Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. Dezember 2018 bis Samstag 15. Dezember 2018

Zweite Woche im Advent

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Stehe auf, werde Licht!Sonntag
Lass Jesus Gott seinMontag
Wie tickt Gott?Dienstag
Komm, ruh dich ein wenig aus!Mittwoch
Alles vermag ich durch den, der mich stärkt (Phil 4,13)Donnerstag
Zum JĂĽnger Jesu werdenFreitag
Augen, um Jesus zu sehenSamstag


Stehe auf, werde Licht!

9. Dezember 2018

Zweiter Adventssonntag
Hl. Juan Diego, Mystiker
Hl. Liborius Wagner
Hl. Eucharius, Bischof
Hl. Petrus Fourier CanReg

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Lk 3,1-6
Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mich liebst. Danke, dass du Mensch geworden bist, um mich von meinen SĂĽnden zu erlösen. Schenke mir die Gnade, auf deine Liebe mit meiner Liebe zu antworten.

Bitte: Herr Jesus, lass mich heute deinen Willen erkennen und ihn aus Liebe zu dir erfĂĽllen.

1. Wessen Idee? Warum ist Johannes in die WĂĽste gezogen? Warum hat er gepredigt? Warum leben wir Christen so, wie wir leben? Weil wir Gott im Gebet erfahren haben. Das Predigen und das Taufen war nicht eine Idee des Johannes. Gott hat ihm im Gebet gezeigt, dass das sein Weg fĂĽr ihn war. Habe ich Gott mit offenem Herzen gefragt, welchem Weg ich folgen soll?

2. Und er zog in die Gegend am Jordan… Johannes hat nicht nur aufmerksam auf die Stimme Gottes gehört, sondern er hat auch das getan, was der Herr von ihm verlangte. Es war fĂĽr ihn ganz und gar nicht einfach zu gehorchen. Er musste in der WĂĽste leben, wenig essen, ĂĽberall predigen, und den König zurechtweisen. Am Ende hat ihn die Treue zu seiner Sendung und zu Gott das Leben gekostet (Mt 14,3-12). Wenn ich die Stimme Gottes höre, gehorche ich ihr? Suche ich Rechtfertigungen, um nicht seinen, sondern mein Willen zu tun?

3. Stehe auf, werde Licht! (Jes 60,1) Oft haben wir Angst vor den Plänen Gottes. Das ist ganz normal. Jesus hatte auch Angst vor seiner Sendung, und er hat es uns nicht verheimlicht: „Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorĂĽber…“ (Mt 26,39). Doch hat er „Ja“ gesagt, und seine Sendung aus Liebe zum Vater und zu uns bis ans Ende erfĂĽllt: „…doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt 26,39). Die FrĂĽchte des Gehorsams Jesu genieĂźen wir bis zum heutigen Tag: Wir sind Kinder Gottes, der Zugang zum Himmel steht uns offen, und hier auf Erden bekommen wir alle Gnaden, die wir nötig haben, um auf dem rechten Weg zu bleiben. Jesus ist fĂĽr uns Menschen das Licht geworden, das uns zum Vater fĂĽhrt. Er lehrt uns mit seinem Beispiel, dass wir nur im Gebet die Kraft finden, um unsere Sendung zu erfĂĽllen, d.h. fĂĽr andere Licht zu werden. Nur dann, wenn wir gebetet haben, können wir wie Johannes aufstehen, um Licht der Welt zu werden (vgl. Mt 5,14). Dann werden die Menschen durch uns „das Heil sehen, das von Gott kommt“ (Lk 3,6).

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du ein Mensch wie ich bist und auch erfahren hast, dass der Wille des Vaters nicht immer leicht zu erfĂĽllen ist. Schenke mir die Gnade, auf deine Stimme zu hören. Gewähre mir die Kraft, deinen Willen aus Liebe zu dir zu tun. Was ist dein Wille, Herr? „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12)

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen und ihn nach seinem Willen fĂĽr mich befragen.


Lass Jesus Gott sein

10. Dezember 2018

Montag der zweiten Woche im Advent
Hl. Angelina, Ă„btissin
Hl. Diethard OCist, Abt
Hl. Bruno OPraem, Abt

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Lk 5,17-26
Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drängte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben. Da dachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer: Wer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer außer Gott kann Sünden vergeben? Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr für Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mich so sehr liebst. Lass mich heute erkennen, dass du am besten weiĂźt, was fĂĽr mich gut ist. Ich ĂĽberlasse mich dir. Jesus, ich vertraue auf dich.

