Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 30. Dezember 2018 bis Samstag 5. Januar 2019

Erste Woche nach Weihnachten

Br. Peter Hemm LC und Br. Valentin Schmidts LC

Sehnsucht nach dem VaterSonntag
In FĂŒlle empfangenMontag
Ein stilles GeheimnisDienstag
Der große Gott im kleinen IchMittwoch
Seht das Lamm Gottes!Donnerstag
Persönliche NachfolgeFreitag
Begegnung mit ChristusSamstag


Sehnsucht nach dem Vater

30. Dezember 2018

Fest der Heiligen Familie
Hl. Felix I., Papst
Hl. Sabinus, MĂ€rtyrer
Hl. Germar OSB, Abt
Hl. Vincenza Maria Lopez y Vicuna, Ordensfrau und GrĂŒnderin

Br. Peter Hemm LC

Lk 2,41-52
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurĂŒck und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt ĂŒber sein VerstĂ€ndnis und ĂŒber seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurĂŒck und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! Komm in mein Herz und erfĂŒlle es! Ich ĂŒbergebe dir mein ganzes Herz, mich selber ganz und gar mit allem, was mich bewegt. Dieses Gebet sei ein Moment der IntimitĂ€t mit dir. Komm in mein Herz und hilf mir beten.

Bitte: Jesus, schenke mir die gleiche Sehnsucht nach inniger Vereinigung mit Gott Vater, wie sie dein menschliches Herz erfĂŒllte.

1. Jesus hat Sehnsucht nach seinem Vater. Jesus hat das Traumlos gezogen. Er hat die beste Familie der ganzen Welt erwischt: unser aller Mutter Maria und den heiligen Josef. Und doch lĂ€sst er bei diesem Ereignis in seinem Leben seine geliebten Eltern einfach so die Stadt verlassen, ohne ihnen auch nur Bescheid zu geben, dass er noch etwas zu erledigen hat. Seine Bindung an Gott Vater bricht durch. Er bleibt lieber im Tempel bei ihm und unter Unbekannten, als mit seiner Familie nach Hause zu gehen. Wie sehnt sich Jesus nach mehr Zeit, die er im Hause seines Vaters verbringen darf! Wie sehr zieht es ihn in den Tempel, in die Gegenwart Gottes, zu Gott selbst!

2. Die Gegenwart Gottes im Alltag. Jesus hatte nicht die Möglichkeit, beliebig oft nach Jerusalem zu pilgern, um dort die Gegenwart des Vaters im Tempel zu erfahren. Auch war ihm Nazaret gewiss als Schule bestimmt. Dort lebte er die alltĂ€glichen Dinge in inniger Verbundenheit mit dem Vater. Er lebte in der Gegenwart Gottes dank der Liebe, mit der er die alltĂ€glichen Dinge erledigte. Gerade so war es ihm möglich, heranzuwachsen, als Person zu reifen und Gefallen bei Gott und den Menschen zu finden.

3. Nur vereint mit Gott kann unser innerer Mensch wachsen. Wie sehr wĂŒnschen wir uns manchmal, wir wĂ€ren schon heilig! Wie gerne wĂŒrden wir schon jetzt Gott mit unserem ganzen Herzen lieben! Wie „wunderbar“ wĂ€re ein Leben ohne Kampf gegen Versuchung und SĂŒnde, ohne die Notwendigkeit, immer wieder Vergebung zu empfangen! Doch nĂ€hern wir uns der Heiligkeit nur, wenn wir durch diesen Kampf gereinigt vereint mit Gott leben. Unser christliches Leben wĂ€chst oder lĂ€sst nach in dem Maße, in dem wir mit Gott vereinigt sind. Lassen wir uns von seiner Gegenwart erfĂŒllen!

