Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 13. Januar 2019 bis Samstag 19. Januar 2019

Erste Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Die Taufe JesuSonntag
Folgt mir nach!Montag
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!Dienstag
24 Stunden im Leben des HerrnMittwoch
Ein AussÀtziger kam zu JesusDonnerstag
Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben!Freitag
Da stand Levi auf und folgte ihm.Samstag


Die Taufe Jesu

13. Januar 2019

Taufe des Herrn
Fest

Hl. Hilarius, Bischof
Hl. Gottfried von Cappenberg OPraem
Hl. Ivette (Jutta), Reklusin

P. Anton Vogelsang LC

Lk 3,15-16.21-22
In jener Zeit war das Volk voll Erwartung, und alle ĂŒberlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stĂ€rker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und wĂ€hrend er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

EinfĂŒhrendes Gebet: AllmĂ€chtiger und ewiger Gott, du wohnst hoch im Himmel, und doch bist du mir so nah. Ich weiß, dass du mich unendlich liebst. In deiner Liebe finde ich neue Kraft und Hoffnung. Ich danke dir, dass du mich trotz meiner SĂŒnden und meiner Schwachheiten liebst.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Warum ließ Jesus sich taufen? Lukas berichtet, dass die Menschen zu Johannes strömten, um von ihm getauft zu werden. Sicher, sie als SĂŒnder konnten in der Taufe einen Ausdruck ihrer Reue und ihres Wunsches nach Umkehr sehen. Warum aber ließ Jesus sich taufen? War er etwa ebenfalls ein reuiger SĂŒnder? NatĂŒrlich nicht! Er ist der Heilige Gottes. Obwohl er ohne SĂŒnde ist und deshalb nicht der Taufe bedarf, zeigt er seine volle SolidaritĂ€t mit uns. Seine SolidaritĂ€t macht ihn zum idealen Mittler zwischen uns und Gott. Er stellt sich nicht ĂŒber uns, sondern ist einer von uns geworden und steht an unserer Seite.

2. Ein neuer Anfang. Im Alten Testament lesen wir, dass die SĂŒnde eine Barriere zwischen uns und Gott aufrichtet. Ihretwegen wurden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. Und an dessen Tor stand nun der Engel mit dem lodernden Flammenschwert. In dem Augenblick aber, in dem Jesus aus dem Wasser steigt, öffnet sich der Himmel: ein Zeichen dafĂŒr, dass die Barriere beseitigt wurde. Die Tore des Himmels stehen wieder offen. Gleichzeitig kommt der Heilige Geist in Form einer Taube herab. Das erinnert uns an die Schöpfung, bei der der Geist Gottes ĂŒber den Wassern schwebte (Gen 1,2). Es erinnert uns ebenfalls an die Taube, die das Ende der Sintflut ankĂŒndigte und damit einen Neuanfang signalisierte. Die Taufe bedeutet auch fĂŒr uns einen Neuanfang.

3. Du bist mein geliebter Sohn. In dem Moment, in dem Jesus aus dem Wasser steigt, sagt der Vater zu ihm: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen.“ Jesus ist nicht der geliebte Sohn aufgrund dessen, was er tut, sondern weil er es in schlechthinniger Weise ist. Durch unsere Taufe werden wir ebenfalls Gottes geliebte Kinder. Das ist unsere IdentitĂ€t. Es ist Gottes freies Geschenk an uns. Wir können es uns durch nichts verdienen, wir können es durch nichts verlieren.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mein Herr, du weißt alles ĂŒber mich. Hilf mir, die Dinge dieser Welt loszulassen, damit ich dich mehr liebe. Du bist meine Kraft und meine Hoffnung; ich will dich ĂŒber alles lieben.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute im Verborgenen ein Werk der NĂ€chstenliebe tun.


Folgt mir nach!

14. Januar 2019

Montag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Felix von Nola, Priester
Hl. Berno, Bischof, Glaubensbote

P. Anton Vogelsang LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du wahrhaftig Gott bist und dass du Mensch wurdest, um uns nahe zu sein. Danke, dass du mir diese Zeit fĂŒr das Gebet schenkst. Schenke mir inneren Frieden, damit ich deine Stimme hören kann und verstehe, was du mir sagen willst.