Bitte: Maria, meine Mutter, lehre mich, auf Jesus zu vertrauen.

1. Nur ein Mensch? â€žWer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer auĂźer Gott kann SĂĽnden vergeben?“ (Lk 5,21) Manchmal erlaubt oder tut der Herr etwas in unserem Leben, was uns nicht gefällt, oder, was einfach nicht unseren Plänen entspricht. Manchmal verlangt er auch von uns Dinge, die uns schwerfallen. In solchen Situationen könnten wir so denken, wie die Pharisäer und Schriftgelehrten gedacht haben: Was sagt dieser Jesus hier? Glaubt er, dass er Gott, der Allmächtige und Allwissende ist?FĂĽr wen halte ich dich, Jesus? Glaube ich von Herzen, dass du Gott und Herr bist? Handle ich dementsprechend? Herr, lass mich dich als meinen Herrn und meinen Gott erkennen und danach handeln (Joh 20,28).

2. Liebe und Glaube bleiben nicht stehen. Die Freunde des Gelähmten waren Männer voller Liebe und Glauben: Sie liebten ihren Freund. Sie glaubten von Herzen, dass Jesus ihn heilen konnte. Also „stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und lieĂźen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin“ (Lk 5,19). FĂĽr den Glaubenden und den Liebenden gibt es keine unĂĽberwindlichen Hindernisse. Jesus selbst gibt uns das beste Beispiel dafĂĽr. Weder DemĂĽtigungen noch Leiden haben ihn daran hindern können, seinen Weg zu gehen. Er hat uns bis zum Tod am Kreuz geliebt. Aus Liebe zu uns ist er noch heute in der Eucharistie hier auf der Erde gegenwärtig. Seine Liebe zu mir kennt keine Grenzen.Herr Jesus, lass mich dich und meine Mitmenschen grenzenlos lieben – so, wie du den Vater und mich liebst.

3. Jesus Gott sein lassen. Oft ĂĽberrascht uns der Herr mit seinem Handeln. Die Männer im heutigen Evangelium haben von Jesus die Heilung ihres Freundes erwartet. Der Herr aber tut zuerst etwas anders: Er heilt die Seele des Gelähmten. Vielleicht waren die Freunde des Gelähmten enttäuscht: „Unser Glaube war nutzlos. Unser Freund wurde nicht geheilt.“ Eigentlich aber war ihr Freund geheilt worden, nur tiefer und auf unsichtbare Weise. Jesus weiĂź immer, in jedem Augenblick, was fĂĽr mich am besten ist. Will ich auf ihn vertrauen? Bin ich bereit, ihn Gott sein zu lassen? Glaube ich, dass ich besser als unser liebender Vater weiĂź, was fĂĽr mich und fĂĽr alle am besten ist?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du kennst mich; besser als ich selbst. Du siehst, was ich nötig habe, du bist allmächtig, und du liebst mich unendlich. Schenke mir die Gnade, auf dich zu vertrauen. Lass mich davon ĂĽberzeugt sein, dass ich immer in deinen Händen bin. Hier bin ich aufgehoben. Schenke mir Glaube, Hoffnung und Liebe. Vater, dein Wille geschehe in meinem Leben!

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen und ihm dafĂĽr danken, dass er mich liebt.


Wie tickt Gott?

11. Dezember 2018

Dienstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Damasus I., Papst
Hl. Arthur Bell OFM, Märtyrer
Hl. David von Himmerod OCist, Mystiker

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Mt 18,12-14
In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mich liebst. Ich danke dir fĂĽr alle Gaben, die du mir gegeben hast. Lass sie mich fĂĽr den Dienst der Liebe an dir und meinen Mitmenschen einsetzen. Lass mich das Leben so sehen, wie du es siehst: wie eine ständige Gelegenheit, mich in Liebe dir und anderen hinzugeben.

Bitte: Maria, meine Mutter, lass mich gemäß der Logik Gottes leben – so, wie du es getan hast.

1. Die Logik der Welt. â€žWas bringt mir das hier ein?“ Oft können wir uns dabei ertappen, wie wir uns diese Frage stellen. Was springt fĂĽr mich dabei heraus? Diese Denkweise ist die Logik der Welt, die Logik der ungeordneten Selbstliebe. Es bleibt fraglich, ob jemand mit solch einer Mentalität das verlorene Schaf suchen wĂĽrde. Und auch wenn er sich die MĂĽhe gibt, das Schaf zu suchen, tut er es nicht aus Liebe, sondern weil es ihm mehr Gewinn bringt. Was sagt mein Herz? Sehne ich mich danach, wie die Welt zu leben und zu denken? Oder wie Jesus?

