Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. Januar 2019 bis Samstag 26. Januar 2019

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Marias verborgene Rolle Sonntag
Neuer Wein und neue SchlÀucheMontag
Der Geist der GeboteDienstag
Lieben ist immer erlaubtMittwoch
Jesus Christus ist die BotschaftDonnerstag
Das Geschenk des freien WillensFreitag
Ansehen bei Gott oder bei den MenschenSamstag


Marias verborgene Rolle

20. Januar 2019

Zweiter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Fabian, Papst, MĂ€rtyrer
Hl. Sebastian, MĂ€rtyrer
Hl. Ursula Haider, Mystikerin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Joh 2,1-11
In jener Zeit fand in Kana in GalilĂ€a eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine JĂŒnger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne WasserkrĂŒge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefĂ€hr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: FĂŒllt die KrĂŒge mit Wasser! Und sie fĂŒllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der fĂŒr das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den BrĂ€utigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die GĂ€ste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurĂŒckgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in GalilĂ€a, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine JĂŒnger glaubten an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Herr, durch deine Auferstehung schenkst du uns die Hoffnung auf ewiges Leben. Der Tod ist nicht Ende, sondern Beginn des wahren Lebens. Lass mich in Freude deiner Auferstehung gedenken und den heutigen Tag wahrhaft als Tag des Herrn begehen. Dir zur Freude werde ich jetzt diese Evangeliumsstelle betrachten.

Bitte: Schenke uns Liebe zu deiner Mutter!

1. Marias Rolle. Es ist ungewöhnlich, wie der Evangelist die ersten beiden SĂ€tze dieser Evangeliumsstelle formuliert. Im ersten Satz heißt es, die Mutter Jesu war bei der Hochzeit dabei. Im zweiten klingt die Bemerkung, dass auch Jesus und seine JĂŒnger eingeladen waren, fast beilĂ€ufig oder nebensĂ€chlich. Offensichtlich möchte er zeigen, dass Maria hier eine zentrale Rolle spielt. Sie ist es, die als erste bemerkt, dass der Wein ausgeht. Sie trĂ€gt Jesus das Problem vor. Sie ist es, die unerschĂŒtterlich auf ihn vertraut und trotz einer scheinbar ablehnenden Antwort Jesu die Diener damit beauftragt, seinen Worten entsprechend zu handeln. Und so tut Jesus sein erstes Zeichen, offenbart seine Herrlichkeit und seine JĂŒnger glauben an ihn, obwohl seine Stunde noch nicht gekommen war. Auf die Bitte seiner Mutter wirkt er sein erstes Wunder also „vor der Zeit“.

2. Die vollkommene Bundeslade. Die zweite Person der Dreifaltigkeit, das Ewige Wort, das sich aus Liebe zu den Menschen dazu herablassen wollte, Mensch zu werden, konnte nur eine Jungfrau wĂ€hlen, die vollkommen rein, keusch und liebevoll war, um in ihr Fleisch anzunehmen. Beim Exodus wurde das Manna, das Brot vom Himmel, in der goldenen Bundeslade aufbewahrt, bedeckt mit der Versöhnungsplatte, von Cherubim bewacht, verborgen hinter dem Vorhang des Bundeszeltes. Was hatte Gott da erst fĂŒr Jesus, das wahre Brot vom Himmel, vorbereitet? Einen viel unversehrteren und kostbareren Schrein als die goldene Bundeslade: Maria, die Mutter Gottes, gekleidet in jungfrĂ€uliche Reinheit, vollkommene Demut, erhabene Liebe und alle Tugenden.

