Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. Oktober 2018 bis Samstag 20. Oktober 2018

Achtundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Arm, frei, frohSonntag
Menschen fordern Zeichen, Gott fordert GlaubenMontag
An erster Stelle die LiebeDienstag
Dort unterstĂĽtzen, wo es Not tutMittwoch
EvangelisierungDonnerstag
Furchtlos Zeugnis gebenFreitag
Ein Team bilden mit dem Heiligen GeistSamstag


Arm, frei, froh

14. Oktober 2018

28. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Kallistus I. Papst
Hl. Burkhard OSB, Bischof
Hl. Alan, Bischof

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,17-30
In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich bin ĂĽber mich selbst bestĂĽrzt, weil ich noch immer nicht gelernt habe, dich stets ĂĽber alles zu lieben. Zeig mir, wie viel Liebe du von mir verdienst. Zeig mir, wie erhaben und liebenswert du bist, wie sehr du wert bist, meine innerste Zuneigung zu empfangen. Ich bitte dich um ein Herz, dass dich ĂĽber alles liebt.

Bitte: Lieber Gott, lehre mich, ALLES dir zu geben!

1. Meine Schätze. Es heiĂźt, die JĂĽnger waren ĂĽber diese Worte bestĂĽrzt: „Wie schwer ist es fĂĽr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!“ –Christus hat das offensichtlich sehr betonen wollen. Wie es im Volksmund heiĂźt: „Wer viel besitzt, hat viel zu verlieren.“ Umgekehrt gilt dann aber auch: Wer wenig besitzt, hat weniger zu verlieren. Fragen wir uns heute: Was ist uns teuer? Was ist uns lieb? – Die Familie, die Beziehungen, der Glaube, die Hobbys, das Nichtstun, unser Besitz?

2. â€žEs zieht an meinem Herzen“. Der reiche JĂĽngling wird traurig, sobald er sich von Jesus abwendet. So etwas bringt keine Freude, sondern Traurigkeit. GroĂźer Besitz drĂĽckt die Seele nieder. Die Apostel konnten Jesu Worte, die er so nachdrĂĽcklich ausgesprochen hatte, nicht verstehen: „Wie schwer ist es fĂĽr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!“ Sie fragten sich: Wie? Warum?Was immer wir besitzen, ist das Unsere. Wir bilden uns darauf etwas ein, wir bilden uns ein, etwas zu haben, etwas zu sein. Wir haben fĂĽr diese Dinge gearbeitet, wir haben studiert, uns dafĂĽr aufgeopfert. Wir geben so etwas nicht einfach weg. In unserem Herzen „schleppen“ wir diese Dinge ĂĽberall mit, tragen sie herum.

3. Gefesselt oder frei. Materielle Armut ist eine Sache. Arm im geistlichen Sinne werden wir aber, wenn wir uns sowohl äuĂźerlich als auch innerlich von Dingen losmachen. Und dann erfahren wir: Das Geheimnis, wie man ein freudiges Herz behält, ist ein Geheimnis der inneren Freiheit: Unser Herz muss frei sein von Dingen. Alles gehört Gott. Alles, was wir sind, alles, was wir geleistet haben. Alle, die wir lieben. Alles, was ist und existiert. Alles, was ich jeden Tag benutze, gehört Gott. Wenn ich diese Wahrheit innerlich lebe, in ihr stehe, dann habe ich die Freiheit des Herzens, Gott Ja zu sagen, wenn er mich um etwas bittet, weil alles sein ist.

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, wie Mutter Angelica (EWTN) sagte: „Alles ist ein Segen. Alles ist fĂĽr uns Gewinn“. Lehre mich zu erkennen, dass alles, was du willst, gut ist, ein Segen ist. Mach mich frei, damit ich alles, woran mein Herz in ungeordneter Weise hängt, aufgeben kann, um dir zu folgen.

