Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 30. September 2018 bis Samstag 6. Oktober2018

Sechsundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Zugehörigkeit zu ChristusSonntag
Wahre GrĂ¶ĂŸeMontag
Ein Kind an der Hand des VatersDienstag
Die erste LiebeMittwoch
Freunde Jesu, Zeugen fĂŒr die MenschheitDonnerstag
Gelegenheiten – fĂŒr immer verpasstFreitag
Die wahre FreudeSamstag


Zugehörigkeit zu Christus

30. September 2018

26. Sonntag im Jahreskreis
Hl. Hieronymus, Kirchenlehrer
Hl. Sophie, MĂ€rtyrerin
Hl. Urs und Viktor, MĂ€rtyrer

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mk 9,38-43.45.47-48
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verfĂŒhrt, fĂŒr den wĂ€re es besser, wenn er mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer geworfen wĂŒrde. Wenn dich deine Hand zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau sie ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei HĂ€nden in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verfĂŒhrt, dann hau ihn ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei FĂŒĂŸen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verfĂŒhrt, dann reiß es aus; es ist besser fĂŒr dich, einĂ€ugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Christus, heute komme ich mit Freude und Vertrauen zu dir, weil ich dir begegnen werde, weil du fĂŒr mich da bist. Hilf mir, diese Momente bei dir in tiefer Liebe und Vertrauen zu verbringen.

Bitte: Herr, schenke mir einen tiefen Glauben, damit ich dich immer und ĂŒberall in meinem Leben finden kann.

1. â€žâ€Š weil er uns nicht nachfolgt“. Wie oft ist diese Haltung auch meine gegenĂŒber anderen: der Nachbarin, den Kindern, meinem Mann oder meiner Frau gegenĂŒber. – Alle sollten aufhören, bestimmte Dinge zu tun, nicht, weil sie falsch sind, sondern, weil sie sich nicht nach meinem Geschmack richten. Und wenn ich dann vor Gott hintrete, stoße ich auf eine Wand, weil er meistens weder nach meinen PlĂ€nen noch nach Schema F wirkt
 Er lĂ€sst PrĂŒfungen und Probleme zu, nicht weil er es genießt, mich leiden zu sehen, sondern, weil er viel mehr von mir erhofft, als ich selber von mir zu erhoffen wage. Er will meine Horizonte erweitern.

2. Zu Christus gehören. Was bedeutet diese Christus-Zugehörigkeit, warum ist sie so vielversprechend? Welche Folgen bringt diese Christus-Zugehörigkeit fĂŒr mein tĂ€gliches Leben und fĂŒr meinen Lebensstand mit sich? Zu Christus gehören bedeutet nicht einfach, dass ich ihm wie ein Gegenstand gehöre, ĂŒber den er verfĂŒgen kann, denn er will mich nicht nur „haben“, sondern er will, dass ich eins mit ihm werde. Er liebt mich so sehr, dass er sein Leben und sein Sein mit mir teilen will. Eine Einheit im Sein und Wollen, sodass sein Wille nicht von außen auferlegt wird, sondern dass ich ihn ganz aus freien StĂŒcken annehme.

3. Corruptio optima pessima. Wenn das Beste verdirbt, wird daraus das Schlimmste - so könnte man die Warnungen Jesu verstehen, denn er hat uns zur tiefsten Einheit und IntimitĂ€t mit ihm gerufen. Er hat uns die Liebe seines Herzens offenbart. Verrat an der grĂ¶ĂŸten Liebe zu begehen, ist fĂŒr ihn einfach undenkbar. Wie oft bedenke ich, welch große Gnaden und Geschenke Gott mir gegeben hat, wie zum Beispiel meinen Glauben, meine Familie, meine Freunde, Christi Freundschaft?

GesprĂ€ch mit Christus: Christus, schenke mir Vertrauen, um auf deinem Weg zu gehen, auch wenn ich nicht immer wissen werde, wohin du mich fĂŒhren willst. Öffne meine Augen, damit ich erkenne, wie sehr du mich liebst. Hilf mir zu verstehen und zu vertrauen, dass du grĂ¶ĂŸere und bessere PlĂ€ne hast, als alle, die ich mir fĂŒr mein Leben ausdenken kann.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich Jesus in der Eucharistie besuchen.