3. Damit Jesus in uns Gestalt annimmt. â€žWas er euch sagt, das tut!“ Das ist der letzte Satz, den Maria im Evangelium spricht. Sie bleibt ganz und gar im Hintergrund, verborgen und demĂŒtig. Wie schon bei der VerkĂŒndigung, als der Heilige Geist ĂŒber sie kam, und bei der Hochzeit von Kana, als das Wunder der Eucharistie angedeutet wurde, wie in ihrem ganzen Leben, so tritt sie auch jetzt vom Himmel her als Dienerin des Heiligen Geistes fĂŒr uns ein. Sie erwirkt uns Gnaden, damit Jesus in uns immer mehr Gestalt annimmt: Wir sollen immer mehr denken, wie Jesus denkt; fĂŒhlen, wie Jesus fĂŒhlt; handeln, wie Jesus handelt; lieben, wie Jesus liebt. Maria ist der beste, sicherste, schnellste Weg zu Jesus Christus. Wie bei der Hochzeit von Kana spielt Maria auch bei der Umwandlung unserer Herzen eine zwar verborgene, aber sehr wichtige Rolle.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Gott, ich danke dir, dass du uns Maria zur Mutter gegeben hast. Danke, dass die strahlende Königin des Himmels auch meine Mutter ist und sich mit mĂŒtterlicher Liebe um mich sorgt. Lass mich von ihr lernen und mit ihrer Hilfe dir nĂ€herkommen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde Maria ein persönliches Anliegen oder Problem anvertrauen, damit sie es vor Gott bringt.


Neuer Wein und neue SchlÀuche

21. Januar 2019

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinrad OSB
Hl. Agnes, MĂ€rtyrerin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 2,18-22
Da die JĂŒnger des Johannes und die PharisĂ€er zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend die JĂŒnger des Johannes und die JĂŒnger der PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste fasten, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand nĂ€ht ein StĂŒck neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch grĂ¶ĂŸerer Riss. Auch fĂŒllt niemand neuen Wein in alte SchlĂ€uche. Sonst zerreißt der Wein die SchlĂ€uche; der Wein ist verloren, und die SchlĂ€uche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue SchlĂ€uche.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Gott, ich will dich loben und dir danken fĂŒr all das Gute, das ich von dir empfange. Das Leben, die Menschen, die mir nahe sind, meine Talente und FĂ€higkeiten, Essen und ein Dach ĂŒber dem Kopf, alles ist dein Geschenk. Ich will dir jetzt ein wenig zurĂŒckgeben und versuchen, deine Botschaft in mich aufzunehmen.

Bitte: Lass uns an deine Liebe glauben und neue Menschen werden!

1. Vom rechten Geist beseelt. Bei den Juden wie auch bis heute bei fast allen Religionen spielen Fasten und Verzicht eine wichtige Rolle. FĂŒr uns Christen ist es nicht anders. Fasten und Verzicht bringen eine Vielzahl positiver Wirkungen hervor. Aber sie mĂŒssen beseelt sein vom rechten Geist, sonst bleiben die Effekte auf einer rein natĂŒrlichen Ebene und die auf Gott gerichtete Motivation gering. Wie den JĂŒngern damals, so hilft es heute auch uns, zunĂ€chst die Gegenwart und Liebe des BrĂ€utigams Jesus in unserem eigenen Leben zu erfahren. Seine GĂŒte, seine Freude, sein Friede sollen in unserem Leben sein. Wir sollen mit fester Überzeugung glauben, dass er fĂŒr unser Leben die FĂŒlle will und nicht UnterdrĂŒckung und Verzicht. Erst dann erhĂ€lt das Fasten als Mittel, um fĂŒr uns selbst und andere Gnaden zu erlangen, seine wahre Bedeutung.

2. Wir sind zur Herrschaft des Geistes berufen. Sind die PlĂ€ne, die Gott mit uns und unserem Leben hat, wirklich nur gut? Ist sein Wille nicht doch manchmal „schlecht“ fĂŒr uns? Wir erleben so viel persönliches Leid, Misserfolge und Niederlagen, Gott nimmt uns Dinge, die wir gern haben
 Es gibt doch so viele Kreuze und Leiden im eigenen Leben und auf der ganzen Welt. Trotz all dieser Anfechtungen hat jeder von uns die Gnade, den Glauben zu bewahren und in ihm Kraft zu finden. Mit seiner Hilfe ist es möglich, in jeder Schwierigkeit, in jedem Schicksalsschlag die Gegenwart Gottes zu erkennen und zu erfahren. Ja, Kreuz und Leid werden immer Teil des irdischen Lebens sein. Was Jesus Christus uns jedoch mit seiner Erlösung gebracht hat, ist die „FĂ€higkeit“, uns im Geist ĂŒber alles Irdische und Materielle zu erheben und so in der Freude und im Frieden Gottes zu bleiben. Welch schöne Perspektive fĂŒr uns ist die Herrschaft des Geistes ĂŒber alles Körperliche, Irdische, VergĂ€ngliche!