Möglicher Vorsatz: Aus freien StĂĽcken möchte ich heute auf etwas verzichten, das ich gerne tun wĂĽrde, und opfere dies mit einem Gebet Gott auf, weil er der Besitzer aller Dinge ist und nicht ich.


Menschen fordern Zeichen, Gott fordert Glauben

15. Oktober 2018

Hl. Teresa von Avila OCD, Kirchenlehrerin
Gedenktag

Hl. Aurelia, Reklusin
Hl. Willa, Reklusin

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,29-32
In jener Zeit als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich glaube an Wunder. Sonst wĂĽrde ich verzweifeln an der Welt, an mir, an dir. Danke, fĂĽr diese Fähigkeit! Ich glaube, dass wir mit unserer menschlichen Vernunft vieles erklären können, aber lange, lange nicht alles. Ich glaube, dass du alles vermagst und bitte dich um einen starken und standhaften Glauben.

Bitte: Gott, vermehre meinen Glauben!

1. Tiefe! Mit den Worten „es wird ihr kein anderes Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Jona“, lädt Jesus die Menschen zum Glauben ein. Er hat keine Interessen daran, die Menge mit einem Spektakel zu unterhalten, er interessiert sich fĂĽr die Herzen der Menschen.

2. An wen glauben wir? Wir glauben an die Menschen, die wir am besten kennen, die immer fĂĽr uns da sind, wenn wir sie selbst oder irgendetwas von ihnen brauchen. Gott kennt uns durch und durch. Er will das Beste fĂĽr jeden von uns. Er ist immer da. Glauben wir auch in schwierigen Situationen, dass er besser als wir weiĂź, was fĂĽr uns das Beste ist?

3. Der rechte Glauben. â€žEs ist aber der Glaube das feste Vertrauen auf das Erhoffte, ein Ăśberzeugtsein von dem, was man nicht sieht“ (Hebr 11,1). Gott will, dass wir einen tiefen Glauben im Herzen tragen, „Gläubige“ sind. Nehmen wir die Dinge, die fĂĽr uns schwer zu ertragen sind, mit hinein ins Gebet. Legen wir sie wirklich in Gottes Hände, mit ganz viel Vertrauen, Zuversicht und Ăśberzeugung, ohne an seiner Liebe zu zweifeln, weil er sie jedem von uns und allen, die wir lieben oder gernhaben, immer erweist.

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, vermehre meinen Glauben! Gewähre mir die Gnade der Selbsthingabe. Lass mich erkennen, welch groĂźen Glauben Maria unterm Kreuz bewies, und hilf mir, so zu glauben wie sie.

Möglicher Vorsatz: Ich werde im Kreuz das Siegesbanner betrachten, das alle Menschen ergreifen sollten, und an den Triumph des Kreuzes glauben.


An erster Stelle die Liebe

16. Oktober 2018

Dienstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hedwig von Andechs, Herzogin
Hl. Gallus, Glaubensbote
Hl. Marguerite-Marie Alacoque OVM

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,37-41
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, wie oft bin auch ich kleinlich und beschäftige mich mit den „KrĂĽmeln“ des Alltags, weil mein Herz von allein nicht sehr hoch zu fliegen vermag. Wer verschafft mir Auftrieb? Wenn ich dich betrachte, deine souveräne, faszinierende und energische Art, dann wird mir ganz anders ums Herz. Wer sonst bewahrt einen so klaren Blick fĂĽr den wahren Wert der Dinge? Wer kann so nachhaltig korrigieren, ohne zu verletzen, und wer zeigt mir den Weg zu jenen Höhen auf, in denen der Geist weht?

Bitte: Herr, gib mir ein gĂĽtiges und selbstloses Herz. Jesus, lehre mich lieben!