Wahre GrĂ¶ĂŸe

1. Oktober 2018

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (ThérÚse von Lisieux) OCD, Kirchenlehrerin
Gedenktag

Hl. Remigius, Bischof
Hl. Gieselbert
Hl. Werner OPraem

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 9,46-50
In jener Zeit kam unter den JĂŒngern die Frage auf, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist fĂŒr euch.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du bist mein Vater, ich liebe dich von ganzem Herzen. Hilf mir zu erfahren, wie wunderbar es ist, dass ich dich meinen Vater nennen kann.

Bitte: Herr, schenke mir ein demĂŒtiges und sanftes Herz wie das deine!

1. Wer ist der GrĂ¶ĂŸte? Das ist eine sehr natĂŒrliche und hĂ€ufig gestellte Frage in einer Welt, wo Wettbewerb und Konkurrenzkampf auf der Tagesordnung stehen; wo kein Unterschied zwischen Sein und Tun gemacht wird. Man kann sich die Apostel gut vorstellen: Starke, mutige MĂ€nner, die daran gewöhnt waren, hart zu arbeiten und von denen jeder der GrĂ¶ĂŸte sein wollte. Wie oft versuche ich, mich hervorzutun oder vorzugeben, jemand zu sein, der ich eigentlich gar nicht bin, nur um ein bisschen grĂ¶ĂŸer zu erscheinen! Wie oft habe ich geliebte Dinge und Menschen ĂŒbergangen, um in der Meinung der Welt zu wachsen! Der Wunsch, groß zu sein, ist an sich gar nicht schlecht, da wir ein Abbild Gottes sind. Er hat uns fĂŒr große Dinge erschaffen. Die Frage ist: Vor wessen Augen will ich groß sein? Was sind meine SehnsĂŒchte? Wenn ich wirklich in Gottes Augen wachsen will, muss ich vor ihm und vor mir selbst ehrlich sein. Er kennt schon alles, was ich im Herzen trage und hat selbst noch bessere PlĂ€ne. Doch ohne meine freie Einwilligung kann er sein Werk nicht beginnen.

2. Klein sein. Was bedeutet es eigentlich, klein zu sein? Zur KlĂ€rung der Frage stellte Jesus ein Kind in die Mitte. Jesus empfiehlt uns damit eine kindliche Haltung fĂŒr unser Verhalten, vor allem im geistlichen Sinne. Er bittet mich um großes Vertrauen und Glauben, damit ich ihn in all den verschiedenen LebensumstĂ€nden in meinem NĂ€chsten erkennen kann. Er bittet mich um das gleiche Vertrauen und den gleichen Glauben, die Maria befĂ€higten, „fiat“ (es möge geschehen) zu sagen. Er ist ein gĂŒtiger und liebender Vater, der das Beste fĂŒr mich will. Er will, dass ich großzĂŒgig bin. Er bittet mich darum, alles, was ich bekommen habe, ihm anheimzustellen.

3. Hindert ihn nicht. Hindert ihn nicht, das heißt, ich soll in meiner Offenheit wachsen. Dass mir etwas nicht gefĂ€llt, heißt nicht, dass es schlecht ist. Ich soll immer wieder lernen, dass Gottes Wege nicht meine Wege sind und dass seine PlĂ€ne grĂ¶ĂŸer sind und weiter reichen als die unseren. Ich brauche mehr Vertrauen, um seinen Weg zu gehen, besonders, wenn ich nichts erkennen kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich danke dir so sehr, dass du mich bedingungslos liebst. Besonders, dass du mich zur Einheit mit dir rufst. Hilf mir, wenigstens ein bisschen zu begreifen, was es bedeutet und mit sich bringt, dass ich dein Kind bin. Hilf mir, dieser WĂŒrde zu entsprechen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich jemanden aus NĂ€chstenliebe loben.