3. Uns selbst erneuern und uns von Gott erneuern lassen. Jesus Christus bringt eine neue Lehre, einen neuen Lebensstil. Er sagt, es genĂŒgt nicht, so weiterzuleben wie bisher und nur dort, wo es Probleme gibt, seine Lehre anzuwenden. Wie beim neuen StĂŒck Stoff auf dem alten Kleid wĂŒrde dabei nur noch mehr kaputtgehen. FĂŒr den neuen Wein der frohen Botschaft Jesu mĂŒssen wir uns selbst ganz erneuern. Sonst wĂŒrde frĂŒher oder spĂ€ter doch wieder verloren gehen, was er uns an Gnaden schenkt. Umkehr und Buße, die Abkehr von schlechten oder gar sĂŒndhaften Gewohnheiten, ehrliche Reue und der feste Wille zur Besserung sind die Voraussetzung fĂŒr das Wirken Gottes in unserem Leben. Um zur wunderbaren Herrschaft des Geistes zu gelangen, um zum neuen Menschen zu werden, liegt unser Beitrag im festen Vertrauen auf die GĂŒte des BrĂ€utigams und im entschlossenen Kampf gegen die Gewohnheiten des alten Menschen. Alles Weitere wirkt der Herr unsichtbar in unserer Seele.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus Christus, mit der glĂŒhenden Liebe eines BrĂ€utigams liebst du jeden Menschen, auch mich, trotz all meiner Fehler. Lass mich glauben, dass die PlĂ€ne, die du mit mir hast immer nur gut sind, und dass du jedes Leid in eine noch grĂ¶ĂŸere Freude verwandeln möchtest. Ich will mit fester Entschlossenheit umkehren und anders leben. Mach du mich zu einem neuen Menschen und schenke mir die Herrschaft des Geistes.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute entschlossen versuchen, einer schlechten Gewohnheit nicht nachzugeben.


Der Geist der Gebote

22. Januar 2019

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon, MĂ€rtyrer
Hl. Vinzenz Pallotti SAC

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine JĂŒnger Ähren ab. Da sagten die PharisĂ€er zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fĂŒgte hinzu: Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da, nicht der Mensch fĂŒr den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂŒlle mein Herz mit deiner Gegenwart und mit deinem Licht. Lehre mich beten und hilf mir, jetzt so zu beten und zu betrachten, wie es dir gefĂ€llt.

Bitte: Lass mich deine Gebote wahrhaft kennen und danach leben.

1. Gesetz Gottes und Gesetz der Menschen. Was fĂŒr uns der Sonntag ist, war der Sabbat fĂŒr die Juden – auf jeweils eigene Weise: der Tag des Herrn. Damit die Menschen ihn auch tatsĂ€chlich heiligten, gab es Vorschriften, die helfen sollten, wirklich zur Ruhe zu kommen (z.B. maximal einen Sabbatweg zurĂŒcklegen, kein Holz sammeln, keinen Handel treiben). Es kamen aber auch viele rein menschliche Verbote hinzu (z.B. die Zubereitung eines Teigs, das Tragen eines Gegenstands usw.). Ähren abreißen gehörte allerdings nicht dazu (vgl. Deut 23,26). Wenn Jesus nun an anderer Stelle sagt, er sei nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfĂŒllen; und wenn er weiterhin sagt, dass „auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen wird“, dann meint er damit nicht rein menschliche Gesetze, die im Lauf der Zeit entstanden sind, sondern das ursprĂŒngliche Gesetz Gottes, das den Israeliten am Sinai gegeben wurde. Die zehn Gebote sollen wir ihrem Inhalt und Wesen nach leben. Jesus ist gekommen, um den tiefen Sinn der zehn Gebote zu offenbaren, die immer gĂŒltig sein werden.

