und widerstandsfĂ€hig werden! Es sei so stark, dass keine SĂŒnde es auslöscht, keine Entmutigung oder Traurigkeit!

1. Strahle du in mir! Jesus, du bist „radioaktiv“, keiner kann sich deiner Ausstrahlung entziehen. Die DĂ€monen fĂŒrchten dich, doch ich als dein Freund jauchze, wenn ich deine Stimme höre. Wenn ich die Wahrheit höre, dann hĂŒpft mein Herz höher, denn du bist die Wahrheit. Ich weiß, dass du der Einzige bist, der uns Menschen tief im Herzen erfĂŒllen kann. Wer wahrhaft auf der Suche ist, der wird dich finden. Du bist verborgen, doch eigentlich bist du offenbar. Ich bin es, der in der „Verneblung“ der SĂŒnde lebt. Dein Licht, deine Wahrheit soll diesen dunklen Nebel in mir besiegen! Du sollst in mir leben: Ich will dich bezeugen!

2. LĂ€cherlich, sich vor dir verstecken zu wollen! Da gibt es Dinge, die ich verstecken will vor deinem Blick und vor dem anderer Menschen. Es wĂ€re mir total peinlich, wenn das jemand wĂŒsste. Ich schĂ€me mich fĂŒr die SĂŒnde: Doch will ich sie heute nicht vor dir verstecken. Ich spreche sie offen an, halte sie dir hin und benenne sie vor deinem Stellvertreter, dem Priester und vor dem, den du mir als geistlichen Begleiter zur Seite gestellt hast. Das ist Leben in der Wahrheit: Wenn ich dir sage, was du eh schon weißt. Du holst mich heraus aus der SĂŒnde, hinein in dein Liebesfeuer, hinein in die Gnade.

3. Je mehr ich dich weitergebe, desto mehr werde ich selbst beschenkt. Papst Franziskus lĂ€dt uns ein, eine missionarische Kirche zu sein. Aber Gott geben kann nur der, der schon selbst eine Beziehung zu ihm hat. Indem ich nun diesen Gott bezeuge und mich dabei vergesse, bin ich selber schlussendlich der am meisten Beschenkte. Wenn ich mein GlĂŒck aber nicht irgendwie weitergebe, sondern daran festhalten will, dann werde ich es verlieren: Ich bin dann nĂ€mlich kein authentischer Christ. Die Liebe Christi drĂ€ngt uns, Zeugnis zu geben von der Hoffnung, die uns erfĂŒllt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wenn ich glĂŒcklich sein will, dann muss ich meinen NĂ€chsten glĂŒcklich machen: indem ich dich bezeuge. Nur du kannst unsere tiefsten SehnsĂŒchte erfĂŒllen. Nur bei dir kommt mein Herz zur Ruhe.

Möglicher Vorsatz: Der Erste, der mir heute begegnet, soll von mir ein Zeugnis bekommen, wie mich die Beziehung zu Christus erfĂŒllt: durch ein LĂ€cheln, durch ein Wort, durch eine Geste.


Fruchtbar sein fĂŒr das Reich Gottes

1. Februar 2019

Freitag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Brigida von Kildare, Äbtissin
Hl. Severus, Bischof
Hl. Sigisbert III., König

P. Leonhard Maier LC

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sĂ€t; dann schlĂ€ft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wĂ€chst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sĂ€t. Ist es aber gesĂ€t, dann geht es auf und wird grĂ¶ĂŸer als alle anderen GewĂ€chse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkĂŒndete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen JĂŒngern aber erklĂ€rte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein Leben soll fruchtbar sein fĂŒr dein Reich: Danach sehne ich mich!

Bitte: Zeige mir, wie ich heute reiche Frucht bringen kann!

1. AussĂ€en und dann keine Sorgen mehr machen. Der SĂ€mann legt sich zum Schlafen, nachdem er seine Arbeit getan hat: Er weiß, dass der Samen jetzt allein aufgehen muss. Was wĂŒrde das zum Beispiel fĂŒr Eltern bedeuten, die ihre Kinder erziehen? - Ich brauche meine Kinder nicht mit Überwachungskameras zu umgeben, sie dĂŒrfen in einem Klima verantwortungsbewusster Freiheit aufwachsen: Meine Erziehung, mein Vorbild haben die grĂ¶ĂŸere Wirkung. Mein Gebet und meine hingebungsvolle Liebe bewĂ€ssern den bereits ausgestreuten Samen. Dann ist die Arbeit getan: Ich darf in innerem Frieden leben, denn die Frucht wird aufgehen.

2. Die Ernte nicht verdorren lassen. Diese Aufgabe aber hat der Bauer, alias SĂ€mann, noch: Er muss im richtigen Augenblick die Sichel anlegen! Sonst verdorrt die Ernte. Jesus spricht an anderer Stelle davon, dass die Felder reif sind fĂŒr die Ernte. Doch ihm fehlen Arbeiter im Weinberg. Wo ist in meinem Aufgabenbereich der Zeitpunkt fĂŒr die Ernte gekommen? Wo bin ich gerufen, FrĂŒchte einzubringen? Verfolge ich aufmerksam das Wachsen meiner Aussaat? Übersehe ich die Gelegenheit zur Ernte?