Ein Kind an der Hand des Vaters

2. Oktober 2018

Hll. Schutzengel
Gedenktag

Hl. Petrus, Hermann und Jakob OCist, MĂ€rtyrer
Hl. Ursicin OSB, Abtbischof
Hl. Beregis, Kanoniker

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mt 18,1-5.10
In jener Stunde kamen die JĂŒnger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. HĂŒtet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

EinfĂŒhrendes Gebet: Hier bin ich, Herr, mit dir und fĂŒr dich. Ich danke dir fĂŒr die Sicherheit und Gewissheit, die dein Wort mir gibt, dein geliebtes Kind zu sein. Ich bitte dich: Komm in mein Herz! Komm zu mir und begleite mich wĂ€hrend dieser Zeit und auf dem Weg meines Lebens. Du bist der Quell meiner Heiligkeit. Hilft mir, ein fĂŒgsames Werkzeug in deinen HĂ€nden zu sein.

Bitte: Vater, gib mir die Gewissheit, dass du immer bei mir bleibst.

1. Ehrlichkeit. Jesus bittet mich darum, wie ein Kind zu werden. Das heißt, die Eigenschaften eines Kindes anzunehmen. Die Welt der Kinder ist ziemlich einfach. In ihr gibt es nur ein Entweder-Oder, Ja oder Nein. Wenn sie wissen, dass etwas gut fĂŒr sie ist, dann verlangen sie danach, und wenn sie wissen, dass etwas schlecht ist, meiden sie es um jeden Preis. Wie viele Gedanken mache ich mir, um zu entscheiden, ob ich zur Messe gehe oder nicht, oder ob ich jemandem helfe oder nicht? Unsere Beziehung mit Gott wird nicht primĂ€r durch die BeschĂ€ftigung mit Theologie, den Gebrauch von BĂŒchern, Medien oder ein Studium der Metaphysik genĂ€hrt, sondern im tĂ€glichen, ehrlichen und herzlichen Umgang mit Christus. Er bittet mich um Einlass in mein Leben, bis in die kleinsten Details, einfach weil er mein Freund sein will.

2. AuthentizitĂ€t. Kindern ist es nicht peinlich, ihre GefĂŒhle zu Ă€ußern. Sie haben keine Angst davor, gesehen zu werden. Sie schreien, weinen und strampeln, wenn Mama ihnen nicht gekauft hat, was sie wollten. Sie schĂ€men sich nicht davor, die Wahrheit zu sagen, ganz gleich, ob es fĂŒr manche unangenehm ist. Sie brauchen keine Masken, wie sie die reifen und klugen Leute benĂŒtzen, um ihre SchwĂ€chen zu verbergen. Weil Jesus mich liebt, kann ich mich mit meinen StĂ€rken und meinen SchwĂ€chen, mit meiner Geschichte und meinen UmstĂ€nden annehmen.Er erwartet von mir, dass ich authentisch bin, ich soll nicht zum Schein und mit Masken leben. Nur so werde ich in der Wahrheit leben können – in ihm.

3. Tiefes Vertrauen. FĂŒr das Kind gibt es keine Gefahr, vor der die Arme seiner Mutter es nicht retten könnten. Es gibt keine Probleme, die sein Vater nicht lösen kann. Dieses Vertrauen fordert Jesus auch von mir. Ein Vertrauen, das nicht auf statistischen Fakten grĂŒndet, sondern auf dem Zutrauen zu einer Person beruht. Ein Zutrauen, das man nicht aufgibt, wenn man keine sofortige Antwort erhĂ€lt. Schließlich weiß das Kind, auf wen es sich verlĂ€sst.Durch diese Haltung wird mich Jesus oft auch aus meiner Komfortzone herausholen, damit ich in tiefere Wasser vordringe und meine Netze in Seinem Namen auswerfe.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater! Du bist mein Vater! Keine andere WĂŒrde kann dem gleichkommen. Hilf mir, mich wie dein Kind zu verhalten. StĂ€rke mein Vertrauen, entzĂŒnde meine Liebe, lass mich dich aus ganzem Herzen „Vater“ nennen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein Vaterunser beten und Gott dabei danken, dass ich ihn Vater nennen darf.