2. Aus Liebe zu Gott die Gebote halten. Ein Problem der menschlichen Gesetze war, dass es irgendwann zu viele wurden und die Juden schon allein dadurch daran gehindert wurden, die Gebote frei und aus Überzeugung zu beobachten. Außerdem lag der Fokus mehr und mehr auf einer rein Ă€ußerlichen ErfĂŒllung. Wer die Vielzahl der Gesetze perfekt erfĂŒllte, war ein guter Israelit. Gott ist aber nicht an einer bloß Ă€ußerlichen Einhaltung der Gebote interessiert. Vielmehr soll sie Ausdruck der Liebe zu ihm sein und von Glaube und Vertrauen zeugen. Es geht bei alledem um Gott, der uns aus Liebe einen Weg zum ewigen Leben aufzeigt, und es geht um unsere Antwort auf seine Liebe. Hier steht die persönliche, liebevolle Beziehung zwischen Gott und Mensch im Mittelpunkt, nicht die sklavische Einhaltung der Regeln eines Despoten.

3. Der den Geboten zugrundeliegende Geist. Somit ist es Ă€ußerst wichtig, nicht nur die Gebote zu kennen, sondern auch den Geist, der ihnen zugrundliegt. Nur dann können wir sie wahrhaft erfĂŒllen. Je besser wir das Warum der Gebote Gottes verstehen, desto eher können wir sie einhalten und in jeder Situation gemĂ€ĂŸ dem Willen Gottes handeln. Mehr noch, manchmal sind Ausnahmen nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Das Warum eines Tempolimits z.B. liegt hauptsĂ€chlich darin, die Sicherheit der Menschen zu gewĂ€hrleisten. Sollte man jedoch einen Schwerverletzten im Auto transportieren mĂŒssen, darf man guten Gewissens schneller fahren, solange man nicht andere gefĂ€hrdet. Wer also genauso kleinlich wie die PharisĂ€er das Wesentliche vergisst und stattdessen auf eine minutiöse Einhaltung aller Regeln pocht, der lĂ€uft nicht nur Gefahr, sich wie die PharisĂ€er lĂ€cherlich zu machen, sondern er lebt auch immer wieder am Willen Gottes vorbei.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Herr, fĂŒr deine Offenbarung, die uns lehrt, immer auf dem sicheren Weg zum ewigen Leben zu gehen. Danke, dass du uns deine Gebote als Wegweiser schenkst. Hilf mir, sie immer besser zu verstehen und zu erfĂŒllen. Lass mich nie kleinlich oder engstirnig werden, sondern lehre mich, sie allezeit aus Liebe zu dir zu erfĂŒllen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute nachsichtig sein mit allen, die einen Fehler begehen.


Lieben ist immer erlaubt

23. Januar 2019

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse OP, Mystiker
Hl. Hartmut OSB, Abt

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nĂ€mlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer ĂŒber ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die PharisĂ€er hinaus und fassten zusammen mit den AnhĂ€ngern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ein verstocktes Herz macht dich traurig und wĂŒtend. Ich will versuchen, jede Verstocktheit zu meiden und fĂŒr dich ganz offen zu sein. Wirke du in meinem Herzen und lass mich die Frohe Botschaft immer mehr aus innerer Überzeugung leben.

Bitte: Hilf mir, in allem, was ich tue, aus Liebe zu handeln!

1. Die Bereitschaft, falsche Überzeugungen aufzugeben. Vielleicht denken wir manchmal: Wenn ich die Wunder miterlebt hĂ€tte, die Jesus getan hat, dann wĂŒrde ich viel mehr Glauben haben. Jesus hat sie tatsĂ€chlich vor allem gewirkt, damit die Menschen glauben können. Aber damals wie heute kommt der Glaube nicht automatisch. Wie viele Menschen haben damals die Wunder Jesu gesehen und doch nicht geglaubt? Die PharisĂ€er wollten Jesus verurteilen, ganz und gar nicht an ihn glauben. Sie wollten lieber ihre alten Traditionen beibehalten und partout ihre Überzeugung nicht aufgeben, dass sie den wahren Glauben besitzen. In ihrem Stolz sind sie nicht auf die Idee gekommen, dass jemand, der sich nicht perfekt an ihre Vorschriften hĂ€lt, der Messias sein könnte. Der Glaube und die stĂ€ndige Suche nach der Wahrheit setzen den Willen und die Bereitschaft voraus, falsche Überzeugungen aufzugeben.