1. Behalte das Ziel im Auge! Die Gebote Gottes dienen zu unserem Besten, sind zu unserem Heil aufgeschrieben. Sie zeigen uns das Gute auf und bewirken Gutes. Gott gab sie uns aus Liebe, um uns als sein Volk zu beschĂĽtzen. Im Evangelium ist die Rede von einer Satzung, die an sich gut war, sich aber verselbstständigt hatte, weil sie von ihrem eigentlichen Zweck losgekoppelt wurde und so praktiziert worden war. Auch wir können manchmal in unserem Leben den Blick fĂĽr das Wesentliche, fĂĽr unser eigentliches Ziel verlieren und uns in die kleinen Dinge des Alltags verstricken, an Dingen hängen bleiben, die uns ärgern, weil sie nicht in der rechten Weise getan worden sind. Dabei sind wir doch eigentlich da, um zu lieben (unseren Mann, unsere Frau, Kinder, Freunde und Verwandte usw.).

2. Die äuĂźere Schale durchbrechen. Es ist so einfach, ständig nur darĂĽber Buch zu fĂĽhren, ob jemand das, was man von ihm erwartete, getan oder nicht getan hat. Wie viel schwieriger ist es aber, einen Gang herunterzuschalten, einen Schritt zurĂĽckzutreten und ĂĽber diesen Menschen und sein inneres Befinden, seine Lebensumstände nachzudenken und die Frage zu stellen, ob er vielleicht Mitleid oder Bestätigung braucht. Vieles von dem, was geschieht, geschieht nicht, um Ă„rgernis oder AnstoĂź zu erregen. Es geschieht in Eile, abgelenkt, vielleicht, weil dieser Mensch drauf und dran ist, jemand anderem zu helfen. Möglicherweise ist der Mensch, um den es geht, auch traurig, voller Sorge, voll Ă„rger oder ihn schmerzt etwas.

3. Den Dingen auf den Grund gehen. Gott lädt uns dazu ein, von denjenigen, die uns anvertraut sind, auch Dienste einzufordern, allerdings aus Liebe, nicht aus Pedanterie. Regeln sind dazu da, dass Dinge gut funktionieren, doch wichtiger ist es, dass das Herz gut funktioniert. Christus lehrt uns hier, dass man das Gesetz nur dann vollkommen beachtet, wenn man es in den Dienst der Nächstenliebe stellt. Der rechte Weg ist also nicht, das Gesetz vollkommen zu beobachten und gleichzeitig ĂĽber diejenigen, die das nicht tun, den Richterstab zu brechen. Es geht um die vollkommene LIEBE, darum, das Gesetz ĂĽber den Buchstaben hinaus zu praktizieren, bis zum Geist des Gesetzes vorzudringen und darum, die Belange der Nächstenliebe an die erste Stelle zu setzen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich möchte ein so liebevolles Herz wie das deine haben. Hilf mir, wenn ich ungeduldig bin und ĂĽber andere richte. Gib mir die Gnade, ĂĽber Ă„uĂźerlichkeiten hinwegzusehen und zum Herzen der Dinge zu gelangen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir heute die Zeit nehmen, um so zu handeln, dass jemand anderes sich bestätigt fĂĽhlt und werde ihm gegenĂĽber freundlich sein.


Dort unterstĂĽtzen, wo es Not tut

17. Oktober 2018

Hl. Ignatius von Antiochien, Bischof und Märtyrer
Gedenktag

Hl. Anselm von Wien OFM, Priester

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,42-46
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, wenn ich Welt und Kirche betrachte, sehe ich so viele Nöte. Ich möchte zu den Menschen gehören, die nicht nur einen Finger, ja die ganze Hand, Arme und Beine, ihr ganzes Sein rĂĽhren, um diesen Nöten zu begegnen. Lege du diese heilige Unruhe in mich, wenn ich bete. Nicht, um sofort das Gebet zu verlassen, auch nicht innerlich, sondern um in dieser Spannung beharrlich mein Herz zu weiten. Ich bitte dich um ein groĂźzĂĽgiges Herz.