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr Jesus, du kennst mein Herz und was darin vorgeht. Du weißt um meine Probleme, Sorgen und Ängste. Lass nicht zu, dass so viele Dinge meine Sehnsucht nach dir trĂŒben oder gar verdrĂ€ngen. Lass das Beispiel deines Lebens in mir leuchten, auf dass ich in erster Linie nur deine Gegenwart, deine Liebe, ja dich selbst in meinem Leben suche.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute ein GesĂ€tz des Rosenkranzes beten und dabei besonders Jesu Liebe betrachten.


In FĂŒlle empfangen

31. Dezember 2018

7. Tag der Weihnachtsoktav
Silvester

Hl. Silvester I., Papst
Hl. Apollonia Radermecher STFE
Katharina Labouré FdC

Br. Peter Hemm LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen fĂŒr das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen fĂŒr das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis fĂŒr ihn ab und rief: Dieser war es, ĂŒber den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner FĂŒlle haben wir alle empfangen, Gnade ĂŒber Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme jetzt zu dir. Ich möchte, dass du mein Ein und Alles bist: in diesen Augenblicken des Gebets, im kommenden Jahr und in meinem ganzen Leben.

Bitte: Jesus, lass mich in Dankbarkeit auf dein Wirken in meinem Leben zurĂŒckblicken.

1. Nur Gott allein. Am Anfang dieser Welt und auch am Anfang jeden menschlichen Lebens steht immer Gott. Nur Er ist Fundament aller Dinge, nur auf Ihn baut alles auf. Gott ist die Ursache fĂŒr all das Schöne, Erstaunliche und Wunderbare in der Welt. Unsere Erde bietet so viele kleine und große Wunder, die uns zurufen: „Er ist mein Schöpfer. Er hat mich gemacht. Schau auf Ihn.“ Dieser Stimme zu folgen, heißt, zum Fundament des eigenen Lebens zurĂŒckzukehren, zu Ihm, der alles gemacht hat.

2. Kinder Gottes sein. FĂŒr den Menschen hat sich Gott etwas ganz Besonderes ĂŒberlegt. WĂ€hrend alle anderen Geschöpfe relativ leicht zufriedenzustellen sind, ist der Mensch regelrecht „unersĂ€ttlich“. Nichts Geschaffenes auf dieser Erde kann uns wirklich erfĂŒllen, denn Gott hat uns als seine Kinder geschaffen und als solche sind wir nur in den liebenden Armen unseres Vaters gĂ€nzlich glĂŒcklich und zufrieden. Er schenkt uns schon so viele Beweise seiner Liebe in der Schönheit der Schöpfung. Und doch geht er einen Schritt weiter, macht uns zu seinen Kindern und schenkt uns die FĂŒlle seiner vĂ€terlichen Liebe.

3. Die FĂŒlle seiner Gnade. â€žAus seiner FĂŒlle haben wir alle empfangen, Gnade ĂŒber Gnade.“ Jesus kommt zu uns auf die Erde und schenkt uns die Liebe des Vaters auf spĂŒrbare und konkrete Weise. Dieses Fest haben wir die ganze Weihnachtsoktav ĂŒber gefeiert: Gott wird Mensch, um uns mit seiner Liebe zu vergöttlichen. Wo ist dieses Geheimnis aber deutlicher zusammengefasst als in der heiligen Kommunion? Wo erfahren wir seine NĂ€he spĂŒrbarer als in Form der Hostie, die wir empfangen? Wo sind wir erfĂŒllter als mit ihm in unserem Herzen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich schaue auf dieses Jahr zurĂŒck und entdecke viele Momente, in denen du gegenwĂ€rtig warst. Ich sehe auch die Augenblicke, in denen ich dich um Hilfe bat und keine direkte Antwort bekam. Doch heute wird mir klar, dass ich selbst dann ohne dich einsam, traurig und unglaublich leer wĂ€re. Du warst mir nah, hast mir Freude geschenkt, mich erfĂŒllt. Ich danke dir, Herr, fĂŒr deine Gnade in diesem Jahr. Lass mich immer neu auf dich bauen und von dir die FĂŒlle des Lebens empfangen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute fĂŒr Jesus Zeuge der Freude sein, die er verleiht.


