Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. November 2018 bis Samstag 24. November 2018

Dreiunddreißigste Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Jesus kommt wiederSonntag
Glaube hilft wirklichMontag
Ein suchender MenschDienstag
FĂŒr den König oder gegen den KönigMittwoch
Die Zeit der Gnade erkennenDonnerstag
Mein Haus soll ein Gebetshaus seinFreitag
Dunkle Gedanken, helle GedankenSamstag


Jesus kommt wieder

18. November 2018

33. Sonntag im Jahreskreis
Volkstrauertag
Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom
Hl. Odo von Cluny OSB, Abt
Hl. Philippine Rose Duchesne SC
Hl. Gerung OPraem

Anton Stehmer

Mk 13,24-32
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die KrĂ€fte des Himmels werden erschĂŒttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm AuserwĂ€hlten aus allen vier Windrichtungen zusammenfĂŒhren, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und BlĂ€tter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der TĂŒr steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, Jesus spricht ĂŒber das Ende der Zeiten und sein Wiederkommen. Unsere Zeit ist verwirrend und viele unheilvolle Dinge und Nachrichten bedrĂ€ngen uns. Doch dein Sohn Jesus ist und bleibt Herr und König und thront ĂŒber allem. Er wird wiederkommen, wie er es versprochen hat, und er wird seine Herrschaft fĂŒr alle Welt sichtbar antreten.

Bitte: Heiliger Geist, lehre mich, inspiriere und stĂ€rke mich durch das Wort Gottes, auf dass ich mit Mut und Zuversicht in dieser Zeit lebe und wirke, trotz allem.

1. Jesus thront ĂŒber allem. In Kapitel 13 des Markusevangeliums hören wir Jesu Rede ĂŒber die Endzeit. Er verkĂŒndet seinen JĂŒngern bedrĂŒckende Ereignisse. Am Ende der Zeiten wird die Welt dramatisch erschĂŒttert werden, sie wird physisch und geistig bedrĂ€ngt. Wir erleben gerade heftige StĂŒrme, Erdbeben, Hitzewellen u.a., aber auch wie die Kirche erschĂŒttert wird. „Wie soll das nur weitergehen?“ mögen wir uns fragen. Wie können wir bestehen? Jesus sagt: „Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.“ Jesus thront ĂŒber all diesen Ereignissen. Wer bis zum Ende auf Jesus baut, wird zu seinen ErwĂ€hlten gehören.

2. Wann kommt Jesus wieder? Jesus macht seinen JĂŒngern klar, dass man an den Zeichen der Zeit erkennen kann, wann seine Wiederkunft naht. Er sagt auch, dass er selbst nicht den Zeitpunkt kennt, den der Vater bestimmt hat. Mehr erfahren wir also nicht. Aber eins ist sicher: Jesus wird seinen AuserwĂ€hlten in dieser Zeit beistehen, wenn sie an seinem Wort festhalten. Und er wird kommen, das ist auch sicher!

3. Und eines sollte man bedenken
 FĂŒr viele Menschen ist dieser Tag schon heute. Wer heute stirbt, der begegnet Jesus heute. Heute entscheidet sich seine Rettung oder Verwerfung. Darum sollen Christi JĂŒnger sich aufmachen, hinausgehen und die Menschen zu Gott fĂŒhren, damit alle gerettet werden. Sie sollen nicht Endzeitmathematiker werden, sondern Menschenfischer und viele in den Himmel bringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, diese verwirrende und bedrĂŒckende Zeit belastet mich sehr. Doch du thronst ĂŒber allem. Dein Wort ist zuverlĂ€ssig. Ich danke dir, dass du mir heute zur Seite stehst und mir hilfst, Menschen zu dir zu bringen.

Möglicher Vorsatz: Ich bete fĂŒr die ewige Erlösung eines Menschen.


Glaube hilft wirklich

19. November 2018

Hl. Elisabeth von ThĂŒringen
Gedenktag

Hl. Mechtild von Hackeborn, Mystikerin
Hl. Joseph Kalinowski OCarm

Anton Stehmer

Lk 18,35-43
Als Jesus in die NĂ€he von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorĂŒber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, wurden Ă€rgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herfĂŒhren. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist die Liebe und deine Liebe ist barmherzig und gerecht. All dein Handeln ist von Barmherzigkeit geprĂ€gt, Tag fĂŒr Tag, auch in den schwierigsten Zeiten.