Bitte: Lieber Gott, lehre mich zu geben, statt zu nehmen!

1. Was Jesus will. Es ist klar, welche Lehre Jesus den Pharisäern erteilen will. Er weist sie zurecht, weil sie den Zehnten von Minze und Raute geben, während sie gewichtigere Dinge wie das Recht, die Menschenliebe und die Hilfe fĂĽr die Armen vernachlässigen. Als Kirche sind wir eine groĂźe Familie und gerufen, diejenigen zu unterstĂĽtzen, die sich bemĂĽhen, unsere geistlichen BedĂĽrfnisse zu decken. Doch geht GroĂźzĂĽgigkeit ĂĽber das rein Sichtbare hinaus und reicht bis in die Tiefen des Herzens. Jesus möchte, dass wir unseren Zehnten vor allem in Form von Taten der Liebe entrichten. Erst wenn unsere Herzen so von Mitleid erfĂĽllt sind, wie das seine, verstehen wir seine Lehre vollkommen.

2. Eine Herzenshaltung. Es hat mich wirklich bewegt, als ich vor kurzer Zeit von Joe ein Zeugnis ĂĽber Dan gelesen habe. Beide stammen aus meiner Heimatstadt in SĂĽd-Philadelphia. Dan war Joes bester Freund. Er starb mit 52 Jahren. Als junger Mann hatte Dan erfahren, dass Joes Mutter ein neues Dach brauchte, aber kein Geld dafĂĽr hatte. Dan war Dachdecker. Bei seiner Arbeit fand er eines Tages im Hof eines HauseigentĂĽmers Ziegeln liegen und fragte ihn, ob er sie fĂĽr eine arme Familie verwenden dĂĽrfe. Er durfte sie mitnehmen und brachte jeden Abend nach der Schicht eine bestimmte Menge mit und deckte so nach und nach das Dach von Joes Mutter, bis es fertig war. Joe war sprachlos darĂĽber, dass Dan so viel Zeit und Energie darauf verwendete und nie etwas dafĂĽr verlangte. So etwas nenne ich „den Zehnten geben“. Das ist GroĂźmut. So folgen wir Jesu Botschaft und kĂĽmmern uns um die gewichtigeren Dinge des Rechts.

3. Die Kirche unterstĂĽtzen. Im Katechismus der katholischen Kirche lesen wir unter den Geboten der Kirche: „Die Gläubigen sind auch verpflichtet, ihren Möglichkeiten entsprechend zu den materiellen BedĂĽrfnissen der Kirche beizutragen.“ Und was die Haltung angeht, mit der man geben sollte, sagt Paulus: „Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2 Kor 9,7). Was immer wir jemand anderem bieten können: ob materielle Hilfe, seelische UnterstĂĽtzung, Zeit zum Zuhören oder Ermutigung, vielleicht nur ein Gebet, das wir zuhause in der Stille unseres Herzens verrichten – wir wollen es freimĂĽtig und mit freudigem Herzen tun. Wir wissen ja, die Kirche ist mehr als ihre Gebäude und Strukturen. Sie besteht aus Herzen, die brennen vor Liebe zum Herrn.

Gespräch mit Christus: Herr, lass mich die Nöte anderer Menschen kennen und in meinem Herzen suchen, wie ich ihnen begegnen kann, wie ich etwas von den Ressourcen geben kann, die du mir gegeben hast, um BedĂĽrftigen zu helfen.

Möglicher Vorsatz: Ich mache jemanden ausfindig, der in irgendeiner Form bedĂĽrftig ist: physisch, materiell, emotional usw. Und gebe dieser Person freudig meine Zeit oder leiste jenen Beitrag, den ich leisten kann.


