Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. Dezember 2018 bis Samstag 29. Dezember 2018

Vierte Woche im Advent

Br. László Erffa LC

Zeugen der VerheiĂźungSonntag
Zeugen der GeburtMontag
Zeugen des LichtesDienstag
Wie wir zu Zeugen werdenMittwoch
Zeugen der AuferstehungDonnerstag
Auch Kinder können Zeugen seinFreitag
Prophetisches ZeugnisSamstag


Zeugen der VerheiĂźung

23. Dezember 2018

4. Adventssonntag
Hl. Johannes von Krakau, Kanoniker
Hl. Viktoria, Märtyrerin
Hl. Dagobert

Br. László Erffa LC

Lk 1,39-45
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du kommst zu mir an Weihnachten, aber auch an jedem Tag. Hilf mir, dein Kommen in meinem Leben zu erkennen, durch die kleinen, verborgenen Zeichen, die du mir immer wieder schenkst. Und vor allem durch deine Mutter Maria.

Bitte: Mit Elisabeth will ich rufen: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen!

1. Wer bin ich? Im Gebet kann ich die Worte Elisabeths zu meinen Worten machen. So kann ich Maria betrachten, die in ihrem ganzen Dasein schon die Gegenwart des noch ungeborenen Sohnes Gottes durchscheinen lässt. Denn Maria will auch mich besuchen, um die frohe Botschaft der Menschwerdung Gottes zu bezeugen. Und die Freude, die sie erlebt, mit mir teilen, damit sie zur doppelten Freude wird. Gerade, weil diese Freude vollkommen unverdient ist, ein groĂźartiges Geschenk der Liebe Gottes auch an mich persönlich. Wirklich, wer bin ich? Wie habe ich das verdient? Ăśberhaupt nicht: Es ist ein Geschenk!

2. â€žDa hĂĽpfte das Kind in meinem Leib.“ Wie kann ich diese Gegenwart Gottes erkennen? FĂĽr Elisabeth ist das Zeichen klar. Aber fĂĽr mich? Welche Zeichen gibt es in meinem Leben? Wie kann ich meinen noch verborgenen Gott erkennen? Er offenbart sich zunächst nur durch verborgene Zeichen. Und so auch nur indirekt, durch andere, die auf ihn hinweisen. Wie auch das Kind im Leib Elisabeths, das von nun an sein ganzes Leben in den Dienst dieses Geheimnisses stellen wird: auf den verborgenen Gott hinweisen. Denn niemand kommt ganz alleine zu Gott. Wen hat Gott in mein Leben gestellt, damit ich selbst fĂĽr ihn Zeuge der liebenden Gegenwart Gottes in der Welt sein kann?

3. Selig ist die, die geglaubt hat. Elisabeth hat das Verborgene erkannt. Sie hat die ihr gegebenen Zeichen lesen können. Und sobald sie in diese erste VerheiĂźung eingetreten ist und sie angenommen hat, erkennt sie noch viel mehr; sie versteht, wie groĂź der Glaube Mariens ist. Wie groĂź die ErfĂĽllung dieser VerheiĂźung ist; wie Gott uns immer so viel mehr gibt, als wir erwarten. Der ganze Advent ist fĂĽr einen Christen eine VerheiĂźung, die immer größer wird, je näher ihre ErfĂĽllung heranrĂĽckt.

Gespräch mit Christus: Herr, du willst auch mich mit Freude erfĂĽllen. Eine Freude, die ich mit anderen teilen kann; eine Freude, die wächst, wenn sie geteilt wird. Herr, ich schaue in mein Herz und frage mich: Habe ich diese Freude schon ganz angenommen? Oder gibt es Winkel in meiner Seele, wo die Freude ĂĽber deine Ankunft noch nicht ganz widerhallt? Gibt es Menschen in meiner Umgebung, mit denen ich diese Freude teilen kann? Denn alleine kann ich nur schwer glauben, mich nur wenig freuen. Nur geteilte Freude ist erfĂĽllende Freude.