Die erste Liebe

3. Oktober 2018

Mittwoch der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ewald, MĂ€rtyrer
Hl. Utto (Udo) von Metten OSB, Abt
Hl. Irmgard OCist
Hl. Leodegar OSB, Abtbischof

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 9,57-62
In jener Zeit, als Jesus und seine JĂŒnger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die FĂŒchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkĂŒnde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurĂŒckblickt, taugt fĂŒr das Reich Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Christus, hier bin ich! Ich weiß, dass es eigentlich deine Idee gewesen ist, die Initiative zu ergreifen, um mir heute zu begegnen. Du hast mir das Geschenk des Glaubens gegeben. Du hast mich gerufen. Ich will unverzĂŒglich deinem Ruf antworten. Ich bitte dich, erfĂŒlle mich mit deinem Heiligen Geist und deiner Gnade, damit ich mich ohne Ängste und Zweifel ganz hingeben kann und vor Liebe zu dir brenne.

Bitte: Jesus, entzĂŒnde in meinem Herzen eine leidenschaftliche Liebe zu dir!

1. Die erste Liebe! â€žIch will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.“ Sicherlich hat dieser Mann diese Aussage aus ganzem Herzen gemeint, sicherlich brannte sein Herz wirklich vor Liebe zum Meister. Und die Antwort Jesu wollte nichts anderes sein als eine BestĂ€tigung dessen, was es bedeutet, ihm wirklich nachzufolgen. Das „Keinen Ort zu haben, wo man das Haupt hinlegen kann“ zeigt nicht nur seine Armut auf, sondern auch sein unruhiges, leidenschaftliches und liebevolles Herz. Er kann und will nicht anhalten, weil die Errichtung des Reiches Gottes und das Predigen der Frohbotschaft ihm am Herzen liegt. In unsere heutige Kultur, die von Genusssucht und Wellness-Angeboten geprĂ€gt ist und daher der Wert des Leidens und die Opferbereitschaft immer weniger geschĂ€tzt werden, bleibt die Gestalt Christi und seine Hingabe unverstĂ€ndlich.Auch ich bin dazu gerufen, diesen lebendigen und lebensspendenden Geist in alle Bereiche meines Lebens zu bringen: in meine Arbeit, in meine Familie, in meine Beziehung mit Gott. Auch ich bin dazu gerufen, keinen Ort zu haben, wo ich mein Haupt hinlegen kann.

2. RadikalitĂ€t. â€žLass die Toten ihre Toten Begraben.“ RadikalitĂ€t, ein Wort, das seinen positiven Wert verloren hat, das aber, auf Christi Liebe angewandt, weder schlecht sein, noch als „zu viel“ eingestuft werden kann. Er ruft auf, alles zu verlassen und PrioritĂ€ten zu setzen. Die Versicherung, die Rente oder die Studien, die Familie, die Jugendgruppen, alles soll sich Gott unterordnen. Ein Christ soll in seiner Hingabe, Liebe und GroßzĂŒgigkeit, ob in seiner Familie, im Sport oder in der Arbeit radikal sein. Seine Motivation sollte lauten: „Christus hat alles fĂŒr mich gegeben, ich will ihn mit der gleichen IntensitĂ€t zurĂŒcklieben.“