Evangelisierung

18. Oktober 2018

Hl. Evangelist Lukas
Fest

Hl. Petrus von Alcantara, Ordenspriester

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

EinfĂĽhrendes Gebet: Zurzeit der Ernte sieht man in den Vereinigten Staaten weite, wogende Getreidefelder. Soweit das Auge reicht: nichts als goldene Ă„hren. Wo sind heute die Arbeiter, die die Menschen auf die Erntezeit ihrer Seele vorbereiten? Wo sind wahre Seelsorger und gute Hirten? Wer weist uns den rechten Weg? Herr, soll ich gehen? – Schenke mir ein evangelisierendes Herz!

Bitte: Lieber Gott, lehre mich dein Reich zu verkĂĽnden.

1. Offenheit. â€žWenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.“ Als Christen sind wir gerufen, uns aufzumachen, um die gute Nachricht zu verkĂĽnden. Dabei treffen wir auf Menschen, die uns aufnehmen und Menschen, die uns ablehnen. Jesus lehrt, wir sollten zu denen gehen, die offen sind und uns annehmen. Offenheit ist eine notwendige Voraussetzung, denn ganz gleich, wie sehr wir uns bemĂĽhen, man kann eine Flasche nicht fĂĽllen, wenn sie verschlossen ist. Es ist besser, darauf zu warten, dass die Flasche geöffnet wird, als irgendetwas zu unternehmen.

2. Evangelisieren, aber wie? Bleiben wir bei dem Bild: Wenn jemand ein offenes Herz hat, sollte man als Apostel prĂĽfen, wie man die Botschaft am besten anbringen kann. Ist die Offenheit bzw. die Ă–ffnung groĂź oder klein? Welche Kapazitäten besitzt der Adressat? Wen habe ich vor mir – wie wird die Person auf die Botschaft reagieren? Mit wem wird dieser Menschen in Kontakt treten? In jedem Fall gilt: Ein Herz, das evangelisiert, ist vom Wort Gottes in Brand gesteckt und bewahrt seine Sensibilität fĂĽr den Empfänger. Ein guter Apostel hat vor allem den Empfänger der Botschaft vor Augen, denn die Botschaft, die verkĂĽndet werden soll, ist im Kern die LIEBE. Wir wollen also das Wort Gottes mit der größtmöglichen FĂĽrsorge und Achtsamkeit gegenĂĽber denen verkĂĽnden, die es empfangen.

3. Mut. Pater Marko Ivan Rupnik SJ schreibt: „Wenn man Gewissheit darĂĽber erlangt hat, woran Gott Gefallen findet und welche Gedanken zu ihm und welche von ihm wegfĂĽhren, besitzt man den Geist der Unterscheidung.“ Wenn wir uns nicht sicher sind, wie wir evangelisieren sollen, sollten wir uns ins Gebet zurĂĽckziehen und den Herrn darum bitten, uns sein Herz tiefer zu offenbaren und uns zu lehren, wie wir dieses Herz anderen Menschen offenbaren können. Ein offenes Gespräch mit dem Herrn ĂĽber die Nöte der Menschen, die ich liebe und die fern sind von ihm, fĂĽhrt oft zu Erkenntnissen ĂĽber die Frage, ob wir uns ihnen nähern sollten oder nicht, wie wir dies tun sollten und es schenkt Mut, etwas zu unternehmen und sich nicht im Schweigen zu hĂĽllen. Evangelisierung in Toleranz ist möglich und nötig, denn es geht um Wahrheit und Leben!

Gespräch mit Christus: Herr, steh mir bei! Ich möchte bei dir wohnen. Ich möchte dich so gut kennen, dass ich verstehe, jene zu lieben, die du liebst. Schenke mir die Empfindungen deines Herzens, deine Weisheit und dein Mitleid.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein paar Extraminuten im Gebet verbringen, um das Herz Jesu tiefer kennenzulernen, denn die Evangelisierung beginnt im Gebet.