Bitte: Heiliger Geist, stĂ€rke in dieser schweren Zeit mein Vertrauen auf die Barmherzigkeit Jesu.

1. Jesus hört den Ruf um Erbarmen. Die Zeit der Wiederkunft Jesu wird wegen der BedrĂ€ngnisse eine große Herausforderung sein. Aber was hat der heutige Text damit zu tun? Auch in der grĂ¶ĂŸten BedrĂ€ngnis bleibt uns noch immer die Barmherzigkeit Gottes als Zuflucht ĂŒbrig. FĂŒr einen blinden Bettler war damals die Lage sehr bedrĂŒckend. Er hĂ€tte darĂŒber verbittert sein können. Doch er hatte von Jesus und seinen Taten gehört. Er dachte darĂŒber nach und erkannte, dass Jesus voll Erbarmen ist. Sein Glaube an Jesu Erbarmen war so groß, dass er noch lauter rief, als die Leute ihn daran hindern wollten. Jesus hörte seinen Schreien und ließ ihn zu sich rufen. Gott erhört den ernsthaften Ruf nach Erbarmen.

2. Dein Glaube hat dir geholfen. Jesus fragte den Blinden: Was soll ich dir tun? Der Blinde wollte nur eines: sehen können. Jesus heilte ihn sofort und ohne Umschweife. Dann sagte er zu ihm: Dein Glaube hat dir geholfen. Der Glaube an die Barmherzigkeit Gottes hat eine große Wirkung, ja, eine sehr große Wirkung. Ohne Glauben kann man nichts erreichen. Darum mĂŒssen wir unseren Glauben durch ein aktives geistliches Leben stĂ€rken. Dann kann die Barmherzigkeit Gottes Großes vollbringen, selbst in schwierigen Zeiten.

3. Wenn wir lieben wĂŒrden wie die Heiligen. Die heilige Faustyna, diese glĂ€ubige Seele, nahm sich einmal zum Jahresanfang vor, selbst ein Abbild der Barmherzigkeit zu werden. WĂ€re das nicht etwas auch fĂŒr uns? Sie schrieb in ihr Tagebuch: „Ich möchte mich ganz in deine Barmherzigkeit umwandeln, um so ein lebendiges Abbild von dir zu sein, o Herr, möge diese grĂ¶ĂŸte Eigenschaft Gottes, seine unergrĂŒndliche Barmherzigkeit, durch mein Herz und meine Seele hindurch zu meinen NĂ€chsten gelangen.“Und sie betete so: „Ewiger Gott, dessen Barmherzigkeit unergrĂŒndlich und dessen Schatz des Erbarmens unerschöpflich ist, schau gnĂ€dig auf uns und vermehre in uns deine Barmherzigkeit, damit wir in schweren Zeiten nicht verzweifeln und nicht mutlos werden, sondern uns mit großem Vertrauen deinem heiligen Willen hingeben, der die Liebe und das Erbarmen selber ist.“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich schaue zu oft auf negative Dinge, statt auf dich zu schauen. Dein Erbarmen ist so groß und du bist bereit zu helfen. Doch angesichts der Probleme lasse ich mich verwirren. Und dennoch zeigst du mir, dass du durch meinen Glauben Großes wirken kannst.

Möglicher Vorsatz: Ich entscheide mich, von neuem zu glauben, wo ich schwach geworden bin.


Ein suchender Mensch

20. November 2018

Dienstag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernward von Hildesheim OSB, Bischof
Hl. Edmund, König und MÀrtyrer
Hl. Korbinian, Bischof

Anton Stehmer

Lk 19,1-10
In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens ZachĂ€us; er war der oberste ZollpĂ€chter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: ZachĂ€us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem SĂŒnder eingekehrt. ZachĂ€us aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die HĂ€lfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurĂŒck. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du sinnst Tag fĂŒr Tag und von Geschlecht zu Geschlecht darĂŒber nach, die Seelen zu erretten. Auch einem Oberzöllner ZachĂ€us gabst du eine Chance. Du sahst sein suchendes Herz, wofĂŒr andere blind waren.

Bitte: Jesus, hilf mir, deine Gnade in meinem Leben tiefer zu erkennen, damit auch ich mit anderen gnĂ€dig umgehe.