Ein stilles Geheimnis

1. Januar 2019

Neujahr
Hochfest der Gottesmutter Maria

Hl. Clarus, Abt
Hl. Fulgentius, Bischof
Hl. Wilhelm v. Dijon

Br. Peter Hemm LC

Lk 2,16-21
In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzĂ€hlten sie, was ihnen ĂŒber dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten ĂŒber die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darĂŒber nach. Die Hirten kehrten zurĂŒck, rĂŒhmten Gott und priesen ihn fĂŒr das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorĂŒber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria, dieses Gebet stelle ich unter deine FĂŒrbitte. Ich möchte es dir anvertrauen. Nimm mich an der Hand und fĂŒhre mich zu Jesus. Bereite mein Herz, damit es schön und offen ist fĂŒr ihn, meinen Gott. Schenke mir die Gnade, wĂŒrdig vor ihm zu stehen und diese Zeit mit ihm aus ganzem Herzen zu genießen.

Bitte: Herr, schenke mir ein demĂŒtiges und stilles Herz, das auf dich hört.

1. Im Hintergrund. Im heutigen Evangelium ist es schwer auszumachen, wer denn jetzt die Hauptperson ist. Da sind die Hirten, denen wir zu Jesus folgen, deren Worte ĂŒber dieses wunderbare Kind wir hören, mit denen wir gemeinsam Gott preisen. Dann ist da natĂŒrlich Maria, unsere Mutter, die immer wieder genannt wird und ohne die all das gar nicht passiert wĂ€re. Und dann haben wir da noch das Kind selbst: Jesus, der Sohn Gottes, der sich klein macht, unscheinbar und hilfsbedĂŒrftig. Doch niemand tritt in den Vordergrund, alle halten sich zurĂŒck und verweisen immer und immer wieder auf Gott und sein wunderbares Wirken. Nur wer fĂ€hig ist, sich selbst in den Hintergrund zu stellen und mit seiner ganzen Existenz auf Gott zu verweisen, kann die Tiefe und die Schönheit des Wirkens Gottes widerspiegeln.

2. In Stille. Es ist außerdem erstaunlich, dass in einem so frohen Evangelium wie diesem kein einziger Wortwechsel festgehalten wird. Die grĂ¶ĂŸten Dinge passieren in Stille. Gott ist gewöhnlich in tiefes Schweigen gehĂŒllt und handelt auch so. Er lĂ€sst sich finden, wenn alles in uns und wir selbst zur Ruhe kommen. Das wahre Gebet, die Einheit seines Herzens mit dem unseren, entspringt dieser Stille. Nur aus ihr heraus können wir Gott mit ganzem Herzen loben, anbeten, preisen.

3. An der Hand Mariens. Voll der Gnade. – Wie wunderbar sind diese drei Worte, die wir in jedem „GegrĂŒĂŸet seist du Maria“ beten. Maria ist ganz erfĂŒllt von der Gnade und dem Wirken Gottes; so sehr, dass sie auch fĂŒr andere zur Quelle der Gnade, zur Mutter der Gnaden wird. Vertrauen wir uns ihr an! Wir brauchen sie so dringend, um offen, demĂŒtig und still zu werden, damit Gott in uns eintritt! Lernen wir von ihr und an ihrer Hand.

GesprĂ€ch mit Christus: Maria, ich danke dir fĂŒr deine Gegenwart in diesem Gebet. Ich danke dir, dass du mir beigestanden bist in diesem Augenblick, in dem ich vor meinen Gott getreten bin. Oft bin ich nicht wĂŒrdig, vor ihn zu treten, mit ihm zu sprechen oder ihn gar in mir zu empfangen. Begleite mich auf meinem Weg zu ihm, damit ich mich ihm stets mit dir an meiner Seite nĂ€here.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute eine Statue der Muttergottes aufsuchen und unserer Mutter mein Herz anvertrauen.