Möglicher Vorsatz: Heute Freude teilen, um Zeugnis vom Kommen Christi zu geben: Durch ein Lächeln, ein tröstendes Wort, einen Akt der dienenden Nächstenliebe…


Zeugen der Geburt

24. Dezember 2018

Heiliger Abend
Adam und Eva
Hl. Hanno v. Worms, Bischof

Br. László Erffa LC

Mt 1,18-25
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, heute Abend feiern wir deine Geburt. Vier Wochen habe ich mich auf dein Kommen vorbereitet. Heute bitte ich dich: Ă–ffne mein Herz noch mehr, mach da noch mehr Platz fĂĽr dich! Vollende du die Vorbereitung, die ich begonnen habe. Lass mich erkennen, wie du in die Welt kommen willst.

Bitte: Herr, sei heute unser Immanuel: Gott ist mit uns!

1. Maria und der Heilige Geist. In diesem Evangelium steht nicht viel ĂĽber Maria. Wir erfahren nicht, was ihre GefĂĽhle und Einstellungen sind. Aber eines erfahren wir, und das sagt uns alles: Sie erwartet ein Kind „durch das Wirken des Heiligen Geistes“. Das ist schnell gesagt und schnell gelesen. Aber da steckt so viel drin! Denn der Heilige Geist wirkt so etwas GroĂźes nur in den Seelen, die sich durch Reinheit des Herzens, groĂźzĂĽgige Hingabe und Offenheit gegenĂĽber Gott auszeichnen und die demĂĽtig genug sind, um Gott wirken zu lassen. Wie Angelus Silesius sagt, muss Christus auch in mir geboren werden: Wäre Christus tausend Mal in Bethlehem geboren und nicht in dir: Du bliebest dennoch ewiglich verloren.“

2. Josef und der Engel. Josef ist ein weiser Mann. Er will gerecht handeln, tut sich aber in dieser auĂźergewöhnlichen Situation schwer, die richtige Entscheidung zu finden. Er fragt sich: Was erwartet Gott von mir in dieser Situation? Er fragt, und Gott hilft ihm, besser zu verstehen. Gott lässt ihn durch seinen Engel ein klares Wort vernehmen. Er erklärt ihm, was er wissen muss und sagt ihm, wie es weitergehen soll. Gerade deshalb, weil Josef schon vorher mit groĂźer Offenheit vor Gott ĂĽber diese Dinge nachgedacht hatte, kann er jetzt auch treu den Anweisungen folgen.

3. Maria und Josef. Beide sind Gott gegenĂĽber offen, und so kann er durch sie wirken. Gott will, dass beide zusammen, sozusagen gemeinschaftlich, Gottes Kommen in die Welt ermöglichen. Gott will nicht einfach auf die Erde fallen, er will in eine menschlich-konkreten Situation hineingeboren werden, in eine Familie. Er kommt nicht als groĂźer Herrscher, sondern er macht sich ganz klein und abhängig von uns Menschen. Abhängig von unserer Offenheit, GroĂźzĂĽgigkeit und Mitarbeit. Er respektiert unsere Freiheit so sehr, weil er uns so sehr liebt.

Gespräch mit Christus: Herr, was kann ich heute tun, damit du in dieser Welt immer mehr gegenwärtig wirst? Hilf mir, auf dein Wort zu hören, auf das, was du in der Heiligen Schrift, durch meine Mitmenschen, durch meine guten Emotionen und Inspirationen, Träume und SehnsĂĽchte sagen willst.

Möglicher Vorsatz: Am Ende des Tages kurz zurĂĽckblicken: Wo ist Gott mir heute begegnet? Wo ist er in meinem Leben geboren worden?


Zeugen des Lichtes

25. Dezember 2018

Weihnachten
Hochfest der Geburt des Herrn

Hl. Eugenia, Märtyrerin
Hl. Anastasia, Märtyrerin

Br. László Erffa LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen fĂĽr das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen fĂĽr das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis fĂĽr ihn ab und rief: Dieser war es, ĂĽber den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner FĂĽlle haben wir alle empfangen, Gnade ĂĽber Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, Weihnachten ist mehr als die konkreten, aber äuĂźeren Umstände von Stall und Krippe: Es ist dein Eintreten in die Geschichte. Hilf mir, dein Kommen in immer mehr Dimensionen zu erfahren. Komm in alle Bereiche meines Lebens, und erleuchte so selbst die tiefsten AbgrĂĽnde meines Herzens.