1. Ein suchender Zöllner. ZachĂ€us war der oberste der ZollpĂ€chter. Um das zu werden, musste er wohl sehr durchsetzungsfĂ€hig und skrupellos gewesen ein. Vom Volk wurde er zutiefst verachtet, weil die Zöllner korrupt und ungerecht waren und mit den verhassten Römern kooperierten. Vielleicht wollte er vor den Menschen groß sein, weil er von Gestalt klein war. Er war jedenfalls sehr reich. Doch innerlich war er leer, verletzt und einsam. Er suchte seine innere Leere mit Macht und Partys zu fĂŒllen und blieb doch einsam. Sein Leben war ausweglos gefangen in einer harten Welt. Doch da hörte er von diesem Jesus, der mehr als besonders war. Es machte ihm nicht einmal etwas aus, sich lĂ€cherlich zu machen, als er auf einen Maulbeerbaum kletterte. Er wollte Jesus unbemerkt sehen. Die Menge umdrĂ€ngte Jesus und leicht hĂ€tte Jesus den versteckten ZachĂ€us ĂŒbersehen können. ZachĂ€us mag nicht einmal daran gedacht haben, dass Jesus ihn sehen wĂŒrde. Aber Jesus blieb unter dem Baum stehen und rief den verdutzten ZachĂ€us an: ZachĂ€us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Hause Gast sein. Auch die ZachĂ€usse unserer Zeit haben ein suchendes Herz. Jesus sah dieses suchende Herz und nicht zuerst den hartgesottenen Zöllner. Wir mĂŒssen jeden Menschen mit dem Herzen Jesu sehen.

2. Ein reuiger Zöllner. ZachĂ€us nahm Jesus und seine JĂŒnger freudig auf. Er war ganz glĂŒcklich, weil Jesus ihn glĂŒcklich machte. Die Leute aber empörten sich darĂŒber, dass Jesus bei diesem SĂŒnder einkehrte. Sie waren blind fĂŒr ihre eigene SĂŒnde. Dasselbe passiert damals wie heute, ob Juden oder Christen, wir sind oft blind fĂŒr die eigenen SĂŒnden. ZachĂ€us erkannte seine SĂŒnde und war bereit, wiedergutzumachen, was er gut machen konnte. Auch wir haben die Gnade der SĂŒndenvergebung empfangen, darum sollen wir solche Menschen wie ZachĂ€us mit Barmherzigkeit betrachten und nicht ĂŒber sie richten.

3. Suchen und retten, was verloren ist. Jesus erwiderte der empörten Menge: Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Das war der Sendungsauftrag Jesu. Das ist der Auftrag des Regnum Christi und aller Christen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du schaust nicht auf das Äußere der Person, sondern auf ihr Herz. Jeder Mensch hat ein suchendes Herz. Hilf mir, meine Scham zu ĂŒberwinden und einen ZachĂ€us anzusprechen, damit er gerettet werden kann.

Möglicher Vorsatz: Vor welchem ZachĂ€us schĂ€mte ich mich, ĂŒber Jesus zu reden? Mit diesem Menschen möchte ich nun doch reden.


FĂŒr den König oder gegen den König

21. November 2018

Unsere Liebe Frau in Jerusalem
Gedenktag

Buß- und Bettag
Hl. Amalberga OSB, Äbtissin
Hl. Johannes von Meißen OSB

Anton Stehmer

Lk 19,11-28
In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzĂ€hlte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die KönigswĂŒrde zu erlangen und dann zurĂŒckzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht GeschĂ€fte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner RĂŒckkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen GeschĂ€ften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlĂ€ssig warst, sollst du Herr ĂŒber zehn StĂ€dte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fĂŒnf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst ĂŒber fĂŒnf StĂ€dte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurĂŒck. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesĂ€t hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesĂ€t habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hĂ€tte ich es bei der RĂŒckkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist der wahre König. Du hast dich fĂŒr uns am Kreuz hingeopfert, um uns in dein Reich zu bringen. Danke fĂŒr diese große Gnade.

Bitte: Hilf mir zu tun, was ich tun soll.

1. Jesus als König anerkennen. Als Jesus schon nahe bei Jerusalem war, machten sich die Leute Gedanken darĂŒber, wann das Reich kommen wĂŒrde. Jesus erzĂ€hlte ihnen in einem Gleichnis, worum es dabei wirklich geht. Zuerst geht es darum, Jesus als König anzuerkennen. Damals wie heute gibt es Leute, die Jesus nicht als König anerkennen wollen, ja, ihm sogar feindlich gesonnen sind. Sie wollen selbst herrschen und bestimmen, was geglaubt und nicht geglaubt werden soll. Sie nennen sich auch Christen, aber verdrehen das Evangelium nach ihrem Wohlgefallen und ihren Leidenschaften. Doch sie können letztendlich nicht verhindern, dass Jesus als König wiederkommt. Dann werden sie erkennen, dass es einen großen Unterschied macht, ob man Jesus als König anerkennt oder nicht. Doch dann wird es fĂŒr sie zu spĂ€t sein.