2. Den Tag des Herrn heiligen. Auch an dieser Evangeliumsstelle zeigt Jesus, dass es Wichtigeres gibt, als die perfekte ErfĂŒllung aller Ă€ußeren Sabbatsgebote und -verbote. Er zeigt auf, was es wirklich bedeutet, das dritte Gebot zu erfĂŒllen und den Sabbat zu heiligen. Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da, er soll eine Hilfe fĂŒr ihn sein. Wir brauchen einen Tag in der Woche, an dem es uns nicht an erster Stelle um Arbeit und den Lebensunterhalt geht, sondern um Gott. Ruhe und Erholung gehören auch dazu, aber sie stehen nicht im Mittelpunkt. Vor allem sollen wir an diesem Tag Zeit fĂŒr Gott, fĂŒrs Gebet haben und uns wieder auf die wirklich wesentlichen Dinge im Leben besinnen. Hoffentlich gehören diese Dinge fĂŒr uns zum Sonntag dazu und nicht nur Erholung, Bequemlichkeit und unsere eigenen Interessen.

3. Liebe ist Hingabe ohne Maß. Die ErfĂŒllung des ganzen Gesetzes ist die Liebe. Ohne die Liebe haben auch die zehn Gebote keinen Sinn, und noch viel weniger irgendwelche menschlichen Vorschriften bezĂŒglich des Sabbats. Lieben ist also am Sabbat immer erlaubt, egal wie diese Liebe aussieht oder mit wie viel MĂŒhe sie verbunden ist. Wer seinen Mitmenschen das Herz verschließt, verschließt es auch Gott, und Gott verschließt ihm das seine. Wenn die Liebe fehlt, ist das Gebet nutzlos. Der Empfang der Sakramente bringt dann auch keine Frucht. Wie können wir uns am Brot vom Himmel sĂ€ttigen, wenn wir anderen das Brot verweigern? Jesus hat in seiner Hingabe an uns sĂŒndige Menschen kein Maß gekannt. Sollte unsere Hingabe nicht ebenso grenzenlos sein? Wer Gott und den NĂ€chsten nicht liebt, lebt am Sinn der Gebote vorbei.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Gott, es ist nicht immer leicht, deine Botschaft und deinen Willen anzunehmen. Oft stehen uns falsche Vorstellungen im Weg oder es fehlt uns die Bereitschaft zur Umkehr. Schenke uns die Offenheit und den guten Willen, alles aus deiner Hand anzunehmen, im festen Vertrauen darauf, dass du immer das Beste fĂŒr uns willst.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute die NĂ€chstenliebe ĂŒben und ein gutes Werk tun.


Jesus Christus ist die Botschaft

24. Januar 2019

Hl. Franz von Sales, Bischof von Genf, OrdensgrĂŒnder, Kirchenlehrer
Gedenktag

Hl. Vera von Clermont, WohltÀterin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen JĂŒngern an den See zurĂŒck. Viele Menschen aus GalilĂ€a aber folgten ihm. Auch aus JudĂ€a, aus Jerusalem und IdumĂ€a, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen JĂŒngern, sie sollten ein Boot fĂŒr ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrĂŒckt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrĂ€ngten, um ihn zu berĂŒhren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, mein Herr und Gott, mein Freund und Bruder, damals sind Scharen von Menschen zu dir gekommen. Viele nur aus Neugier, viele um geheilt zu werden, so viele haben deine Wunder gesehen. Doch wie viele haben sich von dir und deiner Botschaft berĂŒhren lassen? Ich will jetzt im Gebet und im Glauben zu dir kommen und offen sein fĂŒr deine Eingebungen und dein Wirken.

Bitte: Lass mich dir immer den ersten Platz in meinem Leben geben!