Bitte: Lass mich deine Herrlichkeit sehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit!

1. Im Anfang: Niemand hat Gott je gesehen. Die ganze Heilsgeschichte mit ihrer inneren Dynamik: die liebende Beziehung Gottes zu uns Menschen, seinen Geschöpfen, beginnt mit dieser Frage: Wie können wir begrenzte Kreaturen den unendlichen Gott erkennen, wie ihm begegnen, wie ihn lieben? Denn auch wenn uns Gott immer unendlich nahe ist, können wir ihn doch nicht erkennen, wenn er sich uns nicht offenbart. Und wir können ihn nur hören, wenn er mit einer Stimme spricht, die wir verstehen können: mit einer menschlichen Stimme.

2. Das wahre Licht. Inmitten der Finsternis einer gefallenen Welt erscheint so das Licht Gottes. Und wie erscheint es uns? Als ein kleines Kind, verwundbar, hilfsbedĂĽrftig. So menschlich, dass niemand umhinkann, es zu verstehen, es zu lieben. Und doch so göttlich, denn so klein kann nur Gott werden, so deutlich kann nur er sprechen; und gerade deswegen leuchtet dieses Kind so hell, seit seiner Geburt vor 2000 Jahren, bis heute.

3. Leuchtendes Zeugnis. Dieses Licht Gottes leuchtet voll Gnade und Wahrheit, es ist stark, aber es bleibt immer auch ein mildes Licht. Es ist nicht eines, das uns blendet. Die Macht dieses Lichtes liegt gerade in seiner Bescheidenheit. Es ist warm und einladend, verständlich und unaufdringlich. Wie schafft es dieser sanfte Glanz Gottes, die Welt zu erobern? Durch Zeugen des Lichts, die das Licht mit Klarheit widerspiegeln, wie der Mond das Licht der Sonne reflektiert. Johannes ist einer der ersten Zeugen dieses Lichtes, schon vom Mutterleib an. Und mit ihm legen auch alle Heiligen und die ganze Kirche Zeugnis ab. Ich auch?

Gespräch mit Christus: Herr, du willst heute und an jedem Tag aus mir heraus leuchten. Du willst so, dass ich zu einem Zeugen deiner Liebe werde. Danke, Herr, fĂĽr dieses Weihnachtsgeschenk! Ich bitte dich auch, Herr, offenbare mir doch immer mehr deine Liebe zu mir und zu allen Menschen, damit ich mehr und reiner leuchten kann.

Möglicher Vorsatz: Abends nochmals das Evangelium durchlesen und sehen, ob ich es jetzt ein wenig besser und tiefer verstehe.


Wie wir zu Zeugen werden

26. Dezember 2018

Hl. Stephanus, Erzmärtyrer
Fest

2. Weihnachtsfeiertag

Br. László Erffa LC

Mt 10,17-22
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, das Evangelium von heute und die Erinnerung an deinen Blutzeugen Stephanus scheinen nicht in die Weihnachtszeit hineinzupassen. Aber ich weiĂź, dass du mir gerade heute und durch dieses Evangelium, durch diese Frohbotschaft, sehr viel zu sagen hast. Hilf mir, zuzuhören und zu verstehen, dass unser Zeugnis fĂĽr dich nicht immer so einfach ist, wie wir es gerne hätten…

Bitte: Herr, hilf mir, nicht nur in Zeiten der Freude, sondern auch „in jener Stunde“ auf dich zu hören und so standhaft zu bleiben, um gerettet zu werden.