2. Die treuen Diener. Als der neue König zurĂŒckkam, ließ er seine Diener, denen er sein Vermögen anvertraut hatte, versammeln. Denn vor der Abreise hatte er sein Vermögen an zehn seiner Diener aufgeteilt, damit diese es verwalten und damit wirtschaften, d.h. Gewinn machen. Einer hatte den zehnfachen Gewinn, ein anderer den fĂŒnffachen Gewinn erwirtschaftet. Der König lobte diese treuen Diener, die inmitten einer feindlichen Umgebung Gewinn erwirtschaftet hatten. Sie wurden reichlich belohnt.

3. Der böse Diener. Da kam ein Diener, der sich rechtfertigte und erklĂ€rte, warum er keinen Gewinn erwirtschaftet hatte. Aber mit seiner Rechtfertigung sprach er sich selbst das Urteil. Warum? Weil der Einsatz des anvertrauten Vermögens immer Gewinn erbracht hĂ€tte und er das wusste. Lassen wir Zweifel daran zu, werden wir wie dieser schlechte Diener. KĂ€mpfen wir den guten Kampf des Glaubens (1 Tim 1,18). Unsere „Investitionen“ in das Reich Gottes bringen sicherlich Gewinn.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, manchmal denke ich, dass ich nichts erwirtschaftet habe. Aber du sagst mir, dass ich Gewinn mache, wenn ich einfach deinen Auftrag erfĂŒlle und tue, was du willst.

Möglicher Vorsatz: Heute investiere ich in die Ausbreitung des Reiches Gottes.


Die Zeit der Gnade erkennen

22. November 2018

Hl. CĂ€cilia, MĂ€rtyrerin
Gedenktag

Hl. Philemon, MĂ€rtyrer
Hl. Aleydis (Alice, Adelheid, Elke)

Anton Stehmer

Lk 19,41-44
In jener Zeit, als Jesus nĂ€her kam und die Stadt sah, weinte er ĂŒber sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hĂ€ttest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit fĂŒr dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrĂ€ngen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du weinst. Du weinst, weil Menschen an manchen Katastrophen, die ĂŒber sie hereinbrechen, selbst schuld sind. Sie hĂ€tten sie vermeiden können, wenn sie auf dich gehört hĂ€tten.

Bitte: Jesus, nimm alle geistliche Blindheit von mir.

1. Wenn du doch erkannt hĂ€ttest, was zum Frieden dient. Jesus weint ĂŒber die schöne Stadt Jerusalem mit ihrem prĂ€chtigen Tempel. Und er prophezeit, dass Jerusalem zerstört werden wird. Dies geschah 70 nach Christus. Jerusalem war eingeschlossen von den Römern. Aber die Juden wollten sich nicht ergeben und lieber sterben, als in die HĂ€nde der Römer zu fallen. Ihr Stolz fĂŒhrte zu ihrem Untergang in einem brutalen Massaker. Der Hass zerstörte alles, die Stadt und die Menschen. Auch in unserem Land flammt der Hass wieder auf, gegen Juden, gegen FlĂŒchtlinge und selbst in Familien herrscht Unfrieden. Warum ist das so? Weil man ohne Jesus den Frieden schaffen will. Nur Jesus kann uns den wahren Frieden geben. Darum mĂŒssen die Menschen Jesus erkennen.

2. Die Zeit der Gnade erkennen. Die Tragödie Jerusalems soll uns eine Warnung sein. Wie oft sagt man: HĂ€tte ich doch das getan, dann wĂ€re das nicht passiert. Dann drĂŒcken einen SchuldgefĂŒhle und Ängste. Darum sollen wir uns der Gnade Gottes in unserem Leben tĂ€glich bewusst sein. Gott ist gnĂ€dig und will seinen Kindern helfen. Kommen wir zu ihm. Weisen wir ihn aber ab, dann kann die Gnade nicht wirken und wir mĂŒssen die Konsequenzen tragen.