1. Auf der Suche nach Jesus. Wie leicht ist es, diese Zeilen des Evangeliums zu ĂŒberfliegen und sich nichts Besonderes dabei zu denken! Dabei ist das, was sich dort ereignet, alles andere als normal. Jesus heilt so viele Menschen, dass sich alle Kranken um ihn drĂ€ngen, nur um ihn zu berĂŒhren. Ein leichter Kontakt mit ihm, verbunden mit dem Glauben, genĂŒgt, um geheilt zu werden! Jesus möchte den Glauben jener Menschen belohnen, die Tage oder vielleicht sogar Wochen gereist sind, um ihn zu finden und Heilung zu erbitten. Diese Menschen haben zu Hause alles stehen und liegen gelassen und sind abgereist ins Ungewisse. Sie hatten keinerlei Garantien, dass sie geheilt wĂŒrden. Aber sie sind das Risiko eingegangen.

2. Die Begeisterung fĂŒr Jesus. Scharen von Menschen strömten bei Jesus zusammen. Wie groß muss eine Menschenmenge denn sein, dass man Angst haben muss, im Freien erdrĂŒckt zu werden? Eine Handvoll Leute reichen da nicht aus. Es schien Alltag zu sein, dass sich hunderte oder gar tausende Menschen um Jesus versammelten. Es war ein riesiges Ereignis, Jesus zu sehen, seine Wunder zu erleben, seine Predigten zu hören. Heute befinden wir uns in einer anderen Situation. Wenn wir einmal von Papstreisen absehen, gibt es in der Regel kein großes Spektakel mehr, und doch haben wir sehr einfachen Zugang zu Jesus Christus. Wir haben sein Wort in der Heiligen Schrift. Wir haben seine verborgene Gegenwart im Tabernakel. Wir haben seinen Heiligen Geist, der uns lehrt und in uns wirkt. Aber bedeutet uns das denn irgendetwas?

3. Der Kern der Botschaft. Wer sich die MĂŒhe macht, die 16 Kapitel des Evangeliums nach Markus auf der Suche nach Predigten von Jesus zu durchforsten, der wird bald stutzig. Man liest allerlei Dinge, die sich ereignen, aber wo ist die Botschaft Jesu? Man wird so gut wie nichts finden. Wieso schreibt der Evangelist also so viel, ohne uns die Botschaft des Evangeliums Jesu zu ĂŒbermitteln? Hat er das einfach vergessen? ErzĂ€hlt er nur gern, ohne die Inhalte zu kennen? Nein, jedes Wort ist sehr bewusst gewĂ€hlt, jedes Ereignis und jedes Wunder handverlesen ausgesucht und an die entsprechende Stelle gesetzt. Der Kern des Ganzen: Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was wir tun können und sollen, sondern die Person Jesu Christi selbst ist die Botschaft! Gott, der Mensch geworden ist aus Liebe zu mir; der bereit war, fĂŒr mich zu leiden und sein Leben fĂŒr mich zu opfern, das ist die Botschaft. Erst wenn uns das klar ist, ergibt alles andere wirklich einen Sinn.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, ich danke dir fĂŒr deine grenzenlose Liebe zu mir. Du hast dein Leben hingegeben, damit ich ewiges Leben empfangen kann. Du hast mir alle meine Talente und FĂ€higkeiten, meine Familie und Freunde, meinen Besitz gegeben. Du interessierst dich fĂŒr mich und möchtest mich bei allem begleiten, obwohl fĂŒr dich nicht mehr dabei herausspringt, als – vielleicht – ein bisschen Liebe. DafĂŒr will ich dich mit meinem Leben preisen!

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute irgendetwas tun, nur um Jesus Christus eine Freude zu machen.


Das Geschenk des freien Willens

25. Januar 2019

Bekehrung des Apostels Paulus
Fest

Hl. Wolfgang OPraem, Abt
Sel. Titus Maria Horten OP

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie DĂ€monen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die HĂ€nde auflegen, werden gesund werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du hast uns zu allen Zeiten VerkĂŒnder des Evangeliums gesandt, damit wir alle die Frohe Botschaft kennen und zum Glauben kommen können. Hilf uns, unseren Glauben weiter zu vertiefen und treu zu bezeugen.