Bitte: Herr, verhilf mir zu aufrichtiger Reue und echter Umkehr.

1. Der Herr kommt. Jesus verkĂŒndete das Evangelium Gottes. Viele wissen, dass das Wort „Evangelium“ aus dem Griechischen stammt und „Frohe Botschaft“ bedeutet, aber wenige wissen, worin diese frohe Botschaft wirklich besteht. Der Prophet Jesaja bekam von Gott den Auftrag, dieses Evangelium mit lauter Stimme zu verkĂŒnden: „Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! 
 Sag den StĂ€dten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht“ (Jes 40, 9-10). Frohe Botschaft heißt, dass Gott nicht mehr fern von uns, sondern in Jesus da ist, mitten unter uns. Denn Jesus ist Gott, und als solcher ist er zu uns gekommen. Das heutige Evangelium lĂ€dt uns ein, wirklich zu glauben, dass Jesus Gott ist.

2. â€žKehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ Gott ist nicht nur als Lehrer oder Prophet in diese Welt gekommen, um uns Werte zu vermitteln oder um uns zu zeigen, wie wir als gute Menschen leben sollten. Gott ist gekommen, um uns von unseren SĂŒnden zu erlösen. Es gibt nur eine Sache, die uns von Gott trennt und die das Kommen des Reiches Gottes auf dieser Welt verhindert. Das sind unsere SĂŒnden, vor allem diejenigen, auf denen wir freiwillig beharren. Darum ruft Jesus: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“

3. Jesus verlangt unsere Mithilfe. Wie der heilige Augustinus sagt: „Gott hat uns zwar erschaffen ohne uns, er will uns aber nicht selig machen ohne uns.“ Obwohl Jesus Gott ist, verlangt er unsere Mithilfe. Wie er damals Simon und Andreas rief: „Folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“, so ruft er uns heute. Wir sind die Apostel fĂŒr unsere Zeit. Was sollen wir verkĂŒnden? Das Evangelium. Das heißt, dass Gott mit uns ist. Wie können wir das glaubwĂŒrdig verkĂŒnden? Niemals nur mit unseren Worten, sondern zuerst und vor allem durch unser Zeugnis der NĂ€chstenliebe.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, meine Tage sind so angefĂŒllt mit AktivitĂ€ten und LĂ€rm, dass es mir schwerfĂ€llt, auch nur ĂŒber die Notwendigkeit der Umkehr des Herzens nachzudenken. Bitte hilf mir, mich von meinen SĂŒnden und schlechten Gewohnheiten abzuwenden, indem ich mich dir zuwende und dich nachahme. Wasche ab meine Schuld, und ziehe mich nĂ€her zu dir.

Möglicher Vorsatz: Jemandem durch Wort oder Tat Zeugnis von meinem Glauben an Jesus geben.


Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

15. Januar 2019

Dienstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Arnold Janssen SVD
Hl. Maurus OSB, Abt
Hl. Romedius, Einsiedler

P. Anton Vogelsang LC

Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von GalilĂ€a.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich danke dir dafĂŒr, dass du jetzt bei mir bist. Obwohl ich es nicht wert bin, bietest du mir deine Liebe und deine Freundschaft an. Ich vertraue auf deine ewige Gnade und möchte dich ĂŒber alles lieben. Nimm alles von mir, was mich von dir trennt.

Bitte: Herr, verhilf mir zu aufrichtiger Reue und echter Umkehr.

1. Jesus rettet uns aus der Macht des Bösen. Markus berichtet an dieser Stelle ĂŒber Jesu ersten öffentlichen Auftritt. Bei diesem seinem ersten Wunder heilt Jesus keine Kranken oder Blinden. Er heilt einen Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Das zeigt uns, dass Gott in diese Welt gekommen ist, um uns aus der Macht des Bösen zu retten.