1. Wozu kommt Jesus in die Welt? Jesus kommt, um Zeugnis abzulegen; um Gott zu offenbaren. Wenn wir auf sein Kommen, auf Weihnachten, auf seine Menschwerdung schauen, dann sehen wir zunächst nur die Freude und das Licht, die diese Botschaft den Menschen bringen soll. Aber was, wenn die Menschen die Dunkelheit doch lieber haben als das Licht? Wenn sie sich der Freude verschlieĂźen? Gott hat den Menschen frei geschaffen, und so kann der Mensch Gott gegenĂĽber gleichgĂĽltig und lau sein, ja ihn sogar ablehnen und hassen. Dann ist es nicht mehr so einfach, Zeuge zu sein…

2. Gottes Geist redet durch uns. Als Christen sind wir Zeugen Gottes in dieser Welt. Licht in der Dunkelheit. Und wenn die Menschen dieses Zeugnis ablehnen, dann macht Gott es noch heller, noch stärker. Im Evangelium und im Martyrium des heiligen Stephanus sehen wir, wie das Zeugnis im Angesicht der Ablehnung noch viel kräftiger wird und noch mehr Menschen erreichen kann, auch wenn es so vom Zeugen selbst viel mehr abverlangt: vollkommene Hingabe an Gott bis hin zur Aufgabe unseres Lebens; immer selbstloser werden, um Gott immer deutlicher in uns aufscheinen zu lassen. Dann kann er voll und ganz durch uns reden und sich den Menschen offenbaren; er kann sozusagen in uns Mensch werden. Auch das ist Weihnachten.

3. Spaltung. Jeder Mensch ist frei. Er kann das Zeugnis Gottes annehmen oder ablehnen. Nur die wenigsten, die es ablehnen, tun es aus Hass gegenĂĽber Gott. Bei den meisten ist es eine Ablehnung aus Oberflächlichkeit: Sie wollen einfach nicht von Gott gestört werden. Weihnachten feiern ist schön, ja sicher, aber sobald dieses kleine Kind anfängt, AnsprĂĽche an sie zu stellen, wird es fĂĽr diese Menschen zu ungemĂĽtlich. Daher sind Spaltung und Ablehnung vorprogrammiert, wenn jemand anfängt, das Evangelium ernst zu nehmen und in seinem Leben umzusetzen. Aber – und schauen wir wieder auf Stephanus – ist es nicht gerade durch diese Ablehnung, dass ein Zeichen umso deutlicher zum Vorschein kommt, zum wahren Zeichen des Widerspruchs wird? Gerade, weil Gott so viel stärker in seinen Zeugen leuchten kann. Hoffen wir, dass dieses Zeichen, das drastische Zeichen des Martyriums, die Hartherzigen wieder Gott erkennen lässt und ihnen so die Bekehrung schenkt.

Gespräch mit Christus: Herr, Weihnachten ist ein Fest der Freude. Warum mĂĽssen wir immer wieder an das Leid erinnert werden? Hilf mir, diesen Gegensatz anzunehmen, wie auch du ihn angenommen und bis zum Kreuz ausgetragen hast. Hilf mir zu verstehen, dass Kreuz und Verfolgung die Freude nicht auslöschen, sondern dass sich die Freude des Evangeliums gerade dadurch als die einzig wahre erweist, dass sie trotz aller Schwierigkeiten bestehen bleibt.

Möglicher Vorsatz: Wo kann ich heute durch Wort und Tat Zeugnis ablegen? Vor anderen ein solches kleines Zeichen der Treue zu meinem Glauben setzen.


Zeugen der Auferstehung

27. Dezember 2018

Hl. Apostel u. Evangelist Johannes
Fest

Hl. Fabiola von Rom

Br. László Erffa LC

Joh 20,2-8
Am ersten Tag der Woche lief Maria von Magdala schnell zu Simon Petrus und dem JĂĽnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere JĂĽnger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere JĂĽnger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das SchweiĂźtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere JĂĽnger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, danke fĂĽr das Geschenk deiner Nähe in diesen Tagen, in denen wir deine Menschwerdung feiern. Danke auch fĂĽr deine Gegenwart an allen Tagen bis zum Ende der Welt, die durch deine Auferstehung möglich geworden ist. Hilf mir heute, deine Auferstehung als die krönende ErfĂĽllung deiner Menschwerdung zu sehen und so deine allumfassende Liebe immer und ĂĽberall zu erfahren.

Bitte: Herr, bitte lass mich sehen und glauben!