Bitte: Herr, ich glaube. Hilf meinem Unglauben!

1. Auch heute braucht es VerkĂŒndigung. Dies sind die letzten Worte Jesu vor seiner Auffahrt in den Himmel. Wir dĂŒrfen davon ausgehen, dass er den Elf nicht irgendwelche BanalitĂ€ten mitteilen wollte, sondern etwas wirklich Wichtiges. Er hat ihnen noch einmal den Auftrag vor Augen gestellt, den sie bis zum Ende ihres Lebens ausfĂŒhren sollten: in die ganze Welt zu gehen und allen Geschöpfen das Evangelium zu verkĂŒnden. Sie haben ihre Mission treu erfĂŒllt, aber auch heute noch und immer wieder muss das Evangelium verkĂŒndet werden. Auch heute gibt es genug Menschen, die die Frohe Botschaft noch nie gehört haben. Auch heute braucht Jesus Mitarbeiter, die in seinem Namen das Evangelium verkĂŒnden. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als das ewige Leben.

2. Glaube und Unglaube. Wie ist diese Aussage zu verstehen: „Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“? Soll das heißen, dass alle Menschen, die nicht an den dreifaltigen Gott glauben, auf ewig von ihm getrennt sind? WĂ€re das nicht ungerecht, wo es doch viele Menschen gab und gibt, die nicht einmal die Chance hatten, zu diesem Glauben zu gelangen, weil sie nie mit dem Christentum in BerĂŒhrung gekommen sind? Es wĂ€re tatsĂ€chlich ungerecht und wĂŒrde gar nicht zu Gott passen, der ganz und gar Liebe und Gerechtigkeit ist. Gemeint sind aber zumindest die Menschen, die die Frohe Botschaft gehört und ihre Wahrheit erkannt haben, aber trotzdem den Glauben nicht annehmen wollen.

3. Das große Geschenk der menschlichen Freiheit. Kommen wir dann zur nĂ€chsten Frage: Wie ist es möglich, dass Gott Menschen verdammt? Wie passt das zu seiner Liebe und Barmherzigkeit? Auch diese Frage ist berechtigt und es stimmt: Gott verdammt von sich aus niemanden. Allerdings respektiert er ganz und gar den freien Willen jedes einzelnen. Das grĂ¶ĂŸte Geschenk, das Gott uns zur eigenen Verwaltung gegeben hat, ist die Freiheit. Er respektiert sie immer, weil Liebe ohne Freiheit nicht möglich ist. Gott schenkt seine Liebe immer aus freien StĂŒcken und alles, was er sich erhofft, ist dass wir seine Liebe frei erwidern. Dadurch ergibt sich aber auch die reale Möglichkeit, sich frei gegen Gott zu entscheiden. Wenn Menschen aus freien StĂŒcken das tun, sind es letztlich sie selbst, die sich verdammen. Denn selbst dann respektiert Gott deren Freiheit, wenn auch „schweren Herzens“.

GesprĂ€ch mit Christus: Gott, du hast uns Menschen den freien Willen gegeben. Er ist das grĂ¶ĂŸte Geschenk, weil wir dank der Freiheit selbst lieben und uns lieben lassen können. Darin verbirgt sich aber auch die grĂ¶ĂŸte Gefahr, weil wir uns frei gegen dich entscheiden können. Hilf uns, die Freiheit immer verantwortlich einzusetzen und zum Guten zu nutzen, damit wir auf ewig in deiner Freude sein können.

Möglicher Vorsatz: Ich werde Gott heute fĂŒr meinen freien Willen danken, indem ich frei und bewusst etwas Gutes tue.


Ansehen bei Gott oder bei den Menschen

26. Januar 2019

Hll. Timotheus und Titus, ApostelschĂŒler, Bischöfe
Gedenktag

Hl. Stephan Harding Abt
Hl. Paula von Rom, WohltÀterin

P. Bertalan EgervĂĄri LC

Mk 3,20-21
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die JĂŒnger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurĂŒckzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich bitte dich, Heiliger Geist, erleuchte meinen Verstand und bewege mein Herz bei dieser Evangeliumsbetrachtung. Möge das Wort Gottes mich berĂŒhren und mir die Kraft geben, mein Leben zu Ă€ndern. Wirke du in meinem Inneren.