Der große Gott im kleinen Ich

2. Januar 2019

Hll. Basilius der Große und Gregor von Nazianz, Bischöfe und Kirchenlehrer
Gedenktag

Hl. Dietmar, Bischof von Prag

Br. Peter Hemm LC

Joh 1,19-28
Dies ist das Zeugnis Johannes‘ des TĂ€ufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir mĂŒssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du ĂŒber dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der WĂŒste ruft: Ebnet den Weg fĂŒr den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch PharisĂ€er. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich trete vor dich hin, doch sehe ich dich nicht. Ich nĂ€here mich dir, doch spĂŒre ich dich nicht. Ich suche dich, doch du scheinst abwesend. Du bist groß, o Gott, geheimnisvoll und unergrĂŒndlich. WĂ€rst du kein Geheimnis, dann wĂ€rst du nicht Gott. Und so komme ich zu dir in Anbetung, Demut und Stille, um von dir zu empfangen, was du mir heute sagen möchtest.

Bitte: Jesus, sei du der Mittelpunkt meines Lebens. ErfĂŒlle mich mit deiner Schönheit.

1. Wer bist du? Wer bin ich? Was definiert mich? Wie wĂŒrde ich mich in einem Satz beschreiben? Was ist mir in meinem Leben am wichtigsten? FĂŒr Johannes den TĂ€ufer war es sehr klar, dass er aus sich selbst heraus nichts ist. Er leitet seine IdentitĂ€t nicht von dem ab, was er tut. FĂŒr ihn hat seine soziale Stellung keine Bedeutung. Er sieht nur einen Sinn in seinem Leben: Zeuge Jesu sein! Die einzige ErklĂ€rung seines Lebens ist Jesus. Jesus ist der Mittelpunkt seines Lebens.

2. Wer ist Jesus? Das ist wohl die wichtigste Frage im Leben eines jeden Christen: Wer ist Jesus und wer ist er fĂŒr mich? Die PharisĂ€er erkennen ihn nicht – damals wie heute. Obwohl er Mensch ist, bleibt er Gott; er bleibt ein Geheimnis, das man empfangen und im Herzen aufnehmen, doch nicht vollends verstehen kann. Er ist uns oft so nah, dass wir ihn nicht wahrnehmen, weil wir ihn nicht so nah vermuten. Er ist so unendlich groß, schön und erfĂŒllend! Der heilige Augustinus sagte einmal: „Wenn du ihn verstehst, dann ist es nicht Gott.“

3. Neuanfang. Jesus möchte eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle in unserem Leben spielen. Klar, wir haben ihm schon oftmals unser Herz geöffnet und er hat auch schon einen festen Platz in unserem Leben. Doch Jesus ist zu groß und beeindruckend! Er begnĂŒgt sich nicht damit, uns ein kleines bisschen seiner Liebe zu schenken. Er möchte uns weiter hinauffĂŒhren, weiter hinein in seine Liebe, tiefer in sein Geheimnis. Dazu geht er uns voraus und lĂ€dt uns ein, ihm zu folgen, immer wieder neu. Bleiben wir nicht ohne ihn zurĂŒck! Folgen wir ihm! In jedem Moment gibt es noch mehr von seiner Liebe zu entdecken.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich danke dir. Ich bete dich an. Ich lobe dich und preise dich, denn du bist groß. Du bist schön, unendlich schön. Nur dir möchte ich nachfolgen. Nur dich als Mittelpunkt meines Lebens haben. Nur du sollst mein Herz erfĂŒllen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus am Abend fĂŒr diesen Tag, das vergangene Jahr und mein ganzes Leben danken sowie meinen Entschluss erneuern, nur mit ihm zu leben.


Seht das Lamm Gottes!

3. Januar 2019

Donnerstag der ersten Woche nach Weihnachten
Heiligster Namen Jesu
Hl. Genoveva
Hl. Odilo OSB, Abt

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 1,29-34
In jener Zeit sah Johannes der TĂ€ufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die SĂŒnde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich möchte jetzt diese Zeit mit dir verbringen, damit du in mir wirken kannst. Ich stelle mich dir ganz zur VerfĂŒgung. Erleuchte mich und gestalte mich um nach deinem Bild.