2. Keine Angst haben. Es gibt noch heute echte FĂ€lle von Besessenheit, aber sie sind eher selten. Wer ein christliches Leben fĂŒhrt und im Stand der Gnade ist, braucht keine Angst zu haben. Die bösen Geister ĂŒben normalerweise ihre Macht ĂŒber uns nicht durch Besessenheit aus, sondern indem sie uns zur SĂŒnde verfĂŒhren. Davor sollten wir Angst haben: dass wir Gott Vater missfallen und ihn verletzen könnten. Unsere SĂŒnden trennen uns von Gott, weil wir sie allzu oft noch freiwillig und bewusst begehen. Deshalb ruft Jesus auch heute noch: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“.

3. Wir sind befreit von unseren SĂŒnden. Wir sind alle Sklaven unserer SĂŒnden und schlechten Gewohnheiten. Wer könnte sagen, dass er nie gesĂŒndigt hat und keinen Versuchungen erlegen war? Jesus kann uns aus dieser Sklaverei befreien, aber wir mĂŒssen es wollen. Wie ein Kranker mit seinem Arzt spricht, so mĂŒssen wir mit Gott sprechen und ihm unsere geistliche Krankheit zeigen. Wir tun das bei jeder heiligen Messe, wenn wir bewusst das Schuldbekenntnis beten. Aber wenn wir schwer gesĂŒndigt haben, dann mĂŒssen wir auch beichten. Wie schön ist die Erfahrung, von unseren SĂŒnden befreit zu werden!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hast einmal gesagt: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh 3,16). Du kamst in diese Welt, nicht weil wir vollkommen sind, sondern SĂŒnder. Jesus, ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst.

Möglicher Vorsatz: Mit Jesus ĂŒber meine SĂŒnden und Versuchungen ernst und ehrlich reden.


24 Stunden im Leben des Herrn

16. Januar 2019

Mittwoch der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Marcellus I. Papst
Hl. Ulrich, Bischof
Hl. Theobald OFM
Tillo von Solignac OSB, Abt

P. Anton Vogelsang LC

Mk 1,29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus ĂŒber sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte fĂŒr sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der HaustĂŒr versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele DĂ€monen aus. Und er verbot den DĂ€monen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller FrĂŒhe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz GalilĂ€a, predigte in den Synagogen und trieb die DĂ€monen aus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Herr, mehre meine Liebe zum Gebet und zum innerlichen Leben.

1. Jesus kommt zu uns. Vor zwei Tagen haben wir gelesen, wie Simon und Andreas alles verließen, um Jesus zu folgen. Im heutigen Evangelium verlĂ€sst Jesus die Synagoge nach dem Sabbatgebet und folgt ihnen zu ihrem Haus. Dasselbe tut Jesus, wenn wir seinen Ruf zur Nachfolge annehmen und seine Sendung teilen. Er kommt zu uns in unsere HĂ€user und interessiert sich fĂŒr die gewöhnlichen Sorgen unserer Familien. Er wird sich um unsere alltĂ€glichen Probleme kĂŒmmern, wenn wir uns ihm anvertrauen.

2. Unsere Probleme mit Jesus besprechen. Wir sehen, wie die Schwiegermutter des Simon aufgrund eines Fiebers ans Bett gefesselt ist. Wie krank ist sie? Der Text gibt uns einen Hinweis. In der Kultur, in der Jesus lebte, war Gastfreundschaft ein hoher Wert. Wenn die Schwiegermutter des Simon nicht in der Lage war, einen so hohen Gast wie Jesus gebĂŒhrend zu empfangen, muss sie wirklich sehr krank gewesen sein. Sobald Jesus eintrifft, erzĂ€hlen die JĂŒnger ihm von ihr. Dadurch geben sie uns ein Beispiel: Ganz gleich welche Probleme wir haben, wir sollten sie auch mit Jesus besprechen.