2. Die Logik Jesu. Wie anders ist die Logik Jesu! Seine Denkweise besteht darin, uns zu lieben, koste es, was es wolle. Er sucht das verlorene Schaf, er findet es, und er gibt sein Leben fĂĽr es hin. „Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin fĂĽr die Schafe“ (Joh 10,14-15). Selbst, wenn das Schaf nicht gefunden werden will, „Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2 Tim 2,13). Der Herr kann nicht anders, als mich leidenschaftlich zu lieben. Herr, lass mich heute deine Liebe erfahren!

3. Was meint ihr? Jesus fragt mich: Was meinst du? Willst du so denken, wie ich? Willst du so leben und lieben, wie ich es tue? NatĂĽrlich ist es schwierig, gar unmöglich fĂĽr uns Menschen, wie Jesus zu sein. Aber in ihm können wir immer mehr wie er denken, fĂĽhlen und handeln: „Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,4-5).

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, danke, dass du mich grenzenlos und bedingungslos liebst. Ich weiĂź, dass du mich annimmst und mir die ganze Liebe gibst, nach der ich mich so tief sehne, was auch immer ich tue oder wo auch immer ich bin. ErfĂĽlle mein Herz mit deiner Liebe! Lass mich dich erfahren. So werde ich auch deine Liebe meinen Mitmenschen weitergeben können.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen und ihm dafĂĽr danken, dass er mich immer liebt. Wenn ich es nötig habe, werde ich heute eine Beichtgelegenheit suchen.


Komm, ruh dich ein wenig aus!

12. Dezember 2018

Mittwoch der zweiten Woche im Advent
Unsere Liebe Frau von Guadalupe
Hl. Vizelin, Missionar
Hl. Hartmann CRSA/OSA, Bischof

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂĽr eure Seele. Denn mein Joch drĂĽckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass ich mich bei dir ein bisschen ausruhen kann. Danke fĂĽr die Einladung, den Alltag hinter mir zu lassen, um bei dir zu sein. Maria, komm, begleite uns in diesen Minuten der Ruhe und Innigkeit.

Bitte: Herr Jesus, mehre mein Vertrauen auf dich. Lass mich deine groĂźe Liebe zu mir heute neu erfahren.

1. Komm doch einfach! Der Herr sieht, dass das Leben schwierig ist, und, weil er mich liebt, will er, dass ich eine Pause mache und mich bei ihm ausruhe. Vielleicht denke ich, dass ich jetzt im Moment keine Zeit fĂĽr Jesus habe. Was sagt aber der, der mich unendlich liebt, und am besten weiĂź, was fĂĽr mich gerade jetzt gut ist?: „Kommt alle zu mir.“ Also, hör´ auf, eine Ausrede zu suchen, und komm doch einfach. Ruh dich ein wenig bei Jesus aus. Höre, wie er seine Worte zu dir spricht, so oft wie du es nötig hast: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

2. Noch eine Last? â€žNehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂĽr eure Seele.“ Was meint Jesus damit, dass wir eine Last auf uns nehmen mĂĽssen? Ist das Leben nicht schwer genug? Doch er verspricht, dass sein Joch nicht drĂĽckt, und, dass seine Last leicht ist. Ist es wirklich so? Es wird so sein, wenn wir auch der anderen Empfehlung Jesu Folge leisten: „Lernt von mir, denn ich bin gĂĽtig und vom Herzen demĂĽtig.“ Wie aber kann ich von Jesus lernen, gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig zu sein? Die Antwort ist: ĂĽberall. Ich kann beten, ich kann ihn in der Eucharistie sehen und ihn dort besuchen, ich kann ihm in seinem Wort und in den Sakramenten begegnen. Ich kann ihm in meinem Mitmenschen begegnen… Habe ich die Augen auf, so werde ich ĂĽberall sehen, wie gĂĽtig und demĂĽtig Jesus ist. Er vergibt mir meine SĂĽnden immer wieder, und zwar mit Liebe. Er wartet auf mich im Tabernakel, um dort zu sein, wenn ich ihn nötig habe oder besuchen will…