1. Das Zeugnis Maria Magdalenas. Sie läuft schnell, um das weiterzugeben, was sie gesehen hat. Sie kann es ĂĽberhaupt noch nicht richtig einordnen, aber sie will es den anderen mitteilen: Es ist etwas Wichtiges geschehen. Sie kann es nicht fĂĽr sich behalten und hofft, dass andere Klarheit schaffen können. Es kann jedem von uns passieren, dass wir zwar die konkreten Konsequenzen von Gottes Handeln erkennen, aber irgendwie aus uns heraus nicht fähig sind, daraus objektive SchlĂĽsse zu ziehen. Trotzdem kann dieses Zeugnis wertvoll sein: Andere kommen möglicherweise nur dadurch zu einem reiferen Glauben, den sie dann wiederum mit uns teilen können. So kann auch unser noch so unvollkommenes, weil hastiges oder ĂĽbereifriges Zeugnis der Verbreitung des Evangeliums dienen.

2. Das Zeugnis der Apostel. Petrus und Johannes wollen glauben. Sie hoffen, dass die Auferstehung wahr ist. Das hilft ihrem Glauben und macht sie bereit, das Unglaubliche anzunehmen und die kleinen Zeichen Gottes zu erkennen. Zunächst hören sie auf Maria Magdalena, die fast schon hysterisch auf sie wirkt. Statt sie einfach fĂĽr verrĂĽckt zu erklären, rennen sie zum Grab und können kaum erwarten, die innere Frage aufzulösen und festzustellen, ob es denn wirklich so ist. Ist der Leib des Herrn unauffindbar? Dann gäbe es nämlich nur eine Antwort: Er ist auferstanden! Und am Grab finden sie dafĂĽr ein weiteres kleines Zeichen, dass ihre Hoffnung bestätigt.

3. Das Zeugnis der Leinenbinden. Der menschgewordene Gott ist konkret. In Betlehem ist er das Kind, das in Windeln gewickelt ist: Das in Windeln gewickelte Kind ist das Zeichen, nach dem die Hirten suchen sollen. Hier sind es die Leinenbinden und das SchweiĂźtuch, die, nachdem sie Jesu Leichnam eingehĂĽllt hatten, nun so ordentlich daliegen. Johannes, „der andere JĂĽnger“ sieht es und glaubt. Was genau mag dieser Fund fĂĽr ihn bedeutet haben? Vielleicht, dass man den Leichnam des Herrn nicht geraubt hatte, weil man die TĂĽcher sonst nicht von ihm abgestreift hätte – und schon gar nicht ordentlich zusammengelegt hätte daliegen lassen? Jedenfalls versteht Johannes etwas von dem, was vor sich geht. Er kommt zum Glauben.

Gespräch mit Christus: Herr, du hast dem heiligen Johannes Einsicht geschenkt, um die Zeichen deines Wirkens in der Welt zu verstehen und davon Zeugnis zu geben. Er hat immer sehr aufmerksam deinen Worten gelauscht und hat dich wirken sehen. So hat er gelernt, dich auch in dieser ganz neuen Situation zu erkennen und Zeugnis von deiner Liebe abzulegen.

Möglicher Vorsatz: Am Ende des Tages zurĂĽckblicken und erkennen, wo Gott sich mir heute in ganz kleinen, unscheinbaren Dingen offenbaren wollte. Was war seine Botschaft fĂĽr mich und fĂĽr die Menschen, an die ich sie weitergeben kann?


Auch Kinder können Zeugen sein

28. Dezember 2018

Unschuldige Kinder
Fest

Hl. Hermann und Otto, Einsiedler
Hl. Julius von Rom, Märtyrer

Br. László Erffa LC

Mt 2,13-18
Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig, und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, heute hören wir von der Verfolgung und dem Leid, das nach deiner Geburt ĂĽber Betlehem gekommen ist. Das Leid der Unschuldigen und Verfolgten schreit zum Himmel, und die Erlösung scheint fern. Hilf uns, heute im Gebet dein leises Wirken in dieser Welt wahrzunehmen, das inmitten des Tumultes von Konsum, Hass und Krieg keinen Lärm macht, aber trotzdem viel stärker ist.