Furchtlos Zeugnis geben

19. Oktober 2018

Freitag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hll. Jean de Brébeuf SJ und Isaak Jogues SJ, Priester und Gefährten, Märtyrer
Hl. Paul vom Kreuz CP, OrdensgrĂĽnder

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 12,1-7
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, wie mutig stehst du fĂĽr die Wahrheit ein! Erstaunlich, dass du mir eine ähnliche innere Haltung zutraust. Nein, heucheln will ich nicht. Aber diese aufrechte und innerste religiöse Haltung und diesen Ernst, mit dem du mich aufrufst, authentisch zu sein, muss ich erst noch einmal in Ruhe betrachten, denn sie sind so weit entfernt von unserer verweltlichten Sicht der Dinge… Ich bitte dich um ein authentisches Herz.

Bitte: Herr, lehre mich, dir zu folgen, gerade in schwierigen Umständen und Zeiten.

1. Zeit der Aussaat. Im Katechismus heiĂźt es: „die Kirche… ist gewissermaĂźen der Sauerteig und gleichsam die Seele der in Christus zu erneuernden und in die Familie Gottes umzugestaltenden menschlichen Gesellschaft. Die Mission erfordert somit Geduld. Sie beginnt mit der VerkĂĽndigung des Evangeliums an die Völker und Gruppen, die noch nicht an Christus glauben; sie geht weiter in der Errichtung christlicher Gemeinden…“ (n. 854). Das heutige Fest der Märtyrer Nordamerikas erinnert mich daran, wie die christlichen Missionare aus Europa die Neue Welt evangelisierten. FĂĽr mich ist es noch dazu ein besonderer Festtag, denn der erste Märtyrer war der heilige RenĂ© Goupil, ein französischer Arzt und Missionar – mein Namenspatron. Diese Feier heute zeigt, dass die VerkĂĽndigung des Evangeliums Zeit, Geduld, Authentizität und ein wahres Martyrium verlangt. Dann wird die Saat, die man ausgestreut hat, zu seiner Zeit Frucht bringen.

2. Authentizität. Der heilige Isaak Jogues schrieb 1646 in Montreal auf, wie RenĂ© Goupil von den Indianern ermordet wurde und sagt hierzu: „Es geschah einige Minuten, nachdem RenĂ© und ich uns unserem Herrn aufgeopfert hatten, wobei wir in inniger Andacht Gott darum baten, unser Leben und unser Blut anzunehmen und sie mit seinem Leben und seinem Blut zur Erlösung dieser Stämme zu vereinigen.“ Kurz nach diesem Gebet wurde der heilige RenĂ© von Feinden gestellt und dafĂĽr umgebracht, dass er seinen Glauben an Jesus Christus authentisch lebte. Authentisch sein bedeutet, zu leben, was man lehrt. Oft wird man dafĂĽr nicht gleich getötet, aber es ist auch wahr, dass Katholiken und Christen in der heutigen Welt immer heftiger verfolgt werden.

3. Ausdauer.  Wenn wir authentisch sind, kann das dazu fĂĽhren, dass uns ein Familienmitglied meidet, dass wir von Klassenkameraden oder Arbeitskollegen lächerlich gemacht oder aufgrund unserer religiösen Ăśberzeugungen ungerecht behandelt werden. Allerdings verhindert Authentizität, dass wir Kompromisse eingehen, bei dem wir unseren Glauben „weichspĂĽlen“. Sie hilft uns, die Wege, die Gott in unserem Leben erlaubt hat – einschlieĂźlich ihrer Schwierigkeiten –, zu akzeptieren und Gott demĂĽtig darum zu bitten, unser armes Leben als Opfergabe anzunehmen. Johannes de BrĂ©beuf, Isaak Jogues und ihre Gefährten waren fähig, ihr Leben fĂĽr die Verbreitung des Evangeliums hinzugeben, weil sie mit Ausdauer kleine Entscheidungen trafen, um in einer feindlichen Umgebung treu zu ihrem christlichen Zeugnis zu stehen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube, dass du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Manchmal finde ich es schwierig, inmitten einer Welt, in der andere Werte herrschen, an deinen Lehren festzuhalten. Offenbare mir deine Liebe in so tiefer Weise, dass ich dich unmöglich verleugnen kann. Schenke mir die Gnade, meinen Blick zum Himmel zu erheben, ganz gleich um welchen Preis.