Bitte: Schenke mir die Freude des Evangeliums inmitten meiner alltĂ€glichen Herausforderungen. Begleite mich ĂŒberall mit deinem Wort.

1. Er nimmt hinweg die SĂŒnde der Welt. Vielleicht habe ich mich schon an die Vergebung der SĂŒnden gewöhnt, aber fĂŒr die JĂŒnger Johannes des TĂ€ufers war das in seiner Art etwas ganz Neues. Erst mit Jesus war es endlich möglich, sich der Vergebung der eigenen SĂŒnden wirklich sicher zu sein. Ich will Gott fĂŒr dieses gewaltige Geschenk danken und in mir echte Freude darĂŒber erwecken.

2. Der erwartete Messias. Die Juden zur Zeit Jesu erwarteten nichts so sehr wie den Messias, und da verkĂŒndet ihnen Johannes dessen Ankunft. Das heißt fĂŒr mich, dass auch meine grĂ¶ĂŸten Hoffnungen und Erwartungen in ihm erfĂŒllt sind. Ich kann also mein vollstes Vertrauen auf ihn setzen und mich mutig an seiner Seite all meinen Herausforderungen stellen.

3. â€ž...der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ Jesus ist kein politischer Befreier, dessen Wirken zwar ein wenig nĂŒtzt, aber am Ende vergeht. Nein, er bringt den Geist Gottes. Dieser ist allmĂ€chtig, ewig gegenwĂ€rtig. Meine Hoffnung ist also kein leerer Optimismus, sondern sie hat ihr Fundament in der Macht Gottes. Und Gott hat schon bewiesen, dass er seine Versprechen hĂ€lt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus Christus, du kennst mich. Du weißt von der Mutlosigkeit und von der Trauer, die mich manchmal niederdrĂŒcken. Jesus: „Ich bin bei dir, stehe dir zur Seite. Sei zuversichtlich und gib dich mir hin, denn ich werde dich nie im Stich lassen.“

Möglicher Vorsatz: Heute will ich gegen Mittag kurz innehalten, um Christus fĂŒr seine Erlösung zu danken und die Freude ĂŒber ihn in mir zu erneuern – inmitten meiner Herausforderungen.


Persönliche Nachfolge

4. Januar 2018

Freitag in der Weihnachtszeit
Hl. Angela von Foligno, BĂŒĂŸerin und Mystikerin
Hl. Marius, Bischof
Hl. Roger OCist, Abt

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 1,35-42
In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner JĂŒnger standen bei ihm. Als Jesus vorĂŒberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden JĂŒnger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt ĂŒbersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt ĂŒbersetzt: der Gesalbte – Christus. Er fĂŒhrte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

EinfĂŒhrendes Gebet: O Herr, es gibt so viele Dinge, die mich vereinnahmen und von dir ablenken. Die Welt verlacht meinen Glauben an dich, und da bin ich versucht, dich aus meinem Leben zu verdrĂ€ngen. Dennoch bin ich jetzt hier bei dir, denn ich glaube an dich. Mein Gebet soll Ausdruck der Liebe zu dir sein.

Bitte: Herr, bitte erneuere meine Freundschaft zu dir.

1. â€žKommt und seht!“ Hier vollzieht sich ein wahres Wunder. Das Wort Gottes nimmt Fleisch an und wird in dieser Begegnung mit zwei Menschen ganz konkret greifbar. Jesus Christus prĂ€sentiert sich mir in seiner Menschlichkeit, mit seiner Ausstrahlung, seinem Blick, um auch mich an sich zu ziehen. Denn Gott wurde Mensch, weil er eine ganz persönliche Beziehung zu mir wollte. Wie wunderbar ist das!

2. â€žWir haben den Messias gefunden.“ Die beiden JĂŒnger lernten Jesus kennen und besuchten ihn (sie erinnern sich sogar an die Stunde, in der das geschah). Die Begegnung hatte sie so sehr beeindruckt, dass sie anderen davon erzĂ€hlten. Geht es mir auch so? Kenne ich Jesus zutiefst und möchte ihn wirklich verkĂŒnden, weil ich erfahren habe, dass alle SehnsĂŒchte des Menschen in ihm gestillt werden?