3. Die richtige Antwort. Sobald sie geheilt ist, bewirtet die Schwiegermutter des Simon ihren Gast, wie man es erwarten wĂŒrde. Im Evangelium heißt es: „Sie diente ihnen.“ Auf diese Art und Weise gibt sie uns ein Beispiel dafĂŒr, was es heißt, ein JĂŒnger Jesu zu sein. Das griechische Wort fĂŒr „dienen“ lautet „diakoneo“. Die Diakonie, der Dienst am NĂ€chsten, ist ein Wesensmerkmal der Kirche. Jesus selber kam, um zu dienen, nicht um bedient zu werden. FĂŒr uns alle, die wir Jesu heilende Kraft erlebt haben, ist die richtige Antwort hierauf der Dienst an anderen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, so wie Simon und Andreas lade ich dich ein, in mein Herz und in mein Heim zu kommen. Ich bringe alle Probleme und Schwierigkeiten, die mich beschĂ€ftigen, vor dich. Hilf mir, die Dinge so zu sehen, wie du sie siehst, und zeige mir, welche Dinge ich Ă€ndern soll.

Möglicher Vorsatz: Ich werde jemandem helfen, der in Not ist.


Ein AussÀtziger kam zu Jesus

17. Januar 2019

Hl. Antonius „der Große“, Mönchsvater
Gedenktag

Hl. Beatrix von Cappenberg OPraem

P. Anton Vogelsang LC

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein AussĂ€tziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schĂ€rfte ihm ein: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzĂ€hlte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der StĂ€dte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von ĂŒberallher zu ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr diese Zeit, die wir zusammen verbringen können. Ich glaube an dich, aber stĂ€rke meinen Glauben. Ich glaube, dass du jetzt hier bist und mit mir sprechen willst. Hilf mir, mein Herz und meinen Geist fĂŒr dich zu öffnen.

Bitte: Herr, wasche mich rein von meinen SĂŒnden, und hilf mir, mich von ihnen zu lösen.

1. Zeichen der SĂŒnde. Lepra ist eine furchtbare Krankheit. In der antiken Welt war sie unheilbar. Die Folgen der Krankheit waren unabsehbar und gingen weit ĂŒber die schrecklichen körperlichen Leiden der Erkrankten hinaus. Nach dem Recht des Alten Testaments wurden Leprakranke völlig von der Gesellschaft ausgeschlossen (vgl. Lev 13,45-46). Dies geschah zum Schutz der Gesellschaft, eben um der Ausbreitung der Krankheit vorzubeugen. Aber darin lag auch eine tiefere geistige Bedeutung. Lepra galt als Zeichen der SĂŒnde. Was Lepra dem Körper antut, das tut die SĂŒnde der Seele an. Deshalb galten Leprakranke als rituell unrein und durften den Tempel nicht betreten und so nicht an der Liturgie des Volkes Israel teilnehmen. Sie litten also nicht nur unter der Trennung von anderen Menschen, sondern auch unter der Trennung von Gott. In unserem heutigen Abschnitt im Evangelium fĂ€llt auf, dass der Leprakranke Jesus nicht bittet, ihn zu heilen, sondern ihn rein zu machen. FĂŒr diesen Leprakranken war die Reinigung seiner Seele wichtiger als die Heilung seines Körpers.

2. Wenn du willst. Der Leprakranke kniet vor Jesus nieder. Dies bringt sowohl sein Flehen wie auch seine Verehrung zum Ausdruck. Seine Bitte „wenn du willst“ zeigt völliges Vertrauen in Jesu Kraft. Durch sein Elend bewegt, streckt Jesus seine Hand aus und berĂŒhrt ihn. Diese Geste war Ă€ußerst ungewöhnlich und schockierend. Ginge es nach dem Gesetz, so wĂ€re Jesus nun ebenfalls unrein gewesen. Stattdessen aber macht seine BerĂŒhrung den Mann rein.

3. Jesus tauscht den Platz mit uns. Wie zu erwarten war, kann der Mann seine Freude nicht fĂŒr sich behalten und erzĂ€hlt jedem von seiner Heilung. Das fĂŒhrt dazu, dass Jesus keine StĂ€dte mehr betreten kann. Jesus hat nicht nur den Leprakranken geheilt, er tauscht seinen Platz mit ihm. Jetzt muss Jesus außen vor an einsamen Orten bleiben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du liebst mich so sehr, dass du fĂŒr mich am Kreuz gestorben bist. Ich danke dir dafĂŒr. Wie der Leprakranke im heutigen Evangelium möchte ich dich bitten, mein Herz zu berĂŒhren und mich zu reinigen.

Möglicher Vorsatz: Jemanden besuchen oder anrufen, der krank oder einsam ist.


Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben!

18. Januar 2019

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis
Beginn der Weltgebetsoktav fĂŒr die Einheit der Christen
Hl. Priska, MĂ€rtyrin
Hl. Wolfried, Glaubensbote
Hl. Margarete OP

P. Anton Vogelsang LC

Mk 2,1-12
Als Jesus nach Kafarnaum zurĂŒckkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der TĂŒr Platz war; und er verkĂŒndete ihnen das Wort. Da brachte man einen GelĂ€hmten zu ihm; er wurde von vier MĂ€nnern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den GelĂ€hmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem GelĂ€hmten: Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lĂ€stert Gott. Wer kann SĂŒnden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was fĂŒr Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem GelĂ€hmten zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke fĂŒr diese Zeit des Gebets. Wie der GelĂ€hmte möchte ich bei dir sein, aber oft halten mich meine Arbeit oder meine Sorgen davon ab, Zeit und Ruhe dafĂŒr zu finden.

Bitte: Herr, schenke mir Vertrauen auf deinen Sieg ĂŒber die SĂŒnde und das Böse in meinem Leben und in der Welt.

1. Die Hindernisse ĂŒberwinden. Jesus kehrt nach Nazaret zurĂŒck. Seine Anwesenheit lockt so viele Menschen herbei, dass es nicht genĂŒgend Platz fĂŒr sie gibt. WĂ€hrend er predigt, bringen vier MĂ€nner einen gelĂ€hmten Freund zu ihm. In unserer Beziehung zu Gott sind wir alle wie dieser GelĂ€hmte. Niemand kann sich Gott nĂ€hern, indem er sich auf seine eigene StĂ€rke verlĂ€sst. Wir brauchen andere Menschen, die uns zu Jesus bringen, die uns manchmal sogar tragen mĂŒssen. Diejenigen, die Jesus suchen, stehen hĂ€ufig vor vielen Hindernissen, die sie ĂŒberwinden mĂŒssen. In diesem Fall hinderte das ĂŒberfĂŒllte Haus sie daran, zu Jesus zu gelangen, aber sie finden eine geniale Lösung.

2. Deine SĂŒnden sind dir vergeben! Weder Jesus noch Petrus machen den MĂ€nnern VorwĂŒrfe, dass sie das Dach beschĂ€digt haben. Im Gegenteil, Jesus bemerkt ihren Glauben. Es ist nicht klar, ob der GelĂ€hmte selber Glauben hatte, aber der stellvertretende Glaube seiner Freunde reichte aus, um ihn in „stiller“ Bitte vor den Herrn zu tragen. Jesus versichert ihm: „Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben!“ Das ist nicht das, was der Mann erwartet hatte, aber es geht an die Wurzel des Übels. Obwohl Krankheiten Gottes Absichten zuwiderlaufen, gehören sie zu den Übeln, die die Menschheit aufgrund ihrer SĂŒnde heimsuchen. Sie können und sollen den Menschen zum Nachdenken bringen und wieder dazu veranlassen, seine Heilung bei Gott suchen. Das bedeutet aber nicht, dass man jede Krankheit direkt mit einer SĂŒnde in Verbindung bringen kann: Die Beispiele von Hiob und Jesus zeigen, dass auch der Unschuldige leidet. In diesem Fall schaut Jesus dem Mann anscheinend direkt ins Herz und erlöst ihn von der schweren Last der Schuld, die er – vielleicht schon seit Jahren – mit sich herumschleppte.

3. Jesus ist Gott. Dieser Abschnitt zeigt wieder einmal, dass Jesus Gott ist. In Psalm 103 lesen wir: „Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt.“ Die Schriftgelehrten, die sich im Gesetz auskennen, verstehen diese Anspielung. Sie beschweren sich: „Er lĂ€stert Gott. Wer kann SĂŒnden vergeben außer dem einen Gott?“ Jesus kann SĂŒnden vergeben, weil er Gott ist!