Bitte: Herr, stelle dem Hass der Menschen deine Liebe entgegen, die alles besiegt!

1. Irrationaler Hass. Warum wird Herodes zornig? Er ist ein Mann, der in seinem Leben so viele SĂĽnden auf sich geladen und so viele Menschen verletzt hat, dass er jetzt ganz alleine dasteht und niemandem mehr vertrauen kann. Er ist einsam in seiner Macht, und hat sogar Angst vor einem Neugeborenen. Er ist ein Mensch, der sein Leben auf Sand gebaut hat, und er muss zusehen, wie alles zerrinnt, wie er seine Macht nicht festhalten kann. SĂĽnde macht einsam und zerstört uns nach und nach. Die einzige Lösung fĂĽr Herodes, die einzige Form der MachtausĂĽbung, die er noch sieht, besteht im Handeln nach der Logik des Hasses. Und Hass ist irrational und wirkt zerstörerisch.

2. Blutzeugen. Der Hass des Herodes zerstört nicht nur ihn selber: Wie jede unserer SĂĽnden hat sein Egoismus auch Konsequenzen in den ihn umgebenden Menschen. Sein Hass verursacht unschuldiges Leid und sucht sich seine Opfer in den dahingemordeten Kindern und in ihren Familien. Diese Verkettung von Schuld und Leiden finden wir nicht nur hier: Sie ist durch die ErbsĂĽnde zu einem unseligen Gesetz geworden, welches das Leben der Menschheit belastet. Aber wie alle anderen, die unschuldig leiden mĂĽssen, weisen auch diese Kinder durch ihr Blutzeugnis auf etwas hin: auf Jesus Christus, den Unschuldigen schlechthin, der das durch unsere SĂĽnden verursachte Leid auf sich nimmt, um uns von der SĂĽnde zu befreien. Alle anderen unschuldig Leidenden können sich mit seinem Kreuzesopfer vereinen, um so ihrem Leiden Sinn zu geben.

3. Weinende und klagende MĂĽtter. Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist eine der reinsten und schönsten Formen der Liebe, in der wir Menschen auch ein wenig von der unendlichen und bedingungslosen Liebe von Gott zu uns erfahren können. So gehört auch das Leiden einer Mutter ĂĽber den Tod ihres Kindes zum Traurigsten, was wir uns vorstellen können. Jeremiah sagt uns, sie seien untröstlich. Die leidenden MĂĽtter von Betlehem weisen dabei hin auf eine andere Betlehemer Mutter, die einst ihr eigenes, unschuldig dahingeschlachtetes Kind in ihren Armen halten wird. Aber Maria unter dem Kreuz ist nicht untröstlich! Sie weiĂź, dass der Tod nicht das letzte Wort haben wird.

Gespräch mit Christus: Herr, noch sind wir in der Weihnachtszeit, und erst vor wenigen Tagen haben wir deine Geburt gefeiert. Und heute haben wir im Evangelium gehört, wie deine Menschwerdung nicht nur Freude, sondern durch die Ablehnung einiger vielen anderen auch Leid gebracht hat. Das tut sehr weh, aber es hilft uns, unsere Augen auf dein Kreuz zu richten, auf den Augenblick, an dem du das ganze Leid der unschuldig Leidenden auf dich nimmst und unsere Erlösung wirkst, indem du das Leid in Freude wandelst. Das erleben wir auch in jeder heiligen Messe, und so feiern wir immer wieder dieses groĂźe Geschenk des Heiles.

Möglicher Vorsatz: Einen kleinen Akt der Solidarität mit verfolgten Christen setzen: Ein Gebet, eine kleine Spende oder einfach dadurch, dass wir uns ĂĽber ihre Situation informieren und diese Information dann auch teilen.


Prophetisches Zeugnis

29. Dezember 2018

5. Tag der Weihnachtsoktav
Hl. Thomas Becket, Erzbischof, Märtyrer
Hl. Lothar, Mönch
David

Br. László Erffa LC

Lk 2,22-35
Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, im Evangelium betrachten wir heute deine Darstellung im Tempel: Wie du in dein Haus kommst, beinahe unerkannt von denen, die dein Angesicht suchen, und vollkommen ignoriert von denen, die vorgeben, dir zu dienen. Unsere Frage an dieses Evangelium ist, wie wir selber deine Gegenwart in unserem Leben erkennen und bekennen können. Hilf uns, es von Maria, Josef und Simeon zu lernen.