3. Kampf. â€žKeiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat...“ – Christus erwartet eine kĂŒhne und bedingungslose Hingabe. Er erwartet nicht, dass ich keine Fehler begehe, sondern, dass ich mich nicht entmutigen lasse und dass ich nicht zu lieben aufhöre. Jeder, der Freunde hat, Familie oder irgendeinen Menschen, den er wirklich liebt, weiß, dass die Beziehung nicht immer einfach ist. Er weiß, dass man oftmals vergeben und um Vergebung bitten muss. Man zweifelt deswegen nicht an der Liebe des anderen. Christus will, dass ich in der Liebe vollkommen werde, indem ich meinen Vorsatz zu lieben und mich großzĂŒgig zu verhalten jeden Tag erneuere.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich bin glĂŒcklich, dass du mich gerufen hast, dir nachzufolgen und mich dir hinzugeben. Ich bitte dich: Gib mir die nötige Kraft und den Mut, angesichts der Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten nicht zu verzagen. Gib mir ein brennendes Herz, das vor Liebe glĂŒht und das nie mĂŒde wird, fĂŒr dich und mit dir zu kĂ€mpfen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich eine Zeit suchen, um einen Besuch im Altenheim oder bei einem einsamen Menschen zu machen.


Freunde Jesu, Zeugen fĂŒr die Menschheit

4. Oktober 2018

Hl. Franziskus von Assisi, OrdensgrĂŒnder
Gedenktag

Hl. Aurea OSB, Äbtissin
Hl. Franz Xaver Seelos CSsR

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 10,1-12
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle StĂ€dte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! GrĂŒĂŸt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wĂŒnscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurĂŒckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren FĂŒĂŸen klebt, lassen wir euch zurĂŒck; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Hier bin ich Herr. Ich habe so vieles im Kopf und auf dem Herzen, so viele Sorgen, Zerstreuungen und PlĂ€ne. Ich gebe sie dir alle. Nimm du sie alle an. Ich liebe dich! Erneure du bitte meine Liebe. Ich danke dir, dass du mich nie im Stich gelassen hast und dass du es nie tun wirst. Hilf mir, nicht der Routine zu verfallen, damit ich diese Momente mit dir mit Leidenschaft leben kann.

Bitte: Jesus, gib mir den Mut und die nötige StĂ€rke, dein echter Zeuge zu sein.

1. Arbeiter fĂŒr seine Ernte sein. Wer sind diese Arbeiter, um die wir bitten sollen? Priester und Ordensfrauen? – Ja, vielleicht, aber nicht nur! Der heilige Johannes Paul II. sprach zu den LegionĂ€ren Christi und den Mitgliedern des Regnum Christi mit den Worten von Katharina von Siena: „Wenn ihr seid, was ihr sein sollt, dann werdet ihr die ganze Welt Feuer fangen lassen.“ Diese Worte gelten fĂŒr jeden Christen. Jeder Getaufte hat die Berufung, allen Menschen die Frohe Botschaft zu verkĂŒndigen, gelegen oder ungelegen, und so Licht fĂŒr seine Mitmenschen und Salz fĂŒr die Erde zu werden.Gott um Arbeiter zu bitten, heißt auch, bereit zu sein, einer von ihnen zu werden, wenn er mich dazu beruft, ob es mir schwerfĂ€llt oder nicht.

2. Schafe mitten unter den Wölfen. Jesus ist realistisch, ehrlich und direkt: Es ist nicht einfach, es ist nie einfach gewesen und es wird auch nie einfach sein. Die Welt bietet Unmengen von Möglichkeiten, untreu zu sein. Tausende von Abwegen, die „eigentlich nicht so schlecht sind“, weil „jeder es so macht“ oder weil „es heutzutage so gemacht wird“. Er bittet mich, treu zu sein und zu widerstehen. DarĂŒber hinaus sagt er mir sogar, dass ich meine Sicherheiten aufgeben soll, damit Er meine einzige Sicherheit werden kann.

3. Zeugen fĂŒr die Menschheit. Mein Leben soll ein prophetisches Zeichen fĂŒr meine Mitmenschen sein. Am Anfang des Christentums sagte man: „Seht, wie sie einander lieben“ und nicht: „Schau, was fĂŒr gute ExpansionsplĂ€ne“ oder „Was fĂŒr ein gutes Ressourcen- und Personalmanagement sie haben“. Mein Leben soll ein beredtes Zeugnis dafĂŒr sein, was Christsein bedeutet. DafĂŒr braucht man viel KohĂ€renz und Demut. Mein Leben muss sich dadurch auszeichnen, dass es mit Christi FĂŒhlen, Wollen und Handeln ĂŒbereinstimmt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich bitte dich, lass mich wie der heilige Franz von Assisi ein Werkzeug deines Friedens und deiner Liebe unter den Menschen sein. Gib mir die Gnade, mich von der Welt und auch von mir selber loslösen zu können. Ich will mich ganz dir und meinen Mitmenschen hingeben.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein Opfer fĂŒr die Kirche darbringen und dabei darum bitten, dass jedes Mitglied konsequent seinen Glauben lebt.