3. â€žDu sollst Kephas heißen.“ Petrus begegnete Jesus und folgte ihm. Von da an gehörte er ganz zu ihm. Jesus gab ihm einen neuen Namen, somit gewissermaßen eine neue IdentitĂ€t und einen damit verbundenen Auftrag. Auch ich gehöre zu ihm. Jesus soll mein Leben bestimmen. Ich will ihm freudig folgen, auch wenn das „Kreuz“ bedeutet.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, erinnerst du dich noch an unsere erste echte Begegnung? Ich habe mich entschlossen, dir zu folgen und deinen Willen zu tun. Diese Entscheidung habe ich oft bekrĂ€ftigt und will das auch jetzt tun. Ich lege mein Leben in deine HĂ€nde.

Möglicher Vorsatz: An diesem Tag möchte ich jemandem in irgendeiner Form von Jesus Christus erzĂ€hlen.


Begegnung mit Christus

5. Januar 2019

Samstag in der Weihnachtszeit
Hl. Johann Nepomuk Neumann, Bischof von Philadelphia
Ämiliana (Emilie)

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 1,43-51
In jener Zeit wollte Jesus nach GalilĂ€a aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf NatanaĂ«l und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, ĂŒber den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte NatanaĂ«l zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah NatanaĂ«l auf sich zukommen und sagte ĂŒber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. NatanaĂ«l fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. NatanaĂ«l antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen ĂŒber dem Menschensohn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Du, Herr, bist ĂŒberall gegenwĂ€rtig. Auch jetzt bist du hier und ich will bei dir sein. Deshalb lege ich alles vor dich hin, das Gute und das, was mich von dir trennt, damit du es an dich nimmst, es lenkst und vollkommener machst.

Bitte: Jesus, gewĂ€hre mir, dir jetzt in der Tiefe meines Herzens zu begegnen.

1. â€žKann von dort etwas Gutes kommen?“ NatanaĂ«l hegte wohl Hoffnung auf den Messias, hatte aber eine eher negative Einstellung gegenĂŒber den Einwohnern von Nazaret. Vielleicht war er gerade enttĂ€uscht, mutlos oder traurig und deshalb ein wenig verschlossen gegenĂŒber Jesus. Habe ich manchmal auch so eine Einstellung, die mich von Christus fernhalten könnte?

2. â€žWoher kennst du mich?“ Jesus kennt mich, er weiß alles ĂŒber mich und versteht mich, auch jede meiner SĂŒnden ist ihm bekannt. Aber er vergibt mir, weil er mich liebt, und er ruft mich in seine Nachfolge als Christ. Ich darf mich ihm voller Vertrauen nĂ€hern und mein Leben ganz ihm ĂŒberlassen.

3. â€žRabbi, du bist der Sohn Gottes.“ Mit jeder Begegnung lĂ€dt Jesus mich ein, meinen Glauben an ihn zu erneuern. Er ist mein Erlöser, allmĂ€chtig und voller Liebe. Wie NatanaĂ«l seine Macht erfuhr und von da an an ihn glaubte, so will auch ich trotz all meiner Schwierigkeiten immer wieder seine Macht anerkennen und an ihm festhalten.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, ich bereue jedes Mal, wenn ich dir gegenĂŒber gleichgĂŒltig war, wenn ich mich von verschiedenen Versuchungen aufs Eis fĂŒhren ließ und mich so von dir getrennt habe. Erneuere dein göttliches Leben in mir und sei du von neuem die Mitte meines Lebens.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich mir fĂŒnf Minuten nehmen, um ein Bild zu betrachten (oder mir ein Erlebnis in Erinnerung zu rufen), das mir einmal geholfen hat, Jesus zu begegnen. Das soll meine Beziehung zu ihm wieder auffrischen.