3. Die Zeit der Gnade nutzen. Lassen wir uns nicht tĂ€uschen. Wir leben nur einmal auf dieser Welt. Es gibt keine Reinkarnation, denn wie der Verfasser des HebrĂ€erbriefs sagt: Es ist dem Menschen bestimmt, „ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt“ (9,27). Gott lĂ€dt uns also ein, diese Zeit unseres Lebens zu nutzen, zu erkennen, dass jeder Moment Gnade ist und Gnade erwirken soll. Nehmen wir dieses Angebot, das voller Liebe ist, ernst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte nicht, dass du noch mehr weinen musst. Deswegen will ich auf dich hören und dich zu den Menschen bringen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde einem Menschen Friede und Gnade bringen.


Mein Haus soll ein Gebetshaus sein

23. November 2018

Freitag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kolumban, Abt
Hl. Felizitas, MĂ€rtyrerin
Hl. Klemens I., Papst
Hl. Detlev von Parkentin OPraem

Anton Stehmer

Lk 19,45-48
In jener Zeit ging Jesus in den Tempel und begann, die HĂ€ndler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine RĂ€uberhöhle gemacht. Er lehrte tĂ€glich im Tempel. Die Hohepriester, die Schriftgelehrten und die ĂŒbrigen FĂŒhrer des Volkes aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, Beten war fĂŒr dich immer wesentlich. Am frĂŒhen Morgen hast du gebetet, mal ganze Tage und Wochen dafĂŒr genutzt und vor Entscheidungen ganze NĂ€chte. Danke, dass du auch jetzt fĂŒr mich betest, fĂŒr die, die fĂŒr mich beten und fĂŒr die ich bete.

Bitte: Hilf mir, ein treuer Beter zu sein.

1. Die RĂ€uberhöhle. Als Jesus in den Tempel kam, war er gar nicht begeistert. Die Evangelien berichten uns, dass er sehr zornig wurde. Nun können wir verstehen, warum Jesus ĂŒber Jerusalem weinte. Der Tempel war in den Augen Jesu zu einer RĂ€uberhöhle geworden. Im Vorhof des Tempels mussten die Pilger fĂŒr teures Geld Opfertiere kaufen und Geldwechsler zockten die Pilger aus fernen Landen ab. Die Leute kamen zum Beten, aber bevor sie beten konnten, wurden sie ausgenutzt und betrogen. Der Tempel war zu einem Ort des Kommerzes geworden, statt zum Ort des Gebets. Als die geistlichen Leiter des Volkes sich nicht mehr vom Geist leiten ließen und schwach wurden, verkam auch der Tempel. Die Hohepriester, Schriftgelehrten und ĂŒbrigen FĂŒhrer des Volkes wollten Jesus töten. Wo der Geist des Gebets verloren geht, entsteht eine RĂ€uberhöhle.

2. Ein Haus des Gebets. Jesus kam in den Tempel, um zu beten. Jesus betete, weil das Gebet eine Wirkung hat. Darum sollen unsere schönen Kirchen und Kathedralen HĂ€user des Gebets sein. Wie schön wĂ€re es doch, wenn von unseren GotteshĂ€usern der Duft des Gebets ausginge. Aber auch unsere Wohnung oder unser Haus soll ein Ort des Gebets sein – der Apostel Paulus schreibt dies ĂŒber die Hauskirchen. Wie schön wird erst eine gut eingerichtete Wohnung, ein toll möbliertes Haus sein, wenn darin der Geist des Gebets herrscht!

3. Noch einmal: Gebet hat Wirkung. Es ist schon seltsam. Man sollte meinen, dass jemand, der die Kraft seiner HĂ€nde einsetzt und selbst handelt, mĂ€chtiger ist, als der, der sie faltet. Es ist aber umgekehrt. Denn wer sie zum Gebet faltet und damit bewusst vor Gott hintritt, erkennt seine eigene SchwĂ€che und ist stĂ€rker, weil er sich an den Starken wendet. Wenn wir nicht so sehr von uns selbst und unseren Möglichkeiten eingenommen und gefesselt wĂ€ren, wĂŒrden wir uns öfter und glĂ€ubiger an die Allmacht Gottes wenden und dort Hilfe finden zur rechten Zeit. Machen wir doch aus unseren WohnstĂ€tten und Kirchen wirklich HĂ€user, in denen man auf Gottes Macht vertraut und ihm begegnet im Gebet.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, fĂŒr dich ist das Gebet keine PflichtĂŒbung. Du betest, weil Gebet Wirkung hat. Auch mein Haus, meine Wohnung, soll ein Ort des Gebets sein.