Bitte: Herr, lass meine Augen das Heil, das du uns schenkst, sehen und erkennen!

1. Das Gesetz. Das Evangelium besteht darauf: Maria und Josef tun nichts anderes, als das Gesetz zu erfĂĽllen. Sie tun es gerne und mit Liebe und Achtung, und sie erwarten nichts Besonderes zurĂĽck. Aber Gott ĂĽberrascht sie: Sie können wieder erfahren, welche Anziehungskraft der kleine Jesus auf die Menschen hat, die Gott suchen. Die Reaktionen dieser Menschen, die sich nur durch das Wirken des Heiligen Geistes erklären lassen, sind fĂĽr Maria und Josef ein wertvolles Zeugnis dafĂĽr, dass Gott nicht aufgehört hat, zu wirken. Sie selber sind dabei nicht berufen, AuĂźergewöhnliches zu tun; sie mĂĽssen nur dem schon vorgegebenen Gesetz folgen.

2. Simeon. Während Maria und Josef sich vom Gesetz leiten lassen, lässt sich Simeon vom Heiligen Geist fĂĽhren. Beide fĂĽgen sich auf ihre Weise dem Willen Gottes, und so kommt es zur Begegnung, die fĂĽr sie alle so wichtig ist. Denn Simeon hat den Eltern Jesu viel zu sagen: Obwohl sie ihn nicht kennen, kennt er sie doch durch und durch und kann ihnen vieles bestätigen, was sie in ihrem Herzen vielleicht schon dunkel erahnt hatten. So wird sein Zeugnis zum prophetischen Zeugnis, das Gottes Wirken in dieser Welt sichtbar werden lässt. Und er selber darf sehen, wie dieses Wirken beginnt: Mit einem kleinen Kind im Tempel und seinen Eltern, die aus Liebe zu Gott handeln.

3. Das Leiden der Mutter. Die Prophezeiung des Simeon ist fĂĽr Maria nicht nur Bestätigung dessen, was sie schon irgendwie erwartete. Nein, Gott hat immer mehr mit uns vor. Und umso mehr, je mehr wir uns ihm öffnen. Und niemand hat sich Gott so sehr geöffnet wie Maria! Gott hat fĂĽr sie, die das groĂźe „mir geschehe“ sprach, noch größere Pläne: Sie wird leiden, ja, sehr viel leiden. Aber wie kein anderer Mensch vor ihr wird sie mit dem Bewusstsein leiden, dass ihr Schmerz keine Strafe Gottes ist, sondern eine Konsequenz der SĂĽnde der Menschen und eine Gelegenheit, an der Erlösung, am Kreuzesopfer Christi mitzuwirken. Sie wird zur Mutter aller Gläubigen in dem Moment, da das Schwert auf Golgota durch ihre Seele dringt, wo aber ein Blick auf ihren gekreuzigten Sohn genĂĽgt, um zu wissen: Es ist nicht umsonst! Das Leiden – diese Folge des Abfalls des Menschen von Gott – kann in ein Werkzeug der Erlösung verwandelt werden und der Tod ist so fĂĽr immer seines Stachels beraubt. So wird Maria auch als erste der Erlösten zur Miterlöserin; einer Berufung, an der auch wir teilhaben dĂĽrfen.

Gespräch mit Christus: Herr, hat deine Geburt in mein Leben auch das Schwert gebracht? Die Freude, ja, sie ist immer da. Aber lasse ich auch den Schmerz zu? Auch den Schmerz der Ohnmacht, des Mitleidens? Hilf mir zu verstehen, dass dieses Leiden Frucht bringen kann, wenn es zusammen mit deinem Leiden aufgeopfert wird.

Möglicher Vorsatz: Die Darstellung im Tempel heute im Laufe des Tages noch einmal betrachten, und zwar mit den Augen der Muttergottes, in einem Gesätz des Rosenkranzes.