3. Zulassen, dass Jesus mein Herz verwandelt. Jetzt sind meine Augen auf, und ich sehe, wie gĂĽtig und demĂĽtig Jesus ist. Wie kann ich aber wie er werden? Will ich das ĂĽberhaupt? Um diese Frage zu beantworten, muss ich Zeit mit Jesus im Gebet und in der Eucharistie verbringen. Nur so werde ich ihn wirklich kennenlernen, und kann dann auch wissen, fĂĽr wen ich mich entscheide, wenn ich ihn lieben und ihm nachfolgen will. Die 2000 Jahre lange Erfahrung der Kirche sagt, dass der, der mit Jesus viel Zeit verbringt, von ihm auf unsichtbare Weise verändert wird. Man wird sanfter, demĂĽtiger, ohne es zu merken. Man fängt an, sein Joch auf sich zu nehmen, und seine Last zu tragen. Man fängt an, Ruhe fĂĽr die Seele zu finden. Es stimmt. Jesus erfĂĽllt immer seine VerheiĂźungen. Auch diese: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt...“

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, weil du mich glĂĽcklich sehen willst. Danke, weil du mich im Leben und in meinem täglichen Kampf um die Liebe zu dir und meinen Mitmenschen begleitest. Schenke mir die Gnade, heute ein bisschen mehr wie du zu werden. Ich liebe dich! Mein Jesus!

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen und ihm dafĂĽr danken, dass er meiner Seele Ruhe verschafft.


Alles vermag ich durch den, der mich stärkt

13. Dezember 2018

Hl. Luzia, Märtyrerin
Gedenktag

Hl. Odilia, Ă„btissin
Hl. Jodok (Jobst), Einsiedler

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Mt 11,7b.11-15
In jener Zeit begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Seit den Tagen Johannes' des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass du Mensch geworden bist, um mich von meinen SĂĽnden zu erlösen und mir den Weg zum ewigen GlĂĽck zu zeigen. Ich danke dir auch, dass du mich einlädst, an deiner Sendung teilzunehmen. Schenke mir die Gnade, meine Sendung, deine Liebe inmitten meiner Mitmenschen auszustrahlen, anzunehmen und leidenschaftlich zu erfĂĽllen.

Bitte: Herr Jesus, gib mir Mut, Kraft und Gnade, um heute meinen Auftrag leidenschaftlich zu leben.

1. Ich? – Größer als wer? Als Johannes der Täufer. Ja. Ich bin größer als der, von dem Jesus sagte: „Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer.“ Wieso? Der Herr selbst hat gesagt, dass „der Kleinste im Himmelreich größer als er ist.“ Gehöre ich zum Himmelreich? Ja, durchaus. Die Heiligste Dreifaltigkeit, der unermessliche, allwissende und allmächtige Gott, wohnt dank seiner Gnade in meiner Seele. Durch die Taufe bin ich in Jesus zum Kind Gottes, Priester, König und Prophet geworden. Ich bin Teil des Leibes Christi, der heiligen Kirche. Maria, die Himmelskönigin, ist meine Mutter. Also ja, wie der Herr es gesagt hat, bin ich, „der kleinste im Himmelreich“, größer als der größte aller Propheten und Heiligen, die vor Jesus gelebt haben. Danke, Jesus, dass du mir solche Ehre erwiesen hast.

2. Nur in Jesus bin ich groĂź. Ich bin groĂź, und doch schwach und hilflos. Von mir aus kann ich nicht einmal das tun, wofĂĽr ich geschaffen wurde, nämlich, Gott auf dieser Welt zu erkennen, zu lieben und ihm zu dienen; und ihn in der Ewigkeit zu sehen und zu genieĂźen. Ich bin ein gebrochener Mensch und kann mich selbst nicht retten. Doch Jesus ist meine Hoffnung. Ohne ihn kann ich nichts vollbringen. Mit und in ihm aber gibt es fĂĽr mich Hoffnung und Zuversicht. In ihm bin ich gewiss, dass wir am Ende ĂĽber das Böse und den Tod siegen werden. Im Leben wird mir der Kampf nicht erspart, aber Jesus gibt mir die Kraft zum Siegen. Ich kann noch fallen, da ich Mensch bleibe. Falle ich aber, sind die barmherzigen Hände Gottes da, um mich aufzufangen und mich wieder auf die FĂĽĂźe zu stellen. Danke, Herr, dass du mir zu Hilfe kommst. Ohne dich kann ich nichts; mit dir vermag ich alles.