Möglicher Vorsatz: Ich mache aus meiner Wohnung, meinem Haus ein Gebetshaus.


Helle Gedanken

24. November 2018

Hl. Andreas Dung-Lac und GefÀhrten, MÀrtyrer
Gedenktag

Hl. Augustin Schoeffler, MĂ€rtyrer
Hl. Johannes Leisentritt, Stiftsdekan
Hl. Flora, MĂ€rtyrerin

Anton Stehmer

Lk 20,27-40
In jener Zeit kamen einige von den SadduzĂ€ern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlĂ€sst, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben BrĂŒder. Der Erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der Zweite, danach der Dritte, und ebenso die anderen bis zum Siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott fĂŒr wĂŒrdig hĂ€lt, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn fĂŒr ihn sind alle lebendig. Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wir sind umgeben von vielen negativen und finsteren Gedanken. Sie wollen uns beherrschen. Doch ich komme zu dir, weil du das Licht der Welt bist. Du erfĂŒllst mich mit guten Gedanken.

Bitte: Jesus, bitte vertreibe das Dunkel in mir und erfĂŒlle mich mit deinem Licht.

1. Finstere Gedanken. Die eher politische Partei der SadduzĂ€er, zu denen fĂŒhrende Leute der Gesellschaft gehörten, nutze die Religion fĂŒr ihre Zwecke aus. Sie hielt den Auferstehungsglauben ihrer konkurrierenden Partei, der PharisĂ€er, fĂŒr unrealistisch. Um den Auferstehungsglauben lĂ€cherlich zu machen, dachten die SadduzĂ€er lange nach und fanden diesen Fall, der auf einer jĂŒdischen Sitte beruhte. Ihre Frage: Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle haben sie doch zur Frau gehabt?, zeigt, dass sie sich den Himmel als Fortsetzung der irdischen Lebenstragödie vorstellten. Menschen ohne Auferstehungsglauben sind gefangen in ihrer irdischen Denkweise. Und so wie du denkst, so lebst du auch. Die eigentliche Tragödie aber ist, dass diese Leute nicht aus ihrer finsteren Denkweise herauskommen, sondern mit allen Mitteln darin verharren wollen, ja, sogar Andersdenkende verfolgen. Trotzdem haben wir den Auftrag, Licht in ihre Dunkelheit bringen (Weisheit, Kap. 2).

2. Die Auferstehung wird den Sieg davontragen. Als Jesus ĂŒber Jerusalem weinte, weinte er auch ĂŒber diese SadduzĂ€er, die gefangen waren in ihrem verfinsterten Denken. Er hĂ€tte sie zurechtweisen können. Doch solch stolze Menschen wĂŒrden nur Ă€rgerlich werden, darum belehrte Jesus sie ĂŒber das Wesen des Himmelreiches. Das Himmelreich kann nicht die einfache Fortsetzung des Irdischen sein, weil die Menschen den Engeln Ă€hnlich sein werden. Der Himmel ist anders als alles Irdische (1 Kor 15). Nicht die Tragödie der völligen Auflösung des eigenen Seins erwartet uns nach dem Tod, sondern die Auferstehung.

3. Das Licht leuchtet in der Finsternis. Da die SadduzĂ€er die Tora – die fĂŒnf BĂŒcher Mose – als AutoritĂ€t anerkannten, aber meinten, dass darin nichts ĂŒber eine Auferstehung zu finden sei, wies ihnen Jesus nach, dass gerade diese auf die Auferstehung hinweisen. Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten! Sie aber wollten nicht hören und waren beteiligt am Tode Jesu. Doch auch sie konnten die Auferstehung Jesu nicht verhindern. Und genauso wenig können solche Menschen die Wiederkunft Jesu verhindern. Sicher, es gibt viel Finsternis in der Welt. Aber die ganze Schrift bezeugt, dass Gott das ewige Leben eines jeden Menschen will, d.h. sein ewiges GlĂŒck. Darum soll ich mich von Gottes heilbringenden Gedanken leiten lassen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, unsere Gedanken beeinflussen unser Leben und so wie man denkt, so lebt man. In mir gibt es helle und auch finstere Gedanken. Ich bringe sie zu dir. Hilf mir, gute Gedanken zu denken und anderen zu helfen, die Schönheit des Himmels zu erkennen.

Möglicher Vorsatz: Ich ĂŒbergebe Jesus einen immer wiederkehrenden finsteren Gedanken.