Gelegenheiten – fĂŒr immer verpasst

5. Oktober 2018

Freitag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinolf von Paderborn
Hl. Anna SchÀffer
Hl. Maria Faustina Kowalska, Mystikerin

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 10,13-16
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich kommen zu dir. Ich sehne mich nach dir. Ich brauche dich mehr als die Luft zum Atmen. Ich liebe dich, hilf mir, deiner Liebe mit Treue zu entsprechen. Heute will ich hier fĂŒr dich da sein, so wie du immer fĂŒr mich da gewesen bist.

Bitte: Herr, ich bitte dich um Demut. Damit ich jedes Mal, wenn ich mich irre, zu dir zurĂŒckkommen kann.

1. Weh dir! In dem Bewusstsein, dass er alles getan hatte, um die Bewohner dieser StĂ€dte zu sich zu bringen, und weil sie ihn immer wieder abgelehnt haben, hat Christus nur noch traurig sagen können: „Weh dir!“ Hier sehen wir, wie die menschliche Freiheit, die so schön ist, oft dramatische Folgen hat. Gott hat schon alles getan, was er konnte, um mich an sich zu ziehen, um mir die Liebe seines Herzens zu offenbaren. Es liegt an mir, sie anzunehmen. Er öffnet sein Herz und wird dadurch verletzbar vor mir. Die Liebesantwort geschieht nicht nur in einem gewissen Moment, sondern jeden Tag meines Lebens, mit jeder Entscheidung, die mich Gott entweder nĂ€herbringt oder ferner von ihm rĂŒcken lĂ€sst. Weh dir! Er hat mich so reichlich beschenkt: Mein Glaube, meine Familie, meine Berufung. Was habe ich von ihm nicht erhalten? Wie gehe ich mit diesen Gaben um? Nutze ich sie, um nĂ€her zu Christus zu kommen, oder sind sie ein Hindernis fĂŒr mich?

2. Kafarnaum. So oft haben mich mein Stolz und meine Vorurteile ĂŒber die anderen dazu gebracht, mir von mir selbst und der Wahrheit ein falsches Bild zu machen. Die Verzerrung der Wahrheit fĂ€ngt oft mit „Das ist keine Kritik, aber...“ oder „Zu meiner Zeit...“ oder „An seiner/ihrer Stelle...“ an. Das alles zeigt, dass ich mich fĂŒr gerecht und mein Verhalten fĂŒr tadellos halte, wĂ€hrend alle anderen sich von ihren bösen Wegen bekehren sollten. Man braucht viel Demut, um vor der eigenen TĂŒre zu kehren, um zuzugeben, dass man selbst gefallen ist, dass man untreu und schwach gewesen ist. Das ist aber der einzige Weg, um Barmherzigkeit zu erlangen.

3. Wer euch hört, der hört mich. Gott wir nie mĂŒde, mir seine Liebe, seine Vergebung und seine Barmherzigkeit mit allen möglichen Mitteln anzubieten. Vor weniger als hundert Jahren sprach er zu Schwester Faustina, einer polnischen Ordensschwester, von seiner unendlichen Barmherzigkeit. Wie Papst Franziskus sagt: Gott wird nie mĂŒde zu vergeben. Wir sind diejenigen, die mĂŒde werden, ihn um Vergebung zu bitten. Es gibt keine SĂŒnde, und sei sie noch so groß, die die Barmherzigkeit Gottes nicht vergeben könnte.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke sehr fĂŒr deine Liebe, Geduld und bedingungslose Freundschaft. Hilf mir, jedes Mal aufzustehen, wenn ich falle, in dem Wissen, dass es fĂŒr dich das Wichtigste ist, dass mir mehr daran liegt zu kĂ€mpfen, als hinzufallen. Hilf mir zu vertrauen, dass, wenn meine SĂŒnden groß sind, deine Barmherzigkeit noch viel grĂ¶ĂŸer ist.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ein Werk der Barmherzigkeit tun.