3. Wer Ohren hat, der höre! Will ich das Reich Gottes an mich reiĂźen? Will ich in den Himmel kommen und alle, die ich im Leben treffe, mit mir nehmen? Jesus sagt: Wer Ohren hat, der höre! Höre ich auf dich, Jesus? Was willst du mir heute sagen? Wie kann ich heute meinen Beitrag zur Ausbreitung deines Reiches leisten? Habe ich Angst vor dem Kampf gegen meine ungeordneten Leidenschaften? Weiche ich im Kampf zurĂĽck, weil es mir zu wichtig ist, was andere ĂĽber mich sagen?Herr Jesus, ich höre auf dich. „Herr, sprich, dein Diener hört“ (1 Sam 3,10). Gib mir nur die Kraft und die Liebe, das zu tun, was du von mir willst.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mich im Gebet und in den Sakramenten stärkst, um fĂĽr dich den guten Kampf zu kämpfen (2 Tim 4,7). Starker Jesus, erhalte meine Seele in deiner Freundschaft und fĂĽhre mich auf meinem Weg zum Himmel. Mach mich zum Apostel deines Reiches, der möglichst viele seiner Mitmenschen zu dir fĂĽhrt. Amen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich versuchen, durch meinen respektvollen und hilfsbereiten Umgang am Arbeitsplatz einem Kollegen die Liebe Gottes zu vermitteln.


Zum JĂĽnger Jesu werden

14. Dezember 2018

Hl. Johannes vom Kreuz OCD, Kirchenlehrer
Gedenktag

Hl. Franziska Schervier SPSF
Hl. Berthold OFM

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Mt 11,16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass ich bei dir sein darf. Ich danke dir auch, dass du mich geschaffen hast, und zwar herrlich und ausgezeichnet (Ps 139, 14). Hilf mir, meine FĂĽlle als Mensch in meiner Beziehung zu dir zu finden. Lass mich das tun, wofĂĽr du mich geschaffen hast: dich und meine Mitmenschen lieben.

Bitte: Herr Jesus, schenke mir die Gnade, dir heute zu folgen, um jeden Preis.

1. Kindisch oder kindlich? Oft höre ich, dass Jesus mich darum bittet, wie ein Kind, oder kindlich zu werden: „Und [er] sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“ (Mt 18,3) Heute aber fragt er uns, ob wir kindisch oder reif sein wollen. Die Kinder, ĂĽber die Jesus heute spricht, sind kein positives Beispiel. In den verschiedensten Situationen bleiben sie gleichgĂĽltig und oberflächlich, denn ihnen geht´s im Leben um nichts anderes, als darum, SpaĂź zu haben. Diese Einstellung hat nichts mit dem kindlichen Vertrauen zu tun, das wir auf unseren liebenden Vater haben wollen. Kindlich zu sein, heiĂźt, wie ein liebendes Kind den Vater lieben und verehren, und auf ihn grenzenlos zu vertrauen. Kindisch zu sein, heiĂźt, selbstzentriert und oberflächlich zu sein. Herr, wie bin ich? Du kennst mich. Hilf mir, immer mehr wie du zu werden.

2. Dieser Fresser und Säufer… Treffe ich eine Entscheidung fĂĽr Jesus, so werde ich ständig Widerstand erfahren. Jesus begegnet immer wieder jemandem, der ihm Widerstand leistet: „Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und SĂĽnder!“ Folge ich Jesus, so muss ich sein Los auch darin teilen. Der Teufel, meine ungeordneten Leidenschaften, mein Egoismus, und so viele Menschen werden mich immer wieder bekämpfen, auslachen, zur Seite schieben… Mein Herz wird zum erbitterten Schlachtfeld zwischen der Macht der Liebe Gottes und der Macht des Bösen werden. Es wird schwierig sein. – Herr, ich will dich ĂĽber alles lieben. Es ist aber schwierig, und ich bin so schwach… Ich will dich lieben, Herr. Sei du meine Stärke, meine Burg, mein Fels! (Ps 31,3) Jesus, ich vertraue auf dich. Maria, meine Mutter, beschĂĽtze mich unter deinem Mantel, und forme mein Herz, so, wie du das Herz Jesu geformt hast.

3. Mit dem König siegen. Jesus sagt: „Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.“ Was heiĂźt das? Es heiĂźt, dass Jesus Recht hat, gleichgĂĽltig, was andere sagen. Er selbst sagte „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen (Mt 24,35). Das Leben fĂĽr und mit Jesus ist ein Kampf. Aber wie schön ist es gleichzeitig! Wer Jesus folgt, kann nur echte Freude ausstrahlen. Wir Christen wissen, „das Wort ist glaubwĂĽrdig: Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen.“(2 Tim 2,11-12a) Wir wissen auch, dass „Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder BrĂĽder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Ă„cker verlassen hat, das Hundertfache dafĂĽr empfangen wird. Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser und BrĂĽder, Schwestern und MĂĽtter, Kinder und Ă„cker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.“ (Mk 10,29-30) Herr Jesus, schenke mir diese Freude in deiner Nachfolge!