3. Das Reich Gottes hat die allerzartesten AnfĂ€nge. Die AnfĂ€nge des Reiches Gottes scheinen oft unprofessionell zu sein: ohne Geld und ausreichend Proviant fĂŒr die Zukunft. Doch gerade da zeigt sich die Macht Gottes: im Unscheinbaren und in der SchwĂ€che. Aus dem kleinsten Samen wird dann das, was alles ĂŒberdauert: Mit zwölf Fischern und Zöllnern begann die Kirche, die von den Pforten der Hölle nicht ĂŒberwunden wird und durch Gottes Macht feststeht bis ans Ende der Zeiten. Inzwischen haben reiche Menschen mit ihren Unternehmen allemal Konkurs angemeldet... Doch das Reich Gottes, das auf der Erde schon in der Kirche gegenwĂ€rtig ist, bleibt immer der hoch aufragende „Baum“, in dessen Schatten alle Völker Schutz suchen können.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will gerne ein kluger SĂ€mann fĂŒr dein Reich sein! Schenke mir das GlĂŒck, ein Arbeiter in deinem Weinberg zu sein. Damit du eine reiche Ernte in deine Scheune einfĂ€hrst!

Möglicher Vorsatz: Heute widme ich meine Gebete und Opfer der Person, die mir momentan besonders anvertraut ist. Auf diese Weise will ich etwas Samen fĂŒr das Reich Gottes ausstreuen.


Wie ich heute Gott erfahren kann

2. Februar 2019

Darstellung des Herrn (MariÀ Lichtmess)
Fest

Hl. Dietrich, Bischof
Hl. Markward, Bischof
Hl. Bodo
Hl. Maria Katharina Kasper, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Alfred Delp SJ, MĂ€rtyrer

P. Leonhard Maier LC

Lk 2,22-40
Es kam fĂŒr die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemĂ€ĂŸ dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede mĂ€nnliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel gefĂŒhrt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfĂŒllen, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lĂ€sst du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit fĂŒr dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten ĂŒber die Worte, die ĂŒber Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter PenuĂ«ls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges MĂ€dchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich stĂ€ndig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach ĂŒber das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach GalilĂ€a in ihre Stadt Nazaret zurĂŒck. Das Kind wuchs heran und wurde krĂ€ftig; Gott erfĂŒllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte dich sehen! Heute möchte ich nichts von dem verpassen, was mir deine Gnade bieten kann. Ich muss nicht warten: Denn du kannst mich augenblicklich erfĂŒllen.

Bitte: Gib mir heute eine tiefe Begegnung mit dir! Schenke mir jetzt eine echte Bekehrung!

1. Du kannst die mehr beschenken, die deine Gesetze befolgen. Maria und Josef erfĂŒllen die vom Gesetz vorgeschriebene Reinigung: Dabei treffen sie auf den greisen Simeon und die Prophetin Hanna, die Gott ernst nehmen und so leben, wie es den Juden von Gott offenbart worden war. Diese vier gottesfĂŒrchtigen Menschen dĂŒrfen zusammen eine bewegende Gotteserfahrung machen, dĂŒrfen das Heil schauen, das Gott fĂŒr alle vorbereitet hat: Jesus Christus. Auch ich kenne das Gesetz Gottes und habe die Möglichkeit, dementsprechend zu leben. Und dennoch breche ich dieses Gesetz so oft und so leichtfertig. Liegt es nicht auch daran, dass mir Gott manchmal fremd erscheint? Könnte ich das Gesetz Gottes nicht feinfĂŒhliger umsetzen?

2. Jesus „eckt“ an. Der echte Jesus wird keinen „kalt“ lassen: Jeder hat seine Meinung ĂŒber ihn. Sicher, mit Abstufungen, aber entweder glĂŒhe ich vor Begeisterung fĂŒr ihn oder ich lehne ihn ab. Komme ich durch Jesus zu Fall oder werde ich durch ihn aufgerichtet? Ich will mich heute von dir, Jesus, herausfordern lassen. Heute soll sich alles um dich drehen. Du sollst meine Nummer 1 sein, meine Nummer 2, meine Nummer 3 und meine Nummer 4. Danach erst alles andere. Im ersten Menschen, der mir heute begegnet, werde ich dich sehen. In genau diesem NĂ€chsten will ich dich in feinfĂŒhliger Weise lieben.

3. Treue und Liebe zum Papst. Alles in dieser Evangeliumsstelle „atmet“ treue ErfĂŒllung des jĂŒdischen Gesetzes. Da gibt es diese Liebe zum Gesetz Gottes, keine aufmĂŒpfige Trotzhaltung, kein „das ist doch fĂŒr Gott egal“. Simeon, Hanna, Josef und Maria bemĂŒhen sich echt, Gottes Willen zu erfĂŒllen. Und ich? Interessiert mich, was Gott angeordnet hat durch seine Kirche und seine Apostel? Frage ich danach, was sich der Papst gerade von uns Christen wĂŒnscht? Oder lehne ich den ab, dem Jesus die SchlĂŒssel seines Reiches anvertraut hat? FĂŒhle ich mich ihm vielleicht herzlich verbunden? Diese kindliche Verbundenheit mit dem Papst wird es mir in jedem Fall leichter machen, Gott in der Kirche zu erfahren.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hol mich heraus aus meiner Komfortzone! Lass mich heute vorwĂ€rts kommen auf dem Weg zum „Gipfel“, der mein Lebensziel ist: Ich will mich heute aufmachen zu dir!

Möglicher Vorsatz: Ich plane gute zehn Minuten oder mehr fĂŒr das Gebet ein.