Die wahre Freude

6. Oktober 2018

Samstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bruno der KartÀuser, Ordensstifter
Adalbero, Bischof
Hl. Renatus, Bischof
Hl. Romanus, Bischof

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 10, 17-24
In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurĂŒck und berichteten voll Freude: Herr, sogar die DĂ€monen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu ĂŒberwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darĂŒber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darĂŒber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind. In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfĂŒllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die JĂŒnger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, hier bin ich mit allem, was ich habe und was ich bin. Ich komme voll Freude zu dir, weil du mein bester Freund bist. Ich danke dir fĂŒr die unendlichen Gaben, mit denen du mich beschenkt hast, vor allem fĂŒr das Geschenk deiner Mutter. Sie ist immer bei mir. Sie begleitet mich und sorgt fĂŒr mich, und vor allem formt sie in mir ein Herz wie das deine.

Bitte: Jesus, erneuere in mir die Freude ĂŒber meine Freundschaft mit dir.

1. Die Freude der JĂŒnger. Die JĂŒnger kehrten voll Freude zurĂŒck, weil der Herr große Taten durch sie vollbracht hatte. Er entgegnete ihnen aber, dass sie sich eher freuen sollten, weil ihre Namen im Himmel verzeichnet sind. In diesem Punkt ist Maria ein großes Beispiel fĂŒr uns. Sie erkannte das Wirken Gottes in ihrem Leben. Sie gab ihm den allerersten Platz als sie ihr „fiat“ (es möge geschehen) sagte. Sie wusste, dass sie nicht aufgrund eigener Verdienste, sondern aufgrund Gottes reicher Gnade groß war, da er ihren Namen im Himmel verzeichnen wollte.

2. Die Freude Jesu. Er rief diese Worte laut aus und freute sich, weil Gottvater MĂ€nner und Frauen auf der Erde gefunden hatte, die klein genug und wĂŒrdig waren, von ihm die Geheimnisse des Reiches zu erfahren. Es freute und freut ihn immer wieder, offene Herzen zu finden, Herzen, die bereit sind, seine Liebe zu empfangen und ihr zu entsprechen. Ich könnte mich jetzt fragen, wie oft ich zu Jesus komme und wie oft ich in diesen Momenten, in denen ich ihn besuche, nur mein eigenes GlĂŒck suche oder nur meine Ruhe haben will. Wie oft versuche ich wirklich, ihn glĂŒcklich zu machen und darauf hinzuwirken, dass sich meine Beziehung zu Christus nicht um mich, sondern um ihn dreht?

3. Meine Freude. Ich bin auch selig, weil Christus so vieles in meinem Leben vollbracht hat, vor allem aber, weil er in meinem Leben ist. Oftmals merke ich nicht, wie reich ich beschenkt worden bin. Herr, hilf mir! Öffne meine Augen, damit ich jedes Geschenk, das du mir gibst, wirklich nutzen kann. Das vielleicht grĂ¶ĂŸte Geschenk ist seine Mutter Maria. Sie ist ein sicherer und unfehlbarer Wegweiser zur Heiligkeit und zur Einheit mit Jesus.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich danke dir fĂŒr alle deine Gnaden, fĂŒr deine Mutter, fĂŒr deine unendliche Liebe zu mir. Ich bitte dich, gib mir ein großzĂŒgiges und dankbares Herz, um dir alles zu geben, worum du mich bittest, damit ich von deinen großen Taten in meinem Leben singen kann.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich mit jemandem die Freude teilen, ein Freund Jesu zu sein.