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mich rufst, dir nachzufolgen auf dem Weg des Kreuzes. Ich will mein ganzes Sein fĂĽr die Ausbreitung deines Reiches einsetzen. Ich bin aber ein armer SĂĽnder, Herr. Schenke mir die Ăśberzeugung, dass du mich liebst, so wie ich bin. Schenke mir die Ăśberzeugung, dass du durch mich viele Menschen zum Himmel fĂĽhren willst. Maria, meine Mutter, hilf mir, heute Jesus zu wählen und ihm zu dienen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen und ihm dafĂĽr danken, dass er mich als Freund und Apostel erwählt hat.


Augen, um Jesus zu sehen

15. Dezember 2018

Samstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Carlo Steeb, Priester
Hl. Wunibald OSB, KlostergrĂĽnder
Hl. Christiane (Nina) Jungfrau

Br. Pedro Cadena Diaz LC

Mt 17,9a.10-13
Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass ich hier mit dir sein kann. Oft erkenne ich deine Gegenwart in meinen Schwestern und BrĂĽdern nicht. Ă–ffne mir die Augen! Maria, meine Mutter, begleite mich in dieser Zeit des Gebets.

Bitte: Herr Jesus, lass mich dich in meinen Mitmenschen erkennen. Heute und alle Tage.

1. Jesus ist mitten unter uns. Jesus sagt an dieser Stelle zu den JĂĽngern, dass Elija, der Wegbereiter des Herrn, schon gekommen ist, doch die Schriftgelehrten hätten ihn nicht erkannt. Die JĂĽnger haben ihn offensichtlich auch nicht erkannt. Sie hatten nämlich noch nicht verstanden, dass Johannes der Täufer dieser Wegbereiter war.Wie Johannes damals fĂĽr viele unerkannt blieb, so bleibt Jesus auch heute oft mitten unter uns unerkannt. Wo ist er? Er selbst hat es gesagt: „Amen, ich sage euch: Was ihr fĂĽr einen meiner geringsten BrĂĽder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).

2. Neue Gelegenheiten. Ganz gleich wie oft wir Jesus ignoriert haben, er gibt uns immer wieder neue Gelegenheiten, unsern Egoismus zu ĂĽberwinden und ihn zu lieben. Er ist der gute Winzer, der den Besitzer des Feigenbaums bittet: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und dĂĽngen. Vielleicht trägt er in Zukunft FrĂĽchte…“ (Lk 13,8-9a). Jesus will, dass wir ihn lieben, nicht, weil er egoistisch ist, sondern weil er weiĂź, dass es fĂĽr uns der einzige Weg zum wahren GlĂĽck ist. Herr, danke fĂĽr deine Geduld mit mir. Zeige mir die nächste Gelegenheit, dich in meinen Mitmenschen zu lieben.

3. Wird er leiden mĂĽssen? Jesus sagt dann zu seinen JĂĽngern: „…ebenso wird auch der Menschensohn durch sie [die Schriftgelehrten] leiden mĂĽssen.“ Muss der Herr nicht das Gleiche ĂĽber diese Zeit sagen? Wird er etwa auch durch mich leiden mĂĽssen? Wollen wir ihn, der zu uns nur gut ist, fĂĽr alle Zeiten ignorieren? Der Herr erbittet von mir das Gleiche, worum er auch die heilige Margareta Maria Alacoque gebeten hat: „Tröste wenigstens du mich“ Will ich Jesus trösten? Wie werde ich ihm heute eine Freude bereiten? Herr, lass mich dich so sehr lieben, wie ich in meiner Schwachheit vermag. Maria, lehre mich, Jesus in meinem Alltag zu lieben.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mir diese Woche geschenkt hast. Danke fĂĽr die vielen Gnaden, die ich anderen vermitteln konnte. Ich will deine Liebe mit meiner Liebe erwidern. Zeige mir, wie ich dich heute in meinen Mitmenschen lieben kann.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus, der auch in dem Arbeitskollegen, mit dem ich fast nicht spreche, lebt, ein Zeichen oder eine Geste meiner Liebe schenken.