Bitte: Hilf mir, die Menschenfurcht zu ĂŒberwinden und allein vor dir gut dastehen zu wollen!

1. Von Sinnen. Kaum zu glauben, aber Jesus wurde tatsĂ€chlich von seinen eigenen Verwandten fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt. Eigentlich kann man sich das nicht vorstellen. Der liebevollste, sanfteste und demĂŒtigste Mensch, der je gelebt hat, wird von der Verwandtschaft nicht akzeptiert. Er, der nicht einmal Zeit zum Essen findet, weil er sich allen Leuten hingibt, die zu ihm kommen. „Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie dieser“ sagen die TempelwĂ€chter ĂŒber ihn und wagen es nicht, ihn festzunehmen. Das Problem ist nicht die liebenswĂŒrdige, gĂŒtige Art Jesu. Der Inhalt seiner Predigt macht den Menschen zu schaffen. Jesus spricht von Umkehr und Buße, von völliger Abkehr von jeglicher SĂŒnde, von Anstrengung und Selbstverleugnung, von der Annahme des Kreuzes, um das ewige Leben zu gewinnen. Damit macht er sich nicht bei allen beliebt.

2. Bedingungslos treu. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, wer im Dienst des Herrn steht und versucht, seinen Willen zu tun, der wird frĂŒher oder spĂ€ter auf UnverstĂ€ndnis stoßen. Liebe und Wahrheit haben es an sich, dass sie angegriffen werden. Wir dĂŒrfen nicht auf ein gemĂŒtliches christliches Leben hoffen, in dem es keine WiderstĂ€nde und Hindernisse gibt. Jesus Christus selbst hat zahllose Angriffe gegen sich und seine Lehre durchmachen mĂŒssen. Keiner von ihnen hat ihn aber je entmutigt oder auch nur im Geringsten von seinem Weg abgebracht. Er hat immer weiter das Evangelium verkĂŒndet, ohne auf sich selbst zu achten. Auch wir mĂŒssen lernen, trotz aller WiderstĂ€nde treu zu bleiben. Ohne Zweifel bringt uns das rein menschlich gesehen einige Unannehmlichkeiten, aber mit dem rechten Maß an Geduld wird die geistige Freude umso grĂ¶ĂŸer sein.

3. Gut vor Gott dastehen. In der westlichen Welt genießen wir das Privileg, unseren Glauben frei ausĂŒben zu dĂŒrfen. Offene, gewalttĂ€tige Christenverfolgung gibt es nicht. Wer sich öffentlich zu seinem Glauben bekennt, wird jedoch schnell Gegenwind zu spĂŒren bekommen. Die allgemeine Stimmung gegen die Kirche ist eher feindselig. Bei gewissen Themen kann man sich des aggressiven Widerspruchs sicher sein. Die „Verfolgung“ hierzulande sieht so aus, dass man ausgelacht und aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt wird. Manchen Meinungen wird nĂ€mlich selbst in unseren LĂ€ndern keinerlei Toleranz entgegengebracht. Und doch erfĂ€hrt man auch viel Respekt, wenn man die ersten AnstĂŒrme ĂŒberstanden hat. Authentisches christliches Leben wirkt nach außen, mehr als wir es vielleicht ahnen. Haben wir also keine Angst davor, um Jesu willen schlecht vor anderen dazustehen. Überwinden wir unsere Menschenfurcht. Unsere einzige Sorge sollte es sein, gut vor Gott dazustehen. Das wird uns große innere Freiheit schenken.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, niemand fĂŒhlt sich wohl dabei, von anderen ausgelacht, zum Außenseiter gemacht oder fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rt zu werden. StĂ€rke unseren Glauben und lass uns das grĂ¶ĂŸere Gut erkennen, das in der Treue zu dir und deiner Botschaft liegt. Lass uns erfahren, dass wir wahre Freude finden, wenn sich deine Seligpreisung erfĂŒllt: Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute einmal öffentlich zu meinem Glauben stehen.