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, hilf mir, besser zu verstehen, dass du mich in den Heilsplan der Erlösung mit einbeziehen möchtest. Du willst, dass ich andere zu dir bringe, wenn sie es nicht alleine schaffen. Du vertraust mir andere an, und du möchtest ihr Leben durch meine Gebete, Opfer und meine Arbeit segnen. Mehre meine Liebe fĂŒr meine NĂ€chsten.

Möglicher Vorsatz: Bete ein GesĂ€tz des Rosenkranzes fĂŒr deine Familie und fĂŒr Freunde, die Jesus nicht kennen.


Da stand Levi auf und folgte ihm

19. Januar 2019

Samstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Marius MĂ€rtyrer
Hl. Ratmund OSB, Abt
Hl. Heinrich OCist
Hl. Pia von Karthago, MĂ€rtyrerin

P. Anton Vogelsang LC

Mk 2,13-17
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des AlphĂ€us, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und SĂŒnder zusammen mit ihm und seinen JĂŒngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der PharisĂ€er gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und SĂŒndern aß, sagten sie zu seinen JĂŒngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie bei Levi ist mein Herz oft von Geld oder anderen materiellen Dingen besetzt. Diese Sorgen hindern mich daran, deine Stimme zu hören. Bitte, sende deinen Geist in mein Herz, damit ich deine Stimme höre, wenn du mich rufst.

Bitte: Herr, ich möchte diese Betrachtung fĂŒr den Frieden in der Welt aufopfern.

1. Folge mir nach. So wie die vier Fischer, die Jesus in Mk 1,16-29 beruft, befindet sich Levi bei seiner Berufung bei der tĂ€glichen Arbeit, ganz mit seinen Dingen beschĂ€ftigt. Jesus geht vorĂŒber und spricht völlig ĂŒberraschend das Wort, das sein Leben fĂŒr immer verĂ€ndern wird: „Folge mir nach.“ HĂ€ufig ist der beste Ort, um Jesus zu begegnen, die ErfĂŒllung unserer tĂ€glichen Pflichten. Wir mĂŒssen nichts Besonderes fĂŒr Jesus tun. Er wird uns finden. Er weiß, wo wir sind. Wir mĂŒssen nur offen fĂŒr seinen Ruf sein.

2. Er lĂ€sst alles stehen und liegen, um Jesus zu folgen. Levi (nach Mt 9,9 ist er der Apostel MatthĂ€us) hat einen schlechten Ruf. Er war Zollbeamter. FĂŒr die Juden war er ein VerrĂ€ter, der mit den Römern kollaborierte und die Armen unterdrĂŒckte. Vielleicht hat er Jesus mit einem Ohr neugierig zugehört, wĂ€hrend er sein Geld zĂ€hlte. Es war mit Sicherheit eine große Überraschung, dass Jesus Menschen wie Levi zu seinen Aposteln berief. Aber wie die anderen Apostel reagiert Levi sofort. Er lĂ€sst alles stehen und liegen, um Jesus zu folgen.

3. Jesus beruft SĂŒnder. Markus erzĂ€hlt, dass viele Menschen Jesus gefolgt waren und seine JĂŒnger wurden. Das Wort „JĂŒnger“ bezeichnet im Griechischen einen SchĂŒler oder AnhĂ€nger, der sich einem Lehrer persönlich verpflichtet und ihm folgt, um von seiner Lehre und seinem Beispiel zu lernen. Dass Jesus SĂŒnder zu seinen JĂŒngern beruft, ist ein Zeichen seiner Macht, die Menschen zur Reue zu bewegen und ihnen ihre SĂŒnden zu vergeben. Die religiösen AutoritĂ€ten aber schockt seine NĂ€he zu einmal in Verruf geratenen Menschen.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich danke dir, Herr, dass du mich zuerst geliebt hast. Du hast mich ausgewĂ€hlt und eingeladen, dir nachzufolgen. BerĂŒhre mein Herz mit deiner Gnade, damit meine Gedanken und Handlungen immer den Wunsch widerspiegeln, dein Beispiel der Liebe nachzuahmen. Mach mich in jeder Situation geduldig und fĂ€hig, jenen zu vergeben, die mir wehgetan oder Schwierigkeiten bereitet haben.

Möglicher Vorsatz: Ich werde fĂŒr die beten, die um ihren Glauben ringen.