Möglicher Vorsatz: Da heute Freitag ist und wir das Gedächtnis von Christi Tod am Kreuz begehen, werde ich ein Opfer darbringen, um mir selbst zu sterben, und dabei um die Kraft bitten, treu zu sein und allein fĂĽr ihn zu leben.


Ein Team bilden mit dem Heiligen Geist

20. Oktober 2018

Samstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wendelin, Abt
Hl. Vitalis OSB, Bischof
Hl. Maria Bertilla Boscardin
Sel. Jakob Franz Kern OPraem

Renee Pomarico, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 12,8-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, wie ĂĽbermächtig ist die Szene, die du beschreibst. Wie wird das sein, wenn einst die Engel sich vor Gott zu uns bekennen oder uns verleugnen? GroĂźes steht uns noch bevor! Lass mich jetzt im Kleinen treu zu dir stehen. Ich bitte dich um ein vertrauensvolles Herz.

Bitte: Jesus, lehre mich, wichtige Entscheidungen ganz im Vertrauen auf den Heiligen Geist zu treffen.

1. Barmherzigkeit empfangen. Wenn ich diesen Satz lese, „Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben.“, stelle ich mir die Frage, „Warum?“. Suchen wir die Antwort im Katechismus, so lesen wir dort (n. 1864): „Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos; wer sich aber absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner SĂĽnden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurĂĽck. Eine solche Verhärtung kann zur UnbuĂźfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben fĂĽhren.“ Der Heilige Geist zeigt uns, wie barmherzig Gott ist – mit einer Barmherzigkeit, die Liebe heiĂźt. Den Heiligen Geist lästern, bedeutet, dass man diese Barmherzigkeit und Liebe, die fĂĽr die Erlösung notwendig sind, zurĂĽckweist. Indem man Barmherzigkeit und Liebe ablehnt, lehnt man also die Erlösung selbst ab.

2. Schwächen erkennen. Manchmal ist es schwierig, die Barmherzigkeit Gottes zu akzeptieren, weil wir dann unsere Schwachheiten zugeben mĂĽssen. Aber das ist nur der „negative“ Aspekt. Schauen wir auf den positiven: Es gibt einen Weg, wie man immer enger zusammen mit dem Heiligen Geist leben kann: Gewöhnen wir uns daran, täglich dem Heiligen Geist zuzuhören. Er zeigt uns, wo die echte Freude liegt, die von Gottes Barmherzigkeit ausgeht – trotz der Schmerzen. Unsere Schwächen sind ein Geschenk Gottes. Mit ihrer Hilfe können wir Gottes Liebe empfangen und das ewige Leben gewinnen.

3. Vereint mit dem Heiligen Geist. Wenn wir täglich auf den Heiligen Geist hören, entwickeln wir ein GespĂĽr fĂĽr seine Stimme, begreifen sie und haben so in entscheidenden Momenten die Gewissheit, dem Willen Gottes gemäß vorzugehen. Das Vertrauen zum Heiligen Geist wächst Schritt fĂĽr Schritt. Bauen wir es auf und trainieren wir zusammen mit dem Heiligen Geist, damit er uns in unseren Schwachpunkten stärkt und uns hilft, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes ganz zu empfangen.

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, hilf mir, meine Mängel anzunehmen. Nimm weg, was mich hindert zu dir. Lehre mich, oft mit dem Heiligen Geist zu sprechen, deine Liebe immer tiefer zu erfahren.

Möglicher Vorsatz: Vor einer Entscheidung werde ich mich besinnen, den Heiligen Geist anrufen und ĂĽberlegen, wie Jesus handeln wĂĽrde.